Button

Eine dritte Fraktion

Unglaublich! Da liegt man einmal unschuldig in der Badewanne, ist kurz davor sich ein wenig aufzutakeln, um den Ruf der wilden Frau etwas zu mildern – warum eigentlich? So schlecht ist der doch gar nicht! Eher schmeichelhaft, wie ich finde. Und natürlich ist es nicht schlimm in einen Eimer zu pinkeln. Aber … Nein … also … Nein! Ich entscheide, wohin ich pinkle! Frechheit. Einer Dame … so etwas anzutun … na ja, ähm … egal … – und schon kommt Igan mit unglaublichen Offenbarungen daher.

Es war ja absehbar, dass die Sache mit dem Feigling noch nicht zu Ende war. Aber mit so etwas rechnet doch niemand! Wenn Auserwählte der Götter ihren Glauben verlieren, werden sie zu gefallenen Ankern und ermöglichen dem Vortex den Vormarsch nach Dere bzw. in unsere Sphäre, wie Nehazet es ausrücken würde. Dann werden uns die Armeen des Blutkaisers vernichten oder versklaven.

Ich bin gespannt, was Nehazet zu alledem sagen wird. Und ob er sich noch immer mit einem der Magier des Blutkaisers über die „Expertise“ unterhalten möchte. Ich hoffe, er ist in seinem Glauben an die große Mutter nun ein wenig gefestigt. Wenn ich es recht überlege, muss es sogar so sein. Wenn die Male des Blutkaisers auf den Schultern von Delia und Nehazet verschwunden sind … bedeutet dies, dass die Kraft der Götter in ihnen nun stärker ist? Igan erwähnte, dass Turnaak’riin … Tornado … meinte, dass sie nahe daran waren sie zu holen. Waren damit die Male an den Schultern gemeint? Auch Igan hat von so einer Stelle berichtet. Nur, statt sich an Rondra zu wenden, hat er den Mut verloren und wurde überwältigt. Schwächling! Aber kann er noch gerettet werden? Kann er seine zweite Chance erhalten? Er sagt zumindest, dass er bereut, dass er den Göttern wieder näher ist. Dafür spricht die Bereitwilligkeit uns Informationen über den Vortex zu geben. Es könnten aber auch Falschinformationen sein. Den Kampf gegen die Dämonen unter dem Berg kann man nicht für ihn und seine Gesinnung auslegen. Haben wohl auch die Dämonen ein Interesse daran, den Vortex von uns fern zu halten. Aus eigennützigen Interesse natürlich. Eine Armee Hölleneisenkonstrukte sähe der Blutkaiser sicher nicht gern in seiner neuen Welt. Wie dem auch sei, wir müssen ihn im Auge behalten. Schon allein aus dem Grund, weil er ein Anker des Vortex ist und die Verbindung gewollt oder ungewollt aufrechterhält. Die Frage ist: Hat Igan tatsächlich seinen freien Willen noch? Und wie stark müssen die Verlockungen und Versprechungen des Blutkaisers sein, dass Turnaak’riin sich für seine Sache einsetzt? Kann man mit ihm sprechen? Oder ist es sinnlos? Vielleicht kann auch er eine zweite Chance erhalten. Wenn die Anker dem Blutkaiser entfallen, ist Dere gerettet! Oder müssen sie dafür sterben?

In jedem Fall ist es nun eindeutig: Wir dürfen den Glauben an unsere Götter nicht verlieren! Ganz gleich, was auch geschieht. Sie sind so stark, wie wir es sind!!

Soll Turnaak’riin doch kommen! Sieghelm wird ihn im ehrenhaften Zweikampf besiegen! Ich werde nun sein Schwert an mich nehmen und es nicht mehr aus den Augen lassen, bis es in den Händen seines Besitzers ist! Sonst kommt der Feind noch auf die Idee, es verschwinden zu lassen.

______________________________

Azinas Gedanken

Gans in Gedanken

Auf „seinem“, ihm ist durchaus bewusst das der Terminus, als Gast des aktuell nicht mehr angwesenden Burgherren, nicht gans korrekt ist,  Zimmer war Nehazet gans in seinen Gedanken versunken, wie schon oft davor und wahrscheinlich auch danach. Er hatte zwei Schriftstücke gefunden, an welche er sich gar nicht mehr erinnert hatte, sie geschrieben zu haben, nunja jeder kann ja mal was vergessen, waren ja auch nicht wichtig, ein paar Zahlen, davon gibt es ja schon ausreichend und noch eine kleine Verteidigung seiner selbst, bezüglich der Kenntnis des Memorabia Cantus, wahrscheinlich mit aufgewühlten Emotionen und gans geschwindter Feder verfasst nachdem er der Manipulation der Gedanken seiner Freunde und Gefährten beschuldigt wurde, was ja nun wirklich gänslich ungeheuerlich war. Jeweils eines der Blätter war an Jane und Delia addressiert, nunja war jetzt wohl nicht mehr wichtig dachte er sich.

Stattdessen kreisten seine Gedanken gans um die himmlische Mutter, welche ihm mit einer Vision und der Bekanntschaft einiger seiner Vorväter, für den letzten Götterlauf „belohnt“ hatte. Er war schon auf Zafias Reaktion darauf gespannt.

Kurz ließ er seinen Blick über „sein“, siehe oben, Zimmer schweifen und er erblickte seine verschließenen Sachen, achja darum muss ich mich ja auch noch kümmern, aber vorher sollte ich ein echtes Bad nehmen, das vorhin war zwar eine reinliche Kurzlösung aber so gans zufrieden bin ich damit auch nicht, der Schleim des Dämons ist zwar gänslich von meinem Körper entfernt, aber so wirklich fühle ich mich noch nicht zu gänse befreit vom dämonischen unrat, außerdem könnte das Wasser den Verletzungen gut tun, oder? dachte er sich, als er seine Sachen nach praktikablen Ölen und dergleichen fürs Baden durchsuchte, ich sollte mich in Khorrestan unbedingt darum kümmern, mittlerweile funktioniert die Wasserversorgung ja wieder, Dschinn sei dank., dabei fand er allerdings eher Dinge, welche in anderen Belangen hilfreich wären, oder auch nicht, aber zum Baden wahrscheinlich wirklich ungeeignet waren, na mal sehen was so da ist.

Und so trat, sehr spät am Abend, nocheinmal der Seelensammler seine Reise durch den Flur des Bergfriedes an, doch diesesmal nicht um Seelen zu sammeln. Es dauerte zwar anschließend noch etwas mit dem Wasser, aber irgendwann war auch das Problem gelöst und eine der Mägde um eine Erfahrung reicher, welche wohl noch für die nächsten Götterläufe ausreichen dürfte und das vertrauen in Travia gänslich verändert haben mag, aber wer kann soetwas schon genau sagen?

Im Wasser des Bades entspannte sich der ganse Körper Nehazets und seine Gedanken begannen alsbald zu kreisen, und Verse einer Dichtung, wahrscheinlich keiner sonderlich guten, begannen sich in seinem Geiste aneinander zu reihen,

Ob aus dem Turm

oder bei den Zwergen

tief unter den Bergen

gar im dämonischen Wurm

ist es wichtig

und auch richtig

an Travia zu glauben

denn Familienbande erlauben

nicht nur das hüten des väterlichen Laden

sondern auch Gäste zuladen

Alsbald wird gelacht

über das was noch vorkurzem ungedacht

nein das sollte er wirklich lassen, dachte er sich, die Dichtung ist nicht gans dicht, sie kann wohl eher als löchrig bezeichnet werden, entrinnt ihr doch die himmlische Schönheit seiner ehrfürchtigen Gedanken. Lieber bleibe ich bei dem mit dem ich mich auskenne, hmm vielleicht sollte ich einen Schal stricken, die Kleidung, welche ich zum Berg mitnahm ist ja doch ruiniert, und so ein Schal ist bestimmt praktisch, ob ich ihn auch als Turbantuch verwenden könnte? Aber wieviel Wolle braucht man für so einen, ob zwölf Göttergefällige Schafe reichen, mit Kamelen ließe sich irgendwie leichter rechnen, ich könnte die Wolle eines jeden Schafes einer der Gottheiten entsprechend färben und diese dann zu einem Schal zusammenfügen. Obwohl, nein das war nicht das worüber ich nachdenken sollte, aber über Kalkarib nachzudenken entbehrt auch jeglicher Logik, zumal ich doch an meiner nicht Frevelvermutung gans leise zweifel hege, ach mit etwas Gottvertrauen wird er sich schon wieder anfinden lassen, Delia und ich wir müssen nur fest an unsere Götter glauben und die Familie Isariasunnis wird alsbald wieder in gänse vereint sein. Was noch, achja neue Artefakte, wobei mir einfällt Delia hat ja noch meinen Ring, naja mit meinem Gottvertrauen brauche ich das Spielzeug wohl nicht mehr…

Wo war ich, achja Artefakte, ein Motoricus Artefakt, wäre angebracht, ist der Zauber doch recht vielseitig, vielleicht würde sich eine Zange als Objekt der Verzauberung eignen, hmm ich könnte es als arkan kontrolliertes Werkzeug titulieren.

