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Reise nach Rommilys – Teil III „Roter Riese“

Am nächsten Morgen brach Traviahold sogleich nach der Morgenandacht auf. Einst hat es zwei mögliche Wege gegeben, um gen Hardfurten zu reisen, doch der Firunspass war nicht mehr bereisbar, da die alte Hängebrücke abgerissen wurde und die neue steinernde Rondriansbrücke sich noch lange in Bau befand. Und so blieb nur der Rote Pass, der jedoch in diesen Tagen gut gepflegt wurde. Traviahold begleitete einen Tross Fuhrwagen, die jedoch nur einen Teil des Passes befahren wollten – bis zur Zwergensiedlung. Seit dem Rahja des letzten Götterlaufes räumen die Zwerge nun schon den Weg in die Zwergenfeste Martoschzrom frei und legen die überfluteten Bereiche trocken. Dank des ehemaligen Haushofmeisters Gandax konnte ein Abkommen geschlossen werde, wonach Hochstieg die Zwerge mit Nahrung und allem weiteren Wichtigen versorgt und dafür das Kloster den Bruchstein für seine Erbauung bekommt. War das Verhältnis am Anfang von gegenseitigem Misstrauen geprägt, so ist es inzwischen vielleicht nicht freundschaftlich, aber wohlwollend konstruktiv. So haben ein paar der Zwerge bei einem ihrer seltenen Besuche dem Braumeister Ulfred bei der Gestaltung des „Roten Pilger“ unterstützt und war der gelieferte Bruchstein am Anfang nur schwer zu verwenden, so ist er inzwischen sauber herausgeschlagen und perfekt verarbeitet.

Es dauerte fast zwei Stunden, bis der Tross in Martoschzrom ankam. Ihre Ankunft wurde wie üblich mit grummeliger Freundlichkeit zur Kenntnis genommen. Während einige Arbeiter vom Kloster zusammen mit Zwergen begannen die Wagen ab- und aufzuladen, suchte Travihold den Diplomaten des Ordens bei den Zwergen auf. „Meister Gandax! Schön euch wiederzusehen“, rief er ihn beim Zugehen an. „Hrm! Gr’schm! ‚lls gt?“ Kam nur zurück. „Nun, Darpatia grummelt schon fast wie ein Zwerg, aber ansonsten geht es uns gut. Ich soll euch freundlich von Sieghelm grüßen.“ „Hchhch, ‚r Fr‘ sch n’tt! Grscht hn ‚ch!“ „Das dachte ich mir, dass das euch gefällt. Das werde ich machen. Gibt es Probleme hier, oder läuft alles wie glänzende Steine?“ „‚lls gt!“ „Sehr schön, dann werde ich auch gleich weiter, dann schaff ich es noch bis Hardfurten. Nun dann, Angrosch zum Gruße!“ „Gr’schm, nd gtn R’tt!“ Sogleich schwingt sich Traviahold wieder aufs Pferd und reitet zügiger davon.

Ohne die Fuhrwagen kommt er deutlich zügiger voran und so ist er nach weiteren zwei Stunden schon auf den Brücken nach Kohlhütten. Es herrscht wieder etwas Leben in der einstigen Ruine. Das Haus, das einst der Prophet Nehazet mittels seiner Magie wohnbar gemacht hat, ist nun eine traviagefällige Pilgertaverne, die versorgt wird von drei Familien, die sich wieder nach Kohlhütten getraut haben. Davon kamen zwei aus Hardfurten und eine aus Hochstieg, das von Traviahold getraute Paar Dankhild Kohlhütten und Thorn Prutz. Die Taverne selber wird von niemand geringerem geleitet als Travhild Brauer, der einst so garnicht traviagefälligen Tochter der Wirtin Jadwina. Jedoch schmerzte sie der Travibund von Traviahold und die täglichen Begegnungen mit Darpatia so sehr, dass sie die Chance Hochstieg zu verlassen sofort ergriff. Traviahold wurde von allen, auch Travhild, herzlich gegrüßt, schlug jedoch das Angebot, hier etwas zu verweilen, aus, da er es sonst nicht sicher bis zum Abend nach Hardfurten geschafft hätte. Und so konnte er in etwas gemütlichererem Tempo den Ifirnssteig und dessen Panoramaausblick genießen, bis er am Abend in Hardfurten ankam, dem Ort, an dem der Pfad des Schicksals seinen Anfang nahm…

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