Der geschwärzte Boden reißt auf. Ein Riss in Form eines großen Ringes, der sich um die Helden legt, hindert sie an der Flucht. Doch an Flucht denken sie nicht. Sie sind bereit für den Kampf. Den ersten direkten Kampf gegen den Vortex. Sollten sie hier siegreich sein, werden weitere folgen, bis der welthungrige Blutkaiser von seinem Vorhaben abrückt, sich diese Sphäre einzuverleiben.
Aus dem Riss entsteigt der erste gefallene Anker Rondras – Turnak’riin, der Seelenfresser – zusammen mit Irk’raan, der Dornenzunge, dem zweiten gefallenen Anker der Donnernden. Ihnen gegenüber, einen schützenden Kreis um den bewusstlosen Sieghelm, Junker von Hochstieg, Erwählter der Leuin, positionieren sich die Helden dieses Zeitalters: Mædnir der Bär, bewaffnet mit dem Dreizack Efferds und seinem großem Thorwalerschild. Seine Haut ist überzogen mit einer Schicht aus Muscheln und Algen und seine Haare ‚wehen‘ unterwassergleich über seinem angespannten Körper. Hinter ihm, steht Delia al Cumrat bân Rezzan, Hexe Satuarias, Erwählte der Rahja mit erhobenen Stab über Sieghelm. Ihr Blick verrät ihre Abscheu und doch ihre Liebe zum Leben. Und mit einem leuchtenden geschlossenen Buch in der Hand starrt Jane Peddersen, Erwählte der Hesinde, interessiert zu den beiden schwarzen Gestalten hinüber und wartet angespannt auf ihre Reaktion, bereit ihr Buch aufzuschlagen, während sich Azina saba Belima, Erwählte Firuns, grimmig und wütend über den schlimmen Verrat ihres ehemaligem Mitstreiters Tornado, mit einer dünnen, blassen, schimmernden Schicht aus Eis überzieht. Eiskristalle hängen vereinzelt in ihrem schwarzen Haar. Traviahold orangegewandeter Bruder von Travia und Sieghelm, bittet die Götter stumm um Beistand, während er einmal mehr erfolgreich um seine Fassung ringt. Vitus, Korporal von Hochstieg steht verunsichert Delia zur Seite. Igan, der geläuterte Teil von Irk’raan, der Dornenzunge, schaut furchtsam auf seine dunkle Seite. Er selbst hat eben erst zu den Göttern, zu Rahja, zu Delia, zurückgefunden, während sein Dunkles ich Rondra abtrünnig wurde und den es nun zu bekämpfen gilt. Sie alle umgibt, ihren unterschiedlichen Gefühlen zum Trotz, eine Aura der Entschlossenheit. Sie halten Ihre Waffen griffbereit, um Sieghelm – um Dere – zu verteidigen.
Einzig Adeptus Nehazet ibn Tulachim, Erwählter der Travia wider Willen, schickt sich an, auf die Entgegnung Turnak’riins „Wenn ihr euch ergebt, verspreche ich euch einen raschen Tod. Solltet ihr euch hingegen wehren werden ihr unendlich leiden!“ einen entspannten Dialog mit dem Finsteren zu führen. Denn so könnte ein kollegialer Austausch zwischen zwei Weltenwanderern doch interessantes Wissen zu Tage fördern. Schließlich hat es schon einmal nicht geklappt. Und auch diesmal ist ein Diener des Blutkaisers nicht gewillt mit den engagierten Magier zu sprechen: Mit einer wegfegenden Geste schleudert Turnaak’iin Nehazet an den hinteren Rand des Ringes.
Zeitgleich setzen sich die schwarzen Vortexwesen in Bewegung. „BEI SWAFSKARI!“ brüllt Mædnir und stürmt ihnen todesmutig entgegen. Igan folgt ihm nur zögerlich, während Jane längst ihr Buch geöffnet und auf Urtulamidia eine Lichtgestalt in Form einer jungen Tulamidin mit einem großen Doppelkhunchomer hinter den Gegner hat erscheinen lassen. Die ersten zwei Schläge vom Geist und von Mædnir treffen Turnak’riin ohne auch nur einen einzigen Schaden zu verursachen. Sein zweihändiges Schwert schwingt er schnell wie ein biegsames Rapier zwischen den Helden hin und her.
