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Naggilah, Rückreise

30. Rahja 1025 nach Bosparans Fall, Abends/Nacht:
Wir erreichten Naggilah, wurden in die Karawanserei eingelassen. Die Karawane schien, freundlich ausgedrückt, etwas kopflos ohne Sahib Selem Al’Harab ibn Said. Aber durch das Eingreifen von Azina und Collega Peddersen, konnte der gröbste Schaden minimiert werden. Ich kümmerte mich um unsere „besonderen Gäste“, ein Bediensteter der Karawanserei war so freundlich und überbrachte meine Nachricht an Collegus Rafim Bey ibn Rizwan. Collega Peddersen und ich disputierten über das Unrecht der Söldner, welches jene durch ihren schändlichen Verrat begannen, die Frucht der Erkenntnis schien dies nicht reifen zu lassen in ihren kleinen Geistern. Wesir Abu geleitete mich von der Karawanserei zu der Residenz von Collegus Rafim Bey ibn Rizwan. Wir berieten uns kurz, er unterbreitete mir einen interessanten Vorschlag.

1. Namensloser 1025 nach Bosparans Fall:
Ich begab mich mit dem Tau des Tonwarenhändlers, welches ich mir lieh, zurück zur Karawanserei. Dort besuchte ich Sahib Selem Al’Harab ibn Said, welcher gerade von Collega Peddersen und Delia versorgt wurde. Collega Peddersen begab sich auf den Weg um ein Heilmittel für eine der schlimmsten Erkrankungen Deres zu beschaffen, für Dumpfschädel. In der Zwischenzeit lehrte ich Delia den Unitatio Cantus, anschließend brach ich, unter Zuhilfenahme ihrer arkanen Kräfte, den auf ihr liegenden Memorabia Cantus. Dem Anliegen des Wissensaustausches war sie, nur bedingt aufgeschlossen gegenüber, wieso eigentlich, ich meine ich habe ihr auch Wissen der Gildenmagie zugänglich gemacht, was spricht also gegen eine Vertiefung und einen entsprechend beiderseitiegen Wissensaustausch? Arbeitete mit Collega Peddersen zusammen bei der Zubereitung des Traschbart, um den Dumpfschädel zu kurieren.

Aus dem Tagebuch der Jane Peddersen

24. Rahja.

Hab heute einen Interessanten Jungen Mann kennen gelernt einen gewissen Nehazet ibn Tulachim. Er hat entdeckt das der Junge Herr sehr viel versprechende Chance hat an einer Magie Akademie aufgenommen zu werden. Dort werden seine problematische Soziale Umgangsformen nicht mehr ins Gewicht fallen im Gegensatz zu den Beruf seines Vaters. Ich habe danach noch den Rest des abends im Angenehmen Gespräch mit Nehazet verbracht. Es ist lange her das ich einen angenehmen Gesprächspartner hatte der ebenfalls vom Forschergeist beseelt war.

25. Rahja.

Nehazet hat den jungen zur vereinbarten Stunde abgeholt ich hab ihm noch ein kleines Mathematisches Rätsel mitgegeben, das im Hesinde Dorf zu Festum ein ganzes Jahr ungelöst geblieben war. Ich bin gespannt ob er es lösen kann. Ich hab mich entschlossen zuerst einmal mit der Reisegruppe von Nehazet die Straße gen Erkenstein zu Reisen. Ich möchte gar nicht daran denken alleine durch dieses Land zu ziehen. Vielleicht werde ich weiter gen Punin reisen oder gen Süden, ich werde es sehe,n zur zeit hat mich gerade die Wanderlust ergriffen.

26 Rahja.

Die Straße ist genauso staubig und eintönig wie immer in diesem Land, ich habe eine Zeichnung der Schönen Azina angefertigt. Sie sieht sehr elegant aus mit ihrem Speer und stolzen Schritt. Wir sind heute in einem Kleinem Staubigen Dorf namens Maridor angekommen. Die Preise hier sind wie immer überteuert.

27 Rahja.

Die Karawane verbringt den Tag in Maridor wo sie hoffen ein wenig ihrer Güter zu verkaufen. Ich selbst hab das Bild von der jungen Azina beendet und eindeckt das man auch hier etwas Geld mit Auftragsarbeiten verdienen kann. Es sollte genug sein um meine Unkosten zu decken und ich kann so Hesinde es will meine Reise in die Länge ziehen bevor ich mich wieder nach einer Arbeit umsehen muss. Das Land ist, obwohl staubig und unfreundlich gegenüber Frauen sehr interessant. Herr Nehazet hat heute auch bewiesen das er den Preis seiner Kunst sehr genau einschätzen kann. Auch wenn im anscheinend der Wert des Geldes eher unwichtig ist.

28 Rahja

Wieder auf der Reise. Das Wetter ist angenehm nur zur Mittagszeit wird es zu warm. Ich bin froh das ich mir einen Sonnenschirm geleistet hab. Meinem Lieben Pferd Miri scheinen diese Temperaturen nicht soviel auszumachen. Immerhin ist es nicht so schlimm wie in der Kohm. Mir sind heute ein Paar Gestalten aufgefallen die bei den Bergen uns gleichauf Gereist sind. Herr Selem schien davon aber nicht sehr beeindruckt zu sein.  Ich hab weitere Skizzen der Berge angefertigt. Gen Abend erreichten wir ein weiteres Kleines Dorf namens Merahbad. Dieses Mal musste ich mir ein Zimmer mit Herr Nehazet Teilen. Nicht der unangenehmste aller Zimmergefährten die ich bisher hatte.  Immerhin behält er seine Hände bei sich.

29 Rhaja

Merahbad ist genauso einfach wie vermutet, Die Bauwerke sind einfach, nicht geplant sonder geformt. Ich konnte aber ein paar fehlende Zutaten für eine Suppe erwerben die ich am nächsten Tag auf Reisen kochen will. Mir geht das langsam auf den Magen immer nur dieser trocknende Reiseproviant. Ich hab noch drei weitere Auftragsarbeiten gezeichnet. Vielleicht sollte ich mich noch mehr auf das zeichnen von Porträts spezialisieren. Aber Menschen sind so .. einfach im Vergleich zu einem Komplexen Landschaftsbild. Wobei ein Bild mit einer Schönheit wie Azina oder ihrer der andern die ich kurz am 24 kennen gelernt hab. Die alleine reisende Dehlia .. vor einer schönen Landschaft. Ich denke ich sollte dafür Skizzen anfertigen.

