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Aufbruch – Reise

Als die Pferde gesattelt waren und auch Ludevicos treuer Esel, da murmelte der andergastsche Händler der Gruppe zu: „Ich muss noch kurz etwas erledigen.“ Dann nahm er aus seiner Satteltasche eine hölzerne runde und längliche Schatulle heraus und verschwand damit zügigen Schrittes im Gasthaus. Dort angekommen, musste er sich erst ein wenig an die Dunkelheit gewöhnen, denn draußen hatte die Praiosscheibe den Hof in ein helles Licht getaucht, das trotz des kalten Wintertages etwas angenehme Wärme verbreitete. Hier drinnen spendete ein traviagefälliges Kaminfeuer wohlige Wärme; das war ihm auch wesentlich lieber. Im Gastraum befand sich, das bemerkte er, als sich die Stube von fast vollkommener Dunkelheit in ein Dämmerlicht verwandelte, nur noch Thalania, die ihn zunächst verwundert, dann freundlich anschaute. Sie öffnete den Mund, als wolle sie etwas sagen, doch Ludevico unterbrach sie gleich mit einem Kopfschütteln und lächelte ihr zu. Sie zuckte nur kurz mit den Schultern und fuhr fort, die Gaststube zu reinigen, nun, da der große Gästepulk, der sie ja nunmal waren, einmal das Haus verließ. Ludevico ging auf das Kaminfeuer zu, nachdem er sich sicher war, dass die Magd ihn nicht weiter beachtete. Er öffnete die Schatulle, holte raschelnd das Pergament, das er die Nacht zuvor so sorgfältig schrieb, heraus und ließ es ohne Zögern in die Flammen fallen. Es knisterte heftig, als die Flammen sich durch die trockene Schweinehaut fraßen. Er blieb noch ein wenig vorm Feuer stehen, sichergehend, dass auch der letzte Rest vom Schriftstück verbrannte und kehrte dann mit der leeren Schatulle nach draußen zurück. Die anderen schauten ihn erwartungsvoll an. Er meinte nur: „Wir können dann los.“

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Sie waren gerade ein paar Stunden unterwegs, es war ein wunderschöner Wintertag. Die Praiosscheibe schien, eine leichte Brise spielte mit Ludevicos unter seinem grauen Filzhut hervorschauendem Haar. Auf den Tannenspitzen glänzten von der Ferne einige zu Eis gefrorene Wassertropfen, sodass es schien, als funkelten die Sterne bei Tage. Ein Lächeln zauberte sich auf Ludevicos Gesicht, ließ sich von der Gruppe ein wenig zurückfallen und geriet ins Grübeln.

Ja, das waren so andere Gesellen, als die gekaufte Söldnergruppe, die sich kurz vor Hillhaus einfach so TROTZ BEZAHLUNG aus dem Staub machten und im Stich ließen. Einfach so nach dem Nachtlager verlassen worden bin ich. Die Pferde Hatten sie auch mitgenommen.  Der Gedanke daran lässt mich vor Wut fast bersten!  

Ein zarter Windhauch fegte ein wenig liegengebliebenen Schnee von einer Tanne direkt in seinen Nacken. Nach einigem Gefluche und Getöse befreite sich der Händler vom Übel, schüttelte sich kurz und besann sich wieder auf seine Gedanken.

Auch wenn mir der Almadaner viel zu voll mit Rondrastolz und praiotischer Rechtsauffassung war, so band ihn das doch allzu vorzüglich an mich. Er hatte sich als nützlicher Verbündeter erwiesen. Für einen Schwertgesellen war er erstaunlich gewieft und schien Kopf vor Herz durchs Leben zu gehen. Hoffen wir, dass, sollte das alles vorbei sein, sich eine Gelegenheit ergibt, ihn dauerhaft zu binden. Nützliche Leute sind hierzulande rar, so musste ich mit bedauern feststellen. Und von der handvoll nützlicher gibt es einen Finger voll zuverlässiger, die ihn nicht gleich bei der besten Gelegenheit verraten. Ja, Rondrigo hatte seinen Wert bewiesen.

Sie passierten eine kleine Furt, das Wasser sprudelte Gurgelnd und Glucksend über die Steine und streichte über die am Rand des Flusses hängenden Eisplatten, die noch dort hingen, scheinbar wartend, bis dass Taue oder der Fluss selbst sie mitrissen.

Ja, das ist ein regelrechtes Konzert! Ich sollte wohl öfters in der Natur unterwegs sein. Die Bäume natürlich, die so herrlich durch Peraines Gabe wuchsen, und sich dann ohne viel zutun in bares Gold verwandelten, haben natürlich ihren Nutzen. Doch der erholsame Effekt der baren Natur auf das Wohlbefinden? Hmmm, ob man das zu Geld machen kann? Ludevico holte ein Pergament aus der Satteltasche, kritzelte mit einem Griffel etwas darauf und verstaute das ganze wieder. Ich werde später darüber nachdenken. Kam nicht diese Hebamme irgendwo hier aus der Nähe? Ich muss sie bei Gelegenheit einmal fragen. Sie hat mich von allen am meisten überrascht. Ich dachte nicht, dass in einem – vor allem WEIBLICHEN – Wesen so viel Potenzial und Anmut steckt. Noch nie habe ich eine Frau so wahrgenommen. Erst Mutter, die nun ihre gerechte Strafe für ihr Handeln abbekam, dann Lysandra . Hach, Lysandra, warum musstest du mich so hintergehen? Nun gut, Jugendsünden. Aber Mara hatte dieses Bescheidene. Sie wollte mich nicht gleich kontrollieren, und sie war nicht an meinem Geld interessiert. Natürlich kann das auch eine ganz ausgephexte Sache sein. Aber ich kenne Menschen. Die meisten jedenfalls. Ich sah den plötzlichen Stolz in ihren Augen. Hatte sie etwa noch nie für Ihre vorzüglichen Leistungen Geld genommen? Ich habe ja die Auflistung gesehen. Ich kenne mich zwar mit den Preisen bei Heilern nicht so gut aus, doch es kam mir vor, als hätte sie mir einen großen Rabatt gegeben. Ich hätte es alles umsonst haben können. Der Verlust des Geldes schmerzt schon, doch mir kommt es vor, das sei es wert gewesen. In ihr hat sich ein Tor geöffnet. Vielleicht nur ein bisschen. Doch scheinen sich dahinter  für sie interessante Dinge zu befinden. Reitet und bewegt sie nun nicht anders? Mir kommt es vor, als sei sie um ein paar Finger gewachsen. Auf sein Gesicht zauberte sich erneut ein Lächeln. Er konnte mit seiner Arbeit hier zufrieden sein. Denn trotz der Verzögerung hatte ihn die Gesellschaft um einiges vorangebracht. Behindert hatte ihn nur Aimos, doch hoffentlich hat sich das jetzt gelegt. Hätte es sich wohl auch früher, wenn er ihm die Befreiung aus dem Elfendorf entlohnt hätte. Vergangen ist vergangen, den Blick sollte man in die Zukunft richten! Wenn Phex ihm hold ist, sehen sie sich über lang sowieso nicht wieder.

Hm zu dem Edlen aus Havena kann ich mir keine so rechte Meinung bilden. War er am Anfang noch voller Trauer und verständlicherweise abweisend, so legte sich das zunehmends. Sehr geliebt zu haben schien er ihn ja wohl nicht. Etwas sprunghaft und affektiert. Also mir ist das ja nichts, Männer miteinander. Ihm schauderte bei dem Gedanken. Aber sollen sie nur, solange sie mich nicht einbeziehen. Ich habe ja sogar zu dem Esel ein besseres Verhältnis als zu ihm. Ja, du hast mir gute Dienste geleistet, Grauer. Sollst auch in Winhall ordentlich viel Heu bekommen. Ich schaue, ob man sich um dich kümmert. Nicht einmal gebockt hast du. Und um dich wird sich ordentlich gekümmert!

