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Isarias Vision – Es beginnt

Mitten in der dunklen Nacht der Wintersonnenwende, der Nacht zwischen dem 01. und 02. Firun, betrat Isaria ihr Arbeitszimmer. Ihre Schritte leiteten sie wie von selbst hierhin. Zuvor traf sie sich mit ihren Brüdern und Schwester des Zirkels, um wenigstens im Kleinen das Ritual der Wintersonnenwende zu feiern, die Flugsalbe zu mischen und zu verteilen. Das eigentliche Ritual zu dem großen Fest der Sonnenwendfeier wird erst dann stattfinden wenn ihre Tochter Delia wieder zurück ist. Der Zirkel hatte sich einheitlich dafür ausgesprochen das große Hexenfest erst dann zu feiern wenn Delia anwesend ist.

*letztlich muss man die Feste nicht exakt zu den Konstellationen feiern. Die Energien der Sterne ist nur für die Flugsalbe von Bedeutung, jedoch nicht für das Ritual. Wir sind ja keine Praioten, die sich sklavisch an ihre „heiligen Texte“ halten. Wandel… alles ist im Wandel… und sobald etwas niedergeschrieben ist… sobald etwas still steht… so stirbt es und verkehrt sich ins Negative.*

Nun wandelte sie gedankenverloren durch ihr Arbeitszimmer. Sie wusste nicht was sie hier genau suchte. Doch solche Situationen kannte sie bereits. Immer wenn das Schicksal ihr Visionen aus Satinavs Strömungen sendete führte sie es wie von selbst in ihr Arbeitszimmer. Auf solche Befindlichkeiten wie: Schlaf, Hunger, andere Aufgaben oder das es gerade mitten in der Nacht war… tja auf solche menschlichen Befindlichkeiten nahm das Schicksal nie Rücksicht. Daran hatte sich die alte Seherin bereits gewöhnt und beklagte sich darüber nicht.

Vor ihrem Kessel kam Isaria zu stehen. Ein kurzer Blick genügte ihr, um die Bewegungen des Wassers zu sehen. Im Wasser stieg silbriger Rauch auf und formte sich an der Oberfläche zu einem glatten Spiegel. Zuerst sah sie nur sich selbst. Ein Bild legte sich auf den Spiegel und Isaria sah Delia in der Runde ihrer Weggefährten sitzen. Alles schien in Ordnung zu sein. Doch dann verdunkelte sich die Szenerie, so dass nur noch Delia zu sehen war. Hinter Delia nahm eine dunkle Form Gestalt an. Sie drängte auf die junge Hexe ein und überwältigte sie. Bewusstlos und fast tot lag Delia und in dieser namenlosen Schwärze. Neben ihr kniete ihr geliebter Wüstensohn Kalkarib. Mit einem Wendemantel deckte er sie zu. Eine Seite schien wie Sonnenschein, die andere wie das Sternenzelt.

Weit im Hintergrund flammte ein faustgroßer Diamant auf. Ein Blitz zerriss die Szene und unter dem Edelstein erschienen Delias Weggefährten. Angeführt von Sieghelm, der sich schützend und die Waffe kampfbereit vor die Gruppe stellte. Jane las in einem großen Buch und blickte sich abschätzend um, während Nehazet komplizierte, magische Gesten formte. Azina stellte sich neben den Darparten und beide nickten sich zu. In dem Moment griffen schwarze, schattenähnliche Tentakel nach den Helden. Jeder bekämpfte sie auf seine Weise. Sieghelm mit dem Zorn der Leuin und dem Schwert, Jane wehrte die Angriffe elegant mit ihrem Griffel ab und nutze das Buch als Schild, Nehazet zerstob die Tentakel mit Worten der Macht, Bakkus und Adaque schützen Azina vor Angriffen aus dem Hinterhalt und mit den geschmeidigen Bewegungen einer Raubkatze erlegte Azina ihre Beute.