Ob es hier in der Bibliothek auch interessante Bücher über die Götter gibt, ich kann mich gar nicht erinnern darauf geachtet zu haben bei meinem letzten Besuch in der Bibliothek, seltsam.

So und ähnlich verbrachte der Adept noch einige Zeit im Bade, während dessen er nicht nur dachte sondern auch handelte. Aber, die Zeit aus den Augen verloren, bzw. nie richtig in den Augen gehabt, begab er sich bald* wieder in „sein“ Zimmer um sich gans seinen Träumen zuzuwenden. Mit seinen Gedanken noch immer gans bei Umm und den Verwandten.

Gefühlschaos

Die Schlacht ist geschlagen.

Sie bückt sich und hebt die weiße Feder mit der schimmernden blauen Spitze auf und schaut wehmütig in die Ferne. Sie kann den stolzen Hippogriff nicht mehr erblicken. Leise flüstert sie im Wind: „Ich danke dir. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder. Gehab dich wohl.“

Sie krault Elfenbein den Hinterkopf. „Komm, machen wir uns an den Abstieg.“

Sie schweigt während des langen Abstiegs nach Hochstieg und beobachtet die geschundenen Menschen um sie herum, die sie hin und wieder neugierig betrachten. Einige von ihnen hat sie persönlich verbunden. Allen jedoch gab sie Hoffnung im Kampf gegen den Wurmdämon, der so viele von ihnen auf dem Gewissen hatte. Oft schlug sie vom Rücken des geflügelten Pferdes den Speer Firuns in den unseeligen Leib, bis er schließlich vor ihrer aller Kraft kapitulierte und leblos in sich zusammensackte. Diese Menschen haben Großartiges geleistet. Das ganze Ausmaß der Tragödie, die sich in den letzten Stunden abgespielt hat, hat die Botin Firuns noch nicht erfassen können.

Es ist schön sie alle zu sehen. Zum Glück sind sie noch am Leben. Ich kann nur erahnen, was sich hier zugetragen hat. Es gibt viel zu erzählen.

So nennen die Menschen Jane Heerführerin. Welche Umstände mögen dazu geführt haben? Nehazet krabbelte aus dem Maul des toten Dämons! Und dennoch hat er überlebt. Wieder einmal. Warum überrascht mich das nicht? Delias Mann habe ich im Gegenzug noch nicht gesehen … Der Bruder von Spichbrecher erfreut sich bester Gesundheit. Nur warum trug er Nehazets Amulett? Selbst der verschollene Thorwaler, der sich als Erwählter Efferds entpuppte, ist wieder aufgetaucht.

Doch am meisten, muss ich sagen, überrascht mich Igan. Wie bei Phexes Geschick, kommt er hier her? Ich dachte, er sei tot, umgekommen in dem Feuer damals? Ich war mir sicher, da Sieghelm nun das Amulett Rondras „trägt“. Doch nun muss ich erfahren, dass er zwar lebt, aber sich Rondras Gunst als unwürdig erwiesen hat. Für diese Schwäche verachte ich ihn! … Aber ich bin froh, dass er lebt. Ich werde mich später noch einmal mit ihm unterhalten, wenn es ihm besser geht. Delia lässt ihn nicht aus den Augen. Sie vermutet wohl einen Verrat. Aber Igan ist ein guter Mann. Ja, er war ein Feigling. Ja, er hat Rondras Ideale verraten. Aber er ist doch kein Dämonenfreund! Und hat er nicht ebenfalls tapfer gegen den Wurm gekämpft? Ist er nicht in demselben Kampf schwer verwundet worden? Er hat Mut bewiesen, seinen Mann gestanden! Haben wir nicht alle eine zweite Chance verdient?

Was sie wohl zu meiner eigenen Geschichte sagen werden? Auch bei mir hat sich viel zugetragen. Firun hat mich geprüft. Und als ich scheiterte, rettete mich seine Tochter Ifirn in Gestalt von Elfenbein. Wieder einmal habe ich eine weitere Chance erhalten. Aber ist nicht das Aufstehen nach einer Niederlage unsere eigentliche Stärke? Unser gemeinsamer Weg ist noch lang, meine Freunde, und wir stehen erst am Anfang. Es wird noch viel geschehen. Viel Leid und Schmerz wird über uns kommen. Wir müssen stark sein!

Bakkus ist tot. Erschlagen von einem mächtigen, gut aussehenden, Mann. Ist es falsch, wenn ich mich für ihn interessiere? Was sagst du dazu Bakkus? War er doch verblendet von seiner Wut und getrieben von seinem Schmerz über seinen Verlust. Ich kann ihm nicht wahrhaftig böse sein. Er ist animalisch und wild. Männlich. Es tut mir Leid.

Sie schlägt für einen Moment die Augen nieder. Beschämt über ihre Gefühle, die sie, ihrer Meinung nach, nicht haben sollte.

Leider hat Garnan bisher verhindert, dass ich mit Boran spreche. Während der ganzen Zeit, musste ich immerzu an ihn denken. Ich muss mit ihm sprechen! Denn ich habe viele seiner Männer getötet. Ich würde es verstehen, wenn er mich hasst. Aber ich hoffe es nicht. Ich hoffe, er versteht, dass ich keine Wahl hatte. Wenn Sieghelm gerettet ist, werde ich eine Weile hier bleiben und von Meister Garnan lernen. Vielleicht verstehen wir eines Tages einander, Shakriin.

______________________________

Azinas Gedanken

Aus der Messe zum Jahrestag der Befreiung des Roten Riesen – 1. Phex eines jeden Götterlaufs

„…Und der Dämon schoss aus der Spitze des Berges, eben hier, wo ich stehe. Und die Menschen, eben in Hoffnung auf die langersehnte Freiheit sahen nun in das vielmäulige Antlitz des Todes! Doch der Geweihte ließ sich nicht beirren und so sprach er:

Ihr freien Menschen auf dem Berg!

Stimmt mit mir ein in den Gesang

wider dem dämonischen Gezücht,

dass unsere Stimme schalle

bis in die Hallen Alverans!

Und die Menschen fassten wieder Mut und einige ergriffen das Wort, um dem Bruder zu folgen und einige griffen das Schwert, um den Worten Taten folgen zu lassen. Und mit lauter und mehrfacher Stimme letzte der Bruder das Gebet fort:

Ihr Götter, unsere Herren!

Sehet den Dämon vor uns Menschen,

die aus vollem Herzen glauben

und wissen von eurer Güte,

von eurer Liebe zu uns,

und von eurem Hass wider allem Dämonischen!

Meine Große Mutter Travia!

Rufe deine Geschwister,

die alten wie die jungen

und lasset eure Macht auf den Dämon

unter euren Augen niederfahren

und ihn vom Antlitz Deres tilgen!

Und Kraft und Mut durchfloss die Menschen, die Krieger und die Helden. Und der Dämon schien verwirrt und seine Tentakeln gehorchten seinem Willen nicht. Die Götter hatten sie erhört! Und mit geeinter Stimme fuhren sie fort:

Oh Götterfürst Praios! Blende den Dämon mit deinen heiligen Strahlen!

So sei es!

