Ich bin nunmehr seit über einer Woche wieder in Khorestan und habe mich weiter darauf vorbereitet mich mit den Ferkinas auseinanderzusetzen und hoffe nach wie vor auf eine friedliche Koexistenz, wäre es doch höchst lohnenswert für mich Sie im Zweifelsfall nutzbringend einzusetzen. Auch das brauen der Heiltränke kommt gut vorran. Die Bibliothek ist nicht mehr ganz so karg bestückt, mittlerweile finden sich einige der von mir genutzten Bücher dort, darunter der Folianth der Kräuterkunde und die ersten drei Bände der Gespräche Rohals. Die Theorie der Wahrnehmung und Beobachtung, sowie der Tractus Septelementaricus und das Lexikon der Alchimie, samt dem Buch über die Stabzauber und die Entwicklung übernatürlicher Willenskraft und der Leitfaden des wandernden Adepten befinden sich noch in meinen Privatgemächern, bei einigen aus Studiengründen bei anderen, aus nunja anderen Gründen. Darüberhinaus habe ich einige Karten in die Bibliothek gelegt, und Assaf angewiesen nach Schriften über verschiedene Gebiete ausschau zu halten, wobei natürlich das AtP Prinzip gilt, Arkan trumpft Profan.
Heute, am 24. Hesinde 1026 n.B.F. ist es also endlich, soweit ich werde aufbrechen und diese wilden Verhandlungen mit den Ferkinas führen, aus zuverlässigen, wenn auch windigen, Quellen weiß ich in welche Richtung ich mich zu wenden habe, die Thaumatursome sind bereit und die dienstbaren Geister gebunden, die Kamele und Menschen sind ausgeruht und es sollte alles in den von mir erwarteten Parametern ablaufen, ich hatte ja mehr als genügend Zeit mich auf das zusammentreffen vorzubereiten.
Aber, wie es immer ist, wurde ich auch heute in meiner Muße unterbrochen als ich mit Mezzek meinem neuen Lehrling der Al’Cymia gerade dabei Mittel der Spagyrik zu brauen, er macht sich recht gut, flinke und geschickte Hände und wenn er sich anstrengt verfügt er auch über einen recht wachen Geist, in ein paar Götterläufen, oder nach ein paar Monden bei mir sollte er ein recht fähiger Alchimist sein, nachdem ich seinem Geist etwas auf die Sprünge geholfen hat, versteht sich. Mein treuer Wesir klopfte gerade an die Tür zu meinem, wie ich beschämend sagen muss, doch recht kargen Laboratorium, an um mir mitzuteilen das ein paar Individuen um eine Audienz baten, darunter eine alte Kräuterfrau und eine junge Söldnerin, später stießen noch die Hairane der drei großen Sippen Shirdars und Quadanagars hinzu. Bei der Beschreibung der Kräuterfrau hatte ich schon einen leichten Verdacht, immerhin habe ich es mittlerweile schon mit einigen Töchtern Satuarias zu tun gehabt, um sicher zu gehen, bzw. zumindest partiell sicher zu gehen, wies ich Assaf an die werte Azila saba Nassir, so der Name der alten Kräuterfrau, von dem Nachtwind begutachten zu lassen und mir anschließend mitzuteilen, wie dieser reagiert hätte. Ich begab mich in der Zwischenzeit in meinen Thronsaal und wartete. Assaf teilte mir später mit, das der Nachtwind außer sich war, ein gutes Zeichen für die Anwesenheit von Magie, in den kommenden Tagen, werde ich mir ihre Aura genauer beschauen. Wir unterhielten uns eine Weile, und sie bot mir ihre Dienste als Alchimistin an, nun ich zweifelte zwar etwas an ihren Möglichkeiten als kundige der Alchimie, zumindest in dem Bereich den ich unter Alchimie verstand, aber für die Spagyrik, auf welchem mein momentanes Hauptaugenmerk ruht, sollte es ausreichend. Während unseres Gespräches kamm es zu einem Zwischenfall in meinem Laboratorium in dem Mezzek gerade tätig war, Assaf wurde angewiesen sofort nachzusehen und Mezzek nach unten zu bringen, auch meine Wachen eilten zu meinem Laboratorium.