Dann erhob Azina ihren Speer und stieß aufwärts in die Schwärze, in Richtung des Diamanten. Die Amulette der Gefährten strahlten in den Farben ihrer Götter. Der Speer blitzte plötzlich eisblau auf und das Licht brach sich in den Facetten des Diamanten in allen Farben des Regenbogens, um sich über Delia und Kalkarib zu ergießen.

Das Wasser des Kessels… nahm wieder seine gewohnte Färbung an… Isaria blickte sich um, und straffte ihre Körperhaltung. Mit der ernsten Stimme einer Befehlshaberin sprach die Seherin:

„Es hat begonnen… meine Tochter!“

Goldrausch in Baburin

Alhina hat es geschafft. Sie hat Ihre Liebe gefunden und wiedergefunden. Rafid, so heißt der arme Kerl. Arm ist er jedoch nur, weil Sefiras Familie sich wieder einmal eingemischt hat. Diese dreißten Diebe! Erst wollen sie Azina und ihre Familie ruinieren und nun Alhina und ihren Geliebten. Machen diese Schurken denn vor gar niemanden halt? Nur gut, dass wir das Schriftstück wiedergefunden haben, hierbei gilt der größte Dank jedoch Luna. Sie hat den Grund des Barun-Uhla abgesucht und schließlich, mit der Hilfe eines Wasserelementars, die Schätze und das Schriftstück geborgen hatte. Die Anklage ist verfasst und eingereicht und die Unterstützung des Phextempels haben wir sicher. Nun heißt es warten. Ich hoffe, dass Sefira und ihre faule Familie endlich das Schicksal bekommen was sie verdienen.

Azina hat ihren letzten Kampf leider verloren. So wie sie aussah hätte sie das auch fast mit dem Leben bezahlt. Nur gut das Sieghelm für einen Heiler sorgte. Sie habe aber trotz der schweren Verwundungen noch Aufrecht gestanden und die Arena verlassen. Das sollte Ihr viel Ansehen gebracht haben. So schnell wird sich niemand mit ihr anlegen. Und Sieghelm? er ist erst in ein paar Tagen dran und hat sich sehr gut von seinen Verletzungen erholt. Meiner Meinung nach ist es unverantwortlich, dass sich Azina und er solchen Gefahren aussetzten und Verletzungen in Kauf nehmen. Nur für die Ehre und nur für den Kampf… Sowas werde ich nie verstehen. Können die beiden Zeiten des scheinbaren Friedens nicht einfach mal genießen?Also ich bin schon froh, dass Sieghelm mittlerweile etwas sanfter im Umgang geworden ist. Aber… ach was mache ich mir um diese beiden Krieger nur solche Sorgen. Sie wissen schon was sie tun. So hoffe ich… Nun ja bald ist die Turney ja vorbei. Jetzt wo Azina ausgeschieden ist gilt es nur noch Sieghelm anzufeuern und lebend durch die letzten Kämpfe zu bringen.

Die Turney

Am Abend des 02. Firun auf dem Hof von Azinas Familie vertrat sich die Hexe Delia ihre Beine. Erstaunlicherweise ohne ihren Stab. Ihr treuer „Besen“ liegt seit dem 01. Firun unbeachtet in ihrem Zimmer und Delia schreitet seither ohne ihn durch die Welt. Sie lässt Ihren Gedanken freien Lauf als sie über die Länderein schreitet.