Oh große Leuin Rondra! Lasse Blitz und Donner auf den Dämon niederfahren!

So sei es!

Oh du Alter Efferd! Spüle den Dämon mit deinem heiligen Wasser hinfort!

So sei es!

Oh du Schweigsamer Boron! Hülle den Dämon in Tod und Vergessen!

So sei es!

Oh Ewigjunge Tsa! Verweigere dem Dämon deine gütige Erneuerung!

So sei es!

Oh Listenreicher Phex! Lass den Dämon sich in Nacht und Nebel verlieren!

So sei es!

Oh Gebende Peraine! Säe die Saat des Guten unter uns Gläubigen!

So sei es!

Oh Zorniger Ingerimm! Fahre mit deinem brennenden Hammer auf den Dämon hernieder!

So sei es!

Nur diese Götter rief er an, denn die Herren und Herrinnin Travia, Rahja, Hesinde und Firun kämpften schon mit ihren Auserwählten an der Seite des uns heiligen Traviahold! Und die Götter waren angetan von all dem Glauben und Mut, den sie vernahmen. Und sie gaben den Gläubigen ihren Segen! Eine schwarze Wolke formierte sich am Himmel, das Antlitz Praios nicht verhüllend, und zorniger Donner grollte auf die Welt herab. Der Dämon wand sich unter der göttlichen Macht über ihn. Und als der segenreiche Regen einsetzte und alles Übel von den Menschen wusch, fielen sie in unendliche Glückseeligkeit. Und ihre Rufe wollten kein Ende nehmen:

Gelobet seien die Zwölfe!

Und so gedenken wir heute wieder der göttlichen Macht und rufen uns in Erinnerung, dass die Götter gnädig sind und uns in der Stunde der Not zur Seite stehen…“

Alte Verwandte, um ähm… Umm…

Gerade stand ich noch im Gang, als auch schon einstein fiel, danach der nächste und dann noch ein anderer, wir rannten und wurden getrieben von dem Dämonischen Wurm, welcher sich durch das Gestein fraß, wie ein, nunja Wurm durch einen Apfel, eigentlich ja nicht, die Säure, welcher der Dämon dabei nutzte würde wohl jeden Apfel in kürzester Zeit zersetzen, oder im besten Falle ungenießbar machen, aber ich schweife ab. Kaum dem Gestein entwichen, zeigte sich der Wurm im Gestein und schnappte nach anderen und schließlich auch nach mir, was ihm auch gelang, er schluckte mich im ganzen…

Hätte mir jemand vor einem Götterlauf gesagt, das ich mal das Mahl eines Wurmes werden würde, so hätte ich dies für einen, sehr, geschmacklosen Scherz gehalten, doch wie sich herausstellen sollte, würde ich mich als schwer verdaulich erweisen und ihm schlecht bekommen. Aber ich schweife wieder ab, zuerst umfing mich kühle, doch diese wich schnell einer gewissen Wärme, gefolgt von einem Gefühl der Enge und des stetigen Drucks, doch es war gar nicht soo traumatisch, wie ich erwartet hätte, was, gerade im Bezug, auf die doch eher verhaltene, um nicht zu sagen, nicht existente, Beleuchtung faszinierend war…

Hmm, ob sich das als therapeutische Methodik nutzen ließe, ich könnte als Wurmkur bezeichnen…

Während ich da so im Wurm war, fühlte ich, wie mich meine Energie verließ…

und plötzlich hörte ich eine Stimme…

Jene fragte mich nach, Khunchomer Pfeffer…

Verwundert sah ich mich um, ich befand mich in einer mir bekannten Umgebung, in der Küche von Tulachims Heim in Khunchom, so schien es zumindest, vor mir sah ich Schalen mit verschiedenen Gewürzen und erneut erklang die Stimme, welche mich wiedernach dem Khunchomer Pfeffer fragte, ich reichte die fragliche Schale weiter. Doch kaum das ich etwas sinnvolles anstellen wollte, die Bibliothek aufsuchen, wurde ich dazu angehalten Zwiebeln zu schneiden, ich und Zwiebeln schneiden, ich verwieß darauf, das ich kein sonderlich guter Koch sei, und man mich besser nicht in die nähe der Zubereitung von Nahrungsmitteln wissen sollte, doch das störte die drei anwesenden Herren nicht. Nun gut dachte ich mir, nachdem sich die drei mir als Rashid ibn Sherazul, der mich an irgendjemanden erinnerte, und als Rohal ibn Dshelef ay Yalaidim sowie als Reshim ibn Al’rik al Fessir vorstellte. Die Namen kammen mir bekannt vor, woher nur… moment, nein das konnte nicht sein, ich dachte an mein Zimmer in „diesem“ Heim zurück, wo sich ein alter Stammbaum befand ich hatte die Namen viele Götterläufe über gesehen, ja es waren tatsächlich die Namen meiner Vorfahren, sie erzählten etwas von einer Umm, ich würde mich wohl an eine Umm erinnern, hatte ja nicht so viele davon…

Konnte das echt sein, ich hatte ja schon vorher meine Zweifel, als testete ich die Wirkung der Zwiebeln auf mich und ja die Zorganer Zwiebeln wirkten so wie es von Zwiebeln auf einen unachtsamen Schneider zu erwarten war, meine Augen begannen zu tränen. Beim Blick durch die Küche fiel mir ein goldenes Ei in die Augen, das war aber nicht in Tulachims Heim. Rohal und Rashid wiesen deutliche Ähnlichkeiten zu mir auf, dazu gehörte auch die, sogenannte, „Hexensträhne“, wobei in unserem Fall „Magiersträhne“ wohl treffender wäre. Beide waren Magier gewesen, da bin ich mir sicher, gut bei Rashid bin ich mir mehr als Sicher, war er doch ein Dämonologe, nach eigenen Aussagen ein mächtiger noch dazu, doch der Aussage von Rohal konnte entnommen werden, das dies wohl nur Rashids ansicht war und seiner Meinung nach nicht ganz korrekt. Reshim ist, korrekter war, Rashids Vater, also der Rashid, welcher Tulachims Vater war und nicht der Vater von Rashid ibn Sherazul, so kaputt das spätere Verwandte die ältern von früheren Verwandten sind ist, meines Wissens nach, unsere Familie nicht.

Bald darauf betrat auch Umm die Küche, dabei handelte es sich um eine, vielleicht so um die 50′ Götterläufe alte Dame, welche nunja eine Umm war, nehme ich mal an…

Sie führte mich durch die Küche und nahm mich unter ihre Fittiche, anhand von Suppe wollte sie mir die Auswirkung von Skepsis und Göttlichkeit demonstrieren, wobei sie darauf hinwies, das ich wohl zuviel Skepsis hätte, oder generell meine Familie zuviel Skepis hätte. Was wohl auch der Grund meiner Wahl gewesen sein soll, weil jemand der Meinung gewesen war, ich würde dadurch ein leichtes Ziel abgeben…

Ich bin da ja noch skeptisch…

Jedenfalls, meinte sie das Skepsis, wie Salz, zur Suppe gehörte, doch zuviel davon verderbe die Suppe und unsere Familie hätte seit Generationen nur versalzene Suppe gegessen, mit der Göttlichkeit, welche sie durch Mehl darstellte verhielte es sich ähnlich. Irgendwie musste ich dabei an den Al’Chymie Unterricht in Punin denken, da gab es auch diesen Berühmten Ausspruch von einem seit mehreren hundert Götterläufen toten Alchimisten ich denke er hieß Bombastus, moment mit ganzen Namen hieß er, Alrikus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, interessanter Name, jedenfalls postulierte dieser das jedwede Substanz schädlich sei, alleine die Dosierung wirke sich auf die, nunja Wirkung aus, ich denke als er dies postulierte hatte er schon einige Götterläufe lang sein Postulat ausgetestet. Sie sagte noch das jeder mal Hilfe bräuchte, und von irgendwelchen Omen sprach sie noch, welche ich wohl nicht verstanden hätte, also bitte das letzte kann ich nun wirklich nicht glauben, ich verstehe mehrdimensionale Magietheorie, da werde ich doch wohl ein Omen, welches eigentlich? verstehen.

