Button

Ein neuer Orden – Kapitel 1

Aventurischer Bote 25. Peraine n. BF

Ein neuer Orden rettet das Mittelreich. Der Schutzorden der Schöpfung wurde angeführt vom jungen ruhmreichen Reichsritter und Turniersieger zu Gareth im Götterlauf 1027 nach Bosparans Fall, Sieghelm Gilborn von Spichbrecher.

Dieser selbstlose Orden, der sich offenbar zum hohen Ziel gesetzt hat die ganze Schöpfung der Götter zu schützen, stellte nicht nur eine ganze Kompanie seiner eigenen Truppen in der Schlacht auf Mythraelsfeld vor Wehrheim, sondern trug entscheidend zum Sieg über den Dämonenkaiser Gaius Cordovan Eslam Galotta bei. Hier ist die ganze Geschichte ihres Wirkens während der Rettung des Kaiserreiches im Peraine des Götterlaufes 1027 n. BF. Zusammengestellt aus den Berichten von vielen fassungslosen Augenzeugen:

Reo Brodbäck erzählt von der Schlacht vor Wehrheim:

Die Lage schien aussiehtslos. Wir standen dem größten Schrecken gegenüber, den man sich vorstellen konnte. Unzählige Skelette, Ghule und sonstiges vermodertes Leichentum. Eine Verspottung Borons, die unzähliges Leid in unsere Reihen brachte und die Männer in den Wahnsinn trieb, sodass sie sogar ihre eigenen Kameraden angriffen. Und inmitten unserer Stellungen, direkt an der Front stand die Kompanie mit dem schwarzen Banner des Schutzordens der Schöpfung. Ich wusste erst nicht, zu welchem Orden das Banner mit dem Halbmond und dem Tropfen gehört, dass seine Träger so würdevoll und zuversichtlich hoch erhoben in die Schlacht trugen.

Die Reiterei wurde von einer sehr schönen Frau in einer Lederrüstung angeführt. (Anm. d. R. das war die Gelehrte Jane Peddersen, nunmehr aktuelle Ordensgroßmeisterin, während direkt an der Front der Reichsritter von Spichbrecher höchstselbst die Infanterie anführte). Nur dank dieses Ordens, der in seiner Mitte die Priesterschar des Praios barg, die dem Schrecken einhalt Gebieten sollte, konnten wir überhaupt vorrücken. Der Reichsritter, der die Infanterie anführte, war nicht aufzuhalten. Selbst als der „König der Untoten“ den tapfersten unter uns zum Kampfe forderte und unseren ruhmreichen Rondrasil Löwenbrand, den Heermeister der Rondra, besiegte, sprang er ein und besiegte ihn in einem atemberaubenden Zweikampf.

Es gab noch weitere bemerkenswerte Ordesmitglieder. Als eine Reihe von vier riesigen Knochenogern sich regelrecht durch unsere Reihen pflügte, drängten sie vor und stellten jeder einen dieser Unholde mit ihren fantastischen Fähigkeiten. Außer der schönen Reiterin und dem Ritter, waren da noch ein von Schatten umhüllter bärtiger kräftiger Mann und eine junge wilde Tulamidin dessen Speer eine unglaubliche Durchschlagskraft hatte.

Als dann dieser verfaulte Drache mitten auf dem Schlachtfeld landete, glaubten wir uns schon verloren. Doch wieder waren es diese vier Helden, die sich aus der Formation lösten und die den Kampf aufnahmen. Sie konnten den Drachen schließlich vertreiben.

Akulut Fingorn Lassan sah noch einen weiteren Ordensmeister:

Da war dieser südländische Magier. Mitten auf dem Schlachtfeld stand er neben uns, als wir mit unseren Gebeten den Wolkendämon bannen wollten. Er legte einfach seinen Umhang auf dem Boden, auf dessen Innenseite ein kompliziertes Symbol gemalt war, und murmelte in seinen schwarzen Bart vor sich hin. Kurz darauf, noch ehe unser Gebet endete, zog es den gewaltigen Dämon in diesen kleinen Umhang. Wir waren sprachlos und geschockt.

Weiter mit Reo Brodbäck:

Und dann sahen wir sie. Die fliegende Festung, die die Wolke verbarg. Aus ihr kam ein heftiger Sturm. Ich hatte das Glück in der Nähe der wilden Tulamidin zu sein. Sie schütze mich und viele andere mit einem eisigen Schild. Ich war ihr so nahe, dass ich das firungefällige Amulett auf ihrer Brust sehen konnte. Es zeigte einen Eisbären.

Unsere Armee wurde fast komplett vernichtet. Doch die Tulamidin geleitete uns zum Feldmarschall und sprach mit ihm. Danach erschienen eine Phinx und ein Greif und die Tulamidin stieg auf den Greif und flog der Festung hinterher!

Burgol Wollweber weiß noch berichten:

Als die Naturkatastrophen endeten, sah ich, wie sich der Reichsritter mit dem gezackten Schwert, von einem dieser geflügelten Steinwesen freiwillig hat zur fliegenden Festung hinauftragen lassen.

Als dann fliegende Festung über Gareth auftauchte und um sie herum ein heftiger Luftkampf entbrannte, muss offenbar etwas in der Festung geschehen sein. Mitten im Kampf stürzte sie unvermittelt über Neu-Gareth ab. Später wurden die vier Ordensmeister lebendig und helfend in der Stadt gesichtet. Es wurde auch eine weitere Person gesehen: Eine schöne rothaarige Frau mit einem Kampfstab, die ebenfalls ein Amulett trug. Dieses Mal jedoch ein rotes.

Die wilde Tulamidin landete sogar auf einen Greifen in der zerstörten Stadt des Lichtes und hielt eine kurze Ansprache. Viele Gläubige und Prieser sanken vor ihr auf die Knie. Leider ist es mir nicht gelungen ihre Worte festzuhalten. Ich hörte nur, sie versprach den Menschen Hoffnung. Offenbar ist dieser Orden fest entschlossen, uns alle zu beschützen. Hoffen wir, dass es ihnen gelingt.

Ich fasse oben beschriebene Worte noch einmal zusammen. Diese großartigen Menschen kämpfen nicht nur in einer der größten Schlachten aller Zeiten und führten dort die Wende herbei. Nein, sie beendeten vorerst den Krieg gegen die schwarzen Lande indem sie die fliegende Festung abstürzen ließen. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, dass die Festung ausgerechnet auf die Stadt des Lichts fallen musste. Hätte man das nicht verhindern können? Aber ich sage und schreibe: Was wäre passiert, wenn diese … HELDEN … nicht gewesen wären? Wehrheim wurde vernichtet. Sollte in Gareth das gleiche Schicksal ereilen? Nein! Danke, Schutzorden der Schöpfung, danke!

Ich würde mich freuen, wieder über den SOS zu schreiben. Vielleicht spielen sie noch eine Rolle in den kommenden chaotischen Monden.

___________________________

Aventurischer Bote 25. Peraine n. BF

Der Blick klärt sich wieder

Erschöpft legt die Botin Firuns die letzten Schritte zur Villa zurück. Nur aus den Augenwinkeln bemerkt sie, dass Candidatus Voltan hinter ihr zurückbleibt und sich Janes rasch improvisiertem Lazaret anschließt. Wohlwollend nickt sie vor sich hin und schlurft gedankenverloren weiter.