„Die Tage vergingen wie im Fluge, so scheint mir. Flug… ja das ist wohl das Zauberwort. Ich kann seit dem gestrigen Tage nicht mehr fliegen. Meine Flugsalbe hat mit der Wintersonnenwende ihre Wirkung verloren. Erst wenn ich wieder an einer Hexennacht teilnehmen bzw. zu meiner Frau Mutter komme wird sich dieses Problem lösen. Mutter sagte mir, dass ich erst mit meinen Freunden zu ihr kommen soll. Zum einen als eine Lektion in Demut… noch eine… und zum anderen bin ich als Wache für Azinas Familie abgestellt. Mutter entsprach meiner Bitte über Azinas Hof, Heim und Familie zu wachen. Da sich aber alle anderen Schwestern und Brüder auf die Wintersonnenwende vorbereiteten war es an mir zu wachen. Mit meiner Abreise wird ein anders Mitglied des Zirkels meine Aufgabe übernehmen. Somit sollte dieser Hof und Azinas Familie in Sicherheit sein. Komme was da mag. Die Nähe zu dem Heim meiner Mutter und des Zirkels ist ein Garant für schnelles Eingreifen. Außerdem hat sich Azina durch aus als würdig erwiesen, als sie das Biest erschlug. Hm… und Mutter erwähnte noch etwas schon „schutzwürdig wegen der göttlichen Queste“.
Ich hoffe nur das die Familie deiser wiederlichen Sefira sich nicht mehr einmischt und alles auf sich bewenden lässt. Azina und ihre Familie hat eine Zeit des Friedens verdient.“

Delia kniet sich nieder und nimmt etwas von der fruchtbaren Erde auf. Liebevoll verreibt sie etwas davon zwischen ihren Fingern.

Ob es meinen Gefährten aufgefallen ist, dass ich den Besen nicht mehr ständig bei mir führe? Nun ja wenn nicht ist es nicht schlimm. Momentan ist soviel zu tun, dass ich es niemanden krumm nehme solche, für andere, unwichtigte Details nicht zu bemerken. Die Turney verläuft sowohl für Sieghelm als auch für Azina erstaunlich gut. Also bei Sieghelm bin ich davon ausgegangen, dass er jeden vom Platz prügelt. Doch Azina… meinen kleine Azina… sie hat sich wirklich gemacht. Ich würde beiden den Sieg gönnen, ob mit göttlicher Quest oder ohne als Gewinn. Jedoch würde es Sieghelms Seele besser tun zu gewinnen. Er braucht soetwas mal. hmm… obwohl er dann wohl vor Stolz unausstehlich sein wird… Dennoch würde ich mich für ihn freuen. Azina braucht nicht zu gewinnen. Ihr Ruf und Ansehen ist allein durch die, bisher sehr erfolgreiche Teilnahme am Turnier sehr gestiegen und das ist das was sie will.“

Die Hexe erhebt sich und blickt Richtung des kleinen Gehöfts. Gemessenen Schrittes kehrt sich zurück. Bald müsste es Abendessen geben.

„Sieghelm wurde heute sogar verletzt und das nicht leicht. Dieser Dummkopf, hätte er den Schlag nicht kommen sehen können?! Na wenn es ein echter Kampf gewesen wäre, dann hätte ich mir diesen … diesen… Gegner aber vorgenommen, dafür, dass er Sieghelm so verletzte. Erstaunlich ist Sieghelms Beherrschung. Er schien so erfüllt von seine Göttin, dass er wie unverletzt siegreich und stolz vom Platz schritt. Zum Glück musste ich nicht mit Magie heilen, da Janes Künste ausreichten, sogar für diese schwere Wunde.
Egal ob er gewinnt oder nicht. Ich glaube ich werde ihm etwas Gutes tun wenn er ausscheidet. Egal ob als 1. oder als was auch immer. Er hat es sich verdient.“

Bei den Gedanken an Sieghelm und die Turney schwenken Delias Gedanken kurz in die Ferne… zu Kalkarib.

„Ob er wohl die Reiterkämpfe für sich entscheiden konnte? Bald werde ich ihn wiedersehen. Dann wird sich auch unser Schicksal entscheiden. Gemeinsam oder allein. Wir werden es sehen.

Tja und was ist mit Sahiba Alhina? Hat sie ihre Liebe gefunden?“

Liebe und Leid

Es ist so schön Azina endlich wieder zu sehen. Ich habe sie so sehr vermisst. Doch leider ergeht es ihr und ihrer Familie nicht so gut wie es sollte. Sie leben nahe der Armut, dafür sind sie aber frei. Frei auf ihrem eigenen Hof, ihrem eigenen Land. So wie ich Azina und ihre Familie kenne werden sie ihren Weg schon machen. Auch wenn dieser mühsam ist. Ich hoffe das beste für sie. Zur Not wohnt meine Mutter ja recht nahe und könnte ihnen vielleicht helfen. Was wohl passieren wird wenn die Familie des Muhalla auftaucht, um zu erfahren, dass die angedachte Hochzeit nie stattfinden wird.

