Button

Andere Länder, andere Definitionen

Die anderen sind vor einigen Wochen mehrheitlich beritten aufgebrochen, in das ferne, vom Junker von Spichbrecher hochgeschätze Darpatien, welches wohl der kulturelle Hochpunkt des Mittelreiches sein soll, wie das möglich ist, wenn bedacht wird das in Punin nicht nur die wichtigste Magierakademie und zwei der bedeutendsten Tempel des Zwölfgötterkultes stehen, ist mir nicht wirklich bekannt. Gut in Rommylis steht auch eine Magierakademie, aber die einzig ernstzunehmende relevante wissenschaftliche Neuerung war die Entdeckung der arkanen Signaturen, eigentlich eigenartig, müsste mal in der Bibliothek nachsehen, wahrscheinlich findet sich irgendwo noch ein inbeachtetes Manuskript aus dem das auch abgeleitet hätte werden können, naja wir wollen ihnen mal nicht das einzige Brotkrummen ihrer arkanen Forschung wegnehmen, ansonsten hätte die Akademie ja überhaupt keine Bedeutung, gut selber schuld, gehört ja dem Bund des weißen Pentagrammes an, wo war ich, achja und dann wäre da höchstens noch der Haupttempel der Travia, doch ob das ein Zeichen von Zivilisation ist, da bin ich noch unschlüssig.

Ich habe in der Zwischenzeit mit Collega saba Nassir weitere Tränke zubereitet und die erste Lieferung ist auch schon fertig, Mezzek macht auch gute Fortschritte in seiner Ausbildung, ich denke bald sollte er soweit sein, das er sich auch mal an dem ein oder anderen Trank versuchen kann. Besagte erste Lieferung ist auch insoweit schon bereit, das ich schon Schritte unternommen habe, deren Transport zu sichern, ein Dschinn der Luft, welchen ich gebunden habe, wird am Ende des Tsamondes die Kiste mit den 30 Elixieren nach Khunchom tragen, zusammen mit entsprechenden Botschaften die weitere Anweisungen bezüglich dessen was mit dem Gold geschehen soll enthalten, sowie einigen neuen Ideen und weiterer Korrespondenz mit Rashim und Zuhal. Auch an Collegus Manzanares in Punin habe ich geschrieben, ich habe ihn darüber in kenntnis gesetzt das Anfang Phex eine Kiste von mir aus Khunchom eintreffen wird, weiterhin bat ich ihn darum je eine der gedruckten Neuauflagen der Magie des Stabes und der Geheimnisse des Lebens beizulegen, die entsprechenden Kosten solle er doch bitte aus besagter Kiste entnehmen, die Kiste mit ihrem restlichen Inhalt, die beiden Bücher und etwas Alraunenpulver solle er mir danach doch bitte, mittels des an einen entsprechenden Gegenstand gebundenen Dschinnes der Luft nach Khorestan schicken. In besagter Nachricht hatte ich auch noch Beschreibung und wahren Namen des Dämons, welchen wir in Mahtab begegneten beigelegt, mit Bitte um Verifizierung ob es sich dabei um eine bislang unbekannte heptasphairische Entität handle, da ich dann den Anspruch auf gildenmagische Erstentdeckung erheben könnte, ähnlich wie bei den beiden heptasphairischen Entitäten in Hammerschlag.

Weiterhin habe ich endlich meine Kiste verzaubert, das war ziemlich unwürdig die mit mir herumtragen zu müssen, das Repertoire an Heiltränken für die Reise wurde aufgefüllt, die Thaumatursome wurden wieder aufgeladen, ich habe eine Glyphe der elementaren Attraktion des Feuers in meinen Mantel gestickt, wer hätte gedacht das ich mal irgendwann, tatsächlich etwas nutzen könnte, was ich in einem Traviatempel aufgeschnappt habe. Die Reisekasse wurde aufgefüllt, dem Schmied in Khorestan habe ich die Spezifikationen bezüglich der von mir gewünschten Schale der Alchimie gegeben, sobald die notwendigen Materialien eingetroffen sind, weiterhin habe ich persönliche Messer für mich, Collega saba Nassir und auch Mezzek von selbigem Schmied angefordert, mein Messer und die Schale werden also wahrscheinlich, entweder auf mich warten, wenn ich wieder nach Khorestan zurückkehre oder sie werden mir nachgeschickt, mal sehen.

Das Lagerhaus Tulachims, welches ich im Gegenzug für einen Teil der Schulden habe errichten lassen, ist vollendet, bezüglich weiterer Lagerhäuser stehen demnächst noch Selicum und Punin an, wenn ich das nächste mal in Punin bin, muss ich mich mal bezüglich einer geeigneten Adresse informieren, da ich als Absolvent der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis ja auch ein Bürger Punins bin, steht es mir frei dort Land zu erwerben, aber das ist jetzt ersteinmal, noch, nicht so wichtig.

20.Tsa 1026 nBF, Reise zum Höhepunkt der Mittelreischichen Zivilisation (nach von Spichbrecher)

Habe mich heute aufgeschwungen die Reise nach Darpatien hinter mich zu bringen, hätte ich gewusst was mich erwartet, wäre ich nicht losgeflogen, Zivilisation ist für mich doch etwas anderes und von einem Pilgerpfad in der tiefsten Provinz ins Gebirge in einer kalten Jahreszeit, mit Schnee und Eis, unter Begleitung eines Traviageweihten und zwei Singender älterer Herren, nein, mit Zivilisation hat das nichts zu tun, hier gibt es noch nicht einmal ordentliche Tulamidische Badehäuser oder richtigen tulamidischen Tee, von dem Essen ganz zu schweigen und bislang habe ich, weder, einen, ordentlichen, noch überhaupt einen Teppich gesehen, wahrscheinlich ist es hier zu kalt um ordentliche Teppiche zu knüpfen, es ist auch zu bezweifeln das es unterwegs etwas spannendes, die akademische Neugier weckendes in diesem Land geben kann. Aber der Reihe nach, ich brach also mittels einiger gebundener Luftdschinne auf, der Mantel mit der Glyphe der elementaren Attraktion Feuer hat bislang schon gute Dienste geleistet, für alle Fälle habe ich vier neue Elixiere mitgebracht, ob die anderen noch die Elixiere von unserer letzten Reise dabei haben, weiß ich nicht. Das Gasthaus vor dem ich von Spichbrecher traf, ich entschied mich dezent im Hintergrund zu bleiben und ersteinmal zuzuhören, wobei im nachhinein betrachtet, wirklich viel gebracht hat das auch nicht, hörte ich zumindest nichts interessantes. Von Spichbrecher geleitete mich in das Gasthaus, mit dem einfallsreichen Namen zum Lederstiefel, am Türschild hing ein selbiger, das Gasthaus war ein typisches Erzeugnis der hohen Zivilisation des Raulschen Reiches, weitere Worte zur Umschreibung dessen, könnten dies nur schmälern. Collega Peddersen, saba Belima, Delia, Kalkarib und Rondrian saßen schon an einem Tisch, wir begaben uns zu diesen. Von Spichbrecher eröffnete uns, das wir eine Pilgerreise unternähmen würden, wie gut das er das geplant hat und uns damit überraschte, denn ich denke die einzige die ohne diese Überraschung ihn begleitet hätte wäre die werte und leicht unterkühlte saba Belima gewesen, da fällt mir ein, sollte Collega Peddersen mal darauf ansprechen das wir saba Belima Fähigkeiten im Bereich der Logik und ratio testen sollten, sind diese doch dem Eis zugeordnet und Firun ist ebenfalls dem Eise zugewandt. Ein Bruder von Spichbrecher setzte sich auch noch zu uns, bei diesem handelte es sich ausgerechnet noch um einen Diener Travias, welcher uns auch noch begleiten wird, das kann ja was werden, was ist den jemals gutes aus zusammentreffen mit diesen Dienern Travias geworden. Es gesellten sich noch zwei ältere Herren zu uns, wohl zwei alte Handwerksmeister, die uns begleiten wollten und auch sogleich ein altes Lied, vom Klang her wahrscheinlich Zwergisch, was mich daran erinnert das ich mein Rogolan etwas verbessern sollte, wenn ich so darüber nachdenke könnte auch mein Isdiria besser klingen, mit dem Zhayad bin ich ja auch etwas unzufrieden, ganz zu schweigen davon das ich weder zum Studium des Rssahh noch des Zelemjas in Khunchom gekommen bin, es war einfach zu viel los, muss unbedingt dran denken, wenn ich wieder in gefilden bin, welche ich als zivilisiert betrachten kann. Weiterhin erfuhren wir noch, das einige Leute verschwanden, auf selbiges wies auch ein Aushang hin, später am Abend untersuchte ich den Aushang und eine thorwalsche Silbermünze noch nach vitaler Residualstrahlung, um die Signatur der betreffenden Person im Zweifelsfall zu finden, im schlimmsten fall habe ich zumindest weitere Daten für meine Forschungen bezüglich der vitalen Signaturen erlangt. Der Tee war von eher mäßiger Qualität, aber er weckte zumindest Erinnerungen an ein besseres Land. Die Untersuchungen zogen sich tief in die Nacht hinein und es war schon spät als ich mich zur Ruhe begab.

21.Tsa 1026 nBF

Wir waren bei einem gewissen Meister Zertel, ein Händler von Lederwaren und anderem, nun das Viertel roch einer der wichtigsten Ingredenzien für Phosphorus. Wenigstens konnte ich das Problem des doch etwas ungeeigneten Reisegewandes, bezogen auf dieses Klima hier, durch eine entsprechende Duldung und Umdefinition, bezogen auf mich, bezogen auf einzelne Kleidungsstücke lösen, durch die tatsache der persönlichen Bekanntschaft mit der hiesigen Obrigkeit rasant lösen, ein entsprechendes Schriftstück sollte ich aus Gründen der beiderseitigen Absicherung noch entwerfen, eventuell Collega Peddersen noch drüber blicken lassen und dieses dann von von Spichbrecher unterzeichnen lassen. Es erscheint mir wirklich unmenschlich mit wie vielen Schichten Kleidung die Menschen hier im Tsamond herum laufen. Anschließend gab es noch Proviant von dem Wirt, der wohl ein guter Bekannter von von Spichbrecher war, wie ich gestern noch erfuhr, wobei ich mir immer noch unsicher bin, ob es nun ein ab- oder aufstieg ist wenn man drei Schilder als Ausgangspunkt nimmt um danach bei einem Lederstiefel zu landen, ich halte es ja für eine abstieg, nun gut es gibt wichtigeres womit ich mich befassen kann, beispielsweise der Kopie der Karte, welche der Wirt mir gezeigt hatte, dabei stellte sich auch heraus das Collega Peddersen sich nicht im Bereich der Kartographie auskennt, gut ich bin auch nur marginal bewandert in diesem Topos, doch erschien es mir in der academia eine sinnvolle Verwendung meiner Zeit, lernten wir doch auch über die Kraftlinien und eine Karte der aktuellen Kraftlinienverläufe, vor allem weil durch die Taten des Bethaniers, selbige partiell ihre Bahnen verändert hatten, schien sinnvoll. Danach suchten wir einen Schrein von drei Gottheiten auf, Firun, Ifirn und Aves war der Schrein zugedacht, die Opfergaben könnten in folgenderweise kategorisiert werden, Firun wurden Tierreste geopfert, für Ifirn wurden Pflanzen gepflückt und Aves bekamm Tand. Bei dem Avesschrein musste ich an das Amulett von Zafir Manzanares denken, welches er mir nach meinem Abschluss geschenkt hatte, ich frage mich wer von uns beiden wohl mehr reist, ich oder er?

