Flüche und deren Auswirkungen:
Zafia konnte es kaum erwarten, heute würde Sie die letzten Zutaten aus dem Laden des allten Battuhzen erwerben und endlich damit anfangen können, ihre Rache zu bekommen, danach könnte Sie sich wieder neuem zuwenden, sobald ihre kalte Wut abgeklungen wäre. Die Ingredenzien die sie vor ein paar Tagen schon erworben hatte, waren schon vorbereitet. Nun war es an der Zeit die letzen Bestandteile zu erwerben, Zafia begab sich zum Dracheneiplatz und wendete sich schnurstracks dem ihr schon bekannten Laden zu, Sie hatte fieberhaft in den letzten Nächten überlegt welche Flüche Sie sprechen sollte, und nun dachte Sie etwas passendes gefunden zu haben. Der kleine Laden sah noch genauso aus wie vor ein paar Tagen, außen über dem Eingang hing ein altes Schild aus Holz in dem filigran in mehreren Sprachen der Name des Geschäftes stand, umsäumt wurde die Schrift von kunstvollen Darstellungen von Pflanzen- und Tierteilen auf beiden Seiten, darüber war das Madamal und einzelne Sterne, welche die Schriftrolle darstellen sollten, zu sehen und nach unten hin wurde das ganze durch die Darstellung von alchmistischen Apparaturen vollendet. Im Laden selbst standen mehrere Regale nebeneinander, in dem sich die verschiedensten Zutaten fanden, verschiedenste Pflanzen und Gesteine, einige Metalle, verschiedene Lösungen die in der Alchimie von nöten waren, auch unterschiedliche in Alkohol eingelegte Präparate und konservierte Ingredenzien waren zu erblicken. Der Raum war erleuchtet durch ein Zeichen an der Decke, welches weißes Licht ausstrahlte. Wenn man an der Theke stand, war noch ein weiterer Raum dahinter zusehen, in dem die wohl wichtigeren und wertvolleren Ingredenzien lagern mussten, das vermutete zumindest Zafia. „Ich hoffe die Alraunen um die ich sie gebeten habe sind immer noch zu haben?“ Fragte Zafia den alten Mann, welcher gerade über eine Zeitschrift schweifte, „Natürlich sind Sie noch da, auch die anderen Ingredenzien sind mittlerweile eingetroffen, Vampirblut, Molchaugen, Adlerkrallen, eine Unke, der Stachel einer Maraske und alles andere habe ich hier, moment ich hole es werte Dame„, damit ging der alte Mann kurz in sein Lager um ein paar Sachen zusammen zusuchen und kehrte dann beladen mit den genannten und mehr Ingredenzien zurück, „So dass sollte alles sein, denke ich.“ Zafia besah sich die noch fehlenden Zutaten für ihre Rache und nickte, „Ja es ist alles vollzählig, hier das sollte alle Schuldigkeiten begleichen“, damit übergab Zafia den Beutel mit dem ausstehenden Lohn für die erbrachte Leistung. Anschließend verließ Sie den Laden schnell wieder um sich einer Sache zuzuwenden, die ihr mehr Befriedigung verschaffen würde.