Für Sieghelm scheint es auch alles zum Besten zu stehen. Er darf sogar an dem Turnier zu Rondras Ehren teilnehmen. Ich wünsche ihm, dass er das Turnier gewinnt. Er ist ein ehrlicher und gütiger Streiter und hätte so einen Sieg verdient. Ich hoffe nur diese Tempeldirne wird nicht anwesend sein, um ihn anzufeuern. Da hat er sich doch tatsächlich von ihr umgarnen lassen. Warum sollte er sich denn von so einer das „Schwert pflegen lassen“ wo er doch mich haben könnte? Mich die Auserwählte der Göttin! Habe ich ihn nicht massiert, war ich nicht als Schwanenhütertin für ihn da und auch als treue Freundin und wenn er mich sonst brauchte? Und doch werde ich nur als … was auch immer… betrachtet und nicht als Frau. Kaum kommt… so eine daher… und…

Alhina. Ach nehme treue Lehrerin. Dein Herz wiegt so schwer. Lass mich Dir doch bitte helfen auf der Suche nach der Liebe Deines Lebens. Mögen die Götter sie auf ihren Weg leiten und dafür sorgen, sich alles für sie zum Besten wenden.

Was Kalkarib wohl gerade macht? Warum kann er nun nicht bei mir sein?

Delias Gedanken.

Flucht und Demut

Was nicht alles so passieren kann. Muhalla hat sich nun entschieden reiß aus zu nehmen unter dem Vorwand seiner eigenen Entführung. Somit wird weder er noch Azina beleidigt. Sieghelm, nahm dafür die ganze Bürde der Schande auf sich. Gegen seine Prinzipien! Doch so ist es besser für alle. Ich wünsche Muhalla und Radajana alles erdenklich Gute und den Segen der Götter. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder.

Für mich, nach dem ich Sieghelm nun drei Tage diente, und wir unseren Streit belegten, ist nun die Welt auch wieder gerecht. Wenn jemand wie Sieghelm schon gegen seine Prinzipien handeln kann und sich so aufopert, dann kann ich auch mein Gemüt zügeln und nicht immer den Streit mit ihm suchen.
Ach… Sieghelm… Du tust mir leid. Ich finde schon was, mit dem ich Dich aufheitern kann. Vielleicht eine Massage mit dem Öl aus dem Rahjatempel? Wer weiß? Das wird ihm auf jeden Fall gut tun … und vielleicht auch etwas lockerer machen. Ich mag es nicht wenn der stolze Krieger so niedergeschlagen ist, dass steht ihm gar nicht. Er war die letzten Tage schon fröhlicher und beliebte sogar zu scherzen. Ja doch ich denke, dass die gemeinsamen Reisen langsam Früchte tragen und die „ewige Hauptmann“ auch ab und an mal nicht „im Dienst“ ist. Doch zur Zeit gleicht er einem getretenen Hund und das gilt es zu ändern.

Ich kann ja nicht zu lassen, dass er so Azina unter die Augen tritt. Bald… Azina… Bald sehen wir uns wieder.