Danach wurde noch der Funke des Herdfeuers in mir entfacht, irgendwie will ich über die Metapher nicht wirklich nachdenken, zumal ich mich auch nicht sonderlich heiß fühlte. Umm verließ uns wieder und wir arbeiteten weiter in der Küche, ich fragte die anderen noch nach der Bedeutung und Tätigkeit des Seelensammlers, doch darauf durften sie mir nicht antworten, wie sich herausstellte durften sie mir nichts sagen, was sich auf den Lauf der Welt auswirken würde, toll, mit anderen Worten ich habe meine Ahnen vor mir und darf keine Antworten erwarten? Also ein Paradies kann es, auch wenn es wohlriechend war, und wenn dableiben dürfte wohl ab und zu auch etwas Essen könnte, nicht sein, oder? Ich meine ein Ort an dem keine Fragen beantwortet werden? Wer denkt sich das bitte aus, ich meine bei Boron würde ich das ja noch verstehen, aber hier? Oder da? Ich überlegte, welche Information ich erfragen könnte, welche sich wohl nicht auf den Lauf der Welt auswirken könnte, das ist wirklich schwer, wenn man so darüber nachdenkt, letzlich fragte ich nach Rezepten für Essen, Collega Peddersen scheint ja immer mal wieder nach neuen zu suchen und wenn nicht hier, wo dann sollten sich ein paar interessante Rezepte finden lassen? Reshim gab mir schließlich auch ein Marinade Rezept für Schweinerippen.

Kurz darauf kamm auch Umm wieder, welche mich schnellstens vom Essen entlud, da ich wohl doch nicht meine Zeit dort verbringen würde…

Sie gab mir noch ein Säckchen und plötzlich änderte sich das um mich herum wieder…

Ich war wieder bedrückt, hatte aber immer noch etwas, im dunklen, in der Hand, zuerst einmal machte ich mir Licht. Ich hatte zwar Licht, aber wirklich viel hatte es mir auch nicht gebracht, es war kaum was zu sehen, nun gut ich sah was ich in den Händen hatte, es waren Muskelstränge, von einem Dämon, wie ich mich erinnerte. Ich konnte mich kaum rühren, aber da war noch etwas, ich spürte etwas, fremdes, des Dämons Gedanken waren mir zugänglich, damit konnte ich arbeiten. Es dauerte nicht lange und ein Plan war da, wollen doch mal sehen was der Dämon von Bessenheit hielt, wenn er der Leidtragende ist…

Ich konzentrierte mich auf die Gedankenfetzen, sie waren sehr verzerrt, anscheinend war der Dämon auf dem Berg, er griff an und wurde angegriffen, Verzweiflung war zu spüren und auch Schmerzen und Wunden peinigten den Wurm. Und auch eine blaue unangenehme (???) Wolke war dabei, seltsame Wahrnehmung hat dieser Wurm. Aber das war nicht alles, ich konnte die Ausmaße des Wurmes spüren und sah das die befreiten auf dem Berg waren und vom Wurm geschubst wurden. Als nächstes sah ich einen Blitz, den Himmel und wieder die Menschenmenge, langsam wurden die Bewegungen eines einzelnen Tentakels nachvollziehbar. Ich gaukelte diesem vor, dass die Menschen aus etwas Traviagefälligem, mehr oder minder, waren, aus Salz und anscheinend funktionierte es, der Tentakel blieb vor seinem Ziel hängen und schwung suchen herum, fand aber kein neues Ziel mehr. Ich versuchte als nächstes den Wurm zu zähmen doch sein Wille erwies sich, in meinem Zustand, als ein zu starkes hemmnis. Der Druck auf mich wurde stärker und Schmerz durchfuhr mich. Ich brauchte einen Ausgleich, also dachte ich an das vor kurzem besuchte Heim und die alten Verwandten und lebenden MItglieder der Familie, ich versetzte mich in eine Trance und sammelte meine noch verbliebenen Reserven, die Wut und Aggression von dem Dämon ließen nach, es wurde friedfertiger und berechenbarer. Als nächstes verwirrte ich es durch die Suggestion weiterer Tentakel, einer der, mittlerweile zwei Tentakel die unter meiner Kontrolle waren wurde zerrisen, als Resultat dessen, durchfuhr mich ein übler Kopfschmerz. Doch danach gelang es mir weitere drei Tentakel mir untertan zu machen, ich richtete zwei Tentakel auf den Hauptleib um diesen ins Gesteiin zu drücken und die letzten beiden sollten sich gegen die anderen erwehren, was nicht so ganz funktionierte. Wieder drückte die Muskeln des Wurmes zu und Schmerz umfing mich, ich spürte und hörte Knochen brechen, leider vermutete ich, richtig (sic!), das es sich dabei um meine eigenen handelte.

Bald darauf brach der Wurm auch zusammen und irgendwie gelang es mir, mich aus diesem rauszuziehen, zu diesem Zeitpunkt war ich immer noch vom inneren des Dämons umgeben und erst der helfenden Hand von Collega Peddersen verdankte ich es, das Licht der Praiosscheibe wieder zu erblicken. Ich kann konstatieren, der Aufenthalt in dem Wurm, war maximal unangenehm und sollte so schnell nicht wieder wiederholt werden, interessant war aber, wie mir noch auffiel, der Dämon war tot, das Zazamotoxin hatte bewirkt das der Dämon tatsächlich starb und nicht, wie sonst, einfach in seiner Domäne verschwand, eigentlich schade, so dauert es länger bis die Dämonen erfahren, das Magier fressen keine, sonderlich, gute Idee ist. Hmm, ich könnte einen beschwören, ob sich das lohnt, ich meine wie oft wird man wohl von einem Dämon verschluckt?

Ich begann, solange sie noch frisch waren, meine Verwandten zu zeichnen, die anderen habe ich nicht wirklich beachtet, die Familie ist halt wichtig, ach Zafia, wie lange noch? Vorher wischte ich mir allerdings noch das Gesicht mit meinem Taschentuch ab, und ich muss festhalten, leider benötige ich neue Kleidung, die war wohl nicht Dämonengeprüft, sollte ich eventuell beim nächsten Kleiderkauf ddrauf achten, das war wirklich widerlich…

Dann erfuhren wir noch, von einem alten Zwerg, welchen wir erst vor kurzem gesehen hatten, das wir den Fluch Ungratoschs gebrochen hätten. Der Zwerg zeigte noch einmal die Kunst seiner Vorväter, in dem er den Stein unter seinen Willen zwang und uns einen Weg bahnte. Von Bruder Traviahold erhielt ich noch das Zeichen unserer Göttin zurück, ich fühlte mich wieder gänslicher und wohliger, ja froh, als nächstes würde es darum gehen diese armen Seelen nach Hause zu ihren Familien zu führen. Ich rief ihnen also zu „Auf nach Hause“ und setzte mich die Treppe nach unten in Bewegung. Weiter die Treppe hinunter fanden wir auch weitere Überlebende Maednir hatte sie in die Freiheit geführt und meinen Stab gerettet. Ich erzählte Jane noch das alte Marinadesaucenrezept und erklärte das ich es von einem alten Verwandten hätte.

