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Träume zum Vergessen

Es ist abends, fast schon Nacht. Bermhoin liegt in seinem Bett. Und obwohl er im Gastraum schon auf dem Tisch eingeschlafen war, jetzt hielten ihn seine Gedanken wach. Was hatte er nur getan? Wozu hatte er sich hinreißen lassen? Wie tief ist er gesunken? Sollte je herauskommen, dass er, Bermhoin Guileagh Rwadh Ui Niamad, Hofmaler Ihrer königlichen Hoheit Inhver Ni Bennain, als Fee verkleidet einen einfachen Vorarbeiter versucht hat von etwas zu überzeugen, nun, dann würde er wohl Albernia für immer aus Scham den Rücken kehren. Und wozu das Ganze? Wegen einer unbedeutenden Holzladung eines hinterwäldlerischen Händlers, den er nochnichtmal richtig leiden konnte. Hätte man nicht einfach beim ersten Anzeichen von Problemen nach Nostria weiterreisen können? Und notfalls auch nur zu fünft? Bermhoin hatte Bedenken bezüglich der nächsten Tage. Hatte sich irgendjemand darüber Gedanken gemacht, was passiert, wenn Ywain wieder nüchtern ist, oder wie Bermhoin nochmal das Haus verlassen soll? Alle, er selber eingeschlossen, denken viel zu engstirnig und kurzfristig…

Über die Ganzen Fragen nickt Bermhoin langsam ein und findet sich in einem Traum wieder. Es ist ein sehr hektischer Traum, aber ein wunderschöner. Bermhoin findet sich an allen möglichen ihm bekannten Orten Aventuriens wieder, immer begleitet von seinem geliebten Orestas. Sie lachen und freuen sich über ihre gemeinsame Zeit, ihre gemeinsamen Reisen, die sie zusammen verbringen. An den schönsten Orten der Welt stehen sie zu zweit und genießen. Nach und nach werden die Szenerien länger und die Szenenwechsel langsamer. Bis Bermhoin mit Orestas am Bug eines Schiffes stehend auf Bermhoins absoluten Lieblingsort zusteuern: Die Bunten Mauern von Methumis!

Und während Bermhoin die Situation in vollen Zügen genießt, stoßen seltsame unbekannte Melodien an sein Ohr. Und von Orestas mit den Armen umschlungen singt dieser ihm leise ein Lied in sein Ohr. Bermhoin kennt die Sprache nicht, aber er versteht die Worte. Es wird wohl engelisch sein, die Zunge der Engel.

You are the loneliest person that I’ve ever known
We are joined at the surface but nowhere else
I look in the glass and stare at your, strained, grey, motionless face and ask
Underneath, is there a golden soul?

Take care of the ones that you love
Take care of the ones that you love

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds?

Everyone is beginning to breathe as I break down
You are in love with a shadow that won’t come back
Sooner or later we all have to wake
Try forgetting everything
Underneath, there’s a perfect sky

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds and feelings?

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds and feelings?

Ahh Ahh
Ahh Ahh

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds and feelings?

Baby, I’m leaving here
You need to be with somebody else
I can’t stop bleeding here
Can you suture my wounds?

(Biffy Clyro – Opposite)

Bermhoin wacht auf. Die ersten Sonnenstrahlen finden ihren Weg auf sein Gedicht. Er kann sich nicht erinnern, was er geträumt hat, er weiß nurnoch, dass es ihn tief bewegt hat. Am Vormittag bleibt er im Kontor, um sich auf seine diestägige Rolle als Orestas vorzubereiten. Doch es fällt ihm schwer. Er hat keine Erinnerungen mehr an sein Auftreten, seine Mimik, seine Gestik, seinen Tonfall. Selbst sein Gesicht sieht er nur noch unscharf…

Die Vorteile von novadischen Liebhabern

Hinter den gewaltigen Bergen Hochstiegs lies sich der erste Schimmer, die erste Ahnung des neuen Tages erkennen. Es würde noch viel zeit vergehen bis die Praiosscheibe das Land erhellte. Delia genoss den Ausblick. Sie war erschöpft und überglücklich. Vor wenigen Augenblicken hatte ihr Wüstenlöwe sie zum wiederholten Male in dieser Nacht genommen. Hätte sie gewusst wie wild diese Nacht wird und wozu er alles fähig war, dann hätte sie es mit ihrem betörenden Einfluss nicht übertrieben. Die erste Runde ging an sie, da sie ihn überraschte, mit Charme, Magie und Kompott mit Vanillesoße. Doch danach fand er seine Fassung wieder und mit tiefer, fordernder Stimme sagte er: „Nun bin ich dran, meine kleine Scharte!“ Und er war wieder und wieder dran. Bis er sich in den frühen Morgenstunden dafür entschied seine Männlichkeit genug bewiesen zu haben. Sie genoss es, wenn er sie so vollkommen in Besitz nahm und Wellen der Lust durch ihren Körper sendete.

