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Die letzte Reise

Sehnsüchtig schaut Muhalla ibn Hamar in die Ferne. Am Bug der Reling gelehnt blickt er gen Praios. Seine Gedanken gleiten fort von diesem Ort. Mit einer Hand hält der Edle geistesabwesend seinen Turban fest. Der Wind zerrt an ihm, so wie er an seiner Seele zerrt. Zerrissen ist sein Herz. Schmerz steht in seinem Gesicht geschrieben. Gut, dass es niemand bemerkt. In der anderen Hand presst der den Brief seiner Mutter fest zusammen.

„Eine firungefällige Tulamidin? Was hat sich Mutter dabei nur gedacht? Ist sie denn von Sinnen, die alte Närrin. Was soll ich mit dieser Frau nur anfangen? Sie wird mit mir nicht glücklich sein. Zu Hause einsperren muss ich sie, wo sie doch frei sein möchte. … Nun, mir geht es ähnlich. Ich hoffe, die Maske der Arroganz verbirgt meine Gedanken an sie … ach Rada …

*seufzend schüttelt Muhalla den Kopf*

Interessant diese Geschichten des von Rotwassers. Das Buch habe ich bereits ausgelesen. Die Schreibe mag besser möglich sein, aber die Abenteuer sind dafür umso erzählungsreicher. Gern schlösse ich mich ihm an, um die Welt zu entdecken. So viel gibt es noch zusehen, so viele Handel sind noch zu schließen. Ist mein Geschick darin nicht besser als das Vermögen meiner Familie vor Ort zu verwalten? Soll das doch mein Bruder mit seiner Frau machen. Obwohl. Wenn ich den Ausführungen der Sahiba Delia Glauben schenken darf, sind die Praktiken Sefiras zu überprüfen.

… später …

„Dieser Wichtigtuer! Was fällt ihm eigentlich ein?“

Wütend stiefelt Muhalla in seinem Zimmer im Gasthaus zum grünen Spiegelkapfen in der befestigten Hafenstadt Mendlicum auf und ab.

„Er ist hier fremd. Und ich erlaubte ihm, mich zu begleiten. Nichts weiß er von meinen Fähigkeiten. Nichts! Plump waren seine Versuche mich dazu zu überreden, doch eher auf Abenteuer zu gehen als Azina zu ehelichen. Durch ihn gewarnt sehe ich nun auch die Bemühungen der Sahiba Delia mit anderen Augen. Nun liegt mir der Zweck ihrer Anwesendheit offen. Ablenken sollen sie mich. Steckt gar Azina selbst dahinter? Warum sollte sie dies wollen? Erst eine Hochzeit mit mir arrangieren und dann so etwas. Ich werde sie vor meinem Urteil selbst befragen.“

„Beremosch!“

„Ja, Herr?“

„Lasst die Diener kommen, wir ziehen für diese Nacht in ein anderes Gasthaus. Morgen werden wir beratschlagen, was wir für eine solche Abenteuerreise alles benötigen. Ihr habt doch sicherlich schon einiges an Erfahrung auf diesem Gebiet.“

„Ein wenig. Ich sollte schon dafür sorgen können, dass wir nicht verhungern und verdursten. Seid ihr sicher, dass ihr dies tun wollt?“

„Ja, Beremosch, ich bin mir sicher. Die Werte Azina wird sich noch ein wenig gedulden müssen. Schwer wird es ihr sicher nicht fallen.“

„Wie ihr wünscht, Herr.“

 

—–

Einige Stunden zuvor nahe Baburin:

„Was soll das heißen, ihr könnt nicht? Natürlich könnt ihr. Ich bürge dafür. Verkauft mir das Vieh. Ihr werdet es nicht bereuen. Unsere neue kleine Herde benötigt noch Zuwachs für die Zucht. Das vierte Kälbchen des nächsten Jahres soll euch gehören. Zusätzlich zur Bezahlung des Bullen.“

„Ich weiß nicht recht …“

„Nun, ihr habt doch sicherlich von meiner anstehenden Hochzeit mit Muhalla ibn Hammar as Sarjabaran gehört? Oder von dem toten Dämonenschwein? Ihr möchtet mich doch nicht verärgern, indem ihr mir das Vieh vorenthaltet?“