Mezzek und die Wachen tauchten kurze Zeit später auf, ersterer mit sichtlichen Spuren der Explosion, ich unterhielt mich zuerst mit ihm, er beteuerte mir das er nicht verstand was vorgefallen sei und das er sich an meine Anwesisungen hielt, nun ich vertraute ihm zwar, wies ihn jedoch darauf hin, das der Schaden natürlich von seinem Lohn, den er erst nach der Beendigung seiner Lehre bei mir erhalten würde, abgezogen würde, das sollte mir also für einige Götterläufe einen treuen und recht motivierten, zuverlässigen, Alchimisten geben, den Schaden würde ich kurzerhand in einigen Tagen wieder Rückgängig machen, lassen. Mezzek wurde angewiesen von der „Alchimistin“ Azila saba Nassir zu lernen, beide sollten sich auch oben umsehen um heraus zufinden, was genau vorgefallen sei, saba Nassir und meine Wenigkeit hatten uns schon vor Mezzeks erscheinen darüber unterhalten das es mit den Ingredenzien, mit denen er gearbeitet hatte, eigentlich nicht möglich war, oder zumindest sehr sehr unwahrscheinlich, das angerichtete zu vollführen.
Danach unterhielt ich mich kurz mit meinem Agha, der ebenfalls zu dem Tatort geeilt war, ich lies mir kurz seine Perspektive schildern und teilte ihm dann mit, das er doch bitte nach seine Wachen sehen möge, vor allem am Tor, ging ich doch davon aus, das nun niemand mehr am Tor Wache halten würde, eine Vorstellung die mir, vor allem in Kombination mit einer mehr als unwahrscheinlichen Explosion, nicht gefiel.
Danach wandte ich mich der anderen Dame zu, einer Söldnerin die nicht sprach, ihre Schriftkenntnisse müssten noch verbessert werden, wie ich fand, aber sie machte einen fähigen Eindruck und erschien mir bekannt, da ich auf lange Sicht mich gegen meine Söldner absichern muss und eine Söldnerin die nicht reden kann, bestimmt einiges interessantes mitbekommen wird, stellte ich sie ein. Sie fungierte ersteinmal als Leibwache für mich. Danach traten dann auch die Hairane mitsamt ihrer Begleitung ein, es wurde wieder das übliche gefordert, das ich mich doch um deren Belange kümmern söllte, was dachte die was ich die ganze Zeit mache, ich meine ja, ich würde mich lieber anderen Dingen hergeben und ernsthafte Forschung tätigen als die Probleme anderer Leute zu lösen, aber ich hatte die letzten Tage unermüdlich an der Lösung des Problems gearbeitet, mein Plan war Perfekt, wäre ich so töricht gewesen und hätte mich gleich um deren Ansinnen gekümmert, wer weiß was dann passiert wäre, man sollte meinen das Personen ihren Alters über mehr Verstand verfügten. Ich teilte ihnen so ruhig es mir möglich war, mit das ich heute aufbräche um ihre Leute zurückzuholen. Später gab es mal wieder eine Anfrage vom Harem, die haben auch nichts besseres zutun als mich mit ihren Nichtigkeiten zu stören, habe ich langsam das Gefühl…
