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Wilde Verhandlungen

Ich bin nunmehr seit über einer Woche wieder in Khorestan und habe mich weiter darauf vorbereitet mich mit den Ferkinas auseinanderzusetzen und hoffe nach wie vor auf eine friedliche Koexistenz, wäre es doch höchst lohnenswert für mich Sie im Zweifelsfall nutzbringend einzusetzen. Auch das brauen der Heiltränke kommt gut vorran. Die Bibliothek ist nicht mehr ganz so karg bestückt, mittlerweile finden sich einige der von mir genutzten Bücher dort, darunter der Folianth der Kräuterkunde und die ersten drei Bände der Gespräche Rohals. Die Theorie der Wahrnehmung und Beobachtung, sowie der Tractus Septelementaricus und das Lexikon der Alchimie, samt dem Buch über die Stabzauber und die Entwicklung übernatürlicher Willenskraft und der Leitfaden des wandernden Adepten befinden sich noch in meinen Privatgemächern, bei einigen aus Studiengründen bei anderen, aus nunja anderen Gründen. Darüberhinaus habe ich einige Karten in die Bibliothek gelegt, und Assaf angewiesen nach Schriften über verschiedene Gebiete ausschau zu halten, wobei natürlich das AtP Prinzip gilt, Arkan trumpft Profan.

Heute, am 24. Hesinde 1026 n.B.F. ist es also endlich, soweit ich werde aufbrechen und diese wilden Verhandlungen mit den Ferkinas führen, aus zuverlässigen, wenn auch windigen, Quellen weiß ich in welche Richtung ich mich zu wenden habe, die Thaumatursome sind bereit und die dienstbaren Geister gebunden, die Kamele und Menschen sind ausgeruht und es sollte alles in den von mir erwarteten Parametern ablaufen, ich hatte ja mehr als genügend Zeit mich auf das zusammentreffen vorzubereiten.

Aber, wie es immer ist, wurde ich auch heute in meiner Muße unterbrochen als ich mit Mezzek meinem neuen Lehrling der Al’Cymia gerade dabei Mittel der Spagyrik zu brauen, er macht sich recht gut, flinke und geschickte Hände und wenn er sich anstrengt verfügt er auch über einen recht wachen Geist, in ein paar Götterläufen, oder nach ein paar Monden bei mir sollte er ein recht fähiger Alchimist sein, nachdem ich seinem Geist etwas auf die Sprünge geholfen hat, versteht sich. Mein treuer Wesir klopfte gerade an die Tür zu meinem, wie ich beschämend sagen muss, doch recht kargen Laboratorium, an um mir mitzuteilen das ein paar Individuen um eine Audienz baten, darunter eine alte Kräuterfrau und eine junge Söldnerin, später stießen noch die Hairane der drei großen Sippen Shirdars und Quadanagars hinzu. Bei der Beschreibung der Kräuterfrau hatte ich schon einen leichten Verdacht, immerhin habe ich es mittlerweile schon mit einigen Töchtern Satuarias zu tun gehabt, um sicher zu gehen, bzw. zumindest partiell sicher zu gehen, wies ich Assaf an die werte Azila saba Nassir, so der Name der alten Kräuterfrau, von dem Nachtwind begutachten zu lassen und mir anschließend mitzuteilen, wie dieser reagiert hätte. Ich begab mich in der Zwischenzeit in meinen Thronsaal und wartete. Assaf teilte mir später mit, das der Nachtwind außer sich war, ein gutes Zeichen für die Anwesenheit von Magie, in den kommenden Tagen, werde ich mir ihre Aura genauer beschauen. Wir unterhielten uns eine Weile, und sie bot mir ihre Dienste als Alchimistin an, nun ich zweifelte zwar etwas an ihren Möglichkeiten als kundige der Alchimie, zumindest in dem Bereich den ich unter Alchimie verstand, aber für die Spagyrik, auf welchem mein momentanes Hauptaugenmerk ruht, sollte es ausreichend. Während unseres Gespräches kamm es zu einem Zwischenfall in meinem Laboratorium in dem Mezzek gerade tätig war, Assaf wurde angewiesen sofort nachzusehen und Mezzek nach unten zu bringen, auch meine Wachen eilten zu meinem Laboratorium.

Mezzek und die Wachen tauchten kurze Zeit später auf, ersterer mit sichtlichen Spuren der Explosion, ich unterhielt mich zuerst mit ihm, er beteuerte mir das er nicht verstand was vorgefallen sei und das er sich an meine Anwesisungen hielt, nun ich vertraute ihm zwar, wies ihn jedoch darauf hin, das der Schaden natürlich von seinem Lohn, den er erst nach der Beendigung seiner Lehre bei mir erhalten würde, abgezogen würde, das sollte mir also für einige Götterläufe einen treuen und recht motivierten, zuverlässigen, Alchimisten geben, den Schaden würde ich kurzerhand in einigen Tagen wieder Rückgängig machen, lassen. Mezzek wurde angewiesen von der „Alchimistin“ Azila saba Nassir zu lernen, beide sollten sich auch oben umsehen um heraus zufinden, was genau vorgefallen sei, saba Nassir und meine Wenigkeit hatten uns schon vor Mezzeks erscheinen darüber unterhalten das es mit den Ingredenzien, mit denen er gearbeitet hatte, eigentlich nicht möglich war, oder zumindest sehr sehr unwahrscheinlich, das angerichtete zu vollführen.

Danach unterhielt ich mich kurz mit meinem Agha, der ebenfalls zu dem Tatort geeilt war, ich lies mir kurz seine Perspektive schildern und teilte ihm dann mit, das er doch bitte nach seine Wachen sehen möge, vor allem am Tor, ging ich doch davon aus, das nun niemand mehr am Tor Wache halten würde, eine Vorstellung die mir, vor allem in Kombination mit einer mehr als unwahrscheinlichen Explosion, nicht gefiel.

Danach wandte ich mich der anderen Dame zu, einer Söldnerin die nicht sprach, ihre Schriftkenntnisse müssten noch verbessert werden, wie ich fand, aber sie machte einen fähigen Eindruck und erschien mir bekannt, da ich auf lange Sicht mich gegen meine Söldner absichern muss und eine Söldnerin die nicht reden kann, bestimmt einiges interessantes mitbekommen wird, stellte ich sie ein. Sie fungierte ersteinmal als Leibwache für mich. Danach traten dann auch die Hairane mitsamt ihrer Begleitung ein, es wurde wieder das übliche gefordert, das ich mich doch um deren Belange kümmern söllte, was dachte die was ich die ganze Zeit mache, ich meine ja, ich würde mich lieber anderen Dingen hergeben und ernsthafte Forschung tätigen als die Probleme anderer Leute zu lösen, aber ich hatte die letzten Tage unermüdlich an der Lösung des Problems gearbeitet, mein Plan war Perfekt, wäre ich so töricht gewesen und hätte mich gleich um deren Ansinnen gekümmert, wer weiß was dann passiert wäre, man sollte meinen das Personen ihren Alters über mehr Verstand verfügten. Ich teilte ihnen so ruhig es mir möglich war, mit das ich heute aufbräche um ihre Leute zurückzuholen. Später gab es mal wieder eine Anfrage vom Harem, die haben auch nichts besseres zutun als mich mit ihren Nichtigkeiten zu stören, habe ich langsam das Gefühl…

Liliana, so der Name meiner neuen Leibwächterin, begleitete mich in die Reste meines Laboratoriums, der Schaden war wirklich fasznierend, für das was eigentlich zusammengemischt werden sollte, schnell stellte sich heraus das unter dem Gold noch einiges war, was dort nicht sein sollte, nicht sein konnte ich hatte das Gold in Khunchom einschmelzen lassen, es war also schlicht nicht möglich das diese Ablagerungen in dem Material eingeschlossen waren, mein Laboratorium wurde also sabotiert, meinem Lehrling wurde schwerer Schaden zugefügt und ein Teil meiner Ingredenzien, den ich erst vor ein paar Tagen habe ziehen lassen, wurde verbrannt, Liliana wies mich daraufhin, dass sie einen Diener gesehen hatte der sich nach dem „Unfall“ untypisch verhielt, ich wieß sie an mir diesen zu bringen, würde ich mich doch gerne mit ihm unterhalten wollen, da zu befürchten war, dass ihre Suche behindert werden würde, wenn sie nicht als in meinem Dienst ersichtlich war, ließ ich nach kurzem Nachdenken nach einem meiner Soldaten rufen, diesem wurde befohlen seinen Waffenrock an meine neue Leibwächterin auszuhändigen, er selbst sollte sich einen neuen holen. Liliana machte sich auch sogleich auf die Suche, fand jedoch nichts. Ich wies sie an sich an diesen zu erinnern und fragte Collega saba Nassir, ob sie sich in ihren Gedanken umsehen könnte und uns ein Abbild des gesuchten, „zaubern“ könnte, was sie auch, nach der Einnahme von zwei Phiolen, die verdächtig nach Schwarztee rochen, tat, der Gärtner fertigte ein schnelles Bild an und der Diener wurde gesucht, war jedoch nicht mehr aufzufinden. Da hier nichts mehr zu machen war, wurde Mezzek zum Studium in die Bibliothek geschickt, er sollte sich nocheinmal mit den ersten Kapiteln des Lexikons der Alchimie vertraut machen, ein paar Tage sollten dafür ausreichen, vielleicht etwas mehr, da er eine Abschrift anfertigen sollte, Collega saba Nassir sollte ihm behilflich sein und bei fragen die passenden Antworten geben, ein paar Diener wurden noch organisiert um ihre persönliche Habe herzubringen. In der Zwischenzeit waren die Reisevorbereitungen auch abgeschlossen und ich begab mich mit Liliana nach unten und wir begaben uns durch die Steppe zu dem Ferkinalager.

