Die Ferkinas waren geschlagen und ich konnte mich nun wieder wichtigeren Problemen zuwenden, so war es zumindest gedacht, doch erbte ich durch die Taten der Ferkinas indirekt ein Mädchen namens Nedime, deren Gekreische wirklich nicht sehr annehmbar war, darüber hinaus war immer noch das Problem mit dem zerstörten Laboratorium, der Schuldige war leider verstorben bevor ich ihn befragen konnte, und hier hatte ich aktuell nicht den zugriff auf die notwendigen Quellen um eine Kontaktaufnahme zu ihm durchzuführen und selbst wenn, er hätte mir wahrscheinlich nichts neues mitgeteilt. Aber der Reihe nach…
25.Hesinde 1026nBF.
Ich habe schon in den frühen Stunden angefangen an einem neuen Projekt zu arbeiten, an einer Turbanbrosche die auch als Amulett dienen wird, welche mittels der richtigen Arkanoglyphen in der Lage sein sollte Licht auszustrahlen, allzu weit über die Konzeptionierung der Brosche kamm ich nicht hinaus, ich denke ich sollte das Projekt Magisches Licht gebärendes Thaumatursom, oder kurz Mag.Li.G.Th, nennen, streng genommen handelt es sich dabei ja um eine Projektgruppe um herauszufinden wie weit das erzeugen von Licht mittels magischen Methoden möglich ist. Ich wurde also, wiedermal, gestört als ich gerade am arbeiten war, ob ich es mal mit einem „Bitte nicht stören“ Schild versuchen sollte?, würde wohl nicht funktionieren, Störungsgrund waren die üblichen Angelegenheiten, die Haremsdamen stritten sich immernoch, Mezzek war sich unsicher was er machen sollte, ich wies ihn an sich weiter von Collega saba Nassir, deren Gegenstände auch an dem Tag eintrafen, unterweisen zu lassen. Nedime spielte immer noch die nicht zu bändigende, zumindest ertrug es Liliana stumm, wie es die anderen Haremsdamen ertrugen, keine Ahnung, aber da ich nicht davon ausging das es die Situation dort weiter eskalieren lassen würde, schickte ich die beiden ersteinmal in den Harem. Nedime dabei, damit ich mich ersteinmal ungestört um anderes kümmern konnte und Liliana um auf Nedime und die anderen Haremsdamen aufzupassen.
Danach begab ich mich in die Reste meines ehemaligen Laboratoriums, und bereitete alles für eine convocatio elementharii vor, ich räumte den Boden frei, zeichnete ein Hexagramm, legte zwei der Erzbarren der Ferkinawaffen in das Hexagramm und fügte noch weiteres dem Element Erz zugehöriges Material in das Hexagramm. Kleidete mich dem akt entsprechend in das weiße Gewand der Elementarherbeirufung, setzte mich hin und fokussierte mich auf das Element während ich anfing die Formel auszusprechen und die Herbeirufenden Gesten auszuführen, da ich dabei nicht in eile war, ließ ich mir die Zeit und drehte und wendete die zuformende Matrize vor meinem geistigen Auge um sie möglichst makellos zu formen. Was mir auch gelang, aus dem Erz formte sich vor mir ein prächtiger Dschinn des Erzes der mich mit laut donnernder Stimme um mein begehr fragte, ich wies ihn auf die Zerstörung in dem Raum hin und teilte ihm mit, das ich mir von ihm wünschte, das er Gegenstände aus dem Element Erz, welche kürzlich zerstört wurden, wieder zusammenfügen möge, und zwar so wie sie vor der Zerstörung waren. Der Dschinn begann auch, allerdings in seinem eigenen gemächlichen Tempo, damit die Gegenstände wieder zusammenzusetzten, dabei wies er erstaunliche manuelle Geschicklichkeit auf, als er die Scherben zusammensetzte, die Fugen und Risse verschwanden dann aber doch durch seine Fähigkeit das Element zu manipulieren. Ich schaute ihm noch eine weile faszniert zu, wandte mich schlußendlich aber wichtigeren