Ja, gut so. Er hat heute Nacht gute Arbeit geleistet. Erstaunlich, dass er sich noch auf den Beinen hält. Ich für meinen Fall kann nicht mehr. Ist auch kein Wunder, bei dem was alles hinter uns liegt.

Noch heute früh früstückten wir notdürftig vor Wehrheim. Dann schlugen wir die gewaltigste Schlacht, die ich bisher erlebte. Wir kämpften gegen tausende untote Kreaturen, die ihre unheilige Magie verbreiteten und den tapferen Kämpfen die Furcht in die Knochen bohrte. Darunter befanden sich riesige keulenschwingende Oger und der gefürchtete Knochendrache. Letzteren bekämpften wir sogar erfolgreich am Boden. Wobei ich mich zurückblickend frage, wie – bei Boron – wir das überlebt haben. Da müssen die Götter ihre Hände im Spiel gehabt haben! Warum sonst, schaute uns Razzazor seelenruhig dabei zu, wie wir eher weniger erfolgreich auf ihn einprügeln, nur um dann wehklagend zu fliehen und allem Leben ewige Verdammnis zu schwören.

Nachdem Nehazet – sehr zum Erstaunen der engagierten Praiosprieser in unserer Mitte – Rahastes mal eben in seinen Umhang bannte, entfesselte die fliegende Festung den Magnus Opus, der unsere eigentlich siegreiche Armee vernichtete und Wehrheim verwüstete. Doch wir trotzden dem mächtigen Zauber! Die anderen ließen sich danach offenbar freiwillig von diesen fliegenden Steinfledermäusen mitnehmen, während wir drei uns erfolgreich gegen sie verteidigten. Zum Glück war Obaran da und trug uns zur Festung, damit wir Galotta endlich aufhalten konnten. Dabei kämpfte ich Seite an Seite mit einem Greif! Und mit was für einen Greifen! Voltan sprach ganz ehrfürchtig von Obaran. Ich muss mir mal bei Gelegenheit seine Geschichte erzählen lassen.

Der anschließende herrliche Flug auf ihm über den Dächern Gareths hat mir wohl den Rest gegeben. Zu überwältigend war dieser Tag. Zu berauscht waren meine Sinne. Unter normalen Umständen würde ich nur noch davon träumen.

Doch erst beim Abendessen realisierte ich wirklich, was geschehen ist. Und vor allem was das für Folgen für die Menschen da draußen hat und haben wird. Jane und Bothor sind gut geeignet die hochtrabenen Pläne voranzutreiben. Mir blieb nur der praktische Ansatz. Also ging ich in Beleitung des tapferen Canditatus direkt in das Zentrum des Wahnsinns und half wo ich konnte.

Aber jetzt ist genug. Am Ende verletze ich noch jemanden. Der nächste Morgen bringt noch genug Aufgaben.

Ohne sich das Blut und den Schlamm von der Kleidung zu waschen, fällt sie ins Bett. Elfenbein und Gro’jesh neben ihr. Nur Adaque sitzt gelangweilt auf einem Stuhl und legt den Kopf schief als er die vertrauten Gestalten erblickt.

___________________________

Azinas Gedanken

Landung in der Stadt des Lichts

Langsam gleitet der Greif hinunter in die gebeutelte Stadt des Lichts. Die fliegende Festung Kholok-Kai ist direkt über ihr abgestürzt. Überall liegen Trümmer herum. Einfache Menschen in Lumpen laufen Seite an Seite mit in Gewändern gekleidete Praiosdiener, um dem Chaos Herr zu werden. Ein Großteil jener Praiosdiener sinkt bei ihrem Anblick bzw. dem Anblick des Greifen ehrfürchtig auf die Knie, als sie von Obaran absteigen. Sanft liebkost sie noch einmal seinen gefiederten Hals. Sie kann ihm noch kurz danken, ehe er sich wieder in die Lüfte schwingt. Ergriffen blickt sie ihm nach. Als sie den Blick wieder nach unten richtet, bemerkt sie sogleich die kleine goldene Feder auf dem Boden. Lächelnd hebt sie sie auf und flechtet sie in ihr Haar. Gleich neben der Feder von Zeitenflug.

Bis zum nächsten Flug, Obaran.

Dann erst richtet sie ihren Blick auf die sich nunmehr versammelnde Geweihtenschaft, die sie Großteils andächtig anstarrt. Sie überblickt sie Runde und spricht zu allen mit klarer kräftiger Stimme:

„Menschen von Gareth,

ich bin Azina saba Belima, Ordensmeisterin des Schutzordens der Schöpfung und auserwählte Botin Firuns. Gemeinsam mit meinen Gefährten vom Schutzorden der Schöpfung töteten wir den Dämonenkaiser Gaius Cordovan Eslam Galotta! Mit seinem Tod, stürzte auch seine fliegende Festung Kholok-Kai ab. Bedauerlicherweise direkt über der Stadt des Lichts.“

Als dabei einige Menschen missgestimmt reagieren, setzt sie nach:

„Galotta war gerade im Begriff ganz Gareth zu zerstören, so wie er Wehrheim zerstört hat. Denn obwohl wir und ein großes mittelreichisches Heer uns dem endlosen Heerwurm auf dem Mythraelsfeld entgegenstellten und siegten – und obwohl wir den mehrgehörten Dämon, der die fliegende Festung verbarg, bannten – zerstörte die unheilige Magie des Dämonenkaisers das tapfere Wehrheim. Praios ehrte mich, als ich auf dem Greifen Obaran in die Schlacht gegen die fliegende Feste fliegen durfte! Bei Praios, verzagt nicht! Trauert um die Toten und feiert die vielen Überlebenden. Und ich weiß, dass ihr diese großartige Stadt wieder aufbauen werdet!“

Sofort belagern sie sie mit Fragen über ihr Erscheinen, dem Abstürzen der Festung und dem Flug auf dem Greifen. sie beantwortet alle Fragen so gut sie es kann. Bis schließlich der Bote des Lichts Hilberian Grimm von Greifenstein und vom Großen Fluss höchstselbst das Wort unwirsch an sie richtet, um von ihr notwendige Informationen zu erhalten. Zum Beispiel über Dexter Nemrodts Überleben.

___________________________

Azinas Landung in der Stadt des Lichts

Verschnaufpause

Sitzen und Durchatmen. Das war alles, was Bothor gerade wollte. Sie sind problemlos zum Hippodrom in das Versteck der K.G.I.A gelangt. Während die anderen ganz aufgeregt darüber disputieren, was Nehazet mit diesem seltsamen Splitter machen soll, hat sich Bothor kurz zurückgezogen, um seinen alten Knochen etwas Ruhe zu gönnen – nicht mehr zu altern macht einen nämlich auch nicht wieder jünger. Was ist heute geschehen? Wie konnte all dies geschehen? Und warum leben sie alle noch? Zur Entspannung schließt er kurz die Augen.

