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Ein neuer Orden – Kapitel 1

Aventurischer Bote 25. Peraine n. BF

Ein neuer Orden rettet das Mittelreich. Der Schutzorden der Schöpfung wurde angeführt vom jungen ruhmreichen Reichsritter und Turniersieger zu Gareth im Götterlauf 1027 nach Bosparans Fall, Sieghelm Gilborn von Spichbrecher.

Dieser selbstlose Orden, der sich offenbar zum hohen Ziel gesetzt hat die ganze Schöpfung der Götter zu schützen, stellte nicht nur eine ganze Kompanie seiner eigenen Truppen in der Schlacht auf Mythraelsfeld vor Wehrheim, sondern trug entscheidend zum Sieg über den Dämonenkaiser Gaius Cordovan Eslam Galotta bei. Hier ist die ganze Geschichte ihres Wirkens während der Rettung des Kaiserreiches im Peraine des Götterlaufes 1027 n. BF. Zusammengestellt aus den Berichten von vielen fassungslosen Augenzeugen:

Reo Brodbäck erzählt von der Schlacht vor Wehrheim:

Die Lage schien aussiehtslos. Wir standen dem größten Schrecken gegenüber, den man sich vorstellen konnte. Unzählige Skelette, Ghule und sonstiges vermodertes Leichentum. Eine Verspottung Borons, die unzähliges Leid in unsere Reihen brachte und die Männer in den Wahnsinn trieb, sodass sie sogar ihre eigenen Kameraden angriffen. Und inmitten unserer Stellungen, direkt an der Front stand die Kompanie mit dem schwarzen Banner des Schutzordens der Schöpfung. Ich wusste erst nicht, zu welchem Orden das Banner mit dem Halbmond und dem Tropfen gehört, dass seine Träger so würdevoll und zuversichtlich hoch erhoben in die Schlacht trugen.

Die Reiterei wurde von einer sehr schönen Frau in einer Lederrüstung angeführt. (Anm. d. R. das war die Gelehrte Jane Peddersen, nunmehr aktuelle Ordensgroßmeisterin, während direkt an der Front der Reichsritter von Spichbrecher höchstselbst die Infanterie anführte). Nur dank dieses Ordens, der in seiner Mitte die Priesterschar des Praios barg, die dem Schrecken einhalt Gebieten sollte, konnten wir überhaupt vorrücken. Der Reichsritter, der die Infanterie anführte, war nicht aufzuhalten. Selbst als der „König der Untoten“ den tapfersten unter uns zum Kampfe forderte und unseren ruhmreichen Rondrasil Löwenbrand, den Heermeister der Rondra, besiegte, sprang er ein und besiegte ihn in einem atemberaubenden Zweikampf.

Es gab noch weitere bemerkenswerte Ordesmitglieder. Als eine Reihe von vier riesigen Knochenogern sich regelrecht durch unsere Reihen pflügte, drängten sie vor und stellten jeder einen dieser Unholde mit ihren fantastischen Fähigkeiten. Außer der schönen Reiterin und dem Ritter, waren da noch ein von Schatten umhüllter bärtiger kräftiger Mann und eine junge wilde Tulamidin dessen Speer eine unglaubliche Durchschlagskraft hatte.

Als dann dieser verfaulte Drache mitten auf dem Schlachtfeld landete, glaubten wir uns schon verloren. Doch wieder waren es diese vier Helden, die sich aus der Formation lösten und die den Kampf aufnahmen. Sie konnten den Drachen schließlich vertreiben.

Akulut Fingorn Lassan sah noch einen weiteren Ordensmeister:

Da war dieser südländische Magier. Mitten auf dem Schlachtfeld stand er neben uns, als wir mit unseren Gebeten den Wolkendämon bannen wollten. Er legte einfach seinen Umhang auf dem Boden, auf dessen Innenseite ein kompliziertes Symbol gemalt war, und murmelte in seinen schwarzen Bart vor sich hin. Kurz darauf, noch ehe unser Gebet endete, zog es den gewaltigen Dämon in diesen kleinen Umhang. Wir waren sprachlos und geschockt.

Weiter mit Reo Brodbäck:

Und dann sahen wir sie. Die fliegende Festung, die die Wolke verbarg. Aus ihr kam ein heftiger Sturm. Ich hatte das Glück in der Nähe der wilden Tulamidin zu sein. Sie schütze mich und viele andere mit einem eisigen Schild. Ich war ihr so nahe, dass ich das firungefällige Amulett auf ihrer Brust sehen konnte. Es zeigte einen Eisbären.

Unsere Armee wurde fast komplett vernichtet. Doch die Tulamidin geleitete uns zum Feldmarschall und sprach mit ihm. Danach erschienen eine Phinx und ein Greif und die Tulamidin stieg auf den Greif und flog der Festung hinterher!

Burgol Wollweber weiß noch berichten:

Als die Naturkatastrophen endeten, sah ich, wie sich der Reichsritter mit dem gezackten Schwert, von einem dieser geflügelten Steinwesen freiwillig hat zur fliegenden Festung hinauftragen lassen.

Als dann fliegende Festung über Gareth auftauchte und um sie herum ein heftiger Luftkampf entbrannte, muss offenbar etwas in der Festung geschehen sein. Mitten im Kampf stürzte sie unvermittelt über Neu-Gareth ab. Später wurden die vier Ordensmeister lebendig und helfend in der Stadt gesichtet. Es wurde auch eine weitere Person gesehen: Eine schöne rothaarige Frau mit einem Kampfstab, die ebenfalls ein Amulett trug. Dieses Mal jedoch ein rotes.