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Delias Gedanken

Die Gedanken des Herrn Leutnants

Delia saß am frühen Abend des 06. Hesinde 1026BF, nach getanem Tagewerk, auf der Bank außerhalb des Bauernhauses. Pagol war bei ihr während Sahiba Alhina sich wusch. Pagol sprang auf ihren Schoß und machte es sich dort bequem. Aus großen, braunen Augen guckte er sie traurig an. Sie streichelte ihn als sie sprach „Ja Pagol Deinem Hauptmann geht es gut. Er ist nur mit dem Pferd auf dem Rückweg und wird morgen wohl hier sein. Du musst nicht mehr lange auf ihn warten.“ als würde er sie verstehen kläffte er freudig. Die Hexe spürte, dass der Leutnant seinen Hauptmann vermisste. Um ihn zu beruhigen kraulte sie ihm hinter dem Ohr. Was wohl in dem Kopf des Dackels vorsichtig ging? Hm… Da kam Delia ein Gedanke, sie konnte doch die Gedanken von Tieren lesen! Liebevoll streichelte sie ihm den Kopf und die Flanke als sie ihre Sinne ausstreckte und den Zauber wob. Nach und nach stiegen die Bilder seines Geistes zu ihr auf. Er dachte an die Wurst die Delia für ihn in der Tasche trug, an Sieghelm und an seinen Sieg über eine aranische Katze. Delia lächelte zufrieden und gab ihm etwas von der Wurst. Dabei zeigte ihr Pagol, dass er daran dachte ihr über das Gesicht zu schlecken, vor Dankbarkeit.

Nachdem der treue Hund Ihr kurz über das Gesicht leckte und dann noch etwas Wurst kaute streichelte Delia ihn weiter. „Ach Pagol, was soll ich nur mit Deinem Herrchen machen?“ Pagol dachte an den Tanz den Delia vor ein paar Tagen für Sieghelm aufführte und kurz darauf an sein letztes Stelldichein mit einer Dackeldame in Hammerschlag. „Pagol! Du altes Ferkel! Auch wenn das eine gute Idee ist, doch so einfach ist das leider nicht. Obwohl… Hm… Dein Herrchen könnte sicherlich mal eine Nacht in Leidenschaft gebrauchen. Vielleicht wäre er dann lockerer.“ Delia lachte. Schuldbewusst schien der Dackel die Hexe anzugucken. Obwohl er den Vorschlag sicherlich ernst meinte. „Weist Du Pagol, Sieghelm und ich haben uns wieder gestritten… Er wollte mir noch nicht einmal zuhören und ließ keines meiner Argumente gelten.“ schweigend nahm Delia die neuen Bilder aus Pagols Geiste auf. Er zeigte ihr wie sich Siehhelm mit einem Untergebenen stritt, sowie mit Delia. Eben war es ein sonniger Tag und sogleich wechselte die Szenerie auf die Nacht. Der Untergebene betrat die Wachstube des Hauptmanns und bat anscheinend um ein Gespräch und sie unterhielten sich. Delia brauchte einen Moment um zu verstehen. „Ach ich soll Zeit vergehen lassen? Bevor ich ihn versuche von meinem Standpunkt zu überzeugen? Damit er mir zuhört?“ der Leutnant bellte. Anscheinend zustimmend. So saßen Pagol und Delia noch eine Weile da und genossen die stille Zweisamkeit. Als letzte Bilder zeigte Pagol ihr noch, wie sehr er Sieghelm vermisste. Dann verblasste der Zauber.

Pagol sprang von ihrem Schoß und drehte noch eine Runde bevor er ins Haus zurück ging. Delia holte den Brief heraus den sie im Laufe des Tages erhielt. Er war von Kalkarib. Der Brief war für Delia wie ein warmer Sonnenstrahl. Ihm ging es gut und seine Pilgerreise war erfolgreich. Ihr Geliebter durfte seine Familie sogar bei den Reiterkämpfen vertreten. Sie freute sich sehr für ihn und war sehr stolz. Sein Vater konnte sich anscheinend noch an Delia erinnern und lud sie zu seiner Familie und natürlich auch zu Kalkarib nach El’Trutz ein. Sie hoffte bald bei ihm sein zu können. Schon über einem Monat war es her, seit sie sich sahen und sie vermisste ihren starken Löwen. Gedankenverloren strich sie über den Waqqif. Jenen Dolch denn er zu seiner Ernennung in den Kreis der Männer bekam. Nie lies sie die Waffe aus den Augen und freute sich auf den Tag an dem sie ihm den Dolch zurückgeben durfte. Sie laß den Brief erneut. Wohl zum fünften Male bevor sie ihn an ihre Lippen drückte und wieder einsteckte. Delia wünschte sich zu jenen Tagen zurück als Kalkarib und sie gemeinsam auf seinem Pferd ritten. Er führte und sie schmiegte sich eng an ihn. Zu den Nächten in denen sie, leider sittsam, aber gemeinsam in dem Zelt schliefen. Wie sehr wünschte sie, dass er nun bei ihr sein könnte. Stattdessen saß sie allein in der kühlen Dämmerung. Sie fühlte sich so allein wie seit langem nicht mehr. Fröstelnd zog sie den Umhang enger.