30 Rahja

Wir sind frühzeitig aufgebrochen. Die Reise war ereignislos. Die Fischsuppe ein Erfolg. Ich habe eine Skizze eines scheinbar toten Olivenbaumes gemacht. Es sollte mir bei der Landschafzeichnung die ich gestern im Kopf geplant hatte Helfen. Es ist selten das man einen Baum ohne Blätter aber mit so vielen Ästen sieht. Vielleicht wartet der Baum auch nur auf Wasser. Leider passierte gen Abend das, was Reisen so unangenehmen macht. Die Söldner versuchten sich an uns zu bereichern. Zusammen mit ein paar andern die im verborgenen gefolgt waren versuchten sie die Karawane zu Überfallen. Ich denke ich kann mit Recht behaupten das wir uns sehr gut geschlagen haben. Leider geriet Herr Selem in die Hände einer der Banditen. Dieser fühlte sich aber schlussendlich durch das Geräusch der Herannahenden Reiter und von Azina und Mir so beeindruckt das er wie seine Kumpanen auch die Flucht ergriff, dabei fügte er Herrn Selem eine unter Normalen Umständen tödliche Halswunde zu. Ich konnte diese zwar verbinden und somit das schlimmste verhindern, aber ohne Nezahezt magische Heilung hätte ich ihm dadurch aller Wahrscheinlichkeit nach, nur ein paar Tage mehr Erkauft. Somit wird vielleicht noch eine Narbe zurückbleiben aber ich denke das er sehr gute Chance hat sowohl sein Leben als auch seine Stimme zu behalten.

Reise Fasar-Punin-Fasar-Maradior-Merhabad-Naggilah

Der kurze Besuch in Punin war erfreulich, gelang es mir doch meine verbrannten Aufzeichnungen zu ersetzen und einige Gegenstände dort zu deponieren, Ulfried wurde an der Akademie aufgenommen, was zu erwarten war, kurze Gespräche mit den Collegea Manzanares und Kosmaar geführt. Das Reisen per dunkler Pforte war angenehm, warum kann nicht jede Reise so schnell erfolgen? Nachdem ich mich per dunkler Pforte wieder zur Al’Achami begab erstattete ich der Familie Rotwasser einen erneuten Besuch ab, hmm ob deren Diener inzwischen wieder zurückkehrte? Das Präsent der Familie Rotwasser, eine magische Schreibfeder, welche, bislang, gemäß meiner Erwartungen funktionierte, dürfte es mir erlauben meine Arbeiten schneller zu verfassen, jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie hoch die maximale Geschwindigkeit der Feder ist.
Collega Jane Peddersen schloß sich unserer kleinen Reisegruppe an, mit Ihr und Azina saba Belima begab ich mich zu Sahib Selem al’Harab ibn Said, um mit ihm die Konditionen unserer Reise nach Shirdar zu besprechen. Auf dem Basar erfuhr ich später auch, aus verlässlicher Quelle, das mein Vater Handelsbeziehungen bis nach Fasar hat, war mir bislang unbekannt, hmm wohin er seine Waren sonst noch exportiert?

Ich musste den Weg zwar zu Fuß laufen, was meinen Entschluss betreffend anderer Reisemittel lediglich bestärkte, und mich entsprechend stark erschöpfte, aber in Maradior angekommen, gelang es mir meine Nachricht an Collegus Rafim Bey ibn Rizwan zu übermitteln. Ansonsten war der Tag recht uninteressant, spielte noch mit Collega Peddersen eine Partie Rote & Weiße Spiele, sollte meine Erfahrung ausbauen, verlor ich doch. Ich konnte meine neue Feder einem ausgiebiegeren Test unterziehen, begann ich doch damit den theoretischen Teil der Theorie der Beobachtung und Wahrnehmung abzuschreiben, ich werde noch einige Anmerkungen beizufügen, ist das Werk doch etwas veraltert, Ulfried wird es sicher zu schätzen wissen.

Erreichten heute Merhabad, traffen erneut auf eine Zollstation, leider nicht der Zöllner vom letzten Male, hätte mich gerne weiter mit ihm unterhalten, schade, vielleicht ein anderes Mal. In Merhabad konnte ich, am nächsten Tag, ein weiteres Thaumatursom erschaffen, das als Gedankenkonstrukt für Azina begonnende Reinigunsartefakt wurde in die Tat umgesetzt, nach einer kleinen demonstratio weiß ich nun, erstens das es funktioniert und zweitens, dass meine Kleidung wieder sauber ist. Ein gewisser Yikbar zeigte sich an dem Thaumatursom interessiert, verstand aber nicht, dass ich selbiges Thaumatursom nicht unter 95 Dukaten und 12 Muwlat verkaufen könne, seltsamer Vorstellungen haben einige Leute, dabei war das nur der reine Unkosten Beitrag.

