Kalt viel der Schnee auf Mara. Die Hebamme war auf dem Weg zurück von der Kräuterfrau, der sie am nächsten Tag den Drachenschlund verkaufen wollte. Sie schlenderte durch die leicht verschneiten Straßen Winhalls und ließ ihre Gedanken kreisen. Diese Erfahrung im Rahjasschoß waren… zwiespaltig. Einerseits genoss sie trotz ihrer großen Scham die Dienste ihres wundervollen, novadischen Liebhabers und andererseits waren es halt nur Dienste. Sie spürte durch ihre Empathie, dass er sie zwar auch sehr anziehend fand und das alles auch sehr genoss… doch die Gefühle der er offen zeigte… die waren übertrieben und nur gespielt. Als die Jobornerin nach den Dienstleistungen ihre Zeche bezahlte und durch den Raum blickte, da flossen viele Gefühle und Stimmungen auf sie ein… und fast alles war eine Illusion. Natürlich war dies ein Teil der Dienstleistungen, aber das bemerkte bewusst niemand… niemand außer Mara. Sie schwelgte noch ein wenige in den angenehmeren Erinnerungen als sie so durch die Straßen schritt. Dennoch drängten sich immer noch die widersprüchlichen Emotionen auf. So schwor sich Mara, dass sie derlei Dienste nicht mehr in Anspruch nehmen würde. Das könnte sie sich selbst und auch nicht den Bediensteten antun.
Sie zog ihren Mantel enger um sich und erfreute sich an der Wärme. Fast so warm wie die starken und feurigen Umarmungen des Novadi. Sie würde sich zwar nicht mehr in solche Dienste begeben, aber hatte mehr Gefallen an den Männern gefunden. Selbst wenn in ihrer Welt Mara Tannhaus, niemals einen Mann einfach so ansprechen oder gar verführen würde. Sie verstand einfach nicht was die Männer an ihr fanden und oft leuchtende Blicke zuwarfen. Sie war doch nur Mara, die Joborner Heilerin und Hebamme.