*bedrohlich blitzen ihre Augen so eisblau wie der Speer in ihren Händen als sie grimmig die Mine anspannt*

„Nein Herrin ..“

„Nun, dann sind wir uns ja einig.“ Lächelnd zieht sie den Bullen aus dem Gatter. „Ich danke euch. Firun stehe euch bei, so wie ich es tue.“

Im Zeichen der Göttin

Was für eine Nacht! Dieses Mal spürte ich die reine Herrlichkeit der Herrin Rahja! Die Feier war unglaublich aber der Höhepunkt, die höchsten Wellen der reinsten Lust auf dem Hochaltar Rahjas zu reiten war… unfassbar. Ich glaube es waren zwei … der fähigen Priester die mich nahmen und die ich verwöhnte. Große Mutter war das … so sinnlich… Hm… Wären es nur Kalkarib und Sieghelm gewesen die mich hart auf dem Altar nahmen. Das wäre noch denkwürdiger gewesen. Doch diese beiden strammen Krieger hätten mich wohl über den Gipfel der Lust hinaus getrieben, bis mich rote Wolllust als Arme der Ohnmacht umfangen hätten.

Oh ich umarme Satuaria, Levthan und Rahja… Oh Ihr Götter, lasst mich Eurer Gefäß sein und zugleich mit Rashtullhas Weisheit erleuchten.

Tsatag

Heute war mein Tsatag. Es waren alle so nett zu mir. Ich hätte nicht gedacht, dass die hohen Herren sich solche Mühe für mich machen würden. Es war schön. Gerade die Torte von Rondrigo. Ich liebe meine Freunde und nun bin ich mit ihnen auf Reisen. Ich hoffe das wird noch lange so bleiben.

Ach und in den frühen Morgenstunden wurden wir wieder Opfer dieser Feuerwesen. Doch der Eichkönig kam hinzu und rettete uns. Das ist doch ein gutes Zeichen für meinen Tsatag oder?

Diese neuen Leute die wir trafen sind erfrischend aber merkwürdig. Dieser Herr Ochsenbrecht scheint mir ein Jammerlappen zu sein der denkt mit seinem Geld alles und jeden kaufen zu können. Der Herr Stanislaus ist lustig und Aimos ist so… reserviert, dass er für mich herausfordernd scheint. Er ist so sehr anders aber interessant. Ich mag ihn. Er ist diszipliniert und daher irgendwie bewundernswert. Ich fand bin gespannt was er noch über Kor zu berichten hat.

Dann ist da noch der Bruder von Orestas. Was das Abentuerleben so alles an Überraschungen zu bieten hat. Ich hoffe sein Bruder wird bald wieder gesund.

Nun gehe ich zu meiner Feier.

Wallungen wie Efferd freien Lauf lassen oder doch die Disziplin des Druidentums?

Der Sturm verebbte ohne größere Schäden oder Unmut hervorzurufen, das Schiff und die Besatzung überstanden diese Wallung Efferds also gut, was mich freute, es wäre schade um diese Perle und Ihre Besatzung gewesen. Dabei fällt mir ein, danach haben wir auch über Schiffe geredet, die sich Unterwasser fortbewegen, das wäre wirklich toll, die Passagiere könnten sich von Efferds Elementen in ausreichenden Mengen umspülen lassen, was für eine erfrischende Idee. Danach driftete das Gespräch irgendwie zu Landfahrzeugen ab, die sich mit Feuer und Rauch oder so fortbewegen sollten, keine sehr angenehme Vorstellung, aber es wird wohl niemand an so einer Idee arbeiten, warum auch, die meisten Orte sind doch durch Efferds Straßen zu erreichen. Während des Gespräches beschäftigte ich mich auch etwas mit der Stickkunst, aber ich vermute meine Schwimmhäute waren etwas im Weg, es sah doch nicht so aus, wie von mir erwartet.

