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Träume zum Vergessen

Es ist abends, fast schon Nacht. Bermhoin liegt in seinem Bett. Und obwohl er im Gastraum schon auf dem Tisch eingeschlafen war, jetzt hielten ihn seine Gedanken wach. Was hatte er nur getan? Wozu hatte er sich hinreißen lassen? Wie tief ist er gesunken? Sollte je herauskommen, dass er, Bermhoin Guileagh Rwadh Ui Niamad, Hofmaler Ihrer königlichen Hoheit Inhver Ni Bennain, als Fee verkleidet einen einfachen Vorarbeiter versucht hat von etwas zu überzeugen, nun, dann würde er wohl Albernia für immer aus Scham den Rücken kehren. Und wozu das Ganze? Wegen einer unbedeutenden Holzladung eines hinterwäldlerischen Händlers, den er nochnichtmal richtig leiden konnte. Hätte man nicht einfach beim ersten Anzeichen von Problemen nach Nostria weiterreisen können? Und notfalls auch nur zu fünft? Bermhoin hatte Bedenken bezüglich der nächsten Tage. Hatte sich irgendjemand darüber Gedanken gemacht, was passiert, wenn Ywain wieder nüchtern ist, oder wie Bermhoin nochmal das Haus verlassen soll? Alle, er selber eingeschlossen, denken viel zu engstirnig und kurzfristig…

Über die Ganzen Fragen nickt Bermhoin langsam ein und findet sich in einem Traum wieder. Es ist ein sehr hektischer Traum, aber ein wunderschöner. Bermhoin findet sich an allen möglichen ihm bekannten Orten Aventuriens wieder, immer begleitet von seinem geliebten Orestas. Sie lachen und freuen sich über ihre gemeinsame Zeit, ihre gemeinsamen Reisen, die sie zusammen verbringen. An den schönsten Orten der Welt stehen sie zu zweit und genießen. Nach und nach werden die Szenerien länger und die Szenenwechsel langsamer. Bis Bermhoin mit Orestas am Bug eines Schiffes stehend auf Bermhoins absoluten Lieblingsort zusteuern: Die Bunten Mauern von Methumis!

Und während Bermhoin die Situation in vollen Zügen genießt, stoßen seltsame unbekannte Melodien an sein Ohr. Und von Orestas mit den Armen umschlungen singt dieser ihm leise ein Lied in sein Ohr. Bermhoin kennt die Sprache nicht, aber er versteht die Worte. Es wird wohl engelisch sein, die Zunge der Engel.

You are the loneliest person that I’ve ever known
We are joined at the surface but nowhere else
I look in the glass and stare at your, strained, grey, motionless face and ask
Underneath, is there a golden soul?

Take care of the ones that you love
Take care of the ones that you love

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds?

Everyone is beginning to breathe as I break down
You are in love with a shadow that won’t come back
Sooner or later we all have to wake
Try forgetting everything
Underneath, there’s a perfect sky

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds and feelings?

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds and feelings?

Ahh Ahh
Ahh Ahh

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds and feelings?

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds?

(Biffy Clyro – Opposite)

Bermhoin wacht auf. Die ersten Sonnenstrahlen finden ihren Weg auf sein Gedicht. Er kann sich nicht erinnern, was er geträumt hat, er weiß nurnoch, dass es ihn tief bewegt hat. Am Vormittag bleibt er im Kontor, um sich auf seine diestägige Rolle als Orestas vorzubereiten. Doch es fällt ihm schwer. Er hat keine Erinnerungen mehr an sein Auftreten, seine Mimik, seine Gestik, seinen Tonfall. Selbst sein Gesicht sieht er nur noch unscharf…

Die Vorteile von novadischen Liebhabern

Hinter den gewaltigen Bergen Hochstiegs lies sich der erste Schimmer, die erste Ahnung des neuen Tages erkennen. Es würde noch viel zeit vergehen bis die Praiosscheibe das Land erhellte. Delia genoss den Ausblick. Sie war erschöpft und überglücklich. Vor wenigen Augenblicken hatte ihr Wüstenlöwe sie zum wiederholten Male in dieser Nacht genommen. Hätte sie gewusst wie wild diese Nacht wird und wozu er alles fähig war, dann hätte sie es mit ihrem betörenden Einfluss nicht übertrieben. Die erste Runde ging an sie, da sie ihn überraschte, mit Charme, Magie und Kompott mit Vanillesoße. Doch danach fand er seine Fassung wieder und mit tiefer, fordernder Stimme sagte er: „Nun bin ich dran, meine kleine Scharte!“ Und er war wieder und wieder dran. Bis er sich in den frühen Morgenstunden dafür entschied seine Männlichkeit genug bewiesen zu haben. Sie genoss es, wenn er sie so vollkommen in Besitz nahm und Wellen der Lust durch ihren Körper sendete.

Doch nun lagen sie eng umschlungen in dem warmen Bett des Gästezimmers von Sieghelms Junkerngut. So schön hatte sie Sieghelms Heimat sich nicht vorgestellt. „Schlafe meine Wüstenblume, Du musst Dich schonen.“ raunte Kalkarib hinter ihr und schon bald wurde sein Atem ruhiger, er schlief. Delia fand keinen Schlaf. Sie war zu erschöpft und dachte an die kommenden Tage und Abenteuer, die Sieghelm ankündigte. Delia freute auch darauf. Die Hexe hoffte, dass Sieghelm und Kalkarib sich dann besser verstehen würden. Was es wohl mit diesem Schatz auf sich hatte? Mit den verschwundenen Menschen?

Delia drehte sich zu ihrem Wüstensohn, um mit dem Kopf an seiner massigen Brust und in seinen starken Armen Schlaf zu finden. Ein tiefes Grollen gab er von sich und zog sie eng an sich. Sein herb männlicher Duft nach Wüste und Zedernholz umfing sie wie feiner Nebel. Zufrieden schlief sie mit einem leichten Stöhnen ein.