Wir begaben uns danach auf die Reise, aufgrund meines Mantels und der Kleidung war ich recht gut gegen die Kälte gewappnet, trotzdem hieß das nicht das ich der Natur viel abgewinnen konnte. In der ferne waren die Trollzacken zu erblicken, toll noch ein Gebirge, auch nur eine Akkumulation von Erz, wenn man drüber nachdenkt, aus der ferne konnten wir eine verfallene Brücke erkennen, dabei handelte es sich um eine Brücke die wohl von Spichbrechers Großvater einem Torion dem gütigen errichtet wurde, die Brücke war infolge mangelnder Wartung nicht mehr nutzbar. Später kamm es zu einem Unglück auf der Reise einer unserer älteren Begleiter, hmm wenn ich so drüber nachdenke dürfte ich auf eine längere Lebenserfahrung zurückblicken als einer der beiden Handwerksmeister, manchmal frage ich mich ob die Idee sich der Erinnerungen Delias zu bedienen wirklich eine meiner besseren Ideen war, nun gut ich habe viel über satuarischen Brauchtum und das Leben einer Hexe erfahren, ganz zu schweigen von vielen Erfahrungen und Erlebnissen die wohl eher wenige vor mir machten, andererseits hätte ich das wissen auf einen anderen Weg erhalten, hätte sich das wohl negativ auf meine Verfassung auswirken können. Ach wo war ich, ja der Unfall ein leichter Windstoß führte zu einer Unsicherheit des Schrittes bei einem der älteren Herren, ich denke es war Ardo Gerdenwald, ob er wohl mit Leta Gerdenwald aus Hammerschlag verwandt ist? Diese Unsicherheit führte dazu das Herr Gerdenwald, davon ausgehend das er es war, sich den Abhang hinunter bewegte, Collega Peddersen und der Traviadiener versuchten ihm zu helfen, der Traviani wurde mitgerissen, Collega Peddersen konnte wenigstens noch mit ihrer Zweililie soetwas wie eine provisorische Befestigung konstruieren die weiteres abrutschen erschwerte. Während von Spichbrecher, saba Belima und al’Hashinnah sich profaner Lösungsversuche bedienten, nutze ich mein Thaumatursom zur Convokatio eines Elementaren Dieners der Luft und trug diesem auf, das er entweder den Sturz abfedern/verhindern solle oder das der die Personen aus ihrer prekären Situation befreien solle, was er auch tat. Während also die anderen dabei waren die, mittlerweile gesicherten Personen wieder auf dem Weg zu holen, Collega Peddersen war in der Zwischenzeit wieder von von Spichbrecher hinaufgezogen wurden und ich war am überlegen ob wir nicht einen Tee für alle aufsetzen sollten, da der Kessel wohl zu tief vergraben war, wurde daraus nichts, nun gut es hielt mich zumindest nicht davon ab, etwas Schnee in meinen Becher zu tun und diesen mittels meiner ewigen Flamme soweit zu erwärmen das ich einen vernünftigen Tulamidischen Tee, Ongalo Hochland, auf das traditionelle süßen, zumindest in den maßen wie es in meiner Heimat, liegt die nun eigentlich in Khunchom, im Yalaiad, in Punin oder in Khorestan (?), üblich war/ist verzichtete ich, selbigen Tee bot ich dem unglücklichen älteren Handwerksmeister an, ich wurde auch von ihm gefragt ob ich über den Wind geböte, worauf ich erwähnte das ich lediglich den ein oder anderen dienstbaren Luftgeist kennen würde.

Danach begaben wir uns weiter bis wir später in einer Dorfruine ankammen, diente wohl früher mal, unter Torion dem Gütigen, wieder dieser Torion, hat den kein anderer Spichbrecher hier etwas wichtiges gemacht(?) als Köhlerdorf. Auch eine Hexe soll hier wohl mal lebhaft gewesen sein, das resultierte in entsprechenden Ammenmärchen (warum eigentlich Ammenmärchen, sicherlich wurden die nicht nur von Ammen erzählt, sollte Collega Peddersen mal darauf ansprechen, wir reden ja auch nicht von Haimamudimsagen im Land der ersten Sonne), diese wurde dann auch verbrannt und später wurden einige Bannstrahler, drei um genau zu sein, unter Führung eines gewissen von Sonnenfeld, wahrscheinlich in Spanferkel verwandelt und verspeist, was wirklich beachtenswert wäre, immerhin hätte ein Ableben (welches wahrscheinlich notwendig war für die Zubereitung und spätestens beim verspeisen der Ferkel) zu einer Mutanda in den Corpus origine geführt, ich hätte besagte Schweine gerne gesehen um den darauf wirkenden Cantus (falls ein solcher darauf wirkte) zu studieren, das wäre bestimmt fasznierend gewesen. Wobei vielleicht erst erwähnt werden sollte, das unsere Raststätte aus einem Verlassenen, verkommenen, und verfallenen Gebäude bestand, dessen Dach fehlte und dessen Wände offen waren. Während die anderen damit beschäftigt waren in kleinen Bahnen jeder für sich ein Lager zu errichten, dachte ich größe, und rief einen Geist des Humus, der das Haus wieder wohnhaft oder zumindest schützend vor dem Wetter einfluss machen sollte, am besten noch mit Betten, der Geist kamm dem auch nach, nur die Wände verschloss er leider nicht, aber es gab ja genügend Zeltplanen so das auch dies schließlich kein Problem war. Natürlich führte auch dies wieder zu Unmut, mir vollkommen unvertändlich. Traviahold Badilak von Spichbrecher, so der Name von von Spichbrechers Bruder, bereitete ein Mahl zu, nun gut es war davon auszugehen das er wohl irgendwann mal etwas kochen gelernt haben mag, als er zum Diener der Göttin fürs Herdfeuer ausgebildet wurde. Das einzig interessante, und das hatte mich wirklich überrascht, aufgrund der Geschichten von der Hexe unterzog ich die Umgebung einer arkanen Visitation und fand schließlich einen Locus Astralis, dieser stellte sich als Tür mitsamt Türrahmen heraus, bei genauerer Examinatio mittels des Cantus Analys Arcanstructur erkannte ich die Matrices von arkanem wirken, welche der Limbologica zuzuordnen war, die Strukturen wiesen auf Satuarischen und Druidischen Aufbau hin, nur urtümlicher und, dass war ebenfalls höchst bemerkenswert, weitaus geordneter als dies der Normalfall für beide Repräsentationen wäre. Ich war gerade dabei das Geheimnis zu entschlüsseln als ich von einer Sicherung aus meiner Konzentration gerissen wurde, ein lauter Donnerknall und ein Schmerz der einer Ohrfeige nicht unähnlich war, durchzogen mich, nun zumindest der Schmerz, ich fand mich danach im Schnee wieder, Collega Peddersen kamm angerannt und fragte mich ob es mir gut gehen würde, ich bejahte dies und bat darum das Delia doch bitte herkommen möge, meine astralen Kräfte waren doch etwas aufgezehrt und dieses Mysterium war es wert erkundet zu werden, wer weiß es hätte uns eventuell diese unsägliche Pilgerreise erspart, aber Delia erschien nicht. Immer noch gefesselt und, auch etwas genervt das sich mir die Entschlüsselung der Wirkmatrizen entzogen hatte, entschied ich eine Meditation durchzuführen um meine Kräfte zu erneuen und eine erneute Examinatio durchzuführen. Während der Meditation wurde ich einige Male von anderen gestört, von Spichbrecher lief immer wieder vorbei und fragte, bzw. erzählte Kleinigkeiten, anscheinend hatte Delia schlecht geschlafen, gut das würde ich in der Umgebung wahrscheinlich auch, außerdem war da noch eine andere Person die leise durch den Schnee stapfte und kicherte, als ich nach getaner Meditation meine Augen öffnete lag die Tür aus ihren Angeln gelöst auf dem Boden, die Tür angeln waren durch natürlichen Verfall kaputt, ich probierte die Tür einzuhängen, was mir aufgrund der profanen Natur, gekoppelt mit der Temperatur nicht so ganz gelang, von Spichbrecher gelang selbige Aufgabe allerdings sehr wohl. Nur die arkanen Wirkmatrizen waren verschwunden, es war nicht so das es eine Residualstrahlung der entfalteten Wirkung gab, nein es war als hätten diese nie existiert, resultat davon war das ich unter Wirkung eines Oculus Astralis durch die Ruine des Dorfes lief, auf der Suche nach Spuren von arkanem wirken dieser Hexe, ich war den Umständen entsprechend gelaunt.

Zauberhafter Wandel in Khorestan

Die Ferkinas waren geschlagen und ich konnte mich nun wieder wichtigeren Problemen zuwenden, so war es zumindest gedacht, doch erbte ich durch die Taten der Ferkinas indirekt ein Mädchen namens Nedime, deren Gekreische wirklich nicht sehr annehmbar war, darüber hinaus war immer noch das Problem mit dem zerstörten Laboratorium, der Schuldige war leider verstorben bevor ich ihn befragen konnte, und hier hatte ich aktuell nicht den zugriff auf die notwendigen Quellen um eine Kontaktaufnahme zu ihm durchzuführen und selbst wenn, er hätte mir wahrscheinlich nichts neues mitgeteilt. Aber der Reihe nach…

25.Hesinde 1026nBF.

