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Ruhm und Ehre! Oder Tod und Vergessen?

Erschöpft lässt sich Ragnar am Lagerfeuer nieder. Erschöpft! Wann war das letzte Mal ein Thorwaler erschöpft? Vermutlich am Ende der Überfahrt aus den Güldenlanden! Andererseits, wer in so kurzer Zeitfolge so häufig das Salz in Swafnirs Reich riechen konnte, der durfte es sich erlauben erschöpft zu sein – selbst als Thorwaler. Sogar selbst als Thorwahler aus Enqui. Und bekanntlich sind das die Ausdauerndsten. Ein wenig strafft sich Ragnars Sitzhaltung. Dieser Wald hat seinen Namen redlich verdient. Es fing ja alles sehr angenehm an. Gut, die Flussüberquerung lief nicht optimal für mich, aber die beiden Scharmützel mit den Wölfen waren doch amüsant! Und sie scheinen einen ganz angenehmen Nebeneffekt zu haben. Wendeline scheint mir nicht ganz abgeneigt zu sein. Und sie ist eine sehr ansehnliche Dame. Was wohl Karan davon halten würde? Warum mach ich mir eigentlich in solchen Situationen immer Gedanken über Karan? Gut, ich mag ihn und er liegt mir sehr am Herzen, aber ich kann doch machen was ich will! Bei ihm weiß man aber auch nie, woran man ist. Aber eigentlich ist das derzeit nebensächlich. Ich muss scheinbar an diesem Ort meine ganzen Gedanken auf mein Überleben fokussieren. Ja, die ersten beiden Wolfsangriffe waren nett. Aber der dritte? Arg! Ich schäme mich so! Ausgerechnet ich werde von ihnen überrascht! Langsam reicht es mir andauernd gerettet zu werden! Karan, Ludevico, Wendeline, in wessen Lebensschuld soll ich denn noch stehen!? Wenigstens beim Oger konnte ich mal etwas behilflich sein. Wobei ich finde, dass ich dieser Gruppe mehr helfe, als sie mir zugesteht. Ich habe ja nur eine Brücke gebaut, einen Djinn besiegt, unsere Sachen getrocknet, die Wölfe verjagt, den Esel gerettet und wer weiß was noch. Aber wahrscheinlich ist es die Angst vor unbekannten Mächten, die die Gruppe sich zurückhalten lässt. Wobei sie sich ja dahingehen auch schon etwas geändert haben. Wie dem auch sein. Wie sagte mein Vater immer? Vergiss den gestrigen Ärger, wenn morgen Gefahr dich bedroht. Und das tut sie ja wohl, wenn man bedenkt, dass wir durch einen Wald voller Orks marschieren wollen. Ragnar nesselt an seinen Taschen rum und holt zwei Holzscheiben hervor. Ah meine geliebt Vargruna! Das beste, was uns die Götter nach Dere geschickt haben. Sollen die Orks nur in Scharen kommen. Mit dir in meinen Händen droht mir keine Gefahr. De döds dread is död. Hahaha. Wir werden hier nicht sterben und von der Welt vergessen werden! Nein, wir werden diese Quelle finden und zurückkehren. Und es werden Lieder auf uns gesungen bis in alle Ewigkeit! Plötzlich steht Ragnar auf und sieht sich um. Pünktlich zur fertigen Suppe.

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