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Das Ende der Keule der Seelen

— als Kelva von den Kisa-Nivayak —

Oh Lieska, wir haben es geschafft. Die widernatürliche Knochenkeule kann nicht weiterbenutzt werden. Zuerst haben wir versucht Nebahat zu helfen, seine Lathjutok zurückzugewinnen. War er doch unter der Erde eingesperrt und durfte das Erbe seiner Ahnen nicht antreten. Wir haben ihn befreit und ich habe ihn davon überzeugen können sich seinem Lathi zu stellen und sein Erbe zu fordern. Das hat er auch gemacht und geschafft! Ich konnte versteckt unter dem Schleier der Schlichtheit am Ritualplatz sehen, wie die Übertragung begann. Doch du Lieska sorgtest dafür, dass die Keule der Südländer ihr wahres Gesicht zeigt! Wie Hamil hinterher erzählte, befinden sich in der Keule Teile der Seelen der ihrer Ahnen. Kann man sich das vorstellen? Sie leiten nicht ihre ganze Seele ins Kekkasavu! Eine gar grausige Vorstellung etwas auf dieser Welt zurückzulassen! Durch die vielen Teile der Seelen hat die Keule einen eigenen Willen! Auferstandene Tote! Sie arbeiten mit auferstandenen Toten!! Jedenfalls konnte sie mich während des Rituals sehen und griff mich an. Dadurch wurde das Ritual unterbrochen und Aslaban starb, ohne die Keule seinem Sohn übertragen zu haben.

Recht so! Man darf keinen Teil von sich in der Tuundarar zurücklassen. Alles muss in die Nivaleiken, ins Kekkasavu! Anfangs dachte ich, unsere Keulenmagie wäre einander ähnlich. Doch das ist sie nicht! Wenn wir Nivauesä eine Keule übernehmen, entlassen wir den Teil der Seele unserer Ahnen aus der Keule und fügen erst danach unsere Eigene hinzu. Eine abscheuliche Magie wenden die Jänak des Südens hier an. Erst das mit der Zeitveränderung und nun auch noch mit gefangenen Seelen.

Wäre das hier meine Heimat, würde ich die Geister und Seelen aus der Keule befreien und dahin schicken, wo sie hingehören! Aber ich fürchte, dass das die Jänak hier nicht wollen. Auch Hamil nicht. Er sah zornig aus. Besser ist es wohl, von hier zu verschwinden und weiter zu ziehen.

Die Sanduhr in meinen Träumen symbolisierte wohl die Zeit. Die Manikku haben mich hierhergeführt, auf dass ich dem Treiben dieser Zeitkasknuk und ihrer Keule ein Ende bereite. Das habe ich getan. Auch wenn es mir nicht bewusst war. Aber das macht nichts. Wir haben dennoch großes für die Manikku geleistet. Und das in nur zwei Tagen.

Hm. Wohin soll ich mich nun wenden? Ich werde Lieskas Rat ersuchen oder einfach Sutha folgen. Sie erlebt sehr aufregende Abenteuer.

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Kelvas Abenteuer

Das Versteckspiel ist zuende

— als Kelva von den Kisa-Nivayak —

Nun ist es also soweit. Sedef möchte an Nebahats Stelle Aslabans Erbe antreten und dieses Zepter an sich binden. Ich stelle mir vor, dass es so ähnlich ist, wie die Keulenbindung an die Kaskju. Nur hat Shalima etwas von großen geistigen Anstrengungen erzählt. Das scheint mir schwieriger als die Keulenbindung zu sein, die ja weiß Lieska, auch nicht einfach ist.

Ich habe Istas Geister, die Nebahat das Aussehen einer gepanzerten Echse gaben, mit einigen Anstrengungen vertreiben können. Jetzt kann er sein Erbe antreten, obwohl er noch immer geschwächt ist. Wir müssen ihm also helfen wieder Anschluss an seine Lathjutok zu finden. Dazu müssen wir Sedef, den Bruder von Shalima und Selim an seinem Vorhaben hindern.

Gibt es Selim überhaupt? Ursprünglich hat uns Nebahat erzählt, dass sein Freund Selim entführt worden sei. Also halfen wir ihm, ihn unter der Jurte zu finden. Dazu machte ich eine Geistreise durch die Jurte und fand unter dem Brunnen ein Versteck. Als wir ihn dann fanden, stellte sich heraus, dass nicht Selim dort hing, sondern Nebahat. Es gab ihn also zweimal. Da lüftete er, der nicht angebunden war, diesen faszinierenden Schleier und war plötzlich Selim. Sie hatten die Rollen vertauscht!