Nachdem Zafia den Laden verlassen hatte, ging auch der alte Tulamide abermals nach Hause, die Angestellten des Ladens waren es schon gewohnt, immer mal wieder von dem alten Meister alleine gelassen zu werden, insofern war es nichts ungewöhnliches. Der grauhaarige Tulamide wanderte gemütlich über den Dracheneiplatz und wandte sich von dort aus über die Brücke, welche ihn zur Diamantenen Allee führen würde, von dort aus schlenderte er die Khunchomer Prachtallee entlang und kamm schließlich zu einem alten Gebäude, mit gut gepflegtem Garten. In dem Anwesen fand er seine Gattin abermals in der Bibliothek vor, die Dame des Hauses schätzte das geschriebene Wort sehr, dass war eine Liebe die beide teilten, es war nicht die einzige, aber dennoch keine unbedeutende, führte dies doch zu einer recht ansehnlichen Sammlungen an Schriftstücken. „Gehe ich recht in der Annahme, Liebling, das Zafia die letzten Zutaten heute erworben hat?“ Fragte Lyssia, die gerade noch dabei war eine Seite in einem Buch zu beenden, ehe Sie aufblickte und in sein antlitz sah. „Ja die letzten Ingredenzien hat Sie gerade eben erworben, die Flüche wird Sie wohl in der Nacht sprechen, während das Madamal hoch am Himmel steht.“ Antwortete Ihr der alte Mann, während er sich eine Tasse Tee und etwas Gebäck bringen ließ. „Aus reiner Neugier, von wem stammen eigentlich die Alternativ Foki, die ich dem phexensjünger geschickt habe?“ Wollte seine Gattin wissen, während Sie das Buch zur Seite legte und sich ebenfalls um eine Tasse Tee bemühte. „Och die, lass mich mal überlegen, das Blut Nehazets habe ich durch Blut von einem gewissen Azad ersetzt, er ist auch Zauberkundig, der Unterschied dürfte Ihr also nicht auffallen, die Haare stammen ebenfalls von Azad, die Zehennägel stammen zwar von einer arkan begabten Person, aber die Probe war so alt, ich zweifle daran, dass diese noch lebt. Das Blut des Phexensjüngers habe ich ersetzt durch das Blut eines der Entführer Tulachims und die Haare von Delia habe ich gegen Haare von Sefira ausgetauscht, auch wenn ich jene erst färben musste, ich denke das müssten alle gewesen sein.“ Zählte Ihr Gatte auf, wessen Körperteile im austausch platziert wurden. „Warum ausgerechnet diese Personen?“ Brannte Lyssia darauf zu erfahren, schnell wurde Ihr geantwortet. „Sie alle haben anderen geschadet, Sefira zog sich durch ihr handeln den Zorn Delias und Azinas zu, der Entführer Tulachims war so töricht, nunja seine Tat zu begehen, und Azad raubte verschiedene Frauen aus Khorestan, wenn hättest du denn genommen, ich war ja am überlegen ob ich Proben von lange verstorbenen nehmen sollte, aber da war ich unsicher bezüglich der Möglichkeit des Anknüpfens der Matrix des Rituals, und es wäre halt ungünstig gewesen, wenn Zafia auf die schnelle darauf gekommen wäre, dass ihre Rituale nicht gewirkt haben.“ Lyssia nickte verständnisvoll, „Ich kann deine Entscheidung nachvollziehen, ich denke aber wir sollten bei dem nächsten Kontakt mit dem phexensjünger, diesen wissen lassen das es keine Unschuldigen traf.“ Nachdem er kurz überlegt hatte und dabei die Zeit mit einem Schluck Tee überbrückte, „Sollte er nachfragen, so stimme ich dir zu, es wird auch bald Zeit für ein persönliches Treffen, naht doch eine wichtige Angelegenheit.“ Meint er geheimnisvoll, „Du meinst wegen den Geschehnissen vor knapp einem dutzend Götterläufen?“ Erwiederte Sie kryptisch aber sicher. „Genaue deswegen, die Suche sollte sich langsam einem Ende neigen, ohne die bindenen Gesetze hätte ich schon eher eingegriffen, aber das wäre ein Frevel, und könnte unsere Zukunft gefährden, ansonsten hätte ich schon vor langer Zeit eingegriffen.“ Nickend und mit der freien Hand über das ergraute Haupthaar fahrend, wobei Sie mit den einzelnen schon weißen Haarsträhnen ihres Mannes spielt, spricht Sie nur verständnisvoll: „Das hatten wir doch schon vor langer Zeit besprochen, du kannst indirekt eingreifen, andere gestalten lassen und somit helfen, aber ein direktes eingreifen das steht erst noch aus in einiger Zukunft, das es dir nicht gefällt über diese lange Zeit daneben stehen zu müssen, das ist mir bewusst und du gehst gut mit der Situation um, außerdem lass ruhig andere Personen mal die Helden spielen, die letzten Dekaden mit dir waren dadurch viel angenehmer, als die stürmische Zeit in der wir uns kennenlernten.“ Der alte Mann ergreift die Hand seiner Gattin sanft und spürt die Wärme des Lebens durch diese pulsieren, „Ich weiß und es ist nicht so, dass ich nicht auch jeden Augenblick mit dir geliebt habe Lyssia, aber das Leid das ich hätte beenden können, zumindest kann ich schaden begrenzen in dem ich die Regeln beuge.“ Sie saßen noch lange in dem Raum und redeten gemeinsam bis tief in die Nacht.