Es wurde schon dunkel als wir Mendlicum erreichten, hier trennten sich unsere Pfade mit dem treuen Gefährt, das uns sogute Dienste leistete, ich hoffe das Schiff und seine Besatzung wird noch viele Reisen unbeschadet überstehen, meinen bescheidenen Segen hat es jedenfalls. Wir kammen im Gasthaus zum springenden Karpfen, oder so, ich konnte das Schild ja nicht lesen, aber ich denke es sah aus wie ein Karpfen. Jane und Delia begaben sich später noch zum Rahjatempel, da ich nur gute Erinnerungen an den letzten Rahjatempel aus Zorgan hatte, immerhin ein Platz an dem ich mich wunderbar treiben lassen konnte, beschloss ich meine beiden Freundinnen zu begleiten. Im Rahjatempel wurde dann auch ein Fest ausgerichtet, aber trotz meiner Bedenken und Abneigungen hielt es der Diener Rahjas für eine gute Idee mir etwas Alkohol, genannt Tarf, zugeben, an das was danach passierte kann ich mich nur verschwommen erinnern, aber was auch immer ich getan habe, es hat mich den Großteil meiner Kräfte gekostet, nun da der Tempel noch steht und niemand verletzt wurde, ist wohl nicht allzu viel passiert, was mich immerhin etwas tröstlich stimmt. Ich erwachte, falls dies der richtige Begriff ist, alleine in einem Raum, meine Sachen lagen glücklicherweise nahe bei mir, darunter auch einige meiner Wasserschläuche, was mir zumindest ermöglichte mich wieder etwas zu erfrischen. Die Möglichkeit an der Morgenmesse teilzunehmen lehnte ich ab, ich wollte so schnell wie möglich in das Haus des Efferds, dort würde ich mich wohler fühlen und eventuell auch etwas über den Zwiespalt meiner Gefühle und Ausbildung erfahren, hmm ob ich mit den anderen darüber reden sollte? Vermutlich kann ich froh sein, das dies gestern nicht im Wasser geschah, dort wären meine Gefühle weitaus intensiver gewesen.

Im Efferdtempel wurde ich sehr freundlich empfangen und mir wurde auch zugehört, weiterhin wurde mir geraten meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, was ja auch irgendwie stimmt, aber ich fürchte halt um den Schaden den dies anrichten könnte, ich meine es könnte ja sein dasmich der Zorn übermannt und ich einen Hagelschlag herniederzaubere oder andere mit dem Bösen Blick strafe, oder Sie als Beute von einem Tier jagen lasse, aber das will ich doch nicht, gut abgesehen eventuell von den Leute die meine Mutter damals verschleppt haben oder die sich über Sumu und ihren Sohn Efferd hinwegsetzen.

Erwartung – Realität

Nachdem Tarsus und Galwina, ein Ehepaar aus einer alteingesessenen Garether Schreinerfamilie, sich durch plötzlich massiv ausbleibende Kundschaft von Phexens Segen verlassen sahen, beschlossen sie schweren Herzens nach Beratung mit einem Ingerimm­geweihten ihr Geschäft zu schließen, ihre tragbaren Habseligkeiten mitzunehmen und ihr Glück in einer anderen Stadt zu suchen. Geschichten von einer Stadt weit im Süden trug der Wind zu ihnen. Jeder hätte dort die Chance, sein Schicksal durch Phexens Segen und harte Arbeit selbst in die Hand zu nehmen und sogar in Adelsgefilde aufzusteigen. Ein Schmelztiegel aus Kulturen aller Herren Länder befände sich dort und würde jeden, egal woher, mit offenen Armen empfangen.

Also sammelten sie ihr letztes Erspartes zusammen und so machten sich Tarsus samt Frau und seinen drei Kindern Orestas, Drenor und Bregor auf den langen und beschwerlichen Weg in die reichste Stadt Aventuriens, die Perle des Südens – genannt Al’Anfa.

