

Sieghelm Gilborn
von Spichbrecher

Kalkarib
al’hashinnah

Adellinde
Peraine-Geweihte
„Hier, hier hab ich es gefunden.“ Die unangenehme Stimme des Leichenfledderers überschlug sich, als er mit seinen dreckigen Händen auf eine Stelle am Boden zeigte. Sie hatten mehr als eine Stunde gebraucht, um diesen Ort zu erreichen, der genau wie jede andere Stelle auf dem Schlachtfeld aussah. Der von Leichengeruch geschwängerte Nebel lag noch immer schwer auf dem Mythraelsfeld und hielt dieses fest in seinem Griff. Sie mussten über Berge aus Leichen steigen, um diesen, etwas im Firun gelegenen, Schlachtfeldabschnitt zu finden. Die zum Teil schon verfaulten Körper der zahllosen und zusammengewürfelten mittelländischen Truppen, die nun den aufgewühlten und nassen Boden des Feldes bedeckten, waren aufgebläht, zerrissen oder von Tieren und Ghulen bis zur Unkenntlichkeit zerfleddert worden. Da Sieghelm der einzige der Dreien war, der diesen Anblick kannte, fiel es Kalkarib und Adellinde schwerer als ihm, all diese Eindrücke zu verarbeiten und auszuhalten. Die Hüterin der Saat musste sich unterwegs zwei Mal übergeben. Kalkarib und Sieghelm räumten ihr die Zeit ein, sich danach wieder zu ordnen, doch es war ihr sichtbar unangenehm.
„Schaut her, da ist sie!“, krakelte der Mann erneut. Sieghelm stieg über eine breite Bodenfurche zu ihm herüber. Auf dem Boden, eingedrückt und von Schlamm bedeckt, lag eine Frau, die Sieghelm auf Anhieb erkannte, da er ihr Gesicht, obwohl es blutleer und zerkratzt war, in guter Erinnerung hatte. „Oh bei der Leuin“, hauchte er traurig. „I-Ich hab es dort von der Rüstung …“ „Schweig still!“, fuhr Sieghelm scharf mit bitterbösem Blick zwischen die Erklärung des Fledderers. „Geh herüber zur Geweihten, wir entscheiden später über dein Schicksal.“ Der bärtige Mann nickte so heftig, dass es aus seinem dreckigen und dichten Bart nur so rieselte. Sofort nahm er die Beine in die Hand und eilte zu Kalkarib und Adellinde herüber. Sieghelm kniete sich zu der Frau nieder, der Geruch von Tod stieg ihm deutlicher denn je in die Nase. Die Frau die dort lag war Lady Raulgard aus dem Hause Ochsenhaupt. Sie war eine landlose Ritterin am Hofe seines Vaters Parzalon und seines Großvaters Torion II. in Dettenhofen. Sieghelm erinnert sich noch gut an sie. Zwischen 17 und 21 Hal, bevor er in den Pagendienst bei Ritters Trautmann ging, lebte er noch am Dettenhofener Stammsitz. Lady Raulgard stand schon seinem Großvater beratend zur Seite und nach dessen Ableben 24 Hal dann seinem Vater. Sieghelm hatte sie als Kind immer bewundert. Anfangs für ihr beeindruckendes Schwert, einem Anderthalbhänder, das er sogar einmal halten durfte. Doch damals war er noch zu schwach, um es heben zu können. Ihre Worte klingen noch bis heute nach und er hörte sie nun erneut, als stünde sie wieder vor ihm: „Jeder Bauer kann ein Schwert halten, aber nur ein wahrer Krieger wird es zu führen wissen.“ Sieghelm musste häufig an diesen Satz denken. Während seiner Zeit bei Ritter Trautmann, aber auch während seiner Zeit an der Akademie der Feuerlilien in Rommilys. Er hatte Lady Raulgard ihr Schwert nie zum Kampf ziehen sehen, aber in seiner kindlichen Vorstellung, konnte sie anmutig und doch kraftvoll damit umgehen. „Was sagtet ihr?