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Schweigen

Mag dich einer verstehen Sieghelm.

Du richtest Tornado, der sich auf den Vortex einließ und als erster Anker fiel. Möglicherweise traft ihm nur wenig Schuld. Wir wissen es nicht. Es war dir egal. Du verwehrtest ihm ein Gericht. Weder weltlich noch göttlich. Er starb lediglich durch dein Wort und deine Hand.

Aber dem Schwarzen Ritter verzeihst du seine Vergehen? Hat auch er sich nicht mit finsteren Mächten eingelassen? Wie viele Menschen fielen ihm und seiner Schar zum Opfer? Wo bleibt da die Sühne?

Doch ich Schweige. Im Gegensatz zu den anderen, die die Reaktionen der Würdenträger ins Feld führen, wenn du dich mit dem Feind bandelst. Gehe deinen eigenen Weg, Sieghelm. Der Weg der Gnade ist schmaler aber doch größer als der des Todes. Ich weiß das.

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Azinas Gedanken

In Punin – arkane Analysen

29./30.  Tsa

Es war schon spät am Abend, als ich via des Trasversalis Cantus (unbedingt nach Möglichkeiten zur Ausdehnung der Reichweite desselbigen suchen) in die Academia zurückkehrte, nun begann der wichtige Teil, die genaue Untersuchung der Strukturen des Vortexthaumatursomes.

Es dauerte nicht lange bis einige Kollegen gefunden waren, darunter die beiden Zwillinge Kalmar und Kalman (einer ein Observator, der andere ein Invocator)und der alte Freund meiner Familie Biscarat Manzanares, waren die ersten die ich fand und mit mir die Untersuchung des Vortexthaumatursomes begannen, über den Lauf der Nacht kammen noch weitere interessente zur Analyse dieses faszinierend fremden Zauberwerkes hinzu.

Wir zogen uns in das Teezimmer zurück, auch wenn wir zunächst darauf verzichteten Tee zu bestellen, dürstete es uns doch vielmehr danach die Strukturen der gebundenen Vortexmagie zu ergründen.

Ein Problem stellte dabei die Fremdartigkeit dieser Magie in sich selbst dar, so wollte Kalmar beispielsweise, nach einem kurzen Blick mittels des Odem Cantus sich wieder anderer Studien zuwenden, da der Handschuh anscheinend komplett ohne Magie war und das ganze für einen eher schlechten Scherz hielt. Also musste ich zuerst erklären worum es sich bei dem zu untersuchenden Objektum handelte, zur Verdeutlichung bediente ich mich eines weiteren Handschuhes, welcher ohne lange nachfrage mehr oder minder willig von einem der Bediensteten zur Verfügung gestellt wurde und bat meine Kollegen beide Handschuhe arkan zu vergleichen, während diese ihre eigenen Beobachtungen anstellten, fuhr ich mit meinen Erklärungen fort und wies auf die kaum sichtbaren Verdunklen in der limbisch betrachteten Objektmatrix, des von mir mitgebrachten Handschuhes hin und wie, mit etwas Fokus, es ihnen möglich sei ihre Wahrnehmung leicht zu verschieben in die Richtung das diese fremden fibrillis arcana von ihnen deutlich zu besehen wären, zu erwartenderweise dauerte es auch nicht lange, bis sich die Miene meiner Kollegen von einem gewissen enttäuschten desinteresse wandelte zu einer deutlich zutreffenderen wissbegierigen Neugier (jedenfalls denke ich das dies das war, aber wer kann schon vernünftig die Mimik anderer deuten?), ich begann also weiterzufahren mit meinen Erzählungen über den Vortex und meinen Schlussfolgerungen daraus, insbesondere der, naheliegenden, Modifikation des Sphärenmodelles und das meine eigenen Beobachtungen und Forschungen in dem Bereich der Analyse und Nutzung der Vortexmagie bislang eine erstaunliche Flexibilität und Macht in dieser gezeigt haben. Von den beiden anderen Observatoren führte dies, mehr oder minder, zu wenigstens einem leichten Kopfschütteln aufgrund meiner raschen Handlung in der praktischen Umsetzung und Nutzung dieser fremden Magie, welche doch unserem Verhaltenscodex widersprach, der Invocator der Runde, sah dies natürlich pragmatischer und wies darauf hin, das ohne diese raschen Experimente im Feldeinsatz die jetzige Untersuchung, vermutlich nicht möglich wäre, zumal ja auch alles funktioniert hätte wie es gewollt war.