Die wilde Tulamidin landete sogar auf einen Greifen in der zerstörten Stadt des Lichtes und hielt eine kurze Ansprache. Viele Gläubige und Prieser sanken vor ihr auf die Knie. Leider ist es mir nicht gelungen ihre Worte festzuhalten. Ich hörte nur, sie versprach den Menschen Hoffnung. Offenbar ist dieser Orden fest entschlossen, uns alle zu beschützen. Hoffen wir, dass es ihnen gelingt.

Ich fasse oben beschriebene Worte noch einmal zusammen. Diese großartigen Menschen kämpfen nicht nur in einer der größten Schlachten aller Zeiten und führten dort die Wende herbei. Nein, sie beendeten vorerst den Krieg gegen die schwarzen Lande indem sie die fliegende Festung abstürzen ließen. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, dass die Festung ausgerechnet auf die Stadt des Lichts fallen musste. Hätte man das nicht verhindern können? Aber ich sage und schreibe: Was wäre passiert, wenn diese … HELDEN … nicht gewesen wären? Wehrheim wurde vernichtet. Sollte in Gareth das gleiche Schicksal ereilen? Nein! Danke, Schutzorden der Schöpfung, danke!

Ich würde mich freuen, wieder über den SOS zu schreiben. Vielleicht spielen sie noch eine Rolle in den kommenden chaotischen Monden.

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Aventurischer Bote 25. Peraine n. BF

Der Blick klärt sich wieder

Erschöpft legt die Botin Firuns die letzten Schritte zur Villa zurück. Nur aus den Augenwinkeln bemerkt sie, dass Candidatus Voltan hinter ihr zurückbleibt und sich Janes rasch improvisiertem Lazaret anschließt. Wohlwollend nickt sie vor sich hin und schlurft gedankenverloren weiter.

Ja, gut so. Er hat heute Nacht gute Arbeit geleistet. Erstaunlich, dass er sich noch auf den Beinen hält. Ich für meinen Fall kann nicht mehr. Ist auch kein Wunder, bei dem was alles hinter uns liegt.

Noch heute früh früstückten wir notdürftig vor Wehrheim. Dann schlugen wir die gewaltigste Schlacht, die ich bisher erlebte. Wir kämpften gegen tausende untote Kreaturen, die ihre unheilige Magie verbreiteten und den tapferen Kämpfen die Furcht in die Knochen bohrte. Darunter befanden sich riesige keulenschwingende Oger und der gefürchtete Knochendrache. Letzteren bekämpften wir sogar erfolgreich am Boden. Wobei ich mich zurückblickend frage, wie – bei Boron – wir das überlebt haben. Da müssen die Götter ihre Hände im Spiel gehabt haben! Warum sonst, schaute uns Razzazor seelenruhig dabei zu, wie wir eher weniger erfolgreich auf ihn einprügeln, nur um dann wehklagend zu fliehen und allem Leben ewige Verdammnis zu schwören.

Nachdem Nehazet – sehr zum Erstaunen der engagierten Praiosprieser in unserer Mitte – Rahastes mal eben in seinen Umhang bannte, entfesselte die fliegende Festung den Magnus Opus, der unsere eigentlich siegreiche Armee vernichtete und Wehrheim verwüstete. Doch wir trotzden dem mächtigen Zauber! Die anderen ließen sich danach offenbar freiwillig von diesen fliegenden Steinfledermäusen mitnehmen, während wir drei uns erfolgreich gegen sie verteidigten. Zum Glück war Obaran da und trug uns zur Festung, damit wir Galotta endlich aufhalten konnten. Dabei kämpfte ich Seite an Seite mit einem Greif! Und mit was für einen Greifen! Voltan sprach ganz ehrfürchtig von Obaran. Ich muss mir mal bei Gelegenheit seine Geschichte erzählen lassen.

Der anschließende herrliche Flug auf ihm über den Dächern Gareths hat mir wohl den Rest gegeben. Zu überwältigend war dieser Tag. Zu berauscht waren meine Sinne. Unter normalen Umständen würde ich nur noch davon träumen.

Doch erst beim Abendessen realisierte ich wirklich, was geschehen ist. Und vor allem was das für Folgen für die Menschen da draußen hat und haben wird. Jane und Bothor sind gut geeignet die hochtrabenen Pläne voranzutreiben. Mir blieb nur der praktische Ansatz. Also ging ich in Beleitung des tapferen Canditatus direkt in das Zentrum des Wahnsinns und half wo ich konnte.

Aber jetzt ist genug. Am Ende verletze ich noch jemanden. Der nächste Morgen bringt noch genug Aufgaben.

Ohne sich das Blut und den Schlamm von der Kleidung zu waschen, fällt sie ins Bett. Elfenbein und Gro’jesh neben ihr. Nur Adaque sitzt gelangweilt auf einem Stuhl und legt den Kopf schief als er die vertrauten Gestalten erblickt.

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Azinas Gedanken

Entscheidungen formen die Zukunft

Einige Jahre später nach dem 13. Peraine 1027 n. BF

Der Blick Azinas, schwanger vor Erinnerungen, ruht einen Augenblick auf den erwartungsvollen Gesichtern ihrer Kinder. Vor ihrem inneren Augen sah sie jedoch die längst vergangenen Ereignisse vor sich, als wären sie erst gestern geschehen.