Es war kein idyllischer Morgen gewesen. Das Heer hatte noch vor Sonnenaufgang Aufstellung genommen, ein Sonnenaufgang, den niemand von ihnen je sehen sollte. Dieser Dämon war einfach unvorstellbar riesig gewesen, moralisch gesehen ihr größter Feind. Die Schlacht begann holprig, hatten sie es doch mit äußerst ungewöhnlichen Gegnern zu tun. Ich konnte mich glücklich schätzen, Geron um mich wabern gehabt zu haben. Aber die Truppen hielten stand und kamen gut voran. Bis er kam, der König der Untoten. Bis er kam und in einer beiläufigen Bewegung Rondrasil Löwenherz eben jenes aus der Brust riss. Es ist immerwieder ein Glück, dass solche Situationen in großen Schlachten nur von einem kleinen Teil der Truppen bemerkt werden. Sonst hätte dies gut und gerne zum Niedergang des Heeres führen können. Aber dann kam der Löwe. Und ja, ganz ohne Neid muss ich gestehen, Sieghelm WAR der Löwe dort. Rondra hat wohl gewählt, denn nun war er es, der wie beiläufig mit donnernden Hieben den König vernichtete. Er ist schon ein großer Krieger, bleibt zu hoffen, dass er auch noch ein großer Anführer einst wird.

Der Marsch zum Zentrum des Dämons ging unaufhörlich weiter und es muss angemerkt werden, dass die Truppen des Ordens überraschend gut und standhaft waren. Nicht jeder Haufen bewaffneter Bauern hätte meine Befehle gegen diesen Knochenoger so bedingungslos befolgt. Vier griffen uns an und als ich nach der Vernichtung des meinigen aufsah, um zu ergründen, wo meine Hilfe von Nöten war, musste ich mit Erstaunen feststellen, dass zu diesem Zeitpunkt auch der letzte gefallen war. Mit durchaus Stolz in der Brust sah ich die junge Azina aufrecht stehen, den toten Körper unter sich und den sich just auflösenden Schädel auf ihrem Speer stecken. Ja, sie brauch noch etwas Führung und bestärkende Worte, aber nur, damit sie lernt welch großartige Frau sie ist und werden kann.

Eigentlich wäre dies schon genug für einen Tag und eine Schlacht gewesen, aber der endlose Heerwurm war nunmal kein alltäglicher Feind. Und wer zweifelt noch an von den Göttern vorgeschriebenen Schicksalen, wenn Razzazor, dieses abscheuliche Etwas von Wesenheit natürlich genau vor uns landet. Ja, es reichte, um diesmal wirklich die Truppen in Panik zu versetzen und einzelne Teile fliehen zu lassen. Kein Vorwurf kann gegen sie hervorgebracht werden. Aber wie selbstverständlich blieben wir standhaft. Ich war unschlüssig, was das rechte Vorgehen wäre, aber als der Geist auf Razzazors Schädel erschien, war alles glasklar. Dieser Geist! Er ist ein beeindruckendes Zeichen, welch unglaubliche Frau Jane ist. Auch wenn sie ihren Körper selbst nicht in Gefahr bringt, so zeugen die Taten, die sie mit dem Geist vollbringt, von ungemeiner Intelligenz, Raffinesse, Kühnheit und Mut. Ja, sie ist die einzig richtige Ordensgroßmeisterin. Warum wurde sie es nur nicht gleich zu Beginn des Ordens? Ich mache Sieghelm keine Vorwürfe, dass er auf dem Weg zu dem Drachen zusammenbrach, auch ich strauchelte. Ich lasse ihm den Glauben, dass Rondra eingriff, auch wenn ich selber daran zweifel. Ich weiß noch immer nicht genau, was geschah. Ich zertrümmerte dieses Amulett, dann traf mich der Schlag und augenblicklich wurde es dunkel um mich. Ich weiß nur noch, dass mein letzter Gedanke war „Razzazor ist würdig mich zu töten“. Aber offensichtlich war dem nicht so, denn ich erwachte nach einem Schwall unverständlicher Emotionen und sah den Drachen am Horizont verschwinden. Scheinbar spielte Tzatan eine nicht unwichtige Rolle, aber Genaueres muss ich noch herausbekommen. Scheinbar wurden auch große Teile unserer Truppen durch sein Feuer vernichtet, während ich bewusstlos war. Doch in der Hektik der Schlacht gab es keine Möglichkeit, sich darum zu kümmern. Wir hatten schließlich eine Mission…

Mit jedem weiteren Schritt in Richtung unseres Ziels wurde das beklemmende Gefühl in meinem Herzen stärker. Wir mussten einfach diesen Dämon vernichten, auch wenn wir wussten, wieviele Todesurteile wir damit sprechen. Aber es galt ein höheres Gut zu bewahren als unser aller Leben. An unserem Ziel angekommen, schlug nun dann die Stunde unseres Magus Nehazet. Da begleiten und beschützen wir eine ganze Horde an Geweihten und dann rollt er seinen Umhang aus, welcher den Dämon einfach verschlingt. Er tut es andauernd. Ganz unscheinbar tun und dann mit einem Fingerschnipsen Dinge vernichten, die einem nicht vernichtbar erscheinen. Er ist mir noch immer ein ungelöstes Rätsel, aber ich empfinde einen tiefsten Respekt vor ihm. Und so geschah, was geschehen musste, der Untergang der Welt brach über uns herein. Erst diese Stürme, dann diese unsäglichen Dornenranken und schlussendlich Feuer und Flammen. Und obwohl Amranblut in meinen Adern fließt, so ließen die Feuerbälle mich verzagen. Und so starb ich heute ein vermeintlich zweites Mal. Auch hier muss ich noch in Erfahrung bringen, was noch weiter geschah.

Denn auch der Rest befand sich später auf der Fliegenden Festung wieder, allerdings deutlich unbeschadeter, als Fräulein Peddersen und ich. Dass wir das überlebt haben… Sieghelm dieser Narr. Ein Inbegriff dafür, wie gefährlich übermäßiger Mut ist. Aber ich muss auch mich selbst schelten. Ich habe mich zu Dingen hinreißen lassen, die äußerst unschicklich waren. Hatte ich Angst? Ich habe in meinem Leben schon so viel erlebt, so viele Gefühle gespürt, aber das war heute alles zu viel, einfach zu viel. Aber schlussendlich gilt nur, dass Galotta tot ist, endgültig tot. Leider ist die Festung über Gareth herabgefallen und nicht vor seinen Mauern, aber im Vergleich zum Weltuntergang nur ein kleiner Schaden. Dexter Nemrod hat überlebt, die werte Delia und ihr Mann auch, das ist gut. Nur meine geliebte Waffe leider nicht, ich muss einen Guten Waffenmacher finden, den besten.