Angelegenheiten zu und begab mich in meine Bibliothek. Dort unterhielt ich mich länger mit Collega saba Nassir, Mezzek durfte in der Zwischenzeit das Lexikon der Alchemie abschreiben, einmal manuell und einmal mittels meiner magischen Feder in dem er es auch noch vorlesen durfte. Aber zurück zu Collega saba Nassir, ich beriet mich mit ihr über die junge Nedime, und wie ihr geholfen werden könne, es dauerte nicht lange und wir kammen darauf das es doch vorteilhaft wäre, wenn sich Nedime gar nicht an das vorgefallene erinnern würde, nachdem ich darauf verwies das dies durchaus kein Problem sei, theoretisch, überlegten wir weiter, welche Form von Eingriff in das Erinnerungsvermögen die sinnigste sei und wie dies am besten zu unterstützen sei, Collega saba Nassir hatte noch die Idee ein Mittel zu verwenden, welches den geistigen Widerstand senken würde, dies würde sich als vorteilhaft bei der diffizilen Manipulation des Erinnerungsvermögens der jungen Nedime auswirken. Aber diese ganzen Vorbereitungen würden einiger Tage bedürfen, so das Nedime frühestens am 27.Hesinde geheilt werden konnte. Collega saba Nassir wandte sich ihren Vorbereitungen zu und ich besah mir Mezzeks Arbeit, welche im großen und ganzen akzeptabel war, er war nicht so weit gekommen wie ich es erwartet hätte und ein paar Fehler hatten sich eingeschlichen, aber es war noch erträglich, vor allem nachdem er die Fehler durch weitere Ausführungen auf seperaten Seiten richtiggestellt hatte, er hatte sozusagen ein Erratum erstellt. Abgesehen davon war der restliche Tag und der nachfolgende Tag, so wie es von einem Magokraten aus Punin zu erwarten sei, voller wichtiger Gedankengänge und neuer Theorien, die jedesmal von unwichtigem profanem Firlefanz unterbrochen wurde, wenn ich demnächst auch noch darüber urteilen muss ob dem einen oder dem anderen Bauern ein Baum mit Nutzfrüchten zusteht, weil die Grenzen ihrer Felder für sie nicht nachvollziehbar ist, dann bin ich momentan noch unsicher wie ich darauf zu reagieren gedenke.
27.Hesinde 1026nBF.
Heute war es nun soweit, Nedime, deren Geschrei, gekreische und gespucke nur unwesentlich weniger wurde, würde endlich die störenden Erinnerungen an die Zeit bei den Ferkinas in ein erträgliches Maße gerückt bekommen, außerdem, und das war viel wichtiger, würde ich endlich dazu kommen den Memorabia Cantus mal anzuwenden. Ihr wurde das mittelchen von Collega saba Nassir verabreicht und ich bereitete ersteinmal einen simplen Blick aufs Wesen Cantus vor um Nedime näher kennenzulernen, danach begann ich mit dem Weben des Memorabia Cantus, ich entschied mich dafür den Cantus permanent wirken zu lassen, weiterhin sollte ihr eine falsche Erinnerung an das geschehene gegeben werden, für den Zeitraum entschied ich mich für die Zeit seit ihrer Entführung, vorsichtshalber ging ich etwas weiter zurück, ich verbannte die Erinnerungen an die Zeit bei den Ferkinas in eine art düsteren Traum, den sie zwar erlebt hatte, was aber etwas war das sie eher beobachtet den erlebt hatte, vielleicht vergleichbar einer Geschichte die gelesen wurde, für dieses Vorgehen entschied ich mich gezielt, umzu verhindern das misstrauen gegen irgendeine von mir veränderte Form ihrer Erinnerung aufkommen möge, ich meine ich hätte ja einfach ihre Erinnerungen dahingehend beeinflussen können das sie dachte im letzten Jahr an den alten Emir verkauft wurde und ich ihr bei meiner Machtübernahme großzügig die Freiheit schenkte, ihr aber anbot hier in meinen Diensten zu bleiben, was sie nachdem sie von ihrer alten Familie