Ich habe schon in den frühen Stunden angefangen an einem neuen Projekt zu arbeiten, an einer Turbanbrosche die auch als Amulett dienen wird, welche mittels der richtigen Arkanoglyphen in der Lage sein sollte Licht auszustrahlen, allzu weit über die Konzeptionierung der Brosche kamm ich nicht hinaus, ich denke ich sollte das Projekt Magisches Licht gebärendes Thaumatursom, oder kurz Mag.Li.G.Th, nennen, streng genommen handelt es sich dabei ja um eine Projektgruppe um herauszufinden wie weit das erzeugen von Licht mittels magischen Methoden möglich ist. Ich wurde also, wiedermal, gestört als ich gerade am arbeiten war, ob ich es mal mit einem „Bitte nicht stören“ Schild versuchen sollte?, würde wohl nicht funktionieren, Störungsgrund waren die üblichen Angelegenheiten, die Haremsdamen stritten sich immernoch, Mezzek war sich unsicher was er machen sollte, ich wies ihn an sich weiter von Collega saba Nassir, deren Gegenstände auch an dem Tag eintrafen, unterweisen zu lassen. Nedime spielte immer noch die nicht zu bändigende, zumindest ertrug es Liliana stumm, wie es die anderen Haremsdamen ertrugen, keine Ahnung, aber da ich nicht davon ausging das es die Situation dort weiter eskalieren lassen würde,  schickte ich die beiden ersteinmal in den Harem. Nedime dabei, damit ich mich ersteinmal ungestört um anderes kümmern konnte und Liliana um auf Nedime und die anderen Haremsdamen aufzupassen.

Danach begab ich mich in die Reste meines ehemaligen Laboratoriums, und bereitete alles für eine convocatio elementharii vor, ich räumte den Boden frei, zeichnete ein Hexagramm, legte zwei der Erzbarren der Ferkinawaffen in das Hexagramm und fügte noch weiteres dem Element Erz zugehöriges Material in das Hexagramm. Kleidete mich dem akt entsprechend in das weiße Gewand der Elementarherbeirufung, setzte mich hin und fokussierte mich auf das Element während ich anfing die Formel auszusprechen und die Herbeirufenden Gesten auszuführen, da ich dabei nicht in eile war, ließ ich mir die Zeit und drehte und wendete die zuformende Matrize vor meinem geistigen Auge um sie möglichst makellos zu formen. Was mir auch gelang, aus dem Erz formte sich vor mir ein prächtiger Dschinn des Erzes der mich mit laut donnernder Stimme um mein begehr fragte, ich wies ihn auf die Zerstörung in dem Raum hin und teilte ihm mit, das ich mir von ihm wünschte, das er Gegenstände aus dem Element Erz, welche kürzlich zerstört wurden, wieder zusammenfügen möge, und zwar so wie sie vor der Zerstörung waren. Der Dschinn begann auch, allerdings in seinem eigenen gemächlichen Tempo, damit die Gegenstände wieder zusammenzusetzten, dabei wies er erstaunliche manuelle Geschicklichkeit auf, als er die Scherben zusammensetzte, die Fugen und Risse verschwanden dann aber doch durch seine Fähigkeit das Element zu manipulieren. Ich schaute ihm noch eine weile faszniert zu, wandte mich schlußendlich aber wichtigeren Angelegenheiten zu und begab mich in meine Bibliothek. Dort unterhielt ich mich länger mit Collega saba Nassir, Mezzek durfte in der Zwischenzeit das Lexikon der Alchemie abschreiben, einmal manuell und einmal mittels meiner magischen Feder in dem er es auch noch vorlesen durfte. Aber zurück zu Collega saba Nassir, ich beriet mich mit ihr über die junge Nedime, und wie ihr geholfen werden könne, es dauerte nicht lange und wir kammen darauf das es doch vorteilhaft wäre, wenn sich Nedime gar nicht an das vorgefallene erinnern würde, nachdem ich darauf verwies das dies durchaus kein Problem sei, theoretisch, überlegten wir weiter, welche Form von Eingriff in das Erinnerungsvermögen die sinnigste sei und wie dies am besten zu unterstützen sei, Collega saba Nassir hatte noch die Idee ein Mittel zu verwenden, welches den geistigen Widerstand senken würde, dies würde sich als vorteilhaft bei der diffizilen Manipulation des Erinnerungsvermögens der jungen Nedime auswirken. Aber diese ganzen Vorbereitungen würden einiger Tage bedürfen, so das Nedime frühestens am 27.Hesinde geheilt werden konnte. Collega saba Nassir wandte sich ihren Vorbereitungen zu und ich besah mir Mezzeks Arbeit, welche im großen und ganzen akzeptabel war, er war nicht so weit gekommen wie ich es erwartet hätte und ein paar Fehler hatten sich eingeschlichen, aber es war noch erträglich, vor allem nachdem er die Fehler durch weitere Ausführungen auf seperaten Seiten richtiggestellt hatte, er hatte sozusagen ein Erratum erstellt. Abgesehen davon war der restliche Tag und der nachfolgende Tag, so wie es von einem Magokraten aus Punin zu erwarten sei, voller wichtiger Gedankengänge und neuer Theorien, die jedesmal von unwichtigem profanem Firlefanz unterbrochen wurde, wenn ich demnächst auch noch darüber urteilen muss ob dem einen oder dem anderen Bauern ein Baum mit Nutzfrüchten zusteht, weil die Grenzen ihrer Felder für sie nicht nachvollziehbar ist, dann bin ich momentan noch unsicher wie ich darauf zu reagieren gedenke.

27.Hesinde 1026nBF.

Heute war es nun soweit,  Nedime, deren Geschrei, gekreische und gespucke nur unwesentlich weniger wurde, würde endlich die störenden Erinnerungen an die Zeit bei den Ferkinas in ein erträgliches Maße gerückt bekommen, außerdem, und das war viel wichtiger, würde ich endlich dazu kommen den Memorabia Cantus mal anzuwenden. Ihr wurde das mittelchen von Collega saba Nassir verabreicht und ich bereitete ersteinmal einen simplen Blick aufs Wesen Cantus vor um Nedime näher kennenzulernen, danach begann ich mit dem Weben des Memorabia Cantus, ich entschied mich dafür den Cantus permanent wirken zu lassen, weiterhin sollte ihr eine falsche Erinnerung an das geschehene gegeben werden, für den Zeitraum entschied ich mich für die Zeit seit ihrer Entführung, vorsichtshalber ging ich etwas weiter zurück, ich verbannte die Erinnerungen an die Zeit bei den Ferkinas in eine art düsteren Traum, den sie zwar erlebt hatte, was aber etwas war das sie eher beobachtet den erlebt hatte, vielleicht vergleichbar einer Geschichte die gelesen wurde, für dieses Vorgehen entschied ich mich gezielt, umzu verhindern das misstrauen gegen irgendeine von mir veränderte Form ihrer Erinnerung aufkommen möge, ich meine ich hätte ja einfach ihre Erinnerungen dahingehend beeinflussen können das sie dachte im letzten Jahr an den alten Emir verkauft wurde und ich ihr bei meiner Machtübernahme großzügig die Freiheit schenkte, ihr aber anbot hier in meinen Diensten zu bleiben, was sie nachdem sie von ihrer alten Familie abgewiesen wurde auch tat. Wie gesagt das wäre alles kein Problem gewesen, aber ich hielt es nicht für richtig, sie musste die Möglichkeit haben, aus ihrem Erlebten ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ich habe nur geholfen in dem ich sie von der direkten emotionalen Verbundenheit an die Zeit bei den Ferkinas löste, sodass sie zwar durchaus darauf zugreifen konnte, was sie erlebt hatte, es aber für sie anders bewertet war, aber in anbetracht der Tatsache das ihre Familie sie im Prinzip verstoßen hatte, wird sie wohl bei mir bleiben, nur habe ich noch keine Ahnung was ich mit ihr anfangen soll? Nun vielleicht kommt mir in den nächsten Tagen, wenn ich sie näher kennengelernt habe und mich weiter mit Collega saba Nassir, Mezzek und meinem Wesir darüber unterhalten habe, eine passable Idee. Das Problem mit der Fragestellung wer nun die Haremsälteste sei, habe ich, nachdem das mit dem Test an irgendeinem kleinen Detail scheiterte, insofern gelöst, das es ersteinmal so sein soll wie es vorher war, also das die älteste der Anwesenden Damen zur Haremsältesten, wie naheliegend, erklärt würde, das aber damit zu rechnen sei, das sich das ganze wandeln mag, wenn sich herausstellen mag, das eine der Damen deutlich interessanter sei als die anderen. Das ich dabei meinte interessanter aus meiner Perspektive, das betonte ich nicht, ich bin mal gespannt wie sich das entwickeln wird.

Die nächsten Tage arbeitete ich unter anderem an weiteren Zeichenträgern, ich erstellte dabei zuerst die profanenhüllen die später die arkanen wirkmatricen aufnehmen mögen.

01.Firun 1026nBF.

Heute rief ich wieder einen Erzdschinn, nachdem mein Laboratorium wieder steht, dachte ich mir es wäre langsam an der Zeit eine andere Kammer einzurichten, die schon lange überfällig war, ich beschenkte Khorestan also mit seiner ersten Kammer die darauf ausgerichtet war Erzelementare Herbeizufen, diese wurde natürlich im Keller der Feste geformt, nahe an dem ehernen Element selbst, gehalten war die Kammer in tönen die dem Erz als affin gelten, aus Stein wurde ein prächtiges Hexagramm geformt, die Kammer machte den Eindruck als könnte sie stur jahrhunderte überdauern. Später aktivierte ich noch die Glyohe der elementaren Attraktion Humus, welche für meinen Gärtner bestimmt war, genauer für sein Feld, bei beiden Taten ließ ich mich von Collega saba Nassir unterstützen, die ich schon lange im verdacht habe, mehr als nur eine Alchimistin zu sein, aber das ist etwas was ich ihr überlasse und das habe ich auch versucht ihr in den letzten Tagen in unseren Gesprächen deutlich zu machen, ich meine sie ist nicht die erste Nichtgildenmagierin mit der ich es zu tun hatte, und ihr Wissensdurst ist erfrischend, zumindest im vergleich zu den der anderen Vertreter verschiedener Traditionen die mir schon begegnet sind.

02.Firun 1026nBF.

Heute habe ich meine Turbanbrosche aus dem Projekt Mag.Li.G.Th, genannt Strahlendes Auge, weil es einem Auge nachgeformt ist, zumindest stilisiert, verzaubert, was mir auch gelang ich erfüllte die profane Hülle mit meiner Macht und brachte dadurch die Linien der Brosche zur Illumination.

03.Firun 1026nBF.

Ich habe weiter an der Turbanbrosche gearbeitet und sie nun dazu gebracht mittels Animatio Cantus auf einen meiner Befehle sich zu öffnen, auf das mir in heiklen Situationen ein hilfreiches Licht beiseite stehen mag, ansonsten ist die Brosche so konzipiert das der illuminierende Teil verborgen ist und das Licht durch den trüben Mondstein sich seinen Weg suchen muss.

05.Firun 1026 nBF.

Heute wurde schließlich die Glyphe für den Garten fertiggestellt und darüberhinaus auch die Ziegelei am Fuße der Burg, letztere wurde durch einen von mir und Collega saba Nassir gerufenen Erzdschinn errichtet, dabei hielt er sich an die Pläne von Fräulein Peddersen, welche sich nun schon länger in meinem Besitz hier fanden. Das Gebäude direkt an den Fuße der Burg zu positionieren und somit auch das umliegende Gestein zu verwenden und außerdem eine Begrenzung zu erschaffen die ich für ein späteres Projekt noch ausnutzen kann, war natürlich von anfang an geplant.