Und trotzdem ist das Mittelreich in größter Gefahr. Rohaja soll verschwunden sein und Enmer, nun, sie wird für den Rest ihres Lebens gezeichnet sein, egal wie schnell wir sie retten sollten. Und Razzazor ist noch nicht vernichtet. Es wartet noch viel Arbeit auf uns. Jetzt, das ist nur eine Verschnaufpause…

Flug auf einem Greifen – ein Traum wird wahr

14. Peraine 1027 n. BF

Ein Licht blitzt vor dem Hintergrund der schwarzen fliegenden Festung auf. Diejenigen die auf dem Boden staunend nach oben blicken, können sehen, wie sich ein Greif aus der Feste Kholak-Kai befreit und anmutig einige Flügelschläge nach oben steigt, ehe er sich langsam in weiten Kreisen den Ruinen von Gareth nähert. So als würde er den Moment so lange wie möglich auskosten wollen. Auf seinen Rücken sitzen ein großer Trollzacker mit einem schlichten Holzspeer in der Pranke, ein riesiger weißer Wolf, der ängstlich den Boden herbeisehnt und eine kleine ganz in Leder und Fellen gekleidete junge Frau. Sie schlingt ihre Arme um den gefiedertes Hals vor ihr, während sie entrückt in die Ferne schaut. Die Freude, die ihrem Gesicht abzulesen ist, überstrahlt selbst das Leuchten des heiligen Greifen. Denn sie und ihre Gefährten in der Rettungskapsel haben gerade den Dämonenkaiser Gaius Cordovan Eslam Galotta besiegt und somit seine fliegende Festung über Gareth zum Abstürzen gebraucht. Doch die Gefühle für diesen Sieg lassen sich am ehesten mit ‚Erleichterung‘ beschreiben. Erleichterung, dass sie es überlebt haben. Und dass sie die finstere Macht zurückgeschlagen haben, die danach trachtete das Mittelreich zu vernichten und damit ganz Aventurien ins Chaos zu stürzen.

Die Freude jedoch, die die Botin Firuns bei diesem Flug empfindet, fußt auf jenem Wesen, das sich ihr so bereitwillig als Reittier anbot. Es war der Greif Obaran, dessen Seele sie vor kurzem in der Schwarzen Sichel vor der Schändung retteten. Er war der Hochherold der Praios-Kirche, der sie zurück nach Wehrheim in den Kampf gegen den unendlichen Heerwurm schickte. Er überlies ihnen Araschar, sein kostbares Greifenschwert. Mit ihm konnte letztlich der Leib Galottas in seinem eigenen Thronsaal hoch über den Wolken, noch mit der vergifteten Tasse Tee in der Hand, durchstoßen werden. Das Erstaunen über die plötzliche Wendung der Ereignisse wird noch eine Weile auf seinem leblosen Gesicht zu erkennen sein.

Die junge Tulamidin ist stolz. Stolz auf sie alle. Aber vor allem stolz auf sich selbst. Sie ist erneut über sich hinausgewachsen. Sie hat wie viele andere in der Schlacht vor Wehrheim tapfer gekämpft und viele untote Diener vernichtet. Sie hat dem Magnus Opus getrotzt: sie hat die peitschenden Winde mit der Macht ihres Willens und ihres Glaubens widerstanden und damit viele andere tapfere Kämpfer vor dem sicheren Tod bewahrt. Sie entwich den Feuerbällen und den Flammensäulen. Und sie entkam dem Auseinanderbrechen der Erde. Die Gargoyle, die die Überlebenden für die Versorgung der Lebensadern, der bereits weiterziehenden Festung einsammelten, vernichtete sie. Ihren unbeugsamen Willen sich allem Dämonischen zu widersetzen, belohnte Praois mit dem letzten Erscheinen von Obaran, der sie der Festung hinterhertrug, damit sie ihren Gefährten im Kampf gegen Galotta beistehen konnte.

Es ist nun ein berauschendes Gefühl so hoch oben zu fliegen. So kurzzeitig befreit von aller Last zu sein. Sie kann gar nicht genug davon bekommen, wie der Wind ihre schwarzen Haare wild umherfliegen lässt und ihr eiskalt unter die Lederrüstung zieht. Doch das macht ihr nichts aus. Sie genießt die unendliche Freiheit dieses göttlichen Augenblicks. Neben ihr – nur 50 Schritt entfernt – stürzt die siebengezackte Feste Kholok-Kai unaufhaltbar in die Tiefe. Unvermittelt lässt ein spitzer Schrei, neben ihr, sie herumschnellen. Adaque, ihr treuer Falke fliegt an ihrer Seite. Lachend krault sie im Flug seinen Bauch. Eine letzte Firunsbrise aus dem Norden scheint ihr mitzuteilen: Gut gemacht, meine Auserwählte.

Und auch Praois, der himmlische Richter, scheint zufrieden mit ihr zu sein. Sie badet in seinem Licht. Sie streckt die Arme weit von sich; den Runenspeer in ihrer Rechten. Und sie schreit ihre Gefühle in die weite Welt hinaus.

___________________________

Azinas Triumphflug

Kampf vor Wehrheim

14. Peraine 1027 n. BF

Razzazor fliegt gen Rahja. Geschlagen. Zumindest vorerst. Er schwor blutige Rache. Einen Götterlauf gab er dem Leben Zeit, ehe er wiederkehren und alles vernichten wird. Azina nahm sich einen Augenblick Zeit ihm nachzuschauen. Trotzt der mentalen Macht, die der Heptarch auf sie niederdrückt. Als der schwarze Knochendrache die fliegende Festung passiert, bleibt Azinas Blick an dessen Unterseite hängen, wo noch vor wenigen Stunden ein roter Lichtstrahl die Erde berühte. Das Licht der Liebe. Das Licht der Rahja.

Was Delia wohl durchmachen wird? In Bothors Traum kämpft sie dort oben ganz allein in einem dunklen Kerker um das Leben Kalkaribs. Nicht, dass ich Kalkarib eine Träne nachweinen würde. Aber Delia liebt ihn nun einmal. Und trotz aller Pein schafft sie es dennoch uns allen hier unten auf dem schrecklichen Schlachtfeld eine mentale Botschaft mit einem Lichtstrahl der Liebe Rahjas zu schicken. Er durchbrach die Wolke. Er durchbrach Rahastes! Was mag sie das gekostet haben? Nun ist es an uns, zu ihr zu gelangen und sie beide zu retten. Doch wie? Noch schwebt Rahastes nach wie vor am Himmel und verbirgt die Stadt. Noch ahnen die tapferen Verteidiger nicht, was sie erwarten wird. Ich kann nur hoffen, dass viele Menschen in den Heimen Travias Zuflucht finden. Doch was ist mit den mutigen Seelen um uns herum? Wer wird sie retten, die so tapfer für andere streiten? Die stetig und mit dem Mut der Verzweiflung die ganze unheilige Verderbnis immer wieder und wieder abwehren. Sie widerstehen unsagbarem Schrecken. Der Fäulnisgeruch macht einem das Atmen schwer. Und wenn der Nebenmann sich plötzlich umdreht und im Wahnsinn die eigenen Leute abschlachtet, frage ich mich, warum sie nicht alle schreiend davonlaufen.

Ich fürchte niemand kann sie retten. Und uns auch nicht. Wir spielen hier nur eine kleine Rolle und hoffen, dass die Götter uns gnädig sind. Rondrasil Löwenbrand, der Heermeister der Rondra, erhielt diese Gnade offenbar nicht. Er ist gefallen durch den „König der Untoten“. Dieser riss ihm einfach das Herz aus der Brust. Doch Sieghelm hat diesen ‚König‘ vernichtet. Kurz darauf ist dann Razzasor gelandet. Direkt vor uns. Sieghelm sackte sofort zu Boden. Als stärksten Kämpfer wird der Drache ihn … SIEGHELM!

Es kommt Bewegung in die Botin Firuns. Rasch begibt sie sich zu ihrem Ordensgroßmeister und überprüft seine Vitalfunktionen.

