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Geheimnisvolle Nachrichten

Auf meinem Zimmer im Gasthaus in Mahtab fand ich ein Schriftstück, zwischen dessen Pergamentbögen das Traviaamulett lag, die Seiten waren von einer feinen und grazilen Schrift geziert, die angenehm zulesen war. Es begann mit einem förmlichen

An Nehazet ibn Tulachim, Magus, Magokrat und mehr,“  um dann rapide im Ton umzuschlagen und zu einem persönlichen Brief zu werden,“ diese Zeilen werden dich kurz nach Delias Rettung erreichen, es ist wichtig das du dir langsam eingestehst, das die Trennung von Zafia, deinem Theorem, dich schwer getroffen hat, schwerer noch als damals die Schriftrollen mit den tulamidischen Sagen die im Khunchomer Hafenbecken landeten, du musst dir eingestehen, das deine Liebe gekränkt wurde, und das in mehrerer Weise, nicht nur das die Göttin des Ehebundes es verweigerte das du mit deiner Liebsten in den ewigen Bund tretest, nein auch das plötzliche verschwinden deiner Liebsten daraufhin, kränkte und verletzte dich, doch anstatt dich dem zu stellen hast du den einzigen Ausweg gesucht, welcher dir bekannt war, du hast dich in deine Arbeiten gestürzt, übrigens ein herrlicher erster Artikel für den aventurischen Boten, ich denke immer wieder gerne an diesen, auch wenn er leider etwas sehr verstümmelt wurde, aber das dieser Ausweg nur zu einem aufschub führt, ist verständlich, auch wenn das eingestehen dieser essentiellen Schlussfolgerung noch etwas dauern wird für dich. Dir deine Emotionale Aufruhr zu nehmen, so schmerzhaft diese auch sei, wäre zwar möglich aber der falsche Weg, vor allem nachdem was du von Delia gelernt hast, das Feuer der Emotionen zu nutzen um die satuarische Magie zu verstehen und dabei deine Gefühle als verständiges Element deines Wesen zu integrieren, um einen Ausgleich zu deiner überbordenen ratio zu schaffen, ist eine einfache Notwendigkeit, zumal dir dies später gestatten wird, die dir vorbestimmte gefunden haben zu werden, welche deinen Schmerz vollends lindern wird, auch wenn du dich dafür ersteinmal verlieren musst, aber gute Freunde hast du durch alle Zeiten immer wieder gefunden, so dass auch diese dir beistehen werden, so wie es aktuell der fall ist, auch wenn das vertrauen auf diese dir im Moment schwerfallen mag, handelt es sich doch um lauter weltfremde Tore, aus deinem Blickwinkel, die die wichtigsten Sachen, welche die Welten zusammenhalten und funktionieren lassen nicht sehen, auch wenn du durch neue Erinnerungen nun auch dazu einen weiteren Blickwinkel kennst, so bedenke, es gibt verschiedene Arten von Intelligenz. Die deine war schon immer eine systematische, welche dir auch erlauben wird die Magie in ganz neuer Form zu verstehen und effektiv an Problemen der, nunja nicht profanen Elemente zu arbeiten. Die der anderen ist brachialer (Sieghelm/Azina), empathischer (Delia) und auf lehrende/weisende (Jane) Art ausgerichtet, die alle für sich ihren Vorzug haben mögen, was dir bestimmt gerade bewusst wird, da du nun ja auch die Erinnerungen von Delia teilst und damit auch etwas empathischer wurdest und du dadurch mehr über deine Gefühle, durch die Erinnerungen an ihre Gefühle, lernst und vor allem auch lernst, nicht an ihnen zugrunde zu gehen, diese zu überwinden/verarbeiten. Insofern mögen diese Toren, zwar fremd in der Welt, aus deiner Perspektive sein, aber sie sind deine Toren, so wie du ihnen im gleichen maße fremd bist und dennoch stellt diese ungewöhnliche Mischung eines der höchsten Potentiale da, das wahrscheinlich zu finden sein wird, im Aventurien der Gegenwart. Als Zeichen dessen das dort draußen noch jemand auf dich wartet, der dich vervollkommnen wird, habe ich die Freiheit bessesen und dein Amulett beigelegt, wenn du dir die Zeit nimmst und die anderen und deren Wesen genauer zu beobachten, so fällt dir bestimmt auf, das diese ihren Gottheiten näher gekommen sind, Azina die ihren Weg der Jagd nach Firuns Geboten weiter beschreitet oder Sieghelm der sich darum müht seinen eigenen Weg auf dem Pfade der Löwin zu finden, deuten darauf das auch du eine Erfüllung auf eine Art und Weise finden wirst die zu Travia passt, all der Schmerz wird sich also ausgleichen und dadurch zu einer noch größeren Wertschätzung der sich daraus ergebenden Keimzelle deiner Familie werden, zumal du Sie schon kennenlerntest. Noch ein paar Worte zu deinen, nunja ungewöhnlichen Problemlösungsstrategien, die dir momentan einfallen mögen, ich gebe zu Sie waren sehr effektiv, das gilt auch für den Schamanen Azad, aber auf lange Sicht musst du eine geistig stabilere Lösung finden, und sei es einfach um dich und deine Freunde zu schützen, den es ist zwar unwahrscheinlich das du dich dermaßen verkalkulierst das es zu einer unabwendbaren Katastrophe führt, aber nicht unmöglich. Und wenn du ruhigen Kopfes darüber nachdenkst, wirst du zu dem Schluss kommen, das deine Gruppe einem wandelnden karmatischen Kausalknoten gleicht, was das unmögliche beinahe schon zum Standard auf euren Reisen, oder zumindest sehr viel wahrscheinlicher, macht. Auch wenn es dir schwerfällt, so musst du dich auf die Reise der Aufklärung deines Geistes begeben. Übrigens sobald du die kleine Astralemanation absloviert hast, solltest du dich genauer in dem Keller der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis umsehen, diese Reise in die Vergangenheit deiner Ausbildungsstätte, dürfte dich ein gutes Stück auf deinem Weg vorran bringen und deinen Freunden helfen dich besser zu verstehen, auch wenn dazu erst eine Astraleebene konsultiert werden muss.