Aber Selim war nicht Selim, sondern seine Schwester Shalima! Nebahat war also ein Mädchen. Ähm, nein, ein Mädchen gab sich als Nebahat aus. Sedef hat Shalima also gezwungen sich als Nebahat auszugeben, während der echte Nebahat unten eingesperrt war. Und nun möchte er ihm seine Lathjutok stehlen. So ein böser Mann!

Wir müssen und werden ihn aufhalten! Kelva mi kelvo! Surtha hat auch schon einige Beutelchen vorbereitet die Sedef wohl einschlafen lassen sollen. Zulea ist ja nun auch frei von Geistern und wird uns helfen. Was wird wohl Aslaban zu alledem sagen?

Wenn ich nicht so erschöpft wäre, würde ich mehr tun als vorzuschlagen, sie abzulenken.

Lieska hilf.

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Kelvas Erlebnisse

 

Unfrieden in der Lathjutok

— als Kelva von den Kisa-Nivayak —

Da sind wir nun. Hier im Süden. In einer großen steinernen Jurte, die aus mehreren Teilen besteht. Sie ist sehr schön geschmückt mit allerlei Wandbemalungen und Schmuckgegenständen. Teileweise sind die Wände mit handbearbeiteten bunten Fellen behangen. Die gefallen mir. So einen Teppich, wie sie ihn nannten, wäre auch etwas für uns, um die Jurten warm zu halten. Insgesamt sind die Jurten jedoch sehr ungeeignet für ein Nomadenleben in den Steppen der Tuundra. Aber hier im Süden ist es ja sehr warm und selbst im Fien, sollte es noch warm genug sein. So müssen die Jänak nicht zusammen mit den Kamelen im Wind singen und können hier bleiben. Wozu aber brauchen sie dann die Kamele? Sie essen sie nicht, hat Surtha gesagt. Nur zum Tragen sind sie gut. Aber was tragen sie, wenn sie nicht wandern?

Und hier hin haben uns die Himmelswölfe geführt. Sogar Surtha und ihre Dekurio hat es hierher verschlagen. Auch wenn sie den Ruf der Manikku nicht hören können, sind sie doch hier und helfen uns die Aufgabe mit dieser Sanduhr zu lösen. Nach einigen Fragen und einer unheimlichen Begegnung mit einem Geisterseher fanden wir heraus, dass hier Übles am Werk ist. Außerdem ist die ganze Jurte von Geistern besetzt. Aber nicht solche Geister, wie der Geisterseher meint, der mit den Toten hier auf der Erde spricht. Kelva schüttelt sich vor Abscheu und Angst. Sondern mit den guten Geistern der Natur. Vor allem die Gabetaj scheinen sich hier wohl zu fühlen und verbergen geheime Kammern vor unseren Blicken. Kelva-mi kelvo! Wir haben sie gefunden. Doch die Geister sind nicht das Problem. Der Friede in der Lathjutok ist gestört. Selim ist verschwunden und Sedef scheint dafür verantwortlich zu sein. So schreibt es Selim selbst auf einem geheimen Papier, das Surtha gefunden hat.

Der Sohn des Lathi Aslaban, Nihabat heißt er, bat uns ihm zu helfen seinen Freund Selim zu finden. Dieser kommt von einer Schule, die eine Sanduhr hat. Er erklärte das mit der Art der Magie. Der Magie der Zeit. So konnte Nihabat plötzlich hinter uns sein, ohne, dass wir es bemerkten. Er kann die Zeit beeinflussen. Ich weiß nicht recht, ob die Manikku das für richtig halten. Wir Kaskju kennen so etwas nicht. Es gibt nur diese Zeit in der wir leben. Die Gegenwart liegt hinter uns und die Zukunft liegt vor uns. Wie kann denn etwas Künftiges jetzt passieren? Das verstehe ich nicht. Ich werde Saari fragen, wenn wir zurückkommen. Ich hoffe ihr und den anderen geht es gut.