Während sie weiterritten, veränderte sich die Landschaft unmerklich. Die noch vereinzelt herumstehenden Eichen wichen zunehmends den Tannen und hier und da sah man das Sonnenlicht, das sich an einzelnen Tümpeln brach, die in der Gegend verteilt waren. Der Tag war jedoch noch jung und Winhall weit. Ludevico ließ den Grauen wieder zur Gruppe aufschließen und suchte das Gespräch.

Am Rande des Rastullah-Bundes

Wie durch einen Schleier nahm Azina die Hochzeit wahr, obwohl sie als eine der wenigen Frauen keinen trägt. Sie hat keine Angst, der Braut die Show zu stehlen. Nicht hier. Nicht sie. Die eisblaue Klinge ihres weißen Runenspeeres ist sorgfältig mit einem Tuch verhüllt. Sie selbst trägt ein geborgtes schlichtes braun-weißes novadisches Kleid mit einigen wenigen Verzierungen. Ihre wahre charismatische Anmut offenbart sich nur, wenn sie sich in einer engen Lederrüstung elegant bewegt. Ihr Blick streng und stolz. Weich nur in Augenblicken der Schwäche oder der Unaufmerksamkeit. Ein kostbares Gut ihrer Mitreisenden.

Ihre derzeitige Sicht ist vergleichbar mit jener, die Kalkarib auf seine liebreizende Delia hinter dem Baldachin hat. Nur Schatten und Konturen. Nicht mehr. Nur eine Ahnung dessen, was er erwartet. Die Braut lässt sich Zeit, lässt ihn zappeln und warten. Er hält es kaum noch aus. Schweißperlen bilden sich auf seiner Stirn. Zu schnell, zu rasch ging alles. Zu reibungslos. Wo doch in den Monden zuvor solch Ungewissheit herrschte. Waren sie für einander bestimmt, oder nicht? Können sie die Prüfung bestehen und ihre kulturellen Unterschiede überwinden? Wie stark ist ihre Liebe? Oder war es nur heißes ungestilltes Verlangen? Er war ehrlich besorgt, wie sie ihre Entscheidung treffen wird. Die Sprunghaftigkeit seiner künftigen Frau ist ihm nur zu gut bekannt. „Blamier mich jetzt bloß nicht, meine kleine Scharte, sagt sein sorgenvoller Blick.

Azina bekommt von seinen Gefühlen nichts mit. Sie ist in ihren eigenen Gedanken versunken. Aber als Delia schließlich doch vor den Vorhang tritt umspielt ein zartes Lächeln ihr Gesicht, während der überwältigende Rest der Gesellschaft in stürmischen Jubel ausbricht. Die Leute drängen nach vorn, um ihnen beiden zu gratulieren. Braut und Bräutigam fallen sich in die Arme. Sie sind nun rechtmäßig Mann und Frau. Endlich.

Wie wird es jetzt weitergehen? Wird Delia weiter mit uns reisen? Ich hoffe es. Nicht nur, weil wir einen göttlichen Auftrag von höchster Bedeutung haben. Nein, auch möchte ich ihre Gegenwart nicht missen. Kalkarib zieht es bestimmt vor mit ihr hier sesshaft zu werden und eine Familie zu gründen. Aber das kann ich mir bei Delia nicht vorstellen. Sie wird einen Weg finden ihn zu überzeugen mit uns zu reisen. Schließlich ist sie eine Hexe. Auch wenn sie offenbar davon abgeschworen hat. Er wird auch lernen sich an Janes und meine Gegenwart zu gewöhnen. Lange wird er seine Feindseligkeit nicht aufrechterhalten können. Jane wird ihm schon zeigen, wo sein Platz ist. Notfalls wird er schlicht ignoriert. Das kann ich gut. Er ist nicht der erste Mann, der meint, mir was vorschreiben zu müssen. Damit ist Schluss!

Ich bin gespannt auf Darpatien. Sieghelm hat bisher kaum etwas davon erzählt. Vor ungefähr zwei Götterläufen bin ich schon einmal dort durchgereist. Es ist, als sei es schon eine Ewigkeit her. Mit ihm als Führer sollten sich viel mehr Eindrücke offenbaren, als bei meiner Flucht.

Die Bewegung der Menge erinnert sie daran, dass sie noch ein Geschenk zu übergeben hat. Ihr erstes selbst gegerbtes Fell. Von dem unglücklichen Hasen in Mathab mal abgesehen. Sie wartet bis sie an der Reihe ist. Wie immer.

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Azinas Gedanken

Weiter… immer weiter…

Die Helden verließen den Bargelterhof und zogen weiter gen Winhall. Von dort aus sollte es dann nach Nostria gehen. Mara, die junge Joborner Heilerin und Hebamme, hing auf dem Weg fort vom Hof ihren Gedanken nach. Was war alles passiert in der kurzen Zeit? Sie hatten Fabelwesen getroffen. Wassergeister, Troll und Kobold. Sie hatten eine Familie wieder zusammen geführt und trotzdem dafür gesorgt, dass der Kobold besänftigt war.

Tja doch was hatten sie verloren? Ihr Kind… Ihr kleine, liebes Goblinkins namens Kurgan. Sie hatte dieses Wesen in ihr Herz geschlossen. Doch die wahren Eltern, sein Volk verlangten es wieder. Für einige wenige Tage war sie Mutter. Mara hoffte dem Kind würde es gut ergehen.

Rondrigo hatte sie auch verloren… Er ertrug das Kind nicht. Das war für sie Grund genug nicht weiter mit ihm eine Partnerschaft zu führen. Wie könne er denn dann erst ein gemeinsames Kind ertragen? Es war zu spät darüber nach zu denken. Sie würde einen anderen Mann finden müssen.

Nun ja etwas Gutes blieb noch: Ludevico. Mara verstand sich immer besser mit diesem unbekannten. Er war es der es schaffte dass die Heilerin ihren Wert erkannte. Sie wusste nun was sie für ihre Dienste nehmen konnte und so würde sie ein angehmes und ehrliches Leben führen können.

Stolz erhobenen Hauptes schritt Mara voran. Dem Abenteuer und Vard’Han entgegen. Sie hatten versprochen ihn zu retten. Das waren sie Orestas schuldig. Was danach kommen mag war ohne Belang. Die Götter würden ihre Schritte schon leiten.