Wir lagerten in Wehrheim. Einen Tagesmarsch von uns entfernt walzte sich ein unendlicher Heerwurm durch das damalige Darpatien direkt auf uns zu. Eine Wolke, schwärzer noch als Rauch, gab den untoten Horden Schutz vor der Praiosscheibe: Rahastes, der Plagende, verdirbt das Land dort wohin sein Schatten fällt. Seine Nekromanten schänden die Gefallenen, die sich daraufhin dem Heer anschließen. Ganze Boronsanger wurden entweiht.

Ich weiß nicht mehr, wann uns die Erkenntnis einholte, dass Wehrheim verloren war. Ich selbst befürchtete es bereits beim Anblick des mehrgehörnten Dämons. Doch gab mir Dexters „Wunder“ Hoffnung. Rahastes konnte gebannt werden! Wir befahlen dem Großinquisitor der Feste Auralet, dass er uns das Plagenknäul aushändigen solle, damit Nemrods Wunder geschehen konnte.

Doch Bothor dylli Memnos träumte in der Nacht zum 13. Peraine 1027 n. BF erneut eine Zukunftsvision seines erwählten Gottes. Er sah, was Rahastes vor unseren Blicken verbarg: Er sah eine schwarze fliegende Festung. Um sie herum schwirrten Irrhalken, riesige Fledermäuse und sogar der schwarze Knochendrache. Er sah wie unser schwer angeschlagenes Heer neben Hügeln von faulenden Leibern furchtsam nach oben starrte.

Er sah, wie aus der fliegenden Feste ein dämonischer Wind entströmte, sah, wie die Reste unserer Truppen hinweggefegt wurde, sah wie Wehrheim in einem einzigen Atemstoß vernichtet wurde.

Als er erwachte, erstattete er Dexter Nemrod umgehend Bericht. Doch dieser wusste es. Er wusste was passieren wird! Er bezeichnete Wehrheim als Puffer für Gareth. Das stolze Wehrheim. Das ach so stolze Darpatien als Puffer für die Hauptstadt des Mittelreiches. Tausende werden sterben, um noch mehr tausend retten zu können.

Er bat Bothor und den Orden Stillschweigen zu bewahren.

Wie würdet ihr reagieren, würdet ihr so kurz vor der Schlacht solch eine Aussicht erhalten? Was tätet ihr in der knappen Zeit, die euch gegeben ist? Seid ihr blinde Helden oder seid ihr Menschen vom Schlage Dexter Nemrods, deren kühle Überlegenheit zwar viele Menschen retten könnte, aber zugleich vielen anderen den sicheren Tod bringen wird. Wer hat schon solch eine Wahl? Wir hatten sie!

Aber manchmal ist es besser, nichts zu wissen. Dann bleibt das Gewissen stumm.

Man reift jedoch auch nicht zur Legende.

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Azinas Erzählungen

Überwältigend

12. Peraine 1027 n. BF

Es ist einfach überwältigend. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es erdrückt mich schier.

Noch innerlich im Aufruhr hört sie den Lagebesprechungen vor den Toren Wehrheims nur mit halbem Ohr zu.

Zunächst träumte Bothor letzte Nacht von dem endlosen Heerwurm vor den der Greif Obaran uns warnte. Er marschiere direkt auf Wehrheim zu. Ein Heer von Untoten, Söldnern, Guhlen und Belagerungsmaschinen begleitet von einer schwarzen Wolke, die das Heer vor der Praiosscheibe schützt. Würden wir also diese Wolke vertreiben, könnten wir siegen. So dachte ich.

Doch dann blickte ich auf Anraten von Nehazet tatsächlich aus dem Limbus heraus direkt auf den sechsgehörnten Dämon Rahastes. Er ist der Plagende. Er ist der dem der Hunger folgt. Der Verderber der Ernten. Er selbst ist die ganze verdammte schwarze Wolke! Er schwebt über dem Heer und beherbergt eine Schaar von geflügelten Albträumen. Ich konnte viele große Fledermäuse und Irrhalken erkennen. Wo er vorüberzieht bleibt nichts als totes Land zurück. Leichen erheben sich aus den Boronsangern und von den Schlachtfeldern und schließen sich dem Heer an. Praios steh uns bei! Deine Greifen sind nicht mehr da, um uns zu helfen. Ohne sie sind wir den Angriffen aus der Luft hilflos ausgeliefert. Wir stehen hier auf freiem Feld mit einer Stadt im Rücken, die tausende unschuldige Seelen birgt. Wie sollen wir sie aufhalten? Wie sollen wir diesen fliegenden sechsgehörnten Dämon und sein Gefolge bloß aufhalten?

Auch wenn Dexter an einem sogenannten „Wunder arbeitet“, wie der Feldmarschall sagt, fällt es mir schwer zu glauben, dass wir ähnliche Kräfte entwickeln können, um dagegen zu halten. Wir haben lediglich zwanzig Magier zur Verfügung. Und Magus Nehazet ist noch nicht da.

Gern wäre ich stattdessen nach Gallys geritten und hätte die dortige Belagerung zerschlagen, um das Heer von hinten anzugreifen und den Nachschub abzuschneiden. Doch wir sind zu Wenige, um gegen selbst nur 200 Untote zu bestehen. Außerdem wies uns Oberan ja nach Wehrheim. Welch kleine Rolle wir in diesem Wahnsinn spielen könnten, vermag ich noch nicht zu erkennen. Wir müssen irgendwie da hoch und Rahastes töten! Aber wie?

Damach müssen wir nur noch zum goldenen Altar, wenn der dunkle Schatten darauf fällt, um den Greifen seine Kraft zurück zu geben. Ist damit die Stadt des Lichts in Gareth gemeint? Ist also gewiss, dass Wehrheim fällt? Wenn ich mir so anschaue, was da auf uns zukommt, wage ich auf keinen Sieg zu hoffen. Ich habe Angst.