Ich selbst war etwas hin- und hergerissen, zwischen beiden Punkten, war mir doch schon seit längerem bewusst das ich aufgrund der Notwendigkeiten der verschiedenen Erlebnisse in meiner Zeit außerhalb der Academia schon desöfteren gegen unseren Codex verstoßen hatte, wiewohl in den entsprechenden Fällen die Notwendigkeit bestand, anstand nach einer sauberen Lösung der allumfänglichen arkanen Analyse eher einem, der Zweck heiligt die Mittel Credo zu folgen.

Wie dem auch sei, nachdem ich den profanen Handschuh zurückgab, schließlich benötigte ich ihn nur kurz zur Demonstration der inhärenten Unterschiede, orderten wir Tee und Wachtrunk, da die Analyse und Erstellung eines sicheren Gefäßes, sowie anderer mir ebenfalls als Notwendig erschienender Maßnahmen doch eine längere Zeit in Anspruch nehmen würden.

Vermutlich war es nur meine Vorfreude darauf, endlich wieder ein ernsthaft interessantes arkanes Phänomen zu untersuchen (in den letzten Monden war ich viel zu oft damit beschäftigt mich mit administrativen Nebensächlichkeiten zu beschäftigen, kein Wunder das es in der Geschichte so viele Despoten und Tyrannen gab), so das ich mich mit den anderen auf die tiefere Analyse des Objektums stürzte.

Aufgrund meiner Expertise begann ich die Anderen anzuleiten, worauf zu achten wäre und wir begannen unterschiedliche Studien anzustellen, mitsamt des Invocators suchte ich nach einer Localisationscomponente des Vortex, basierend auf der Residualstrahlung der originären Invocation, so dass es uns letzlich möglich sein sollte einerseits eigene Invocationen durchzuführen und was weitaus interessanter war, mit der Arbeit für Vortexbasierende Canti der Contraria zu beginnen. Mit einem der Observatoren war ich schließlich beschäftigt die Bindung der Vortexmagie an das Objekt des Handschuhes selbst zu untersuchen, dies hatte einerseits zum Ziel den Cantus Catalytis zu indentifizieren, andererseits sollte dadurch auch eine bessere Identifikation zukünftiger Vortexthaumatursome ermöglicht werden, sowie natürlich sollte es anhand der gänzlich neuen Perspektive auf das arkane Spektrum auch möglich sein den Grundstein für gänzlich neue Richtungen der Magie zulegen. Somit blieb für meine Untersuchungen mit dem letzten Observator noch das Gefahrenpotential und die Eindämmung desselbigen zu eruieren.

Diese Analysen zogen sich, mindestens bis in ausreichende Stunden desnächsten Tages, was mir allerdings auch nur bewusst wurde, weil wir in unseren Studien unterbrochen wurden, wenigsten konnte ich vorher die erste Sicherung auf Custodosigilbasis beenden, auch wenn ich der Meinung war das ich mit etwas längerem Thesisstudium ein doch deutlich besseres Ergebnis hätte erzielen können, musste ich mir doch eingestehen das für den Augenblick dies die naheliegendste Lösung für das Problem war.

Anschließend, rief ich ein paar Elementare.

 