07.Firun 1026 nBF.

Heute rief ich einen weiteren Dschinn, der an die Burgmauern gebunden wurde und uns im Falle eines Angriffes schützen sollte, diesen Dienst nahm der stoische Dschinn auch entgegen und setzte sich neben das Tor und übersah von dort das Land.

09.Firun 1026 nBF.

Auch an diesem Tag wurde ein weiterer Dschinn gerufen um uns im Falle eines Angriffes beizustehen, diesen band ich jedoch an die Stele im Dorf, auf denen die neuen Gesetzte sich fanden, somit sollte er das Dorf vor Unbill schützen, auch dieser nahm seine Aufgabe mit wenigen Worten auf sich, begann aber den Bereich um die Stele an seine Bedürfnisse anzupassen, indem er unter anderem das Erz in die, nach seinen Aussagen, richtige Form brachte.

10.Firun 1026 nBF.

Heute beendete ich eines meiner Quasi Thaumatursome in dem ich den Applicatus Cantus nutzte und einen Spruch mit diesen an eine physische Hülle band, dabei entschied ich mich für einen simplen Motoricus, die Möglichkeit Gegenstände mittels meines Geistes zu bewegen, ist immer praktisch, naja zumindest, wenn es etwas zu bewegen gibt.

Am 12. und 13.Firun 1026 nBF. widmete ich mich dem aufladen der Thaumatursome, also der Dschinnenlampe und meines Ring des Dieners der Luft, ich hielt die Zeit langsam für gekommen, die beiden Thaumatursome vorzubereiten, konnte man doch nie wissen, wann sie wieder erforderlich würden.

Vom 15. bis zum 18. Firun widmete ich mich mit Collega saba Nassir dem Projekt der Reinigung des Schott-el-Haz, wir riefen mehrere Dschinne über die verschiedenen Tage und ließen schließlich am 18.Firun zwei Erzdschinne und einen Wasserdschinn an den See heran, der erste Erzdschinn hatte dabei die Aufgabe die freiliegenden Schwefelquellen wieder unter festem Gestein zu versiegeln, sodass kein weiteres Schwefel in den See gelangen mag, der zweite Erzdschinn sollte das Schwefel in dem See herausziehen und in bereit gestellte Gefäße füllen und der Wasserdschinn letzllich sollte das Wasser reinigen und schon am ersten Tag angenehmer machen. Die Dschinne vollrichteten ihre Arbeit unten den Augen der Bevölkerung und nach kurzer Zeit war der See wieder in einem deutlich annehmbareren Zustand als zuvor, weitere Untersuchungen werden zeigen ob es sich so halten wird.

Am 20 und 21.Firun 1026nBF. widmete ich mich wieder meinen Experimenten der illuminierenden Zeichen, mittlerweile habe ich alle Hauptfarben durch, demnächst werde ich diie Unterkategorien durchgehen.

22.Firun 1026nBF.

Heute suchte mich eine Dame mit dem Namen Rashpatane auf, ein Mitglied von Delias Zirkel wie es scheint, ich gab meinem Wesir Assaf die nötigen Anweisungen und wies auch noch Mezzek und Collega saba Nassir an, auch Liliana und Nedime erhielten entsprechende Aufgaben. Mittlerweile sind auch genügend Heiltränke für die erste Lieferung an die Chamib al’Chymie zusammen gekommen, Collega saba Nassir war dahingehend eine große Hilfe.

Sein und Schein

Kalt viel der Schnee auf Mara. Die Hebamme war auf dem Weg zurück von der Kräuterfrau, der sie am nächsten Tag den Drachenschlund verkaufen wollte. Sie schlenderte durch die leicht verschneiten Straßen Winhalls und ließ ihre Gedanken kreisen. Diese Erfahrung im Rahjasschoß waren… zwiespaltig. Einerseits genoss sie trotz ihrer großen Scham die Dienste ihres wundervollen, novadischen Liebhabers und andererseits waren es halt nur Dienste. Sie spürte durch ihre Empathie, dass er sie zwar auch sehr anziehend fand und das alles auch sehr genoss… doch die Gefühle der er offen zeigte… die waren übertrieben und nur gespielt. Als die Jobornerin nach den Dienstleistungen ihre Zeche bezahlte und durch den Raum blickte, da flossen viele Gefühle und Stimmungen auf sie ein… und fast alles war eine Illusion. Natürlich war dies ein Teil der Dienstleistungen, aber das bemerkte bewusst niemand… niemand außer Mara. Sie schwelgte noch ein wenige in den angenehmeren Erinnerungen als sie so durch die Straßen schritt. Dennoch drängten sich immer noch die widersprüchlichen Emotionen auf. So schwor sich Mara, dass sie derlei Dienste nicht mehr in Anspruch nehmen würde. Das könnte sie sich selbst und auch nicht den Bediensteten antun.

Sie zog ihren Mantel enger um sich und erfreute sich an der Wärme. Fast so warm wie die starken und feurigen Umarmungen des Novadi. Sie würde sich zwar nicht mehr in solche Dienste begeben, aber hatte mehr Gefallen an den Männern gefunden. Selbst wenn in ihrer Welt Mara Tannhaus, niemals einen Mann einfach so ansprechen oder gar verführen würde. Sie verstand einfach nicht was die Männer an ihr fanden und oft leuchtende Blicke zuwarfen. Sie war doch nur Mara, die Joborner Heilerin und Hebamme.

Wilde Verhandlungen

Ich bin nunmehr seit über einer Woche wieder in Khorestan und habe mich weiter darauf vorbereitet mich mit den Ferkinas auseinanderzusetzen und hoffe nach wie vor auf eine friedliche Koexistenz, wäre es doch höchst lohnenswert für mich Sie im Zweifelsfall nutzbringend einzusetzen. Auch das brauen der Heiltränke kommt gut vorran. Die Bibliothek ist nicht mehr ganz so karg bestückt, mittlerweile finden sich einige der von mir genutzten Bücher dort, darunter der Folianth der Kräuterkunde und die ersten drei Bände der Gespräche Rohals. Die Theorie der Wahrnehmung und Beobachtung, sowie der Tractus Septelementaricus und das Lexikon der Alchimie, samt dem Buch über die Stabzauber und die Entwicklung übernatürlicher Willenskraft und der Leitfaden des wandernden Adepten befinden sich noch in meinen Privatgemächern, bei einigen aus Studiengründen bei anderen, aus nunja anderen Gründen. Darüberhinaus habe ich einige Karten in die Bibliothek gelegt, und Assaf angewiesen nach Schriften über verschiedene Gebiete ausschau zu halten, wobei natürlich das AtP Prinzip gilt, Arkan trumpft Profan.

Heute, am 24. Hesinde 1026 n.B.F. ist es also endlich, soweit ich werde aufbrechen und diese wilden Verhandlungen mit den Ferkinas führen, aus zuverlässigen, wenn auch windigen, Quellen weiß ich in welche Richtung ich mich zu wenden habe, die Thaumatursome sind bereit und die dienstbaren Geister gebunden, die Kamele und Menschen sind ausgeruht und es sollte alles in den von mir erwarteten Parametern ablaufen, ich hatte ja mehr als genügend Zeit mich auf das zusammentreffen vorzubereiten.

Aber, wie es immer ist, wurde ich auch heute in meiner Muße unterbrochen als ich mit Mezzek meinem neuen Lehrling der Al’Cymia gerade dabei Mittel der Spagyrik zu brauen, er macht sich recht gut, flinke und geschickte Hände und wenn er sich anstrengt verfügt er auch über einen recht wachen Geist, in ein paar Götterläufen, oder nach ein paar Monden bei mir sollte er ein recht fähiger Alchimist sein, nachdem ich seinem Geist etwas auf die Sprünge geholfen hat, versteht sich. Mein treuer Wesir klopfte gerade an die Tür zu meinem, wie ich beschämend sagen muss, doch recht kargen Laboratorium, an um mir mitzuteilen das ein paar Individuen um eine Audienz baten, darunter eine alte Kräuterfrau und eine junge Söldnerin, später stießen noch die Hairane der drei großen Sippen Shirdars und Quadanagars hinzu. Bei der Beschreibung der Kräuterfrau hatte ich schon einen leichten Verdacht, immerhin habe ich es mittlerweile schon mit einigen Töchtern Satuarias zu tun gehabt, um sicher zu gehen, bzw. zumindest partiell sicher zu gehen, wies ich Assaf an die werte Azila saba Nassir, so der Name der alten Kräuterfrau, von dem Nachtwind begutachten zu lassen und mir anschließend mitzuteilen, wie dieser reagiert hätte. Ich begab mich in der Zwischenzeit in meinen Thronsaal und wartete. Assaf teilte mir später mit, das der Nachtwind außer sich war, ein gutes Zeichen für die Anwesenheit von Magie, in den kommenden Tagen, werde ich mir ihre Aura genauer beschauen. Wir unterhielten uns eine Weile, und sie bot mir ihre Dienste als Alchimistin an, nun ich zweifelte zwar etwas an ihren Möglichkeiten als kundige der Alchimie, zumindest in dem Bereich den ich unter Alchimie verstand, aber für die Spagyrik, auf welchem mein momentanes Hauptaugenmerk ruht, sollte es ausreichend. Während unseres Gespräches kamm es zu einem Zwischenfall in meinem Laboratorium in dem Mezzek gerade tätig war, Assaf wurde angewiesen sofort nachzusehen und Mezzek nach unten zu bringen, auch meine Wachen eilten zu meinem Laboratorium.

Mezzek und die Wachen tauchten kurze Zeit später auf, ersterer mit sichtlichen Spuren der Explosion, ich unterhielt mich zuerst mit ihm, er beteuerte mir das er nicht verstand was vorgefallen sei und das er sich an meine Anwesisungen hielt, nun ich vertraute ihm zwar, wies ihn jedoch darauf hin, das der Schaden natürlich von seinem Lohn, den er erst nach der Beendigung seiner Lehre bei mir erhalten würde, abgezogen würde, das sollte mir also für einige Götterläufe einen treuen und recht motivierten, zuverlässigen, Alchimisten geben, den Schaden würde ich kurzerhand in einigen Tagen wieder Rückgängig machen, lassen. Mezzek wurde angewiesen von der „Alchimistin“ Azila saba Nassir zu lernen, beide sollten sich auch oben umsehen um heraus zufinden, was genau vorgefallen sei, saba Nassir und meine Wenigkeit hatten uns schon vor Mezzeks erscheinen darüber unterhalten das es mit den Ingredenzien, mit denen er gearbeitet hatte, eigentlich nicht möglich war, oder zumindest sehr sehr unwahrscheinlich, das angerichtete zu vollführen.