Später am Abend wusch sie Pagols Wappenrock und ihr Kleid. Im Anschluss dann Pagol und sich selbst. Während das Gehöft zur Ruhe kam redete sie noch mit Sahiba Alhina über Kalkrib und den Brief. Und auch über die Art der Zustellung mittels NLP (Nehazets Luftpost). Delia musste über diesen kauzigen Magier und seine wunderbare Idee lachen. Nur er konnte auf so eine Idee kommen. Die Theorie über das Vitalfeld würde gedruckt, dass freute sie für ihren guten Freund. Jane und die anderen mussten davon erfahren.

Die letzte Stadt

Die neu erwählte Schwanenhüterin zu Hochstieg lehnte auf der Fensterbank und blickte in den dunklen Nachthimmel. Bald würde es soweit sein, sie würden die letzte Stadt vor Delias Heimat erreichen: Bab-ar-Rih oder auch Baburin genannt. Von dort aus würde es nur noch 1-2 Tagesreisen sein und sie wären in Mahtab. Dem kleinen Dorf zwischen der Burg Barbenwehr und der mittelreischen Grenzfeste. Delia hoffte ihre Freunde von diesem kleinen Umweg überzeugen zu können. Denn der weitere Weg würde wohl nach Hammerschlag führen. Auf jeden Fall deutete Hauptmann Sieghelm so etwas an. Ach es wäre zu schön wieder im heimischen Wald zu sein, bei der Familie und zusammen mit ihren Freunden. Sie hoffte, dass auch Nehazet und auch Kalkarib dasein würden, doch wusste nicht genau wie das alles zu bewerkstelligen war. Auf jeden Fall lag ihr viel daran, dass ihre Freunde ihre Familie und den Ort wo sie aufwuchs kennenlernten. Was würde, wenn er denn dort wäre, ihr geliebter Kalkarib zu dem Örtchen, ihrer Familie und vor allem Delias Mutter sagen? Es war unvermeidlich, dass er erfuhr wer und was sie und ihre Mutter waren. Entweder würden sich ab da an ihre Wege trennen oder gemeinsam verlaufen. Satinav würde es wohl entscheiden.

Tief in Gedanken blickte Delia über die Felder… Bald wäre sie wieder zu Hause… „Delia es wird Zeit sich zur Ruhe zu begeben.“ erklang Alhinas Stimme und Delia nickte. Sahiba Alhina hatte recht, sie sollte auch ins Bett gehen. Delia war froh, dass Alhina nach den schlimmen Ereignissen des Tages an Schlaf dachte. Delia hoffte, es ergehe der Sahiba nicht all zu schlecht. Die Hexe entledigte sich ihrer Kleider und bereitete sich auf die Nacht vor. Währenddessen flogen ihre Gedanken zu den Ereignissen des heutigen Tages. *Muhalla, dieser… hätte er nicht ehrlich sein können? Er hatte uns alle in Gefahr gebracht! Außerdem haben wir nun diesen stinkenden Tierkrieger am Hals… Nun ja seine Queste von der Großen Mutter mag wohl nobel sein, doch das ist nicht unser Weg. Er soll seiner Queste folgen. Ich wünsche ihm allen Segen und Erfolg dafür. Doch wir sollten uns eilen in Baburin zu sein. Azina wartet und auch ich kann es kaum erwarten sie wiederzusehen. Ach Azina… ich hoffe Dir geht es gut.* – dachte Delia.