Die nächste kombattive Auseinandersetzung ereignete sich auf unserem Weg nach Naggilah. Einer der Söldner der Karawane erfragte meine Expertise bezüglich eines Ringes, kurze Begutachtung mittels Odem Arcanum Cantus ergab das besagter Ring ein Thaumatursom sei. Jenes wird durch aussprechen des Wortes „Ring“, und das bei einem Ring, wer denkt sich so einen Blödsinn aus? ausgelöst. Jener Cantus scheiterte zwar an meinem Widerstand gegen Magie, doch der Söldner ziehte seine Waffe blank und attacktierte mich, verfehlte mich jedoch. Als nächstes brach ein ziemliches Chaos aus, die Söldner griffen ihre eigene Karawane an, wobei größtenteils wir unter ihren Angriffen zu leiden hatten und Sahib Selim al’Harab ibn Said, dank der Unterstützung durch Azina saba Belima und Collega Peddersen gelang es uns den Angriff zurückzuschlagen, die Verstärkung der Söldner wurde erfolgreich durch primitive Magica Combattiva und Phantamagorien eingeschüchtert, sodass jene eine Flucht vorzogen. Der Anschlag mit dem Ring, welcher auf mich versucht wurde, brachte mich auf eine Idee, ich zückte den Ring und warf ihm dem Söldner zu, welcher mir den Ring aushändigte, wie zu erwarten war fing er den Ring, woraufhin ich selbst das Artefakt mit dem Wort Ring auslöste, und bei ihm funktionierte der Cantus natürlich. Der Söldner welcher Sahib Selim al’Harab ibn Said in seiner Gewalt hatte floh auch nach einiger Zeit, jedoch richtete er vorher noch diversen Schaden an, er floh mit einigen Besitztümern von Sahib Selim al’Harab ibn Said und schlitzte seinen Hals vorher auf. Collega Peddersen gelang es seinen Zustand zu stabilisieren, mein vor kurzem fertiggestelltes Thaumatursom half seine Wunden zu reinigen. Weiteres konnte ich zu dieser Zeit nicht tun, doch die Schmückhändlerin überraschte mich, hatte Sie doch einen kleinen Vorrat an Alchimistischen Elixieren angesammelt, für Notfälle wie sie mir gegenüber erwähnte, sie reichte mir einen Zaubertrank. Jener regnerierte meine Zauberkraft in dem Maße, dass ich die durch den Söldner hervorgerufene Wunde, relativ, einfach heilen konnte. Die verräterischen Söldner wurden, insofern es möglich war, gefesselt, jene werden bei nächster Gelegenheit dem hier herrschenden Potentaten zum richten übergeben.

Anschließend begaben wir uns erneut in Richtung Naggilah, Azina ritt voraus.

Der Weg zurück

„Folgt mir!“

Mit einer Fackel in der einen und die Zügel von Janes Pferd in der anderen Hand reitet Azina gen Naggilah. Der Tross der Karavane des verletzten Sahib Selim folgt ihr dicht auf den Fersen. Angestrengt späht sie in die Dunkelheit und versucht Weg, Ziel und Gefahr gleichermaßen im Blick zu behalten. Die Silhouetten der verräterischen Söldner verblassen bereits am Horizont.

Ich habe ja erwartet, dass die Rückreise nach Shirdar kein Vergnügen wird, nun wo Delia vorauseilte, Rowin seiner Liebe andernorts frönt und dieses Fräulein Peddersen mit uns reist. Für Nehazet scheint es ja eine willkommene Abwechslung zu sein. Nun hat er endlich einen Gesprächspartner. Und ich muss ja nicht ständig bei den Beiden verweilen. Da kommen mir die Pflichten eines Söldners sehr gelegen, um nicht den Verstand zu verlieren.

Was sich jedoch die Söldner von Sahib Selim erlaubten, widerspricht ganz klar dem Kodex. Verrat ist unverzeihlich. Und Mord vergeltungswürdig. Ich bin sicher Salem hat irgendwo einen Sohn der Blutrache nehmen wird. Das kennen wir ja schon. Hoffentlich lernt er – sollte er überleben – was durchaus wahrscheinlich ist, da sogar Nehazet seine heilenden Hände im Spiel hatte – dass er seine Männer besser bezahlen muss. Nur zufriedene Männer sind gute Männer. Und Frauen!

Naggilah … nur ungern möchte ich dorthin zurück. Ich sehe ein, dass Salem ein ordentliches Lager benötigt. Auch sehe ich ein, dass die gefangenen Verräter überführt gehören. Aber ich sehe nicht ein, warum wir dafür Bey Raffim persönlich belästigen müssen. Leider besteht Nehazet darauf. Ist es doch – wie er sagt – eine gelungene Wiedergutmachung des Schadens, wenn wir ihm zwei neue … Arbeiter … bringen. Sollen sie meinetwegen machen was sie wollen, ich bleibe in der Karawanserei und werde mich ein wenig erholen. Zwar konnte ich keinen Stoß mit dem Speer landen, aber ich wurde auch nicht verletzt. Ich sollte ein wenig trainieren. Aber nicht mehr heute.

Ich kann die Sterne sehen. Welch trügerische Ruhe.

Azina schaut auf den Tross hinter ihr. Die Händler sehen besorgt, aber auch wütend aus. Einige wuseln herum und lassen die notdürftig umgepackten Waren neu organisieren. Andere sitzen gedankenverloren und zusammengesunken auf ihrem Kutschbock. Als Azina sich wieder umdreht schwirren die Worte ihrer Tante erneut ihn ihrem Kopf herum.

Sie hat nicht viel gesagt. Aber sie hat Recht! Ich muss mich meinen Pflichten stellen, ganz gleich was geschieht. Das duldet keinen Aufschub mehr. Ich muss zurück nach Aranien! Jedoch besagt die Ehre, dass ich diesen Auftrag zunächst beende und Nehazet sicher zum Emir bringe. Im Anschluss werde ich mir Arbeit in einer Karawane nach Barburin suchen und die Zedernstraße ein weiteres Mal bestreiten. Vielleicht kann Sahib Selim ein gutes Wort für mich einlegen, um mir einen besseren Stand zu verschaffen.

Haltet aus. Ich werde kommen. Versprochen.
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Gedanken der Azina

Ein kurzer Trip nach Punin zeichnet sich ab

Nachdem es mir gelang Delias Wahren Namen zu erfahren, sollte es mir erheblich einfacher fallen, den auf ihr gewirkten Memorabia Cantus aufzuheben, nun muss ich nur noch genügend Kraft akkumulieren. Worum ich mich auch bemühte, was in einer erneuten temporären Unpässlichkeit meiner seits endete.
Nachdem ich mich geringfügig erholt hatte, offensichtlich habe ich nicht nur verpasst, wie Rowin und Demeya erneut zusammenfanden, faszinierend, wenn darüber nachgedacht wird, dass bei Demeya andere Methoden zum angestrebtem Ziel führten, wäre ich nur nicht so ausgezehrt gewesen, so hätte ich daran gedacht Demeya zu untersuchen, es wäre ja theoretisch möglich, bei Delia eine ähnliche Methode anzuwenden, so ich gerade darüber nachdenke, was wohl passieren würde, wenn ich eine der Figruen aus meinem rote & weiße Kamelspiel zu Staub verarbeiten würde, ich meine theoretisch sollte zumindest eine geringe Wahrscheinlichkeit bestehen, dass die Praios gebundene Kraft dem Cantus entgegenwirkt, theoretisch, hmm wie sich so eine zermahlene Figur wohl mit der Al’Chymia arrangieren würde? Zuerst einmal werde ich es wohl mit der traditionellen Variante versuchen.
Der Tag neigte sich dann auch dem Ende, morgen würden Rowin und Demeya den Bund der Travia eingehen, wie so eine Zeremonie wohl vonstatten geht?