“, frug Adellinde, die plötzlich in einem respektvollen Abstand hinter dem Reichsritter stand. Sieghelm, der zuerst nicht wusste, dass er die Worte laut ausgesprochen hatte, blickte aus der Hocke zu Adellinde nach hinten und sie schloss dann zu ihm auf. Er begann dann zu erklären: „Ich kenne diese Frau, es ist Lady Raulgard vom Hofe meines Vaters. Sie muss in der Schlacht ganz dicht bei ihm gewesen sein, als sie fiel. Und ich …“, er machte eine kurze Atempause, „… musste nur an einen Leitspruch denken, den sie mir als Kind einst mitgab: ‚Jeder Bauer kann ein Schwert halten, aber nur ein wahrer Krieger wird es zu führen wissen.‘“ „Ein weiser Leitsatz“, entgegnete sie. „Mit eurer Erlaubnis, würde ich gerne einen Segen für eure Bekannte sprechen.“ Adellindes Stimme war zart und ihre großen blauen Augen tränten noch immer. Es fiel ihr sichtlich schwer, sich auf dem Schlachtfeld aufzuhalten und es gelang ihr gerade so, die Fassung zu bewahren. „Ja, bitte tut dies – sie hätte bestimmt Nichts dagegen.“ So stellte sich Adellinde an das Kopfende der Ritterin, konzentrierte sich kurz und sprach dann einen Peraine-Segen über der geschundenen Körper. Währenddessen suchte Sieghelm das umliegende Feld ab. Auch er rang für einen Moment mit den Tränen und wollte sich das nicht anmerken lassen. Wenn Lady Raulgard hier lag, würde das bedeuten, dass die Truppen seines Vaters hier gewesen sein müssen. Sie war stets an dessen Seite geblieben, da sie sich selbst wie eine Art Leibwächter gesehen hatte. Sie hatten also eine erste Spur aufgenommen, doch auf dem nebeligen Schlachtfeld schien es sehr schwierig, weitere Hinweise zu finden.
Eine lange Zeit suchten alle drei den Bereich um die tote Frau ab. Sieghelm hatte ihnen zuvor gesagt nach welchen Farben sie Ausschau halten sollten. Sie fanden zwei weitere tote Infanteristen in den Dettenhofener Farben, doch keinen Hinweis auf seinen Vater. Das Schlachtfeld war zu aufgewühlt, um anhand von Spuren deuten zu können, wohin sich sein Vater mit seinen Truppen bewegt haben könnte. Als sie begannen sich immer weiter voneinander zu entfernen, dass sie drohten sich im Nebel zu verlieren, wurde es Kalkarib irgendwann zu viel. „Das hat doch keinen Sinn!“, fluchte er im novadischen Akzent. Da er gerade irgendwo alleine im Nebel über einem Haufen Leichen stand, konnten die anderen nur seinen Fluch hören, ihn aber nicht sehen. Auch Leutnant Pagol suchte unermüdlich mit, doch zu viele fremde Gerüche lagen auf dem Feld, so dass auch seine Nase keine Fährte aufnehmen konnte. Mit resignierenden Blick stieß der Wüstensohn auf Sieghelm. „Alles spricht dafür, dass euer Vater – wenn er noch lebt – hier nicht gefallen ist. Doch wissen wir nicht in welche Richtung er weiter gezogen ist.“ „Er lebt noch, das spüre ich“, antwortete Sieghelm im barschen Ton und setzte fort: „Doch was wir brauchen, ist ein Zeichen, eine Spur, ein Wunder … irgendwas.“ Keinen Moment später sahen Kalkarib und Sieghelm den Rücken eines schmalen, ja fast schon dürren Mannes in langer feiner Robe und Turban auf dem Kopf, der gerade an ihnen vorbeirannte. Er eilte leichtfüßig über die Leichenberge hinweg, als wären sie nicht da und gerade als er drohte im Nebel zu verschwinden, sahen die beiden wie der dürren Gestalt etwas Grünes aus einer Umhängetasche purzelte und zu Boden fiel. Sieghelm und Kalkarib blickten sich einander verdattert an. Sieghelm rieb sich die Augen, als würde er phantasieren und Kalkarib vollführte eine bittende Geste zu Rastullah. „Hast du das auch gerade gesehen?