Ein Bund in El’Trutz

Am nächsten Morgen, mittlerweile war der 24.Firun 1026 BF angebrochen, verstaute ich ersteinmal den gehemnisvollen Brief, der mich gestern erreichte, ich nahm mir vor die einzige Person hier nach der Unterschrift des Briefes zu fragen, von der ich mir eine Antwort erhoffen konnte Isaria. Ich traf Isaria, so wie die anderen dann auch beim Frühstück, die ersten drei Buchstaben deuteten wohl auf einen gewissen Lechmin ai Battuhzen, ich konnte mich erinnern, oder eher in Delias Erinnerungen fand ich ein Gesicht zu dem Namen, ein alter Tulamide, grauhaarig, mit einzelnen Strähnen weißen Haares, tiefen grauen Augen, der wohl immer mal wieder Kräuter aufkaufte und verkaufte in dem Dorf, irgendwas kam mir an ihm seltsam vor, so als hätte ich das Gesicht schon mal gesehen, aber ganz einordnen konnte ich es nicht. Weiterhin bemühte ich mich darum den wahren Namen des Dämons Liv zu entschlüsseln, das hätte ich eigentlich gestern gemacht, aber der Exorcismus zerrte doch stark an meinen Kräften, trotz der Tatsache das die Residualstrahlung der Matrix der Heptasphärischen Wesenheit schon stark zerfallen war, gelang es mir, selbstverständlich, den Wahren Namen zu extrahieren, doch, natürlich, wurde ich wieder gestört. Als wäre es zuviel verlangt etwas Ruhe und Einsamkeit haben zu wollen, na wartet das werde ich nicht vergessen, ich werde meine Rache bekommen. Moment, Rache, ach an die Erinnerungen muss ich mich noch gewöhnen, so ein Spielball seiner Emotionen zu sein, das erscheint mir ungesund, wobei ich nicht leugnen kann, das es interessant war, zu erfahren, inwiefern sich das aufwachsen von zwei Individuen doch auf solch fundamentaler weise unterscheiden kann, wobei es auch vieles gibt, woran ich mich lieber nicht erinnert hätte. Beispielsweise Delias Besuch im Levthans Tempel in Fasar, das Gefühl des ausgeliefert sein in der Al’Achami in Fasar und einiges mehr. Auf jeden fall, werfen die Erinnerungen noch einmal ein ganz neues Licht auf meine Beziehung mit Zafia und auch Möglichkeiten der Verarbeitung der gleichen, sind mir durch die Erinnerung gegeben. Heute war auch der Tag an dem wir nach El’Trutz aufbrachen, auch bemerkenswert, ich werde in meinen Angelegenheiten gestört, komme nicht dazu meine Vorbereitungen anzuschließen und die anderen, bis auf Collega Peddersen/Jane, stehen nur in der Gegend herum, anstatt mit der Truhe zu helfen. Es war nicht, ausschließlich, mein Wunsch hier zu sein. Der Rückweg, war etwas verkürzt, führte der Ausgang des Dorfes doch auf die Zedernstraße, zwischen El’Trutz und Naggilah. Noch so etwas was ich mir anderweitig genauer besehen hätte, die Verhehlung und anderes des Dorfes, nun gut ich kann ja jederzeit mittels meiner Möglichkeiten zurück reisen. Kalkarib erzählte dann auch noch viel über die Sitten und Gebräuche bei einer novadischen Hochzeit, die Sachen die er wegließ fügte ich rasch hinzu, immerhin erinnerte ich mich an die Lektionen Alhinas, wie als wäre ich selbst anwesend gewesen. Am Abend/Nacht erreichten wir die Karawanserei, bzw. die Stadt, die Tore waren verschlossen, wiedermal, sollte das nochmal vorfallen, so weiß ich nicht was beim nächsten Mal passieren wird, es kommt ganz darauf an, wie ich dann gerade drauf bin, aber ich habe das Gefühl es wird den Bewohnern der Siedlung weitaus weniger Freude bereiten, als mir…

Nach einigem hin- und her öffnete eine der Karawansereiwachen, auch wenn etwas nachgeholfen werden musste, auch das Tor der Karawanserei. Isaria und Melekhelm waren schon anwesend, Melekhelm an den ich mich erinnern konnte, auch ohne ihn je getroffen zu haben, war gerade in einer Partie rote und weiße Kamele vertieft. Ich setzte mich zu ihm und sah dem Spiel zu, nachdem wir uns kurz vorgestellt hatten, nachdem Spiel redeten wir noch kurz etwas. Ich nutzte die verbliebene Zeit um einen Brief nach Khorestan aufzusetzen, unter anderem wieß ich an, das eine kleine Delegation nach El’Trutz geschickt werden würde, das eine Nachricht nach Khunchom geschickt werden solle, um Ali und Sasali auf den Weg zu schicken, laut Delias Erinnerungen schienen Sie für Sie wichtig zu sein.

25. Firun 1026 BF. Meine Delegation traf heute ein, ebenso trafen später auch Ali und Sasali ein, weitere Töchter Satuarias trafen auch ein. Ein Thaumatursom für Delia wurde noch gefertigt, wozu es mir wohl heute ohne die Hilfe der Töchter Satuarias an Kraft gemangelt hätte, von Spichbrecher/der Hauptmann, wünschte sich ein Artefakt das einen Geist beschwört, der ihn warnen möge, wenn Delia in Gefahr schwebt, nun ich habe das sinnvoller abgewandelt, in dem ich einen Cantus zur Herbeirufung eines Elementars der Luft einwob, gut ich weiß ihr wäre ein „niedlicher“ kleiner Elementar des Erzes lieber, dieser wäre jedoch nicht zielführend gewesen für die Aufgabe. Ich selbst werde ihr wohl unter anderem eine Bastmatte, mitsamt Teppich-äh-Hülle schenken, so das sie einen fliegenden Teppich imitieren kann, nachdem sie ihren Stab verbrannte, ich war ja am überlegen ob ich diesen wieder herstellen sollte, aber meine Kräfte waren zu erschöpft und ganz sicher ob es mir gelungen wäre war ich auch nicht. Am Abend sprachen wir noch lange über die verschiedensten philosophischen Sachverhalte und auch Handelsbeziehungen wurden geknüpft oder zumindest angeregt.

26. Firun 1026 BF. Tag des Bundes, geprägt von dem Fest, das herausragendste dürfte Delia gewesen sein, die sich selbst verzaubert hatte, um sich attraktiver zu machen. Das dies in einer Katastrophe hätte enden können, daran hatte Delia wohl nicht gedacht, ein Verführungszauber, während einer Bundschließung, wirklich eine tolle Idee, ist ja nicht so als hätte es hier nicht einen Haufen Unbekannter gegeben, die Sie noch nie gesehen haben, das je nach Familienstruktur, Zwist sich daraus ergeben könnte, und ihr Personen hätten verfallen können, die Sie zum ersten mal erblickten, wirklich eine unverantwortliche Nutzung ihrer Kräfte, ich bin nur froh das es zu keinem Eklat durch die anderen kamm, ich selbst war durch meine Trauer und meine Neugier abgelenkt genug, dazu erscheint mir Delia durch ihre Erinnerung auch eher als Familienmitglied, den als begehrenswerte Frau,, zumal ich mich ja auch daran erinnern konnte, was normalerweise danach folgte, wenn ich so aan Jallal, den Levthanstempel oder die Ferkinas denke, ob Zafia wohl ähnliches gemacht hat? Davon abgesehn war der Tag vor allem von Speis und Trank dominiert, es wurden die traditionellen Speisen die zu erwarten waren gereicht. Später wurden die Geschenke übergeben, ein paar Ideen die ich noch hatte, werde ich wohl erst später umsetzen können. Demnächst werde ich wohl ein paar Dokumente für die Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis zusammensuchen, immerhin kann ich Informationen zu einem neuen Dämon geben. Das Wissen über die Töchter Satuarias, werde ich wohl für mich behalten, immerhin kann ich mich noch genau daran erinnern, wie mich Mutter lehrte, welches Wissen ich weitergeben darf und welches nicht, verdammte Erinnerungen, das wird schwerer als ich erwartet hätte mich daran zu gewöhnen, nunja auf die Art und Weise dürfte es mir wahrscheinlich beser gelingen mehr über die Töchter Satuarias zu erfahren.

 

Zur gleichen Zeit auf dem Fest:

Nicht nur Isaria und die anderen Mitglieder des Zirkels der linken Hand, abgesehen von Emerbeth, waren anwesend, auch ein paar weitere Leute, die nicht, direkt, geladen waren, erschienen. Hielten sich jedoch im Hintergrund, was zumindest bei einer der Damen eher selten der Fall ist, aber eventuell tat sie dies nur, um zu sehen wie ihre Großnichte agiert, ist es doch schon ein paar Jahrzehnte her das Sie Delia das letzte mal sah. Die anderen beiden hielten sich aus anderen Gründen zurück, doch dazu später mehr. Endora, so der Name der Großtante in frage, welche Delia vor vielleicht 50 Götterläufen das letzte mal sah, als Sie in Gareth besucht wurde. Gewisse Ähnlichkeiten in dem Verhalten zwischen Großtante und Großnichte waren schon gegeben, beide zeigten gewisse felide Verhaltensweisen, zumindest hätten dies wohl einige, gut vermutlich eher drei, Personen aus der Festgesellschaft angemerkt.

Die anderen beiden waren Lechmin und Alyssia, die vor einem kleineren Ball noch schnell diesen, für Delia, besonderen Moment erleben wollten, und zumindest Lechmin wollte noch einen Holzanhänger von Isaria abholen.

Interessante Charaktere in Khorestan

Rot steht für Rastullahglaube – Grün für Zwölfgötterpantheon. Assaf ist die Ausnahme, er passt sich je nach Herrscher an.