Doch nun lagen sie eng umschlungen in dem warmen Bett des Gästezimmers von Sieghelms Junkerngut. So schön hatte sie Sieghelms Heimat sich nicht vorgestellt. „Schlafe meine Wüstenblume, Du musst Dich schonen.“ raunte Kalkarib hinter ihr und schon bald wurde sein Atem ruhiger, er schlief. Delia fand keinen Schlaf. Sie war zu erschöpft und dachte an die kommenden Tage und Abenteuer, die Sieghelm ankündigte. Delia freute auch darauf. Die Hexe hoffte, dass Sieghelm und Kalkarib sich dann besser verstehen würden. Was es wohl mit diesem Schatz auf sich hatte? Mit den verschwundenen Menschen?

Delia drehte sich zu ihrem Wüstensohn, um mit dem Kopf an seiner massigen Brust und in seinen starken Armen Schlaf zu finden. Ein tiefes Grollen gab er von sich und zog sie eng an sich. Sein herb männlicher Duft nach Wüste und Zedernholz umfing sie wie feiner Nebel. Zufrieden schlief sie mit einem leichten Stöhnen ein.

Zivilisation, was noch zu beweisen wäre

Nacht des 21.Tsa 1026 nBF, Ruine des Dorfes Kohlhütten

Ich war ziemlich ungehalten, da gab es exakt einen interessanten Zwischenfall, welcher den Aufenthalt hier angenehm gemacht hätte, und was passiert dieses uncollegiale Verhalten, dieser alten Tochter Satuarias, irgendwie erinnere ich mich gerade an Bezeichnungen, an die ich bisher noch nie gedacht habe, müssen wohl Delias Erinnerungen sein, lässt mich doch einfach im Schnee sitzen und verhehlt ihre arkanen Spuren, äußerst wirksam, was schon beachtlich ist, ich habe noch nicht einmal Überreste der Residualstrahlung der Magica Limbologica gesehen, die mein interesse ja erst geweckt hat, dafür kenne ich nun die arkane Signatur dieses alten Weibs, wenn sie der Meinung ist einem ausgebildeten Magus der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis, dem angesehensten Institut der Magie Aventuriens, dem Herz und Hirn der Großen Grauen Gilde des Geistes durch so eine billige Scharade zu entgehen, so wird sie sich noch wundern, wirklich eine frechheit, da habe ich immer collegial zusammengearbeitet mit diesen undisziplinierten und emotional labilen Töchtern Satuarias und das ist der Dank dafür, habe ich nicht sogar Delia an meinem Wissen teilhaben lassen, und im gegensatz das ich etwas von dem Wissen ihrer Repräsentation durch sie erlerne, musste ich es selbst rekonstruieren, ob sie überhaupt weiß, wie viel ich schon weiß? Wahrscheinlich kann sie die Zauber in Gildenmagischer Repräsentation noch nicht einmal spontan modifizieren, pah Hexen, können halt nicht ordentlich zaubern, ich frage mich immer mehr was ich jeh in Zafia gesehen habe, andererseits, durch Delias Erinnerungen, habe ich dahingehend die eine oder andere Vermutung. Zog mich danach in die Hütte zurück, ich frage mich wirklich, was ich hier soll, das ist doch kein Ort für einen angesehenen Experten der Magica Clarobservantia und Theoretica, hier wird es wahrscheinlich noch nicht einmal richtige Badehäuser geben, hmm könnte eine Geschäftsidee sein.

