Sieghelm ritt zusammen mit den anderen in Richtung Firun, mit jedem Schritt den sie taten, wurde die Luft reiner und wohlriechender, denn der Weg führte in das Kaiserreich – bald würde er dieses für ihn leidlich gewordene Land verlassen. Sieghelm war froh, denn bald würde er wieder darpatische Wiesen unter seinen Füßen spüren können. Die Heimat war nicht mehr weit. Doch vorher galt es einen Abstecher zu Delias Heimat zu machen. ‚Nur einen Tag Umweg‘ hieß es. ‚Was sollte schon groß passieren?‘ dachte sich der Krieger. Mit vor Stolz angeschwollener Brust und Rondras ehrbarem Schwert mit dem bosparanischen Namen ‚Custos tonitrus honoris‘ auf dem Rücken, würde sich nichts und niemand mehr freiwillig in Sieghelms Weg stellen.
Die letzten Tage waren denkwürdige Tage – Sieghelm war nicht nur Sieger der Turnei, sondern auch noch Empfänger des prächtigen Anderthalbhänders, welches von der Donnernden selbst nach Dere gesandt wurde um nun endlich in den Händen des tapferen Streiters gehalten zu werden. Auch wenn er den finalen Kampf gegen den Rondrageweihten verloren hatte, so war es dennoch ein guter und ehrvoller Zweikampf zu Ehren der streitenden Göttin. Sieghelm hatte ihr seinen Mut, seine Stärke und seinen schier unerschöpflichen Willen nach einem ehrvollem Kampf unter Beweis gestellt. Sein Geist war rein, er war bereit ihr Schwert und Schild auf Dere zu werden und so lange zu Kämpfen bis das der letzte Tropfen Blut in ihren Namen vergossen wurde. Junker Sieghelm Gilborn von Spichbrecher war bereit – neuer Mut floss durch seine kampfgestählten Muskeln – bereit sich jedem Gegner entgegenzustellen den die Diener des Bösen ihm wagten entgegen zu stellen. Mit dem Anderthalbhänder in der Hand und dem Mut von hundert Kriegern in den Adern würde er stets vorrangehen, Sieghelms Rolle in dieser Welt war gezeichnet, sein Schicksal geschrieben. Nun war es an der Zeit diesen Weg zu beschreiten und dabei Ruhm und Ehre zu mehren, doch nicht im Namen des Hauses Spichbrecher – sondern im Namen Rondras!
„Ich brauche einen neuen Namen … „ flüsterte Sieghelm seinem Dackel Pagol zu als die Reisegruppe Unterwegs eine Rast machte. Die Heimat von Delia sollte nur noch wenige Stunden entfernt sein. Sieghelm saß auf einem Stein und strich mit der Hand andächtig über die Klinge des Schwerts. Die anderen waren gerade zu sehr mit sich selbst beschäftigt um den Monolog des Kriegers mitzubekommen. Selbst Rondrian, der neue Waffenknecht des Herrn war gerade etwas Abseits mit der Waffenpflege beschäftig. Pagol schnüffelte an der Klinge. „Nein, nicht für das Schwert … Pagol.“ raunte er leise. „Für mich!“ Pagol sah etwas verwirrt zu seinem Herrchen auf und legte den Kopf schief. „Mit dem ‚Donnernden Wächter der Ehre‘ in meinen Händen, werde ich nicht mir oder meiner Familie, sondern der Leuin Ehre bringen, und das kann ich nur wenn ich einen Kampfnamen habe und den Namen Spichbrecher ablege …“ Sieghelm strich wieder über die Klinge und schloss die Augen. Seine Hände umschlossen dabei die Schneide, er erspürte seine innewohnende Kraft, sein loderndes Feuer und seine donnernde, bebende Stärke. Mit diesem Schwert würde er über all jene die es Wert waren wachsam sein, bis die Leuin beschloss ihn zu sich zu holen. Ein Geistesblitz durchzuckte ihn – das war es! Sein neuer Name, er würde ihn fortan tragen. Mit ihm würde er der Herrin Ruhm und Ehre bringen: Heute war er geboren, hier auf diesem kalten Stein irgendwo im Nirgendwo zwischen dem Beyrounat Baburin und dem Königreich Perricum. Sieghelm stand auf und ging zu seinem Pferd, es war noch früh den Namen seinen Gefährten mitzuteilen, denn er würde ihn nur im Gefecht annehmen – doch dafür war es noch nicht an der Zeit. „Wir gehen weiter.“ rief er seinen Gefährten zu, die sich sofort aufmachten ihr Gepäck zusammenzutragen. Was zurück blieb war ein in den Sand gekritzelter Name: DONNERWACHT
Donnerwacht! Wie episch! Gefällt mir und passt sehr gut zu unser aller Hauptmann!
Die Idee dahinter ist, dass sich Sieghelm mit diesem Namen einen „Kampfnamen“ macht. Er will ja irgendwann einmal zum Ritter geschlagen werden … und dann soll es heißen:
„Junker Sieghelm Gilborn von Spichbrecher, geht auf die Knie … “ … dann die Zeremonie, und dann: „Erhebt euch, Ritter Sieghelm Gilborn von Donnerwacht.“
Ja, sehr schön, gefällt mir sehr gut! Auch der Name des Schwertes: „Donnernder Wächter der Ehre“. Passt perfekt zu unserem aktuellen Rollenspiel und Sieghelms Rolle. Ich werde die Beschreibung des Schwertes beizeiten vervollständigen und online stellen.