Immerhin ist Königin Rohaja mit ihrer Königsgarde da. Sie werden sie wohl nicht ins Feld führen, wenn keine Hoffnung auf Sieg bestünde … oder keine Möglichkeit zum Rückzug … Ich hoffe, dass dieses Reich dem Ansturm gewachsen ist.

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Azinas Gedanken

Eine neue Richtung

Da haben mir dieser Hund und dieser Wolf doch tatsächlich einen Streich gespielt! Ich habe ob der jüngsten Vorkommnisse scheinbar geschlafen wie ein Fels. Was als Jägerin eigentlich tödlich ist. Wachsamkeit ist das Gebot der Stunde. Immer und zu jeder Zeit. Umso erschreckender ist, dass ich nicht bemerkt habe, dass mir Elfenbein die abgeschlagene Kralle des Greifen wieder zurück brachte. Im ersten Moment dachte ich an göttliches Wirken. An einen Hinweis, dass der mir vorschwebende Weg der Richtige ist. Mit welcher Arroganz ich manchmal gesegnet bin. Ich habe tatsächlich göttliches Wirken in den Transport einer Jagdtrophäe gesehen. Azina schüttelt den Kopf. Wie lächerlich. Wie kämen Firun oder gar Praios dazu? Am Ende war es lediglich Elfenbein … aber ist er nicht auch göttlich? Ist es vielleicht doch ein Zeichen? … Verstohlen linst sie aus den Augenwinkeln zu „ihrem“ schneeweißen Wolf hinüber.

Wobei … eine Jagdtrophäe ist die Kralle ja nicht. Ich behielt die Kralle und einige Federn nur, weil Nehazet meinte, sie können noch nützlich sein bei der Errettung der anderen Greifen. Dank des Tempels in Katay wissen wir vermutlich, dass es hier in der Gegend acht Greifen gab. Das Licht von fünf der Statuetten ist bereits erloschen. Einem wurde letzte Nacht vor unseren Augen die Seele von einer Sphinx entzogen, weil ich ein Rätsel nicht beantworten konnte. Es war ein gar schrecklicher Anblick wie auch er in sich zusammenfiel und schließlich explodierte. Das Rätsel aber war so schwer nicht. Jane wusste es auf Anhieb. Nur ich nicht. (und Sieghelm auch nicht).

Sieghelm hat noch zu verhindern versucht, dass ich antworte. Vielleicht in der Hoffnung, dass die Sphinx von ihrem Opfer abließe, wenn die Antwort aufgeschoben wird. Aber irgendetwas in der Stimme der Schimäre sagte mir, dass eine gegebene Antwort zumindest eine Chance auf Rettung darstellte, während keine Antwort den Tod als Gewissheit hätte. Ich hätte mir meine Feigheit nicht verziehen. Und noch hatte ich keine gewirkte Magie in meine Richtung gesehen. Lieber hätten wir die Sphinx bei einer falschen Antwort bekämpft und wären bei dem Versuch gestorben, als mit der Schande der Untätigkeit zu leben. Das wäre einer Erwählten nicht würdig.

Erwählten … was mag das wirklich bedeuten? Könnte dieses Zwischenwesen … Azina spuckt gedanklich auf den Boden aus … am Ende doch Recht haben? Ist uns die Weihe nicht gegeben? Einige von uns haben ja schon besondere Kräfte und Fähigkeiten, die über normale Menschen hinausgehen. Sie sind auch anders als die Gaben der Geweihten. Und sie werden offenbar von Gottes Gnaden stärker. Nur wo entspringt der Macht Quelle? Von den Göttern? Aus uns selbst? Oder aus den Gegenständen? Und welche Rolle spielen die Amulette? Sie waren von Beginn an da. Uns zeichnend. Ohne Erklärung. Ohne Bedeutung? Wir können sie nicht wirklich fortgeben. Sie sind an uns gebunden. Und sie strahlen in göttlichem Weiß.

Gestern Abend hat mich Nahazet auf interessante Gedanken gebracht. Wir haben meine Fähigkeiten der zweiten Sicht trainiert. Experimentell versuchten wir herauszufinden, ob ich vielleicht Schatten oder Spuren vergangener Präsenzen entdecken kann. Leider war dies nicht der Fall. Dennoch könnte es aber ein Weg zum Ziel sein: Training der gegebenen Fähigkeiten.

Wie viel stärker wir wohl noch werden (müssen), um dem Gegner trotzen zu können?