Danach unterhielt ich mich kurz mit meinem Agha, der ebenfalls zu dem Tatort geeilt war, ich lies mir kurz seine Perspektive schildern und teilte ihm dann mit, das er doch bitte nach seine Wachen sehen möge, vor allem am Tor, ging ich doch davon aus, das nun niemand mehr am Tor Wache halten würde, eine Vorstellung die mir, vor allem in Kombination mit einer mehr als unwahrscheinlichen Explosion, nicht gefiel.

Danach wandte ich mich der anderen Dame zu, einer Söldnerin die nicht sprach, ihre Schriftkenntnisse müssten noch verbessert werden, wie ich fand, aber sie machte einen fähigen Eindruck und erschien mir bekannt, da ich auf lange Sicht mich gegen meine Söldner absichern muss und eine Söldnerin die nicht reden kann, bestimmt einiges interessantes mitbekommen wird, stellte ich sie ein. Sie fungierte ersteinmal als Leibwache für mich. Danach traten dann auch die Hairane mitsamt ihrer Begleitung ein, es wurde wieder das übliche gefordert, das ich mich doch um deren Belange kümmern söllte, was dachte die was ich die ganze Zeit mache, ich meine ja, ich würde mich lieber anderen Dingen hergeben und ernsthafte Forschung tätigen als die Probleme anderer Leute zu lösen, aber ich hatte die letzten Tage unermüdlich an der Lösung des Problems gearbeitet, mein Plan war Perfekt, wäre ich so töricht gewesen und hätte mich gleich um deren Ansinnen gekümmert, wer weiß was dann passiert wäre, man sollte meinen das Personen ihren Alters über mehr Verstand verfügten. Ich teilte ihnen so ruhig es mir möglich war, mit das ich heute aufbräche um ihre Leute zurückzuholen. Später gab es mal wieder eine Anfrage vom Harem, die haben auch nichts besseres zutun als mich mit ihren Nichtigkeiten zu stören, habe ich langsam das Gefühl…

Liliana, so der Name meiner neuen Leibwächterin, begleitete mich in die Reste meines Laboratoriums, der Schaden war wirklich fasznierend, für das was eigentlich zusammengemischt werden sollte, schnell stellte sich heraus das unter dem Gold noch einiges war, was dort nicht sein sollte, nicht sein konnte ich hatte das Gold in Khunchom einschmelzen lassen, es war also schlicht nicht möglich das diese Ablagerungen in dem Material eingeschlossen waren, mein Laboratorium wurde also sabotiert, meinem Lehrling wurde schwerer Schaden zugefügt und ein Teil meiner Ingredenzien, den ich erst vor ein paar Tagen habe ziehen lassen, wurde verbrannt, Liliana wies mich daraufhin, dass sie einen Diener gesehen hatte der sich nach dem „Unfall“ untypisch verhielt, ich wieß sie an mir diesen zu bringen, würde ich mich doch gerne mit ihm unterhalten wollen, da zu befürchten war, dass ihre Suche behindert werden würde, wenn sie nicht als in meinem Dienst ersichtlich war, ließ ich nach kurzem Nachdenken nach einem meiner Soldaten rufen, diesem wurde befohlen seinen Waffenrock an meine neue Leibwächterin auszuhändigen, er selbst sollte sich einen neuen holen. Liliana machte sich auch sogleich auf die Suche, fand jedoch nichts. Ich wies sie an sich an diesen zu erinnern und fragte Collega saba Nassir, ob sie sich in ihren Gedanken umsehen könnte und uns ein Abbild des gesuchten, „zaubern“ könnte, was sie auch, nach der Einnahme von zwei Phiolen, die verdächtig nach Schwarztee rochen, tat, der Gärtner fertigte ein schnelles Bild an und der Diener wurde gesucht, war jedoch nicht mehr aufzufinden. Da hier nichts mehr zu machen war, wurde Mezzek zum Studium in die Bibliothek geschickt, er sollte sich nocheinmal mit den ersten Kapiteln des Lexikons der Alchimie vertraut machen, ein paar Tage sollten dafür ausreichen, vielleicht etwas mehr, da er eine Abschrift anfertigen sollte, Collega saba Nassir sollte ihm behilflich sein und bei fragen die passenden Antworten geben, ein paar Diener wurden noch organisiert um ihre persönliche Habe herzubringen. In der Zwischenzeit waren die Reisevorbereitungen auch abgeschlossen und ich begab mich mit Liliana nach unten und wir begaben uns durch die Steppe zu dem Ferkinalager.

Unsere Gruppe bestand aus drei Kamelen, zwei dienten als Packtiere, auf dem letzten, oder ersten, ritt ich, der Agha begleitete mich mit vier seiner Soldaten, Liliana begleitete mich ebenfalls, sowie auch je ein getreuer eines der Hairane. Die Reise verlief unauffällig bis wir hinter der Ruine des ehemaligen Staudammes kammen, hm ich sollte mal nachsehen was ich noch mit dem Gestein anfangen könnte, für das eine oder andere Bauwerk sollte es wohl ausreichend sein, am besten wäre wohl das Gestein für den Rohbau der geplanten Ziegelei zu verwenden, sowie, nach den heutigen Erlebnissen, noch etwas von dem Gestein zu verwenden um ein Laboratorium außerhalb meiner Residenz zu errichten. Wir folgten dem Fluss hinauf in Richtung des Raschtullswalles bis wir auf der anderen Seite ein paar Ferkinas sahen, diese rannten von uns weg, wir folgten ihnen, nach einiger Zeit, wir waren in einem kleinen Tal angekommen, war es mir zu blöd, und ich rief meinen treuen Diener der Luft herbei uns den Weg zum Lager der Ferkinas zu weisen, was dieser auch tat.

Es dauerte eine Weile bis wir das Sippendorf, bestehend aus zwei bis drei Dutzend Zelten vorfanden, ich lies die Ferkinas wissen das ich mit ihnen zu verhandeln gedächte, doch diese Wilden verstanden uns nicht und wollten uns angreifen, ich holte den gebundenen Humusdschinn hervor und nutzte ihn primär als Dolmetscher, diese primitiven beschuldigten mich an irgendeinem Ungemach ihres Schamanen schuld zu sein, dabei hatte er wahrscheinlich nur was falsches gesehen oder so, oder sich an der falschen Stelle geschnitten. Ich versuchte sie so diplomatisch, wie möglich, unterstützt von meinen rationalen Gedankengängen, davon zu überreden das ich nur an friedlichen Verhandlungen interessiert sei, nachdem dies nicht auf fruchtbarem Boden fiel und sie meinen Dschinn angriffen, befahl ich diesem die Waffen von ihnen in Erde und Laub zu wandeln, dem gebundenen Erzdschinn von mir befahl ich ihre Waffen in Barren zu wandeln, was mir acht Barren Stahl einbrachte, vier davon schenkte ich dem Dschinn, der Luftdschinn aus dem Artefakt wurde angewiesen die Ferkinakrieger in einer Wand aus Luft einzukesseln, ich stellte es ihm frei, ihnen interessante Geschichten zu erzählen, damit ihnen nicht langweilig würde. Nachdem die Krieger somit aus dem Weg waren, setzten wir unseren Weg in Richtung des Lagers fort, die Rindviecher der Ferkinas wurden jedoch aggresiv, nunja ich überließ es dem Erzdschinn mit diesen zu spielen während zwei meiner Leute die Zelte nachden Frauen durchsuchten. Es dauerte zwar eine weile, aber die Frauen kammen langsam zu uns, zum schluss fehlten nur noch zwei der geraubten Frauen, nun gut 16 von 18 ist kein schlechter Schnitt für die Zeit, auch das Problem Azads wurde mir offenbar, nachdem dieser dazu gebracht werden konnte mich zu beehren. Es stellte sich heraus das er verflucht wurde, von einer Tochter Satuarias, zumindest nicht von Delia, wie ich feststellte, doch von wem sonst? Ihm wurde das Augenlicht genommen und er wurde mit einer Angst vor dem arkanen gestraft, letztere ließ sich durch mein diplomatisches vorgehen beheben, für erstere würde er eine Pilgerreise in die Stadt des Lichts nach Gareth machen müssen, bei seinem Verständnis der Zivilisation zweifelte ich doch daran ihn wieder zusehen, ich hielt es dennoch für das richtige seine Lage auf einem Stück Pergament zu schildern und ihm dieses mitzugeben, das sollte ihm den Weg, wenn er sich akzetabel verhielt doch erheblich leichter machen. Nachdem wir die Überreste der letzten beiden Frauen fanden wanden wir uns wieder gen Shirdar, hier war nichts mehr für uns zu machen, ich rief dem Winddschinn noch zu das er die Ferkinakrieger gerne noch mit dem Sagenzyklus um Assarbad den Magiermogul erfreuen könne, was er wohl auch tat. Die Rückreise war einigermaßen ereignislos, das Mädchen das auf meinem Kamel mitreitete, welches ziemlich verbissen war, vielleicht hatte es ihr dort ja gefallen (?), war das einzige was die Rückreise etwas unangenehm gestaltete, aber letzlich war das auch nur ein kleineres hindernis. Wir ritten später also in Shirdar ein und die Frauen wurden von ihren Sippen empfangen, im nachhinein denke ich es wäre besser gewesen, wenn ich neue Gewänder oben am Staudamm hätte bereit legen lassen, und die Frauen sich hätten ersteinmal reinigen lassen, vielleicht hätte man sich auch gleich um einige anderes was inzwischen vorgefallen war, kümmern sollen, danach wäre es sinnvoll gewesen in ein, vorher vorbereitetes Fest, das im Dorfzentrum aufgebaut werden sollen, einzureiten, naja beim nächsten Mal. Das Mädchen das mit mir mitritt, wurde von ihrer Familie nicht zurückgenommen und mir gegeben, nun ich werde in den nächsten Tagen wohl ihr Gedächtnis von den Erinnerungen an die Ferkinas befreien, es wird sich bestimmt noch eine Verwendung für sie finden lassen. Die Hairane waren nicht sonderlich glücklich, undankbares Pack, wenn es ihnen wichtig gewesen wäre, hätten sie mehr Initiave ergreifen sollen, ich habe ihnen schon vorher öfters mitgeteilt, dass ich mit anderen Angelgenheiten gebunden war, tut mir ja leid, das die Stabilität des Landes mir wichtig ist, soll ich beim nächsten Mal das Leben einiger weniger vorziehen und dadurch viele Gefährden?