Er ist nur ohnmächtig. Rondra sei Dank. Sie hält ihre schützende Hand über ihn. Eine starke Macht muss ihn niedergerungen haben. Sonst hätte er nicht den Kampf gegen Razzazor gescheut, den nun Jane, Bothor und … BOTHOR!

„Passt auf ihn auf.“ Herrscht sie im Vorbeigehen einige Männer an, die immer noch erleichtert dem fliehenden Drachen nachglotzen. Sie eilt an Bothors Seite. Sein Zustand lässt keinen Zweifel daran bestehen, dass er dringend einen Heiltrank von Nehaezt braucht. Behutsam flößt sie ihm einen solchen ein. Erst danach beginnt sie mit der Untersuchung.

Um dich steht es schlecht mein Freund. Ich sah, wie der Schwanz dich traf. Ein gewaltiger Hieb. Ein Wunder, dass du noch lebst. Du standest direkt vor seinen Krallen und hast auf seinen Kiefer eingeschlagen. Und ich wagte mich kaum in die Nähe des Drachen. Wie tollkühn kann ein Mann sein? Oder wie dumm? Sie unterdrückt ihre Tränen und verbindet behelfsmäßig seine schlimmsten Verletzungen und richtet seine Knochen, auf dass der Heiltrank sein Übriges täte. Noch bei Bothor knieend krault sie Elfenbein hinter den Ohren. Sein dreckverschmiertes Maul lässt ihn gräulich aussehen. Sie legt ihren Kopf in den Nacken und blickt erneut dem fliehenden Drachen nach. Er ist nicht mehr zu sehen.

Wir haben gegen Razzazor, den schwarzen Knochendrachen, gekämpft und haben es überlebt …

___________________________

Azinas Gedanken

Bestimmung

14. Peraine 1027 n. BF

Der gute Bothor spricht weise Worte. Worte geformt mit vielen Jahren Erfahrung. Er versteht es, einem Mut zu machen – Wir sind Helden. Wir sind Erwählte. Wir sind mächtig. Mächtig durch die Gaben, die uns unsere Götter gaben – Vertrauen wir also auf sie. Auf, dass sie uns unseren Weg weisen. Selbst wenn wir es in unserer Schlichtheit nicht bemerken.

Ich reite hier mit einigen tapferen Recken dem Heerwurm entgegen. Wagen uns nah an seine Ausläufer heran. Fast schon können wir mit einem Speerwurf die ersten Plagen unschädlich machen. Und doch halten wir uns zurück. Unsere Aufgabe ist zunächst das Spähen. Nichts weiter. Wir würden vernichtet, sollten wir uns aus der Deckung wagen. Denn auch der Himmel ist nicht unser. Praios‘ Antlitz ist hier nicht allgegenwärtig.

Wenn es denn an der Zeit ist, frage ich mich, wo mein Platz in dieser Schlacht sesin wird? Soll ich weiter in sicherer Entfernung um das feindliche Heer herumreiten? Auf meiner bisherigen Reise seit meinem Aufbruch aus Aranien vor gut vier Götterläufen, kämpfte ich lediglich in kleineren Gefechten. Kein Vergleich zu dieser Masse an Feinden vor uns. Schrecken an Schrecken. Unzählige giftmäulige Ghule, wie ich auf Hochstieg lediglich einen einzigen hinter Gittern tötete. Hunderte halb verfaulte wandelnde Leichname. Klappernde Skelette mit tiefen leeren Augenhöhlen. Doch auch ein paar Menschen befinden sich im Gefolge des Grauens. Jene zumindest weiß ich zu verletzen. Kopf und Herz sind ihre Schwachpunkte. Doch wie tötet man etwas, das bereits tot ist? Muss man sie in Stücke hacken, bis sie endlich ihre letzte Ruhe finden?

Ich kämpfe nicht in geordneten Reihen oder in wilder Meute an der Front. Nein, mein Schlachtfeld ist ein Anderes. Kein Klappern der Schilde. Kein Gestampfe auf dem Feld. Nein. Meine Bestimmung ist die Jagd! Nicht nur Hirsch oder Bär. Auch Träume von Erfolg und Wahnsinn.

Sogar eine solche Armee birgt empfindliche Ziele. Wer beschwört und kontrolliert Rahastes und all jene willenlosen Diener? Wer? Wo sind jene Magier, die der Feldmarschall erwähnte? Dort vorne, in der Mitte des Heeres, steigt verdächtiger Rauch auf. Rauch, der die Wolke nährt. Dort scheint mein Ziel zu sein. Nur wie dort herankommen? Wie empfindlich sind diese widernatürlichen Kreaturen wirklich? Vermag mein Speer wirklich jene Wunder vollbringen, von denen Bothor so schwärmte?

___________________________

Azinas Gedanken

Gassi in Wehrheim – Teil II

Sieghelm Gilborn
von Spichbrecher
Ordensgroßmeister

Sie kamen an einer Kreuzung an, ihnen entgegen rumpelte schweres Gerät. Drei große Rotzen wurden mit Hilfe von Bullen über die breite Reichsstraße gezogen, während die Wehrheimer Bürger souverän auswichen. Hinter den Rotzen folgten zwei Banner Lanzerinnen, welche Sieghelm sofort erkannte. Es waren die Farben der Ferdoker Garde, angeführt von der Marschallin Angunde von Falkenhag. Die Koscherin war bekannt dafür hauptsächlich Frauen in ihrer Garde aufzunehmen. Sie war eine rondrianische Kriegerin durch und durch. Auch wenn Sieghelm ihr nie persönlich begegnet war, so hatte er schon viel über ihr Kampfgeschick gehört. Während Sieghelm wie ein Schaulustiger den heranrumpelden Rotzen und den Lanzerinnen zusah sah, schlüpfte Pagol in eine Seitengasse, er wollte wohl nicht unter die Stiefel – oder die Räder kommen. Als er Laut gab und wartend zu Sieghelm blickte, folgte dieser überrascht dem Leutnant. „Hast du gesehen Pagol, das war Angunde von Falkenhag, sie …“ begann er euphorisch zu beschreiben, doch als er den missbilligenden Blick seines Hundes sah, unterbrach er sich. Sie waren in eine schmalere und nicht ganz so stark belebte Straße eingebogen. Ein rascher Blick offenbarte, dass sie wohl hinter die Brauerei geraten waren, tiefe und breite Häuserbögen zogen sich hier längst entlang. Der Brauerei verkaufte hier direkt aus dem Haus ihr gutes Helles, doch in den Morgenstunden war hier kaum etwas los.