22.Tsa 1026 nBF

Erwachte in dieser Ruine von Dorf, mit dem Namen Kohlhütten, begaben uns heute weiter diesen bescheuerten Pass hinauf, immer noch eine Zeitverschwendung sondergleichen, gut interessant war das die Herrscher dieses Landesstriches, wohl nichts auf den Codex Albyricus geben, was äußerst faszinierend ist, wenn man bedenkt das in Rommilys eine Akademie des Bundes des weißen Pentagrammes steht, aber gut der Reihe nach. Wir erreichten eine recht beeindruckende Brücke, genannt die zwei Dschinnebrücken über die hardkehre, ersteinmal müsste es nicht korrekt lauten die zwei Dschinnenbrücke oder die Brücke der zwei Dschinne, eventuell auch die Überführung der zwei Entitäten des Elementes Erz, welche über die hardkehre hinüber führen, aber das ist ja noch kein Verstoß gegen den Codex Albyricus, aber wer weiß, vielleicht ist das in Darpatien so üblich, das die Grammatik leidet, wäre ja nicht das einzige, pah Stierflug, wer hat so einen Blödsinn schon gehört, gut ich mittlerweile. Der Verstoß der mir auffiel, war der folgende, die Brücke wurde im Jahre 982 nBF von einem gewissen Magister Notelian Alrikorion Steinfest aus Drakonia errichtet, nun Drakonia, korrekterweise wohl eher das Konzil der Elemente zu Drakonia, war 982 BF noch kein Mitglied der Magiergilden, das Konzil hat sich erst 1011 BF in Punin den Gilden offenbart, die haben doch unter anderem einen Ignisphaero durch die Hallen geschleudert, sofern also der Herr Magister, nicht seperat die Mitgliedschaft in einer der Magiergilden erworben hatte, und dann wäre er wahrscheinlich nicht als Magister Drakonias aufgeführt, wurde also eine magische Dienstleistung im Einzugsbereich des Codex Albyricus von einer nicht dazu lizensierten Person ausgeführt, ich sollte vielleicht Magister Magnus Sirdon Kosmaar darauf aufmerksam machen, den haben solche Sachverhalte immer brennend interessiert, ich meine da hält man sich an dieses Machwerk und dann so etwas, eine bodenlose Frechheit, vielleicht ist das der Grund das es hier an ordentlicher Zivilisation fehlt, der darpatische Bulle trampelt jene zarten Zweige der Zivilisation, welche sich im Keimen befindet einfach immer wieder nieder. Interessant war noch eine Inschrift auf der Stele, die zu Ehren des „Magiers“ errichtet wurde, hmm daran habe ich in Fasar nicht gedacht, naja beim nächsten Mal, eingetragen waren auf Ur-Tulamidya 15 Zahlen, genauer gesagt die Zahlenkolonne 336787868584722, Entschlüsselung mangels der Umgebung bislang ohne Erfolg.

Im Hintergrund war der rote Riese zu sehen, irgendein unbedeutender Berg, dann gab es noch ein paar Wasserfälle, wohl ein Ingerimmheiligtum, als nächstes kommen wir bestimmt an einen Vulkan vorbei, der als Efferdheiligtum gilt, oder wie wäre es mit einer dunklen Höhle als Praiosheiligtum, ein Friedensfest für Kor und dergleichen würde sicher auch passen. Immer diese Belanglosigkeiten, während ich anderswo Berge versetzen könnte, meine Forschungen leiden unter dieser unnötigen Zeitverschwendung, dazu noch dieser nervtötende Traviageweihter, warum werde ich nur so gestraft, was habe ich denn getan um das zu verdienen?