Unsere Gruppe bestand aus drei Kamelen, zwei dienten als Packtiere, auf dem letzten, oder ersten, ritt ich, der Agha begleitete mich mit vier seiner Soldaten, Liliana begleitete mich ebenfalls, sowie auch je ein getreuer eines der Hairane. Die Reise verlief unauffällig bis wir hinter der Ruine des ehemaligen Staudammes kammen, hm ich sollte mal nachsehen was ich noch mit dem Gestein anfangen könnte, für das eine oder andere Bauwerk sollte es wohl ausreichend sein, am besten wäre wohl das Gestein für den Rohbau der geplanten Ziegelei zu verwenden, sowie, nach den heutigen Erlebnissen, noch etwas von dem Gestein zu verwenden um ein Laboratorium außerhalb meiner Residenz zu errichten. Wir folgten dem Fluss hinauf in Richtung des Raschtullswalles bis wir auf der anderen Seite ein paar Ferkinas sahen, diese rannten von uns weg, wir folgten ihnen, nach einiger Zeit, wir waren in einem kleinen Tal angekommen, war es mir zu blöd, und ich rief meinen treuen Diener der Luft herbei uns den Weg zum Lager der Ferkinas zu weisen, was dieser auch tat.

Es dauerte eine Weile bis wir das Sippendorf, bestehend aus zwei bis drei Dutzend Zelten vorfanden, ich lies die Ferkinas wissen das ich mit ihnen zu verhandeln gedächte, doch diese Wilden verstanden uns nicht und wollten uns angreifen, ich holte den gebundenen Humusdschinn hervor und nutzte ihn primär als Dolmetscher, diese primitiven beschuldigten mich an irgendeinem Ungemach ihres Schamanen schuld zu sein, dabei hatte er wahrscheinlich nur was falsches gesehen oder so, oder sich an der falschen Stelle geschnitten. Ich versuchte sie so diplomatisch, wie möglich, unterstützt von meinen rationalen Gedankengängen, davon zu überreden das ich nur an friedlichen Verhandlungen interessiert sei, nachdem dies nicht auf fruchtbarem Boden fiel und sie meinen Dschinn angriffen, befahl ich diesem die Waffen von ihnen in Erde und Laub zu wandeln, dem gebundenen Erzdschinn von mir befahl ich ihre Waffen in Barren zu wandeln, was mir acht Barren Stahl einbrachte, vier davon schenkte ich dem Dschinn, der Luftdschinn aus dem Artefakt wurde angewiesen die Ferkinakrieger in einer Wand aus Luft einzukesseln, ich stellte es ihm frei, ihnen interessante Geschichten zu erzählen, damit ihnen nicht langweilig würde. Nachdem die Krieger somit aus dem Weg waren, setzten wir unseren Weg in Richtung des Lagers fort, die Rindviecher der Ferkinas wurden jedoch aggresiv, nunja ich überließ es dem Erzdschinn mit diesen zu spielen während zwei meiner Leute die Zelte nachden Frauen durchsuchten. Es dauerte zwar eine weile, aber die Frauen kammen langsam zu uns, zum schluss fehlten nur noch zwei der geraubten Frauen, nun gut 16 von 18 ist kein schlechter Schnitt für die Zeit, auch das Problem Azads wurde mir offenbar, nachdem dieser dazu gebracht werden konnte mich zu beehren. Es stellte sich heraus das er verflucht wurde, von einer Tochter Satuarias, zumindest nicht von Delia, wie ich feststellte, doch von wem sonst? Ihm wurde das Augenlicht genommen und er wurde mit einer Angst vor dem arkanen gestraft, letztere ließ sich durch mein diplomatisches vorgehen beheben, für erstere würde er eine Pilgerreise in die Stadt des Lichts nach Gareth machen müssen, bei seinem Verständnis der Zivilisation zweifelte ich doch daran ihn wieder zusehen, ich hielt es dennoch für das richtige seine Lage auf einem Stück Pergament zu schildern und ihm dieses mitzugeben, das sollte ihm den Weg, wenn er sich akzetabel verhielt doch erheblich leichter machen. Nachdem wir die Überreste der letzten beiden Frauen fanden wanden wir uns wieder gen Shirdar, hier war nichts mehr für uns zu machen, ich rief dem Winddschinn noch zu das er die Ferkinakrieger gerne noch mit dem Sagenzyklus um Assarbad den Magiermogul erfreuen könne, was er wohl auch tat. Die Rückreise war einigermaßen ereignislos, das Mädchen das auf meinem Kamel mitreitete, welches ziemlich verbissen war, vielleicht hatte es ihr dort ja gefallen (?), war das einzige was die Rückreise etwas unangenehm gestaltete, aber letzlich war das auch nur ein kleineres hindernis. Wir ritten später also in Shirdar ein und die Frauen wurden von ihren Sippen empfangen, im nachhinein denke ich es wäre besser gewesen, wenn ich neue Gewänder oben am Staudamm hätte bereit legen lassen, und die Frauen sich hätten ersteinmal reinigen lassen, vielleicht hätte man sich auch gleich um einige anderes was inzwischen vorgefallen war, kümmern sollen, danach wäre es sinnvoll gewesen in ein, vorher vorbereitetes Fest, das im Dorfzentrum aufgebaut werden sollen, einzureiten, naja beim nächsten Mal. Das Mädchen das mit mir mitritt, wurde von ihrer Familie nicht zurückgenommen und mir gegeben, nun ich werde in den nächsten Tagen wohl ihr Gedächtnis von den Erinnerungen an die Ferkinas befreien, es wird sich bestimmt noch eine Verwendung für sie finden lassen. Die Hairane waren nicht sonderlich glücklich, undankbares Pack, wenn es ihnen wichtig gewesen wäre, hätten sie mehr Initiave ergreifen sollen, ich habe ihnen schon vorher öfters mitgeteilt, dass ich mit anderen Angelgenheiten gebunden war, tut mir ja leid, das die Stabilität des Landes mir wichtig ist, soll ich beim nächsten Mal das Leben einiger weniger vorziehen und dadurch viele Gefährden?

Der Abend klang für mich auf meiner Residenz mit einem kleinen Fest aus, beim betrachten des Sternenhimmels kamm mir dann auch eine Idee, für die neue Uniform von Liliana, ich werde wohl noch ein paar andere einstellen müssen, oder ein paar Leute transferieren müssen, es wird wohl ersteinmal maximal nur eine Hand, aber nachder ersten Lieferung nach Khunchom sollten daraus schon fünf Hände werden.

langsam aber beständig fließen die Flüsse zusammen

Jetzt bin ich schon ein paar Tage in dieser Stadt, die womöglich noch größer als Zorgan oder Baburin ist, auch wenn ich mich davon noch nicht so ganz überzeugen konnte, aber Morgen werde ich endlich die Stadt sehen und auch den hiesigen Tempel des Efferd besuchen. Aber der reihe nach, denkt sich Lunaluo die sich gerade von dem Ball im Hause der Honoralds erholt und auf ihrem Zimmer in der Badewanne, im Wasser saß und nach draußen auf die Stadt und den Sternenhimmel sah.

Mein erster Eindruck dieser Stadt, war ja das ganze durcheinander, und vor allem der schreckliche Geschmack des Wassers am Hafen, das war wirklich eine Tortur, die verhinderte das ich weiter über den Mhanadi in die Stadt schwamm, und mich dazu zwang einen anderen Weg zu finden. Meine Aufmerksamkeit wurde dann von ein paar Bewegungen in einem Fischernetz gefesselt, ich schwamm hin und besah mir den Grund der Bewegungen. Dort sah ich einige Fische, die wohl vergessen wurden in dem Netz, ich entschied mich sie freizulassen, war das Netz doch stark verheddert und niemand hatte sich um die Fische oder das Netz gekümmert. Ich bemühte mich also das Netz zu entknoten ohne bleibenden Schaden anzurichten, doch vorher streckte ich meinen Geist aus, sodass er die Fische berührte und diese beruhigte, was sie auch taten. Danach dauerte es zwar noch eine Weile, aber es gelang mir die Fische zu befreien, och war das schön zu sehen, wie sie in die Freiheit schwammen. In der Zwischenzeit hatten mich ein paar Menschen aus dem Hafen entdeckt, ich unterhielt mich während des aufknotens des Netzes etwas mit ihnen und erzählte ihnen auch von meinem Begehr und den Problemen die ich mit der Prophezeieung hatte. Da traf ich dann Reonar, einen Freund von Sieghelm, Delia und Jane wie ich später erfuhr, er kennt wohl auch den Magier, von dem mir schon die anderen berichteten, vielleicht können wir diesen auch in den nächsten Tagen noch aufsuchen.

