Sehnsüchtig schaut Muhalla ibn Hamar in die Ferne. Am Bug der Reling gelehnt blickt er gen Praios. Seine Gedanken gleiten fort von diesem Ort. Mit einer Hand hält der Edle geistesabwesend seinen Turban fest. Der Wind zerrt an ihm, so wie er an seiner Seele zerrt. Zerrissen ist sein Herz. Schmerz steht in seinem Gesicht geschrieben. Gut, dass es niemand bemerkt. In der anderen Hand presst der den Brief seiner Mutter fest zusammen.
„Eine firungefällige Tulamidin? Was hat sich Mutter dabei nur gedacht? Ist sie denn von Sinnen, die alte Närrin. Was soll ich mit dieser Frau nur anfangen? Sie wird mit mir nicht glücklich sein. Zu Hause einsperren muss ich sie, wo sie doch frei sein möchte. … Nun, mir geht es ähnlich. Ich hoffe, die Maske der Arroganz verbirgt meine Gedanken an sie … ach Rada …
*seufzend schüttelt Muhalla den Kopf*
Interessant diese Geschichten des von Rotwassers. Das Buch habe ich bereits ausgelesen. Die Schreibe mag besser möglich sein, aber die Abenteuer sind dafür umso erzählungsreicher. Gern schlösse ich mich ihm an, um die Welt zu entdecken. So viel gibt es noch zusehen, so viele Handel sind noch zu schließen. Ist mein Geschick darin nicht besser als das Vermögen meiner Familie vor Ort zu verwalten? Soll das doch mein Bruder mit seiner Frau machen. Obwohl. Wenn ich den Ausführungen der Sahiba Delia Glauben schenken darf, sind die Praktiken Sefiras zu überprüfen.
… später …
„Dieser Wichtigtuer! Was fällt ihm eigentlich ein?“
Wütend stiefelt Muhalla in seinem Zimmer im Gasthaus zum grünen Spiegelkapfen in der befestigten Hafenstadt Mendlicum auf und ab.
„Er ist hier fremd. Und ich erlaubte ihm, mich zu begleiten. Nichts weiß er von meinen Fähigkeiten. Nichts! Plump waren seine Versuche mich dazu zu überreden, doch eher auf Abenteuer zu gehen als Azina zu ehelichen. Durch ihn gewarnt sehe ich nun auch die Bemühungen der Sahiba Delia mit anderen Augen. Nun liegt mir der Zweck ihrer Anwesendheit offen. Ablenken sollen sie mich. Steckt gar Azina selbst dahinter? Warum sollte sie dies wollen? Erst eine Hochzeit mit mir arrangieren und dann so etwas. Ich werde sie vor meinem Urteil selbst befragen.“
„Beremosch!“
„Ja, Herr?“
„Lasst die Diener kommen, wir ziehen für diese Nacht in ein anderes Gasthaus. Morgen werden wir beratschlagen, was wir für eine solche Abenteuerreise alles benötigen. Ihr habt doch sicherlich schon einiges an Erfahrung auf diesem Gebiet.“
„Ein wenig. Ich sollte schon dafür sorgen können, dass wir nicht verhungern und verdursten. Seid ihr sicher, dass ihr dies tun wollt?“
„Ja, Beremosch, ich bin mir sicher. Die Werte Azina wird sich noch ein wenig gedulden müssen. Schwer wird es ihr sicher nicht fallen.“
„Wie ihr wünscht, Herr.“
—–
Einige Stunden zuvor nahe Baburin:
„Was soll das heißen, ihr könnt nicht? Natürlich könnt ihr. Ich bürge dafür. Verkauft mir das Vieh. Ihr werdet es nicht bereuen. Unsere neue kleine Herde benötigt noch Zuwachs für die Zucht. Das vierte Kälbchen des nächsten Jahres soll euch gehören. Zusätzlich zur Bezahlung des Bullen.“
„Ich weiß nicht recht …“
„Nun, ihr habt doch sicherlich von meiner anstehenden Hochzeit mit Muhalla ibn Hammar as Sarjabaran gehört? Oder von dem toten Dämonenschwein? Ihr möchtet mich doch nicht verärgern, indem ihr mir das Vieh vorenthaltet?“
*bedrohlich blitzen ihre Augen so eisblau wie der Speer in ihren Händen als sie grimmig die Mine anspannt*
„Nein Herrin ..“
„Nun, dann sind wir uns ja einig.“ Lächelnd zieht sie den Bullen aus dem Gatter. „Ich danke euch. Firun stehe euch bei, so wie ich es tue.“