Erreichten eine Hütte, die Traviagefällige Heimstatt dieser Reiseetappe, zumindest gab es Wände und eine Decke, dann haben die anderen diesen Traviageweihten auch noch auf die vermaledeiten Amulette aufmerksam gemacht, und da habe ich gehofft, das mir das ersparrt bliebe, nun weiß er also auch noch um mein Amulett, wenigstens ergab sich so die Philosophische Spitze, auch wenn es mir erscheint das er nicht in der Lage war, der einfachen logischen Kette, zufolgen die sich aufgrund seiner Aussage, bezüglich der Amulette als Teil der entsprechenden Gottheiten ergab, dabei ist es doch einfach, wenn die Amulette Teil der jeweilligen Gottheit sind, weiter davon ausgegangen werden kann, das die Teile der Gottheiten miteinander in Verbindung stehen, die Träger ferner auserkoren sind, weswegen auch immer, dann kann unter, verständlicher Vernachlässigung entsprechender physicher Ausprägungen, welche an den Amuletten hängen, davon ausgegangen werden, das Gottheiten in der dritten Sphäre wandeln, sollte noch einmal die einschlägigen Lektüren dazu nachschlagen, eventuell findet sich etwas in Manu Al’Planes Werk oder dem Werk von Rohal dem Weisen, zumindest die Stücke, welche wir in der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis durchgenommen haben, so wie die Kurse zur Magierphilosophie, deuten darauf hin, dass es da etwas gibt, was mir weiteres unbehagen bereiten könnte. Auf die Frage nach der Anzahl der Amulette, postulierte ich mindestens, um die, 25, 12 für je einen Gott des Pantheons des Zwölfgötterglaubens, was ich etwas kurzsichtig halte, dann für die entsprechenden Gegenspieler und einen weiteren Gott, doch deesen Einfluss ist schlecht zu bemessen, aber es ist naheliegend das eine Akkumulation der Amulette auf eine dichte lokal/temporale Näherung, zu einem entsprechenden karmatischen Kausalknoten führen muss, da es eine entsprechend gerichtete Gegenbewegung geben muss, die Frage wäre nun, wer bildet die Gegenbewegung zu wem?

Delia berichtete von ihrem Traum, ein Alptraum, der erstaunliche Auswirkungen auf ihrren Körper hatte, wie sich später herausstellte, anscheinend war es jemanden gelungen den Traum als mystische Verbindung zu nutzen um eine der sanguinen Sphären, auf die wir schon früher mal, bei diesem Diener des Blutkaisers stießen, an ihre Matrix anzukoppeln, was, fachlich betrachtet, eine solide Arbeit darstellt, nur wird das wohl wenig bringen, da in Hochstieg die Vorbereitungen für das entsprechende Ritual zur Auflösung des sanguinen Thaumatursoms anlaufen werden, hmm sollte versuchen das Ritual zu optimieren, eventuell kann ich die Sphäre erhalten, sollte diese auch genauer untersuchen, während sie noch mit Delia verbunden ist, das könnte uns hilfreiche Aufschlüsse über die, oder eine, Gegenseite geben, beim letzten Mal gab es dazu keine Gelegenheit, waren die anderen doch erpicht darauf die Sphären loszuwerden, und mich somit einer interessanten Forschungsmöglichkeit zu berauben. Weiterhin werde ich Delia, wohl bei ihrem Traum helfen, sobald ich dazu komme, dann wollen wir doch mal sehen, was die Eindringlinge machen, wenn sie sich nicht nur einer Hexe gegenüber stehen, die ihr Geschenk der ewigen Jugend, im Prinzip verschleudert und verlottert, wenn ich bedenke was ich alles in ihren knapp fünzig Jahren erreicht haben könnte, wahrscheinlich kann sie es einfach nicht richtig würdigen, wurde sie doch damit geboren.

Ansonsten gab es noch Hader, Streit und Zwist, der Traviageweihte hat dabei viel geholfen.