In Punin – vergangene Schatten

29. Tsa

Der Rabe von Punin berichtete uns von einem geheimen Tempel Borons, welcher dem al’anfanischen Zweig angehörte, jener befand sich unter dem Hotel Boronsruh, weiterhin war natürlich Matral/Tramal oder was auch immer der tatsächliche Name des vormaligen Erwählten Borons war, betroffen. Aufgrund dieser Tatsache, wandte er sich zuerst an uns und gab uns einen Tag Zeit um dieses Problem zu lösen, ansonsten würde er das Haus niederbrennen lassen. Ehe wir aufbrachen entsandte ich einen meiner Boten zur Akademie um weitere Kollegen zu holen, könnte dies doch gewisse, nicht näher nötige zu erwähnende Vorteile nachsichziehen. Schließlich brachen wir ohne meine Kollegen auf, seltsam, vielleicht war Lanvolo Desiderado Taladueira noch damit beschäftigt näher zu erörtern warum die Anwesenheit der geehrten Kollegen erwünscht war? Wie zu erwarten war, war der Weg zu dem Hotel gesäumt von Dienern des schweigsamen Gottes. Das Hotel selbst war verlassen, es war annehmbar ausgestattet, in den Unterlagen des Hotels suchte ich nach einem Indiz für Tramal/Matrals Aufenthaltsort, sein Name tauchte natürlich nicht auf, was auch zu leicht gewesen wäre, weitere Anagramme konnte ich ebenfalls nicht finden, dafür stieß ich bei der Suche auf einen vielversprechenden Namen und informierte die anderen dahingehend auch. Leider ergab dies bis auf ein Rezept für Hühnersuppe niedergeschrieben in Zhayad, kaum interessantes. Gut eine unindentifizierte Substanz der Al’Cymia, welche als Falle für den Raum genutzt wurde, war noch zu finden.

Der geheime Kultraum war entweiht und wurde für eine der dilletantischsten Invocationen genutzt, welche ich je gesehen habe, die Diener Borons waren tot, dafür fand sich ein Objekt mit gebundener Vortexenergie, ein Handschuh, geschaffen als Waffe gegen uns, naheliegende Idee, die Umsetzung lässt wie immer zu wünschen übrig. Zumal sich diverse Positive Entwicklungen aus diesem Vortexfiasko ziehen lassen dürften, ein Beweisstück, welches bei dem nächsten Konvent der Gilden gut vorgestellt werden könnte um auf das Problem Vortex hinzuweisen, ein Studienobjekt um mehr über den Vortex in Erfahrung zu bringen, die Strukturen Invokativer Magie, welche unter Anwendung der Magica Theoretica, simpel, umgewandelt werden können in die Strukturen der Contraria, Bindende Strukturen, können ebenfalls vielfältig genutzt werden, mittels Magie Waffen gegen uns zu erschaffen, könnte mit das dümmste gewesen sein, was die Gegenseite bislang getan hat (auf einer großen Liste an Idiotie), dürfte, genügend Zeit voraussgesetzt, dies doch auch arkane Waffen gegen den Vortex erlauben.

Ein Wehmutstropfen gab es leider, die Sturkturen des Vortex waren nicht mehr präsent genug um deren fremde Energie in mein Gefäß aufzunehmen, hätte ich doch gerne weiter experimentiert mit den vielfältig variablen Möglichkeiten, welche diese Art der Magie bot.

Etwas was mich ebenfalls pikierte, war die Tatsache, das ich mich nicht mehr an einen Ausgang aus dem Kultraum erinnern konnte, da ich nicht vergesse, da habe ich mein Gedächtnis nichteinmal einen Götterlauf wieder und dann dies. Kein Wunder das ich mich derartig für den Memorabia und andere mentale Manipulationen interessiere, war ich doch oft genug Opfer von diesen. Insofern schulde ich Skar Zht wohl marginal Dank, das mich das Trauma durch seine Taten wieder erinnern ließ.

Außerhalb des Hotels konnte ich auch endlich herausfinden warum der von mir gesandte Bote zur Akademie, der junge Lanvolo, selbige nicht erreichte und meine Kollegen nicht informierte, er wurde bezaubert (natürlich wurde er das). Er wurde Opfer eines per Thaumatursom ausgelösten und modifizierten originär Borbaradianischen Cantus zur mentalen Manipulation (natürlich wurde er das), glücklicherweise kannte ich selbigen Cantus ebenfalls so dass ihm schnell geholfen werden konnte. Nachdem er berichtete was ihm zugestoßen war, und einem kurzen gespräch mit Sieghelm, nutzte ich den Transversalis um mich mitsamt dem Vortexthaumatursom in die Akademie zu begeben, stand uns doch viel Arbeit bevor.