In Anbetracht eines gewissen fehlens der vis vitalis in meinem Corpus, zog ich es vor erneut einen Balsam Cantus zu sprechen, interessanter weise fiel es mir schwerer als sonst meine Konzentration zu halten, muss wohl noch deutlich geschwächt sein, doch es war nichts, dass nicht durch ein überdenken und feinerem ausarbeiten der Matrix des Cantus im Geiste ausgeglichen werden konnte. Die Zeremonie des Traviabundes war, seltsam, schon alleine die Metaphern waren unzureichend, kaum wird darauf hingewiesen folgen die Strafen natürlich auf dem Fuße…
Travia womit habe ich deine Aufmerksamkeit verdient, Hesinde, Nandus und Feqz wo seid Ihr, könntet Ihr doch eure Verwandte im Zaume halten.
Nun gut, es gab auch den ein oder anderen Lichtblick, wobei vorallem zwei von Bedeutung sind, zumindest für mich die anderen ziehen wahrscheinlich andere Ereignisse vor.
Aber wo es Licht gibt, dort gibt es bekannterweise auch Schatten, in diesem fall gab es reichlich Schatten, also schön neutrlaistisch ausgeglichen…
Da wäre einerseits die erfreuliche Bekanntschaft mit einem potenziellen Studiosi der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puninsiensis, welchen ich kennenlernte nachdem er mein Exemplar des hilfreichen Leitfadens des wandernden Adepten mit seinen Gedanken anreicherte. So sehr ich seinen Eifer und seinen potenziellen Intellekt schätze, sehe ich doch gewisse Ähnlichkeiten zwischen uns, so wenig schätze ich die Verunstaltung, wobei mir seine Gedanken durchaus an diversen Stellen des Buches kammen, meiner Bücher, ob sich dies mittels Sapefacta Cantus reversibel machen ließ? Zumindest waren seine Anmerkungen nicht auf dem gleichen Niveau, wie die Anmerkungen des restes der Kinderschar, mein arnmes Buch…
Wo war ich, ach ja, nach beschau des angerichteten Schadens, setzte ich mich mit meiner Ausgabe des Tractatus Septelementaricum neben ihn, wir gerieten relativ schnell ins Gespräch, dabei untersuchte ich ihn mittels Odem Arcanum auf eine entsprechende Arkane Befähigung, welche sich auch zeigte. Ich sprach ihn darauf an, auch er wollte auf die Academia Arcomagica, hach das ruft, lassen wir das, wir begaben uns nach draußen, wollte er doch seiner Privatlehrerin davon unterrichten. Jene fanden wir am Brunnen des Traviapaltzes, es handelte sich um eine dezent gekleidete gut aussehende Frau, auch mit ihr ließ es sich angenehm disputieren, ich besprach mit ihr meine Erkenntnisse, schnell kammen wir überein, das die Eltern des Jungen schnellstens informiert gehörten. Also wurde ich zum Hause derer von Rotwasser geführt. Dort disputierten wir kurz über Möglichkeiten der Einordnung von Architektur, sowie Probleme, welche sich theoretisch, dabei ereignen könnten. Bis auf die angeschlagene Mutter des Kindes, waren seine Eltern nicht im Hause, doch jene suchte uns bald heim. Es gelang uns natürlich sie von unserem Vorhaben zu überzeugen. Ich sollte noch schnell ein Empfehlungsschreiben aufsetzen, was ich auch mithilfe von Collega Pedersen tat, weiterhin wurde uns zugesagt, dass wir morgen einen Termin in der Al’Achami hätten, hoffte ich doch die Dunkle Pforte dort nutzen zu können.
Der Tag klang aus mit einer angeregten Mathematisch/Sphärologischen disputatio mit Collega Pedersen, ach würde ich doch nur auf eine höhere Anzahl solcher Geister treffen, hätte jemand wie Sie uns damals zu Collegus Malums Domizil begleitet, so wären die ganzen Verwirrungen um unser parlier in Bosparano vermieden worden. Auch Azina und Delia gesellten sich noch kurz zu uns, ihr Verhalten wirkte, irgendwie seltsam, vermutlich lag das an der Zeremonie des Traviabundes, warum gibt es dafür eigentlich keinen Cantus, hmm, wäre aufjedenfall ein Versuch wert, allerdings beginne ich mit der Konzeption erst, wenn ich kein anderes lohnendes Thema mehr habe, soviel ist wichtiger als das. Wobei es eigenartig anmutet, ob die Analyse eines Thaumatursoms mit Cantus Catalytis Infinitum simpler wär?

Ewig seid verbunden

Nehazets Untersuchung bei Delia schien von Erfolg gekrönt zu sein. Zumindest konnte ich das auf seinem Gesicht lesen. Eine Verstimmung über ein unlösbares Problem sieht anders aus. Wobei, wenn ich es mir recht überlege, konnte er bisher alles lösen. Im akutem Fall fehlten ihm wohl erneut die Ressourcen, sodass er den feindlichen Zauber nicht sofort brechen konnte. So lenkte ich Delia ein wenig mit den Tieren des Traviatempels ab, während Rowin und Demeya sich draußen vor dem Brunnen immer noch in den Armen wiegten.