Vielerlei Gefahren begegneten sie auf dem Weg dorthin; doch diese sollen hier nicht erzählt werden, schließlich kamen sie alle nach zwei Monden wohlbehalten dort an. Bei ihrer Ankunft, erschöpft und ausge­mergelt von der langen Reise, bot sich ihnen ein ganz anderes Bild. Die Straßen seien aus Gold, selbst der armste Bettler trüge noch ein Diamantenring, so die Geschichten. Doch ihnen wurde nur recht unsanft von der Stadtgarde erklärt, sie könnten in der Gosse schlafen. Desillusioniert verbrachten sie ihre ersten Nacht in der Stadt des Geldes auf hartem, feuchten Pflasterboden.

Die nächsten Jahre waren nicht leicht für die Familie. Sie konnten sich jedoch trotz aller Widrigkeiten mit kleineren Reparaturarbeiten in den Slums der Brabaker Baracken über Wasser halten, wo sie die Arbeit gegen Nahrung und Gegenstände des alltäglichen Bedarfs eintauschten. Sie konnten sich sogar eine kleine Hütte mit auf diese Art und Weise zusammengekauften Brettern bauen und im Elend eine kleine Oase beschedenen Luxus‘ schaffen. Ein Jahr nach ihrer Ankunft wurde Galwina sogar schwanger und brachte im Jahr 1009 B.F. einen kleinen Sohn zur Welt, den sie auf den Namen Vard’Han tauften.

Als Vard’Han fünf Götterläufe zählte, wurde das Glück der Familie noch einmal auf eine harte Probe gestellt, denn seine Mutter erkrankte an einer schweren unbekannten Krankheit; und der einzige Quacksalber, den sie sich leisten konnten, war nicht imstande, sie zu retten, sodass sich durch ihren Tod ein finsterer Schleier über die Familie Vard’Hans legte. Fortan erzog Tarsus seine Kinder mit harter aber liebender Hand, und sie wuchsen zu stattlichen Recken heran.

So wuchs Vard’Han unter ärmlichen Verhältnissen in den Slums Al’Anfas auf. Er half zuhause mit seinen Brüdern aus, wo er konnte, doch trotz aller Bemühungen konnte er nicht den tragischen Schicksalsschlag verhindern, den seine Familie an einem heißen Rahjatag im Jahre 1021 B.F. ereilte.

Vard’Han war gerade am Hafen auf der Suche nach Nahrung, als sein Heim von Bluthunden Zornbrechts [skrupellose Sklavenjäger Anm. d. Verf.] überfallen wurde. Als er an diesem Abend nach Hause kam, sah er schon von weitem eine Rauchsäule aufsteigen, die von seinem lichterloh brennenden Heim, seinem Zuhause stammte. Er rannte so schnell er konnte, doch er kam zu spät; Seinen Vater konnte er noch gerade so retten, doch später verstarb er, da er zu viel Rauch einatmete. Die Hütte zu Asche verbrannt, machte er nur drei verkohlte Leichen aus, nicht wissend, dass es drei Sklavenjäger waren; seine Brüder befanden sich bereits in den Händen der Zornbrechts.

Ohne Kenntnis, wer für diese Katastrophe verantwortlich war [nämlich sein Bruder Orestas, der einen ersten unkontrollierten Ausbruch seiner arkanen Kräfte erlebte; Anm. d. Verf.], rannte er den ganzen Abend weinend und verzweifelt durch die Straßen Al’Anfas. Die Umgebung verschwamm unter den Tränen während er durch die Straßen stürmte. Und er rannte und rannte, bis das Licht des Tages sich in die Dämmerung zum Dunkel der Nacht verkehrte und seine Lungen brannten, wie mit Glut gefüllt und er keuchend und schluchzend auf die Knie fiel. Er hockte noch lange im Halbdunkel, bis seine Augen trockneten. Als er sich umsah, wohin er denn in seinem Wahn gerannt war, vernahm er nur ihm unbekannte Strukturen; in diesem Teil der Stadt war er noch nie gewesen.

Im fahlen Licht des Madamals, das gerade aufging, vernahm er die Strukturen reich geschmückter Häuser; Marmor wechselte sich mit silbrig glänzenden Kuppeln ab. Die großen Villen schienen sich gegenseitig in ihrer Detailtreue überbieten zu wollen, denn eines war prächtiger ausgestattet als das andere. Der junge Al’Anfaner bemerkte, dass er an einer Kreuzung kniete, die von einem rautenförmig konstruierten runden Holzgestell umrundet war, das von Rosen umrankt wurde. Als er seinen Blick weiter schweifen ließ, sah er, dass in den Viertelkreisen, die von mit feinem Mosaik gepflastertem Weg und dem Rosengatter geformt wurden, leicht angerundete Marmorbänke standen.