abgewiesen wurde auch tat. Wie gesagt das wäre alles kein Problem gewesen, aber ich hielt es nicht für richtig, sie musste die Möglichkeit haben, aus ihrem Erlebten ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ich habe nur geholfen in dem ich sie von der direkten emotionalen Verbundenheit an die Zeit bei den Ferkinas löste, sodass sie zwar durchaus darauf zugreifen konnte, was sie erlebt hatte, es aber für sie anders bewertet war, aber in anbetracht der Tatsache das ihre Familie sie im Prinzip verstoßen hatte, wird sie wohl bei mir bleiben, nur habe ich noch keine Ahnung was ich mit ihr anfangen soll? Nun vielleicht kommt mir in den nächsten Tagen, wenn ich sie näher kennengelernt habe und mich weiter mit Collega saba Nassir, Mezzek und meinem Wesir darüber unterhalten habe, eine passable Idee. Das Problem mit der Fragestellung wer nun die Haremsälteste sei, habe ich, nachdem das mit dem Test an irgendeinem kleinen Detail scheiterte, insofern gelöst, das es ersteinmal so sein soll wie es vorher war, also das die älteste der Anwesenden Damen zur Haremsältesten, wie naheliegend, erklärt würde, das aber damit zu rechnen sei, das sich das ganze wandeln mag, wenn sich herausstellen mag, das eine der Damen deutlich interessanter sei als die anderen. Das ich dabei meinte interessanter aus meiner Perspektive, das betonte ich nicht, ich bin mal gespannt wie sich das entwickeln wird.
Die nächsten Tage arbeitete ich unter anderem an weiteren Zeichenträgern, ich erstellte dabei zuerst die profanenhüllen die später die arkanen wirkmatricen aufnehmen mögen.
01.Firun 1026nBF.
Heute rief ich wieder einen Erzdschinn, nachdem mein Laboratorium wieder steht, dachte ich mir es wäre langsam an der Zeit eine andere Kammer einzurichten, die schon lange überfällig war, ich beschenkte Khorestan also mit seiner ersten Kammer die darauf ausgerichtet war Erzelementare Herbeizufen, diese wurde natürlich im Keller der Feste geformt, nahe an dem ehernen Element selbst, gehalten war die Kammer in tönen die dem Erz als affin gelten, aus Stein wurde ein prächtiges Hexagramm geformt, die Kammer machte den Eindruck als könnte sie stur jahrhunderte überdauern. Später aktivierte ich noch die Glyohe der elementaren Attraktion Humus, welche für meinen Gärtner bestimmt war, genauer für sein Feld, bei beiden Taten ließ ich mich von Collega saba Nassir unterstützen, die ich schon lange im verdacht habe, mehr als nur eine Alchimistin zu sein, aber das ist etwas was ich ihr überlasse und das habe ich auch versucht ihr in den letzten Tagen in unseren Gesprächen deutlich zu machen, ich meine sie ist nicht die erste Nichtgildenmagierin mit der ich es zu tun hatte, und ihr Wissensdurst ist erfrischend, zumindest im vergleich zu den der anderen Vertreter verschiedener Traditionen die mir schon begegnet sind.
02.Firun 1026nBF.
Heute habe ich meine Turbanbrosche aus dem Projekt Mag.Li.G.Th, genannt Strahlendes Auge, weil es einem Auge nachgeformt ist, zumindest stilisiert, verzaubert, was mir auch gelang ich erfüllte die profane Hülle mit meiner Macht und brachte dadurch die Linien der Brosche zur Illumination.
03.Firun 1026nBF.
Ich habe weiter an der Turbanbrosche gearbeitet und sie nun dazu gebracht mittels Animatio Cantus auf einen meiner Befehle sich zu öffnen, auf das mir in heiklen Situationen ein hilfreiches Licht beiseite stehen mag, ansonsten ist die Brosche so konzipiert das der illuminierende Teil verborgen ist und das Licht durch den trüben Mondstein sich seinen Weg suchen muss.
05.Firun 1026 nBF.