Azinas anfangs geworfener Speer ist ebenfalls an der schwarzen Rüstung funkensprühend abgeprallt ohne einen einzigen Finger einzudringen. Daraufhin ist sie unschlüssig, was zu tun ist. Wie kann das schreckliche Schicksal gewendet werden, wenn normale Angriffe wirkungslos verpuffen? Traviahold betet Travia an, sie möge ihm beistehen und sie und Sieghelm mit ihrem Schutz belegen. Azina und Vitus stimmen in das Gebet mit ein, unterstützen ihn. Unterdessen wirkt Delia den Zauber Satuarias Herrlichkeit und überstrahlt das Schlachtfeld mit ihrer lieblichen Präsenz. Sie pumpt ihre Kraft in Sieghelm und versucht die Feinde zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
Nehazet, entrüstet von der Feinde Unvernunft, beginnt in die Untiefen der Vortexmagie vorzustoßen. Seine Gedanken greifen nach der übermächtigen Präsenz der fremdartigen Zauberstruktur. Er beobachtet auch, wie sich Turnak’riin, blitzartig vor Sieghelm teleportiert. Nur mit magischem Blick ist eine Fokussierung der Matrix in seiner Umgebung kurz vor Ausübung des Zaubers zu erkennen. Der junge Adeptus versucht die verschiedenen Zauber zu imitieren. So schickt er den Seelenfresser zurück zu seinem Ursprungsort, wo er weiter von Janes Geist und von Mædnir beschäftigt wird. Doch sind Nehazets Tätigkeiten nicht unbemerkt geblieben. Denn Turnak’riin beginnt nun Nehazet in ein magisches Duell zu verwickeln. Er greift gedanklich nach ihm und entzieht ihm stückweise die Lebensenergie. Tulachims Sohn verlassen die körperlichen Kräfte, doch sein Geist ist stark und wehrt sich gegen den Andrang. Er begreift die Matrix des Zaubers und schafft es, ihn aufzuhalten. Erbittert tobt hier eine zweite Schlacht auf Leben und Tod parallel zur Physischen.
Igan sieht sich inzwischen allein seinem dunklen selbst gegenüber. Er schlägt sich wacker. Viele Schläge tauschen sie miteinander. Igan gelingt es Irk’raan am rechten Bein zu verletzen. Doch einige schnelle Hiebe später kippt der Schwertgeselle ohnmächtig nach hinten über und Irk’raan wendet sich Mædnir zu, der Zusehens in Bedrängnis gerät und bereits einige Fleischwunden hat hinnehmen müssen.
Delia beginnt unter dessen wieder mit der Reanimation von Sieghelm. Sie massiert ihm die, von der Folter angespannten, Muskeln. Ganz langsam kehrt die Farbe in sein Gesicht zurück. Er entspannt sich. Ist jedoch noch immer ohnmächtig.
Azina hat eine Idee nachdem sie die Umgebung mit ihrer zweiten Sicht untersucht hat: Sie rammt Firuns Speer in die Mitte des schwarz verseuchten Bodens und bittet Firun, den Gott des Winters und der Jagd, die unseelige Magie zurückzudrängen, den Boden zu läutern, die Feinde zu schwächen. Nach einigen stummen Gebeten und immenser Konzentration, muss sie jedoch feststellen, dass sich keinerlei Veränderung einstellt, dass sie scheitert. Geradezu verzweifelt, ersinnt sie einen neuen Plan: sie begibt sich in den Rücken Turnak’riins und versucht ihn ihren Speer unter die Rüstung zu schieben, um dort sein Fleisch zu verletzen und ihn zu behindern, während er noch mit Jane und Mædnir kämpft. Doch auch dies misslingt.
Traviahold hat sein Gebet inzwischen beendet und marschiert, strotzend vor karmaler Kraft, einen Bogen schlagend, auf Turnak’riin zu. Er ignoriert Irk’raan und umarmt Turnak’riin von hinten, wirft sein karmales Selbst auf den Seelenfresser. Doch die Dornenzunge zieht ihm zweimal das gezackte Schwert über den Rücken, sodass er blutend und besinnungslos zu Boden sackt.