Plötzlich durchfuhr in ein eiskalter Schauder, als er realisierte, dass auf einer dieser Bänke eine Gestalt saß. Es war offenbar ein junger Mann mit langer schwarzer Kutte, sein Gesicht teils von einer Kapuze verhüllt. Am Rand der Kapuze schauten ein paar lange dunkle Haarsträhnen heraus. Die Augen hatten einen ernsten Blick und seine Haut war bleich. Doch irgendwie fühlte Vard’Han, dass ihm von dieser Person keine Gefahr drohte, sie wirkte wie ein alter vertrauter, auch wenn er ihm noch nie begegnet war. Die gestalt musterte ihn noch kurz, dann erhob er sich und sprach mit tiefer sanfter Stimme: „Ich denke, wir haben einander genug gemustert, nicht wahr? Eigentlich sollte hier niemand unbefugtes herumwandern, aber wenn die Garde dich bisher nicht bemerkt hat, bringt es wohl auch nichts, sie nun zu rufen, findest du nicht auch?“ Vard’Han nickte nur verstört und nach einigem Zögern. „Die Höflichkeit gebietet es wohl, dass wir einander vorstellen. Du kannst mich Amir nennen.“ Dabei schritt Amir lächelnd auf ihn zu und reichte dem immernoch auf dem Boden knienden Vard’Han die Hand. Hastig rieb er sich seine dreckigen Handflächen an seinem nicht unbedingt saubereren Lumpen ab und reichte der schmächtigen Gestalt die rechte Hand, die ihm mit einem erstaunlich kräftigen Zug hinaufhalf.

Du hast mir immernoch nicht deinen Namen verraten.“

V-v-v-vard’han“ stammelte ebendieser.

Nun, Vard’Han, ich denke, du solltest mir erzählen, was dich hierherbringt. Lass uns doch dabei ein wenig spazieren gehen. Ich genieße meine freie Zeit immer sehr, und ein kleiner Spaziergang an lauen Sommerabenden lässt einen die eigenen Sorgen immer ein wenig vergessen, findest du nicht?“

Feuer in Anderwald

Was für ein Tag. Hätte mir jemand gesagt, dass ich heute Nacht in einem Hexenhaus im Wald schlafe, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt.

Wir kamen am Nachmittag in Andrawald an. Der hohe Herr zeigte Anzeichen einer herben Erkältung und ich verschrieb ihm einen lindernden Tee. Die Dorfbewohner waren sehr … einfach, aber dennoch lieb. Grade der Herr Waldschrat schien seine Klugheit zu Gunsten seiner Stärke geopfert haben. Lieb aber doof, sagte meine Mutter immer zu diesen Männern. Er wirkte sehr rau, wenn man ihn zu nehmen weiß wird aber schnell klar, dass er ein gutes Herz hat.

So verbrachten wir einen kuriosen aber schönen Abend im Gasthaus. Mitten in der Nacht brach ein Feuer aus. Ich habe nur noch wage Erinnerungen daran. Überall war Feuer, Verletzte und Feuergeister. Ich arbeitete sehr hart und versorgte jeden der bedürftig war. Orestas und Rondrigo waren auch darunter. Doch nun geht es ihnen wieder gut.

Als das Feuer gebannt wurde, fanden wir den hohen Herrn in seinem Zimmer, er malte ein Bild?! Es überschlugen sich dann die Ereignisse. Plötzlich lag Rondrigo beinahe tot am Boden und ich hieb auf den hohen Herren ein. Das Nächste was ich weiß ist, dass ich meinem Geliebten Einbeerensaft gab und ihn rette.