„Lass mich doch einfach glücklich sein.“ schoss es aus Sieghelm heraus, der endlich Ansprach worauf Pagol schon seit der Garnison hinauswollte. „Alle sagen immer ich sei so angespannt und wirke unglücklich und missmutig … ja ich kriege das Geflüster durchaus mit.“ schickte er noch schnell hinterher. „Da werd ich doch wohl auch Mal … glücklich sein dürfen.“ verteidigte er sich erneut, von Pagol kam kein Widerspruch. Etwas widerwillig stieß Sieghelm einen Kiesel auf dem Pflaster mit seinem Stiefel an. „Es …“ seine Stimme wurde leiser und tragender. “ … ist gestern etwas eingetreten, worauf ich seit über zehn Götterläufen schmerzlich warten musste.“ Das erste Mal sah Pagol seinen Herrn fragend an, kurz nachdem er an einem leeren Bierfass geschnüffelt hatte. „Ich werde dafür wohl etwas ausholen müssen.“ Erneut zog er tief Luft durch seine Nüstern. Sein Blick ging gen Himmel, wo die weißen Wolken den blauen Himmel verdeckten. „Es war ebenfalls an einem frischen Peraine-Tag, ich sollte zum Schildknappen meines Ritters ernannt werden. Anlässlich dieser Feier war Trautmann nach Dettenhofen zu unserem Stammsitz zurückgekehrt um den Tag mit meiner Familie zu feiern. Alle waren da – zumindest kam es mir damals so vor. Meine Eltern, Mutter Gwynna und Vater Parzalon, Bruder Traviahold, Bruder Torald, Tante Sieglinde mit ihrem Mann Baltram, Oheim Melcher – ja sogar Tante Leonore war extra aus Rommilys angereist und hatte sich von den Mephaliten für eine paar Tage frei genommen. Ach … und … ja, Großvater Torion der Gütige. Wir alle wussten noch nicht, dass Boron ihn bald zu sich holen würde.“ Sieghelm schluckte kurz und wurde wehmütig als er seinen Großvater erwähnte. Erneut stieß er den Kiesel mit der Spitze seines Stiefels über die Pflastersteine. „Sie waren alle da, es sollte eine schöne Feier werden. Trautmann hatte sie alle kommen lassen und kümmerte sich ohne mein Wissen um die Feierlichkeiten. Wir waren in unserem Anwesen in Dettenhofen, alles war geschmückt mit Frühlingsblüten, Tante Sieglinde hatte extra mehrere Rondrawimpel gestickt und aufhängen lassen. Sie hatte meinen Namen eingestickt. Ich kann mich noch genau daran erinnern.“ Sieghelm spurte mit den Händen dem Schriftzug nach. „Sieghelm der Schildknappe“ – das lustige war, sie stickte anstatt des ‚d‘ in Schildknappe ein ‚t‘ – und das gleich sechs Mal.“ Sieghelm musste kurz lachen „Sie hatte schon immer Schwierigkeiten beim schreiben, wohl auch der Grund warum sie mir immer Bilder schickte anstatt Briefe zu schreiben.“ Pagol gab laut, als er hinter ein paar abgestellten Fässern mit frischen Pfeilen hervorkam weil er dort eine Maus gesehen hatte. Erneut zog Sieghelm laut Luft ein und setzte dann seine Erzählung fort: „Es hätte ein perfekter Tag werden können. Doch Torion, mein älterer Bruder, hatte an dem Tag keine Lust daran teilzunehmen. Er hatte irgendeinen ‚wichtigen‘ und ‚unaufschiebbaren‘ Termin im Magistrat, es ging wohl um irgendeine Prüfung. Ich hörte wie Vater und Mutter miteinander diskutierten. Mutter bezog meinen Standpunkt, dass dies doch mein Tag sei und dass sich mein Bruder auch mal unterordnen könne. Doch mein Vater ergriff für meinen Bruder Partei. Er sagte so etwas wie ‚er solle wie ein Erstgeborener erzogen werden‘ und ‚das er sich seinem kleinen Bruder nicht unterzuordnen habe‘. Es sei ‚Praios Wille‘. Kurzum … mein Vater war zusammen mit Torion nicht bei der Feierlichkeit dabei. Die Stimmung war wegen ihrer Abwesenheit nicht so gut. Keiner Sprach darüber, dass mein eigener Vater bei meiner wichtigen Ernennung zum Schildknappen nicht dabei war und es lieber vorzog seinem Erstgeborenen zu Unterstützen. Der einzige der sich traute etwas zu sagen war Großvater. Ich kann mich noch daran erinnern, dass er es als ‚beschämend für die ganze Familie‘ bezeichnete. Des Anstands wegen stimmte ihm jedoch niemand zu – nicht einmal Mutter.“ Beim dritten Tritt gegen den Kiesel klonkte lautstark er gegen eine Häuserwand und verschwand dann in einem Abflusskanal. Pagol wetzte in dem Versuch ihn zu retten hinterher, doch er war nicht schnell genug. Traurig blickt er zu seinem Herrchen

„An dem Tag, diesem für mich so wichtigen Tag … war ich anfangs so stolz auf mich, dass Trautmann mich zum Schildknappen nahm. Doch Vater ruinierte ihn mir, indem er mir zeigte, dass er nicht stolz auf mich war. Sein Erstgeborener war ihm wichtiger. Da wurde mir klar, dass die Knappschaft nur eine Geste war um mich abzuschieben, er wollte mich fort haben, weg von seinem perfekten Erstgeborenen. Ich war wütend, mitten in der ‚Feier‘ die eh keine war, warf ich eine Schüssel mit Suppe wütend auf den Boden, so stark, dass selbst Jahre später die Spritzer davon im zweiten Stock an den Wänden zu sehen waren.“ Sieghelm schloss zu Pagol auf, erneut kamen sie an eine Kreuzung. Vor ihnen marschierten gerade wieder einige Banner durch die Stadt in Richtung Rahja. Vor ihnen klapperten im zackig militärischen Schritt schwer gerüstete Infanteristen über die Straße. Es waren Rondrageweihte und Laienbrüder, angeführt von Rondriana Siebenstreich, der Meisterin des Bundes der Senne der Mittellande. Pagol setzte sich und machte instinktiv ‚Männchen‘. Ein paar Momente beobachteten die beiden stumm wie die Rondrakieger mit ihren Rondrakämmen an ihnen vorbeizogen. Auch Sieghelm nahm Haltung an, bis zu dem Moment an dem sie sie passiert hatten. Dann setzte er mit hängenden Schultern fort: „An dem Abend hatte ich mich etwas geschworen, wie mir nun bewusst geworden ist, ich habe mir geschworen an mir zu arbeiten und zwar härter als zuvor und noch härter als mein Bruder. Ich wollte meinen Vater einen Grund geben stolz auf mich zu sein, mit etwas, dass ich mit meiner eigenen Arbeit geleistet hatte, und nicht, was mir in die Wiege gelegt wurde. Das muss wohl auch der Grund sein, warum ich später die Versuche meines Vaters mich in den Gänseritter-Orden zu geben ablehnte. Es wäre wieder etwas gewesen, was nicht ich selbst vollbracht hätte. Versteht du mich?“ Schloss Sieghelm seine Erzählung mit einer überraschenden Frage. Der Leutnand blieb adhoc stehen, fast wäre er über seine kurzen Beine gestolpert. Er blickte hin- und her, so als würde er grübeln. Dann gab er zustimmend laut. „Ja du hast recht, ich bin diesem Versprechen was ich mir unbewusst gegeben hatte, mein ganzes Leben hinterher gerannt. Und dieser Druck … dieser …“ Sieghelm formte mit einer Hand eine Klaue und legte sie sich symbolisch um den Hals. “ … enorme Druck schnürte mich ein und nahm mir die Luft. Ich musste immer besser sein, immer noch etwas mehr erreichen. Für … ja ihn … für meinen Vater. Damit er endlich stolz auf mich sein kann.“ Mit Druck prustete der Ordensgroßmeister all seine Luft aus. Sofort entspannten sich seine Muskeln und sein Rücken wurde gerader.„Gestern im Heerlagerzelt unter dem Banner Dettenhofens und meiner Familie, wurde ich noch einmal in meine Kindheit versetzt. Ich kam mir so winzig vor … da … passierte das Unerwartete.“ Sieghelm hielt an, ein frischer Peraine-Wind erfasste ihn und Pagol und pfiff durch die Straße. Sieghelm sah Pagol mit feuchten an und sagte: „Vater sagte, er sei stolz auf mich.“