Jedenfalls konnte ich mit Hilfe der Fetische von Selim die Spur seines Geistes zurückverfolgen. Er befindet sich in einem Jutenteil unter dem Brunnen an der Wand gefesselt. Ich berichtete Nihabat davon. Doch bisher haben wir noch keine Idee, wie wir ihn da rausholen können. Wir wissen auch nicht, ob Nihabats Vater Aslaban davon weiß. Er mag Sedef wohl sehr und wird nicht erfreut sein, dass dieser seinen Bruder festhält. Oder doch?

Vielleicht haben Imion und sein Freund Hamil eine Idee! Für Geschichten, so wichtig sie auch sind, um die Geschehnisse den Nachkommen zu hinterlassen, ist später noch genug Zeit. Wir müssen das Rätsel der Sanduhr in unseren Träumen entschlüsseln. Dafür sind wir hier.

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Kelvas Erlebnisse

Nach Süden

— als Kelva von den Kisa-Nivayak —

Sie haben einen gemeinsamen Traum. Von den Manikku geschickt. Er handelt von einem ihnen unbekannten Artefakt. Und diesem Traum folgen sie. Sie folgen den Erzählungen der der Alaani nach Süden. Weit in den Süden. Von den Nivesenlanden bis in das Diamantene Sultanat. Der Elf mit dem silbernen und die Nivesen mit dem roten Haar schaffen es dabei alle kulturellen Eigenheiten der durchquerten Lande zu umgehen, indem sie sich in der Nähe von Wäldern aufhalten und sich von ihnen ernähren. Unterwegs beschäftigen sie sich viel mit ihrer Musik und der Schönheit der Landschaft sowie mit ihrem eigenen kulturellen Erbe. Demzufolge sind sie vollkommen unbefleckt, als sie später das erste Mal in Kontakt mit den hiesigen Einwohnern treten.

Eines Abends treffen sie – völlig überraschend und unerwartet – die Dekurio, Verzeihung, die Optio Surtha aus dem Bosperanischen Reich wieder, die in nun geheimer Mission mit vier ihrer Legionäre nach Feinden ihrer Nation Ausschau hält. Die Optio nimmt die Begegnung mit ihren alten Bekannten weit weniger entspannt auf, als die beiden Nordländer. Gar hadert sie dem Schicksal, dass ausgerechnet hier,  ausgerechnet zu dieser Zeit und ausgerechnet diese Beiden ihren Weg kreuzen. Sie ahnt bereits, dass es sie viele Nerven kosten wird, diese entrückten Geschöpfe sicher durch die Lande zu geleiten und nebenher ihre höhst eigenartige Mission zu erfüllen. Denn prompt  haben sich der Bogenschütze und die Schamanin mit dem Verweis auf ihre göttliche Mission ihr und ihrem Gefolge angeschlossen und sorgen sogleich für ordentlichen Wirbel, da sie die Bräuche nicht kennen und sich den einen oder anderen Bardo leisten und leisten werden. So hat Kelva zum Beispiel dem Sohn der Hausherren ein rasch aus dem Schilf seines eignen Flusses gebasteltes Amulett als Gastgeschenk überreicht. Umso erstaunlicher ist, dass sie damit ungeschoren durchkommen. Ihre naive und unvoreingenommene Art scheint den hiesigen Herrschersohn so zu inspirieren, dass er sich – aus der Langeweile heraus – bemüht, mit Hilfe eines seltenen Buches, die Sprache der Nivesen, das Nujuka, zu erlernen, in der Kelva und Imion die ganze Zeit munter vor sich hin plappern.

So bestaunen sie dabei, was es hier so alles gibt und sind ganz fasziniert von den Lebensgewohnheiten und Bauweisen der Tulamiden. Auf Kissen sitzend genießen sie feinstem Tulamidischem Tee und vergleichen ihn ernsthaft mit dem Tuuki.

Sie treffen im Anwesen auch einen Brieffreund von Imion, der ihnen ein wenig über die Eigenschaften von Sanduhren erzählen konnte und ihnen Anhaltspunkte gab, was es damit auf sich haben könnte. Die erste Spur führt nach Elem (Selem), den Sündenpfuhl Aventuriens. Sofort sind Imion und Kelva bereit sich in die Sümpfe zu wagen. Denn Imion kennt sich mit Sümpfen aus! Doch Surtha sieht bereits die Probleme, die auf sie zukommen werden und rät ihnen davon ab.

Wie es nun mit ihnen weitergeht, wird die Zeit zeigen. Vielleicht gibt es im Hause des Herrschers noch den einen oder anderen Hinweis, der ihnen weiterhilft.

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Kelvas Geschicke