Lunaluo spielte etwas mit dem Wasser umher und griff dann nach der Kleidung die sie während des Balls trug, ein blau gefärbter Leinenstoff, der leicht durchsichtig war und den mysteriösen Charakter der Ozeanierin oder Neckerin darstellen sollte, durch den Schnitt wurde allerdings auch noch die Fantasie der Besucher des Balles, bezüglich ihres Körpers geweckt, und eigentlich bestätigt. Dabei wurde das Gewand auch etwas in Mitleidenschaft gezogen, was Lunaluo nun wieder versuchte in Ordnung zu bringen, während Sie sich wieder an ihren ersten Tag in Khunchom erinnerte.

Reonar führte mich dann auch gleich weg aus dem Hafengebiet und enthüllte sich mir als der Fuchs aus der Prophezeiung, nun da er die anderen kennt, und mir nichts angetan hat, traue ich ihm und halte es durchaus für möglich das er der Fuchs ist. Er berichtete mir dann während unserers Weges zu seinen Dienstherren das diese mich wohl gerne einladen würden für einen Ball, nun warum nicht, an einem Ball habe ich schließlich noch nie teilgenommen dachte ich mir und da es sich dabei wohl um eine Feierlichkeit handelte könnte ich auf diese Art eventuell etwas über Yantuu’as Verbleib herausfinden. Die Dienstherren von Reonar waren auch sehr nett, ich wurde gleich aufgenommen und mir wurde ein Zimmer angeboten, auch etwas das wohl für das Abendessen an Kleidung passend war, wurde mir zur Verfügung gestellt, wobei ich fand, das die Kleidung eher ungünstig war, an laufen war nicht wirklich zu denken und das speichern von Wasser war auch nicht als zu ideal, aber schön anzusehen war dies blausilberne Kleid ja schon. Beim Abendessen unterhielt ich mich dann etwas mit Hiranor und Lucia Honorald, so hießen nämlich die Gastgeber. Mir wurde mehr über den Ball erzählt und es wurde beschlossen, das ich in einem Badezimmer, das entsprechend hergerichtet wird die Gäste empfangen und mich mit ihnen unterhalten sollte, nachdem ich etwas vorgesungen habe, und sie ganz begeistert davon waren habe ich mich freudig auch dazu bereiterklärt auf dem Ball noch etwas zu singen. Die Speisen und Getrönke die aufgetischt wurden, kannte ich nicht, probierte diese aber neugierig. Eigentlich wollte ich mich ja in den nächsten Tagen in der Stadt umsehen, wurde dann aber überzeugt, das es für den Ball und die mysteriöse-exotische Stimmung besser wäre, wenn ich das Gebäude ersteinmal nicht verlassen würde, da das einleuchtend klang und es sich um neue Freunde handelte willigte ich ein und verbrachte die Zeit größtenteils auf meinem Zimmer. Über die Tage unterhielt ich mich öfters mit Reonar und Nantua, einer weiteren neuen Freundin.

Der Ball näherte sich unerbittlich, ich übte mich etwas in der Kunst des Gesanges und Nantua lehrte mich etwas den Umgang mit den Gästen, unter anderem das ich die Leute die mich berühren wollte mit Wasser bespritzen sollte, aber dazu später mehr. Reonar holte mich ab, nachdem ich mich angekleidet hatte, in diese seltsame tulamidische Festkleidung, die von den Gastgebern gewünscht war, zumindest war sie gut in der Lage Wasser aufzunehmen und der Schleier würde auch mein Gesicht mit kühlem Nass bedekcen, wenn ich aus dem Becken über der Wasseroberfläche herausschaute. Alles in allem waren es sehr schöne Dekorationen die ich gesehen habe, nur wie es in den anderen Röumen aussah wusste ich nicht, da ich mich den Ball über nur in dem hergerichteten Baderaum aufhielt. Dort empfing ich dann die verschiedenen Gäste und unterhielt mich mit ihnen, ich sang ein paar alte albernische Lieder und ein Kinderlied der Necker, an das ich mich noch von früher erinnerte. Ein Gast bot an, das ich doch mit einem seiner Schiffe gen Praios fahren könnte um dort nach meiner Mutter zu suchen. Wobei ich dazu erwähnen sollte, das keiner der Gäste von einem Aufenthalt meiner Mutter in dieser Stadt wusste. Eine Frau namens Alyssia, die wenn ich so daran denke dem Luftelementar der mich hergetragen hatte doch erstaunlich ähnlich aussah, nun gut sie war nicht ganz so luftig und ihr Unterköprer, naja der ganze Körper war dem Humus zuzuordnen, aber dennoch eine Ähnlichkeit war da. Interessant war auch das Ihr Gatte, auf den gleichen Namen lautete wie der Kräutersammler den ich in Mahtabs Wäldern traf, oder der mich traf, Lechmin ai Battuhzen, hatte er nicht gesagt ich würde hilfe hier finden?

Aber es gab auch negatives, ein durch den Trunk all zu stürmisch gewordener Gast wollte mich berühren, ich erinnerte mich an das was mir Nantua gesagt hatte und versuchte sein Gemüt durch etwas Wasser zu kühlen, da dies nichts half und es ihm wirklich wichtig war, und er ansonsten als nächstes im Wasser gelandet wäre, was rückblickend wahrscheinlich besser gewesen wäre, begab ich mich zu diesem und bot ihm meine Hand, damit er mich kurz berühren könne, so wie er es wollte. Wie redeten kurz miteinander während seine Hände über meine Hand und meinen Arm, über den Hautschleier wanderten und er mich zu ihm ziehen wollte, seinen Blick auf meinen Oberkörper gerichtet, ich versuchte mich dem Griff zu entwenden, was dazu führte das er seinen Griff verstärkte, dabei erwähnte ich das er mir weh tat und versuchte weiterhin mich aus seinem Griff zu lösen, dabei wurde dann auch meine Kleidung ramponiert und mein Schleier löste sich. Als nächstes fiel er auf mich in das Wasser, sein Freund konnte ihn nicht mehr halten. Dieser Freund von ihm entschuldigte sich auch bei mir und bat um Verzeihung, vorher hatte er noch veruscht seinen Freund zu überzeugen das es doch langsam reicht.

Damit endete der Ball für mich auch, nachher besuchte mich kein Gast mehr, aber Nantua und Reonar warteten mit ihr in dem Raum, wobei Nantua zuerst eintraf und nach einem kurzen Gespräch mit mir ziemlich wütend auf Reonar war, und diesen suchte, später aber waren die beiden sehr glücklich. In dem Gespräch mit Nantua musste ich dieser noch versprechen das ich sehr vorsichtig sein werde, ich dachte das ich das schon war, aber ich werde in Zukunft wohl noch vorsichtiger sein. Mir wurde dann noch von den Honoralds angeboten die nächsten Tage als Ihr Gast zu verbringen. Das nahm ich auch an, wollte ich doch noch den Efferdtempel sehen und mich mit einigen der Gäste vom Ball treffen und weitere Erkundigungen über den möglichen Aufenthaltsort von Mutter einziehen.

Lunaluo die in der Zwischenzeit beim richten der Kleidung große Fortschritte gemacht hatte, stieg aus der Wanne und schritt mit der Kleidung über den Arm geworfen zum Fenster und blickte auf die belebte Khunchomer Straße hinaus, morgen werde ich auf diesen Straßen wandern, dachte sich Lunaluo, zog sich aber kurz darauf wieder von dem Fenster zurück als ihre nasse und entblößte Haut von einem kühlen Wind gestreift wurde.

Was dazu führte, das die Neckerin sich wieder der Wanne zuwand und erneut in das Wasser tauchte, nach einiger Zeit durchbrachen ihr Gesicht und ihre Arme wieder die Wasseroberfläche und begannen weiter an der Kleidung zu arbeiten, sie unterbrach ihre Arbeit immer wieder um in den Sternenhimmel zu blicken und den Geräuschen der Stadt zu lauschen. Dies tat sie bis in die frühen Morgenstunden, als sie endlich mit ihrer Arbeit zufrieden war.

An dem Tag als Luna sich in der Stadt endlich umsehen konnte, wurde sie von Reonar begleitet, ihr Weg führte sie zu dem Basar, zu einem treffen mit dem Freund eines der Händler der ihr anbot sie in den Süden mitzunehmen, damit sie dort nach ihrer Mutter suchen könnte, danach führte sie ihr Weg zum Hafen, hinein in den Tempel der Neun Flüsse, wo sich Luna nach ihrer Mutter bei den hiesigen Dienern Efferds erkundigte. Sie wurde auf den nächsten Tag vertröstet, wollten sie doch ersteinmal alles vorbereiten um ihren Gott um Erkenntnis zu ersuchen. Zum Schluss wandelten die beiden zu dem Anwesen von Alyssia und Lechmin ai Battuhzen, Luna unterhielt sich lange mit Alyssia, während Lechmin sich anbot Reonar durch das Anwesen zu führen, was wohl recht fesselnd gewesen sein muss, denn es dauerte eine ganze weile bis die beiden wieder zu ihnen stießen.