 

Charaktere aus der Bevölkerung

 

  • Hairan Fthaihif al’Karimaz ay Quadanag (Familienoberhaupt der Rezzani’s, Wohnsitz in Quadanagar [ca. 50 Personen]) – Claus
  • Hairan Achtev al’Rashid ben Shafir (Familienoberhaupt der Benayman’s, Wohnsitz in Shirdar [ca. 70 Personen]) – Christian
  • Hairan Mordai sâl Maharbal al’Kira (Familienoberhaupt der Maharbal’s, Wohnsitz in Shirdar [ca. 40 Personen]) – Jörn
  • Alam Seyshaban ben Cherek bân Rezzan (Pergamenthändler aus Quadanagar) – Jörn
  • Saiman al’Kolbîr (Besitzer des Gasthauses „Schnabelschuh“ in Quadanagar) – Claus
  • Tuluf ibn Harun (Bruder des verstorbenen Emir Gulbad – derzeitig im Kerker) – Christian
  • Sahib Abdul ibn Khabla (Besitzer der Karawanserei in Shirdar) – Aaron
  • Peribeth Abdulsunni (Älteste Tochter des Karawansereibesitzers in Shirdar, rotes Haar von einer Sklavin aus dem Bornland) – Aaron
  • Hexe aus Quadanagar – Claus
  • Beni Erkin – Christian
  • restliche Bevölkerung Shirdars und Quadanagar – Christian

 

 

Charaktere des Militärs

 

  • Agha Jedrech al’Kebîr ben Nareb (Hauptmann der Garde und Anführer des Militärs in Khorestan) – Aaron
  • Beybashar Aytan ben Rafid (Leutnant der Garde und Anführer der Dschadra (10 Mann) in Quadanagar) – Aaron
  • Söldnerin Liliana (Stumme Söldnerin, reist oft mit Karawanen auf der Zedernstraße) – Aaron

 

Charaktere der Hofstaates

 

  • Wesir Assaf al’Fesari (Alter & Neuer Palastwesir [Kämmerer]) – Jörn
  • Gärtner Halef ben Achmed bân Benayman (Frisch eingestellter Hofgärtner zur Aufzucht von Heilpflanzen) – Chrisitan
  • Haremsälteste Abrizah al’Azila (die Wildrose) – 27 Jahre – Claus
  • Haremsweib Isha az-Zahra (die Blume) – 25 Jahre – Claus
  • Haremsweib Nedime ash-Shabra (die Glänzende) – 19 Jahre – Claus
  • Haremsweib Renahban saba-es-Sulef (Tochter des Liebreizes) – 16 Jahre – Claus
  • 2 Lehrlinge Nehazets aus der Bevölkerung – Aaron
  • 1 Lehrling von Außerhalb – Christian

 

Charaktere der Ferkinas

  • Azad, StammesschamaneJörn
  • Krieger der Ferkinas – Christian

 

Mögliche Antagonisten

  • Jalif ibn Mhanach (Letzter Nachkomme von Emir Mhanach ibn Yerdawan [6 Jahre alt]) – Jörn
  • Laila Abda’l Mayy (Mutter des Sechsjährigen und ehemalige erste Shanja von Emir Mhanach ibn Yerdawan) – Jörn

 

Es sind natürlich noch wesentlich mehr Charaktere möglich. Ihr könnt euch gerne noch weitere ausdenken. Sprecht euch da am besten mal mit Jan ab. Schaut ansonsten einfach mal auf die Khorestan-Seite oder verfolgt den Briefwechsel von Assaf und Nehazet um euch Ideen zu holen

Eine andere Geschichte – Teil II

Maednir„Was treibt zwei Nordmänner an, das Fürstentum Darpatien zu bereisen?“ die belanglose Frage des Wirts war weniger aus echtem Interesse heraus, als vielmehr von dem Bedürfnis ein freundlicher – und vor allem traviagefälliger – Gastgeber zu sein gestellt worden. Zwei Thorwaler, gehüllt in zahlreichen, sich überlappenden Schichten aus dicken Wollstoffen, wolligen verfilzten Tierfellen und wehrhaften – rau bearbeiteten – Plattenteilen saßen sich an einem langen Holztisch gegenüber, an dessen Stirnende ein rundbäuchiger Wirt stand. Dem Wirt viel es schwer zu erkennen wo die lange Behaarung der zwei Männer endete, und wo die Bekleidung begann, beinahe hätte er die Stadtwache gerufen, als diese zwei – ganz nach Banditengesindel aussehenden – stämmigen Männer seine Wirtschaft betreten hatten. Ihre, ihrem Aussehen trotzendem, ruhige und gelassene Art – veranlasste ihn jedoch dazu sie als gut zahlende Kunden einzuschätzen. Der Unterschied zwischen marodierenden Räubern und gut zahlenden Gästen ist hin- und wieder kaum erkennbar. „Wiä sönd äuf de‘ Weg zu äna Pilgaräise, Herr Wirt.“ antwortete Árngrimr, der Huscarl des älteren in seinem besten Garethi. Der Besitzer des Gasthofes musste sich ein schmunzeln verkneifen, als er die lustig klingende Mundart des breitschultrigen Mannes vernahm. „Pilgerreise, ja? Na möge Aves euch begleiten, meine Herren – und Willkommen im stolzen Darpatien, dem arbeitsamen Bullen des Mittelreichs, falls euch noch niemand willkommen geheißen hat. was darf es denn sein?“ Ein verging ein Moment, die zwei Thorwaler sahen sich lediglich gegenseitig an als ob sie in der lage waren mittels Kraft Ihrer Gedanken miteinander zu kommunizieren. „Zwä Vollbiä.“ war dann die bloße Antwort des Huscarls. „Kommt sofort.“ und mit diesen Worten verschwand der Wirt.

Es verstrich wieder etwas Zeit, Mӕdnir Hasgarsson fingerte Gedankenversunken an einem etwas mehr als Dukatengroßen, permuttfarbenen Amulett herum, welches er in seinen Händen offen hin und her gleiten ließ. Seine rauen Finger strichen dabei immer wieder über das eingravierte Symbol, welches darauf zu sehen war. Árngrimr sah seinem Thanen dabei zu, schon seit mehreren Nächten spielt sein Herr mit diesem Ding herum, er hatte jedoch noch nicht die richtigen Worte gefunden ihn danach zu fragen. Im Thorwalschen Pantheon, war das Symbol, welches auf diesem Amulett zu sehen war, eine wesenlose elementare Gottheit des Meeres und Teil der Schöpfungslehre. Für Árngimrs war es also weder etwas unbekanntes, noch etwas frevelhaftes es bei sich zu tragen. Mӕdnir war, so wie Árngimr ein erfahrener Seemann, wieso sollte er also nicht das Symbol des Meeresgottes bei sich tragen? Dennoch – irgendwas war an diesem Ding, was Árngimr nicht gefiel. Er hatte dieses Amulett bis vor wenigen Sonnenaufgängen noch nie bei seinem Herrn gesehen – und er hätte sich mit Sicherheit daran erinnert wenn er es auch irgendeinem Markt oder bei einem Kiepenkerl erworben hätte. Immerhin war er Mӕdnirs erster Thinskari, und wich somit nie von dessen Seite – es sei denn er wollte es so. Árngimr dachte über eine Verbindung nach, die dieses Amulett eventuell mit den immer weniger werdenden Gebeten zu Swafnir haben könnte.