23.Tsa 1026 nBF

Brachen heute von der Hütte auf, und begaben uns zu einer, sogenannten, „Brücke“, das das nicht gut gehen konnte, hätte eigentlich jeder, mit einem Mindestmaß an Verstand, vorhersehen können, die notwendige Schlussfolgerung bezüglich meiner Begleiter erspare ich mir hier. Insgesamt kamm es zu mehreren Unfällen von denen ich jedoch nicht allzu viel mitbekommen habe, weil ich bei dem ersten Unfall schon am überlegen war, wie ich das unnötige Risiko, weiter vermindern könnte, meine Idee war einfach und elegant, wie zu erwarten war, ich bastelte einen stabilen Haken, der mir als Führungsschiene dienen sollte, mit dem es mir gelingen sollte an dem Geländer hinlang mich zu halten, nicht optimal, aber besser als das was geboten war. Ich war also in meiner Arbeit vertieft und bemerkte dadurch nicht so recht, dass Rondrian hinab stürzte, ein tragischer und unnötiger Tod, ich konnte in dem Moment nichts tun, weil ich ein paar Tage vorher schon für eine ordentliche Unterkunft sorgen musste, interessanterweise griff Delia nicht ein, vermutlich dachte sie nicht an ihren Ring, der von mir verzaubert und von von Spichbrecher an sie geschenkt wurde, damit hätte sie ohne weiteres einen Geist der Luft convocieren können um Rondrian in Sicherheit zu tragen. Nachdem Rondrian hinabstürzte, wendete ich mich mit ehrlicher und gänzlich uneigennütziger absicht zu seiner geschätzen Gnaden Traviahold Badilak, dessen Gans mich vorher am selbigen Tag noch belästigt hatte, von Spichbrecher, und wies ihn auf die Gefahren für sein Leib und Leben hin, und das es doch in seinem Interesse wäre, sich umzuwenden, damit er seinen Gänsen, oder was auch immer, auch weiterhin noch hilfreich sein könne, das er dazu am besten umkehren sollte, nun dafür kann ich ja nichts, war ja nicht meine Idee ihn mitzuschleppen, geschweige denn überhaupt diesen Weg zu wählen. Leider, zu meinem Leidwesen, entschloß er sich meine, selbstlosen Worte zu ignorieren und sich mit mir über die, solide, zwergische Konstruktion über den gähnen Schlund des Abgrunds hinüber tragen zu lassen. Auf der anderen Seite wurde ich dann von dem anderen von Spichbrecher gefragt, ob ich Rondrian nicht wieder hinaufbefördern könne, typisch in solchen Situationen kommen sie wieder zu mir, aber wenn ich in ruhe forschen, meditieren, nachdenken oder einfach nur in ruhe gelassen werden will, oder beispielsweise ein mir zustehendes Thaumatursom haben will, ist die Antwort abschlägig. Ich verneinte zuerst, besann mich dann aber noch Delia und das ich ihr ja den Unitatio Cantus beibrachte, sie gab mir also im Bunde einen teil ihrer Kraft und ich convocierte, während die anderen noch herumstanden, einen Geist der Luft, welcher die Leiche Rondrians auch flugs wieder hinauftrug, unnötiger Verlust, meine Schüler, Ulfried, Sulibeth und Mezzek würden solch eines Todes nicht sterben, sie könnten aber auf andere Weise umkommen, Unfälle passieren immer und gerade Mezzek hatte sich ja schon beinahe einmal selbst über das Alchimielabor verteilt, wenn auch unbeabsichtigt, gut hätte er dies beabsichtigt getan, wäre er danach nicht mehr mein Schüler und Assistent gewesen, was Sulibeth und Ulfried betrifft, so werden diese wohl höchstens mit den klassischen Problemem ihrer Ausbildung zu kämpfen haben.

Erreichten später Hochstieg, unterwegs stießen wir noch auf einen Jäger, welcher wohl noch militärische Dienste versah, was auch immer.

Der lange Weg

Mit einem kaum hörbaren, dumpfen Geräusch schlug der schreiende Körper Romdrians auf dem Boden der Schlucht auf. Ob mit Magie oder ohne, Delia wusste genau, dass sie ihm nicht hatte helfen können. Seine Zeit war gekommen. Boron hatte ihn zu sich geholt. Niemand hätte das verhindern können. Das stand für Delia fest. Dennoch war es sehr traurig, dass dieser junge Streiter von ihnen gehen musste. Den ganzen Weg nach Hochstieg trugen Siehhelm und sein Bruder den Leichnam, um ihn eine würdige Totenstatt zu bereiten. Delia schlug dem Hauptmann nich an der Brücke vor jene nach Rondrian benennen zu lassen.

Die Hexe drängte sich den Weg über an den warmen Leib ihres Ehemannes. Sie brauchte nun seine Wärme und Nähe. Sie hoffte so sehr, dass Kalkarib sich bald besser mit ihren Freunden verstehen würde. Doch bis dahin war noch ein weiter weg.
Die Wärme des Wüstensohns und seine beschützenden Arme hielten nicht nur die Trauer sondern auch die Angst von Delia fern. Die Angst sie könnte Sieghelm an das böse verlieren. Der Traum war eindeutig gewesen. Auf der anderen Seite, bei den Gegnern da Stand Sieghelm, anscheinend unter dem Bann des Bösen. Das machte ihr große Angst. Es konnte und durfte nicht sein, so etwas durfte niemals passieren. Von Sieghelm würde sie zu letzt erwarten, dass er fiele. Dieser unerschütterliche Krieger würde nicht die Seiten wechseln. Welche Macht ihn auch verführen möge.
Unwillkürlich drückte Delia sich noch näher an Kalkarib. Das war es! Wenn jeder mit seinen Waffen kämpfen sollte und sie die Auserwählte Rahjas war, dann könnte es helfen wenn sie den dunklen Sieghelm im Traum umarmte, ihn wieder zur richtigen Seite verführte. Das klang skurril, selbst für die Hexe aber eine Möglichkeit wär es. Sollte der Traum wieder zu Ihr kommen, dann würde Diebes versuchen.