Am Drachenei:
Hastig eilt ein junger Adept mit einigen Notizen über den Platz zu der Akademie, er hatte eine Idee, welche er unbedingt überprüfen musste, zuhause konnte er nicht nachdenken, nicht wo ihn alles noch an Zafia erinnerte, aber in der Stille der Bibliothek, zu der er sowieso musste um ein paar Quellen zusammen zutragen, würde er zur Besinnung kommen und endlich Licht ins Dunkel bringen.
Zur gleichen Zeit, saß eine junge Tulamidin mit anderen Kindern ihres Alters im Vorlesungssaal des Dracheneis zu Yash-Hualay, der alte Magister Rashim hielt einen Vortrag über die Möglichkeiten der Magica Moventia, Geist über Materie war der klangvolle Name der Vorlesung, aber was folgte war ein warten auf den alten Zausel, der in seinem Labor wohl eingenickt war, oder so, Sulibeth sehnte sich nach ihrer Lehrerin Jane zurück, nach einigen Minuten war eine andere Lehrkraft aufgetrieben, welche für Rashim einsprang, er hatte wohl gerade wichtigeres zu tun. Bei der neuen Lehrkraft handelte es sich um Nehazet, der mit einigen Folianten und Schriftrollen, im Prinzip war von seinem Oberkörper eigentlich nichts mehr zu sehen, den Saal betrat. Nein, bloss nicht Nehazet, er ist ja noch schlimmer als sein Großvater als Lehrer, seine Vorlesungen sind so trocken, da gegen könnte man in der Khom schwimmen gehen, dachte sich Sulibeth als sie sah was ihr und ihren Mitschülern dort drohte und ihr anlass genug war ihre braunen Augen zu verdrehen. Nehazet der erst nach einiger Zeit das Pult erreichte und die Schriftstücke so sanft es ihm möglich war, trotz der gewaltigen Last, niederlegte und sich nun erst umblickte um den Kurs zu betrachten, der aus einem Gutteil der hießigen Schüler bestand, das erinnert mich an die Vorträge in der Academia Arcomagica, dachte sich Nehazet. Er warf einen Blick auf das Vorlesungsverzeichnis, ah Magica Moventia, Geist pber Materie, den Vortrag habe ich zuletzt als Kind gehört, Rashim hatte ihn mir vorgetragen, da war ich fünf Götterläufe alt, den werde ich wohl nicht mehr komplett aus dem Gedächtnis zusammen bekommen, nun gut. „Schüler, die heutige Vorlesung trägt den Titel Magica Moventia, Geist über Materie, aber ich will euch nicht langweilen„, Sulibeth stütze sich auf ihre Elbogen und dachte sich, was bedeutet das er genauuu das jetzt tun wird… „Aber bevor wir anfangen über die Magica Moventia zu reden. Ist es notwendig ein paar grundlegende Definitionen aufzustellen, diese Definitionen helfen uns dann mittels eines kleinen Exkurses zur Magica Theoretica, die Wirkweise der Canti der Magica Moventia zu verstehen und zu erklären, so dass der Geist tatsächlich über die Materie, der Magica Moventia zu obsiegen in der Lage ist, also ich notiere mal schnell ein paar Grundlegende einfache Gleichungen die zwar schon etwas vorweggreifen, aber die höheren Jahrgänge sollte eigentlich über das notwendige Wissen verfügen, so dass sich jene schon den Aufgaben die ich anschreibe zu wenden können, anschließend erläutere ich ein paar der gängigen Definitionen und dann können auch die niedrigeren Jahrgänge mit diesen einfachen fünfdimensionalen Kraftvektorgleichungssystemen beginnen. Nehazet schrieb eine ganze Weile, alls er fertig war, war kaum noch ein Stück der Tafel unbeschrieben. Die Schüler hinter ihm ächzten und seufzten leicht auf, was aber dem in seine Arbeit vertieften Nehazet nicht auffiel, es schien als hätte er für den Moment nur Augen und Ohren für seine Formeln, die er trotz hoher Komplexität geschwind an die Tafel brachte. Danach wandte er sich um und begann, „Also fangen wir mit etwas einfachen an, mit den Astralquanten, jene wurden erstmals von seiner Magnifizienz Robak von Punin als theoretisches Modell postuliert um die Wirkweise der vis arcana zu erklären, die Arbeit von ihm kann ich nur empfehlen, sie bescherte mir viele freudige Stunden an der Akademie, die ersten Ansätze der Quantifizierung der vis arcana finden sich allerdings schon früher, beispielsweise in der Basilius Skala oder der von dieser Akademie entwickelten Okharim Skala, die eine Skala wird genutzt zur Bestimmung der ungefähren Permanenten Impensation in der hohen Alchimie, was hier wohl hinreichend bekannt sein sollte… Die Vorlesung dauerte noch viele Stunden an in denen die armen Schüler des Dracheneis wohl mehr über die theoretische magica theoretica erfahren haben alls in ihrer ganzen akademischen Laufbahn davor.