Später erklärten Demeya und Rowin uns, dass sie bereits am nächsten Tag den Bund der Travia eingehen möchten. Delia schien ganz entzückt und wuselte hin und her. Ich selbst blieb ganz ruhig. Kein bisschen aufgeregt. … nun ja. Firun mag mir verzeihen, dass ich mich dieses eine Mal von den Festlichkeiten habe ein wenig hinreißen lassen. Ist ja auch ein freudiger Anlass, oder?

Geschwind schnappte ich mir Demeya, während Delia und Rowin den entsprechenden Schmuck besorgten, und zerrte sie gegen ihren Willen zum nächsten Kleidungsstand und ließ sie einige schöne Kleider anprobieren. Mit dem Geld der Halbschwester von Onkel Omar kaufte ich ihr das schönste Kleid, welches der Händler auf Lager hatte. Beschämt wollte sie es zunächst nicht annehmen. Unsinn! Dies ist mein Geschenk zum Bunde an euch. Also so nehmt es.

Außerdem war es nicht mein Geld, welches ich dafür hergab. Ich werde, noch bevor wir abreisen, meiner Tante einen Besuch abstatten und mich bei Ihr bedanken. Bestimmt hat sie auch einen Auftrag für mich, den ich für sie auf meinen Wegen erledigen kann, um mich ein wenig zu revanchieren.

Der Traviabund fand am nächsten Tag zur ersten Praiosstunde statt. Eine herrliche Zeremonie. Prachtvoller Blumenschmuck hing überall. Demeya überstrahlte mit ihrer Schönheit engelsgleich selbst das Funkeln des prunkvollen Praiostempels. Der Gong jenes Tempels verblasste im Angesicht der stillen Erhabenheit. Die obere Mutter hielt zusammen mit ihrem Mann eine wunderschöne Bundrede, die jeden Anwesenden in den Schwur einbezog und zur Bestätigung aus voller Kehle „So sei es.“ rufen ließ.

Nur Nehazet wurde von einer Traviadienerin rüde zum Schweigen gebraucht, als er es wagte seine Stimme zum falschen Zeitpunkt mit unangebrachten Worten zu erheben.

Rosa Blüten säumten des Paares Weg. Adaque flog freudig kreischend eine Ehrenrunde in der Blütenpracht. Alle wünschten dem Paar lautstark alles Glück dieser Welt und winkten den beiden ergriffen zu.

Auf der anschließenden Feier wurde viel getanzt und gelacht. Delia fand sich urplötzlich in den Armen eines markanten Mannes wieder und tanzte mit ihm, wie ich es noch nie zuvor sah. Mir ward ganz heiß bei diesem Anblick. Nehazet fachsimpelte schließlich mit dem Bengel, dem ich des Magiers Buch entriss. Selbst Bakkus schien sich zu amüsieren. Freudig sprang er zwischen den Menschen umher. Selbst ich tanze ganze zwei Mal.

Zwischendurch fiel mein Blick immer wieder zu Rowin und Demeya. Wie glücklich sie aussahen. Eng umschlungen wiegten sie im Takt zur Musik. Ab und zu klopfte ihnen jemand auf die Schultern oder sprach ihnen Glückwünsche aus. Ich wusste: der Abschied war nicht mehr fern. Ich wünsche euch viel Glück. In Ewigkeit seit mit Freude verbunden. Wir werden uns wieder sehen, da bin ich ganz sicher.

Zum Skandal des Abends sorgte ausgerechnet Nehazet, als er sich mit einer gut aussehenden Fremden auf seine Stube zurückzog. Ich bezweifelte von Anfang an, dass es das sein kann, was es zu sein schien und wovon die Partygesellschaft wohl fest überzeugt war. Nein, bestimmt handelte es sich um eine rein fachliche Konservation! So musste es sein. Wie es der Zufall so wollte, musste ich noch einmal Nehazets Zimmer betreten, um Adaques Bauer zu holen. Dabei lernten Delia und ich seine Gesellschaft kennen: Eine wirklich gut aussehende junge Dame. Etwas zu sehr zugeknöpft, wie ich fand. Auch die Kleidung sprach von einem gewissen Stil. Und der weiße Sonnenschirm erst. Na ja. Gut, sie scheint sehr gebildet, sodass nun klar war, was die beiden zusammen taten, auch wenn uns die irreführenden Worte jenseits der Tür anderes Glauben machen wollten.

Erschöpft legt sich Azina auf ihre Schlafstätte.

Morgen soll es also sein. Morgen beginnt ein weiterer Abschied …

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Gedanken der Azina

Letze Nacht in Fasar

Noch lange lag Delia in dieser Nacht wach. Sie hatte es den ganzen Tag sehr gut geschafft sich von ihren Ängsten abzulenken. Dies war auch ein Leichtes in anbetracht der Hochzeit von Rowin und Demeya. Doch nun in der Dunkelheit des Schlafsaals stürzt alles wieder auf sie ein.
Welchen Erinnerungen konnte sie wirklich noch trauen? War das alles passiert, war dieser Tag wahr, war sie es selbst?

Es musste so sein! Alles seitdem sie außerhalb der verfluchten Akademie zu sich kam musste wahr sein!

Sie wälzte sich unruhig hin und her, kaum Schlaf findend. Allein in einem dunklen Raum. Vollkommen auf sich gestellt. Es drängten sich die Geräusche der anderen an ihr Ohr. Schlafende Körper. Oder taten sie nur so? Solange bis Delia unachtsam wurde? Um sie dann endgültig zu verschlingen?

Ein Geruch aus längst vergangen Zeiten drängte sich in ihre Nase. Von jenem Mann den sie damals über alles liebte und sich doch gegen ihn entschied. „Jallal wo bist Du… Ich brauche Dich…“ keuchte sie im dumpfen Halbschlaf. Im Bewusstsein, dass er nicht kommen konnte. Er war bereits seit langem tot… Doch der kurze Geruch beruhigte sie etwas.