Luna wurde nahegelegt die Nacht in dem Heim der ai Battuhzens zu verbringen, was sie in anbetracht der tatsache, das beide wohl einiges über den verbleib ihrer Mutter wussten, auch tat. In der Nacht, dem darauffolgenden Tag und in der folgenden Nacht, lernte Luna vieles für sie neues. Am Tag darauf ging sie dann auch mit Alyssia zum Efferdtempel um sich dem Spruch Efferds zu lauschen, der Tempel war gut besucht und Luna wurde offenbart, das ihre Suche, wenn sie sich dem Schutze der Hand Efferds auch weiterhin anvertraue, bald ein Ende finden möge, doch wenn eine Reise endet, so sei dies normalerweise der Anfang einer neuen Reise, denn nichts stünde wirklich still.

Später am gleichen Tage kammen dann auch Reonar und Nantua, die beide beschlossen Lunaluo zu begleiten zum Anwesen der ai Battuhzens es wurde beschlossen am Tag darauf mit einem Schiff aufzubrechen und gen Praios zu segeln. Bis sie an einer Plantage ankämmen und von dort aus den Weg in die Stadt zu betreten in der Lunas Mutter zu finden sei.

So machten sich am Tag darauf Reonar, Nantua und Lunaluo auf nach Aimar-Zahbar um das Schiff, einen kleinen Einmaster, mit dem Namen „Die Tänzerin“ zu besteigen, die Mannschaft war auch gerade zu winzig, aber viele Angehörige der Völker Aventuriens waren auf dieser vertreten, sie wurden nett aufgenommen und segelten aus dem Hafen hinaus auf das Meer, der gesuchten Stadt entgegen.

Planung am Tag danach

Das Fest, war irgendwie seltsam, wahrscheinlich, weil es ein ziemlicher Widerspruch in sich war, ähnlich wie ich selbst, im Moment wohl, auf der einen Seite die Novadis, die bekanntlich eher wenig mit arkanem wirken anfangen können, wobei es auch erfreuliche Ausnahmen in dem Bereich gibt, beispielsweise mittlerweile Rashdul, Mherwed und einige Magier in der dortigen Umgebung, und auf der anderen Seite der Zirkel von Isaria, inwiefern die arkan unterstützte Reise von Ali und Sasali ein Streitthema war, kann ich nicht sagen, das habe ich nicht mitbekommen. Ich war zusehr in Gesprächen mit den verschiedenen Zirkelmitgliedern und anderen Töchtern Satuarias verwickelt. Wie sie wohl reagieren werden, wenn ich ihnen eröffne, das es mir durch die Gespräche gelungen ist die Mechanik ihrer Rituale mir zu erarbeiten, dass ich theoretisch in der Lage sein müsste, ihre Flüche oder ihre Flugsalbe mit genügend Zeit zu kopieren, wahrscheinlich eher zu optimieren, immerhin kann ich die Matrizen der zugrunde liegenden arkanen Wirkmechanismen durchrechnen, um ihre Leistungsfähigkeit zu stärken, hmm eine optimierende Anwendung der Matrizentheorie auf gefühlsbasierter Zauberei, bestimmt ein interessanter Ansatz. Was ich später auch noch ausprobieren sollte, wäre der Besuch in einem Traum, einer anderen Person, Delia würde sich aufgrund ihres Wahren Namens anbieten, dürfte der Test doch dadurch unter sehr guten Bedingungen erfolgen. Zu weiteren grundlegenden Erkenntnissen und Gedankengängen bin ich nicht gekommen, gab es doch viele Leute die mit mir reden wollten, wieder über geschäftliches. Auch mit Kalkaribs Vater habe ich mich später über geschäftliches unterhalten, gut viel anderes bleibt den Leuten hier auch nicht übrig, Collegus ibn Rizwan kontrolliert den nächsten Staat, was bedeutet das die Karawanserei und die Stadt zwischen zwei Magokratien eingeschlossen ist, freundschaftliche Kontakte herzustellen, ist der einzig weise Entschluss, der getroffen werden kann.

Am nächsten Tag, sabe Belima, von Spichbrecher, oder sollte ich ihn jetzt von Donnerwacht nennen und sein Diener, gaben sich draußen gerade Leibesertüchtigungen hin, als die Praiosscheibe im Zenit stand, verstehe einer diese Leute, ich tue es nicht, als ich in den Speisesaal trat um mein Frühstück, oder Mittagessen, je nach Perspektive, einzunehmen, Collega Peddersen und Delia tauchten auch kurz danach auf. Collega Peddersen hatte wohl eine neue Idee, für die Lehranstalt und das Krankenhaus das ich zu errichten gedenke, der Plan so gut aus, ich werde mich wohl in bälde darum bemühen, dass jener umgesetzt wird, ich denke mit etwas arkaner Unterstützung sollte der Bau recht schnell vorran gehen. Weiterhin wurde über di ePläne zum baldigen Aufbruch disputiert, ich bin ja versucht nach Khorestan zurück zu gehen, einerseits um Collega Peddersens Entwurf in fähige Hände zu geben und weiter an der ersten Lieferung für die Chamib al’Chymie zu arbeiten, mich weiter mit den belangen des Landes auseinanderzusetzen und vor allem weil, ich das reisen auf diesen profanen Wegen nicht ausstehen kann, ich meine ich wäre in kürzester Zeit in Darpatien, was für mich auch bedeutet, ich könnte die anderen vorreisen lassen und ihnen dann hinterher reisen. Ich vermute mal, es dürfte KAlkarib auch lieber sein, wenn ich nicht die ganze Zeit mit ihnen reise, vorrausgesetzt Delia hat ihn überredet, was aber als wahrscheinlich anzusehen ist.

Eine Hochzeit .. ein Neuanfang?

25.Firun 1026 n.BF

Es ist interessant .. welch ein unterschied solch eine Zeremonie haben kann. Ich mag den Kerl immer noch nicht aber .. Dehlia war wirklich glücklich. Es war keine berechnende Freude, keine falsche Bescheidenheit nichts in der Richtung. Sie war einfach richtig Glücklich so wie man es von einer Liebeshochzeit erwarten sollte. Und doch während ich mich sehr für meine Freundin freue, frag ich mich ob ich jemals auch nur annähernd ähnliches Glück erfahren werde. Ob meine Eltern sich freuen würden wenn ich eine Frau zur Braut wähle?

Vater währ bestimmt entsetzt aber das ist er ja recht leicht. Mutter hingegen … Mutter ist diejenige die es entscheidet. Und bei den Göttern die Novadische Matronin hatte wirklich etwas von meiner Mutter. Dieser Ernste finstere Blick der aber ein lächeln nicht verheimlichen konnte. Die Gewissheit das was sie sagt gilt. Vielleicht .. vielleicht ist es mal wieder an der Zeit nach Hause zu Reisen. Ob ich meine Freunde wohl dazu bewegen könnte mich zu begleiten? Hinein ins Bornland? Nun vielleicht nachdem wir in Drapahzien waren. Sie haben mir immer wieder erzählt von einem Freund aus dem Bornland dessen Hochzeit ich in Fassar miterlebt hatte. Vielleicht wohnt er auf der Straße gen Norburg so das wir ihn ebenfalls besuchen können.

Oder ist das zu egoistisch? Vielleicht sollte ich alleine reisen. Vielleicht sollte ich auch mein Hoffen und sehen hinten anstellen und mehr zeit mit den Lehren der Göttin verbringen. Was ist es das ich mich in letzter Zeit immer voller fragen finde? Nimmt mich die Hochzeit von Dehlia so mit? Oder weckt sie einfach nur selbst zweifel? Ich sollte bei Gelegenheit mit Dehlia darüber reden … falls sie als nun „Gläubige“ mit mir überhaupt reden darf.

Am Rande des Rastullah-Bundes

Wie durch einen Schleier nahm Azina die Hochzeit wahr, obwohl sie als eine der wenigen Frauen keinen trägt. Sie hat keine Angst, der Braut die Show zu stehlen. Nicht hier. Nicht sie. Die eisblaue Klinge ihres weißen Runenspeeres ist sorgfältig mit einem Tuch verhüllt. Sie selbst trägt ein geborgtes schlichtes braun-weißes novadisches Kleid mit einigen wenigen Verzierungen. Ihre wahre charismatische Anmut offenbart sich nur, wenn sie sich in einer engen Lederrüstung elegant bewegt. Ihr Blick streng und stolz. Weich nur in Augenblicken der Schwäche oder der Unaufmerksamkeit. Ein kostbares Gut ihrer Mitreisenden.