Ihre Gedanken schlichen sich wieder nach Mahtab zurück und somit auch zu ihrer Familie und zu Kalkarib. Wie lange blieb er noch in der Wüste, auf Pilgerreise? Wie lange würde es dauern bis sie ihn wiedersah? War er wirklich der Richtige für sie? Gedankenverloren glit Delia zum Fenster, um es zu schließen. Es war genug frische Luft für die Nacht im Raum. Dabei fiel ihr Blick auf Hauptmann Sieghelm, der wohl tief in Gedanken Pagol streichelte und in die Nacht starrte und die Hexe spürte, dass den stolzen Krieger irgendetwas bedrückte. Delias Gedanken kreisten um Sieghelms Befinden. *Armer Kerl… er tut alles damit wir sicher sind und alles um seiner Göttin zu gefallen. Doch was tut er für sich? Ich hoffe sehr er wird nicht an alledem zerbrechen. Es wäre schade… Er hat viel Potenzial, wenn er es denn nur nutzen würde. Vielleicht sollte ich als „seine“ Schwanenhüterin mich etwas mehr um sein Wohl kümmern. Nun ja wir…* je wurden ihre Gedanken unterbrochen. „Delia!“ erscholl Alhinas Stimme. Erst jetzt gewahr Delia, dass sie ganz nackt am Fenster stand. Sie lächelte Sahiba Alhina entschuldigend zu und legte sich in ihr Bett. „Ruhet wohl Sahiba Alhina und möge der Alleine über Eure Träume wachen.“ wünschte Delia und blickte von ihrem Bett aus in den Nachthimmel.

Schwanenhüterin

So so… nun hat er mich also. Irgendwie schon putzig, dass der Herr Hauptmann immer einen Titel und dergleichen braucht. Letztich zeigt dies nur seine eigene Hilflosigkeit und den lächerlichen Versuch die Welt in Gesetzte einzuteilen, um Kontrolle auszuüben. … den Versuch Sicherheit zu schaffen. Ganz in dem Bild seiner Göttin. Kontrolle und Sicherheit… so etwas gibt es nicht und wird es nie geben. Doch schließlich braucht der Mensch etwas für das er leben kann. Man kann ihm das nicht zum Nachteil reichen. Er meint es wirklich nur gut und zum Schutze seiner Kameraden und … Freunde. Im Herzen ist er doch gar nicht so ein Mistkerl wie ich immer dachte.

Na wird doch! Ich denke mit dieser… Auserwählten-Schicksals-Götter-Dämonen-Geschichte und meinem … anderen Ansehen bei Sieghelm wird das schon alles werden. Ich bin nun Schwanenhüterin zu Hochstieg, scheinbar ein Titel von großer Ehre. Wie mir auch Jane versichterte. Sieghelm nannte mich sogar „meine Schwanenhüterin“… ich kann mich irren aber ich war der Meinung etwas Stolz und auch einen gewissen männlichen Besitzanspruch aus der Stimme zu hören. Jetzt wo ich darüber nachdenke… Hat es Sieghelm nicht auch missfallen, dass ich Kalkarib liebe? So sagte er mir das auf Nehazets misslungener Hochzeit, wo Sieghelm etwas angetrunken war… Kann es sein das er so etwas wie neidisch auf Kalkarib oder so gar eiferüchtig ist? hm… ich werde das ganz vorsichtig prüfen. Ach Kalkarib… er wird Augen machen, ob des neuen Titels von mir, schließlich gereicht es ja auch ihm als meinen zukünftigen Ehemann zur Ehre. Ich hoffe ihn bald wieder sehen zu können. Doch nun muss ich erst einmal mit Sieghelm weiterhin gut auskommen … und wenn ich auf mein Herz höre dann will ich das auch.