“, frug Sieghelm. „Ja, und ich kann es kaum glauben.“ „Ich auch.“ Und danach sagten beide gleichzeitig: „Ich wusste gar nicht das Nehazet rennen kann!“ Es war tatsächlich Magister Nehazet, den sie beide gesehen hatten, oder zumindest bildeten sie sich das beide ein. Sie eilten sofort zu der Stelle, wo der angebliche Nehazet etwas verloren hatte und fanden dort, frisch fallen gelassen, ein am Boden liegendes handgroßes Blutblatt mit einem Zeichen darauf. Gerade als Kalkarib es hochheben wollte, unterbrach ihn Sieghelm: „Halt! Schau doch … ist das … ein Pfeil?“ Das auf dem am Boden liegenden Blutblatt, hatte eine rote Stelle in der Mitte, dass so aussah wie ein Pfeil. Sofort blickte Kalkarib durch den Nebel zur Praiosscheibe, um das Blutblatt und den Sonnenstand in Zusammenhang zu bringen „Er zeigt Richtung … wie ihr sagt … Firun.“ Euphorisch blickten sich die beiden jungen Männer einander an. „Ich weiß nicht, wie er es angestellt hat, aber wir müssen dem Magister wohl danken, wenn wir ihn wieder sehen“, sprach der Reichsritter und lächelte dabei breit. Mit einem anspornenden Klopfen auf des Wüstensohns Schulter fügte er noch an: „Komm mein Freund, wir haben unser Zeichen erhalten und kennen nun die Richtung.“
Mit Aufbruchsstimmung im Gesicht und Schwung im Körper stießen die beiden Männer wieder zu Adellinde, die die Pferde bei sich behielt und zusammen mit Pagol über den am Boden sitzenden und gefesselten Fledderer wachte. „Wir wissen wo es langgeht“, prahlte Sieghelm stolz, als hätte er selbst diese Erkenntnis gehabt, als er im Nebel vor Adellinde auftauchte. „Ähm, hervorragend. Es gibt noch etwas über das wir entscheiden müssen“, antwortete sie. Als Sieghelm die Zügel seines Pferdes in Empfang nahm, war er in eiliger Aufbruchsstimmung. „Achja? Das können wir auch unterwegs …“ Adellinde räusperte sich ungewöhnlich lange und lautstark, so dass auch Sieghelm es nicht überhören konnte. Er hatte über die Götterläufe hinweg gelernt, dass, wenn das jemand in seinem Umfeld tat, er besser seine aktuelle Handlung zügig einstellen und für einen kurzen Moment zuhören sollte. Sein Blick traf sich mit dem von Adellinde, die eine nickende Geste zu dem am Boden sitzenden Leichenfledderer machte. „Oh! Ja“, entfleuchte es ihm. Die Priesterin und der Reichsritter zogen sich dann zurück, um sich auszutauschen. Währenddessen blieb Kalkarib mit Pagol bei ihrem ‚Gefangenen‘. Der junge Wüstensohn konnte ein anfangs ruhiges und dann immer hitziger werdendes Gespräch beobachten. Aus der Entfernung sah es irgendwie bizarr und gleichzeitig komisch aus, da Sieghelm nicht nur zwei Köpfe größer war als die kleine Geweihte, sondern aufgrund seiner Statur und Rüstung auch noch zwei Mal so breit wie sie. Er musste an ein Märchen denken, dass Delia mal ihrem Sohn vorgelesen hatte, dass sie aus der Bibliothek des Magiers hatte. Eine horasische Geschichte mit dem Namen ‚Die Schöne und das Thier‘. Obwohl ihr