Kurz blieb der Tross stehen. Kalkarib sah seine Shanja frieren aber tapfer an. Er war überrascht als Delia diese Pause nutzte um ihn lange und leidenschaftlich zu küssen. Er erwiderte er den Kuss und zog sie fest an sich. Für diesen Moment fühlte Delia sich vollkommen sicher.

Am Ende des Pfades

Der herzerweichende Schrei mag kaum verklingen. Denn das Echo der Berge wirft ihn vielfach zurück. Die Botin Firuns steht vor der Schlucht, die auch ihr Leben fordern wollte, und blickt auf den kleinen zerschlagenen Körper des jungen Waffenknechts. Ein laues Lüftchen kommt auf und trägt den Leichnam zu ihnen empor. Andächtig steht sie gedankenverloren da. Keine Regung der Trauer, auch kein Wehklagen, wie das des Junkers, entrinnt sich ihrem Körper. Ein wenig verachtet sie sich dafür, vor den anderen als gefühlskalt da zu stehen. Aber dies ist nunmehr ihre Bestimmung. Ein mentaler Fels in der Brandung der überschäumenden Gefühle. In ihrem Inneren jedoch tobt ein ebensolcher Sturm der sich alle Mühe gibt bahn zu brechen. Sie hält jedoch stand und betet stumm für den Jungen.

Armer tapferer Rondrian. Du warst noch nicht bereit. Warst noch zu schwach und zu klein, um diesen Pfad zu bestehen. Doch dein unerschütterlicher Mut und deine Entschlossenheit ehren die Leuin und den Alten vom Berg gleichermaßen und sollen Vorbild für alle sein! Beide Götter werden dich in ihren Paradiesen willkommen heißen. Du hast erneut die Wahl dein Schicksal zu bestimmen. Sei es nun so, wie es ist. Ruhe in Frieden kleiner tapferer Mann.

Er hat weder geklagt noch lamentiert. Ganz im Gegensatz zu den anderen. Vor allem Kalkarib entpuppt sich als Schwächling. Sicher, er ist die Kälte nicht gewohnt, aber muss man sich darum so gebaren? Nein! Und erst diese lächerliche Frage, wer für ihn kämpfen möge. Pah. Wer Mut und Entschlossenheit in der gerechten Sache zeigt, dem gebührt mein Beistand. Er wird ihn bekommen. Doch zuerst: kämpfe selbst und zeige mir, dass du es Wert bist, dass du es verdienst!!!

Dazu wird es auch genügend Gelegenheiten geben. Delias Pervertierung macht mir Sorgen. Selbst mein Speer konnte nicht helfen. Wäre ja auch zu einfach. Ich schätze, dies ist eine Aufgabe für Nehazet. Wir werden ihm dabei unterstützen.

Es gibt auch sonst viel zu tun auf Hochstieg. Ich versprach Traviahold mit ihm zu dem Turm zu gehen, um dort nach dem Rechten zu sehen. Auf diesem Weg kann ich viel über diesen interessanten Landstrich erfahren. Außerdem muss ich noch Erkundigungen über das mysteriöse Wesen einholen, dessen Fußspuren ich in der Dorfruine fand. Mal sehen, ob es Aussicht auf eine ereignisreiche Jagd verheißt.

Hochstieg. Wir sind da. Schade dass es schon vorbei ist. Die anderen sind noch nicht bereit, diese Pilgerreise zu beenden. Aber wer ist schon bereit für etwas, was einem unverhofft wiederfährt?

Bei diesen Gedanken fällt ihr Blick auf die Trage. Sie presst die Lippen fast unmerklich zusammen und richtet ihre Aufmerksamkeit auf den jungen Jäger, der seinem Hund aus dem Gebüsch folgt.

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Azinas Gedanken