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Nachruf

Boronsrad

Ragnar Swafnirsson

Tsatag:  25. Travia 1003 BF

Borontag: 8. Phex 1029 BF

Verstorben in einer alten Goldmine beim Kampf gegen zwei Schwarzpelze hinterrücks erstochen – Andergast, Freiherrenschaft Beilstatt

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Boronsrad

Karan Bluthund

Tsatag:  – Unbekannt –

Borontag: 8. Phex 1029 BF

Verstorben in einer alten Goldmine im Kampf gegen einen Schwarzpelz bei dem Versuch seinen Freund zu retten – Andergast, Freiherrenschaft Beilstatt

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Fliehende Orks

Arrrrrrr! Ein wohliges Gefühl durchflutete Ragnar, als er dem wimmernden Ork seine Eisaxt in den Schädel trieb. Welch ein glorreicher Tag für die Magie! Da können Aimos und Rondrigo von ihren Heldentaten erzählen, wie sie wollen, aber eine Horde Orks in die Flucht getrieben hat noch keiner. Das war ihm, Ragnar Swafnirsson, vorbehalten! Diesen Erfolg musste er dringend seinen Meistern in der Akademie mitteilen. Welches Volk auf Dere würde sich einem thorwaler Heer entgegestellen können, wenn jedes Schild eine Vargruna ziert? Aber das ist Zukunftsmusik. Jetzt war erstmal wichtig, dass Ludevico überlebt. Hoffentlich konnte Wendeline ihn soweit am Leben erhalten. Ragnar hörte in sich hinein. Doch, etwas magische Kraft sollte er noch haben, um mit dieser notfalls bei der Heilung zu helfen. Er schaute auf seine Rune hinab. Es ist noch zu früh sie erlöschen zu lassen. Wer weiß, wie viel Orkhorden noch auf sie lauern. Er beschloss die Rune so zu verwahren, dass er sie in der Not wieder nutzen konnte. Als er zur Gruppe zurückkehrte herrschte dort viel Hektik. Auch Karan schien einiges abbekommen zu haben und wurde nun von Wendeline behandelt. Ragnar schaute sich um und entschloss sich am besten helfen zu können, indem er die Esel zurück holen würde.

Ruhm und Ehre! Oder Tod und Vergessen?

Erschöpft lässt sich Ragnar am Lagerfeuer nieder. Erschöpft! Wann war das letzte Mal ein Thorwaler erschöpft? Vermutlich am Ende der Überfahrt aus den Güldenlanden! Andererseits, wer in so kurzer Zeitfolge so häufig das Salz in Swafnirs Reich riechen konnte, der durfte es sich erlauben erschöpft zu sein – selbst als Thorwaler. Sogar selbst als Thorwahler aus Enqui. Und bekanntlich sind das die Ausdauerndsten. Ein wenig strafft sich Ragnars Sitzhaltung. Dieser Wald hat seinen Namen redlich verdient. Es fing ja alles sehr angenehm an. Gut, die Flussüberquerung lief nicht optimal für mich, aber die beiden Scharmützel mit den Wölfen waren doch amüsant! Und sie scheinen einen ganz angenehmen Nebeneffekt zu haben. Wendeline scheint mir nicht ganz abgeneigt zu sein. Und sie ist eine sehr ansehnliche Dame. Was wohl Karan davon halten würde? Warum mach ich mir eigentlich in solchen Situationen immer Gedanken über Karan? Gut, ich mag ihn und er liegt mir sehr am Herzen, aber ich kann doch machen was ich will! Bei ihm weiß man aber auch nie, woran man ist. Aber eigentlich ist das derzeit nebensächlich. Ich muss scheinbar an diesem Ort meine ganzen Gedanken auf mein Überleben fokussieren. Ja, die ersten beiden Wolfsangriffe waren nett. Aber der dritte? Arg! Ich schäme mich so! Ausgerechnet ich werde von ihnen überrascht! Langsam reicht es mir andauernd gerettet zu werden! Karan, Ludevico, Wendeline, in wessen Lebensschuld soll ich denn noch stehen!? Wenigstens beim Oger konnte ich mal etwas behilflich sein. Wobei ich finde, dass ich dieser Gruppe mehr helfe, als sie mir zugesteht. Ich habe ja nur eine Brücke gebaut, einen Djinn besiegt, unsere Sachen getrocknet, die Wölfe verjagt, den Esel gerettet und wer weiß was noch. Aber wahrscheinlich ist es die Angst vor unbekannten Mächten, die die Gruppe sich zurückhalten lässt. Wobei sie sich ja dahingehen auch schon etwas geändert haben. Wie dem auch sein. Wie sagte mein Vater immer? Vergiss den gestrigen Ärger, wenn morgen Gefahr dich bedroht. Und das tut sie ja wohl, wenn man bedenkt, dass wir durch einen Wald voller Orks marschieren wollen. Ragnar nesselt an seinen Taschen rum und holt zwei Holzscheiben hervor. Ah meine geliebt Vargruna! Das beste, was uns die Götter nach Dere geschickt haben. Sollen die Orks nur in Scharen kommen. Mit dir in meinen Händen droht mir keine Gefahr. De döds dread is död. Hahaha. Wir werden hier nicht sterben und von der Welt vergessen werden! Nein, wir werden diese Quelle finden und zurückkehren. Und es werden Lieder auf uns gesungen bis in alle Ewigkeit! Plötzlich steht Ragnar auf und sieht sich um. Pünktlich zur fertigen Suppe.