hm… ich denke die Art mit und für ihn zu tanzen war angemessen. Um Alhina und auch Kalkarib nicht zu kränken, habe ich beim Tanz die Schellen die er mir schenkte,  für einem Tanz den ich ihm noch schuldig bin, nicht getragen. Dafür aber natürlich seinen Waggif. Der Tanz um und mit Sieghelm war zwar schnell und grausam schlecht improvisiert, was der Zeit und den Umständen zu schulden kam, ABER dennoch kam er scheinbar gut an. Sieghelms Blick war so… unglaublich unschuldig und schüchtern… als ich mich auf ihn setzte und fragte ob es ihm gefallen würde. Schade nur, dass er dabei seine Rüstung trug. Schöner wäre es gewesen wenn er so aussähe wie gestern bei den Übungen zum Ringen. Schön mit Körperöl und… ohne soviel störende Kleidung. Nun ja… alles zu seiner Zeit. Dann hätte es jedoch gut sein können, dasse er vor Scham und Erregung ohnmächtig geworden wäre. Ich sollte es daher viel langsamer angehen lassen… ABER es macht einfach zu viel Spass ihn aufzuziehen. Auch wenn wir uns nun besser verstehen werde ich wohl die kleinen Neckerein nicht lassen. Ich denke ihn amüsiert das auch wohl.

Es bleibt weiterhin spannend zwischen dem Krieger und der Hexe. Bald werden wir Azina wiedersehen und dann werde ich meinen Freunden vorschlagen meine Mutter zu besuchen, bevor wir … wohin auch immer reisen. Es wäre schön wenn Kalkarib auch dort sein könnte…

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Delias Gedanken

Im Zeichen der Göttin

Was für eine Nacht! Dieses Mal spürte ich die reine Herrlichkeit der Herrin Rahja! Die Feier war unglaublich aber der Höhepunkt, die höchsten Wellen der reinsten Lust auf dem Hochaltar Rahjas zu reiten war… unfassbar. Ich glaube es waren zwei … der fähigen Priester die mich nahmen und die ich verwöhnte. Große Mutter war das … so sinnlich… Hm… Wären es nur Kalkarib und Sieghelm gewesen die mich hart auf dem Altar nahmen. Das wäre noch denkwürdiger gewesen. Doch diese beiden strammen Krieger hätten mich wohl über den Gipfel der Lust hinaus getrieben, bis mich rote Wolllust als Arme der Ohnmacht umfangen hätten.

Oh ich umarme Satuaria, Levthan und Rahja… Oh Ihr Götter, lasst mich Eurer Gefäß sein und zugleich mit Rashtullhas Weisheit erleuchten.

Auf hoher See

Nun sind wir endlich unterwegs. Es geht auf nach Baburin, näher zu Azina. Ich kann es kaum erwarten meine gute Freundin wieder begrüßen zu dürfen. Die aranische Luft ist auch angenehm. Endlich kann ich sie wieder spüren und atmen. Es ist schon eine seltsame Fügung des Schicksals, dass sich alles zum Guten wendete. Sieghelm und ich verstehen uns widererwartend sehr gut, seit dem ich auserwählt wurde. Ich glaube er kam sogar nur zum Gasthaus zurück um mich zu beschützen. Auch die Kampfübungen mit ihm waren gut. Nun ja er schlug etwas hart zu, doch wenn man seine gewaltigen Arme bedenkt ist das auch kein Wunder. Doch letztlich habe ich gewonnen. Zwar durch eine List aber ich habe gewonnen.

Der baldige Ehegatte von Azina ist ein merkwürdiger Lump. Ich bin der Meinung Azina hat etwas besseres verdient. Ich hoffe uns allen gelingt es diese Hochzeit zu verhindern. Sofer dies der Wille Azinas ist und wir dieses richtig aus dem Brief gedeutet haben.

Briefe… Ich stehe nun an der Rehling und das einzige was ich mir wünsche ist in der Nähe von Kalkarib sein zu dürfen. Ob es meinem stolzen Wüstensohn gut ergeht? Ich wünsche es ihm, aus ganzem Herzen! Und wenn er schon nicht bei mir sein kann, würde ich liebend gerne ein paar Zeilen von ihm lesen. Ach mein Geliebter… wann gestattet es das Schicksal, dass ich Dich endlich wiedersehen kann… Vergiss mich bitte nicht.

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Delias Gedanken.