In Hochstieg wurden wir wie, nunja, Helden empfangen, die Familien freuten sich sichtlich über die verlorenen Söhne und Töchter Hochstiegs. Der Vogt wollte uns alsbald sehen, und was wären wir für Gäste, wenn wir dieser Bitte nicht umgehend nachkommen würden? So begaben wir uns mit den, deutlichen, Beweisen gezeichnet von unserer Schlacht in sein Arbeitszimmer, er war von unserem Erfolg so überwältigt das er es am liebsten nicht gewagt hätte die gleiche Luft zu atmen wie wir, das war ersichtlich durch das Taschentuch, welches er sich vor die Nase hielt, gut es gäbe natürlich noch eine andere Deutung, aber irgendwie gefällt mir meine eher 😉

Jedenfalls teilte er uns mit, die Anschuldigungen seien nun verfallen, vor allem nachdem wir, kurz, geschildert hatten, was vorgefallen war. Und nun plötzlich wollten sie in ihrem Siebenerrat meine Expertise, toll man muss hier also erst vom Wurm gefressen werden, bis sie auf einen hören, argh…

Danach begaben wir uns in das Kaminzimmer und ich machte noch einen kurzen Abstecher in mein Zimmer um mich zu entkleiden und mich anschließend von den letzen Resten Dämon per Bürste der Reiningung zu befreien und mir anschließend das leichte Gewand überzuwerfen und mich zu den anderen zu begeben. Bis auf Kalkarib und Siehelm waren wir wieder vereint, zwar war Grombasch gefallen, ich denke ich sollte seiner Familie die tragische Nachricht überbringen, aber dafür war Azina wieder bei uns, leider ohne Bakkus aber mit einem neuen Begleiter, Elfenbein wird sich bestimmt prächtig mit den anderen verstehen, ach ist doch schön, wenn es so schön harmonisch ist in der Familie…

Der Achorhobai

Der Krug ist zerbrochen! Welch Unglück! Schurke, wer dafür verantwortlich ist! Da stehen diese guten Krüge über 3000 Jahre unversehrt herum und kaum will ein Angroschim sie ihrer Bestimmung zuführen und sie von ihrer elenden Warterei erlösen, da zerbrechen sie nacheinander und ergießen sich auf dämonisch verseuchtes Gebiet! Argh! Welch eine Schande!

Die Großlinge haben mal wieder eine ihrer Diskussionen. Es geht wohl darum, was zu tun ist. Sollen sie, ich setz‘ mich hier in die Ecke und warte. Weiteren Schnaps hole ich besser erst, wenn hier Ruhe eingekehrt ist. Nicht, dass noch mehr kaputt geht.

Oho. Sie haben sich entschieden. Ein Erkundungstrupp zur Befreiung der restlichen Gefangenen soll es sein. Und die verletzten sollen den Berg verlassen. Eine gute Entscheidung.

So machen sich also einige Männer unter Führung von Heerführerin Jane Pedderson auf den Weg, die letzte Bastion des Feindes einzunehmen. Oder vielmehr zu erkunden. Denn der Achorhobai ist fort. Auch von den Gefangenen fehlt jedwede Spur. Sie untersuchen gerade die erbärmlichen Quartiere, als unvermittelt Felsbrocken von der Decke stürzen. Sie scheinen gezielt auf die Menschen fallen zu wollen. Viele von ihnen werden gnadenlos zerquetscht. Rasch rennen sie aus der Kammer. Ein kopfgroßer Felsbrocken trifft Grombasch an der Schulter und kugelt ihm den Arm aus. Wie die Brocken um ihn herum, fällt er schwer getroffen zu Boden und bleibt liegen. Jane fasst sich ein Herz und versucht vergeblich Grombasch fortzuziehen. Mædnir eilt ihr zu Hilfe und trägt den bewusstlosen Zwerg schließlich den Weg bis zur tsageweihten Schmiede.

Unterwegs rennen sie an fallenden Felsbrocken vorbei und weichen blitzschnellen Tentakeln aus, die aus den Wänden nach ihnen greifen. Während der ganze Trupp aufgerieben und zerfetzt wird, zieht ein Tentakel Adeptus Nehazet direkt in das Gestein. Einzig sein Stab bleibt klappernd zurück. Doch bleibt keine Zeit den Verlust zu betrauern. Der Dämon treibt sie unermüdlich weiter vorwärts. Bei der Schmiede angekommen, stehen nur noch Jane und Mædnir aufrecht. Der Rest ist tot, verschwunden oder bewusstlos. Die Beiden stellen sich mutig dem Dämon entgegen. Sie wähnen sich durch Tsas Beistand geschützt. Tatsächlich gelingt es ihnen den Angriffen Stand zu halten und den Dämon gar zu verletzen, bis er schließlich von ihnen ablässt und sich hörbar auf den Weg nach oben macht. Zur Treppe! Wo gerade die Verletzten zu fliehen versuchen! Mædnir zögert keine Sekunde und hastet davon. Jane jedoch hadert kurz, dreht bei und renkt Grombaschs Arm wieder ein. Ein wenig Riechsalz bringt den völlig zerbeulten und zerschundenen Angroschim wieder zu sich.

Huch! Bei Angroschs Bart! Das tat weh. *Ächz* Ich kann bin am Ende. Ich kann mich kaum mehr rühren. Heerführerin! Ich bin euch zu Dank verpflichtet …

„Bei Angroschs Bart! Das war heftig.“ Er grummelt noch irgendetwas vor sich hin.

Jane zieht ihn hoch und gemeinsam humpeln sie zur Treppe. Dort versucht bereits Traviahold von Spichbrecher, Hochwürden auf Zeit unter dem Berg, die aufgewühlte Menge zu beruhigen. Denn es ging nicht weiter. Der Weg ist versperrt! Teufelseisengitter verriegeln die Tür. Delia und Igan machen sich daran mit Hilfe eines Elixiers von Magister Steinfest die Verriegelung zu lösen. Aber es dauert.

Der Anführer der Trollzacker erhält von Grombasch den Angrosch-geweihten Hammer, um die Eisenstreben vor der Pforte zu zerschlagen und eilt nach oben. Unterdessen greift der mehrgehörnte Dämon mit Tentakeln aus den Wänden an! Die Trollzacker kämpfen tapfer und opfern sich einer nach den anderen, um die Menschen zu beschützen. Auch Thornia, Traviahold, Jane und Grombasch tun ihr Möglichstes. Traviahold versucht gar sich den Göttern als Ausgleich anzubieten, jedoch verschmähen diese sein bereitwilliges Opfer. Jane gelingt es zumindest mit einem weiteren Elixier den Dämon zu vergiften. Indessen treibt dieser sie immer weiter nach oben, wo es langsam eng wird. Bis schließlich Delia und Igan die Verriegelung lösen können und die Menschen panisch nach draußen auf die Spitze des roten Riesens stürzen.

Als Delia das Hexenportal öffnet und letzte Nutzungsanweisungen weitergibt, bricht der Achorhobai durch das Gestein und zerstört die Fluchtwege. Nun sehen sich 80 teils Schwerverletzte einem wurmartigem Monstrum mit zahlreichen Tentakeln gegenüber, welches sich geifernd mehrere Schritt über ihnen in die Höhe schraubt.

Was zum … ANGROSCH STEHE UNS BEI!!! … Soll das das Ende sein? Furcht ergreift von ihm Besitz. Sie sind in der Falle!! Es gibt keinen Weg hier weg. Nur über die Asche dieses Unholds.

Aus den Wolken löst sich ein blauer Blitz und fährt wuchtig in den Leib des Achorhobai. Dieser kreischt laut auf. Grombasch sieht nach oben gegen das Licht und erblickt ein Wesen wie aus einer anderen Welt. Ein Hippogriff!! Und auf seinem Rücken sitzt eine Gestalt in einem Wolfsfell.

Das muss die verschollene sogenannte Botin Firuns sein! Ein Zeichen der Götter! Es ist also an der Zeit einen mehrgehörnten Dämon zu vernichten! Wohl denn; wollen wir es vollbringen!!!

„LASST MICH NACH VORN!!!!“

______________________________

Grombaschs Gedanken

Zum (Hippo-)Greifen nah

Es kam eben immer doch anders als erwartet, dachte Delia bei sich. Ein Dämon war besiegt und die Hoffnung, dass der andere sich in seine Ebene verzogen hatte. Doch leider belehrte sie der Arcobal eines Schlimmeren. Die Flucht schien der einzige Ausweg zu sein und wieder die schier endlose Treppe hinauf. Vorteilhaft hierbei war die Begleitung von Igan. Der starke Schwertgeselle stützte und hob die geschwächte Hexe, natürlich nicht ohne ihr dabei über ihren rahjagefälligen Leib zu streicheln. Delia störte das nicht, im Gegenteil, es war sogar eine willkommene Ablenkung, bei all dem Schrecken in der Tiefe. Doch als das Portal und somit die Rettung aller zum Greifen nah erschien zerbarst der Berg und der Dämon brach hervor. Zeitgleich erloss das Hexenportal. Der Weg war versperrt und ein Kampf mit dem Dämon unausweichlich.