Zivilisation, was noch zu beweisen wäre

Nacht des 21.Tsa 1026 nBF, Ruine des Dorfes Kohlhütten

Ich war ziemlich ungehalten, da gab es exakt einen interessanten Zwischenfall, welcher den Aufenthalt hier angenehm gemacht hätte, und was passiert dieses uncollegiale Verhalten, dieser alten Tochter Satuarias, irgendwie erinnere ich mich gerade an Bezeichnungen, an die ich bisher noch nie gedacht habe, müssen wohl Delias Erinnerungen sein, lässt mich doch einfach im Schnee sitzen und verhehlt ihre arkanen Spuren, äußerst wirksam, was schon beachtlich ist, ich habe noch nicht einmal Überreste der Residualstrahlung der Magica Limbologica gesehen, die mein interesse ja erst geweckt hat, dafür kenne ich nun die arkane Signatur dieses alten Weibs, wenn sie der Meinung ist einem ausgebildeten Magus der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis, dem angesehensten Institut der Magie Aventuriens, dem Herz und Hirn der Großen Grauen Gilde des Geistes durch so eine billige Scharade zu entgehen, so wird sie sich noch wundern, wirklich eine frechheit, da habe ich immer collegial zusammengearbeitet mit diesen undisziplinierten und emotional labilen Töchtern Satuarias und das ist der Dank dafür, habe ich nicht sogar Delia an meinem Wissen teilhaben lassen, und im gegensatz das ich etwas von dem Wissen ihrer Repräsentation durch sie erlerne, musste ich es selbst rekonstruieren, ob sie überhaupt weiß, wie viel ich schon weiß? Wahrscheinlich kann sie die Zauber in Gildenmagischer Repräsentation noch nicht einmal spontan modifizieren, pah Hexen, können halt nicht ordentlich zaubern, ich frage mich immer mehr was ich jeh in Zafia gesehen habe, andererseits, durch Delias Erinnerungen, habe ich dahingehend die eine oder andere Vermutung. Zog mich danach in die Hütte zurück, ich frage mich wirklich, was ich hier soll, das ist doch kein Ort für einen angesehenen Experten der Magica Clarobservantia und Theoretica, hier wird es wahrscheinlich noch nicht einmal richtige Badehäuser geben, hmm könnte eine Geschäftsidee sein.

22.Tsa 1026 nBF

Erwachte in dieser Ruine von Dorf, mit dem Namen Kohlhütten, begaben uns heute weiter diesen bescheuerten Pass hinauf, immer noch eine Zeitverschwendung sondergleichen, gut interessant war das die Herrscher dieses Landesstriches, wohl nichts auf den Codex Albyricus geben, was äußerst faszinierend ist, wenn man bedenkt das in Rommilys eine Akademie des Bundes des weißen Pentagrammes steht, aber gut der Reihe nach. Wir erreichten eine recht beeindruckende Brücke, genannt die zwei Dschinnebrücken über die hardkehre, ersteinmal müsste es nicht korrekt lauten die zwei Dschinnenbrücke oder die Brücke der zwei Dschinne, eventuell auch die Überführung der zwei Entitäten des Elementes Erz, welche über die hardkehre hinüber führen, aber das ist ja noch kein Verstoß gegen den Codex Albyricus, aber wer weiß, vielleicht ist das in Darpatien so üblich, das die Grammatik leidet, wäre ja nicht das einzige, pah Stierflug, wer hat so einen Blödsinn schon gehört, gut ich mittlerweile. Der Verstoß der mir auffiel, war der folgende, die Brücke wurde im Jahre 982 nBF von einem gewissen Magister Notelian Alrikorion Steinfest aus Drakonia errichtet, nun Drakonia, korrekterweise wohl eher das Konzil der Elemente zu Drakonia, war 982 BF noch kein Mitglied der Magiergilden, das Konzil hat sich erst 1011 BF in Punin den Gilden offenbart, die haben doch unter anderem einen Ignisphaero durch die Hallen geschleudert, sofern also der Herr Magister, nicht seperat die Mitgliedschaft in einer der Magiergilden erworben hatte, und dann wäre er wahrscheinlich nicht als Magister Drakonias aufgeführt, wurde also eine magische Dienstleistung im Einzugsbereich des Codex Albyricus von einer nicht dazu lizensierten Person ausgeführt, ich sollte vielleicht Magister Magnus Sirdon Kosmaar darauf aufmerksam machen, den haben solche Sachverhalte immer brennend interessiert, ich meine da hält man sich an dieses Machwerk und dann so etwas, eine bodenlose Frechheit, vielleicht ist das der Grund das es hier an ordentlicher Zivilisation fehlt, der darpatische Bulle trampelt jene zarten Zweige der Zivilisation, welche sich im Keimen befindet einfach immer wieder nieder. Interessant war noch eine Inschrift auf der Stele, die zu Ehren des „Magiers“ errichtet wurde, hmm daran habe ich in Fasar nicht gedacht, naja beim nächsten Mal, eingetragen waren auf Ur-Tulamidya 15 Zahlen, genauer gesagt die Zahlenkolonne 336787868584722, Entschlüsselung mangels der Umgebung bislang ohne Erfolg.

Im Hintergrund war der rote Riese zu sehen, irgendein unbedeutender Berg, dann gab es noch ein paar Wasserfälle, wohl ein Ingerimmheiligtum, als nächstes kommen wir bestimmt an einen Vulkan vorbei, der als Efferdheiligtum gilt, oder wie wäre es mit einer dunklen Höhle als Praiosheiligtum, ein Friedensfest für Kor und dergleichen würde sicher auch passen. Immer diese Belanglosigkeiten, während ich anderswo Berge versetzen könnte, meine Forschungen leiden unter dieser unnötigen Zeitverschwendung, dazu noch dieser nervtötende Traviageweihter, warum werde ich nur so gestraft, was habe ich denn getan um das zu verdienen?