Ihre derzeitige Sicht ist vergleichbar mit jener, die Kalkarib auf seine liebreizende Delia hinter dem Baldachin hat. Nur Schatten und Konturen. Nicht mehr. Nur eine Ahnung dessen, was er erwartet. Die Braut lässt sich Zeit, lässt ihn zappeln und warten. Er hält es kaum noch aus. Schweißperlen bilden sich auf seiner Stirn. Zu schnell, zu rasch ging alles. Zu reibungslos. Wo doch in den Monden zuvor solch Ungewissheit herrschte. Waren sie für einander bestimmt, oder nicht? Können sie die Prüfung bestehen und ihre kulturellen Unterschiede überwinden? Wie stark ist ihre Liebe? Oder war es nur heißes ungestilltes Verlangen? Er war ehrlich besorgt, wie sie ihre Entscheidung treffen wird. Die Sprunghaftigkeit seiner künftigen Frau ist ihm nur zu gut bekannt. „Blamier mich jetzt bloß nicht, meine kleine Scharte, sagt sein sorgenvoller Blick.

Azina bekommt von seinen Gefühlen nichts mit. Sie ist in ihren eigenen Gedanken versunken. Aber als Delia schließlich doch vor den Vorhang tritt umspielt ein zartes Lächeln ihr Gesicht, während der überwältigende Rest der Gesellschaft in stürmischen Jubel ausbricht. Die Leute drängen nach vorn, um ihnen beiden zu gratulieren. Braut und Bräutigam fallen sich in die Arme. Sie sind nun rechtmäßig Mann und Frau. Endlich.

Wie wird es jetzt weitergehen? Wird Delia weiter mit uns reisen? Ich hoffe es. Nicht nur, weil wir einen göttlichen Auftrag von höchster Bedeutung haben. Nein, auch möchte ich ihre Gegenwart nicht missen. Kalkarib zieht es bestimmt vor mit ihr hier sesshaft zu werden und eine Familie zu gründen. Aber das kann ich mir bei Delia nicht vorstellen. Sie wird einen Weg finden ihn zu überzeugen mit uns zu reisen. Schließlich ist sie eine Hexe. Auch wenn sie offenbar davon abgeschworen hat. Er wird auch lernen sich an Janes und meine Gegenwart zu gewöhnen. Lange wird er seine Feindseligkeit nicht aufrechterhalten können. Jane wird ihm schon zeigen, wo sein Platz ist. Notfalls wird er schlicht ignoriert. Das kann ich gut. Er ist nicht der erste Mann, der meint, mir was vorschreiben zu müssen. Damit ist Schluss!

Ich bin gespannt auf Darpatien. Sieghelm hat bisher kaum etwas davon erzählt. Vor ungefähr zwei Götterläufen bin ich schon einmal dort durchgereist. Es ist, als sei es schon eine Ewigkeit her. Mit ihm als Führer sollten sich viel mehr Eindrücke offenbaren, als bei meiner Flucht.

Die Bewegung der Menge erinnert sie daran, dass sie noch ein Geschenk zu übergeben hat. Ihr erstes selbst gegerbtes Fell. Von dem unglücklichen Hasen in Mathab mal abgesehen. Sie wartet bis sie an der Reihe ist. Wie immer.

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Azinas Gedanken

Ein Bund in El’Trutz

Am nächsten Morgen, mittlerweile war der 24.Firun 1026 BF angebrochen, verstaute ich ersteinmal den gehemnisvollen Brief, der mich gestern erreichte, ich nahm mir vor die einzige Person hier nach der Unterschrift des Briefes zu fragen, von der ich mir eine Antwort erhoffen konnte Isaria. Ich traf Isaria, so wie die anderen dann auch beim Frühstück, die ersten drei Buchstaben deuteten wohl auf einen gewissen Lechmin ai Battuhzen, ich konnte mich erinnern, oder eher in Delias Erinnerungen fand ich ein Gesicht zu dem Namen, ein alter Tulamide, grauhaarig, mit einzelnen Strähnen weißen Haares, tiefen grauen Augen, der wohl immer mal wieder Kräuter aufkaufte und verkaufte in dem Dorf, irgendwas kam mir an ihm seltsam vor, so als hätte ich das Gesicht schon mal gesehen, aber ganz einordnen konnte ich es nicht. Weiterhin bemühte ich mich darum den wahren Namen des Dämons Liv zu entschlüsseln, das hätte ich eigentlich gestern gemacht, aber der Exorcismus zerrte doch stark an meinen Kräften, trotz der Tatsache das die Residualstrahlung der Matrix der Heptasphärischen Wesenheit schon stark zerfallen war, gelang es mir, selbstverständlich, den Wahren Namen zu extrahieren, doch, natürlich, wurde ich wieder gestört. Als wäre es zuviel verlangt etwas Ruhe und Einsamkeit haben zu wollen, na wartet das werde ich nicht vergessen, ich werde meine Rache bekommen. Moment, Rache, ach an die Erinnerungen muss ich mich noch gewöhnen, so ein Spielball seiner Emotionen zu sein, das erscheint mir ungesund, wobei ich nicht leugnen kann, das es interessant war, zu erfahren, inwiefern sich das aufwachsen von zwei Individuen doch auf solch fundamentaler weise unterscheiden kann, wobei es auch vieles gibt, woran ich mich lieber nicht erinnert hätte. Beispielsweise Delias Besuch im Levthans Tempel in Fasar, das Gefühl des ausgeliefert sein in der Al’Achami in Fasar und einiges mehr. Auf jeden fall, werfen die Erinnerungen noch einmal ein ganz neues Licht auf meine Beziehung mit Zafia und auch Möglichkeiten der Verarbeitung der gleichen, sind mir durch die Erinnerung gegeben. Heute war auch der Tag an dem wir nach El’Trutz aufbrachen, auch bemerkenswert, ich werde in meinen Angelegenheiten gestört, komme nicht dazu meine Vorbereitungen anzuschließen und die anderen, bis auf Collega Peddersen/Jane, stehen nur in der Gegend herum, anstatt mit der Truhe zu helfen. Es war nicht, ausschließlich, mein Wunsch hier zu sein. Der Rückweg, war etwas verkürzt, führte der Ausgang des Dorfes doch auf die Zedernstraße, zwischen El’Trutz und Naggilah. Noch so etwas was ich mir anderweitig genauer besehen hätte, die Verhehlung und anderes des Dorfes, nun gut ich kann ja jederzeit mittels meiner Möglichkeiten zurück reisen. Kalkarib erzählte dann auch noch viel über die Sitten und Gebräuche bei einer novadischen Hochzeit, die Sachen die er wegließ fügte ich rasch hinzu, immerhin erinnerte ich mich an die Lektionen Alhinas, wie als wäre ich selbst anwesend gewesen. Am Abend/Nacht erreichten wir die Karawanserei, bzw. die Stadt, die Tore waren verschlossen, wiedermal, sollte das nochmal vorfallen, so weiß ich nicht was beim nächsten Mal passieren wird, es kommt ganz darauf an, wie ich dann gerade drauf bin, aber ich habe das Gefühl es wird den Bewohnern der Siedlung weitaus weniger Freude bereiten, als mir…

Nach einigem hin- und her öffnete eine der Karawansereiwachen, auch wenn etwas nachgeholfen werden musste, auch das Tor der Karawanserei. Isaria und Melekhelm waren schon anwesend, Melekhelm an den ich mich erinnern konnte, auch ohne ihn je getroffen zu haben, war gerade in einer Partie rote und weiße Kamele vertieft. Ich setzte mich zu ihm und sah dem Spiel zu, nachdem wir uns kurz vorgestellt hatten, nachdem Spiel redeten wir noch kurz etwas. Ich nutzte die verbliebene Zeit um einen Brief nach Khorestan aufzusetzen, unter anderem wieß ich an, das eine kleine Delegation nach El’Trutz geschickt werden würde, das eine Nachricht nach Khunchom geschickt werden solle, um Ali und Sasali auf den Weg zu schicken, laut Delias Erinnerungen schienen Sie für Sie wichtig zu sein.

25. Firun 1026 BF. Meine Delegation traf heute ein, ebenso trafen später auch Ali und Sasali ein, weitere Töchter Satuarias trafen auch ein. Ein Thaumatursom für Delia wurde noch gefertigt, wozu es mir wohl heute ohne die Hilfe der Töchter Satuarias an Kraft gemangelt hätte, von Spichbrecher/der Hauptmann, wünschte sich ein Artefakt das einen Geist beschwört, der ihn warnen möge, wenn Delia in Gefahr schwebt, nun ich habe das sinnvoller abgewandelt, in dem ich einen Cantus zur Herbeirufung eines Elementars der Luft einwob, gut ich weiß ihr wäre ein „niedlicher“ kleiner Elementar des Erzes lieber, dieser wäre jedoch nicht zielführend gewesen für die Aufgabe. Ich selbst werde ihr wohl unter anderem eine Bastmatte, mitsamt Teppich-äh-Hülle schenken, so das sie einen fliegenden Teppich imitieren kann, nachdem sie ihren Stab verbrannte, ich war ja am überlegen ob ich diesen wieder herstellen sollte, aber meine Kräfte waren zu erschöpft und ganz sicher ob es mir gelungen wäre war ich auch nicht. Am Abend sprachen wir noch lange über die verschiedensten philosophischen Sachverhalte und auch Handelsbeziehungen wurden geknüpft oder zumindest angeregt.