Warum ein Zwerg?

Zurück im Haus des Magus suchte Ragnar nur kurz den Tonkrug mit dem bornländischen Rübenschnaps, von dem er einen kräftigen Schluck nahm, bevor er sich es in seinem Bett gemütlich machte und unruhig einschlief. Die Geschehnisse der Nacht beschäftigten ihn sehr. Natürlich hat die Gruppe, relativ erfolgreich, ihre Aufgaben erfüllt, beide Gesuchten wurden unversehrt befreit, zwei weitere Gefangene noch dazu; Golgari wurde von Phexens Sternen geblendet, sodass der Mantikor-Krieger wieder zurück nach Dere kam. Den einzigen Verlust erlitt die Gruppe durch den kleinen stummen Jungen, der freiwillig sie verlassen wollte. Und trotzdem war Ragnar nicht zufrieden, weder mit der Queste, noch mit den Umständen, geschweige denn mit sich selbst. Dort unter in diesen stinkenden Gängen, der Kanalisation, dort war er er. Die Brücke, sein Geniestreich gegen die Wachen, seine Ungestümtheit an der letzten Tür und sein Kampf gegen den Erz-Dschinn, dass alles war er, wie er sich kannte. Aber seit wann meuchelt ein Ragnar schlafende Menschen? Hatte er seine Swafskari nicht unter Kontrolle gehabt? Muss er Angst haben eine Gefahr für die Gesellschaft zu werden? Diese Gedanken und Sorgen ließen ihn kaum schlafen. Als er durch seine Augenlider bemerkte, dass es zu dämmern begann stand er auf und verließ nur mit leichter Kleidung und seinem Stab ausgestattet das Haus, um sich auf den Weg zur Tommelmündung zu begeben. Dort entkleidete er sich, stieg in die Fluten und bekämpfte die Kälte, um Zwiesprache mit seinem Gott zu halten. „Vater, großer Pottwal, gib mir, deinem Kind, die Kraft und den Mut meine Ungestümtheit zu kontrollieren, dass sie nur die Schuldigen treffe. Lass mich meine Swafskari, deinen Segen, beherrschen, wie du die Weltmeere beherrschst, damit ich dir bessere Dienste leisten kann, als als gesegnetes Kind auf entfernten Inseln. Zeig Gnade den Gefallenen, die durch deine Meere ziehen wollen, bis sie dereinst an deiner Seite gegen die Schlange kämpfen werden, wie auch später einmal ich.“ Mit einem abschließenden „Swafnir ist groß!“ verlässt er das Wasser, reibt sich kurz trocken, zieht sich an und macht sich auf den Rückweg zum Magus, um nicht zu spät zum Frühmahl zu kommen. Er schwört sich nie wieder jemanden seine Axt spüren zu lassen, der nicht selber eine Waffe gegen ihn erhebt.