Der Diener Levthans, welcher an diesem Abend sie mit den Worten „Ich werde nicht bitten“ zum Tanze befahl, erinnerte sie an Jallal. Umso mehr fühlte sie sich verlassen, als jener Mann sie nicht für diese Nacht erwählte und statt dessen eine Traviageweihte mit dem Feuer seiner Lenden beglückte. Auch jetzt noch konnte sie das lustvolle Stöhnen aus dem Nebenraum vernehmen. Wie konnte sie auch davon ausgehen, das er sie für die Nacht wählen würde? Sie, gebrochen und ihrer Haare und Würde beraubt.

Sie hoffte inständig, dass Nehazet ihr helfen konnte. Der einzige Magier dem sie traute.

Ihre Hände griffen erneut nach dem Duft aus ihren Erinnerungen und fanden keinen Halt. An nichts konnte sie sich klammern, nichts hielt sie und so stürzte sie, leise wimmernd in die alptraumhafte Schwärze der traumlosen Nacht. Auf ihrem Gesicht bahnten sich einsame Tränen den Weg, in stiller Hoffnung auf liebevolle Lippen die sie erlösten, bevor sie ein trockenes Ende finden würden.

Angst…

Was ist mit mir passiert? Das Erlebte der letzten Tage scheint so fern zu sein, fern und falsch. Stunden, Tage, sind vielleicht Jahre oder mein Leben falsch? Wo sind meine Haare geblieben und warum bin ich verwundet?

Kann ich überhaupt noch jemandem vertrauen? Dumpf im Nebel sehe ich Freunde. Hinter einem dichten Nebel aus Angst, Furcht und Vergessen. Sie rufen nach mir, doch ich verstehe sie nicht. Ich spüre nur Azinas und Bakus Wärme, einen Anker und Hält in dieser Welt. Lasst mich nicht los. Bitte! Lasst, mich nicht entgleiten, in die traumlose Leere des Vergessens.

HELFT MIR!

Delias Gedanken zu den letzten Stunden … Tagen … Jahren… ?