Gassi in Wehrheim – Teil I

Sieghelm Gilborn
von Spichbrecher
Ordensgroßmeister

Es war der frühe Morgen des 13. Peraine 1027 nach Bosparans Fall, als Sieghelm zusammen mit seinem Leutnant seine Stube auf Burg Karmaleth verließ. Es wehte ein seicht frischer Wind durch die Gassen der Stadt. Es war einer dieser Peraine-Tage, die eine Aussicht darauf gaben, dass der Frühling angekommen war und es bald wärmer werden würde. Sieghelm, dem die morgendliche frische nicht ausmachte, ja die er sogar begrüßte, war nur in seiner schwarzen gefütterten Unterkleidung für die Tür gegangen, welche er stets unter seiner Rüstung trug. Zahllose an seiner Unterkleidung befestigte Nestelbänder flatterten im morgendlichen Wind, sobald er durch eine Wehe schritt. Er hatte Burg Karmaleth verlassen und war in die Straßen Wehrheims gegangen um der Stadt dabei zuzusehen wie sie erwachte. Auch wenn eine große Armee aus dem Dämonenkaiserreich Transylien vor der Tür stand, so gingen die Wehrheimer darpatisch stoisch ihrem täglichen Geschäft nach.

Sieghelm musste kurz anhalten als er und Leutnant Pagol an einem Zuckerbäcker vorbeikamen, der dabei war seine tägliche Auslage vorzubereiten. Warme und knackfrische Zimtschnecken, Zuckerkränze und Wehrheimer Batzen verbreiteten einen angenehm süßen Duft in der schmalen Gasse. Pagol war hellauf begeistert und bekam mit dem Kommentar ‚Ach der ist aber niedlich‘ vom Zuckerbäcker ein kleines Stück von einem dieser köstlichen Wehrheimer Batzen, was Sieghelm gar nicht gefiel. Aber Pagol hatte auch all seine ihm gegebenen Fähigkeiten ausgeschöpft als er quiekend jämmerlich jaulte als hätte er seit Monden nichts mehr richtiges zu Essen bekommen, nur um sich direkt danach wie eine Rommilyser Landjägerwurst im Staub hin- und her zu wälzen und sich vom Zuckerbäcker am Wamst kraulen zu lassen. „Einen prächtigen Morgen, edler Herr!“ wünschte ihm der Bäcker fröhlich mit seinem mehligen Händen und seinen deutlich von der eigenen Auslage rund gewordenen Bauch, als er den Leutnant fütterte. „Auch dir einen guten Morgen, Bäcker.“ entgegnete Sieghelm nur und schnalzte dann mit der Zunge, was das Zeichen für Pagol war wieder bei Fuß zu kommen.

Als Pagol wieder zu Sieghelm aufgeschlossen hatte, fragte er: „Sieh dir nur diese Straßenzüge an, Pagol – sind sie nicht prächtig?“ Die beiden liefen aus einer Seitengasse auf eine der rechtwinklig angeordneten großen Hauptstraßen zu. Große, teils drei oder vierstöckige Prachtbauten drängten sich dicht an dich aneinander. Kaufmannshäuser, Läden, Handwerker und wehrhafte Kasernen gingen ohne Platz zu verschwenden ineinander über. Hier kreuzten sich die Reichsstraßen 1 und 2, die am meisten genutzten und am besten ausgebautesten Straßen des gesamten bekannten Reichs. Wehrheim war, neben Gareth, der Nabel der Welt – zumindest aus Sicht eines jeden Wehrheimer Bürgers. Pagol reckte sein Köpfchen nach oben und betrachtete wohlwollend die bunt bemalten Gebäudefassaden. Auch wenn es noch sehr früh war, so waren die beiden Reichsstraßen immer belebt. Handwerker, Kaufmänner und Bürger liefen zielstrebig hin- und her. Einige Fuhrwerke standen am Rande der Straßen und kräftige Männer und Frauen hieften Säcke, Fässer und Kisten entweder herauf – oder herunter. Sieghelm und Pagol kamen an einer Gruppe Kaufmännern vorbei, die aufgeregt miteinander diskutierten. Einer von Ihnen hielt eine feine silberne Reisewaage und balancierte darauf etwas. „Drei Silber je Unze, und keinen Deut mehr!“ rief er. „Das ist nicht annehmbar. Bei den Oberburgheimers bekomme ich vier Silber, ihr wollt mich übervorteilen!“ Doch Sieghelm interessierte sich nicht dafür. Freute sich jedoch, wie selbstverständlich die Wehrheimer weiter ihren Geschäften nachgingen. Für einen Wehrheimer Bürger zählte es zur Normalität, dass Heere und Dämonen vor der Tür standen. Man saß soetwas einfach aus – und warum sollte man sich die Zeit die man saß nicht mit etwas Sinn stiftenden verbringen?