Die Prophezeiung bewahrheitete sich. Die Botin Firuns kehrte zurück! Auf einem Hippogreif stüzte sie vom Himmel und griff den Dämon mit blauen Blitzen an. Ein blauer Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit. Sie machte sich zum Kampf bereit. Ihr war es egal ob sie dabei sterben konnte, denn der Kampf war unsausweichlich und nun stand nicht mehr nur die Quest, der Limbus, die Niederhöllen und das Schicksal zwischen ihr Kalkarib und Sieghelmsrettung, sondern auch noch dieser Dämon. Sie würde sich nicht aufhalten lassen. Nicht noch mehr! Ihr Ehemann und ihr Freund mussten um jeden Preis gerettet werden.

Ein Gebet an Rahja und Rondra auf den Lippen stand sie da. Schwankend und sich kaum auf den Beinen haltend zog die ihren Waqqif.

Im roten Riesen, da ist der Wurm (und vielleicht noch mehr?) drin…

Was ist passiert? Warum schmerzt mein Körper so? Wo ist mein Stab? Und kann mal jemand das Licht anmachen, obwohl, wenn ich so darüber nachdenke, ich bin mir nicht sicher ob das in diesem fall so gut wäre? Ruhe bewahren, die eigenen Gedanken sammeln, der Reihe nach, was war vorgefallen?

Die Verletzten waren, so gut es ging, versorgt und es wurde beschlossen besagte Verletzte nach Hochstieg zu bringen, mir wäre es zwar lieber gewesen, seiner Hochheiligkeit von Spichbrecher über das limbische Portalsystem weiteres, unverdientes, Lob zukommen zulassen, es wäre für die ehemaligen Sklaven gut gewesen. Aber letzlich hatte er verkündet das das zu nutzen gedachte Portal von mir stammen würde, gut die letzte Alternative, darauf hinzuweisen, das es von einer, im hiesigen, Volksglauben nicht sonderlich gutgehießenen Tochter Satuarias stamme, wäre vielleicht auch ungünstig gewesen und ein Geheimnis, wäre wirklich was anderes gewesen. Ich konnte nun schlecht verneinen, da ich aber beschloss noch weiter im Berge zu bleiben, gab ich Delia, unauffällig, so leise sprechend das uns bestimmt die umstehenden noch ausreichend bemerkt haben, auf Tulamidya, Anweisungen die Pforte zu öffnen, naja das sollten sie zumindest denken, streng genommen hatte ich sie gefragt ob sich der Boden in Mahtab zum anpflanzen von Tee eignen würde und ob Isaria etwas gegen ein angemessenes Anwesen meiner seits in Mahtab hätte, meinen Ring, welcher eigentlich als Thaumatursom zur Convocatio eines animus elementarius aeris minor fungierte.

Während sich der eine Trupp aufmachte den Berg zu verlassen begab ich mich mit dem anderen in das heptasphäirisch vorbelastete Gebiet, wir fanden viele, naja, jenach Verständnis von viele, tote Menschen vor. Zwei der drei Hölleneisen Pforten waren aufgebrochen, bzw. aufgeschmolzen, nur die letzte war noch versiegelt. Aus der aufgeschmolzenen entwich wahrscheinlich unser feuerchen, während aus dem anderen sich der Wurm verkrochen hatte. In der ersten Kammer gab es einen Steinschlag, welche weiteres sammeln von Informationen unterbanden. Aus der zweiten Kammer führte eine Spur hinaus, die auf die Verwendung al’chymischer Mixturen zur Bearbeitung der erzernen Oberfläche deutete, wahrscheinlich die Spur des Archobai, wie er sich über das Gestein und anschließend durch das Gestein begab.

Die anderen beschäftigten sich in der Zwischenzeit mit der Fragestellung, wie die letzte verschlossene Tür zu öffnen sei, in entsprechender Vorraussicht, wurde dafür extra die eine Belagerungswaffe mitgeschoben und nachdem der Herr Angroschim geklopft hatte, wurde das Geschoss jener Waffe losgelassen, die Tür war auch prompt geöffnet. Wir traten also ein, zählt das eigentlich als Hausfriedensbruch?

Es war, ernüchternd, könnte wohl ein passendes Wort sein, weitere Sklaven fanden wir nicht, was in anbetracht der tatsache was danach vorfiel vielleicht auch besser war. Ich überreichte dem Angroschim meine Phiole Zazamotoxin, unter der Annahme, das jener damit effektiver dem Dämon Schaden zufügen könne, vielleicht hätte ich sie doch eher behalten sollen? Danach kammen die ersten Steine herunter, oder war es umgekehrt, ich bin mir nicht mehr ganz sicher.

Den ersten Brocken konnte ich noch durch einen einfachen Schritt zur Seite ausweichen, als ich rechtzeitig sah, was auf mich herniederstürzte, doch danach wurde es schwieriger.

Besser wurde es nicht dadurch das mich das Maul, welches eigentlich(?), des Archorbai erwischte. Ich verlor die anderen aus den Augen und darüber hinaus auch noch meinen Stab aus den Fingern, wenigstens musste ich mir während meiner Studien nicht diesen ganzen Blödsinn, von wegen dein Stab sei dein Leben oder so, was sie wohl tatsächlich auf einigen der zurückgeblieneren, sprich auf dem Kampfe fokussierten, Akademien lehrten, anhören. Ungünstigerweise, bedeutet das natürlich das ich nur noch eine Lichtquelle habe, meine Brosche, ich sollte, vielleicht bei nächster Gelegenheit die eine oder andere Notfallbeleuchtungsquelle erstellen? Nur für den Fall der Fälle, wobei zu meiner Verteidigung, wer rechnet schon mit sowas? Gut, strenggenommen ich sollte wohl mit soetwas rechnen. Kann es eigentlich sein, das wir immermehr zu einer Ungezieferjägertruppe verkommen, ich meine Spinne in Ashlakant, Ratten und Würmer in Darpatien, was kommt als nächstes Schnecken im Horasreich, Motten und Eidechsen auf Maraskan? Und, warum nochmal, habe ich weder meine Bürste der Reinigung noch mein Praiosgeweihtes Brettspiel dabei? Hätte ich wenigsten die Kraft meinen Willen dem Dämon aufzuzwingen, ich könnte zumindest versuchen den Wurm in seine Sphäre zurückzuschicken, aber nein, sieht so aus als würde ich ersteinmal abwarten und, keinen, Tee trinken müssen, daran muss ich unbedingt noch arbeiten.

Ein Moment der Ruhe

Vermutlich 1 Phex 1026 nbf

Wir sind immer noch unter Tage, ich kann nicht sagen wieviel Zeit vergangen ist seit meinem Letzten eintrag aber es ist soviel geschehen deshalb fang ich am besten von vorne an. Wir haben festgestellt das sich ein Feuerdämon unter dem RotenRiesen eingenistet hat und zwar schon seit Jahren. Er verwendetete Sklaven die er aus dem umliegenden Ländern entführt hatte dazu von ihm zu Hölleneisen pervertiertes Erz abzubauen und Kriegsmaschienen zu errichten. Bei den Götter der Größenwahn muss über uns gekommen sein.. wir hatten uns entschlossen einen weg zu suchen die Sklaven von ihren Leid zu befreien. Dabei stießen wir nicht nur auf einem alten Magiern, den werten Hern Flachkiesel desen Neutrale haltung gegenüber dem dämon und dem Leid der leute ich nur schwer ertragen kann, sonder fanden auch ein Heiligtum der Hesinde. Ein weit über dreittausend Jahre altes von Zwergen! erichtetes Heiligtum der Hesinde. Darin eingschlossen war ein Heiliges artefakt der Hesinde. Ein Buch gesponnen aus einem Haar der allwissenden. Und das erste was ich damit tat war eine Schlacht zu schlagen. Hesinde vergib mir .. aber ich sah keinen andern weg. Mir fehlt die Kraft um hier genauer darauf einzugehen wie wir zu diesem Plan kammen aber wir entschlossen uns den Dämon und seine Herrscharen nicht in einem sonder zeitgleich in zwei Bereichen anzugreifen. Zwei Schlachten geschlagen über zwei gebiete an die sich nur die errinnern werden die dort Blut und Schweis vergossen haben. Die eine fand in der Abbaukammer stat diese errelebte ich Hautnah. Die andere hingegen fand in der Tiefer der ehemaligen Zwegenschmiede bei dieser Half ich nur mit den vorbereitungen.  … Es ist noch zu nah, zu frisch die Bilder des grauenes darum will ich hier nur den Verlauft kurz schildern. Wir erlangten den Sieg in Beiden Kammern aufgrund von zwei Tatsachen. Unser Gegner war verletzlich gegenüber Wasser und unser gegner schien überhaupt nicht mit ein Angriff zu rechnen. Unsere Taktik war einfach aber effektiv. Wir sorgten das beide Hölen gefüllt wurden von Wasser in Form von Regen oder Nebel, auf das die Fußsoldaten des Gegners stark beinträchtigt wenn nicht sogar ausgeschaltet wurden und bewafneten die Sklaven schnellsmöglich mit Waffen die wir aufgefunden hatten. Es wäre soviel einfacherer gewesen hätten wir mehr Zeit und Ausrüstung gehabt. Wie dem auch sei wir haben gesiegt. Wir haben gesiegt weil die Götter mit uns waren, weil die Sklaven sich zusammengerauft und mit uns gekämpft haben und weil der Zwerg scheinbar keine Furcht kennt. Wäre er nicht bereit gewesen sich unter den Beinen des verdammten Golems durchzurennen wäre ich von den Bogenschützen getötet worden. Mit absolutler Sicherheit.