„Stellt eure Frage, Huscarl.“ brummte es aus Mӕdnirs Bart plötzlich heraus. Árngimr zögerte. Seine Ausbildung und sein Trygdar-Eider hinderten ihn daran seinem Thanen gegenüber neugierig zu sein. „Verzeiht, mein Thane – ich spüre wie mir Frenjara’s eisiger Atem bis ins Mark bläst wenn ich euch mit eurem Amulett herumspielen sehe.“ Unter dem Bart des älteren Thorwalers hätte man ein kurzen lächeln sehen können, wenn der Bart nicht so Dicht gewesen wäre. „Ihr erwähnt den eiskalten Wind der Weisheit, der von den Nivesenlanden her kommt und frostig über das Meer der sieben Winde weht.“ antwortet Mӕdnir mit bedeutungsschwangerer Stimme. „Ich beneide euch, Árngimr – ich wünschte auch ich könnte ihn spüren. Denn trüge Frenjara die Weisheit mit sich nach der ich suche, dann wäre ich bereits am Ziel meiner Reise.“ Die kryptische Antwort seines Herrn verwirrte den Huscarl, nur leicht ließ er den Kopf senken – kaum sichtbar – doch Mӕdnir wußte die sparsame Gestik seines ergebenen und langjährigen Waffenbruders inzwischen gut zu deuten. „Ich weiß dass es unnötig ist es zu erwähnen, denn ihr seid nicht nur mein Huscarl, sondern auch mein erster Thinskari – und mein Freund.“ Und mit diesen Worten blickte Mӕdnir Árngrimr direkt in die Augen „Du mußt mir vertrauen, Árngimr! Efferd hat zu mir gesprochen – zuerst dachte ich es wäre der Wächter über Land und Meer, unser Herr über Leben und Tod , der Herr Firun der zu mir sprach – doch es war Efferd, und er war mehr als nur eine wesenlose Gottheit, Árngrimr – ich weiß das mag nach Hranngar’schem Gerede klingen in deinen Ohren, doch ich sage dir – so leibhaftig wie Swafnir in uns allen ist und wir ihn bei jeder Welle die gegen den Rumpf unserer Otta schlägt spüren, so leibhaftig hab ich Efferd gespürt, er ist hier … hier bei mir. Und er wacht über mich.“ Mit diesen Worten krachten zwei überschäumende Bierhumpen auf den Tisch zwischen die beiden Männer. „Zwei Vollbier, wohl bekomms‘!“ tönt der Wirt und lässt die zwei auch schon wieder alleine, ohne zu wissen dass er eben in ein eine Offenbarung hineingeplatzt war. „Ah, endlich!“ platzt es auch Mӕdnir heraus, der sein Ansprache im Angesicht des Biers vergessen zu haben scheint und es sofort zu seiner trockenen Kehle führt. Árngrimr hingegen war fassungslos. Er musste sich dazu zwingen ebenfalls zu dem Bierhumpen zu greifen. Er traute seinen Ohren kaum, ich hatte mit vielem gerechnet, doch nicht damit. Andere wären jetzt vor Fassungslosigkeit von der Bank gefallen oder hätten sich in einer Glaubensdiskussion ergossen, doch nicht Árngrimr – der treue Huscarl Mӕdnir Hasgarssons. Er würde nicht seinen Eid brechen, selbst wenn er seinem Herrn dafür auf den Grund des Meeres folgen musste.

Was die beiden Thorwaler nicht mitbekommen hatten, war ein weiterer Mann – ein Mittelländer, der zwei Tische weiter saß. Er hatte langes, zu einem Topf gebundenes braunes Haar, einen gepflegten Oberlippenbart und ein wehrhafte und blankpolierte leichte Plattenrüstung schützte seinen agilen Körper. Nur zufällig hatte er das Gespräch der beiden Thorwaler mitbekommen. Er konnte Thorwalsch, und da keine anderen Gäste anwesend waren, vernahm er das Gespräch der beiden Ausländer recht klar. Zuerst interessierte ihm das Gefasel der beiden nicht, doch irgendwann wurde er hellhörig. Spätestens beim Anblick des permuttfarbenen Amuletts gingen die Finger des jungen Schwertgesellen zu seinem Hals, an dessen Stelle einst etwas ähnliches baumelte. Ein Amulett aus Eisen, welches dort nun schon seit längerem fehlte. „Darf es für euch noch etwas sein, Herr Bodiak?“ wollte der Wirt wissen. „Für mich noch ein Bier, bitte – Herr Wirt – und noch zwei weitere für diese beiden Herren dort drüben, ich bin in Stimmung zwei geschätzte Freunde des Waffenganges auf ein Bier einzuladen.“ antworte der Schwertgeselle mit lächelnd freundlicher Miene.

(Anm.d.Autors: Ich habe den Vornamen von „Áarngrimr“ in „Árngrimr“ geändert, es ist noch die selbe Person, nur diesmal ist die Schreibweise korrekter.)

Eine andere Geschichte

Arngrim„Wie nennt man diesen Ort?“ erkundigte sich eine tiefe und raue Stimme. „Die Bauern sagen, man nennt ihn Hartsteen, mein Thane.“ antwortete der andere, etwas jüngere der Beiden. „Hartsteen.“ hauchte der erste, und blickte dabei von dem schaukelnden Wagen hinaus in die Weite des Landes wo am Horizont die rot geziegelten Dächer einer mittelländischen Stadt zu sehen waren. „Dann ist es nicht mehr weit, mein Freund.“ der jüngere schwieg. Das Ziel ihrer Reise war bald erreicht. Die zwei großgewachsenen Männer hatten eine weite Reise hinter sich. Vor einigen Monden waren sie aus dem Jarltum Premjastad aufgebrochen, beginnend im Golf von Prem, über die nostrische Küste bis hinunter in das Mündungsdelta des großen Flusses sind die beiden Männer mit ihrer Otta gefahren. Dort angekommen heuerten sie auf einer Flusskogge an um den Großen Fluss bis nach hinauf nach Ferdok zu fahren, von wo aus sie denn den Avesweg nahmen. Über die Reichstraße 6 erreichten sie Gareth, die Metropole des Mittelreichs. Doch sie verweilten nur kurz in der Reichsstadt, ihr Weg führte sie weiter gen Rahja – oder nach Wesda, wie die Thorwaler zu sagen pflegen.

„Wir werden im Gaimond das Ziel unserer Reise erreichen, ganz wie wir es geplant hatten.“ sprach Mӕdnir, der ältere der beiden. „Ich verstehe noch immer nicht, wieso ihr ausgerechnet diesen Pilgerpfad beschreiten wollt, mein Thane.“ In der Stimme des jüngeren lag Besorgnis um seinen Herrn. Sie hatten eine weite Reise hinter sich gebracht, nur um einen Pilgerpfad zu beschreiten von dessen Existenz sein Herr bis kurz vor der Abreise noch nichts einmal etwas wusste. „Áarngrimr, ihr seid mein Huscarl, und nicht mein Eheweib – ihr müsst meine Entscheidungen nicht verstehen, sondern sie – und genau das habt ihr bisher mit großer Sorgfalt getan – respektieren und umsetzen.“ In Mӕdnirs Stimme lag kein Zorn, dennoch war sie mit harter Tonlage geführt, doch für Áarngimr war dies nichts neues. Áarngrimr Brydason war schon viele Jahre im Dienste Mӕdnirs. Er war ein ausgebildeter Kämpfer und erfahrener Seefahrer. Seine Streitaxt zierten bereits viele Kerben, geschlagen in zahlreichen Schlachten, sowohl auf See als auch an Land. Auch sein großes rundes Schild war gezeichnet von den vielen Hieben, Stichen und eingeschlagenen Pfeilspitzen die es einst abgewehrt hat.