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Azinas Gedanken

Reise nach Rommilys – Teil VI „Hardmund I“

„Und so kam es, dass der Beschluss gefasst wurde, diesen Orden zu gründen.“ „Wenn ich nicht wüsste, dass viele Kirchenoberhäupter eure Geschichte glauben, ich würde dich eigenhändig zu den Noioniten schicken.“ „Ich weiß Mutter. Ich habe alles mit eigenen Augen gesehen. Ich selber habe für die Götter Wunder vollbracht, die mir bisher nicht einmal Bishdariel zeigte. Deswegen ist und bleibt der Orden geheimnisumwittert. Ich mag garnicht zählen, wie viele Verbrechen und Vertragsbrüche ich damit begangen habe, dass ich dir alles erzählte. Du musst schweigen, auch und vor allem gegenüber Vater und Torion!“ „Keine Angst mein Sohn, wobei jeder in Ochsenwasser den Zug der Zwerge bemerkt hat. Die Geschichte von den Fischen und Echsen würde eh niemand glauben.“ Traviahold lacht. „Das ist tatsächlich der Vorteil dieser Geschichte. Man muss nicht lügen und trotzdem nimmt es kaum jemand ernst.“ Eine Zeit lang reiten sie schweigend Seit an Seit. „Was führt dich eigentlich nach Hardmund, Mutter?“ „Seit meine Schwester für euren Orden arbeitet, helfe ich Gorbrand bei der Verwaltung seiner Ländereien.“ „Ah“, Traviahold hält kurz inne und betrachtet die Silhouette von Hardmund in der Ferne. Er hüstelt kurz, Gwynna schaut ihn skeptisch an. „Da du mich darauf noch nicht angesprochen hast, gibt es wohl noch etwas, was ich dir erzählen muss.“ Beide haben inzwischen ihre Pferde angehalten und stehen eng nebeneinander. Gwynnas Blick ist äußerst eindringlich und lässt Traviahold mehrfach schlucken. Er erinnert sich an die zahlreichen Momente seiner Kindheit, in denen ihn dieser Blick dazu brachte ihr Geheimnisse zu verraten. „Du wirst wieder Großmutter.“ Gwynna bleibt kurz regungslos, dann beugt sie sich zu Traviahold hinüber und nimmt ihn in eine feste Umarmung. „Ich freu mich ja so für dich! Los komm, heute wird es ein Fest geben! Das müssen wir feiern!“ Und schon prescht sie vor, Traviahold muss sich beeilen ihr nach zu kommen.

 

Es dauert nicht lange und sie reiten durch das Tor des Anwesens derer zu Hardmund. In der Tür des Hauses steht schon Sir Gorbrand, die beiden erwartend. „Ah, liebe Schwägerin, wie ich sehe hast du gefunden, wonach du gesucht hast. Sei willkommen Schwiegersohn, lass dich doch umarmen.“ Traviahold und Gwynna steigen von ihren Pferden ab, geben die Zügel einem Knecht und begrüßen den beleibten Ritter. „Kommt doch hinein, das Mittagsmahl wird gleich serviert. Es gibt Reh! Wie vorzüglich!“, strahlt er über beide Pausbacken grinsend. Offensichtlich tut seinem Gemüt die Abwesenheit von Lady Wulfgrid äußerst gut. „Sehr gerne Gorbrand. Aber viel wichtiger ist, dass wir heute Abend ein Fest zu Ehren Traviaholds geben müssen“, mahnt Gwynna eindringlich beim Betreten des Hausen. „Hohoho, also ich mag dich sehr Traviahold, aber ein Fest?“, kichert der Ritter. „Nun, Schwiegervater, ich weiß nicht, ob Lady Wulfgrid es dir noch nicht gesagt hat, aber deine Tochter hat den Segen der gütigen Mutter empfangen“, erklärt Traviahold. „Welche?“, fragt Gorbrand völlig verwirrt. „Natürlich Darpatia!“, erwidert Gwynna schockiert. „Oh, was? Natürlich! Glückwunsch mein Junge. Dann werde ich ja Großvater. Ich werde Großvater! Ludwig!“, der Hauskämmerer erscheint hinter einer Ecke. „Ja mein Herr?“ „Bereitet ein Fest für heute Abend vor. Zügig! Ich werde Großvater!“ „Sehr wohl mein Herr. Und Glückwunsch mein Herr.“ Gorbrand winkt nur ab und läuft dann beschwingt und grinsend in Richtung des Essenssaals, Gwynna und Traviahold folgen ihm belustigt. „Mensch, Mensch, Mensch mein Junge. Als ich dich die ersten Male sah, hätte ich nicht gedacht, dass du das kannst.“ Traviaholds Augen werden skeptisch größer, als Gorbrand so am Essenstisch spricht. „Aber ich wette, Darpatia lässt dich immernoch nur unten liegen. Ganz ihre Mutter!“, lacht der Ritter schallend. Während Gwynna die Augen verdreht, wird Traviahold knallrot, weiß nicht, wo er hinblicken soll und verschluckt sich leicht, so dass er husten muss. „Hab dich nicht so, dafür muss man sich als Mann nicht schämen, sieh mich an, ich kenn das nur zu gut. Hehehe!“ „Ich glaube das reicht Gorbrand“, geht Gwynna scharf dazwischen.  „Ist ja gut, ist ja gut. Ich freu mich doch nur so sehr!“ Sie genießen das Mittagsmahl, danach stürzt sich Gorbrand in die Vorbereitungen für das Fest, während Traviahold mit seiner Mutter die Entspannung am herrschaftlichen Gartenteich genießt.

Reise nach Rommilys – Teil V „Dettenhofen“

Am nächsten Morgen wurde Traviahold bei den ersten Praiosstrahlen durch eine Magd geweckt. Er gönnte sich eine ausgiebige Waschung und setzte sich danach mit gepackten Sachen in den Schankraum, um ein kräftigendes Morgenmahl zu sich zu nehmen. Als der Wirt einen zweiten Krug frischer Milch brachte, sprach Traviahold ihn an: „Werter Herr Ochsenstolz, was darf ich euch für die äußerst traviagefällige Rast und Verpflegung geben?“ Der Wirt des Gasthauses „Zum stolzen Ochsen“ grinste schief: „Euer wohlgeboren Ehrwürden, im Namen der gütigen Herrin Travia, eure Anwesenheit ist mir Lohn genug für die Bewirtung.“ „Nein, nein, nein, ich bestehe darauf euch zu bezahlen!“, erwiderte Traviahold harsch. „Wenn der Baron davon erfährt…“ „…wird er lernen, dass nicht alle seine Söhne sind wie er!“, wurde Traviahold nun ungehalten. „Tut mir leid, ich werde euch keinen Preis nennen“, meinte der Wirt abschließend, bevor er Traviahold zurück ließ. Dieser ließ sich seufzend gegen die Wand zurückfallen. Es war nicht zu glauben! Nur seines Blutes wegen hat er es soviel einfacher im Leben. Mit jedem Atemzug empfand er es als noch unfairer. Er würde sich dafür einsetzen, dass diese Regeln in seinem Kloster und im Orden nicht gelten würden!