Der Abend klang für mich auf meiner Residenz mit einem kleinen Fest aus, beim betrachten des Sternenhimmels kamm mir dann auch eine Idee, für die neue Uniform von Liliana, ich werde wohl noch ein paar andere einstellen müssen, oder ein paar Leute transferieren müssen, es wird wohl ersteinmal maximal nur eine Hand, aber nachder ersten Lieferung nach Khunchom sollten daraus schon fünf Hände werden.

langsam aber beständig fließen die Flüsse zusammen

Jetzt bin ich schon ein paar Tage in dieser Stadt, die womöglich noch größer als Zorgan oder Baburin ist, auch wenn ich mich davon noch nicht so ganz überzeugen konnte, aber Morgen werde ich endlich die Stadt sehen und auch den hiesigen Tempel des Efferd besuchen. Aber der reihe nach, denkt sich Lunaluo die sich gerade von dem Ball im Hause der Honoralds erholt und auf ihrem Zimmer in der Badewanne, im Wasser saß und nach draußen auf die Stadt und den Sternenhimmel sah.

Mein erster Eindruck dieser Stadt, war ja das ganze durcheinander, und vor allem der schreckliche Geschmack des Wassers am Hafen, das war wirklich eine Tortur, die verhinderte das ich weiter über den Mhanadi in die Stadt schwamm, und mich dazu zwang einen anderen Weg zu finden. Meine Aufmerksamkeit wurde dann von ein paar Bewegungen in einem Fischernetz gefesselt, ich schwamm hin und besah mir den Grund der Bewegungen. Dort sah ich einige Fische, die wohl vergessen wurden in dem Netz, ich entschied mich sie freizulassen, war das Netz doch stark verheddert und niemand hatte sich um die Fische oder das Netz gekümmert. Ich bemühte mich also das Netz zu entknoten ohne bleibenden Schaden anzurichten, doch vorher streckte ich meinen Geist aus, sodass er die Fische berührte und diese beruhigte, was sie auch taten. Danach dauerte es zwar noch eine Weile, aber es gelang mir die Fische zu befreien, och war das schön zu sehen, wie sie in die Freiheit schwammen. In der Zwischenzeit hatten mich ein paar Menschen aus dem Hafen entdeckt, ich unterhielt mich während des aufknotens des Netzes etwas mit ihnen und erzählte ihnen auch von meinem Begehr und den Problemen die ich mit der Prophezeieung hatte. Da traf ich dann Reonar, einen Freund von Sieghelm, Delia und Jane wie ich später erfuhr, er kennt wohl auch den Magier, von dem mir schon die anderen berichteten, vielleicht können wir diesen auch in den nächsten Tagen noch aufsuchen.

Lunaluo spielte etwas mit dem Wasser umher und griff dann nach der Kleidung die sie während des Balls trug, ein blau gefärbter Leinenstoff, der leicht durchsichtig war und den mysteriösen Charakter der Ozeanierin oder Neckerin darstellen sollte, durch den Schnitt wurde allerdings auch noch die Fantasie der Besucher des Balles, bezüglich ihres Körpers geweckt, und eigentlich bestätigt. Dabei wurde das Gewand auch etwas in Mitleidenschaft gezogen, was Lunaluo nun wieder versuchte in Ordnung zu bringen, während Sie sich wieder an ihren ersten Tag in Khunchom erinnerte.

Reonar führte mich dann auch gleich weg aus dem Hafengebiet und enthüllte sich mir als der Fuchs aus der Prophezeiung, nun da er die anderen kennt, und mir nichts angetan hat, traue ich ihm und halte es durchaus für möglich das er der Fuchs ist. Er berichtete mir dann während unserers Weges zu seinen Dienstherren das diese mich wohl gerne einladen würden für einen Ball, nun warum nicht, an einem Ball habe ich schließlich noch nie teilgenommen dachte ich mir und da es sich dabei wohl um eine Feierlichkeit handelte könnte ich auf diese Art eventuell etwas über Yantuu’as Verbleib herausfinden. Die Dienstherren von Reonar waren auch sehr nett, ich wurde gleich aufgenommen und mir wurde ein Zimmer angeboten, auch etwas das wohl für das Abendessen an Kleidung passend war, wurde mir zur Verfügung gestellt, wobei ich fand, das die Kleidung eher ungünstig war, an laufen war nicht wirklich zu denken und das speichern von Wasser war auch nicht als zu ideal, aber schön anzusehen war dies blausilberne Kleid ja schon. Beim Abendessen unterhielt ich mich dann etwas mit Hiranor und Lucia Honorald, so hießen nämlich die Gastgeber. Mir wurde mehr über den Ball erzählt und es wurde beschlossen, das ich in einem Badezimmer, das entsprechend hergerichtet wird die Gäste empfangen und mich mit ihnen unterhalten sollte, nachdem ich etwas vorgesungen habe, und sie ganz begeistert davon waren habe ich mich freudig auch dazu bereiterklärt auf dem Ball noch etwas zu singen. Die Speisen und Getrönke die aufgetischt wurden, kannte ich nicht, probierte diese aber neugierig. Eigentlich wollte ich mich ja in den nächsten Tagen in der Stadt umsehen, wurde dann aber überzeugt, das es für den Ball und die mysteriöse-exotische Stimmung besser wäre, wenn ich das Gebäude ersteinmal nicht verlassen würde, da das einleuchtend klang und es sich um neue Freunde handelte willigte ich ein und verbrachte die Zeit größtenteils auf meinem Zimmer. Über die Tage unterhielt ich mich öfters mit Reonar und Nantua, einer weiteren neuen Freundin.

Der Ball näherte sich unerbittlich, ich übte mich etwas in der Kunst des Gesanges und Nantua lehrte mich etwas den Umgang mit den Gästen, unter anderem das ich die Leute die mich berühren wollte mit Wasser bespritzen sollte, aber dazu später mehr. Reonar holte mich ab, nachdem ich mich angekleidet hatte, in diese seltsame tulamidische Festkleidung, die von den Gastgebern gewünscht war, zumindest war sie gut in der Lage Wasser aufzunehmen und der Schleier würde auch mein Gesicht mit kühlem Nass bedekcen, wenn ich aus dem Becken über der Wasseroberfläche herausschaute. Alles in allem waren es sehr schöne Dekorationen die ich gesehen habe, nur wie es in den anderen Röumen aussah wusste ich nicht, da ich mich den Ball über nur in dem hergerichteten Baderaum aufhielt. Dort empfing ich dann die verschiedenen Gäste und unterhielt mich mit ihnen, ich sang ein paar alte albernische Lieder und ein Kinderlied der Necker, an das ich mich noch von früher erinnerte. Ein Gast bot an, das ich doch mit einem seiner Schiffe gen Praios fahren könnte um dort nach meiner Mutter zu suchen. Wobei ich dazu erwähnen sollte, das keiner der Gäste von einem Aufenthalt meiner Mutter in dieser Stadt wusste. Eine Frau namens Alyssia, die wenn ich so daran denke dem Luftelementar der mich hergetragen hatte doch erstaunlich ähnlich aussah, nun gut sie war nicht ganz so luftig und ihr Unterköprer, naja der ganze Körper war dem Humus zuzuordnen, aber dennoch eine Ähnlichkeit war da. Interessant war auch das Ihr Gatte, auf den gleichen Namen lautete wie der Kräutersammler den ich in Mahtabs Wäldern traf, oder der mich traf, Lechmin ai Battuhzen, hatte er nicht gesagt ich würde hilfe hier finden?

Aber es gab auch negatives, ein durch den Trunk all zu stürmisch gewordener Gast wollte mich berühren, ich erinnerte mich an das was mir Nantua gesagt hatte und versuchte sein Gemüt durch etwas Wasser zu kühlen, da dies nichts half und es ihm wirklich wichtig war, und er ansonsten als nächstes im Wasser gelandet wäre, was rückblickend wahrscheinlich besser gewesen wäre, begab ich mich zu diesem und bot ihm meine Hand, damit er mich kurz berühren könne, so wie er es wollte. Wie redeten kurz miteinander während seine Hände über meine Hand und meinen Arm, über den Hautschleier wanderten und er mich zu ihm ziehen wollte, seinen Blick auf meinen Oberkörper gerichtet, ich versuchte mich dem Griff zu entwenden, was dazu führte das er seinen Griff verstärkte, dabei erwähnte ich das er mir weh tat und versuchte weiterhin mich aus seinem Griff zu lösen, dabei wurde dann auch meine Kleidung ramponiert und mein Schleier löste sich. Als nächstes fiel er auf mich in das Wasser, sein Freund konnte ihn nicht mehr halten. Dieser Freund von ihm entschuldigte sich auch bei mir und bat um Verzeihung, vorher hatte er noch veruscht seinen Freund zu überzeugen das es doch langsam reicht.

Damit endete der Ball für mich auch, nachher besuchte mich kein Gast mehr, aber Nantua und Reonar warteten mit ihr in dem Raum, wobei Nantua zuerst eintraf und nach einem kurzen Gespräch mit mir ziemlich wütend auf Reonar war, und diesen suchte, später aber waren die beiden sehr glücklich. In dem Gespräch mit Nantua musste ich dieser noch versprechen das ich sehr vorsichtig sein werde, ich dachte das ich das schon war, aber ich werde in Zukunft wohl noch vorsichtiger sein. Mir wurde dann noch von den Honoralds angeboten die nächsten Tage als Ihr Gast zu verbringen. Das nahm ich auch an, wollte ich doch noch den Efferdtempel sehen und mich mit einigen der Gäste vom Ball treffen und weitere Erkundigungen über den möglichen Aufenthaltsort von Mutter einziehen.

Lunaluo die in der Zwischenzeit beim richten der Kleidung große Fortschritte gemacht hatte, stieg aus der Wanne und schritt mit der Kleidung über den Arm geworfen zum Fenster und blickte auf die belebte Khunchomer Straße hinaus, morgen werde ich auf diesen Straßen wandern, dachte sich Lunaluo, zog sich aber kurz darauf wieder von dem Fenster zurück als ihre nasse und entblößte Haut von einem kühlen Wind gestreift wurde.

Was dazu führte, das die Neckerin sich wieder der Wanne zuwand und erneut in das Wasser tauchte, nach einiger Zeit durchbrachen ihr Gesicht und ihre Arme wieder die Wasseroberfläche und begannen weiter an der Kleidung zu arbeiten, sie unterbrach ihre Arbeit immer wieder um in den Sternenhimmel zu blicken und den Geräuschen der Stadt zu lauschen. Dies tat sie bis in die frühen Morgenstunden, als sie endlich mit ihrer Arbeit zufrieden war.

