— als Kelva von den Kisa-Nivayak —
Nachdem sie bereits zwei Kristalle und ihren schwarzen Kern auf unterschiedliche Art und Weise zerstört haben und ihre gefangenen wütenden Fienlauki in die Nivaleiken geschickt haben, besinnt sich Kelva auf die Erzählung Saaris, dass Hriosari bereits zwei Mal jeweils stärker zurückgekehrt sei, als sein böser Geist in die Kekkasavu gebannt wurde. Daher beschließt sie, den letzten wütenden Fienlauki des schwarzen Steines stattdessen in ein Gefäß zu bannen und aufzubewahren, bis eine endgültige Lösung gefunden wird.
Dazu stapft sie, beim Kristall angekommen, durch den Schnee und sucht sich einen geeigneten Ritualplatz in Sichtweite des Kristalls. Dort zeichnet sie einen großen Kreis in den Boden und springt in dessen Mitte. Dann holt sie, vor sich hin summend, nacheinander zum sanften Rhythmus ihrer Bunga ihre Sachen aus dem Rucksack und breitet diese vor sich aus. Danach malt sie mit der freien Hand einige Symbole und Zeichen rings um sich in den Schnee und setzt sich ihre Wolfsmaske auf. Anschließend setzt sie sich ihre Beinflöte an die Lippen und beginnt mit einem Spiel, das die Schönheit der unendlichen Weiten des Landes preist, das das Gras der Ebene im Winde wiegen lässt und den Sommer herbeiruft. Dabei wiegt sie sich selbst im Takt hin und her und lässt den schneidenden Wind an ihr vorüber ziehen.
Ihr Geist löst sich von ihrem Körper und nähert sich vorsichtig dem Kristall.
Sie sieht, wie sich die Fienlauki, die dem Kristall entströmen, mit zunehmender Intensität, um die Köpfe der Helden legen. Ein jeder trägt bereits hunderte.
Als sie sich auf den großen Geisterbann vorbereitet und gerade einige Symbole im Schnee ergänzt, sieht sie aus den Augenwinkeln, wie die anderen den Kristall mit Holz bewerfen und schließlich dessen Hülle zerstören. Damit liegt der fremdartige schwarze Stein mit der Rune frei.
Kelva nutzt die Gelegenheit und begibt sich erneut in die Geisterwelt. Wieder erblickt sie die vielen wütenden Fienlauki, die sich nach der Zerstörung der Hülle über die gesamte Ebene verteilen und langsam verblassen. Sie wendet sich dem Fienlauki im schwarzen Stein zu. Ihr eigener Geist spricht ihn wütend an: „Ich rufe dich Fienlauki! Höre mich! Deine Zeit ist vorüber! Deine Brüder und Schwestern sind fort. Du bist allein. Du gehörst hier nicht hin. Ich, Kelva von den Kisa-Nivayak, werde ich nun fangen. Unterliege meiner Stärke und folge mir!“
Damit stürzt sie sich auf den Fienlauki. Packt ihn, löst gewaltsam die Verbindung mit dem Geist des Erzes und zerrt ihn somit aus dem Stein Sie hält ihn mit beiden Händen fest. Dann rennt sie über die grüne Ebene des Nivaleiken zu ihrem Körper zurück. An sich gepresst hält sie den Geist des Eises und spricht ihm gut zu: „Ruhig. Ich bringe dich von hier fort. Du musst nicht mehr wütend sein. Schau, hier ist es schön.“
Ihr Geist gleitet wieder in ihren Körper. Nur die Hände haben den Fienlauki noch fest im Griff. Dann stopft sie den Fienlauki mit flinken Bewegungen in das vorbereitete Gefäß. In diesem Augenblick verlassen auch ihre Hände das Nivaleiken und verkorken schnell den Tiegel. Sie bemerkt, dass das Runensymbol statt auf dem schwarzen Stein, nun auf ihrem Gefäß prangt. Rasch malt sie einige eigene Schutzzeichen darüber und versiegelt so den Zauber. Vollkommen erschöpft sackt die junge Kaskju in sich zusammen.
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Kelvas Geschicke