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Kreis der Verdammnis

‚Sieghelm! Nun wach endlich auf! Musst Du Dich denn immer bitten lassen?!‘ dachte Delia sich. Neben dem verzweifeltem und offensichtlich nutzlosen Versuch ihre Gefährten mittels Rahjas Gaben zu stärken und den Feind zu schwächen, konzentrierte sich die Hexe wieder auf ihren Freund Sieghelm. Es war schon etwas her, als sie ihn das letzte Mal massierte. Dieses Mal war es jedoch weniger erotisch und entspannend. Ihre Arme und Hände schmerzten, da die verkrampften Muskeln Sieghelms sich nur schwer lockern ließen. Was auch verständlich war. Delia war sehr froh, dass ihr Freund noch am Leben war. Die Götter mussten ihn und ihre Gruppe wahrlich lieben, wenn sie alle solche Strapazen überstehen konnten.

Nicht nur der Liebe der Götter wegen, sondern hauptsächlich für ihre Freunde machte sie weiter. Selbst wenn die Vortexwesen über sie herfallen würden, würde sie nicht aufgeben. Sieghelm würde bald wieder aufstehen und sie beschützen, wie er es immer tat. Auch seine Abwesenheit konnte ihr diese Zuversicht nicht nehmen. Der Streiter Rondras würde immer da sein, um sie in der dunkelsten Stunde zu beschützen. Falls er nicht da war (wie letztens unter dem Berge), dann war die Stunde noch nicht dunkel genug!

Dann hörte sie Igans Zweikampf mit seinem dunklen Selbst. Delia bewunderte Igan. Er hatte sich wahrlich gut gemacht. Selbst wenn er nun sterben würde, hätte er den Frieden mit den Göttern gefunden. „Ich vergebe Dir!“ rief der Streiter der Rose und die Dornenzunge besiegte sich selbst. Sie ließ von Sieghelm ab, um sich den lebensbedrohlichen Verletzungen von Igan zu widmen. Während sie den Hexenspeichel, mit einem innigen Kuss verabreichte, hörte sie die Stimme Traviaholds. „SIGGI!“ rief er. Immer noch Igan küssend blickte sie hinüber zu Sieghelm. Dort stand er, noch etwas wackelig, aber er war wieder da. Seine Freunde hatten ihr Möglichstes getan. Heilzauber, Segen und Gebete lagen auf Sieghelm und Flüche auf seinem Gegner. Nun würde der Seelenfresser sein blaues Wunder erleben und endgültig besiegt werden. Da war sich die Rose Alverans sicher.

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