Später erstatte ich Anzeige wegen versuchten Mordes beim Dorfschulzen gegen den hohen Herren. Dann brachen wir zu Travigunde auf. Sie sei eine Hexe, dass stellte sich aber als falsch heraus. Wir bannten dort auch die Geister und sie sagte uns wir sollen zu ihrem Geliebten gehen. Dieser Magus soll wohl mehr wissen. Dann musste nur noch das Dorf beruhigt werden. Damit sie nicht Travigunde verbrennen. Das gelang uns auch.

Nun liege ich hier im Hexenhaus und erhole mich. Was wird wohl der kommende Tag an Abenteuern bringen?

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Auszug aus Maras Tagebuch.

Studien und anderes in Khunchom 3. Teil

Die Zeit schreitet vorran sogar mein Tsatag steht vor der Tür, und ich habe sowenig bisher erreicht, viel zu wenig…

Ich verbrachte die Zeit mit weiteren Studien und ich fertigte, für die Antwort meines Wesirs schon einmal nutzbringende Dinge die ich ihm schicken wollte, nachdem ich ihm mit der letzten Nachricht neben der Lampe und einem Teil des Goldes, sowie einer Stele mit der Glyphe der elementaren Attraktion Humus und einer weiteren der elementaren Attraktion Eis, einigen Yagannüssen, und einer Nachricht, samt etwas Stoff für den Troll mitschickte. Fertigte ich nun schon einen weitern Applikatus mit einem Auris Nasus Oculus Cantus an, welcher die Antwort, „So sei es Agha Kurum al’Rakshaz“ enthielt, jene kann ich nutzen, egal wie sich der Troll entscheidet, das dachte ich mir damals und in kürze werde ich diesen ja auch samt meiner Nachricht zurückschicken.

Der Artikel für den Boten war sehr detailiert, aber anscheinend wurde die Arbeit nicht ausreichend gewürdigt, es wurde nur ein Teil gedruckt, trotz der Tatsache das ich die üblichen 2 Dukaten bezahlte, nunja wie dem auch sei, es stand zumindest die Richtigstellung drin, das es nicht der ganze Artikel war, welcher dort abgedruckt wurde.

Heute habe ich erneut einen Dschinn der Luft convociert, ich werde darin richtig gut, eine Nachricht von Kalkarib traf ein, und zwei in Khunchom ansäßige Verwandte, baten mich diese Nachricht Delia zukommen zulassen. Dabei kamm mir die Idee eines Betriebes in den Sinn, aber zur Ordnunsgemäßen Umsetzung bedarf es noch einiger Vorbereitung. Aber zumindest hatte dies zur Folge das die Nehazet Luft Post, oder kurz NLP geboren wurde, ein Zeichen habe ich auch schon auserkoren, eine Gans die emsig eine Schriftrolle im Schnabel trägt und von einem Dschinn der Luft getragen wird, ich werde es mir wohl nicht nehmen lassen die Gans etwas zerzaust auf dem Signum darstellen zu lassen. Der Nachricht legte ich noch eine Ausgabe des aktuellen Aventurischen Boten, samt einer kleinen Nachricht von mir bei.

Was wohl der morgige Tag bringen wird? Hmm, eigentlich wollte ich ja der Zeremonie des Traviabundes zwischen Azina und diesem Muhalla beiwohnen, aber ich weiß ja gar nicht wann die genau diesen Bund eingehen, ich denke mit der nächsten Nachricht sollte ich eine Rückwort Möglichkeit mitschicken.

Auf hoher See

Nun sind wir endlich unterwegs. Es geht auf nach Baburin, näher zu Azina. Ich kann es kaum erwarten meine gute Freundin wieder begrüßen zu dürfen. Die aranische Luft ist auch angenehm. Endlich kann ich sie wieder spüren und atmen. Es ist schon eine seltsame Fügung des Schicksals, dass sich alles zum Guten wendete. Sieghelm und ich verstehen uns widererwartend sehr gut, seit dem ich auserwählt wurde. Ich glaube er kam sogar nur zum Gasthaus zurück um mich zu beschützen. Auch die Kampfübungen mit ihm waren gut. Nun ja er schlug etwas hart zu, doch wenn man seine gewaltigen Arme bedenkt ist das auch kein Wunder. Doch letztlich habe ich gewonnen. Zwar durch eine List aber ich habe gewonnen.