Als er fertig gegessen hatte, nahm er seine Sachen in der Hand und verließ mit einem „Möge Travia euch behüten!“ das Gasthaus. Die Magd, die seinen Tisch abräumte, fand dort fünf Silber liegen… Die Tür fiel gerade hinter ihm zu, als er fast mit einer Gestalt zusammenstieß. „Entschuldigt, ich war nicht aufmerksam“, sprach der die, von der Gestalt her, Frau an, ohne ihr Gesicht sehen zu können, welches von der tief gezogenen Kapuze verdeckt wurde. „Ihr müsst euch nicht entschuldigen Junge, ich habe genau euch treffen wollen“, erwiderte die Frau. Traviahold kam die Stimme merkwürdig bekannt vor. „Wie komme ich zu dieser Ehre?“ „Ich hörte, du wärst in der Stadt und wollte dich nach so langer Zeit wiedersehen mein Junge.“ Traviahold war überrascht ob des Tonfalls, doch als die Frau leicht den Kopf hob und er endlich ihr Gesicht sehen konnte, schlich sich ein überraschtes aber freudiges Lächeln auf seine Lippen. Er schaute sich vorsichtig um, und als er sich sicher war, dass niemand ihnen Achtung schenkte, nahm er die Frau in eine herzliche Umarmung. „Mutter! Bei Travia! Aber warum läufst du so verhüllt herum?“, stieß er deutlich flüsternder hervor, als es ihm lieb war. „Ich wollte die Garde nicht aufscheuchen und dachte mir, dass dir das vielleicht auch ganz lieb ist. Dein Vater ist nicht sehr gut auf dich zu sprechen dieser Tage.“ „Das dachte ich mir schon, deswegen wollte ich auch alsbald wieder fort aus Dettenhofen.“ „Wo willst du denn hin? Ich erhielt nur Nachricht, dass du hier eingetroffen wärst.“ „Ich muss nach Rommilys, in einer dringlichen Angelegenheit des Ordens.“ „Dieser Orden. Er hat Zwist in unsere Familie gebracht. Ich habe dich und Siggi immer sehr geliebt, aber ich verstehe nicht, wie es dazu kommen konnte. Auch meine Schwester wollte mir nichts erzählen. Apropos…“, ein kurzes Zucken ihrer rechten Hand, ein Klatschen in Traviaholds Gesicht, ein überrascht entsetzter Ausdruck in den Augen, „…wie konntest du es wagen ohne meine Einwilligung und ohne mein Beisein den Traviabund einzugehen! Wie konntest du das deiner armen Mutter antun!?“ „Mutter! Nicht so laut! Ich möchte dir so gerne alles erklären! Aber dafür ist jetzt keine Zeit!“ „Oh doch! Für seine Mutter hat man immer Zeit! Auch als Ehemann, Ordensprior oder Klosterabt! Aber die Götter sind dir hold. Ich muss eh nach Hardmund, wir können gemeinsam reiten und du wirst Hardmund nicht verlassen, bis ich mich ausreichend informiert fühle! Und jetzt los, hol dein Pferd, wir sollten los, bevor mich doch noch jemand erkennt!“ „Jawohl Mutter!“

Und so ritten in gemütlichen Tempo beide aus Dettenhofen fort, in Richtung Praios, nach Hardmund. Auf dem Weg entlang des Ufers des Ochsenwassers erzählte Traviahold die Geschichte von Anfang an, unterbrochen nur von wenigen verwunderten Nachfragen seiner Mutter.

Reise nach Rommilys – Teil III „Roter Riese“

Am nächsten Morgen brach Traviahold sogleich nach der Morgenandacht auf. Einst hat es zwei mögliche Wege gegeben, um gen Hardfurten zu reisen, doch der Firunspass war nicht mehr bereisbar, da die alte Hängebrücke abgerissen wurde und die neue steinernde Rondriansbrücke sich noch lange in Bau befand. Und so blieb nur der Rote Pass, der jedoch in diesen Tagen gut gepflegt wurde. Traviahold begleitete einen Tross Fuhrwagen, die jedoch nur einen Teil des Passes befahren wollten – bis zur Zwergensiedlung. Seit dem Rahja des letzten Götterlaufes räumen die Zwerge nun schon den Weg in die Zwergenfeste Martoschzrom frei und legen die überfluteten Bereiche trocken. Dank des ehemaligen Haushofmeisters Gandax konnte ein Abkommen geschlossen werde, wonach Hochstieg die Zwerge mit Nahrung und allem weiteren Wichtigen versorgt und dafür das Kloster den Bruchstein für seine Erbauung bekommt. War das Verhältnis am Anfang von gegenseitigem Misstrauen geprägt, so ist es inzwischen vielleicht nicht freundschaftlich, aber wohlwollend konstruktiv. So haben ein paar der Zwerge bei einem ihrer seltenen Besuche dem Braumeister Ulfred bei der Gestaltung des „Roten Pilger“ unterstützt und war der gelieferte Bruchstein am Anfang nur schwer zu verwenden, so ist er inzwischen sauber herausgeschlagen und perfekt verarbeitet.