Wieder vergingen mehrere dutzend Schritte, die sich der Karren auf dem die beiden Nordmänner saßen, der Stadt Hartsteen näherte. Ein frischer Wind kam auf und wehte durch das lange Haar der beiden bärtigen Männer. Ihre Gesichter blieben versteinert, denn sie trotzten bereits wesentlich stärkeren Winden. In ihren Augen lag zugleich die tiefe Entschlossenheit und der unerschöpfliche Mut eines Thorwalers. Mӕdnir blickte wieder in die Ferne, während sein tapferer und treuer Huscarl ein wachsames Auge auf die zwei Mittelländer hatte die den Karren lenkten. Nur gelegentlich erlaubte sich der Kämpfer seinen Blick woanders hin schweifen zu lassen. Immer wieder fiel sein Blick dabei auf seinen Herrn, der die letzten Monde sich zu verändern schien. Schon lange hatte er kein Gebet mehr an Swafnir gerichtet, sein Gemüt wurde mit jedem Sonnenuntergang immer launiger und unberechenbarer. Es war nicht an Áarngrimr den Weg seines Thanen zu hinterfragen, trotzdem machte er sich Sorgen um ihn, denn schon viele Winter lang war er nicht nur sein Herr, sondern auch sein treuer Hirdman. „Erleuchtung, Huscarl.“ raunte Mӕdnir plötzlich, ohne das sich die Blicke der beiden trafen. Áarngrimr wusste zuerst nicht wovon sein Gegenüber da sprach, entschied sich dann jedoch nachzufragen. „Wovon sprecht ihr, mein Thane?“ „Ihr wolltet wissen warum ich den Pilgerpfad in Dettenhofen begehen möchte. Der Mann der mir davon erzählte, hatte ihn einst selbst beschritten und er erzählte mir, dass es eine einzigartige Erfahrung gewesen sei – und er aller Widrigkeiten zum Trotz – ihm Erleuchtung gebracht hatte. Es war diese innere Zufriedenheit und Selbstsicherheit in seinen Augen die mich Erschauern ließ. Selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte meine Axt nicht gegen ihn erheben können – so sehr hatte mich sein Blick erstarren lassen. Als hätte ich Hranngar persönlich ins Angesicht geblickt.“ Mӕdnir machte eine Pause, der Wagen knarzte unter der Last der beiden Männer.  „Darum will ich diese Pilgerreise machen, Áarngrimr. Ich habe das Gefühl, dass mich mein Schicksal dort erwartet.“ Mit diesen Worten sah Mӕdnir wieder Gedankenversunken in die Ferne, während er seine rauen Finger über ein Perlmuttfarbenem Amulett gleiten ließ das unter seine dichten Bart versteckt war.

Tsagefällig

Das Hexenfeuer lodert um den gigantischen Scheiterhaufen, der noch lange brennen soll. Die fröhlichen Hexen singen und tanzen in wilder Ektase drum herum. Selbst Delia ist nun mit dabei nachdem sie und Kalkarib ihren wertvollen Stab zerbrachen und dem Feuer übergaben.

Es scheint, dass sie der Schwesternschaft entsagt. Sie muss ihn wirklich sehr lieben. Obwohl … welche Veränderungen haben wir bei ihr hervorgerufen? Hat Nehazet nicht den Traumkalkarib dazu bewogen von seiner Abkehr abzusehen? Tragen letztlich wir die Schuld an ihrer schicksalshaften Entscheidung? Hoffentlich haben wir ihrem Geist keinen Schaden zugefügt. Ich selbst war in jener Welt langsam dabei den Verstand zu verlieren. Es war einfach zu verwirrend. Die Realität verblasste zusehends. Während Nehazet wie im Wahn alles seinem Willen unterwarf, stach ich Alwine, die Hausherrin des bäuerlichen Herrenhauses, gleich zwei Mal nieder. Ich war fest von einer Falle der Dämonin überzeugt. Sieghelm reagierte darauf übertrieben hysterisch. Im Nachhinein ein gutes Zeichen. Zumindest hatte er den Boden unter den Füßen noch nicht verloren. Der nächste Schock für ihn kam, als ich Kaiser Reto tötete, weil er Travia frevelte. Aber auch er stand kurz danach wieder auf. Ich weiß nicht, was von allen Geschehnissen auf Nehazet zurückzuführen ist. Jedenfalls konnte er Kolkja helfen indem er verfügte, dass seine erste Frau niemals gestorben sei, sondern nur im Koma lag. Ob das für Delias Seelenheil förderlich war, weiß ich nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen sie stattdessen endlich Boron übergeben, als Zeit und Raum zu beeinflussen, so dass sein Wunsch doch noch in Erfüllung ging? Es gibt Dinge, die sollten nicht verändert werden. Es hat einen Sinn, dass es geschah! Aber inwiefern zählen die derischen Weisheiten in solch einer Welt?

Ja, es wurde Zeit, dass wir den Traum verließen. Denn dann tauchte eine sechsjährige Delia auf. Auch hier war ich mir sicher, dass sie die Dämonin sei. Jedoch versprach ich Sieghelm niemanden mehr auf Verdacht zu töten. Und so wartete ich. Geduldig, wie ein Baum die tödliche Lawine erwartet. Beständig und bewusst. … Außerdem war es Delia … *seufz*… Menschen sind so emotional und dumm! Denn tatsächlich offenbarte sie sich draußen als Liv. Sieghelm stellte sich ihr tapfer in den Weg, während Nehazet sie zurück in die Niederhöllen schickte. Delia war gerettet und wieder mit sich selbst vereint. Vollständig. Hat ihr bisher etwas gefehlt? Ich habe nichts bemerkt.

Ihre Aufmerksamkeit wendet sich wieder der Gegenwart zu. Sieghelm befreit sich neben ihr umständlich von seinem Wappenrock. Der arme Rondrian war sichtlich verzweifelt, was ob er es seinem Herrn gleichtun sollte oder nicht. Azina hingegen schaut dem Treiben nur gedankenverloren zu, als der der Herr von Spichbrecher ebenjenes Wappen in das Hexenfeuer wirft. Gierig fraßen die Flammen dieses Opfer.

Was tut er da? Er wirft seine Herkunft weg. Seine Herkunft … möchte er ein anderer sein?

Sie ist ziemlich erschrocken über ihren neuen Gedankengang und zuckt kurz unter ihm zusammen. Ihr Blick fällt dabei auf Nehazet.

Wenigstens scheint Nehazet unverändert. Auch ein Hexenfeuer wird dein Amulett nicht vernichten, lieber Adeptus.

Am Ende ist es mir gelungen, wenigstens eine einzige Veränderung in dem Traum zu bewirken. Zwar war es nicht die prächtige weiße Lederrüstung, aber immerhin habe ich etwas bewirkt. Somit waren die stundenlangen Vorträge von Jane nicht umsonst. Überhaupt habe ich so ein wenig Einblick in die menschliche Psyche erhalten. Nur lehnen Firuns Lehren dergleichen Empfindsamkeiten ab. Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich. Wer es nicht vermag, der fällt. … Aber es schadet jedoch nicht, zu verstehen, was die Menschen bewegt. So kann ihnen geholfen werden sich selbst zu überwinden … du siehst Firun … ein kleiner Teil von mir huldigt deiner schwanengleichen Tochter. ‚Gnade‘ ist ein Wort, welches dir fremd ist. Doch ich besitze sie. Ich verschonte Sefiras Leben bereits zwei Mal. Sie lehrte mich, dass jeder Schwächen hat. Nur liegt es an ihnen selbst damit fertig zu werden und aus den Geschehnissen zu lernen. Lehre nicht mit Groll, lehre mit Nachsicht. Bitte zürne nicht meiner Lektion.

Ich werfe nichts ins Feuer. Ich wünsche mir nichts. Meine Vergangenheit ist bewältigt. Meine Familie in Sicherheit. Meine Fehler sind vergolten. Ich richte meinen Blick auf die Zukunft. Dein Wille geschehe, weißer Jäger.

Was Delia betrifft. So wünsche ich ihr viel Glück. Sie wird diese Phase ihres Lebens überdauern. Was bedeutet schon die Lebensspanne eines gewöhnlichen Menschen für sie? Ich selbst kann nur hoffen, dass mein Erbe nicht vergessen wird. Und dafür streite ich. Für Dere. Für das Leben. Und somit letztlich für die Gnade.