körperlich in allen Belangen überlegen, zeigte Adellinde wie ‚die Schöne‘ in der Geschichte keine Spur davon, von ‚dem Thier‘ eingeschüchtert zu sein. Adellinde wich keinen Fingerbreit von ihrer Position, und das obwohl Sieghelm mit seinen großen und kräftigen Händen, die so groß waren wie Teller, sie mühelos hätte zerquetschen können. Sieghelm gestikulierte und fuchtelte herum, doch keine seiner Bewegungen kam ihr näher als eine Handbreit. Trotz seiner Wuchtigkeit schien es so, als hätte Adellinde eine unsichtbare und schützende Aura um sich, die ‚das Thier‘ nicht zu durchdringen vermochte. Adellinde jedoch konnte ohne Mühe in seine Aura eindringen, denn erneut legte sie während einer Tirade aus wilden Fuchteleien ihre zierlichen Zeigefinger auf seine Lippen und drückte sie mühelos zusammen. Er erstarrte in diesem Moment, sie sagte abschließend noch etwas zu ihm und verließ ihn dann, woraufhin ‚das Thier‘ mit hängenden Schultern hinterhertrottete. Als sie beide wieder bei Kalkarib ankamen, hatte Sieghelm wieder seine erhabene Haltung angenommen. Zusammen stellten sie sich dann vor den am Boden sitzenden Fledderer, den Adellinde im scharfen Ton aufforderte aufzustehen.
„Wir haben entschieden, wie du deine schändlichen Taten wiedergutmachen kannst“, verkündete die Geweihte einleitend und blickte dann zu Sieghelm, der einen Moment brauchte, um sich geistig zu sammeln. „Du hast den Zwölfen gefrevelt mit deiner Tat. Du hast von den Toten genommen, um dich selbst daran zu bereichern, doch du kannst deine Tat wiedergutmachen.“ Der bärtige Mann starrte abwechselnd die beiden ungläubig an, er hatte wohl eher mit einer Hinrichtung gerechnet. Dann fuhr Sieghelm fort: „Im Namen der Herrin Peraine, haben wir entschieden, dass du auf unserem Weg vom Schlachtfeld herunter, weiter die Symbole, Ketten, Ringe und Zeichen nimmst – jedoch unter Aufsicht der Geweihten – damit du es mit Anstand und Respekt tust. Du sollst die Last der Wertgegenstände spüren und dafür arbeiten sie zu tragen – so will es die Herrin Peraine. Wenn wir das Schlachtfeld verlassen, wirst du uns alle Gegenstände übergeben und wir werden sie an die Pferde binden um sie dann im nächsten Tempel abzugeben. Und du wirst, so du im Schweiße deines Angesichts ausreichend gearbeitet hast, von uns aus deiner Schuld entlassen und wirst zum nächsten Tempel gehen, um dort um Vergebung für deine Taten zu bitten.“ Mit den letzten Worten schaute Sieghelm wieder zur Priesterin. In seinem Augen lag ein fragenden Blick, der so viel sagte wie: ‚Habe ich etwas vergessen?‘ Doch Adellinde nickte zufrieden. „Das ist zu gütig, Herr!“, stotterte der bärtige Mann. Für einen kurzen Moment flammte in Sieghelm ein ‚JA ist es!‘ auf, doch die Hand von Adellinde, die ihn sanft am Oberarm berührte, hielt ihn zurück. „Ich danke euch, ich danke euch!“, wimmerte er glücklich, fiel auf die Knie und grabschte nach Sieghelms Stiefel, um diese zu küssen. „Dankt Peraine und bittet sie um Vergebung für eure Taten.“, intervenierte Adellinde und half ihm wieder auf die Beine. Mit Tränen in den Augen versprach er es ihr, während Sieghelm angewidert daran denken musste, wie sie mit ihren reinen und unschuldigen Händen nur diesen räudigen Taugenichts anfassen konnte.