Es dauerte fast zwei Stunden, bis der Tross in Martoschzrom ankam. Ihre Ankunft wurde wie üblich mit grummeliger Freundlichkeit zur Kenntnis genommen. Während einige Arbeiter vom Kloster zusammen mit Zwergen begannen die Wagen ab- und aufzuladen, suchte Travihold den Diplomaten des Ordens bei den Zwergen auf. „Meister Gandax! Schön euch wiederzusehen“, rief er ihn beim Zugehen an. „Hrm! Gr’schm! ‚lls gt?“ Kam nur zurück. „Nun, Darpatia grummelt schon fast wie ein Zwerg, aber ansonsten geht es uns gut. Ich soll euch freundlich von Sieghelm grüßen.“ „Hchhch, ‚r Fr‘ sch n’tt! Grscht hn ‚ch!“ „Das dachte ich mir, dass das euch gefällt. Das werde ich machen. Gibt es Probleme hier, oder läuft alles wie glänzende Steine?“ „‚lls gt!“ „Sehr schön, dann werde ich auch gleich weiter, dann schaff ich es noch bis Hardfurten. Nun dann, Angrosch zum Gruße!“ „Gr’schm, nd gtn R’tt!“ Sogleich schwingt sich Traviahold wieder aufs Pferd und reitet zügiger davon.

Ohne die Fuhrwagen kommt er deutlich zügiger voran und so ist er nach weiteren zwei Stunden schon auf den Brücken nach Kohlhütten. Es herrscht wieder etwas Leben in der einstigen Ruine. Das Haus, das einst der Prophet Nehazet mittels seiner Magie wohnbar gemacht hat, ist nun eine traviagefällige Pilgertaverne, die versorgt wird von drei Familien, die sich wieder nach Kohlhütten getraut haben. Davon kamen zwei aus Hardfurten und eine aus Hochstieg, das von Traviahold getraute Paar Dankhild Kohlhütten und Thorn Prutz. Die Taverne selber wird von niemand geringerem geleitet als Travhild Brauer, der einst so garnicht traviagefälligen Tochter der Wirtin Jadwina. Jedoch schmerzte sie der Travibund von Traviahold und die täglichen Begegnungen mit Darpatia so sehr, dass sie die Chance Hochstieg zu verlassen sofort ergriff. Traviahold wurde von allen, auch Travhild, herzlich gegrüßt, schlug jedoch das Angebot, hier etwas zu verweilen, aus, da er es sonst nicht sicher bis zum Abend nach Hardfurten geschafft hätte. Und so konnte er in etwas gemütlichererem Tempo den Ifirnssteig und dessen Panoramaausblick genießen, bis er am Abend in Hardfurten ankam, dem Ort, an dem der Pfad des Schicksals seinen Anfang nahm…

In Punin – vergangene Schatten

29. Tsa

Der Rabe von Punin berichtete uns von einem geheimen Tempel Borons, welcher dem al’anfanischen Zweig angehörte, jener befand sich unter dem Hotel Boronsruh, weiterhin war natürlich Matral/Tramal oder was auch immer der tatsächliche Name des vormaligen Erwählten Borons war, betroffen. Aufgrund dieser Tatsache, wandte er sich zuerst an uns und gab uns einen Tag Zeit um dieses Problem zu lösen, ansonsten würde er das Haus niederbrennen lassen. Ehe wir aufbrachen entsandte ich einen meiner Boten zur Akademie um weitere Kollegen zu holen, könnte dies doch gewisse, nicht näher nötige zu erwähnende Vorteile nachsichziehen. Schließlich brachen wir ohne meine Kollegen auf, seltsam, vielleicht war Lanvolo Desiderado Taladueira noch damit beschäftigt näher zu erörtern warum die Anwesenheit der geehrten Kollegen erwünscht war? Wie zu erwarten war, war der Weg zu dem Hotel gesäumt von Dienern des schweigsamen Gottes. Das Hotel selbst war verlassen, es war annehmbar ausgestattet, in den Unterlagen des Hotels suchte ich nach einem Indiz für Tramal/Matrals Aufenthaltsort, sein Name tauchte natürlich nicht auf, was auch zu leicht gewesen wäre, weitere Anagramme konnte ich ebenfalls nicht finden, dafür stieß ich bei der Suche auf einen vielversprechenden Namen und informierte die anderen dahingehend auch. Leider ergab dies bis auf ein Rezept für Hühnersuppe niedergeschrieben in Zhayad, kaum interessantes. Gut eine unindentifizierte Substanz der Al’Cymia, welche als Falle für den Raum genutzt wurde, war noch zu finden.

Der geheime Kultraum war entweiht und wurde für eine der dilletantischsten Invocationen genutzt, welche ich je gesehen habe, die Diener Borons waren tot, dafür fand sich ein Objekt mit gebundener Vortexenergie, ein Handschuh, geschaffen als Waffe gegen uns, naheliegende Idee, die Umsetzung lässt wie immer zu wünschen übrig. Zumal sich diverse Positive Entwicklungen aus diesem Vortexfiasko ziehen lassen dürften, ein Beweisstück, welches bei dem nächsten Konvent der Gilden gut vorgestellt werden könnte um auf das Problem Vortex hinzuweisen, ein Studienobjekt um mehr über den Vortex in Erfahrung zu bringen, die Strukturen Invokativer Magie, welche unter Anwendung der Magica Theoretica, simpel, umgewandelt werden können in die Strukturen der Contraria, Bindende Strukturen, können ebenfalls vielfältig genutzt werden, mittels Magie Waffen gegen uns zu erschaffen, könnte mit das dümmste gewesen sein, was die Gegenseite bislang getan hat (auf einer großen Liste an Idiotie), dürfte, genügend Zeit voraussgesetzt, dies doch auch arkane Waffen gegen den Vortex erlauben.