Liliana, so der Name meiner neuen Leibwächterin, begleitete mich in die Reste meines Laboratoriums, der Schaden war wirklich fasznierend, für das was eigentlich zusammengemischt werden sollte, schnell stellte sich heraus das unter dem Gold noch einiges war, was dort nicht sein sollte, nicht sein konnte ich hatte das Gold in Khunchom einschmelzen lassen, es war also schlicht nicht möglich das diese Ablagerungen in dem Material eingeschlossen waren, mein Laboratorium wurde also sabotiert, meinem Lehrling wurde schwerer Schaden zugefügt und ein Teil meiner Ingredenzien, den ich erst vor ein paar Tagen habe ziehen lassen, wurde verbrannt, Liliana wies mich daraufhin, dass sie einen Diener gesehen hatte der sich nach dem „Unfall“ untypisch verhielt, ich wieß sie an mir diesen zu bringen, würde ich mich doch gerne mit ihm unterhalten wollen, da zu befürchten war, dass ihre Suche behindert werden würde, wenn sie nicht als in meinem Dienst ersichtlich war, ließ ich nach kurzem Nachdenken nach einem meiner Soldaten rufen, diesem wurde befohlen seinen Waffenrock an meine neue Leibwächterin auszuhändigen, er selbst sollte sich einen neuen holen. Liliana machte sich auch sogleich auf die Suche, fand jedoch nichts. Ich wies sie an sich an diesen zu erinnern und fragte Collega saba Nassir, ob sie sich in ihren Gedanken umsehen könnte und uns ein Abbild des gesuchten, „zaubern“ könnte, was sie auch, nach der Einnahme von zwei Phiolen, die verdächtig nach Schwarztee rochen, tat, der Gärtner fertigte ein schnelles Bild an und der Diener wurde gesucht, war jedoch nicht mehr aufzufinden. Da hier nichts mehr zu machen war, wurde Mezzek zum Studium in die Bibliothek geschickt, er sollte sich nocheinmal mit den ersten Kapiteln des Lexikons der Alchimie vertraut machen, ein paar Tage sollten dafür ausreichen, vielleicht etwas mehr, da er eine Abschrift anfertigen sollte, Collega saba Nassir sollte ihm behilflich sein und bei fragen die passenden Antworten geben, ein paar Diener wurden noch organisiert um ihre persönliche Habe herzubringen. In der Zwischenzeit waren die Reisevorbereitungen auch abgeschlossen und ich begab mich mit Liliana nach unten und wir begaben uns durch die Steppe zu dem Ferkinalager.
Unsere Gruppe bestand aus drei Kamelen, zwei dienten als Packtiere, auf dem letzten, oder ersten, ritt ich, der Agha begleitete mich mit vier seiner Soldaten, Liliana begleitete mich ebenfalls, sowie auch je ein getreuer eines der Hairane. Die Reise verlief unauffällig bis wir hinter der Ruine des ehemaligen Staudammes kammen, hm ich sollte mal nachsehen was ich noch mit dem Gestein anfangen könnte, für das eine oder andere Bauwerk sollte es wohl ausreichend sein, am besten wäre wohl das Gestein für den Rohbau der geplanten Ziegelei zu verwenden, sowie, nach den heutigen Erlebnissen, noch etwas von dem Gestein zu verwenden um ein Laboratorium außerhalb meiner Residenz zu errichten. Wir folgten dem Fluss hinauf in Richtung des Raschtullswalles bis wir auf der anderen Seite ein paar Ferkinas sahen, diese rannten von uns weg, wir folgten ihnen, nach einiger Zeit, wir waren in einem kleinen Tal angekommen, war es mir zu blöd, und ich rief meinen treuen Diener der Luft herbei uns den Weg zum Lager der Ferkinas zu weisen, was dieser auch tat.