Zurück im Kreise

Nach den ganzen Anstrengungen und Strapazen der letzten Tage, dachte ich, ich kann mir nun ein wenig Ruhe gönnen und Adaque und mich pflegen. Es gibt auch Einiges mit Onkel Omar zu besprechen. Ich möchte ihm einen Brief mitgeben, bevor er nach Aranien reist. Das heißt, falls er nach Aranien reist. Nun, ist es leider so, dass sich die Ereignisse wieder einmal überschlagen. Delia ist verschwunden! Nicht, dass dies das erste Mal wäre. Nein, sie scheint in dieser Hinsicht sehr unkonstant oder unvorsichtig zu sein. Wir suchten die alle bekannten gemeinsamen Orte ab. Das Teehaus, wo ich Rowin fand und mit ihm zusammen auf Nehazet wartete, das Hospital, indem Sie arbeitete und den Traviatempel, wo die Schwestern sehnsüchtig auf den Adeptus’ Ankunft warteten. Kaum erblickt, ward er sogleich mit erlesenen Stickereien betraut. Ich beschäftigte mich nach dem Mittagsmahl mit Stall- und Tierpflegearbeiten bis Delia hier eintreffen solltet. Ich schulde Rowin Dank dafür, dass er mir den Khumschomer überließ, den er in den Katakomben der Arena erbeuten konnte. Die Waffe selbst ist nichts außergewöhnliches, leicht schlechter als mein aller Khumschomer, den ich von einst von Palmeya als Dank erhielt. Aber die Scheide! Die Scheide ist verziert mit den Runen des Kor. Ich bin gespannt, was diese Aufmachung noch für einen Nutzen haben wird. Als Rowin zur zweiten Praiosstunde beim Tempel eintraf und sich wunderte, dass Delia noch nicht da ist, machte ich mir doch langsam Sorgen um ihr Wohl. Rasch befragte ich Rowin, wo sie war und wo sie hingegangen sein könnte: „Vom Heim Demeyas ging sie Richtung Teehaus“. Nur kam sie dort nicht an. Da ich schon Bekanntschaft mit einigen zwielichtigen Gestalten von Keshal Isig machte, vermutete ich das Schlimmste. In aller Eile befreiten wir Nehazet aus der Runde Näherinnen und machten uns auf dem Weg. Inzwischen kannte ich mich in fünf der Stadtteile recht gut aus. Das trifft bedauerlicher Weise nicht auf Nehazet und Rowin zu, die sich wieder einmal verliefen. Erstaunlich, dass Nehazet damals vor uns in Hammerschlag ankam. Muss eine glückliche Fügung gewesen sein. Wie auch immer. Jedenfalls fanden die Beiden die Schlafstatt nicht. Es kam der Vorschlag, Demeya doch bei ihrer Arbeit in der Teppichknüpferei aufzusuchen. Wir wollten sie lediglich für einige Stunden ausleihen, als uns klar wurde, dass sie eine Sklavin ist. Natürlich machte ich mir im Vorfeld Gedanken darüber, wer diese Demeya nun sei. Hörte ich gar Erstaunliches über sie. Sie schlug beispielsweise einen Sklavenhändler nieder und führte meine Gefährten durch den Untergrund zur Arena. Nicht schlecht. Als ich endlich Ihrer angesichts wurde, fiel es mir wieder ein: Vor drei Tagen beobachtete uns eine Frau aus dem Hintergrund. Sie schlicht stets von Stand zu Stand und warf kurze Blicke zu uns herüber. Ich dachte, dass sie mir vielleicht bei den Übungen mit Adaque zusah. Erst spät erkannte ich, dass nicht ich, sondern der gute Rowin verantwortlich für ihr Interesse war. Ja, warum auch nicht. Der Händler Hairam, dem sie gehörte, erwog die Möglichkeit sie zu verkaufen. Aus gespieltem Interesse erkundigte ich mich nach dem Kaufpreis. Fünf Marawedi nannte er. Zwar, das ist zwar um einiges geringer als das, was ich für Onkel Omar bezahlte, jedoch noch zu viel für unsere bescheidenen Mittel. Nehazet zückte kurzerhand - ich weiß gar nicht, woher er die schon wieder hatte - eines der hochherrschaftlichen Rollsiegel hervor und bot dieses als Tausch an. Er lobpreiste die Möglichkeit mit diesem Siegel Einfluss in Shirdar zu erlangen. Er schlug mit Handschlag und Entlassungsurkunde ein. Nun gehört Demeya Magier, der wiederum die Urkunde an Rowin weiterreichte, welcher es in den Tiefen seines Brustpanzers verbarg. Draußen fielen sich die Beiden in die Arme und küssten sich. Hach ja, so schön kann Liebe sein, ich vergaß, wie schön das anzusehen ist. Azinas Gedanken schweiften zu Igan … Delia hat auch keine Scheu, sich der Liebe hinzugeben. Bei Firun, DELIA!! Geschwind eilten wir zu Demeyas Heim. Während sie ihre Habe zusammenpackte, ließ ich Bakkus an Delias Sachen Witterung aufnehmen. Auf Kommando stürmte er los. Wir hinterher. Die Spur führte zum Palast der Al’Achami. Oh nein, da kann nur noch Nehazet helfen. Brav stelle er sich in die Reihe der Wartenden. Sein vorgetragenes Begehr ließ das, als Ohr anmutende, Gebilde völlig kalt. Erst als Demeya sich dazwischen warf und sagte, dass wir einen Sklaven zu verschenken hätten, öffnete sich das Lichtgeflutete Tor zu einem großen blendenden Saal. Ein Magier auf einem fliegenden Teppich, der sich selbst als „Pförtner“ auswies, versperrte uns den Weg und frage erneut nach unserem Begehr. Nun hatten wir keinen Sklaven zu verschenken, sondern forderten die Freilassung unserer Hexe. Da dem nicht entsprochen wurde, bot sich Demeya als Austausch für Delia an. Natürlich verwehrte sich Rowin dieser Möglichkeit und gab die Papiere für Sie nicht heraus. Ich überlegte fieberhaft, was ich tun könnte. Aber außer dem Pförtner den Khumchomer quer über das überhebliche dreinblickende Gesicht zu ziehen, fiel mir nichts ein. Das hätte auf der Stelle unser aller Tod bedeutet. Hilflos sah ich mit an, wie sich Demeya hingab und Rowin in sich zusammenbrach. Draußen ließ sich Rowin weinend an einer Statue nieder. Ich vermochte ihm keinen Trost zu spenden. Nur der Schwur nach Rettung entglitt meinem Mund. Nach einer quälenden Stunde erschien Delia fröhlich aus dem Licht. Übel kahl geschnitten und mit Fesselspuren an den Gliedern fragte sie, warum wir so gedrückter Stimmung waren. Natürlich versuchten Nezahet und ich ihr zu erklären, was passiert ist. Nehazet mehr sachlich und ich eher persönlich, aber sie ließ sich auf nichts ein. Ihre Erinnerung wiegt stärker als unsere Aussagen. Freiwillig soll sie sich nach Unterfeld begeben haben, um sich die Haare zu schneiden. Also bitte. Das kann nicht einmal sie selbst sich abnehmen. Jedoch konnten wir Zweifel sähen, der sie sichtlich durcheinander brachte. Wir ließen Rowin zurück, der, unfähig sich zu bewegen, seinen Gefühlen freien Lauf ließ. In Gedanken schmiedete ich bereits Pläne für die Befreiung seiner Liebsten. Nur brauchte ich dazu unbedingt Delia. Daher führten wir sie zurück zum Traviatempel, wo wir uns nach einem kurzen Abendmahl schlafen legten. Delia schlief unruhig. Unschlüssig, was zu tun ist, nahm ich sie behutsam in meine Arme. Am nächsten Morgen untersuchte Nehazet Delia ausführlich magisch. Sie bat mich, in der Ecke zu warten, bis er sein Wirken beendet hätte. Sie ruht mit geschlossenen Augen auf Knien vor dem Adepten. Ich schaute leicht gelangweilt, weil sichtbar rein gar nichts passierte, aus dem Fenster. Was ich dort zu sehen bekam, ließ mich meinen Augen kaum trauen. Dort ließ gerade Rowin zwei Eimer mit Wasser fallen, die ihren Inhalt zu seinen Füßen entließen. Ihm Gegenüber stand tatsächlich Demeya. In schlaffer Haltung versuchte sie an ihm vorbei zu kommen, doch der Schwertgeselle hielt sie fest und schüttelte sie sanft. Erneut unternahm sie einen zaghaften Versuch sich loszueisen. Das Bild scheint sich zu verändern, das klare Wasser auf dem Pflaster färbt sich langsam rot und beginnt zu lodern. Zuckende Flammen umspielen das Paar. Über dem Brunnen brodelt ein Kessel. Der Blickrand verschwindet, alles konzentriert auf die Beiden vor dem … nein, in dem … Herdfeuer. Während Nehazets rhythmische fremde Worte in weite Ferne rücken, beginnt Rowin zu zittern. War es aus Erregung? War es aus Zweifel? Oder war es überwältigende Liebe. Mit einem Ruck bewegt er seinen Kopf auf den Ihren zu. Ein Kuss, strahlend, wie die aufgehende Sonne löste die familiäre Szenerie in Luft auf. Wirbelnde Farben kreisten noch einmal um sie, ehe sie verblassten. Ungläubig starrte Rowin in Demeyas wache Augen. Als sie sich endlich regt, schloss er sie fest in seine Arme. Danke Travia. Danke für ihr beider Glückseeligkeit. Viel Glück euch Beiden. Euer Weg zeichnet sich mir klar ab. Herumzureisen ist nicht mehr euer Ziel. Folgt nun frohgemut Travias heimischen Weg. Möge euer Glück niemals schwinden. Erfreut, doch zugleich traurig, wendet sie den Blick von den Beiden ab. Ihre Miene wird wieder ernst, doch ein leichtes, kaum vernehmbares, Lächeln umspielt ihre geschlossenen Lippen. ______________________________
Gedanken der Azina