Kurze Zeit später waren sie auf dem von Magister Nehazet gezeigten Weg. Adellinde überwachte, wie der Fledderer, der sich als Hagen aus Waldsend vorstellte, einen immer schwerer werdenden Sack voller Wertgegenstände füllte. Doch tat er dies augenscheinlich mit Freude und Glückseeligkeit. Sieghelm hinterfragte sich selbst, denn wäre es nach ihm gegangen, würde ‚Hagen‘ nun eine Hand fehlen. Er fragte sich, ob Adellinde vielleicht doch recht damit hatte, ihn zu verschonen. Er ertappte sich dabei, wie er sich ein ganz kleines bisschen wünschte, dass sie Unrecht behielt und er nach der ‚Entlassung‘ keinen Tempel aufsuchen und um Vergebung bitten würde. Denn Sieghelm meinte, dass er dann einfach zurück auf das Mythraelsfeld kehren wird, um seiner schändlichen Tat weiter nachzugehen. Doch würden sie es wohl nie erfahren, den ihre Queste führte sie in eine andere Richtung. Der Nebel begann sich etwas zu lichten und die Leichen wurden weniger. Gegen späten Nachmittag erreichten sie einen Waldesrand. Kahle, teils umgeknickte oder zerfetzte Kiefern, Föhren und Birken standen – oder eben nicht mehr – hier herum. Der Boden war nicht mehr ganz so aufgewühlt und der Leichengeruch ließ langsam nach. Inzwischen hatte Hagen einen Sack so groß, dass er gebückt gehen musste und sie alle etwas langsamer vorwärts kamen. Er keuchte und hustete, doch schien er angetrieben vom bloßen Überlebenswillen sehr motiviert zu sein. „Lasst uns hier noch einmal umsehen“, befahl Sieghelm in der Hoffnung, hier einen weiteren Hinweis finden zu können. Inzwischen waren sie so weit gen Firun gelaufen, dass sie hinter den zerfransten Baumwipfeln die Türme der Festung Auraleth sehen konnten, dem Stammsitz des Ordens vom Bannstrahl Praios‘. „Wir müssen uns etwa zwei Meilen im Firun von Wehrheim befinden“, merkte Sieghelm mit Blick auf die steinernen Türme an. Er fragte sich, ob die Bannstrahler sie noch halten und ob sein Vater dort Obhut gesucht hatte. Immerhin wäre es ein logischer Entschluss, sich hinter die sicheren Mauerringe der Festung zurückzuziehen. Während Adellinde bei Hagen blieb, suchten Kalkarib und Sieghelm getrennt voneinander vorsichtig die gelichteten Baumreihen nach Hinweisen ab.
Kalkarib, der noch immer etwas humpelte, da die Verletzung von vor zwei Nächten ihm etwas zu schaffen machte, folgte einer aufgewühlten Spur bis hinunter zu einem Flusslauf. Vorsichtig ließ er sich an den Bäumen den steilen Abhang hinab, um sich am Fluss etwas zu erfrischen. Zu seiner Überraschung war das Wasser des etwa acht Schritt breiten und flachen Flusses klar, so dass er sich sein Gesicht damit benetzte, um den Dreck des Schlachtfelds abzuspülen. Dann entdeckte er flussaufwärts etwas, das seine Aufmerksamkeit erhaschte. Er fand, verheddert in den tiefhängenden Ästen einer Kiefer, eine zerfetzte Standarte. Er erschrak kurz, als er sie sich näher betrachtete, denn sie war mit Blut benetzt und vermeintlich menschliche Eingeweide klebten daran. Doch er erkannte die Farben der Standarte, es waren die des Dettenhofener Siegels, wie sie Sieghelm ihm beschrieben hatte. Für Kalkarib hieß das, dass die die Truppen von Sieghelms Vater hier entlang gekommen sein müssen. Erfrischt vom Fluss und von dem Wissen über die verheißungsvolle Standarte, kletterte er wieder den steilen Abhang der Flussuferböschung hinauf. Er hielt sich an Wurzeln und Ästen fest, um sich hochzuziehen. Als er hinter einem Baum hervorkroch und sich hochzog, traf ihn plötzlich die Spitze eines Stiefels an der Schläfe. Er sackte besinnungslos zurück und fiel zwei Schritt tief auf den harten, wurzeldurchzogenen Boden der Flussuferböschung.