Turnak’riin beachtet das Treiben in seinen Rücken nicht und schlägt mit einer heftigen Kombination auf Janes Geist ein. Jeder schwere Treffer schlägt sich direkt in ihren Gedanken nieder bis sie schließlich schwankt und ihr Hesindes Buch aus den Händen fällt. Der Geist verschwindet. Auch Mædnir kann sich kaum mehr länger gegen die zwei Vortexwesen erwehren. Die Helden sehen, was noch nie vorher geschah. Der mächtige Hüne von Torwaler geht in die Knie und hält nunmehr nur noch sein Schild gegen die Irk’raans Hiebe erhoben. Turnak’riin wendet sich der Botin Firuns hinter ihm zu. Diese aktiviert ihre letzten Reserven. Obwohl sie weiß, dass sie hoffnungslos unterlegen ist, ist sie nicht bereit sich abschlachten zu lassen. Vielleicht, ja nur vielleicht, wacht Sieghelm doch noch rechtzeitig auf, wenn sie ihn nur lange genug beschäftigen kann. Sie spürt förmlich, wie er sein Gesicht unter dem Helm zu einem bösartigen Grinsen verzerrt, als ihm der erste schwere Treffer gelingt, der ihr sie beinahe aus den Stiefeln wirft. Schmerz durchflutet trotz der Eisrüstung ihren geschundenen Körper. Sie weiß nicht, wie sie es geschafft hat, aber es gelingt ihr tatsächlich, die nächsten gewaltigen Schläge zu parieren, von denen sie weiß, dass sie ihr Leben vorzeitig beendet hätten. Sie taumelt unter dem trügerischem Triumpf als plötzlich aus der Ferne, vom Hügel her, eine kreischende Stimme ertönt:
„HEHEHE, DIES IST NICHT DEIN LAND! WARUM LEGST DU DICH NICHT MIT JEMANDEN VON DEINER MACHT AN, HEHEHE?“ Verhöhnt die alte Vettel Kohlhütten den Seelenfresser. Turnak’riin, meint nur, dass er das erledige, teleportiert sich aus dem Kreis heraus und schreitet gemächlich auf sie zu. Die Hexe schickt ihm kreischend einen mächtigen Strahl aus den schwarzen Raben entgegen, die zu hunderten an seiner Rüstung zerschellen. Sein Vormarsch wird dadurch deutlich verlangsamt.
Zwischen den Helden erscheint aus dem Nichts ein kleiner Kristall. Der Boden färbt sich unter Azinas geschlossenen Augen weiß. Die Magie Deres. So sieht sie also aus! Fantastisch! In die Helden kehrt die Kraft zurück. Sie richten sich auf. Sogar Igan und Traviahold erholen sich. Irk’raan schaut verunsichert in die Runde der Erwählten, die ihren entschlossenen Blick nun gemeinsam auf ihn richten. Sofort stürmen Mædnir und Janes Geist auf ihn los. Iran setzt an: „E-Er lebt nur durch mich. Wenn ich …“ Weiter kommt er nicht, denn da hat ihn Azina bereits an der Schulter herumgerissen. Sie starrt ihm fest in die Augen. „Los kämpfe! Nur du kannst ihn besiegen.“ Herrscht sie ihn an. „A-Aber ich habe mich von Rondra abgewandt.“ „Dann streite für die Rose. Für Delia!“ Hilfesuchend schaut Igan zu Delia. Diese entgegnet aufmunternd: „Igan, Kampf kann auch Tanz sein. Kämpfe nun!“ Neue Entschlossenheit flutet seinen Körper. Er bittet seine Kameraden, Irk’raan ihm zu überlassen. Nur widerwillig lassen Jane und Mædnir von ihm ab. Igan stellt sich. Die Helden bilden posend einen Halbkreis um die Beiden und wünschen Igan mehr als Erfolg.
In einem harten Schlagabtausch, dem Kampf zweier ebenbürtiger Gegner, gelingt es Igan seine dunkle Hälfte in Bedrängnis zu bringen. Er könnte zum finalen Schlag ausholen, breitet jedoch deutungsscher „Ich vergebe dir!“ sagend, die Arme aus und fängt sich einen kraftvollen Hieb tief in die Schulter ein. Irk’raan leuchtet auf einmal von innen heraus hell auf. Seine schwarze Schattenrüstung bläht sich unter dem hervorquellenden Licht. Schließlich sprengt das Licht die unselige Rüstung und lässt von Irk‘raan nichts als Asche, die vom sofort vom Wind erfasst und fortgeweht wird, übrig. Igan bricht zusammen. Sofort springen alle Helden auf ihn zu und beglückwünschen ihn. Azina ist als erstes bei ihm, drückt seine schwere Wunde zusammen und flüstert ihm unhörbar für die anderen zu. „Das hast du gut gemacht. Ich verzeihe dir!“ Als die anderen ihn erreichen verlässt sie die Szenerie und wendet sich Sieghelm zu, der nun unbewacht ist.
Als sie ihn erreicht beginnt er sich zu regen. „W-Was? Wo bin ich?“ fragt er schwach. „Sieghelm, du bist frei.“ Antwortet sie ihm. Sie kniet sich nieder und bettet seinen Kopf auf ihren Schoß. Seinen Kopf dreht sie in Richtung der Szenerie um Igan:
Sein Bruder und seine Freunde knien sorgenvoll bei einem schwer verletzten Mann innerhalb eines kreisförmigen Risses in seinem geliebten Land. Geradezu – vom Hügel herunter – marschiert ein dunkler schattenhafter grausamer Ritter ihnen entgegen. Unzählige Raben stoben in alle Himmelsrichtungen davon. In der Hand hält Schlächter den Kopf einer alten Frau, der Frau aus der lokalen Legende um die Vettel Kohlhütten. Jener so mächtigen Hexe, die ihnen eine zweite Chance gegeben hat. „Jedoch wirst du gleich kämpfen müssen.“
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Azinas Erinnerungen