Es dauerte eine Weile bis wir das Sippendorf, bestehend aus zwei bis drei Dutzend Zelten vorfanden, ich lies die Ferkinas wissen das ich mit ihnen zu verhandeln gedächte, doch diese Wilden verstanden uns nicht und wollten uns angreifen, ich holte den gebundenen Humusdschinn hervor und nutzte ihn primär als Dolmetscher, diese primitiven beschuldigten mich an irgendeinem Ungemach ihres Schamanen schuld zu sein, dabei hatte er wahrscheinlich nur was falsches gesehen oder so, oder sich an der falschen Stelle geschnitten. Ich versuchte sie so diplomatisch, wie möglich, unterstützt von meinen rationalen Gedankengängen, davon zu überreden das ich nur an friedlichen Verhandlungen interessiert sei, nachdem dies nicht auf fruchtbarem Boden fiel und sie meinen Dschinn angriffen, befahl ich diesem die Waffen von ihnen in Erde und Laub zu wandeln, dem gebundenen Erzdschinn von mir befahl ich ihre Waffen in Barren zu wandeln, was mir acht Barren Stahl einbrachte, vier davon schenkte ich dem Dschinn, der Luftdschinn aus dem Artefakt wurde angewiesen die Ferkinakrieger in einer Wand aus Luft einzukesseln, ich stellte es ihm frei, ihnen interessante Geschichten zu erzählen, damit ihnen nicht langweilig würde. Nachdem die Krieger somit aus dem Weg waren, setzten wir unseren Weg in Richtung des Lagers fort, die Rindviecher der Ferkinas wurden jedoch aggresiv, nunja ich überließ es dem Erzdschinn mit diesen zu spielen während zwei meiner Leute die Zelte nachden Frauen durchsuchten. Es dauerte zwar eine weile, aber die Frauen kammen langsam zu uns, zum schluss fehlten nur noch zwei der geraubten Frauen, nun gut 16 von 18 ist kein schlechter Schnitt für die Zeit, auch das Problem Azads wurde mir offenbar, nachdem dieser dazu gebracht werden konnte mich zu beehren. Es stellte sich heraus das er verflucht wurde, von einer Tochter Satuarias, zumindest nicht von Delia, wie ich feststellte, doch von wem sonst? Ihm wurde das Augenlicht genommen und er wurde mit einer Angst vor dem arkanen gestraft, letztere ließ sich durch mein diplomatisches vorgehen beheben, für erstere würde er eine Pilgerreise in die Stadt des Lichts nach Gareth machen müssen, bei seinem Verständnis der Zivilisation zweifelte ich doch daran ihn wieder zusehen, ich hielt es dennoch für das richtige seine Lage auf einem Stück Pergament zu schildern und ihm dieses mitzugeben, das sollte ihm den Weg, wenn er sich akzetabel verhielt doch erheblich leichter machen. Nachdem wir die Überreste der letzten beiden Frauen fanden wanden wir uns wieder gen Shirdar, hier war nichts mehr für uns zu machen, ich rief dem Winddschinn noch zu das er die Ferkinakrieger gerne noch mit dem Sagenzyklus um Assarbad den Magiermogul erfreuen könne, was er wohl auch tat. Die Rückreise war einigermaßen ereignislos, das Mädchen das auf meinem Kamel mitreitete, welches ziemlich verbissen war, vielleicht hatte es ihr dort ja gefallen (?), war das einzige was die Rückreise etwas unangenehm gestaltete, aber letzlich war das auch nur ein kleineres hindernis. Wir ritten später also in Shirdar ein und die Frauen wurden von ihren Sippen empfangen, im nachhinein denke ich es wäre besser gewesen, wenn ich neue Gewänder oben am Staudamm hätte bereit legen lassen, und die Frauen sich hätten ersteinmal reinigen lassen, vielleicht hätte man sich auch gleich um einige anderes was inzwischen vorgefallen war, kümmern sollen, danach wäre es sinnvoll gewesen in ein, vorher vorbereitetes Fest, das im Dorfzentrum aufgebaut werden sollen, einzureiten, naja beim nächsten Mal. Das Mädchen das mit mir mitritt, wurde von ihrer Familie nicht zurückgenommen und mir gegeben, nun ich werde in den nächsten Tagen wohl ihr Gedächtnis von den Erinnerungen an die Ferkinas befreien, es wird sich bestimmt noch eine Verwendung für sie finden lassen. Die Hairane waren nicht sonderlich glücklich, undankbares Pack, wenn es ihnen wichtig gewesen wäre, hätten sie mehr Initiave ergreifen sollen, ich habe ihnen schon vorher öfters mitgeteilt, dass ich mit anderen Angelgenheiten gebunden war, tut mir ja leid, das die Stabilität des Landes mir wichtig ist, soll ich beim nächsten Mal das Leben einiger weniger vorziehen und dadurch viele Gefährden?
Der Abend klang für mich auf meiner Residenz mit einem kleinen Fest aus, beim betrachten des Sternenhimmels kamm mir dann auch eine Idee, für die neue Uniform von Liliana, ich werde wohl noch ein paar andere einstellen müssen, oder ein paar Leute transferieren müssen, es wird wohl ersteinmal maximal nur eine Hand, aber nachder ersten Lieferung nach Khunchom sollten daraus schon fünf Hände werden.