Erreichten eine Hütte, die Traviagefällige Heimstatt dieser Reiseetappe, zumindest gab es Wände und eine Decke, dann haben die anderen diesen Traviageweihten auch noch auf die vermaledeiten Amulette aufmerksam gemacht, und da habe ich gehofft, das mir das ersparrt bliebe, nun weiß er also auch noch um mein Amulett, wenigstens ergab sich so die Philosophische Spitze, auch wenn es mir erscheint das er nicht in der Lage war, der einfachen logischen Kette, zufolgen die sich aufgrund seiner Aussage, bezüglich der Amulette als Teil der entsprechenden Gottheiten ergab, dabei ist es doch einfach, wenn die Amulette Teil der jeweilligen Gottheit sind, weiter davon ausgegangen werden kann, das die Teile der Gottheiten miteinander in Verbindung stehen, die Träger ferner auserkoren sind, weswegen auch immer, dann kann unter, verständlicher Vernachlässigung entsprechender physicher Ausprägungen, welche an den Amuletten hängen, davon ausgegangen werden, das Gottheiten in der dritten Sphäre wandeln, sollte noch einmal die einschlägigen Lektüren dazu nachschlagen, eventuell findet sich etwas in Manu Al’Planes Werk oder dem Werk von Rohal dem Weisen, zumindest die Stücke, welche wir in der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis durchgenommen haben, so wie die Kurse zur Magierphilosophie, deuten darauf hin, dass es da etwas gibt, was mir weiteres unbehagen bereiten könnte. Auf die Frage nach der Anzahl der Amulette, postulierte ich mindestens, um die, 25, 12 für je einen Gott des Pantheons des Zwölfgötterglaubens, was ich etwas kurzsichtig halte, dann für die entsprechenden Gegenspieler und einen weiteren Gott, doch deesen Einfluss ist schlecht zu bemessen, aber es ist naheliegend das eine Akkumulation der Amulette auf eine dichte lokal/temporale Näherung, zu einem entsprechenden karmatischen Kausalknoten führen muss, da es eine entsprechend gerichtete Gegenbewegung geben muss, die Frage wäre nun, wer bildet die Gegenbewegung zu wem?

Delia berichtete von ihrem Traum, ein Alptraum, der erstaunliche Auswirkungen auf ihrren Körper hatte, wie sich später herausstellte, anscheinend war es jemanden gelungen den Traum als mystische Verbindung zu nutzen um eine der sanguinen Sphären, auf die wir schon früher mal, bei diesem Diener des Blutkaisers stießen, an ihre Matrix anzukoppeln, was, fachlich betrachtet, eine solide Arbeit darstellt, nur wird das wohl wenig bringen, da in Hochstieg die Vorbereitungen für das entsprechende Ritual zur Auflösung des sanguinen Thaumatursoms anlaufen werden, hmm sollte versuchen das Ritual zu optimieren, eventuell kann ich die Sphäre erhalten, sollte diese auch genauer untersuchen, während sie noch mit Delia verbunden ist, das könnte uns hilfreiche Aufschlüsse über die, oder eine, Gegenseite geben, beim letzten Mal gab es dazu keine Gelegenheit, waren die anderen doch erpicht darauf die Sphären loszuwerden, und mich somit einer interessanten Forschungsmöglichkeit zu berauben. Weiterhin werde ich Delia, wohl bei ihrem Traum helfen, sobald ich dazu komme, dann wollen wir doch mal sehen, was die Eindringlinge machen, wenn sie sich nicht nur einer Hexe gegenüber stehen, die ihr Geschenk der ewigen Jugend, im Prinzip verschleudert und verlottert, wenn ich bedenke was ich alles in ihren knapp fünzig Jahren erreicht haben könnte, wahrscheinlich kann sie es einfach nicht richtig würdigen, wurde sie doch damit geboren.

Ansonsten gab es noch Hader, Streit und Zwist, der Traviageweihte hat dabei viel geholfen.

23.Tsa 1026 nBF

Brachen heute von der Hütte auf, und begaben uns zu einer, sogenannten, „Brücke“, das das nicht gut gehen konnte, hätte eigentlich jeder, mit einem Mindestmaß an Verstand, vorhersehen können, die notwendige Schlussfolgerung bezüglich meiner Begleiter erspare ich mir hier. Insgesamt kamm es zu mehreren Unfällen von denen ich jedoch nicht allzu viel mitbekommen habe, weil ich bei dem ersten Unfall schon am überlegen war, wie ich das unnötige Risiko, weiter vermindern könnte, meine Idee war einfach und elegant, wie zu erwarten war, ich bastelte einen stabilen Haken, der mir als Führungsschiene dienen sollte, mit dem es mir gelingen sollte an dem Geländer hinlang mich zu halten, nicht optimal, aber besser als das was geboten war. Ich war also in meiner Arbeit vertieft und bemerkte dadurch nicht so recht, dass Rondrian hinab stürzte, ein tragischer und unnötiger Tod, ich konnte in dem Moment nichts tun, weil ich ein paar Tage vorher schon für eine ordentliche Unterkunft sorgen musste, interessanterweise griff Delia nicht ein, vermutlich dachte sie nicht an ihren Ring, der von mir verzaubert und von von Spichbrecher an sie geschenkt wurde, damit hätte sie ohne weiteres einen Geist der Luft convocieren können um Rondrian in Sicherheit zu tragen. Nachdem Rondrian hinabstürzte, wendete ich mich mit ehrlicher und gänzlich uneigennütziger absicht zu seiner geschätzen Gnaden Traviahold Badilak, dessen Gans mich vorher am selbigen Tag noch belästigt hatte, von Spichbrecher, und wies ihn auf die Gefahren für sein Leib und Leben hin, und das es doch in seinem Interesse wäre, sich umzuwenden, damit er seinen Gänsen, oder was auch immer, auch weiterhin noch hilfreich sein könne, das er dazu am besten umkehren sollte, nun dafür kann ich ja nichts, war ja nicht meine Idee ihn mitzuschleppen, geschweige denn überhaupt diesen Weg zu wählen. Leider, zu meinem Leidwesen, entschloß er sich meine, selbstlosen Worte zu ignorieren und sich mit mir über die, solide, zwergische Konstruktion über den gähnen Schlund des Abgrunds hinüber tragen zu lassen. Auf der anderen Seite wurde ich dann von dem anderen von Spichbrecher gefragt, ob ich Rondrian nicht wieder hinaufbefördern könne, typisch in solchen Situationen kommen sie wieder zu mir, aber wenn ich in ruhe forschen, meditieren, nachdenken oder einfach nur in ruhe gelassen werden will, oder beispielsweise ein mir zustehendes Thaumatursom haben will, ist die Antwort abschlägig. Ich verneinte zuerst, besann mich dann aber noch Delia und das ich ihr ja den Unitatio Cantus beibrachte, sie gab mir also im Bunde einen teil ihrer Kraft und ich convocierte, während die anderen noch herumstanden, einen Geist der Luft, welcher die Leiche Rondrians auch flugs wieder hinauftrug, unnötiger Verlust, meine Schüler, Ulfried, Sulibeth und Mezzek würden solch eines Todes nicht sterben, sie könnten aber auf andere Weise umkommen, Unfälle passieren immer und gerade Mezzek hatte sich ja schon beinahe einmal selbst über das Alchimielabor verteilt, wenn auch unbeabsichtigt, gut hätte er dies beabsichtigt getan, wäre er danach nicht mehr mein Schüler und Assistent gewesen, was Sulibeth und Ulfried betrifft, so werden diese wohl höchstens mit den klassischen Problemem ihrer Ausbildung zu kämpfen haben.