Der baldige Ehegatte von Azina ist ein merkwürdiger Lump. Ich bin der Meinung Azina hat etwas besseres verdient. Ich hoffe uns allen gelingt es diese Hochzeit zu verhindern. Sofer dies der Wille Azinas ist und wir dieses richtig aus dem Brief gedeutet haben.

Briefe… Ich stehe nun an der Rehling und das einzige was ich mir wünsche ist in der Nähe von Kalkarib sein zu dürfen. Ob es meinem stolzen Wüstensohn gut ergeht? Ich wünsche es ihm, aus ganzem Herzen! Und wenn er schon nicht bei mir sein kann, würde ich liebend gerne ein paar Zeilen von ihm lesen. Ach mein Geliebter… wann gestattet es das Schicksal, dass ich Dich endlich wiedersehen kann… Vergiss mich bitte nicht.

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Delias Gedanken.

Das Abenteuer

Es ist so schade, dass die Festspiele schon zu ende sind und wir nur einen Tag dort hatten. Doch es hatte sich gelohnt. Mir wurde aus der Hand gelesen, ich kaufte Edles ein und war sogar Teil einer Darbietung von Schauspielern! Jeder auf dem Fest hat mich sehen können. Unglaublich! Vor allem aber tat mir Rondrigos Gesellschaft sehr gut. Dieser edle Mann ist eine sehr angenehme Begleitung. Doch ich weis noch nicht genau wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. In der letzten Nacht kamen wir uns sehr nahe… es war sehr schön. Ich hatte immer gedacht, dass es weh tun würde seine Unschuld zu verlieren. Wird er mich nun fallen lassen, jetzt wo er bekam was die meisten Männer wollen? Nein! So ein Mann ist er nicht.
Er machte mir sogar neue Kleider zum Geschenk. Obwohl ich bezweifele, dass meine neue und sehr aufreizende Unterkleidung wirklich vor den strengen Temperaturen schützen mag.

Am Abend der Thuranseefestspiele wurden wir sogar an die Tafel der hohen Herren eingeladen. Das Essen war köstlich und die magische Darbietung und Darstellung der Schlacht vom Thuransee war überwältigend. Die anderen Anwesenden hohen Herren wohl eher verstörend. Mit Ausnahme von Orestas und dem hohen Herren Bervin… ich hoffe er schreibt sich auch so.

Nun sitzten wir wieder hoch zu Ross und reiten Richtung Anderwald. Orestas und Bervin wollten uns wohl folgen. Ich hoffe daruf und bin gespannt, vielleicht ist es mir ja erlaubt den herrn Magus zaubern zu sehen und vielleicht zeichnet mich der hohe Herr Bervin auch einmal… So wie ich hörte gilt es dort in Anderwald ein Abenteuer zu bestehen. Ich bin so neugierig darauf und was soll mir an Rondrigos Seite schon widerfahren?

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Eintrag aus Maras Tagebuch

Sicher wie in Efferds Hand

Nun bin ich meinem Element so nah, doch trennen mich die Planken der Perle des Perlenmeeres davon, ich könnte zwar hineinspringen und mich darin toben und das Wasser meine Haut umspülen lassen, aber die anderen würden vermutlich recht verwundert reagieren, dabei könnte ich es sogar wieder an Bord schaffen, nunja zumindest mit etwas Hilfe, aber der eine oder andere Elementar wäre im zweifel bestimmt freundlich genug, eventuell später. Aber der Reihe nach…