26. Firun 1026 BF. Tag des Bundes, geprägt von dem Fest, das herausragendste dürfte Delia gewesen sein, die sich selbst verzaubert hatte, um sich attraktiver zu machen. Das dies in einer Katastrophe hätte enden können, daran hatte Delia wohl nicht gedacht, ein Verführungszauber, während einer Bundschließung, wirklich eine tolle Idee, ist ja nicht so als hätte es hier nicht einen Haufen Unbekannter gegeben, die Sie noch nie gesehen haben, das je nach Familienstruktur, Zwist sich daraus ergeben könnte, und ihr Personen hätten verfallen können, die Sie zum ersten mal erblickten, wirklich eine unverantwortliche Nutzung ihrer Kräfte, ich bin nur froh das es zu keinem Eklat durch die anderen kamm, ich selbst war durch meine Trauer und meine Neugier abgelenkt genug, dazu erscheint mir Delia durch ihre Erinnerung auch eher als Familienmitglied, den als begehrenswerte Frau,, zumal ich mich ja auch daran erinnern konnte, was normalerweise danach folgte, wenn ich so aan Jallal, den Levthanstempel oder die Ferkinas denke, ob Zafia wohl ähnliches gemacht hat? Davon abgesehn war der Tag vor allem von Speis und Trank dominiert, es wurden die traditionellen Speisen die zu erwarten waren gereicht. Später wurden die Geschenke übergeben, ein paar Ideen die ich noch hatte, werde ich wohl erst später umsetzen können. Demnächst werde ich wohl ein paar Dokumente für die Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis zusammensuchen, immerhin kann ich Informationen zu einem neuen Dämon geben. Das Wissen über die Töchter Satuarias, werde ich wohl für mich behalten, immerhin kann ich mich noch genau daran erinnern, wie mich Mutter lehrte, welches Wissen ich weitergeben darf und welches nicht, verdammte Erinnerungen, das wird schwerer als ich erwartet hätte mich daran zu gewöhnen, nunja auf die Art und Weise dürfte es mir wahrscheinlich beser gelingen mehr über die Töchter Satuarias zu erfahren.

 

Zur gleichen Zeit auf dem Fest:

Nicht nur Isaria und die anderen Mitglieder des Zirkels der linken Hand, abgesehen von Emerbeth, waren anwesend, auch ein paar weitere Leute, die nicht, direkt, geladen waren, erschienen. Hielten sich jedoch im Hintergrund, was zumindest bei einer der Damen eher selten der Fall ist, aber eventuell tat sie dies nur, um zu sehen wie ihre Großnichte agiert, ist es doch schon ein paar Jahrzehnte her das Sie Delia das letzte mal sah. Die anderen beiden hielten sich aus anderen Gründen zurück, doch dazu später mehr. Endora, so der Name der Großtante in frage, welche Delia vor vielleicht 50 Götterläufen das letzte mal sah, als Sie in Gareth besucht wurde. Gewisse Ähnlichkeiten in dem Verhalten zwischen Großtante und Großnichte waren schon gegeben, beide zeigten gewisse felide Verhaltensweisen, zumindest hätten dies wohl einige, gut vermutlich eher drei, Personen aus der Festgesellschaft angemerkt.

Die anderen beiden waren Lechmin und Alyssia, die vor einem kleineren Ball noch schnell diesen, für Delia, besonderen Moment erleben wollten, und zumindest Lechmin wollte noch einen Holzanhänger von Isaria abholen.

Interessante Charaktere in Khorestan

Rot steht für Rastullahglaube – Grün für Zwölfgötterpantheon. Assaf ist die Ausnahme, er passt sich je nach Herrscher an.

 

Charaktere aus der Bevölkerung

 

  • Hairan Fthaihif al’Karimaz ay Quadanag (Familienoberhaupt der Rezzani’s, Wohnsitz in Quadanagar [ca. 50 Personen]) – Claus
  • Hairan Achtev al’Rashid ben Shafir (Familienoberhaupt der Benayman’s, Wohnsitz in Shirdar [ca. 70 Personen]) – Christian
  • Hairan Mordai sâl Maharbal al’Kira (Familienoberhaupt der Maharbal’s, Wohnsitz in Shirdar [ca. 40 Personen]) – Jörn
  • Alam Seyshaban ben Cherek bân Rezzan (Pergamenthändler aus Quadanagar) – Jörn
  • Saiman al’Kolbîr (Besitzer des Gasthauses „Schnabelschuh“ in Quadanagar) – Claus
  • Tuluf ibn Harun (Bruder des verstorbenen Emir Gulbad – derzeitig im Kerker) – Christian
  • Sahib Abdul ibn Khabla (Besitzer der Karawanserei in Shirdar) – Aaron
  • Peribeth Abdulsunni (Älteste Tochter des Karawansereibesitzers in Shirdar, rotes Haar von einer Sklavin aus dem Bornland) – Aaron
  • Hexe aus Quadanagar – Claus
  • Beni Erkin – Christian
  • restliche Bevölkerung Shirdars und Quadanagar – Christian

 

 

Charaktere des Militärs

 

  • Agha Jedrech al’Kebîr ben Nareb (Hauptmann der Garde und Anführer des Militärs in Khorestan) – Aaron
  • Beybashar Aytan ben Rafid (Leutnant der Garde und Anführer der Dschadra (10 Mann) in Quadanagar) – Aaron
  • Söldnerin Liliana (Stumme Söldnerin, reist oft mit Karawanen auf der Zedernstraße) – Aaron

 

Charaktere der Hofstaates

 

  • Wesir Assaf al’Fesari (Alter & Neuer Palastwesir [Kämmerer]) – Jörn
  • Gärtner Halef ben Achmed bân Benayman (Frisch eingestellter Hofgärtner zur Aufzucht von Heilpflanzen) – Chrisitan
  • Haremsälteste Abrizah al’Azila (die Wildrose) – 27 Jahre – Claus
  • Haremsweib Isha az-Zahra (die Blume) – 25 Jahre – Claus
  • Haremsweib Nedime ash-Shabra (die Glänzende) – 19 Jahre – Claus
  • Haremsweib Renahban saba-es-Sulef (Tochter des Liebreizes) – 16 Jahre – Claus
  • 2 Lehrlinge Nehazets aus der Bevölkerung – Aaron
  • 1 Lehrling von Außerhalb – Christian

 

Charaktere der Ferkinas

  • Azad, StammesschamaneJörn
  • Krieger der Ferkinas – Christian

 

Mögliche Antagonisten

  • Jalif ibn Mhanach (Letzter Nachkomme von Emir Mhanach ibn Yerdawan [6 Jahre alt]) – Jörn
  • Laila Abda’l Mayy (Mutter des Sechsjährigen und ehemalige erste Shanja von Emir Mhanach ibn Yerdawan) – Jörn

 

Es sind natürlich noch wesentlich mehr Charaktere möglich. Ihr könnt euch gerne noch weitere ausdenken. Sprecht euch da am besten mal mit Jan ab. Schaut ansonsten einfach mal auf die Khorestan-Seite oder verfolgt den Briefwechsel von Assaf und Nehazet um euch Ideen zu holen

Eine andere Geschichte – Teil II

Maednir„Was treibt zwei Nordmänner an, das Fürstentum Darpatien zu bereisen?“ die belanglose Frage des Wirts war weniger aus echtem Interesse heraus, als vielmehr von dem Bedürfnis ein freundlicher – und vor allem traviagefälliger – Gastgeber zu sein gestellt worden. Zwei Thorwaler, gehüllt in zahlreichen, sich überlappenden Schichten aus dicken Wollstoffen, wolligen verfilzten Tierfellen und wehrhaften – rau bearbeiteten – Plattenteilen saßen sich an einem langen Holztisch gegenüber, an dessen Stirnende ein rundbäuchiger Wirt stand. Dem Wirt viel es schwer zu erkennen wo die lange Behaarung der zwei Männer endete, und wo die Bekleidung begann, beinahe hätte er die Stadtwache gerufen, als diese zwei – ganz nach Banditengesindel aussehenden – stämmigen Männer seine Wirtschaft betreten hatten. Ihre, ihrem Aussehen trotzendem, ruhige und gelassene Art – veranlasste ihn jedoch dazu sie als gut zahlende Kunden einzuschätzen. Der Unterschied zwischen marodierenden Räubern und gut zahlenden Gästen ist hin- und wieder kaum erkennbar. „Wiä sönd äuf de‘ Weg zu äna Pilgaräise, Herr Wirt.“ antwortete Árngrimr, der Huscarl des älteren in seinem besten Garethi. Der Besitzer des Gasthofes musste sich ein schmunzeln verkneifen, als er die lustig klingende Mundart des breitschultrigen Mannes vernahm. „Pilgerreise, ja? Na möge Aves euch begleiten, meine Herren – und Willkommen im stolzen Darpatien, dem arbeitsamen Bullen des Mittelreichs, falls euch noch niemand willkommen geheißen hat. was darf es denn sein?“ Ein verging ein Moment, die zwei Thorwaler sahen sich lediglich gegenseitig an als ob sie in der lage waren mittels Kraft Ihrer Gedanken miteinander zu kommunizieren. „Zwä Vollbiä.“ war dann die bloße Antwort des Huscarls. „Kommt sofort.“ und mit diesen Worten verschwand der Wirt.