Erreichten später Hochstieg, unterwegs stießen wir noch auf einen Jäger, welcher wohl noch militärische Dienste versah, was auch immer.

Der lange Weg

Mit einem kaum hörbaren, dumpfen Geräusch schlug der schreiende Körper Romdrians auf dem Boden der Schlucht auf. Ob mit Magie oder ohne, Delia wusste genau, dass sie ihm nicht hatte helfen können. Seine Zeit war gekommen. Boron hatte ihn zu sich geholt. Niemand hätte das verhindern können. Das stand für Delia fest. Dennoch war es sehr traurig, dass dieser junge Streiter von ihnen gehen musste. Den ganzen Weg nach Hochstieg trugen Siehhelm und sein Bruder den Leichnam, um ihn eine würdige Totenstatt zu bereiten. Delia schlug dem Hauptmann nich an der Brücke vor jene nach Rondrian benennen zu lassen.

Die Hexe drängte sich den Weg über an den warmen Leib ihres Ehemannes. Sie brauchte nun seine Wärme und Nähe. Sie hoffte so sehr, dass Kalkarib sich bald besser mit ihren Freunden verstehen würde. Doch bis dahin war noch ein weiter weg.
Die Wärme des Wüstensohns und seine beschützenden Arme hielten nicht nur die Trauer sondern auch die Angst von Delia fern. Die Angst sie könnte Sieghelm an das böse verlieren. Der Traum war eindeutig gewesen. Auf der anderen Seite, bei den Gegnern da Stand Sieghelm, anscheinend unter dem Bann des Bösen. Das machte ihr große Angst. Es konnte und durfte nicht sein, so etwas durfte niemals passieren. Von Sieghelm würde sie zu letzt erwarten, dass er fiele. Dieser unerschütterliche Krieger würde nicht die Seiten wechseln. Welche Macht ihn auch verführen möge.
Unwillkürlich drückte Delia sich noch näher an Kalkarib. Das war es! Wenn jeder mit seinen Waffen kämpfen sollte und sie die Auserwählte Rahjas war, dann könnte es helfen wenn sie den dunklen Sieghelm im Traum umarmte, ihn wieder zur richtigen Seite verführte. Das klang skurril, selbst für die Hexe aber eine Möglichkeit wär es. Sollte der Traum wieder zu Ihr kommen, dann würde Diebes versuchen.

Kurz blieb der Tross stehen. Kalkarib sah seine Shanja frieren aber tapfer an. Er war überrascht als Delia diese Pause nutzte um ihn lange und leidenschaftlich zu küssen. Er erwiderte er den Kuss und zog sie fest an sich. Für diesen Moment fühlte Delia sich vollkommen sicher.

Am Ende des Pfades

Der herzerweichende Schrei mag kaum verklingen. Denn das Echo der Berge wirft ihn vielfach zurück. Die Botin Firuns steht vor der Schlucht, die auch ihr Leben fordern wollte, und blickt auf den kleinen zerschlagenen Körper des jungen Waffenknechts. Ein laues Lüftchen kommt auf und trägt den Leichnam zu ihnen empor. Andächtig steht sie gedankenverloren da. Keine Regung der Trauer, auch kein Wehklagen, wie das des Junkers, entrinnt sich ihrem Körper. Ein wenig verachtet sie sich dafür, vor den anderen als gefühlskalt da zu stehen. Aber dies ist nunmehr ihre Bestimmung. Ein mentaler Fels in der Brandung der überschäumenden Gefühle. In ihrem Inneren jedoch tobt ein ebensolcher Sturm der sich alle Mühe gibt bahn zu brechen. Sie hält jedoch stand und betet stumm für den Jungen.

Armer tapferer Rondrian. Du warst noch nicht bereit. Warst noch zu schwach und zu klein, um diesen Pfad zu bestehen. Doch dein unerschütterlicher Mut und deine Entschlossenheit ehren die Leuin und den Alten vom Berg gleichermaßen und sollen Vorbild für alle sein! Beide Götter werden dich in ihren Paradiesen willkommen heißen. Du hast erneut die Wahl dein Schicksal zu bestimmen. Sei es nun so, wie es ist. Ruhe in Frieden kleiner tapferer Mann.