Am Morgen des letzten Tages in Zorgan bin ich früh aus dem Brunnen des Gasthauses geklettert, ich kann nicht behaupten das ich den Brunnen vermissen werde, er war wirklich unbequem, beim nächsten mal in Zorgan verweile ich entweder wieder im Rosengarten oder im Barun-Ulah, aber diesen kleinen Kasten tue ich mir nicht nocheinmal an, dachte ich zumindest. Das Schiff, welches wir zu nutzen gedachten hieß die Perle des Perlenmeeres, dabei handelte es sich um eine bauchige Kogge, ein gemütlicher Handelsfahrer, ich fragte mich ob ich mit dem Schiff mithalten könnte? Aber um zu vermeiden den Anschluss an meine Freunde zu verlieren beschloss ich auch auf dem Schiff mitzufahren, irgendwie ironisch, wenn ich so darüber nachdenke, ich auf einem Schiff, nunja zumindest gibt es hier genügend Wasser, also gibt es auch keinen wirklichen Grund sich zu beschweren. Der Tag auf dem Schiff verlief angenehm, ich heilte eine kleinere Verletzung Delias, nachdem diese mit Sieghelm eine Waffenübung durchgeführt hatte, der einzigen der es nicht so gut ging war Jane, Sie vertrug die Schiffsreise nicht so sehr, so im Nachhinein fällt mir ein, ich hätte Ihr entweder anbieten können, Ihr ein nicht schwankendes Schiff geistig vorzugeben, Ihre Widerstandskraft zu erhöhen, oder direkt einen netten Geist des Wassers oder der Luft bitten können Ihr bei Ihrer Stabilisierung zu helfen, eventuell Morgen. Das Schiff ist wirklich toll, die Mannschaft ist nett und zuvorkommend, ein Matrose war auch so nett und hat mir etwas Wasser besorgt, ich weiß gar nicht was die anderen haben, ich fand ihn sehr verständnisvoll und er schien genauso faszniert von mir zu sein, wie ich von den Landbewohnern. Gut ich gebe ja zu das ich etwas verwundert war über die große Menge die mir zusah wie ich Wasser trank und meine Haut mit diesem angenehmen, wohltuenden und kühlenden Nass aus dem Meer benetzte. Und so wirklich viel hatte ich nun auch nicht gezeigt, gut die Schwimmhäute, aber das liegt vor allen daran das ich noch keine passenden Handschuhe angefertigt habe, dann die Hautschleier an den Armen, meine Haut, meine Haare und das was sich sonst noch so zeigte, auch ohne Sieghelms eingriff fühlte ich mich sicher wie in Efferds Hand, immerhin war ich nur einen Sprung vom Meer entfernt. Nachdem Sieghelm sich eingemischt hatte, was dazu führte das ich mich wieder in meine langen Gewänder hüllte, zumindest waren diese nun wieder schön feucht und damit sehr angenehm zu tragen. Fragten wir nach einen Fass, das bot mir wenigstens die Möglichkeit mich im wohlgefallen meiner Freunde meinem Element hinzugeben, auch wenn das noch beklemmender war als der Brunnen, naja ist ja nicht so als hätte ich nie gelernt in ruhe mich der Kontemplation hinzugeben, mein Vater Altanan sagte mir immer unermüdlich das ich mich in Geduld und ruhe üben muss und nicht unstetig wie die Gezeiten sein soll, ich glaube das war für ihn leichter zu sagen, als es für mich zu leben ist. Aber nocheinmal zurück zur Mannschaft, die ist wie schon erwähnt, wirklich nett, ein Matrose war sogar so freundlich und dieser hat mir etwas Nahrung an das Fass in dem ich mich befand gebracht, und er bezeichnete mich auch als Meerjungfrau, irgendwie hat er damit ja auch recht, hmm ich denke ich sollte Jane nocheinmal befragen was Sie über mein Volk weiß, immerhin erscheint Ihr Wissen dem Ozean gleich. Apropos Ozean, als Jane später nocheinmal ans Deck kamm, bemerkte ich das sich das Wetter weiter veränderte und in kürze umschlagen würde, eine Wetteränderung hatte ich schon vorher vorhergesagt, nun war es deutlich zu spüren es würde einen Sturm geben, aber so schlimm wird er schon nicht werden, im zweifelsfall muss halt etwas nachgeholfen werden um das Schiff mit diesen netten Leuten weiter über Wasser zu halten. Zur Nacht begab ich mich dann auch unter Deck, ich meine ich wäre zwar auch im Fass auf dem Deck zurechtgekommen, aber das wäre unter Umständen recht schmerzhaft und sehr mühselig gewesen aus dem Fass dann wieder an Bord zu gelangen.

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