Der erste Fluch:
Das Madamal stand hoch am Himmel, der Kessel war erhitzt und ihm loderte ein knisterndes Feuer, Zafia stand mit ihren Zutaten bereit, ein lächeln zierte ihre dunkle Haut, nun wäre es soweit das Ritual kann beginnen. Im Lichte des Vollmondes mit ihrem Vertrauten an der Seite begann Sie unheil zu wünschen, „Shabra, nur an wem soll ich mich zuerst rächen, ah ich weiß, ich werde es auskosten, zuerst kommt der Mundschenk dran, danach meine Schwester Delia und schließlich mein geliebter Nehazet, so kann ich es vollkommen genießen.“ Die Vogelspinne signalisierte ihre Zustimmung auf eine weise die wohl nur Zafia zu deuten wusste. Sie begann damit eine Fledermaus zu köpfen und deren Blut in den Kessel zu gießen, als nächstes kammen die Molchaugen dran, gefolgt von etwas Pech und Galle, etwas schwefelsäure fand auch noch ihren Weg in den Kessel, zuletzt gelangten noch die Tatzen eines Bären, die Alraune und das Blute Goswins in den Kessel, Zafia rührte im Kessel herum und über düsteren Verwünschungen sprach Sie noch: „Auf das ihn das Glück verlassen, möge sich das Pech seiner bemächtigen, sodass die Strafe für ihn sei, für immerdar oder aber bis er mir vom Blute oder Haare des Kriegers Sieghelms bringen möge, solle Phexens Gunst ihn verlassen, darüber hinaus soll er des Gefühls in seinen Fingerspitzen verlustig werden, ehe er mir nicht das Szepter Nehazets bränge.“ Zafia lachte dabei hämisch auf, das sollte ihm eine Lehre sein, nun muss ich noch abwarten bis die Konstellationen richtig sind und ich mich erholt habe und meine wahre Rache kann beginnen, oh was werden die anderen leiden und wie wird mich das befreien.
Im Anwesen der Battuhzen:
Im Salon saßen einige Kollegen und alte Freunde von Lechmin, anwesend waren Magister Zuhal ibn Khorim, Magister Rashid ibn Reshim, Spectabilitas Khadil Okharim und seine Magnifizienz Rakorium Muntagonus, wegen letzterem hatte Lechmin seine Gattin gebeten doch bitte sicherzugehen das sich Rohaldor nicht durch besagten Salon schlängeln söllte. Lyssia die von Archomagus Muntagonus schon viel gehört hatte, akzeptierte dies, aus Sorge vor Rohalsdors Sicherheit, wenn sich die prächtige Königskobra in Anwesenheit eines alten Verschwörungstheoretikers, der hinter so gut wie allem das Werk von Echsen sieht, durch den Salon kriechen sollte, könnte das zu einer nicht gewünschten Reaktion von Seitens Muntagonus führen. Sie berieten die Erlebnisse der letzten Tage und die neuesten Forschungsergebnisse, bis spät in die Nacht.