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Azinas Gedanken

Den Blick stets nach vorn

Spichbrecher-Wappen-WeißDer Junker von Hochstieg saß auf einem alten Baumstamm und sah in das große Festfeuer. Der Waffenknecht des Edelmannes saß bei ihm, zusammen mit dem Dackel Pagol der sich großer Beliebtheit unter den zahlreichen Hexen erfreute. Der rondrianische Streiter hätte es niemals für möglich gehalten irgendwann zwischen knapp zwei dutzend Hexen zu sitzen und eindem ihrer seltsamen und vorallem ungöttlichen Rituale zuzusehen. Ansich sind die Hexen ja ganz friedlich – dachte er sich und versuchte über die Lehren der Zwölfgöttlichen Kirche nachzudenken. Der Schamanismus, die Scharlatanerie und die Hexerei waren die Kinder die nicht mitspielen durften, während die zwölf anderen lieber unter sich blieben und zu den anderen herabsahen als wären sie Kinder zweiter Klasse. Allmählich verstand Sieghelm weshalb die Zwölfgöttliche Kirche sie nicht mochte – sie waren emotionale und unkontrollierte Zauberer, die sich selbst nur wenigen bis gar keinen Regeln unterwarfen – gleich den wilden Tuzakern oder den barbarischen Ferkinas aus Mhanadistan. Derartige Gruppieren sind meist klein und leben in Abgeschiedenheit, was auch notwendig war, denn würden sie in die Dörfer und Städte gehen, müssten sie sich den dortigen Gesetzen beugen – wozu sie jedoch nicht bereit waren. Hexen, Schamanen und Scharlatane sind folglich Feinde einer geordneten und zivilisierten Gesellschaft – denn sie sind das genaue Gegenteil davon. Wären sie selbst jedoch zahlreicher, müßten sie auch einst Gesetze und Regeln schaffen. Sumudai – Sieghelms plötzliche Cousine – berichtete davon, dass derartige „Stämme“ selten mehr als 20 oder 30 Personen werden. Und selbst wenn es soweit war, würde sich eine neue Gruppe bilden die sich dann einen neuen Ort zum Leben suchen würde um einen neuen Stamm zu bilden. Und da ist der Beweis – derlei Zauberei sind für eine in einer großen Gemeinschaft lebenden Zivilisation nicht geeignet, ja Sieghelm ging sogar so weit für sich selbst zu behaupten dass sie sogar daran zerbrechen würden da sie durch ihre unkontrollierte emotionalität nicht in der Lage wären für Recht und Ordnung zu sorgen. Unterm Strich … war es also gut dass die Hexen hier in der abgeschiedenheit waren. Sie erhielten sich dadurch selbst, genauso wie es die Menschen in den Dörfern und Städten taten. Solange sich beide in Ruhe lassen, gäbe es keinen ärger – denn weder die einen noch die anderen haben ein Interesse – noch die Fähigkeit – daran mit den anderen zu leben.

„Ich werde dann mit den anderen tanzen … wollt ihr mitkommen?“ fragte Sumudai, die noch immer in der Nähe von Sieghelm saß und sich gerade aufmachte den Frauen und Männern die um das Feuer herum saßen anzuschließen. Sieghelm sah aus den Gedanken gerissen zu ihr und stockte kurz. „Oh, nein nein … geht nur, vielleicht später.“ Die junge Frau lächelte und begann dann sich rhytmisch zu bewegen und den anderen anzuschließen. Sieghelms Blick fiel auf Delia und Kalkarib – sie saßen zusammen. Delia trug ein grünes novadisches Gewand und saß brav neben dem jungen Wüstensohn. Der Junker mochte den arroganten Jüngling nicht sonderlich, er hatte allerdings auch nichts wirkliches gegen ihn. Es war schlichtweg seine Andersartigkeit, sein Glaube und dessen in Sieghelms Augen barbarische Kultur die ihn unsympathisch machten. Delia liebte ihn, da war sich Sieghelm spätestens nach der Traumwelt sicher – doch was fand sie nur an ihm? Der Hauptmann von Hammerschlag verstand es nicht – und er wollte es auch nicht. Solange sie glücklich war und es freiwillig tat, war es für Sieghelm in Ordnung.

Wenig später am Abend, Sieghelm hatte sich inzwischen dazu hinreißen lassen doch mit einer der Damen zu tanzen, kam es zu einem kleinen Ritual welches die die Hexen praktizierten. Es war so eine Art Tsagefälliges Erneuerungsritual bei dem man die Dinge die man wünscht hinter sich zu lassen symbolisch ins das Feuer warf um sich somit Glück und göttlichen Beistand für etwas neues zu erbitten. Nach und nach warfen die Männer und Frauen etwas in das große Feuer – Sieghelm sah zu wie Kalkarib Delias Besen zerbrach und mit ihr gemeinsam dem Flammen übergab. Er war nicht gerade sehr erbaut darüber, ließ es jedoch mit versteinerten Miene geschehen. Der Junker dachte nach: Würde auch ich etwas opfern können? Und wenn ja, was? Sieghelm war sich recht sicher, dass es der erneuernden Göttin es gefallen würde wenn er ihr zum Gedenken etwas opferte. Er sah sich um, und nach kurzer Zeit fiel sein Blick auf seinen Wappenrock. Das rotgelbe Wappen seiner Familie prunkte darauf. Sein Blick verhaarte darauf und er begann darüber nachzugrübelm. Plötzlich erschreckte er sich über sich selbst, als er sich dabei ertappte darüber nachzudenken das Symbol seiner Familie dem Feuer zu übergeben – würde es nicht ein Frevel sein? Immerhin fußte ein großer Teil seines Gedankenguts darauf, dass er ein Abkömmling der Adelsfamilie Spichbrecher war. Doch was hatte die Familie schon letztendlich für ihn getan? Zugegeben, sie hatte seine Ausbildung bei der Kriegerakademie bezahlt, welche der Grundstein für Sieghelms bisherige Laufbahn war. Doch war es nicht schon vorher sein Wunsch einst ein Krieger zu werden? Ein Streiter für die donnernde Göttin! Seit seinem plötzlichem Aufbruch aus Dettenhofen, war Sieghelms Leben ein selbstbestimmtes Leben geworden. Er hatte sich Ansehen und Titel verdient – und wurde sogar von der Leuin höchst selbst erwählt. Spätestens seit dem Erhalt von Custoris war klar, dass der Weg des Junkers in eine Richtung führte, den er ohne die Hilfe seiner Familie beschreiten musste. Sieghelm war und blieb ein Mitglied der Familie Spichbrecher, und er würde ihr auch auf immer treu bleiben und sie unterstützen. Fatas unentdecktes Land jedoch, würde er selbstbestimmt beschreiten. Dies war sein Leben, und sein Weg. Er war Sieghelm G., Wächter von Custoris

Donnerwacht GroßDonnerwacht

Geheimnisvolle Nachrichten

Auf meinem Zimmer im Gasthaus in Mahtab fand ich ein Schriftstück, zwischen dessen Pergamentbögen das Traviaamulett lag, die Seiten waren von einer feinen und grazilen Schrift geziert, die angenehm zulesen war. Es begann mit einem förmlichen