Gezeichnet um euch L.a.B.sâl al’Aschtrani zu spenden

Dabei wurde ich beim lesen des Briefes ruhiger, es war als würde eine vertraute und doch ferne Präsenz, so als würde da etwas warten das sich meinem Blick entzog, an das ich mich nicht mehr erinnern konnte, meine Emotionen beruhigen und der Trauer den ersten Weg nach draußen geleiten, damit fielen dann auch die ersten Tränen die ich seit langem verschüttet hatte von meinen Augen, es dauerte etwas bis ich mich fassen konnte und mir ein Satz auf der letzten Seite, dazwischen waren einige leere Seiten, auffiel „Verschütte die Tränen nicht, du kannst Sie noch gebrauchen.„, es dauerte wiederum eine Weile  bis sich mein beschäftigter Geist zu einer Entscheidung sammeln konnte und ich begann die Tränen zusammeln, mein Kopf war so benebelt von dem wechselspiel der Emotionen das mir gar nicht in den Sinn kamm zu fragen, warum einige leere Seiten beilagen.

In Khunchom, Anwesen von Lechmin ai Battuhzen:

Lechmin wandte sich von dem silbernen Bassin in dem sich das Bilde Nehazets auflöste ab, das die Trauer so stark war, war ihm nicht bewusst, doch die jahrelange Erfahrung, lehrte ihm dies zu verkraften und er wusste das die wechselseitige, wenn auch kurze, Verbindung den ersten wichtigen Anstoß zur Bewältigung der Emotionen geben wird, es war getan, der kühlen ratio Nehazets waren nun die lodernen Emotionen entgegengesetzt, auch wenn dies dazu führen würde, das er eine weile etwas wunderlicher und unausstehlicher sein mag, oder zumindest schlechter gelaunt, würde es sich doch rentieren, langfristig, eventuell würde er sogar nun soweit gehen können und spendenen Trost in der Gemeinschaft seiner Freunde finden, doch das erschien unwahrscheinlich,  hmm, unwahrscheinlich, was wiederum bedeutet das es sehr gut wahrscheinlich sein könnte, musste Lechmin kurz daran denken.

Er begann einen neuen Brief aufzusetzen, welcher mit einer alten magischen Feder geschrieben wurde,

Isaria, wie wir schon wussten, geht es Delia mittlerweile wieder gut, die junge Freundin von Delia, die Neckerfrau ist auch wohlbehalten in Khunchom angekommen, und wie geplant wurde sie von Malzan/Goswin/Hanert/Reonar/Fuchs aufgelesen, die ersten Schritte auf ihrer Reise ihre Mutter wiederzufinden sind also getan, ich bedanke mich noch einmal für deine Hilfe dabei, sind meine Möglichkeiten doch durch den gehörnten Wächter und seinen eifrigen Wächter stark eingeschränkt, andererseits scheint es das richtige zu sein die jungen Wesen auf den richtigen Weg zu setzen und zu ihrem Seelenfrieden beizutragen. Nehazet wird demnächst wohl mit einer interessanten Bitte an dich herantreten, die aber ziemlich vorhersehbar ist, wenn man ihn kennt, bedenke es gut. Aber der wahre Grund für die Nachricht ist der folgende, ich habe einen Holzanhänger auf dem Ritualplatz verloren, das muss wohl bei der Übergabe der Flasche, die den Geist enthielt, der Lunaluo nach Khunchom trug, oder unserem Gespräch danach, geschehen sein, ich konnte ihn in dem großen Feuer lokalisieren, doch deswegen nach Mahtab zu reisen, vor allem da ich erst wieder zurück gekommen bin, und mich mit Alyssia hier um wichtige Angelegenheiten kümmern muss, erscheint mir etwas überstürzt, könntest du den Anhänger bitte heraussuchen und entweder verwahren oder mir zukommen lassen, ich sollte mir wirklich langsam mal ein Haus in deinem Dorf zulegen, das würde das Transportproblem vollends eliminieren.

Gezeichnet, Lechmin ai Battuhzen„, er sprach ein paar Worte und die Nachricht verschwand um wundersamer Weiser wieder an anderer Stelle aufzutauchen, und zwar an einem Ort wo Isaria sie schnell finden möge.

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