Er hat weder geklagt noch lamentiert. Ganz im Gegensatz zu den anderen. Vor allem Kalkarib entpuppt sich als Schwächling. Sicher, er ist die Kälte nicht gewohnt, aber muss man sich darum so gebaren? Nein! Und erst diese lächerliche Frage, wer für ihn kämpfen möge. Pah. Wer Mut und Entschlossenheit in der gerechten Sache zeigt, dem gebührt mein Beistand. Er wird ihn bekommen. Doch zuerst: kämpfe selbst und zeige mir, dass du es Wert bist, dass du es verdienst!!!

Dazu wird es auch genügend Gelegenheiten geben. Delias Pervertierung macht mir Sorgen. Selbst mein Speer konnte nicht helfen. Wäre ja auch zu einfach. Ich schätze, dies ist eine Aufgabe für Nehazet. Wir werden ihm dabei unterstützen.

Es gibt auch sonst viel zu tun auf Hochstieg. Ich versprach Traviahold mit ihm zu dem Turm zu gehen, um dort nach dem Rechten zu sehen. Auf diesem Weg kann ich viel über diesen interessanten Landstrich erfahren. Außerdem muss ich noch Erkundigungen über das mysteriöse Wesen einholen, dessen Fußspuren ich in der Dorfruine fand. Mal sehen, ob es Aussicht auf eine ereignisreiche Jagd verheißt.

Hochstieg. Wir sind da. Schade dass es schon vorbei ist. Die anderen sind noch nicht bereit, diese Pilgerreise zu beenden. Aber wer ist schon bereit für etwas, was einem unverhofft wiederfährt?

Bei diesen Gedanken fällt ihr Blick auf die Trage. Sie presst die Lippen fast unmerklich zusammen und richtet ihre Aufmerksamkeit auf den jungen Jäger, der seinem Hund aus dem Gebüsch folgt.

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Azinas Gedanken

Schnee Endlich wieder Schnee

20 Tsa. 1026 n.BF / 33 n.Hall

Wir sind Heute auf dem Gut vom Junker angekommen. Dort erfuhren wir das um zu seinem Stammsitz zu gelangen wir einen Pilgerpfad begehen müssen. Im Winter, wo doch die Meisten Pilgerer eher im Sommer dem Pfade Folgen. Auch Sieghelms Bruder Traviahold traf nach kurzer weile ein, ein Geweihter der Travia. Er hat interessante Ansichten, ich hoffe nur das ich ein Streitgespräch vermeiden kann. Nehazet ist ebenfalls zu uns gestoßen und gemeinsam gaben wir dem wehrten Bruder eine grobe Zusammenfassung der Geschehnisse wobei wir vieles auf später verschoben da wir die nächsten Tage wohl gemeinsam zu Sieghelms Wohnsitz reisen würden. Es schlossen sich noch zwei alte Pilgerer an. Handwerksmeister, Einer war Schuster der andere Tischler wenn ich mich recht erinnere, Beide schon ergraut und ohne die Scheu der Jugend wie mir scheint. Auch fand ich Heraus das in den letzten drei Jahren immer wieder einsame Wanderer und Jäger Spurlos verschwunden sind. Die Dörfler sind ratlos und geben den Trollzackern die Schuld. Ich Persönlich hege da meine Zweifel da eine geübte Jägerin wie es die letzte verschwundene war zumindest einen Pfeil oder ein Messer und vermutlich Blut hinterlassen hätte wenn sie entführt worden wäre. Doch was auch immer dafür sorgt das Menschen einfach Spurlos verschwinden ich werde ihm wohl kaum in einer Taverne begegnen darum zogen wir uns einer nach dem andern ins Bett zurück.

Ich zog mich auf mein Zimmer zurück um diese Worte zu schreiben, unsere neuen Begleiter sind interessant doch ich hoffe das ich ein Streitgespräch mit dem Jünger Travias vermeiden kann. Er scheint doch der sehr Mittleländichen Ansicht zu folgen. Vielleicht aber kann aber Nehazet mit seinem Innern Zwiespalt aushelfen. Ich denke das auch ich demnächst langsam doch mal versuchen sollte positiv einzuwirken, sein Gemütszustand hat sich kaum geändert. Ich bin mir bewust das davon abgeraten wurden zu versuchen enge Freunde heilen zu wollen doch fürchte ich das ein Außenstehender die Problematik noch weniger verstehen kann als ich es tue.  Nun die nächsten Tage werden interessant. ich hoffe nur das die Berge keine Schlechten Erinnerungen oder Panik Anfälle bei mir auslösen.

21 Tsa. 1026 n.BF

Ich hätte auf Spikes bestehen sollen. Und auf anseilen den Göttern sei dank konnte ich mich rechtzeitig genug festhalten und meine Zweililie als Picke missbrauchen. Aber der Reihe nach. Wir haben heute auf dem Pfad den Berg angegangen. Es war ein schöne Aufstieg und ich konnte fast das Mulmige Gefühl vergessen das ich wieder einen Berg in Eiseskälte besteige. Gut dieses mal mit zwei Personen die diesen weg schon des Öfteren gegangen sind und wir bleiben auf einem Vorherbestimmten Pfad. Doch sind diese Personen Sieghelm und sein Bruder. Nicht das Sieghelm gefahren nicht einschätzen könnte wie das Nehazet teilweise an Licht legt. Doch Neigt er dazu Details die er für unwichtig befindet oder von dem er glaubt das sich andere darum nicht sorgen müssten einfach … für den Moment nicht zu erwähnen. Wie das es sich bei der Brücke die wir morgen überqueren müssen sich um eine Hängebrücke handelt. Dieses Detail hat eine ganze Weile gebraucht bis es uns endlich mitgeteilt wurde. Und seinem Bruder kann ich nicht einschätzen. Er mag ein Geweihter der Travia sein aber diese sind nicht gerade für ihr überleben in der Wildniss bekannt. Doch ich schweife ab.