An Nehazet ibn Tulachim, Magus, Magokrat und mehr,“  um dann rapide im Ton umzuschlagen und zu einem persönlichen Brief zu werden,“ diese Zeilen werden dich kurz nach Delias Rettung erreichen, es ist wichtig das du dir langsam eingestehst, das die Trennung von Zafia, deinem Theorem, dich schwer getroffen hat, schwerer noch als damals die Schriftrollen mit den tulamidischen Sagen die im Khunchomer Hafenbecken landeten, du musst dir eingestehen, das deine Liebe gekränkt wurde, und das in mehrerer Weise, nicht nur das die Göttin des Ehebundes es verweigerte das du mit deiner Liebsten in den ewigen Bund tretest, nein auch das plötzliche verschwinden deiner Liebsten daraufhin, kränkte und verletzte dich, doch anstatt dich dem zu stellen hast du den einzigen Ausweg gesucht, welcher dir bekannt war, du hast dich in deine Arbeiten gestürzt, übrigens ein herrlicher erster Artikel für den aventurischen Boten, ich denke immer wieder gerne an diesen, auch wenn er leider etwas sehr verstümmelt wurde, aber das dieser Ausweg nur zu einem aufschub führt, ist verständlich, auch wenn das eingestehen dieser essentiellen Schlussfolgerung noch etwas dauern wird für dich. Dir deine Emotionale Aufruhr zu nehmen, so schmerzhaft diese auch sei, wäre zwar möglich aber der falsche Weg, vor allem nachdem was du von Delia gelernt hast, das Feuer der Emotionen zu nutzen um die satuarische Magie zu verstehen und dabei deine Gefühle als verständiges Element deines Wesen zu integrieren, um einen Ausgleich zu deiner überbordenen ratio zu schaffen, ist eine einfache Notwendigkeit, zumal dir dies später gestatten wird, die dir vorbestimmte gefunden haben zu werden, welche deinen Schmerz vollends lindern wird, auch wenn du dich dafür ersteinmal verlieren musst, aber gute Freunde hast du durch alle Zeiten immer wieder gefunden, so dass auch diese dir beistehen werden, so wie es aktuell der fall ist, auch wenn das vertrauen auf diese dir im Moment schwerfallen mag, handelt es sich doch um lauter weltfremde Tore, aus deinem Blickwinkel, die die wichtigsten Sachen, welche die Welten zusammenhalten und funktionieren lassen nicht sehen, auch wenn du durch neue Erinnerungen nun auch dazu einen weiteren Blickwinkel kennst, so bedenke, es gibt verschiedene Arten von Intelligenz. Die deine war schon immer eine systematische, welche dir auch erlauben wird die Magie in ganz neuer Form zu verstehen und effektiv an Problemen der, nunja nicht profanen Elemente zu arbeiten. Die der anderen ist brachialer (Sieghelm/Azina), empathischer (Delia) und auf lehrende/weisende (Jane) Art ausgerichtet, die alle für sich ihren Vorzug haben mögen, was dir bestimmt gerade bewusst wird, da du nun ja auch die Erinnerungen von Delia teilst und damit auch etwas empathischer wurdest und du dadurch mehr über deine Gefühle, durch die Erinnerungen an ihre Gefühle, lernst und vor allem auch lernst, nicht an ihnen zugrunde zu gehen, diese zu überwinden/verarbeiten. Insofern mögen diese Toren, zwar fremd in der Welt, aus deiner Perspektive sein, aber sie sind deine Toren, so wie du ihnen im gleichen maße fremd bist und dennoch stellt diese ungewöhnliche Mischung eines der höchsten Potentiale da, das wahrscheinlich zu finden sein wird, im Aventurien der Gegenwart. Als Zeichen dessen das dort draußen noch jemand auf dich wartet, der dich vervollkommnen wird, habe ich die Freiheit bessesen und dein Amulett beigelegt, wenn du dir die Zeit nimmst und die anderen und deren Wesen genauer zu beobachten, so fällt dir bestimmt auf, das diese ihren Gottheiten näher gekommen sind, Azina die ihren Weg der Jagd nach Firuns Geboten weiter beschreitet oder Sieghelm der sich darum müht seinen eigenen Weg auf dem Pfade der Löwin zu finden, deuten darauf das auch du eine Erfüllung auf eine Art und Weise finden wirst die zu Travia passt, all der Schmerz wird sich also ausgleichen und dadurch zu einer noch größeren Wertschätzung der sich daraus ergebenden Keimzelle deiner Familie werden, zumal du Sie schon kennenlerntest. Noch ein paar Worte zu deinen, nunja ungewöhnlichen Problemlösungsstrategien, die dir momentan einfallen mögen, ich gebe zu Sie waren sehr effektiv, das gilt auch für den Schamanen Azad, aber auf lange Sicht musst du eine geistig stabilere Lösung finden, und sei es einfach um dich und deine Freunde zu schützen, den es ist zwar unwahrscheinlich das du dich dermaßen verkalkulierst das es zu einer unabwendbaren Katastrophe führt, aber nicht unmöglich. Und wenn du ruhigen Kopfes darüber nachdenkst, wirst du zu dem Schluss kommen, das deine Gruppe einem wandelnden karmatischen Kausalknoten gleicht, was das unmögliche beinahe schon zum Standard auf euren Reisen, oder zumindest sehr viel wahrscheinlicher, macht. Auch wenn es dir schwerfällt, so musst du dich auf die Reise der Aufklärung deines Geistes begeben. Übrigens sobald du die kleine Astralemanation absloviert hast, solltest du dich genauer in dem Keller der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis umsehen, diese Reise in die Vergangenheit deiner Ausbildungsstätte, dürfte dich ein gutes Stück auf deinem Weg vorran bringen und deinen Freunden helfen dich besser zu verstehen, auch wenn dazu erst eine Astraleebene konsultiert werden muss.

Gezeichnet um euch L.a.B.sâl al’Aschtrani zu spenden

Dabei wurde ich beim lesen des Briefes ruhiger, es war als würde eine vertraute und doch ferne Präsenz, so als würde da etwas warten das sich meinem Blick entzog, an das ich mich nicht mehr erinnern konnte, meine Emotionen beruhigen und der Trauer den ersten Weg nach draußen geleiten, damit fielen dann auch die ersten Tränen die ich seit langem verschüttet hatte von meinen Augen, es dauerte etwas bis ich mich fassen konnte und mir ein Satz auf der letzten Seite, dazwischen waren einige leere Seiten, auffiel „Verschütte die Tränen nicht, du kannst Sie noch gebrauchen.„, es dauerte wiederum eine Weile  bis sich mein beschäftigter Geist zu einer Entscheidung sammeln konnte und ich begann die Tränen zusammeln, mein Kopf war so benebelt von dem wechselspiel der Emotionen das mir gar nicht in den Sinn kamm zu fragen, warum einige leere Seiten beilagen.

In Khunchom, Anwesen von Lechmin ai Battuhzen:

Lechmin wandte sich von dem silbernen Bassin in dem sich das Bilde Nehazets auflöste ab, das die Trauer so stark war, war ihm nicht bewusst, doch die jahrelange Erfahrung, lehrte ihm dies zu verkraften und er wusste das die wechselseitige, wenn auch kurze, Verbindung den ersten wichtigen Anstoß zur Bewältigung der Emotionen geben wird, es war getan, der kühlen ratio Nehazets waren nun die lodernen Emotionen entgegengesetzt, auch wenn dies dazu führen würde, das er eine weile etwas wunderlicher und unausstehlicher sein mag, oder zumindest schlechter gelaunt, würde es sich doch rentieren, langfristig, eventuell würde er sogar nun soweit gehen können und spendenen Trost in der Gemeinschaft seiner Freunde finden, doch das erschien unwahrscheinlich,  hmm, unwahrscheinlich, was wiederum bedeutet das es sehr gut wahrscheinlich sein könnte, musste Lechmin kurz daran denken.

Er begann einen neuen Brief aufzusetzen, welcher mit einer alten magischen Feder geschrieben wurde,

Isaria, wie wir schon wussten, geht es Delia mittlerweile wieder gut, die junge Freundin von Delia, die Neckerfrau ist auch wohlbehalten in Khunchom angekommen, und wie geplant wurde sie von Malzan/Goswin/Hanert/Reonar/Fuchs aufgelesen, die ersten Schritte auf ihrer Reise ihre Mutter wiederzufinden sind also getan, ich bedanke mich noch einmal für deine Hilfe dabei, sind meine Möglichkeiten doch durch den gehörnten Wächter und seinen eifrigen Wächter stark eingeschränkt, andererseits scheint es das richtige zu sein die jungen Wesen auf den richtigen Weg zu setzen und zu ihrem Seelenfrieden beizutragen. Nehazet wird demnächst wohl mit einer interessanten Bitte an dich herantreten, die aber ziemlich vorhersehbar ist, wenn man ihn kennt, bedenke es gut. Aber der wahre Grund für die Nachricht ist der folgende, ich habe einen Holzanhänger auf dem Ritualplatz verloren, das muss wohl bei der Übergabe der Flasche, die den Geist enthielt, der Lunaluo nach Khunchom trug, oder unserem Gespräch danach, geschehen sein, ich konnte ihn in dem großen Feuer lokalisieren, doch deswegen nach Mahtab zu reisen, vor allem da ich erst wieder zurück gekommen bin, und mich mit Alyssia hier um wichtige Angelegenheiten kümmern muss, erscheint mir etwas überstürzt, könntest du den Anhänger bitte heraussuchen und entweder verwahren oder mir zukommen lassen, ich sollte mir wirklich langsam mal ein Haus in deinem Dorf zulegen, das würde das Transportproblem vollends eliminieren.

Gezeichnet, Lechmin ai Battuhzen„, er sprach ein paar Worte und die Nachricht verschwand um wundersamer Weiser wieder an anderer Stelle aufzutauchen, und zwar an einem Ort wo Isaria sie schnell finden möge.