Heute wurde schließlich die Glyphe für den Garten fertiggestellt und darüberhinaus auch die Ziegelei am Fuße der Burg, letztere wurde durch einen von mir und Collega saba Nassir gerufenen Erzdschinn errichtet, dabei hielt er sich an die Pläne von Fräulein Peddersen, welche sich nun schon länger in meinem Besitz hier fanden. Das Gebäude direkt an den Fuße der Burg zu positionieren und somit auch das umliegende Gestein zu verwenden und außerdem eine Begrenzung zu erschaffen die ich für ein späteres Projekt noch ausnutzen kann, war natürlich von anfang an geplant.
07.Firun 1026 nBF.
Heute rief ich einen weiteren Dschinn, der an die Burgmauern gebunden wurde und uns im Falle eines Angriffes schützen sollte, diesen Dienst nahm der stoische Dschinn auch entgegen und setzte sich neben das Tor und übersah von dort das Land.
09.Firun 1026 nBF.
Auch an diesem Tag wurde ein weiterer Dschinn gerufen um uns im Falle eines Angriffes beizustehen, diesen band ich jedoch an die Stele im Dorf, auf denen die neuen Gesetzte sich fanden, somit sollte er das Dorf vor Unbill schützen, auch dieser nahm seine Aufgabe mit wenigen Worten auf sich, begann aber den Bereich um die Stele an seine Bedürfnisse anzupassen, indem er unter anderem das Erz in die, nach seinen Aussagen, richtige Form brachte.
10.Firun 1026 nBF.
Heute beendete ich eines meiner Quasi Thaumatursome in dem ich den Applicatus Cantus nutzte und einen Spruch mit diesen an eine physische Hülle band, dabei entschied ich mich für einen simplen Motoricus, die Möglichkeit Gegenstände mittels meines Geistes zu bewegen, ist immer praktisch, naja zumindest, wenn es etwas zu bewegen gibt.
Am 12. und 13.Firun 1026 nBF. widmete ich mich dem aufladen der Thaumatursome, also der Dschinnenlampe und meines Ring des Dieners der Luft, ich hielt die Zeit langsam für gekommen, die beiden Thaumatursome vorzubereiten, konnte man doch nie wissen, wann sie wieder erforderlich würden.
Vom 15. bis zum 18. Firun widmete ich mich mit Collega saba Nassir dem Projekt der Reinigung des Schott-el-Haz, wir riefen mehrere Dschinne über die verschiedenen Tage und ließen schließlich am 18.Firun zwei Erzdschinne und einen Wasserdschinn an den See heran, der erste Erzdschinn hatte dabei die Aufgabe die freiliegenden Schwefelquellen wieder unter festem Gestein zu versiegeln, sodass kein weiteres Schwefel in den See gelangen mag, der zweite Erzdschinn sollte das Schwefel in dem See herausziehen und in bereit gestellte Gefäße füllen und der Wasserdschinn letzllich sollte das Wasser reinigen und schon am ersten Tag angenehmer machen. Die Dschinne vollrichteten ihre Arbeit unten den Augen der Bevölkerung und nach kurzer Zeit war der See wieder in einem deutlich annehmbareren Zustand als zuvor, weitere Untersuchungen werden zeigen ob es sich so halten wird.
Am 20 und 21.Firun 1026nBF. widmete ich mich wieder meinen Experimenten der illuminierenden Zeichen, mittlerweile habe ich alle Hauptfarben durch, demnächst werde ich diie Unterkategorien durchgehen.
22.Firun 1026nBF.
Heute suchte mich eine Dame mit dem Namen Rashpatane auf, ein Mitglied von Delias Zirkel wie es scheint, ich gab meinem Wesir Assaf die nötigen Anweisungen und wies auch noch Mezzek und Collega saba Nassir an, auch Liliana und Nedime erhielten entsprechende Aufgaben. Mittlerweile sind auch genügend Heiltränke für die erste Lieferung an die Chamib al’Chymie zusammen gekommen, Collega saba Nassir war dahingehend eine große Hilfe.