Bis hier kann ich mir noch einreden das wir eine „Normale“ Schlacht gewonnen hatten aber dann .. dann wurde es düster. Nehazet informierte mich in seiner eigenen Unverfälichen Art das der Dämon eine Waffenstillstand angeboten hatte. Das er Dehlia die er entarnt hatte. Hat laufen lassen zusammen mit Kakerib und das er alles und jeden töten würde wenn wir angreifen. Dies ist einer meiner schwerst zu rechtfertigenden entscheidungen die ich jemmals getan hab. Aber .. ich ging darauf ein. Ich hielt mein Heer an und Befahl ihnen sich zu sammeln. Mein gedanke war das der Dämon nicht noch mehr verluste der mühselig angesamellten Golems erfahren wollte und stat dessen hofte das wir auf das angebot eingingen und verschwinden würden. Ich sah es als möglichkeit unsere beiden Heere zu vereinen. Doch trotz all meines wissen um den Krieg. Der vielen Lehrstunden der viel unendlich langen Lesungen troz alle dem war es mehr das Bauchgefühl. Das moment er versucht zu verhandeln … und die frage was ist los mit Delia das am ende entschieden hat. Es stellte sich als richtig herraus.

In der Schmiede angekommen stellte sich heraus das viele nicht einfach so gehen wollten. Und wärend wir diskutierten und redeten geschahen zwei dinge. Der Zweg ging auf wanderschaft in die Tiefen des Berges .. und mir kam der böse verdacht das Dehlia und Kalkerib beinflust oder beobachtet werden könnten. Leider verstand ich es viel zu spät erst das Nehazet das schon heraus gefunden hatte das wir beobachtet werden aber es nur unklar wenn überhaupt mitgeteilt hatte. Ich vermute das der Dämon zu dem entschluss kamm das wir uns nicht an den angebotetenden Waffenruhe halten würden. Was vermutlich durch aus richtig war. Aber vieleicht hat ihn auch das rückbringsel des Zwergen aufgeweckt. Ein alltes verfallendes, verbrantes Buch. Ein Beschwörungsbuch. Doch Nehazet war höchstens eine Minute fort als wir Hörten und sahen wie  die Rattenwesen durch die Gänge gehuscht kammen. Ich werde niemals den Tepich aus wogenden Rattenleibern vergessen. Doch das zusammgewürftlte Heer es standt Tapfer sie hielten sich extrem Gut wenn man bedänkt durch welche Hölle sie gewandert waren. Ich konnte es niemanden sagen doch als ich diese masse durch die Gänge Fluten sah war ich mir gewiss das wenn dan nur sehr wenige hier lebendig den Berg verlassen würden.  Natürlich zeigte ich das nicht. Und ich hoffe bei Hesinde das ich nie wieder Männer und Frauen dazu bringen muss sich dem Sicheren Tot ingegen zu stellen.

Doch wir haben stand gehalten. Weitaus länger als wie jeder vermuten würden. Unterstüzt durch die Götter und den Heldenmut all derjenigen die sich Tapfer entgegenstellten. Und dann kamm eine Rote heiße Flamme laut schreiend wie es nur Feuer kann über die Decke auf uns zu. Doch .. ich empfand in dem Moment keine Furcht. Ich war viel zu konzentriert darauf die Golems zu bekämpfen, das Leid zu mindern und mein Kammeraden noch ein paar wertvolle Sekunden zu schenken. Dann war die Flamme über uns und zog weiter! Weiter in die Richtung in der Nehazet und Delia verschwunden waren. Weiter in die Tiefe uns völlig ignorierend. Die Rattenwesen und Golems vielen nur augenblicke später in sich zusammen und lösten sich größtenteils auf. Es war als hätte jemmand die Bindfäden einer ganzen Pupen Armee durchgeschnitten, alle auf einmal. Mitlerweile weis ich das es Nehazet war der den Dämon gebannt hatte zusammen mit Delia und Kakerib. Doch nur Delia und Nehazet kerten zurück. Delia hatte einen tiefen einstich im Bauch .. den sie sich selbst zugefügt hatte nachdem Kakerib vor ihren Augen zusammen mit dem Dämon verschwunden ist.

Zum glück scheint es als ob der Lebenswille Delia nicht verlassen hat. Es wird nur sehr schwer werden für meine Freundin und ich wünschte ich könnte ihr den Schmerz einfach nehmen aber das braucht Zeit. Ich weis nicht was mit Kakerib passiert ist. Es will nicht in meinen Müden Kopf aber ich bin mir sicher das wir nicht so einfach aufgeben werden. Ich sitze jetzt hier etwas abseit und warte darauf das die Späher zurückkehren. Die Suppe die Traviahold gemacht hat enthält mehr wasser als bestandteile aber sie schmeckt und sättigt und sie füllt wenigstens etwas von der Leere die bei mir geblieben ist. Waren meine Entscheidungen richtig? Haben wir genug gesucht gehabt? Hätten wir all den Tot vermeiden können hätten wir das Buch früher gefunden? Oder wären wir dan gestorben erdrückt unter der masse der Leiber noch bevor wir die Verbannung hätten benden können. Und was war dieser Schrei?

Doch jetzt steht mein entschluss fest. Sobald Sieghelm gerettet ist .. sobald Kalkerib gefunden egal im welchen Zusandt sobald wir dieses Land genaus friedlich verlassen können wie wir es vorgefunden haben. Soballd das alles eingetroffen ist werde ich Nehazet auf sein angebot annemen und eine Akademi und Heilstätte einrichten in seinem Lehen. Eine Schule die nach meinen Vorstellungen funktioniert, weit enfernt von allen Schlachten in der ich Heiler ausbilden kann. In der ich Menschen im angebauten Hospits behandeln kann. In der ich eine eigene Büchrerei einrichten kann, in der ich Sicherheit finden kann über die von mir getroffenden Entscheidungen. Vieleicht richte ich auch eine kleine glasbläserrei und Töpferwerkstat ein. Oh und eine Grundschule für die Dorfbevölkerung, mann muss es nutzen das der Fürst das Wissen zu schätzen weis.  Ich werde Delia und Tornja anbieten mich zu begleiten oder das ich Delia wenigstens auf den weg zu ihrer Mutter begleite. Tornja … falls sie nach all diesem überhaupt noch etwas mit mir zu tun haben will.

… Wenn ich das hier alles meinen Eltern erzähle halten sie mich für übergeschnappt.