Wir bestiegen den Ifirns Stieg am Frühen Morgen. Hinauf in eine noch sehr Schattige Landschaft. Doch als wir den Schatten verließen offenbarte sich uns eine Ansicht von der ich hoffe das ich jene Gefühle, die sie in einem Wachruft einmal auf eines meiner Bilder bannen kann. Es ist eine herrliche Landschaft in dem das Gut des Junkers Liegt. Ein wenig Rau und sehr nah am Berg, aber trotzdem sehr schön gelegen. Dann trafen wir auf die Schneegrenze und ich muss gestehen mein Herz schlug schneller. Schnee! Endlich wieder Schnee. Am Anfang nur ein Paar wenige Flecken, aber dann um eine Biegung herum lag die ganze Weiße Pracht vor uns. Ich muss gestehen das ich für einen Moment meine Sorgen vergaß und ein Zwei Schneebälle mit dem Hauptmann wechselte bevor wir weiterzogen. Leider vergaß ich wie unnachgiebig Schneebedeckte Berge gegenüber Ausgelassenheit seinen können. An einem etwas schmaleren Stelle bewunderten wir Gerade die Aussicht als der Alte Arno sich bei Sieghelm überschwänglich bedankte, ausrutschte und beinahe dem Abhang Hinunter geschlittert wäre. Ich, genauso wie Traviahold, griff rasch zu doch verlor ebenfalls den Sicheren Stand. Zum Glück konnte ich meine Zweilille greifen und sie in den Boden Rammen. Ich Danke der Herrin Travia dafür das Mutter mich den Umgang in der Küche unterwiesen hat so das mein Griff stark und unnachgiebig die Zweililie umschlossen hielt während Traviahold an meiner andern hing. Leider verlor Arno den Griff und Schilderte gefährlich schnell auf den Abhang zu. Eine von Nehazet beschworenes Luftelementar konnte ihm den Götter sei dank aber in nur 10 Schritt Entfernung auf einer kleinem Vorsprung Bremsen von dem er ohne Größere Schwierigkeiten zurück auf dem Pfad gebracht werden konnte.

Am Abend nach einer, trotz des Schreckens am Mittag herrlichen Wanderung durch den Schnee erreichten wir unseren ersten Rastpunkt. eine verlassende Minenarbeitersiedlung. Die Architektur der dort verbleibenden Gebäude deutet eindeutig darauf hin das sie niemals mehr als einfach Hütten waren, bei denen nur der Schornstein als Stabilster teil noch einigermaßen erhalten Ist. Ich werden dem Herrn Hauptmann wenn wir seinen Stammsitz erreicht haben vorschlagen ein Paar Wanderhüten zu errichten aus Stabilen Holz, dafür gedacht auch mal ein Halbes Jahr alleine gelassen zu werden, auf das kein wandere egal zu welcher Jahreszeit ungeschützt vor dem Wetter Schlafen muss. Den wen die Bauwerke weiterhin zerfallen wird irgendwann einmal bei starkem Wind die Mauern Zusammenrechen und dann hoffe ich bei Aves liegt dort keiner Drunter. Nehazet Befand das eine Hütte als Unterkunft zumindest einmal ein Dach Haben Sollte und errichtete eins mithilfe eines Beschworenen Elementares. Das Ergebnis war interessant und konnte mit ein paar Menschlichen Veränderungen auch als Vollwertige Schlafstatt dienen.  Es zeigte sich das es wieder einmal ein Missverständnis zwischen Sieghelm und Dehlia gab. Als folge dessen gerieten Kalkerib und Sieghelm in ein ernstes Streitgespräch. Dankenswerter weise konnte Dehlia dies bevor es ausarten konnte unterbinden. Ich glaube das sie mittlerweile sehr gestresst ist aber noch nicht so weit das sie wirklich Auskeilen würde. Ich hoffe das sich diese Deiecksbeziehung sich irgendwann noch normalisieren kann. Auch wurde ich daran erinnert warum man Travia Geweihte so selten Missionieren sieht das sie gewisse Gepflogenheiten voraussetzen die in Fernen Ländern einfach nicht gegeben Sind. Ich fürchte das Dehlias Beziehung zu Kalkarib bei ihm auf stärkste Ablehnung stößt ich frage mich was wohl passiert sollte er jeh Herausfinden das ich keinerlei Interesse an dem Bund mit einem Man habe?

Sieghelm konnte es sich nehmen lasse und uns das örtliche Schauermärchen von einer Hexe erzählen die noch irgendwo hier in den verlassenden Ruinen leben solle. Er hätte doch wissen müssen das dies das Interesse von zwei unserer Begleiter erwecken muss. Während Dehlia sich nichts anmerken ließ verschwand Nehazet unbemerkt in die Nacht und erkundete die Ruine. Nach einer Weile erklang ein Lautes Geräusch und Lichtblitz wart zu sehen. Ich fand Nehazet an seinem Ausgangspunkt im Schnee. Er erzählte mir das die kaputte Tür in der Zerfallenden Hütte ein magisches Portal sei. Es zeigt wie viel Zeit ich schon mit diesem Höflichem Mann verbracht hab das ich nicht für eine Sekunde an seinem Worten zweifelte.

