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Die letzte Stadt

Die neu erwählte Schwanenhüterin zu Hochstieg lehnte auf der Fensterbank und blickte in den dunklen Nachthimmel. Bald würde es soweit sein, sie würden die letzte Stadt vor Delias Heimat erreichen: Bab-ar-Rih oder auch Baburin genannt. Von dort aus würde es nur noch 1-2 Tagesreisen sein und sie wären in Mahtab. Dem kleinen Dorf zwischen der Burg Barbenwehr und der mittelreischen Grenzfeste. Delia hoffte ihre Freunde von diesem kleinen Umweg überzeugen zu können. Denn der weitere Weg würde wohl nach Hammerschlag führen. Auf jeden Fall deutete Hauptmann Sieghelm so etwas an. Ach es wäre zu schön wieder im heimischen Wald zu sein, bei der Familie und zusammen mit ihren Freunden. Sie hoffte, dass auch Nehazet und auch Kalkarib dasein würden, doch wusste nicht genau wie das alles zu bewerkstelligen war. Auf jeden Fall lag ihr viel daran, dass ihre Freunde ihre Familie und den Ort wo sie aufwuchs kennenlernten. Was würde, wenn er denn dort wäre, ihr geliebter Kalkarib zu dem Örtchen, ihrer Familie und vor allem Delias Mutter sagen? Es war unvermeidlich, dass er erfuhr wer und was sie und ihre Mutter waren. Entweder würden sich ab da an ihre Wege trennen oder gemeinsam verlaufen. Satinav würde es wohl entscheiden.

Tief in Gedanken blickte Delia über die Felder… Bald wäre sie wieder zu Hause… „Delia es wird Zeit sich zur Ruhe zu begeben.“ erklang Alhinas Stimme und Delia nickte. Sahiba Alhina hatte recht, sie sollte auch ins Bett gehen. Delia war froh, dass Alhina nach den schlimmen Ereignissen des Tages an Schlaf dachte. Delia hoffte, es ergehe der Sahiba nicht all zu schlecht. Die Hexe entledigte sich ihrer Kleider und bereitete sich auf die Nacht vor. Währenddessen flogen ihre Gedanken zu den Ereignissen des heutigen Tages. *Muhalla, dieser… hätte er nicht ehrlich sein können? Er hatte uns alle in Gefahr gebracht! Außerdem haben wir nun diesen stinkenden Tierkrieger am Hals… Nun ja seine Queste von der Großen Mutter mag wohl nobel sein, doch das ist nicht unser Weg. Er soll seiner Queste folgen. Ich wünsche ihm allen Segen und Erfolg dafür. Doch wir sollten uns eilen in Baburin zu sein. Azina wartet und auch ich kann es kaum erwarten sie wiederzusehen. Ach Azina… ich hoffe Dir geht es gut.* – dachte Delia.

Ihre Gedanken schlichen sich wieder nach Mahtab zurück und somit auch zu ihrer Familie und zu Kalkarib. Wie lange blieb er noch in der Wüste, auf Pilgerreise? Wie lange würde es dauern bis sie ihn wiedersah? War er wirklich der Richtige für sie? Gedankenverloren glit Delia zum Fenster, um es zu schließen. Es war genug frische Luft für die Nacht im Raum. Dabei fiel ihr Blick auf Hauptmann Sieghelm, der wohl tief in Gedanken Pagol streichelte und in die Nacht starrte und die Hexe spürte, dass den stolzen Krieger irgendetwas bedrückte. Delias Gedanken kreisten um Sieghelms Befinden. *Armer Kerl… er tut alles damit wir sicher sind und alles um seiner Göttin zu gefallen. Doch was tut er für sich? Ich hoffe sehr er wird nicht an alledem zerbrechen. Es wäre schade… Er hat viel Potenzial, wenn er es denn nur nutzen würde. Vielleicht sollte ich als „seine“ Schwanenhüterin mich etwas mehr um sein Wohl kümmern. Nun ja wir…* je wurden ihre Gedanken unterbrochen. „Delia!“ erscholl Alhinas Stimme. Erst jetzt gewahr Delia, dass sie ganz nackt am Fenster stand. Sie lächelte Sahiba Alhina entschuldigend zu und legte sich in ihr Bett. „Ruhet wohl Sahiba Alhina und möge der Alleine über Eure Träume wachen.“ wünschte Delia und blickte von ihrem Bett aus in den Nachthimmel.

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