Die Ritualgegenstände sind versammelt

Endlich gelang es mir das herrschaftliche Rollsiegel des Emirates Khorrestans zu erwerben, hat ja auch lange genug gedauert. Demnächst werden wir uns wieder auf dem Weg zum Staudamm Shirdars begeben, um das seit zwei Götterläufen überfällige Ritual abzuhalten, auch wenn mir mulmig ist, befürchte ich doch diverse Katastrophen, was ja nicht verwunderlich ist, fehlen doch wichtige Angaben. Auch eines der Siegel musste ich eintauschen, zumindest ergab sich damit für uns eine Möglichkeit nach Shirdar zu reisen. Aber der reihe nach, gestern gelang es uns ja, leider, nicht Azinas Onkel zu befreien. Im Nachhinein stellte sich dann auch heraus, dass dies nicht notwendig war, befreite doch Azina ihren Onekl, Adaque war aber ziemlich mitgenommen, und mir wird vorgeworfen, ich könne nicht mit Tieren umgehen. Die Nacht war erholsam, mir kammen auch wieder einige neue ideen, nur über die Möglichkeit der Umsetzung bin ich noch am zweifeln. Wie geschrieben, ich holte das herrschaftliche Rollsiegel in der Al’Achami ab, auf dem Weg nach draußen lernte ich noch zwei Schüler der Al’Achami kennen, die beiden waren in einem gespräch über die Magietheorie verwickelt, zwar bewegte dies sich auf einem relativ marginalem Niveau, aber dies konnte ich beheben. Es gelang mir natürlich ihr Problem zu lösen und ihnen bei der clarobservanten Erkenung bestimmter Wesensspezifischer Informationen behilflich zu sein. Wie dem auch sei, ich begab mich auf dem Weg zum uns schon bekannten Teehaus um mich mit meinen Begleitern zu treffen, dort fand ich auch Azina und Rowin vor, seltsam, seltsam, irgendwie haben diese in letzter Zeit eine beeindruckende Fähigkeit mich aus meinen Gedanken zu reißen, beinahe schon zu erschrecken. Es fiel uns auf, dass Delia entschwunden ist, wieder einmal. Wir beschlossen ihre Schritte zurückzuverfolgen, um Sie zufinden. In Keshal Isiq fingen wir an, wobei wieder einmal bewiesen wurde, dass die Erhabenenbrücken das Mittel der Wahl bezüglich der Fortbewegung wären, abgesehen von Luftreisen, Reisen durch den Limbus und eventuellen anderen Fortbewegungsmethoden die mir einfallen würden. Als ich mich nach Keshal Isiq begab traf ich auch einen der zwei Al’Achami Schüler wieder, welchen ich früher am Tage schon bei ihrem Problem behilflich war, wir unterhielten uns kurz, es gelang ihnen meine Ratschläge umzusetzen, durch jene erreichten Sie auch ihr Ziel, wie zu erwarten war. Er bedankte sich noch einmal, ich bat ihn Meister Atherion nach der Bibliothek von Avalon zu befragen. In Keshal Isiq angekommen, wartete ich, wie damals in Hammerschlag, naja nicht direkt so wie in Hammerschlag…

Endlich trafen die anderen ein, hat ja auch lange genug gedauert. Auf der Suche nach Delia lernte ich dann auch Varosch und Tesmar kennen, jene waren nur bedingt hilfreich, nach Mardul befragt meinten Sie, dass Sie ihn in letzter Zeit nicht gesehen hätten, während sich Tesmar und Rowin unterhielten beschaute ich mir ihre Auren nach Residualstrahlung von Mardul, Sie hatten vor kurzem Kontakt mit ihm, doch genaueres konnte ich nicht feststellen. Nur Delia hatten wir noch nicht gefunden, wobei eher auch. Anschließend begaben wir uns zur Teppichknüpferei von Sahib Hairan, um mit Demeya zu reden, und um ein Tiegelchen von Delia zu erhalten, um es zu ermöglichen Sie aufzuspüren. Azinas Hund Bakkus konnte damit die Witterung aufnehmen, vorher musste ich jedoch noch ein Siegel gegen Demeya eintauschen, hach, naja zumindest konnte ich Sahib Hairan von einer Handelsreise überzeugen. Sobald wir das Tiegelchen hatten, und Rowin anmerkte, dass die Winterkleidung unter umständen sinnvoller wäre, ließ Azina Bakkus an Rowins Winterkleidung Delias Witterung aufnehmen, ich suchte in der Zwischenzeit einige von Delias Haaren zusammen, diese sollten es mir auch, theoretisch, ermöglichen Delia aufzuspüren.

Bakkus führte uns zur Al’Achami, allerdings auf dem unteren, dem Dienstboten, Weg. Die Stauten waren, eindrucksvoll. Wir gelangten an die Pforte zur Al’Achami, es dauerte noch etwas, bis wir einlass erhielten, oder zumindest die Möglichkeit für einlass erhielten. Gerade als ich am verhandeln für unseren Einlass war, stürmte Demeya vor und unterbrach mich, wie wenig ich das leiden kann, Sie ließ verlauten das wir einen Sklaven als Schenkung anböten würden. Daraufhin gab das Portal denn weg frei, ja so hätte ich das auch geschafft. Innen wollte Demeya sich dann als Tauschobjekt gegen Delia anbieten, Rowin hielt davon wenig, doch letzendlich musste er ihren freien Willen akzeptieren. Wir mussten noch eine Stunde warten, doch dann verließ Delia die Al’Achami, allerdings ohne Haare, naja werden ja nachwachsen, also wahrscheinlich. Wir begaben uns zum Traviatempel. Dort berichtete ich der Mutter des Tempels von meinem Wissen über Mardul, ich riet ihr, dass Sie oder ein Diener des Praios versuchen sollten eine Unterhandlung mit Garbolosch einzugehen.

Am Tag darauf beschloss ich, eher versuchte ich, über den Blick aufs Wesen Cantus einblick in Delias Wesen zu nehmen, ich hoffte über mögliche Veränderungen in ihrem Wesen einen Ansatzpunkt für einen Beherrschungs brechen Cantus zu erhalten, was mir auch, in gewisser Weise, gelang. Erfuhr ich doch ihren Wahren Namen, dieß sollte es mir deutlich erleichtern, ihre Erinnerung wiederherzustellen. Die Mutter Tempels sagte noch einige, äh faszinierende Dinge.