Azinas Verbleib V

hier ist der vorherige Teil

Gefährten

Sie weiß, dass Garnan sich nähert, ehe sie ihn sieht und öffnet die Augen. Zur Antwort auf ihre ungestellte Frage, ob alles zu seiner Zufriedenheit sei, nickt er nur wohlwollend und bittet sie, ihm zu folgen. Bei der Hütte angekommen, erkundigt sie sich nach Borans Zustand. Es gehe ihm gut, meint er, doch für Gespräche sei es noch zu früh. Sie brauche außerdem ihre Konzentration für die morgige Aufgabe. Sie wird noch früh genug mit ihm sprechen können. Überhaupt werden beide noch eine Weile bei ihm bleiben und voneinander lernen.

Auf dem Felsplateau angekommen, stockt er und sieht sich nach Elfenbein um. Einen Augenblick lang schauen sie sich in die Augen, ehe er an Azina gerichtet sagt: „Elfenbein wird dich von nun an auf deinen Wegen begleiten. Er gehört jetzt zu dir, wie Ifirn zu Firun gehört und mildernden Einfluss auf ihn ausübt.“ Azinas Blick huscht zu Elfenbein. „Wenn er denn möchte …“ Eine Welle von Zuneigung durchflutet sie als er auf sie zu sprintet. Sie breitet die Arme aus und zieht ihn in eine innige Umarmung. „Gib gut auf ihn acht!“ ermahnt der Alte sie. „Das werde ich! Bei Ifirn, das werde ich!“

Am nächsten Morgen treten sie im Hof vor die Zielscheiben. Zunächst weist Garnan sie an, den Speer wurfbereit zu halten. Stundenlang. Ab und an kommt der alte Mann mit einer dampfenden Tasse Tee herbei und korrigiert hier und da ihre Haltung. Ihre Augen sind geschlossen; sie konzentriert sich mit Hilfe ihrer neu gewonnenen zweiten Sicht auf das nahe Ziel. Elfenbein sitzt an ihrer Seite und stärkt ihre Konzentration. Nun vermag sie es, das Ziel näher an ihr Bewusstsein zu rücken. Sie sieht den schwarzen Punkt der Zielscheibe genau vor sich. Jederzeit könnte sie den Speer nach vorn schleudern und ihn mitten ins Schwarze versenken. Doch erst als Garnan ihr endlich das Zeichen gibt, schleudert sie den Speer mit aller Kraft nach vorn, wo er tatsächlich in der Mitte der Scheibe stecken bleibt. Als sie ihre Augen öffnet, entfernt sich das Ziel wieder von ihr. Sie schwankt ein wenig unter den plötzlichen Eindrücken. Es scheint, als erleichtere die zweite Sicht ihre Fähigkeit, das Ziel zu finden.

Zufrieden lässt Garnan sie den ganzen Tag trainieren. Auch das Zurückrufen des Speeres funktioniert nun zuverlässig. Sie steht gerade an der Klippe, wo er vor wenigen Tagen mit einem Pfeil das unmögliche Ziel traf und konzentriert sich auf den Wind, der in verwirrenden Bahnen an ihr vorüberpfeift, als dieser stete Fluss blauer Energie plötzlich unterbrochen wird: 

Ein rotes Flimmern taucht zwischen den Baumwipfeln auf. Etwas Großes fliegt in einiger Entfernung an ihr vorüber. Sie ist noch dabei das wunderschöne Tier zu betrachten, als jäh aufflammender Schmerz sich in ihr Bewusstsein schiebt. Der Hippogriff wankt und trudelt zu Boden.

Erschrocken rennt sie zur Hütte. Doch Garnan ist nicht da. So eilt sie nur mit Elfenbein an ihrer Seite zur vermeintlichen Absturzstelle. Dank ihrer zweiten Sicht findet sie das hektische rote Flimmern zwischen den Bäumen zielsicher. Aufgeregt schlägt der Hippogriff mit den Flügeln hin und her. Feinde kann Azina in nächster Umgebung keine entdecken. So versucht sie sich dem majestätischen Tier vorsichtig unter Aufbietung all ihrer Kenntnisse über Vögel und Pferde zu nähern. Elfenbein wetzt davon. Azina spürt, dass er eine Idee hat und setzt ihren Versuch den Hippogriff zu beruhigen fort. Ein gefiederter Pfeil ragt direkt vor ihr aus seiner rechten vorderen Flanke heraus. Sie weiß, nur ein einziger Hieb mit dem krallenbewehrten Vorderbein und sie könnte verloren sein. Elfenbein kehrt zurück und birgt einen Hasen im Maul, den er Azina in die Hand drückt. Sie hält dem Hippogriff mit der offenen Hand die Beute hin, hoffend, dass er nicht zu ungestüm zupackt. Skeptisch beäugt er das Angebot mit schief gelegtem Kopf, ehe er blitzschnell und zielsicher zuschnappt. Sie zögert keine weitere Sekunde, macht einen Satz nach vorn und zieht den Pfeil mit einem Ruck heraus. Ihr darauf folgender hektischer Seitensprung bringt sie nicht mehr außer Reichweite der mächtigen Schwingen und so wird sie einige Meter davon geschleudert. Schwer atmend bleibt sie am Boden liegen und betrachtet das Pferdewesen, das sich nun auf die Hinterläufe gestellt hat und wild kreischt. „Flieg, mein Freund, flieg.“ Ermuntert sie ihn. Doch … er beruhigt sich wieder und betrachtet sie interessiert und … ja, und dankbar.

Lächelnd schließt sie die Augen, um seine Gefühle in sich aufzunehmen, als vor ihr eine Explosion auftaucht. Der Berg am Horizont spuckt schmerzende rote Blitze. Ihr Bewusstsein rast auf den Roten Riesen zu, durch den Eingang nach unten und sieht, wie ihre Freunde vor etwas davon laufen. So unvermittelt die Vision auftaucht, so rasch ist sie hinfort. Keuchend zieht sie scharf Luft ein. Elfenbein stupst sie mit seiner Nase an. Etwas zieht sie zum Berg. Sehnsüchtig starrt sie in die Ferne.

Der Hippogriff beginnt sich zu regen. Als hätte er ihre Sorge gespürt, geht er in die Knie und senkt das Haupt zu einer eindeutigen Pose. Azina schaut kurz zu Elfenbein und sieht, dass er der gleichen Ansicht ist. Dann gehen die beiden auf das Vogelwesen zu und steigen vor Ehrfurcht zitternd auf seinen Rücken.

Kaum sitzen sie auf, stößt er sich mit einem Ruck vom Boden ab und gewinnt rasch an Höhe. Nach kurzer Zeit hat er die Spitzen der Wolken erreicht. Azina hat Mühe sich und Elfenbein auf dem schwankenden Rücken des Hippogriffen festzuhalten. Verzweifelt krallt sie sich mit den Händen in die Federn an seinem Hals und mit ihren Beinen umklammert sie seine Mitte. Dennoch findet sie die Zeit, an seinem rauen Gefieder vorbei nach unten zu schauen und die atemberaubende Aussicht zu genießen. Etwas Vergleichbares hat sie noch nicht erlebt. Noch nie hat sie Aventurien von so hoch oben gesehen. In der Ferne gen Praios kann sogar sie die vertrauten weiten Ebenen ihrer Heimat Aranien erblicken. Auf einem Plateau des Roten Riesen kann sie hektisches Treiben erkennen. Der Hippogriff fliegt instinktiv darauf zu.

Als sie näher heran fliegen, kann sie eine große Menge Menschen auf dem Gipfel des Berges sehen, die wie Ameisen hektisch aus dem Berg strömen und hin und her wuseln. Auf einmal erzittert der Rote Riese. Sie kann noch nicht unterscheiden, ob das ohrenbetäubende Kreischen vom Berg oder von dem riesigen mehrgliedrigen wurmartigen Dämon stammt, der just aus dem Gestein hervorbricht und sich drohend vor der verängstigten Menge aufbaut. Sie zögert nicht lange und drückt dem Hippogriff mit der einen Hand nach unten, während die Andere Firuns Speer im Sturzflug direkt auf den Dämon wirft. Wie ein blauer Blitz schlägt der Speer des Alten in den Körper des Dämons ein. Dieser kreischt laut auf.

Ja, es war der Schrei des Dämons!! Zufrieden nickt sie innerlich.

______________________________

Azinas Gedanken