An dem Tag als Luna sich in der Stadt endlich umsehen konnte, wurde sie von Reonar begleitet, ihr Weg führte sie zu dem Basar, zu einem treffen mit dem Freund eines der Händler der ihr anbot sie in den Süden mitzunehmen, damit sie dort nach ihrer Mutter suchen könnte, danach führte sie ihr Weg zum Hafen, hinein in den Tempel der Neun Flüsse, wo sich Luna nach ihrer Mutter bei den hiesigen Dienern Efferds erkundigte. Sie wurde auf den nächsten Tag vertröstet, wollten sie doch ersteinmal alles vorbereiten um ihren Gott um Erkenntnis zu ersuchen. Zum Schluss wandelten die beiden zu dem Anwesen von Alyssia und Lechmin ai Battuhzen, Luna unterhielt sich lange mit Alyssia, während Lechmin sich anbot Reonar durch das Anwesen zu führen, was wohl recht fesselnd gewesen sein muss, denn es dauerte eine ganze weile bis die beiden wieder zu ihnen stießen.

Luna wurde nahegelegt die Nacht in dem Heim der ai Battuhzens zu verbringen, was sie in anbetracht der tatsache, das beide wohl einiges über den verbleib ihrer Mutter wussten, auch tat. In der Nacht, dem darauffolgenden Tag und in der folgenden Nacht, lernte Luna vieles für sie neues. Am Tag darauf ging sie dann auch mit Alyssia zum Efferdtempel um sich dem Spruch Efferds zu lauschen, der Tempel war gut besucht und Luna wurde offenbart, das ihre Suche, wenn sie sich dem Schutze der Hand Efferds auch weiterhin anvertraue, bald ein Ende finden möge, doch wenn eine Reise endet, so sei dies normalerweise der Anfang einer neuen Reise, denn nichts stünde wirklich still.

Später am gleichen Tage kammen dann auch Reonar und Nantua, die beide beschlossen Lunaluo zu begleiten zum Anwesen der ai Battuhzens es wurde beschlossen am Tag darauf mit einem Schiff aufzubrechen und gen Praios zu segeln. Bis sie an einer Plantage ankämmen und von dort aus den Weg in die Stadt zu betreten in der Lunas Mutter zu finden sei.

So machten sich am Tag darauf Reonar, Nantua und Lunaluo auf nach Aimar-Zahbar um das Schiff, einen kleinen Einmaster, mit dem Namen „Die Tänzerin“ zu besteigen, die Mannschaft war auch gerade zu winzig, aber viele Angehörige der Völker Aventuriens waren auf dieser vertreten, sie wurden nett aufgenommen und segelten aus dem Hafen hinaus auf das Meer, der gesuchten Stadt entgegen.

Serverwartung

Hier die Mail von unserem Anbieter

Sehr geehrte Kundin,
Sehr geehrter Kunde,

um unser Netzwerk aktuell und stabil zu halten und die bestmögliche
Anbindung Ihrer Systeme zu gewährleisten, werden in folgendem
Zeitraum in unseren Rechenzentren Wartungsarbeiten und
Aktualisierungen am Netzwerk durchgeführt:

Mittwoch, 21.08.2013, zwischen 01:00 und 05:00 Uhr

Während der Arbeiten wird es zu kurzen Nichterreichbarkeiten Ihrer
Systeme von wenigen Minuten kommen. An den Servern selbst werden
keine Änderungen durchgeführt. Ihre Webseiten sind im Anschluss an
die Wartungsarbeiten wieder wie gewohnt verfügbar.

Für Ihr Verständnis bedanken wir uns im Voraus.

Planung am Tag danach

Das Fest, war irgendwie seltsam, wahrscheinlich, weil es ein ziemlicher Widerspruch in sich war, ähnlich wie ich selbst, im Moment wohl, auf der einen Seite die Novadis, die bekanntlich eher wenig mit arkanem wirken anfangen können, wobei es auch erfreuliche Ausnahmen in dem Bereich gibt, beispielsweise mittlerweile Rashdul, Mherwed und einige Magier in der dortigen Umgebung, und auf der anderen Seite der Zirkel von Isaria, inwiefern die arkan unterstützte Reise von Ali und Sasali ein Streitthema war, kann ich nicht sagen, das habe ich nicht mitbekommen. Ich war zusehr in Gesprächen mit den verschiedenen Zirkelmitgliedern und anderen Töchtern Satuarias verwickelt. Wie sie wohl reagieren werden, wenn ich ihnen eröffne, das es mir durch die Gespräche gelungen ist die Mechanik ihrer Rituale mir zu erarbeiten, dass ich theoretisch in der Lage sein müsste, ihre Flüche oder ihre Flugsalbe mit genügend Zeit zu kopieren, wahrscheinlich eher zu optimieren, immerhin kann ich die Matrizen der zugrunde liegenden arkanen Wirkmechanismen durchrechnen, um ihre Leistungsfähigkeit zu stärken, hmm eine optimierende Anwendung der Matrizentheorie auf gefühlsbasierter Zauberei, bestimmt ein interessanter Ansatz. Was ich später auch noch ausprobieren sollte, wäre der Besuch in einem Traum, einer anderen Person, Delia würde sich aufgrund ihres Wahren Namens anbieten, dürfte der Test doch dadurch unter sehr guten Bedingungen erfolgen. Zu weiteren grundlegenden Erkenntnissen und Gedankengängen bin ich nicht gekommen, gab es doch viele Leute die mit mir reden wollten, wieder über geschäftliches. Auch mit Kalkaribs Vater habe ich mich später über geschäftliches unterhalten, gut viel anderes bleibt den Leuten hier auch nicht übrig, Collegus ibn Rizwan kontrolliert den nächsten Staat, was bedeutet das die Karawanserei und die Stadt zwischen zwei Magokratien eingeschlossen ist, freundschaftliche Kontakte herzustellen, ist der einzig weise Entschluss, der getroffen werden kann.

Am nächsten Tag, sabe Belima, von Spichbrecher, oder sollte ich ihn jetzt von Donnerwacht nennen und sein Diener, gaben sich draußen gerade Leibesertüchtigungen hin, als die Praiosscheibe im Zenit stand, verstehe einer diese Leute, ich tue es nicht, als ich in den Speisesaal trat um mein Frühstück, oder Mittagessen, je nach Perspektive, einzunehmen, Collega Peddersen und Delia tauchten auch kurz danach auf. Collega Peddersen hatte wohl eine neue Idee, für die Lehranstalt und das Krankenhaus das ich zu errichten gedenke, der Plan so gut aus, ich werde mich wohl in bälde darum bemühen, dass jener umgesetzt wird, ich denke mit etwas arkaner Unterstützung sollte der Bau recht schnell vorran gehen. Weiterhin wurde über di ePläne zum baldigen Aufbruch disputiert, ich bin ja versucht nach Khorestan zurück zu gehen, einerseits um Collega Peddersens Entwurf in fähige Hände zu geben und weiter an der ersten Lieferung für die Chamib al’Chymie zu arbeiten, mich weiter mit den belangen des Landes auseinanderzusetzen und vor allem weil, ich das reisen auf diesen profanen Wegen nicht ausstehen kann, ich meine ich wäre in kürzester Zeit in Darpatien, was für mich auch bedeutet, ich könnte die anderen vorreisen lassen und ihnen dann hinterher reisen. Ich vermute mal, es dürfte KAlkarib auch lieber sein, wenn ich nicht die ganze Zeit mit ihnen reise, vorrausgesetzt Delia hat ihn überredet, was aber als wahrscheinlich anzusehen ist.

Eine Hochzeit .. ein Neuanfang?

25.Firun 1026 n.BF

Es ist interessant .. welch ein unterschied solch eine Zeremonie haben kann. Ich mag den Kerl immer noch nicht aber .. Dehlia war wirklich glücklich. Es war keine berechnende Freude, keine falsche Bescheidenheit nichts in der Richtung. Sie war einfach richtig Glücklich so wie man es von einer Liebeshochzeit erwarten sollte. Und doch während ich mich sehr für meine Freundin freue, frag ich mich ob ich jemals auch nur annähernd ähnliches Glück erfahren werde. Ob meine Eltern sich freuen würden wenn ich eine Frau zur Braut wähle?

Vater währ bestimmt entsetzt aber das ist er ja recht leicht. Mutter hingegen … Mutter ist diejenige die es entscheidet. Und bei den Göttern die Novadische Matronin hatte wirklich etwas von meiner Mutter. Dieser Ernste finstere Blick der aber ein lächeln nicht verheimlichen konnte. Die Gewissheit das was sie sagt gilt. Vielleicht .. vielleicht ist es mal wieder an der Zeit nach Hause zu Reisen. Ob ich meine Freunde wohl dazu bewegen könnte mich zu begleiten? Hinein ins Bornland? Nun vielleicht nachdem wir in Drapahzien waren. Sie haben mir immer wieder erzählt von einem Freund aus dem Bornland dessen Hochzeit ich in Fassar miterlebt hatte. Vielleicht wohnt er auf der Straße gen Norburg so das wir ihn ebenfalls besuchen können.

Oder ist das zu egoistisch? Vielleicht sollte ich alleine reisen. Vielleicht sollte ich auch mein Hoffen und sehen hinten anstellen und mehr zeit mit den Lehren der Göttin verbringen. Was ist es das ich mich in letzter Zeit immer voller fragen finde? Nimmt mich die Hochzeit von Dehlia so mit? Oder weckt sie einfach nur selbst zweifel? Ich sollte bei Gelegenheit mit Dehlia darüber reden … falls sie als nun „Gläubige“ mit mir überhaupt reden darf.

Aufbruch – Reise

Als die Pferde gesattelt waren und auch Ludevicos treuer Esel, da murmelte der andergastsche Händler der Gruppe zu: „Ich muss noch kurz etwas erledigen.“ Dann nahm er aus seiner Satteltasche eine hölzerne runde und längliche Schatulle heraus und verschwand damit zügigen Schrittes im Gasthaus. Dort angekommen, musste er sich erst ein wenig an die Dunkelheit gewöhnen, denn draußen hatte die Praiosscheibe den Hof in ein helles Licht getaucht, das trotz des kalten Wintertages etwas angenehme Wärme verbreitete. Hier drinnen spendete ein traviagefälliges Kaminfeuer wohlige Wärme; das war ihm auch wesentlich lieber. Im Gastraum befand sich, das bemerkte er, als sich die Stube von fast vollkommener Dunkelheit in ein Dämmerlicht verwandelte, nur noch Thalania, die ihn zunächst verwundert, dann freundlich anschaute. Sie öffnete den Mund, als wolle sie etwas sagen, doch Ludevico unterbrach sie gleich mit einem Kopfschütteln und lächelte ihr zu. Sie zuckte nur kurz mit den Schultern und fuhr fort, die Gaststube zu reinigen, nun, da der große Gästepulk, der sie ja nunmal waren, einmal das Haus verließ. Ludevico ging auf das Kaminfeuer zu, nachdem er sich sicher war, dass die Magd ihn nicht weiter beachtete. Er öffnete die Schatulle, holte raschelnd das Pergament, das er die Nacht zuvor so sorgfältig schrieb, heraus und ließ es ohne Zögern in die Flammen fallen. Es knisterte heftig, als die Flammen sich durch die trockene Schweinehaut fraßen. Er blieb noch ein wenig vorm Feuer stehen, sichergehend, dass auch der letzte Rest vom Schriftstück verbrannte und kehrte dann mit der leeren Schatulle nach draußen zurück. Die anderen schauten ihn erwartungsvoll an. Er meinte nur: „Wir können dann los.“

————————————————————————————————————————————————-

Sie waren gerade ein paar Stunden unterwegs, es war ein wunderschöner Wintertag. Die Praiosscheibe schien, eine leichte Brise spielte mit Ludevicos unter seinem grauen Filzhut hervorschauendem Haar. Auf den Tannenspitzen glänzten von der Ferne einige zu Eis gefrorene Wassertropfen, sodass es schien, als funkelten die Sterne bei Tage. Ein Lächeln zauberte sich auf Ludevicos Gesicht, ließ sich von der Gruppe ein wenig zurückfallen und geriet ins Grübeln.