Pagol sah Sieghelm forschend an, so hatte er seinen Herrn noch nie gesehen. Er schritt leichtfüßig über die Pflaster der Reichsstraße. Blickte hie- und dort nach links und rechts, schmunzelte ab und an und – wenn man ganz genau hinhörte (und das konnte Pagol nunmal besser als alle anderen) – konnte man sogar ein melodisches Summen vernehmen. Pagol gab besorgt laut und sofort sah Sieghelm ihn an. „Was denn? Ist es nicht ein schöner morgen, Pagol?“ Sieghelm eher rhetorisch gemeinte Frage, ließ Pagol kalt. Er fixierte ihn mit einem durchdringend fragenden Blick. „Ich werde doch auch mal glücklich sein dürfen.“ argumentierte er aus der defensive heraus, doch Pagol ließ nicht locker. Sie umrundeten ein Fuhrwerk. dass mit großen ovalen Fässern, die leer aus dem großen Gasthaus ‚Bei Mutter Travine‘ gerollt werden, beladen wird. Sieghelm holte tief Luft, ein Zeichen dafür, dass er wohl zu einer längeren Erklärung ansetzte. „Wir stehen kurz vor einer bedeutenden und großen Schlacht. Nicht so groß wie die vor fünf Götterläufen, aber trotzdem, groß. Fast fünftausend Söhne und Töchter Darpatiens lagern auf dem Mythraelsfeld vor den Toren der Stadt und fast genauso viele Heerschaaren des Dämonenkaiserreichs laufen rastlos auf uns zu. Sie werden wohl in kürze den Dergel überqueren und in bälde kommt es zur Schlacht. Wir werden einen nicht unerheblichen Anteil daran haben. Ich werde unser Halbregiment – unser eigenes – ins Feld führen und bis ins Zentrum des gegnerischen Heerwurms vorstoßen lassen um ein Ei … kein normales Ei … dorthin zu bringen um eine Art Entzauberung stattfinden zu lassen. Die letzten beiden Jahre waren … sehr ereignisreich und hätte man mir dies vor zwei Götterläufen gesagt, hätte ich gelacht.“ Inzwischen standen sie vor einer der Stadtkasernen, zwei müde Nachtwachen kurz vor Wachwechsel hingen dort vor dem Kasernentor. Da sie den Ordensgroßmeister nicht erkannten, machten sie auch keinerlei Anstalten Haltung anzunehmen. Vom Innern des Kasernenhofs her schallten gebrüllte Kommandos auf die Reichsstraße. Pagol, der den längeren Monolog seines Herrchens nutzte um sich an der steinernen Kasernenmauer zu erleichtern, schüttelte seine kurzen Beine und starrte Sieghelm dann wieder an. Einer der Wachen, erwachte aus seiner lethargischen Haltung als er mitbekam, dass sich der Dachshund an der Kasernenmauer erleichterte. Sofort versetzte er sich selbst in eine belehrendere Haltung und stiefelte wie ein Lehrer der seine Schüler beim Spicken erwischt hatte zu Sieghelm und Pagol herüber. Er musterte Sieghelm kurz von unten nach oben, doch außer einen großen kräftigen Mann in schwarzer Unterkleidung mit lächerlich vielen Nästelbändern konnte er nicht erblicken. „Entschuldigen Sie, ist das ihr Dachshund?“ frug der Gardist mit anklagender Stimme. Sieghelm blinzelte als er in seinem Gedanken unterbrochen wurde und sah zu dem Gardisten mit den dicken Tränensäcken. „Ja, gibt es ein Problem?“ Sieghelm stemmte die Fäuste in die Hüfte und reckte seine Brust. Er war etwas größer und viel kräftiger als die Torwache. Als der andere Gardist bemerkte, dass sein Wachkamerad entgegen jeglicher Vernunft kurz vor Wachwechsel plötzlich einen Anfall von praiotischem Ordnungswahn zu entwickeln schien, erschrak er und war für den nächsten Moment in seinem inneren moralischen Kampf gefangen der da hieß: Wachstube und Auffälligkeitsbericht schreiben oder … Bett. „Ja, denn ihr Hund hat gegen die Kasernenmauer gepisst – und streng genommen ist das …“ begann die Torwache anklagend. „Streng genommen hast du auch nicht nur den Hauch einer Ahnung mit wem du es hier zutun hast, Torwache.“ Das letzte Wort dehnte Sieghelm so in die länge dass es schmerzte, zudem klang es so, als würde er es ausspucken wollen. Während der eine Gardist noch immer in seinem inneren moralischen Konflikt gefangen war, und der andere gerade die höchst selbstzerstörerische ‚Wer seid ihr denn?‘-Frage stellen wollte, holte Sieghelm erneut tief Luft um der der Torwache vorweg zu kommen. „Ich bin Sieghelm Gilborn von Spichbrecher, Ordensgroß …“ den Rest kennt Ihr bereits und ich erspare ihn Euch. Springen wir zum letzten Teil: “ … und das ist Leutnant Pagol, und selbst dieser Dachshund steht im Rang über dir, wenn der Leutnant also gegen eure Kasernenmauer zu … urinieren … gedenkt, dann tut er dies nicht in der Absicht sie herabzuwürdigen, sondern um sie zu veredeln.“ Die andere Torwache hatte sich inzwischen für das ‚Bett‘ entschieden und war wie von Sumus Leib verschluckt. Das einzige was man noch hören konnte war das laute Schlucken des Gardisten. Mit fiepsend dünner Stimme brachte er dann abbrechend hervor: „Einen angenehmen Tag noch, euer edler Herr Reichsritter.“ „Euch auch, Torwache.“ entgegnete Sieghelm mit überspitzt freundlichem Ton, drehte sich um, schnalzte mit der Zunge und ging.

„Also Pagol, wo waren wir?“ Die beiden gingen weiter auf der belebten Reichsstraße und wurden von einer frischen Windböe erfasst. Pagol tapste neben seinem Herrn und blickte ihn wieder durchdringend an, denn noch immer war Sieghelm ihm eine Erklärung schuldig geblieben.

Entscheidungen formen die Zukunft

Einige Jahre später nach dem 13. Peraine 1027 n. BF

Der Blick Azinas, schwanger vor Erinnerungen, ruht einen Augenblick auf den erwartungsvollen Gesichtern ihrer Kinder. Vor ihrem inneren Augen sah sie jedoch die längst vergangenen Ereignisse vor sich, als wären sie erst gestern geschehen.

Wir lagerten in Wehrheim. Einen Tagesmarsch von uns entfernt walzte sich ein unendlicher Heerwurm durch das damalige Darpatien direkt auf uns zu. Eine Wolke, schwärzer noch als Rauch, gab den untoten Horden Schutz vor der Praiosscheibe: Rahastes, der Plagende, verdirbt das Land dort wohin sein Schatten fällt. Seine Nekromanten schänden die Gefallenen, die sich daraufhin dem Heer anschließen. Ganze Boronsanger wurden entweiht.

Ich weiß nicht mehr, wann uns die Erkenntnis einholte, dass Wehrheim verloren war. Ich selbst befürchtete es bereits beim Anblick des mehrgehörnten Dämons. Doch gab mir Dexters „Wunder“ Hoffnung. Rahastes konnte gebannt werden! Wir befahlen dem Großinquisitor der Feste Auralet, dass er uns das Plagenknäul aushändigen solle, damit Nemrods Wunder geschehen konnte.

Doch Bothor dylli Memnos träumte in der Nacht zum 13. Peraine 1027 n. BF erneut eine Zukunftsvision seines erwählten Gottes. Er sah, was Rahastes vor unseren Blicken verbarg: Er sah eine schwarze fliegende Festung. Um sie herum schwirrten Irrhalken, riesige Fledermäuse und sogar der schwarze Knochendrache. Er sah wie unser schwer angeschlagenes Heer neben Hügeln von faulenden Leibern furchtsam nach oben starrte.

Er sah, wie aus der fliegenden Feste ein dämonischer Wind entströmte, sah, wie die Reste unserer Truppen hinweggefegt wurde, sah wie Wehrheim in einem einzigen Atemstoß vernichtet wurde.

Als er erwachte, erstattete er Dexter Nemrod umgehend Bericht. Doch dieser wusste es. Er wusste was passieren wird! Er bezeichnete Wehrheim als Puffer für Gareth. Das stolze Wehrheim. Das ach so stolze Darpatien als Puffer für die Hauptstadt des Mittelreiches. Tausende werden sterben, um noch mehr tausend retten zu können.

Er bat Bothor und den Orden Stillschweigen zu bewahren.

Wie würdet ihr reagieren, würdet ihr so kurz vor der Schlacht solch eine Aussicht erhalten? Was tätet ihr in der knappen Zeit, die euch gegeben ist? Seid ihr blinde Helden oder seid ihr Menschen vom Schlage Dexter Nemrods, deren kühle Überlegenheit zwar viele Menschen retten könnte, aber zugleich vielen anderen den sicheren Tod bringen wird. Wer hat schon solch eine Wahl? Wir hatten sie!

Aber manchmal ist es besser, nichts zu wissen. Dann bleibt das Gewissen stumm.

Man reift jedoch auch nicht zur Legende.

___________________________

Azinas Erzählungen

Neueste Kommentare

Archiv