Auf seine Bitte hin versuchte ich Dehlia dazu zu bringen nach ihm zu sehen. Eine Bitte die von ihrem Mann verweigert wurde, und die mit dem Befehl ein herging das sie jetzt zu Bett gehen werden. Wie kann diese Selbstsichere, selbständige bewundernswerte Frau sich so etwas bieten lassen? Es scheint als wäre sie nicht nur einverstanden damit das er sie Kommandiert und ihrer Entscheidungen entscheidend beeinflusst. Sonder sie scheint es Sogar zu genießen zu einem gewissen Grad. Den Jedes Mal wenn ich diese Beiden zusammen sehe und sie nicht im Streit sind. Kann ich nur Stolz und Glück in ihrem Blicken füreinander erkennen. Doch entgegen Dreibeihns Theorie über den Geiste ist sie weder ein Opfer einer Vergewaltigung noch einer andern Gräueltat das Schutz in der Sicherheit von Befehl und Gehorsam sucht. Noch ist sie willenlos allem ergeben was die Götter ihr Auferlegen. Es scheint mir das entgegen was die Klassischen Lehrmeinung erzählt es Menschen gibt, die zumindest bei einem Bestimmten Partner eine unterwürfige Haltung suchen und genießen. Das Bedeutet nicht das Dehlia sich komplett dem Partner unterwerfen muss sonder nur das sie ihm im großen und Ganzen dem Eindruck der Dominaz gewährt. Und doch wenn ich dieses Beispiel beim Hesindedorf zu Festum Vortragen würde, kann ich jetzt schon die Spottrufe der Kollegen hören. Vermutlich muss ich noch 30 Jahre warten bis ich alt und ergraut bin und keiner es mehr wagt mein Wort anzuzweifeln bis ich auch nur annähend die allgemeine Lehrmeinungen mit meinen Erkenntnissen beglücken kann. Aber auch nur falls ich bis dahin Sesshaft und Teil eine Universität oder andern Geachteten Einrichtung bin. Dem Hesindecolleg zu Shirda vielleicht.

Oh es schneit wieder ich hoffe das der Magus sich keine Erkältung holt vor seiner verschlossenen Pforte, auch wenn er meint das eine Rune die sich in seinem Besitz befindet den Schnee schmelzen kann. Vielleicht sollte ich am Morgen einen kräftigen Käuter Tee zubereiten. Der Eintrag heute ist etwas länger geworden es muss am Schnee liegen es ist schön ihn wiederzusehen. Den auch wenn er tödlich sein kann, liegt eine Herrliche Ruhe im Schnee.

Komm in die Armee, haben sie gesagt.

Als Mara so im Heim der Seehoffs saß und der Magd beim hektischen verteilen von Primeln und eisernen Nägeln zusah, da war sie doch schon recht amüsiert. Es war eigentlich ein guter Tag. Firl würde bald lernen mit den Händen zu reden und der Rest der Helden auch. Somit konnten sie alle zusammen „reden“. Darauf freute sich Mara sehr. Sie konnte heute auch schon mehrfach Bernhoim als Fee begutachten. Ach eigentlich war es doch ein guter Tag. Bis auf die Tatsache, dass Rondrigo fast ums Leben gekommen war. Warum mussten sich Krieger nur immer und überall duellieren. Nur weil einer eine andere Nase hatte, nicht so adelig war oder nur das falsche Wappen trug. Aimos hatte absolut recht! Daran gab es keine Ehre. Viele Meilen von hier kämpften tapfere Männer und Frauen gegen die Dämonenhorden von Borbarads Jüngern und hier rieben sich die kampfähigen Männer selbst auf. Was für ein Unsinn. Warum kämpften sie nicht alle zusammen gegen die Dämonen? Selbst Mara hatte in diesen schweren Zeiten das Angebot bekommen mit zu kämpfen. Der hohe Herr hatte vorhin gesagt „Komm zur Armee“. darüber hatte sie noch nie nachgedacht. Als Feldscherer in der Armee zu dienen. Ihr Traum war es bisher eine eigene Praxis zu eröffen, bzw. die Praxis „Maras Rose“ in Joborn zu übernehmen, nachdem sie einige Zeit durch die Lande gereist war. Doch wenn sie der Armee beitrat, dann konnte sie so viel Gutes tun, so vielen Menschen helfen und außerdem würde sie dafür auch noch gut bezahlt werden.

Hierfür war der Unterricht von Ludevico wahrhaft goldwert gewesen. Dem hohen Herren gegenüber hatte Mara das erste Mal in ihrem Leben eine Abrechnung erstellt. 34D und 16S waren die Kosten, um Rondrigos Leben zu retten. Der hohe Herr war sehr spendabel und gab Mara 40D dafür. Nun besaß sie über 60 D, ob sie damit so reich wie Bernhoim war? Auf jeden Fall wollte sie sich damit ein Pferd und einen kleinen Karren kaufen. Gerade groß genug für das Gepäck, sich selbst und einen Verwundeten. Einen Karren, den man mit den Zeltplanen zu einem gemütlichen Nachtlager machen konnte. Vielleicht wollte ja einer der Händler oder der Bauern hier ihr ja einen Karren und ein Pferd verkaufen.

Bernhoims „Nein! So laufe ich auf keinen Fall mehrere Tage rum!“ lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihre Gefährten und auf die Fee Berwina.

Auf Pilgerreise

Mit einem sollst du Recht behalten alter Mann.

Schwer stapft sie in ihren neuen Stiefeln den schneebedeckten Hang hinauf. Der Pfad der Ifirn ist kaum zu erkennen.

Die Sorgen und Nöte der Menschen, drücken gar sorgenschwer auf das Gemüt. Sowohl auf ihr eigenes, als auch auf das ihrer Reisegefährten. Die Stimmung meiner Kameraden kann ich nur als jammernd empfinden. Zeigen sie tatsächlich Schwäche? Freveln sie so meinem Gott? Oft reiste ich mit ihnen durch die Städte, oft besuchte ich Bibliotheken, Akademien, Märkte, Garnisonen und nächtigte in Gasthäusern. Ich bereiste fast ausschließlich WEGE!! Zu FUß, während sie ritten.

Kopfschüttelnd betrachtet sie die träumerisch verschneiten Berge der Efferdseite der Trollzacken. Oben angekommen fällt ihr Blick auf den Schnee zu ihren Füßen am Rande des Steilhangs. Langsam geht sie in die Knie. Sie zieht ihre Handschuhe aus und lässt sie achtlos fallen. Ehrfürchtig gleitet sie mit ihren nackten Fingern durch Firuns Element. Tief atmet sie ein. Ihre Kameraden sehen sich nach ihr um, wie sie so dasitzt, ein weißes buschiges Fell über den Rücken geworfen, kniend im reinen Schnee und voll Wonne, der Erde des Wintergottes nah.

