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Überwältigend

12. Peraine 1027 n. BF

Es ist einfach überwältigend. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es erdrückt mich schier.

Noch innerlich im Aufruhr hört sie den Lagebesprechungen vor den Toren Wehrheims nur mit halbem Ohr zu.

Zunächst träumte Bothor letzte Nacht von dem endlosen Heerwurm vor den der Greif Obaran uns warnte. Er marschiere direkt auf Wehrheim zu. Ein Heer von Untoten, Söldnern, Guhlen und Belagerungsmaschinen begleitet von einer schwarzen Wolke, die das Heer vor der Praiosscheibe schützt. Würden wir also diese Wolke vertreiben, könnten wir siegen. So dachte ich.

Doch dann blickte ich auf Anraten von Nehazet tatsächlich aus dem Limbus heraus direkt auf den sechsgehörnten Dämon Rahastes. Er ist der Plagende. Er ist der dem der Hunger folgt. Der Verderber der Ernten. Er selbst ist die ganze verdammte schwarze Wolke! Er schwebt über dem Heer und beherbergt eine Schaar von geflügelten Albträumen. Ich konnte viele große Fledermäuse und Irrhalken erkennen. Wo er vorüberzieht bleibt nichts als totes Land zurück. Leichen erheben sich aus den Boronsangern und von den Schlachtfeldern und schließen sich dem Heer an. Praios steh uns bei! Deine Greifen sind nicht mehr da, um uns zu helfen. Ohne sie sind wir den Angriffen aus der Luft hilflos ausgeliefert. Wir stehen hier auf freiem Feld mit einer Stadt im Rücken, die tausende unschuldige Seelen birgt. Wie sollen wir sie aufhalten? Wie sollen wir diesen fliegenden sechsgehörnten Dämon und sein Gefolge bloß aufhalten?

Auch wenn Dexter an einem sogenannten „Wunder arbeitet“, wie der Feldmarschall sagt, fällt es mir schwer zu glauben, dass wir ähnliche Kräfte entwickeln können, um dagegen zu halten. Wir haben lediglich zwanzig Magier zur Verfügung. Und Magus Nehazet ist noch nicht da.

Gern wäre ich stattdessen nach Gallys geritten und hätte die dortige Belagerung zerschlagen, um das Heer von hinten anzugreifen und den Nachschub abzuschneiden. Doch wir sind zu Wenige, um gegen selbst nur 200 Untote zu bestehen. Außerdem wies uns Oberan ja nach Wehrheim. Welch kleine Rolle wir in diesem Wahnsinn spielen könnten, vermag ich noch nicht zu erkennen. Wir müssen irgendwie da hoch und Rahastes töten! Aber wie?

Damach müssen wir nur noch zum goldenen Altar, wenn der dunkle Schatten darauf fällt, um den Greifen seine Kraft zurück zu geben. Ist damit die Stadt des Lichts in Gareth gemeint? Ist also gewiss, dass Wehrheim fällt? Wenn ich mir so anschaue, was da auf uns zukommt, wage ich auf keinen Sieg zu hoffen. Ich habe Angst.

Immerhin ist Königin Rohaja mit ihrer Königsgarde da. Sie werden sie wohl nicht ins Feld führen, wenn keine Hoffnung auf Sieg bestünde … oder keine Möglichkeit zum Rückzug … Ich hoffe, dass dieses Reich dem Ansturm gewachsen ist.

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Azinas Gedanken

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