Ja, das waren so andere Gesellen, als die gekaufte Söldnergruppe, die sich kurz vor Hillhaus einfach so TROTZ BEZAHLUNG aus dem Staub machten und im Stich ließen. Einfach so nach dem Nachtlager verlassen worden bin ich. Die Pferde Hatten sie auch mitgenommen.  Der Gedanke daran lässt mich vor Wut fast bersten!  

Ein zarter Windhauch fegte ein wenig liegengebliebenen Schnee von einer Tanne direkt in seinen Nacken. Nach einigem Gefluche und Getöse befreite sich der Händler vom Übel, schüttelte sich kurz und besann sich wieder auf seine Gedanken.

Auch wenn mir der Almadaner viel zu voll mit Rondrastolz und praiotischer Rechtsauffassung war, so band ihn das doch allzu vorzüglich an mich. Er hatte sich als nützlicher Verbündeter erwiesen. Für einen Schwertgesellen war er erstaunlich gewieft und schien Kopf vor Herz durchs Leben zu gehen. Hoffen wir, dass, sollte das alles vorbei sein, sich eine Gelegenheit ergibt, ihn dauerhaft zu binden. Nützliche Leute sind hierzulande rar, so musste ich mit bedauern feststellen. Und von der handvoll nützlicher gibt es einen Finger voll zuverlässiger, die ihn nicht gleich bei der besten Gelegenheit verraten. Ja, Rondrigo hatte seinen Wert bewiesen.

Sie passierten eine kleine Furt, das Wasser sprudelte Gurgelnd und Glucksend über die Steine und streichte über die am Rand des Flusses hängenden Eisplatten, die noch dort hingen, scheinbar wartend, bis dass Taue oder der Fluss selbst sie mitrissen.

Ja, das ist ein regelrechtes Konzert! Ich sollte wohl öfters in der Natur unterwegs sein. Die Bäume natürlich, die so herrlich durch Peraines Gabe wuchsen, und sich dann ohne viel zutun in bares Gold verwandelten, haben natürlich ihren Nutzen. Doch der erholsame Effekt der baren Natur auf das Wohlbefinden? Hmmm, ob man das zu Geld machen kann? Ludevico holte ein Pergament aus der Satteltasche, kritzelte mit einem Griffel etwas darauf und verstaute das ganze wieder. Ich werde später darüber nachdenken. Kam nicht diese Hebamme irgendwo hier aus der Nähe? Ich muss sie bei Gelegenheit einmal fragen. Sie hat mich von allen am meisten überrascht. Ich dachte nicht, dass in einem – vor allem WEIBLICHEN – Wesen so viel Potenzial und Anmut steckt. Noch nie habe ich eine Frau so wahrgenommen. Erst Mutter, die nun ihre gerechte Strafe für ihr Handeln abbekam, dann Lysandra . Hach, Lysandra, warum musstest du mich so hintergehen? Nun gut, Jugendsünden. Aber Mara hatte dieses Bescheidene. Sie wollte mich nicht gleich kontrollieren, und sie war nicht an meinem Geld interessiert. Natürlich kann das auch eine ganz ausgephexte Sache sein. Aber ich kenne Menschen. Die meisten jedenfalls. Ich sah den plötzlichen Stolz in ihren Augen. Hatte sie etwa noch nie für Ihre vorzüglichen Leistungen Geld genommen? Ich habe ja die Auflistung gesehen. Ich kenne mich zwar mit den Preisen bei Heilern nicht so gut aus, doch es kam mir vor, als hätte sie mir einen großen Rabatt gegeben. Ich hätte es alles umsonst haben können. Der Verlust des Geldes schmerzt schon, doch mir kommt es vor, das sei es wert gewesen. In ihr hat sich ein Tor geöffnet. Vielleicht nur ein bisschen. Doch scheinen sich dahinter  für sie interessante Dinge zu befinden. Reitet und bewegt sie nun nicht anders? Mir kommt es vor, als sei sie um ein paar Finger gewachsen. Auf sein Gesicht zauberte sich erneut ein Lächeln. Er konnte mit seiner Arbeit hier zufrieden sein. Denn trotz der Verzögerung hatte ihn die Gesellschaft um einiges vorangebracht. Behindert hatte ihn nur Aimos, doch hoffentlich hat sich das jetzt gelegt. Hätte es sich wohl auch früher, wenn er ihm die Befreiung aus dem Elfendorf entlohnt hätte. Vergangen ist vergangen, den Blick sollte man in die Zukunft richten! Wenn Phex ihm hold ist, sehen sie sich über lang sowieso nicht wieder.

Hm zu dem Edlen aus Havena kann ich mir keine so rechte Meinung bilden. War er am Anfang noch voller Trauer und verständlicherweise abweisend, so legte sich das zunehmends. Sehr geliebt zu haben schien er ihn ja wohl nicht. Etwas sprunghaft und affektiert. Also mir ist das ja nichts, Männer miteinander. Ihm schauderte bei dem Gedanken. Aber sollen sie nur, solange sie mich nicht einbeziehen. Ich habe ja sogar zu dem Esel ein besseres Verhältnis als zu ihm. Ja, du hast mir gute Dienste geleistet, Grauer. Sollst auch in Winhall ordentlich viel Heu bekommen. Ich schaue, ob man sich um dich kümmert. Nicht einmal gebockt hast du. Und um dich wird sich ordentlich gekümmert!

Während sie weiterritten, veränderte sich die Landschaft unmerklich. Die noch vereinzelt herumstehenden Eichen wichen zunehmends den Tannen und hier und da sah man das Sonnenlicht, das sich an einzelnen Tümpeln brach, die in der Gegend verteilt waren. Der Tag war jedoch noch jung und Winhall weit. Ludevico ließ den Grauen wieder zur Gruppe aufschließen und suchte das Gespräch.

Am Rande des Rastullah-Bundes

Wie durch einen Schleier nahm Azina die Hochzeit wahr, obwohl sie als eine der wenigen Frauen keinen trägt. Sie hat keine Angst, der Braut die Show zu stehlen. Nicht hier. Nicht sie. Die eisblaue Klinge ihres weißen Runenspeeres ist sorgfältig mit einem Tuch verhüllt. Sie selbst trägt ein geborgtes schlichtes braun-weißes novadisches Kleid mit einigen wenigen Verzierungen. Ihre wahre charismatische Anmut offenbart sich nur, wenn sie sich in einer engen Lederrüstung elegant bewegt. Ihr Blick streng und stolz. Weich nur in Augenblicken der Schwäche oder der Unaufmerksamkeit. Ein kostbares Gut ihrer Mitreisenden.

Ihre derzeitige Sicht ist vergleichbar mit jener, die Kalkarib auf seine liebreizende Delia hinter dem Baldachin hat. Nur Schatten und Konturen. Nicht mehr. Nur eine Ahnung dessen, was er erwartet. Die Braut lässt sich Zeit, lässt ihn zappeln und warten. Er hält es kaum noch aus. Schweißperlen bilden sich auf seiner Stirn. Zu schnell, zu rasch ging alles. Zu reibungslos. Wo doch in den Monden zuvor solch Ungewissheit herrschte. Waren sie für einander bestimmt, oder nicht? Können sie die Prüfung bestehen und ihre kulturellen Unterschiede überwinden? Wie stark ist ihre Liebe? Oder war es nur heißes ungestilltes Verlangen? Er war ehrlich besorgt, wie sie ihre Entscheidung treffen wird. Die Sprunghaftigkeit seiner künftigen Frau ist ihm nur zu gut bekannt. „Blamier mich jetzt bloß nicht, meine kleine Scharte, sagt sein sorgenvoller Blick.

Azina bekommt von seinen Gefühlen nichts mit. Sie ist in ihren eigenen Gedanken versunken. Aber als Delia schließlich doch vor den Vorhang tritt umspielt ein zartes Lächeln ihr Gesicht, während der überwältigende Rest der Gesellschaft in stürmischen Jubel ausbricht. Die Leute drängen nach vorn, um ihnen beiden zu gratulieren. Braut und Bräutigam fallen sich in die Arme. Sie sind nun rechtmäßig Mann und Frau. Endlich.

Wie wird es jetzt weitergehen? Wird Delia weiter mit uns reisen? Ich hoffe es. Nicht nur, weil wir einen göttlichen Auftrag von höchster Bedeutung haben. Nein, auch möchte ich ihre Gegenwart nicht missen. Kalkarib zieht es bestimmt vor mit ihr hier sesshaft zu werden und eine Familie zu gründen. Aber das kann ich mir bei Delia nicht vorstellen. Sie wird einen Weg finden ihn zu überzeugen mit uns zu reisen. Schließlich ist sie eine Hexe. Auch wenn sie offenbar davon abgeschworen hat. Er wird auch lernen sich an Janes und meine Gegenwart zu gewöhnen. Lange wird er seine Feindseligkeit nicht aufrechterhalten können. Jane wird ihm schon zeigen, wo sein Platz ist. Notfalls wird er schlicht ignoriert. Das kann ich gut. Er ist nicht der erste Mann, der meint, mir was vorschreiben zu müssen. Damit ist Schluss!

Ich bin gespannt auf Darpatien. Sieghelm hat bisher kaum etwas davon erzählt. Vor ungefähr zwei Götterläufen bin ich schon einmal dort durchgereist. Es ist, als sei es schon eine Ewigkeit her. Mit ihm als Führer sollten sich viel mehr Eindrücke offenbaren, als bei meiner Flucht.

Die Bewegung der Menge erinnert sie daran, dass sie noch ein Geschenk zu übergeben hat. Ihr erstes selbst gegerbtes Fell. Von dem unglücklichen Hasen in Mathab mal abgesehen. Sie wartet bis sie an der Reihe ist. Wie immer.

______________________________

Azinas Gedanken

Neueste Kommentare

Archiv