Ein Wehmutstropfen gab es leider, die Sturkturen des Vortex waren nicht mehr präsent genug um deren fremde Energie in mein Gefäß aufzunehmen, hätte ich doch gerne weiter experimentiert mit den vielfältig variablen Möglichkeiten, welche diese Art der Magie bot.

Etwas was mich ebenfalls pikierte, war die Tatsache, das ich mich nicht mehr an einen Ausgang aus dem Kultraum erinnern konnte, da ich nicht vergesse, da habe ich mein Gedächtnis nichteinmal einen Götterlauf wieder und dann dies. Kein Wunder das ich mich derartig für den Memorabia und andere mentale Manipulationen interessiere, war ich doch oft genug Opfer von diesen. Insofern schulde ich Skar Zht wohl marginal Dank, das mich das Trauma durch seine Taten wieder erinnern ließ.

Außerhalb des Hotels konnte ich auch endlich herausfinden warum der von mir gesandte Bote zur Akademie, der junge Lanvolo, selbige nicht erreichte und meine Kollegen nicht informierte, er wurde bezaubert (natürlich wurde er das). Er wurde Opfer eines per Thaumatursom ausgelösten und modifizierten originär Borbaradianischen Cantus zur mentalen Manipulation (natürlich wurde er das), glücklicherweise kannte ich selbigen Cantus ebenfalls so dass ihm schnell geholfen werden konnte. Nachdem er berichtete was ihm zugestoßen war, und einem kurzen gespräch mit Sieghelm, nutzte ich den Transversalis um mich mitsamt dem Vortexthaumatursom in die Akademie zu begeben, stand uns doch viel Arbeit bevor.

In Punin – notwendige Besorgungen

29. Tsa Punin

Der morgen verlief, geordnet, oder zumindest so geordnet wie möglich, ich konnte mich der Lektüre diverser Zeitungen widmen, sowie dem verfassen weiterer Depeschen. Was ist nur aus meinem Leben geworden, ich wollte mich doch eigentlich nur der hehren Beschäftigung des Verständnisses des Kosmos über die intelektuelle Auseinandersetzung mittels der Magietheorie widmen, doch nun hier bin ich, irgendwie mache ich etwas falsch mit meinem Leben denke ich.

Azina war nicht aufzufinden, sprich Sie lief vermutlich irgendwo draußen herum, vermutlich gut für Sie und auch einer der Vorteile des Aufenthaltes im Pendulum, nicht das ich davon ausgegangen wäre das die Stadtmauern ein unüberwindbares Hindernis für Sie dargestellt hätten, aber sofern es nicht notwendig ist ein weiteres Problem zu erzeugen, so ist dies zur Abwechslung doch auch einmal erfreulich.

Sieghelm, Bothor und Perainius begaben sich zu einer Veranstaltung um den heiligen Gilborn, interesse bezüglich der Teilnahme an Schauspielen wurde auch groß beworben in einigen der Zeitungen.

Sieghelm hatte erneut eine Schriftrolle, diesesmal ein Sprcuh von St. Gilborn, warum landen alle Schriftrollen eigentlich bei ihm?

Während die anderen also unterwegs waren um sich St. Gilborn zu widmen, erledigten Ingrasdotter und ich einige notwendige Besorgungen, etwas Kleidung, ein bischen Spielzeug, ein paar Pferde, eine Kutsche, etwas Ausstattung für die Kutsche, was halt zu erwarten wäre in so einer Situation. Hmm, mit der Ordensniederlassung in Hammerschlag und unserem baldigen aufbruch gen Gareth, wo ich mich wohl ebenfalls um eine angemessene Residenz bemühen sollte, wäre es vermutlich auch sinnvoll mir Gedanken zu machen über den Aufbau eines Transportnetzwerkes um Waren aus der Heimat zu senden und in diese, zumal mit Bothors Anwesenheit wäre ein Ausbau der NLP in das Horasreich und die Zyklopeninseln naheliegend, hmm ich sollte mich nocheinmal über Schiffe informieren. Tulachim wird sich vermutlich über den Ausbau möglicher Handelsbeziehungen für AwB freuen.

Am Abend waren wir wieder um die gemeinsame Tafel versammelt, das Travianische Tischgebet, selbstverständlich in Aureliani, oblag aus diversen Gründen mir, sollte die Zeit reichen, wäre es eventuell interessant, wenn Thordis mein Repertoire um Thorwalsche Tischgebete erweitern würde.

Als der Rabe uns höchstselbst, natürlich bot ich ihm einen Tee an, einen Besuch abstattete.

Irgendwie denke ich nicht, das ich die nächste Tage in Pendulum sein will, erst nutzt Sieghelm eine Veranstaltung der Bannstrahler um interessenten zu meiner Residenz zu schicken (wenn auch unter, zumindest zu erwartender weise, erfreulicheren Umständen als dies normalerweise für von Veranstaltungen der Bannstrahler ausgehenden Individuen, welche gen Behausungen von nutzern arkaner Kräfte gesandt werden) und nun der Rabe samt Entourage.