Es verstrich wieder etwas Zeit, Mӕdnir Hasgarsson fingerte Gedankenversunken an einem etwas mehr als Dukatengroßen, permuttfarbenen Amulett herum, welches er in seinen Händen offen hin und her gleiten ließ. Seine rauen Finger strichen dabei immer wieder über das eingravierte Symbol, welches darauf zu sehen war. Árngrimr sah seinem Thanen dabei zu, schon seit mehreren Nächten spielt sein Herr mit diesem Ding herum, er hatte jedoch noch nicht die richtigen Worte gefunden ihn danach zu fragen. Im Thorwalschen Pantheon, war das Symbol, welches auf diesem Amulett zu sehen war, eine wesenlose elementare Gottheit des Meeres und Teil der Schöpfungslehre. Für Árngimrs war es also weder etwas unbekanntes, noch etwas frevelhaftes es bei sich zu tragen. Mӕdnir war, so wie Árngimr ein erfahrener Seemann, wieso sollte er also nicht das Symbol des Meeresgottes bei sich tragen? Dennoch – irgendwas war an diesem Ding, was Árngimr nicht gefiel. Er hatte dieses Amulett bis vor wenigen Sonnenaufgängen noch nie bei seinem Herrn gesehen – und er hätte sich mit Sicherheit daran erinnert wenn er es auch irgendeinem Markt oder bei einem Kiepenkerl erworben hätte. Immerhin war er Mӕdnirs erster Thinskari, und wich somit nie von dessen Seite – es sei denn er wollte es so. Árngimr dachte über eine Verbindung nach, die dieses Amulett eventuell mit den immer weniger werdenden Gebeten zu Swafnir haben könnte.

„Stellt eure Frage, Huscarl.“ brummte es aus Mӕdnirs Bart plötzlich heraus. Árngimr zögerte. Seine Ausbildung und sein Trygdar-Eider hinderten ihn daran seinem Thanen gegenüber neugierig zu sein. „Verzeiht, mein Thane – ich spüre wie mir Frenjara’s eisiger Atem bis ins Mark bläst wenn ich euch mit eurem Amulett herumspielen sehe.“ Unter dem Bart des älteren Thorwalers hätte man ein kurzen lächeln sehen können, wenn der Bart nicht so Dicht gewesen wäre. „Ihr erwähnt den eiskalten Wind der Weisheit, der von den Nivesenlanden her kommt und frostig über das Meer der sieben Winde weht.“ antwortet Mӕdnir mit bedeutungsschwangerer Stimme. „Ich beneide euch, Árngimr – ich wünschte auch ich könnte ihn spüren. Denn trüge Frenjara die Weisheit mit sich nach der ich suche, dann wäre ich bereits am Ziel meiner Reise.“ Die kryptische Antwort seines Herrn verwirrte den Huscarl, nur leicht ließ er den Kopf senken – kaum sichtbar – doch Mӕdnir wußte die sparsame Gestik seines ergebenen und langjährigen Waffenbruders inzwischen gut zu deuten. „Ich weiß dass es unnötig ist es zu erwähnen, denn ihr seid nicht nur mein Huscarl, sondern auch mein erster Thinskari – und mein Freund.“ Und mit diesen Worten blickte Mӕdnir Árngrimr direkt in die Augen „Du mußt mir vertrauen, Árngimr! Efferd hat zu mir gesprochen – zuerst dachte ich es wäre der Wächter über Land und Meer, unser Herr über Leben und Tod , der Herr Firun der zu mir sprach – doch es war Efferd, und er war mehr als nur eine wesenlose Gottheit, Árngrimr – ich weiß das mag nach Hranngar’schem Gerede klingen in deinen Ohren, doch ich sage dir – so leibhaftig wie Swafnir in uns allen ist und wir ihn bei jeder Welle die gegen den Rumpf unserer Otta schlägt spüren, so leibhaftig hab ich Efferd gespürt, er ist hier … hier bei mir. Und er wacht über mich.“ Mit diesen Worten krachten zwei überschäumende Bierhumpen auf den Tisch zwischen die beiden Männer. „Zwei Vollbier, wohl bekomms‘!“ tönt der Wirt und lässt die zwei auch schon wieder alleine, ohne zu wissen dass er eben in ein eine Offenbarung hineingeplatzt war. „Ah, endlich!“ platzt es auch Mӕdnir heraus, der sein Ansprache im Angesicht des Biers vergessen zu haben scheint und es sofort zu seiner trockenen Kehle führt. Árngrimr hingegen war fassungslos. Er musste sich dazu zwingen ebenfalls zu dem Bierhumpen zu greifen. Er traute seinen Ohren kaum, ich hatte mit vielem gerechnet, doch nicht damit. Andere wären jetzt vor Fassungslosigkeit von der Bank gefallen oder hätten sich in einer Glaubensdiskussion ergossen, doch nicht Árngrimr – der treue Huscarl Mӕdnir Hasgarssons. Er würde nicht seinen Eid brechen, selbst wenn er seinem Herrn dafür auf den Grund des Meeres folgen musste.

Was die beiden Thorwaler nicht mitbekommen hatten, war ein weiterer Mann – ein Mittelländer, der zwei Tische weiter saß. Er hatte langes, zu einem Topf gebundenes braunes Haar, einen gepflegten Oberlippenbart und ein wehrhafte und blankpolierte leichte Plattenrüstung schützte seinen agilen Körper. Nur zufällig hatte er das Gespräch der beiden Thorwaler mitbekommen. Er konnte Thorwalsch, und da keine anderen Gäste anwesend waren, vernahm er das Gespräch der beiden Ausländer recht klar. Zuerst interessierte ihm das Gefasel der beiden nicht, doch irgendwann wurde er hellhörig. Spätestens beim Anblick des permuttfarbenen Amuletts gingen die Finger des jungen Schwertgesellen zu seinem Hals, an dessen Stelle einst etwas ähnliches baumelte. Ein Amulett aus Eisen, welches dort nun schon seit längerem fehlte. „Darf es für euch noch etwas sein, Herr Bodiak?“ wollte der Wirt wissen. „Für mich noch ein Bier, bitte – Herr Wirt – und noch zwei weitere für diese beiden Herren dort drüben, ich bin in Stimmung zwei geschätzte Freunde des Waffenganges auf ein Bier einzuladen.“ antworte der Schwertgeselle mit lächelnd freundlicher Miene.

(Anm.d.Autors: Ich habe den Vornamen von „Áarngrimr“ in „Árngrimr“ geändert, es ist noch die selbe Person, nur diesmal ist die Schreibweise korrekter.)

Eine andere Geschichte

Arngrim„Wie nennt man diesen Ort?“ erkundigte sich eine tiefe und raue Stimme. „Die Bauern sagen, man nennt ihn Hartsteen, mein Thane.“ antwortete der andere, etwas jüngere der Beiden. „Hartsteen.“ hauchte der erste, und blickte dabei von dem schaukelnden Wagen hinaus in die Weite des Landes wo am Horizont die rot geziegelten Dächer einer mittelländischen Stadt zu sehen waren. „Dann ist es nicht mehr weit, mein Freund.“ der jüngere schwieg. Das Ziel ihrer Reise war bald erreicht. Die zwei großgewachsenen Männer hatten eine weite Reise hinter sich. Vor einigen Monden waren sie aus dem Jarltum Premjastad aufgebrochen, beginnend im Golf von Prem, über die nostrische Küste bis hinunter in das Mündungsdelta des großen Flusses sind die beiden Männer mit ihrer Otta gefahren. Dort angekommen heuerten sie auf einer Flusskogge an um den Großen Fluss bis nach hinauf nach Ferdok zu fahren, von wo aus sie denn den Avesweg nahmen. Über die Reichstraße 6 erreichten sie Gareth, die Metropole des Mittelreichs. Doch sie verweilten nur kurz in der Reichsstadt, ihr Weg führte sie weiter gen Rahja – oder nach Wesda, wie die Thorwaler zu sagen pflegen.

„Wir werden im Gaimond das Ziel unserer Reise erreichen, ganz wie wir es geplant hatten.“ sprach Mӕdnir, der ältere der beiden. „Ich verstehe noch immer nicht, wieso ihr ausgerechnet diesen Pilgerpfad beschreiten wollt, mein Thane.“ In der Stimme des jüngeren lag Besorgnis um seinen Herrn. Sie hatten eine weite Reise hinter sich gebracht, nur um einen Pilgerpfad zu beschreiten von dessen Existenz sein Herr bis kurz vor der Abreise noch nichts einmal etwas wusste. „Áarngrimr, ihr seid mein Huscarl, und nicht mein Eheweib – ihr müsst meine Entscheidungen nicht verstehen, sondern sie – und genau das habt ihr bisher mit großer Sorgfalt getan – respektieren und umsetzen.“ In Mӕdnirs Stimme lag kein Zorn, dennoch war sie mit harter Tonlage geführt, doch für Áarngimr war dies nichts neues. Áarngrimr Brydason war schon viele Jahre im Dienste Mӕdnirs. Er war ein ausgebildeter Kämpfer und erfahrener Seefahrer. Seine Streitaxt zierten bereits viele Kerben, geschlagen in zahlreichen Schlachten, sowohl auf See als auch an Land. Auch sein großes rundes Schild war gezeichnet von den vielen Hieben, Stichen und eingeschlagenen Pfeilspitzen die es einst abgewehrt hat.