Und kaum geht es ein einziges Mal auf einem PILGERPFAD halbwegs durch die Wildnis, quengeln sie alle, wie kleine Kinder. Einzig Sieghelm und die beiden alten Herren sind Musterbeispiele an Enthusiasmus. Und Rondrian. Aber der ist eh stets auf seines Herren Seite. Alle anderen haben keinen Sinn für die Schönheit der Natur! Deren atemberaubendes Antlitz zu betrachten und zu zeichnen reicht nicht aus Jane. Man muss sie erleben, spüren! So, wie ich es gerade andächtig tue. Hm, Schnee. So kalt und so schön. Nur dann ist man der Natur nahe. Aber was nützt es, wenn sie nicht einmal erkennen, worin der Sinn ihres Seins besteht. Im Einklang zu leben. Im Einklang zur Natur, im Einklang zu sich selbst und natürlich im Einklang mit seinen Göttern.

Sie richtet sich auf und sieht, wie ihre Kameraden im Schnee spielen. Und wendet sich grummelnd ab.

Der Sturz des alten Ardo reißt sie aus ihren Gedanken. Rasch eilt sie herbei, um gemeinsam mit Kalkarib Sieghelm zu helfen, Jane und Traviahold hochzuhieven. Ardo und Traviahold verlieren den Halt zueinander und der alte Mann fällt gen Tal. Nur ein elementarer Diener der Luft Nehazets verhindert seinen Aufschlag. Als der tapfere Rondrian an einem Seil hinabgelassen wird, steht die Tierbändigerin einige Schritt abseits auf einen Felsvorsprung und beobachtet mit erhabener Miene die Szenerie.

Schon besser Leute.

Am Abend gelangen sie in die Dorfruine Kohlenhüttens an einer Weggabelung am Ende des Ifirnpfades. Sieghelm versprach am Vortag eine “traviagefällige Heimstadt“, welche nun aus einem mit Brennholz bestücktem Lagerplatz samt offen Kamin bestand.

Ich weiß nicht, worüber sich die anderen aufregen. Es ist eine angemessene Heimstadt. Leider verdirbt Nehazet das firunsche Erlebnis durch eine sehr traviagefällige Geste. Sein erbetenes Dach verleiht der der Heimstadt tatsächlich ein wenig Glanz der Heiligen Mutter. Aber so richtig stolz und zufrieden scheint er nicht zu sein. Es düngt mir, er hadert außerordentlich stark mit seinem Schicksal. Was mag ihm zugestoßen sein, als ich in Aranien war? Er beschwerte sich ja schon immer, dass er durch die Wildnis müsste, aber so mürrisch und übellaunig kenne ich ihn gar nicht. Kann es sein, dass ihm die verwehrte Hochzeit doch sehr nahe geht? Doch was kümmert es mich? Im Zweifel wird Travia höchstpersönlich dafür Sorge tragen, dass ihr Auserwählter angemessen ist.

Eine schöne Nacht hier draußen. Ob diese Vettel Kohlenhütten tatsächlich existiert?

Noch einmal atmet sie die frische Bergluft, vermischt mit einer Note Eintopf, ehe sie sich auf ihren Umhang bettet und für eine weitere Nacht in Borons Domäne tritt.

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Azinas Gedanken

Schnee und Eis / Feuer und Glut

Noch lange lag Delia in dieser Nacht wach. Zu erst dieser Traum von Kriegen in finsteren Rüstungen, ihr Amulett war immer noch ganz warm davon. Denn im Traum glühte es fast. Nach diesem Alptraum dann die Gestalt der alten Schwester, die durch die Ruinen schlich. Jene gute Schwester die Rache nahm an den Bannstrahlern, die sie verbrannten. All das Bot Delia genug Stoff zum nachdenken.

Als sie sich gerade mit den angenehmen Erinnerungen an die Schneeballschlacht und den herrlichen Ausblicke ablenken wollte, da zog etwas anderes ihre Aufmerksamkeit auf sich. Etwas kleines, kaum spürbares, im Werden begriffenes. Ein Keimling des Lebens. Isaria prophezeite ihr dies. Sie würde ein Kind von Kalkarib empfangen. Ob es jene feurige Nacht zur Sonnenwende war, die Hochzeitsnacht oder die erste Nacht im Aram, sie wusste es nicht. Doch es war da. Er war da. Er sollte ein Junge werden, sofern er geboren worden war. Kalkarib wusste noch nichts davon. Delia wartete noch auf den richtigen Moment ihm und ihren Freunden alles zu erzählen.

Delia strich sich über ihren noch flachen Bauch und wie zur Antwort zog sich etwas in Ihr zusammen. Sie keuchte aufgrund des plötzlichen, krampfartigen Schmerzes und zuckte leicht. Kalkarib holte tief Luft und brummte missgestimmt. Während er sie enger an sich zog und in seinen starken Armen hielt. Sogar im Traum beschützte er sie. Sie legte dem schlafenden Wüstensohn ihre Hand auf die Brust und sog seinen herb männlichen Duft in sich auf. Die Krämpfe ließen nach. Auch wenn ihre Freunde sie nicht verstehen konnten. Sie liebte diesen sturen, dickköpfigen, hitzigen, aufbrausenden… einfach wundervollen Mann. Ihren Mann.

Sie blickte über sich in die Sterne. Liegend in mitten von Schnee und Eis. Doch in ihrem weichen Schlafsack war es wie an einem warmen Feuer. So sah sie die Sterne über sich treiben im Meer der Unendlichkeit. Es war das Gefühl als hätten Raum und Zeit keine Bedeutung mehr, als würden sie beide in den Sternen treiben und zwischen ihnen entstand ein kleiner weiterer Stern… Ihr erstgeborener Sohn…

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