Wieder vergingen mehrere dutzend Schritte, die sich der Karren auf dem die beiden Nordmänner saßen, der Stadt Hartsteen näherte. Ein frischer Wind kam auf und wehte durch das lange Haar der beiden bärtigen Männer. Ihre Gesichter blieben versteinert, denn sie trotzten bereits wesentlich stärkeren Winden. In ihren Augen lag zugleich die tiefe Entschlossenheit und der unerschöpfliche Mut eines Thorwalers. Mӕdnir blickte wieder in die Ferne, während sein tapferer und treuer Huscarl ein wachsames Auge auf die zwei Mittelländer hatte die den Karren lenkten. Nur gelegentlich erlaubte sich der Kämpfer seinen Blick woanders hin schweifen zu lassen. Immer wieder fiel sein Blick dabei auf seinen Herrn, der die letzten Monde sich zu verändern schien. Schon lange hatte er kein Gebet mehr an Swafnir gerichtet, sein Gemüt wurde mit jedem Sonnenuntergang immer launiger und unberechenbarer. Es war nicht an Áarngrimr den Weg seines Thanen zu hinterfragen, trotzdem machte er sich Sorgen um ihn, denn schon viele Winter lang war er nicht nur sein Herr, sondern auch sein treuer Hirdman. „Erleuchtung, Huscarl.“ raunte Mӕdnir plötzlich, ohne das sich die Blicke der beiden trafen. Áarngrimr wusste zuerst nicht wovon sein Gegenüber da sprach, entschied sich dann jedoch nachzufragen. „Wovon sprecht ihr, mein Thane?“ „Ihr wolltet wissen warum ich den Pilgerpfad in Dettenhofen begehen möchte. Der Mann der mir davon erzählte, hatte ihn einst selbst beschritten und er erzählte mir, dass es eine einzigartige Erfahrung gewesen sei – und er aller Widrigkeiten zum Trotz – ihm Erleuchtung gebracht hatte. Es war diese innere Zufriedenheit und Selbstsicherheit in seinen Augen die mich Erschauern ließ. Selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte meine Axt nicht gegen ihn erheben können – so sehr hatte mich sein Blick erstarren lassen. Als hätte ich Hranngar persönlich ins Angesicht geblickt.“ Mӕdnir machte eine Pause, der Wagen knarzte unter der Last der beiden Männer.  „Darum will ich diese Pilgerreise machen, Áarngrimr. Ich habe das Gefühl, dass mich mein Schicksal dort erwartet.“ Mit diesen Worten sah Mӕdnir wieder Gedankenversunken in die Ferne, während er seine rauen Finger über ein Perlmuttfarbenem Amulett gleiten ließ das unter seine dichten Bart versteckt war.

Tsagefällig

Das Hexenfeuer lodert um den gigantischen Scheiterhaufen, der noch lange brennen soll. Die fröhlichen Hexen singen und tanzen in wilder Ektase drum herum. Selbst Delia ist nun mit dabei nachdem sie und Kalkarib ihren wertvollen Stab zerbrachen und dem Feuer übergaben.

Es scheint, dass sie der Schwesternschaft entsagt. Sie muss ihn wirklich sehr lieben. Obwohl … welche Veränderungen haben wir bei ihr hervorgerufen? Hat Nehazet nicht den Traumkalkarib dazu bewogen von seiner Abkehr abzusehen? Tragen letztlich wir die Schuld an ihrer schicksalshaften Entscheidung? Hoffentlich haben wir ihrem Geist keinen Schaden zugefügt. Ich selbst war in jener Welt langsam dabei den Verstand zu verlieren. Es war einfach zu verwirrend. Die Realität verblasste zusehends. Während Nehazet wie im Wahn alles seinem Willen unterwarf, stach ich Alwine, die Hausherrin des bäuerlichen Herrenhauses, gleich zwei Mal nieder. Ich war fest von einer Falle der Dämonin überzeugt. Sieghelm reagierte darauf übertrieben hysterisch. Im Nachhinein ein gutes Zeichen. Zumindest hatte er den Boden unter den Füßen noch nicht verloren. Der nächste Schock für ihn kam, als ich Kaiser Reto tötete, weil er Travia frevelte. Aber auch er stand kurz danach wieder auf. Ich weiß nicht, was von allen Geschehnissen auf Nehazet zurückzuführen ist. Jedenfalls konnte er Kolkja helfen indem er verfügte, dass seine erste Frau niemals gestorben sei, sondern nur im Koma lag. Ob das für Delias Seelenheil förderlich war, weiß ich nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen sie stattdessen endlich Boron übergeben, als Zeit und Raum zu beeinflussen, so dass sein Wunsch doch noch in Erfüllung ging? Es gibt Dinge, die sollten nicht verändert werden. Es hat einen Sinn, dass es geschah! Aber inwiefern zählen die derischen Weisheiten in solch einer Welt?

Ja, es wurde Zeit, dass wir den Traum verließen. Denn dann tauchte eine sechsjährige Delia auf. Auch hier war ich mir sicher, dass sie die Dämonin sei. Jedoch versprach ich Sieghelm niemanden mehr auf Verdacht zu töten. Und so wartete ich. Geduldig, wie ein Baum die tödliche Lawine erwartet. Beständig und bewusst. … Außerdem war es Delia … *seufz*… Menschen sind so emotional und dumm! Denn tatsächlich offenbarte sie sich draußen als Liv. Sieghelm stellte sich ihr tapfer in den Weg, während Nehazet sie zurück in die Niederhöllen schickte. Delia war gerettet und wieder mit sich selbst vereint. Vollständig. Hat ihr bisher etwas gefehlt? Ich habe nichts bemerkt.

Ihre Aufmerksamkeit wendet sich wieder der Gegenwart zu. Sieghelm befreit sich neben ihr umständlich von seinem Wappenrock. Der arme Rondrian war sichtlich verzweifelt, was ob er es seinem Herrn gleichtun sollte oder nicht. Azina hingegen schaut dem Treiben nur gedankenverloren zu, als der der Herr von Spichbrecher ebenjenes Wappen in das Hexenfeuer wirft. Gierig fraßen die Flammen dieses Opfer.

Was tut er da? Er wirft seine Herkunft weg. Seine Herkunft … möchte er ein anderer sein?

Sie ist ziemlich erschrocken über ihren neuen Gedankengang und zuckt kurz unter ihm zusammen. Ihr Blick fällt dabei auf Nehazet.

Wenigstens scheint Nehazet unverändert. Auch ein Hexenfeuer wird dein Amulett nicht vernichten, lieber Adeptus.

Am Ende ist es mir gelungen, wenigstens eine einzige Veränderung in dem Traum zu bewirken. Zwar war es nicht die prächtige weiße Lederrüstung, aber immerhin habe ich etwas bewirkt. Somit waren die stundenlangen Vorträge von Jane nicht umsonst. Überhaupt habe ich so ein wenig Einblick in die menschliche Psyche erhalten. Nur lehnen Firuns Lehren dergleichen Empfindsamkeiten ab. Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich. Wer es nicht vermag, der fällt. … Aber es schadet jedoch nicht, zu verstehen, was die Menschen bewegt. So kann ihnen geholfen werden sich selbst zu überwinden … du siehst Firun … ein kleiner Teil von mir huldigt deiner schwanengleichen Tochter. ‚Gnade‘ ist ein Wort, welches dir fremd ist. Doch ich besitze sie. Ich verschonte Sefiras Leben bereits zwei Mal. Sie lehrte mich, dass jeder Schwächen hat. Nur liegt es an ihnen selbst damit fertig zu werden und aus den Geschehnissen zu lernen. Lehre nicht mit Groll, lehre mit Nachsicht. Bitte zürne nicht meiner Lektion.

Ich werfe nichts ins Feuer. Ich wünsche mir nichts. Meine Vergangenheit ist bewältigt. Meine Familie in Sicherheit. Meine Fehler sind vergolten. Ich richte meinen Blick auf die Zukunft. Dein Wille geschehe, weißer Jäger.

Was Delia betrifft. So wünsche ich ihr viel Glück. Sie wird diese Phase ihres Lebens überdauern. Was bedeutet schon die Lebensspanne eines gewöhnlichen Menschen für sie? Ich selbst kann nur hoffen, dass mein Erbe nicht vergessen wird. Und dafür streite ich. Für Dere. Für das Leben. Und somit letztlich für die Gnade.

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Azinas Gedanken