In Punin – notwendige Besorgungen

29. Tsa Punin

Der morgen verlief, geordnet, oder zumindest so geordnet wie möglich, ich konnte mich der Lektüre diverser Zeitungen widmen, sowie dem verfassen weiterer Depeschen. Was ist nur aus meinem Leben geworden, ich wollte mich doch eigentlich nur der hehren Beschäftigung des Verständnisses des Kosmos über die intelektuelle Auseinandersetzung mittels der Magietheorie widmen, doch nun hier bin ich, irgendwie mache ich etwas falsch mit meinem Leben denke ich.

Azina war nicht aufzufinden, sprich Sie lief vermutlich irgendwo draußen herum, vermutlich gut für Sie und auch einer der Vorteile des Aufenthaltes im Pendulum, nicht das ich davon ausgegangen wäre das die Stadtmauern ein unüberwindbares Hindernis für Sie dargestellt hätten, aber sofern es nicht notwendig ist ein weiteres Problem zu erzeugen, so ist dies zur Abwechslung doch auch einmal erfreulich.

Sieghelm, Bothor und Perainius begaben sich zu einer Veranstaltung um den heiligen Gilborn, interesse bezüglich der Teilnahme an Schauspielen wurde auch groß beworben in einigen der Zeitungen.

Sieghelm hatte erneut eine Schriftrolle, diesesmal ein Sprcuh von St. Gilborn, warum landen alle Schriftrollen eigentlich bei ihm?

Während die anderen also unterwegs waren um sich St. Gilborn zu widmen, erledigten Ingrasdotter und ich einige notwendige Besorgungen, etwas Kleidung, ein bischen Spielzeug, ein paar Pferde, eine Kutsche, etwas Ausstattung für die Kutsche, was halt zu erwarten wäre in so einer Situation. Hmm, mit der Ordensniederlassung in Hammerschlag und unserem baldigen aufbruch gen Gareth, wo ich mich wohl ebenfalls um eine angemessene Residenz bemühen sollte, wäre es vermutlich auch sinnvoll mir Gedanken zu machen über den Aufbau eines Transportnetzwerkes um Waren aus der Heimat zu senden und in diese, zumal mit Bothors Anwesenheit wäre ein Ausbau der NLP in das Horasreich und die Zyklopeninseln naheliegend, hmm ich sollte mich nocheinmal über Schiffe informieren. Tulachim wird sich vermutlich über den Ausbau möglicher Handelsbeziehungen für AwB freuen.

Am Abend waren wir wieder um die gemeinsame Tafel versammelt, das Travianische Tischgebet, selbstverständlich in Aureliani, oblag aus diversen Gründen mir, sollte die Zeit reichen, wäre es eventuell interessant, wenn Thordis mein Repertoire um Thorwalsche Tischgebete erweitern würde.

Als der Rabe uns höchstselbst, natürlich bot ich ihm einen Tee an, einen Besuch abstattete.

Irgendwie denke ich nicht, das ich die nächste Tage in Pendulum sein will, erst nutzt Sieghelm eine Veranstaltung der Bannstrahler um interessenten zu meiner Residenz zu schicken (wenn auch unter, zumindest zu erwartender weise, erfreulicheren Umständen als dies normalerweise für von Veranstaltungen der Bannstrahler ausgehenden Individuen, welche gen Behausungen von nutzern arkaner Kräfte gesandt werden) und nun der Rabe samt Entourage.

In Punin – Ankunft

28. Tsa Khoramgebirge-Punin
Geschwind trug uns der Djinn über das Gebirge gen Punin, wo er uns schließlich vor meinem Anwesen im Pendulum absetzte.
Das ehemalige Redaktionshaus des Yaquirblickes, zu ihrem Leidwesen vor einiger Zeit aus unbekannten Gründen niedergebrannt, erlaubte es mir relativ einfach an ein weiteres Gebäude in Punin (oder in diesem Fall eher außerhalb Punins, liegt Pendulum doch außerhalb des Stadtkernes), gut das andere Anwesen im Theaterviertel existiert noch, aber ich denke für die Gruppe ist dies das besser geeignete Anwesen.
Der Anflug verlief nicht unbemerkt und so wurden wir schon von meinem Gärtner Sinhedi al-Fessir begrüßt, einem älteren Tulamiden, welcher seine Berufung nach langen Jahren auf den diversen Kampffeldern des Lebens, in der Gärtnerei vor allem der Rosenzucht fand, ehe der Djinn sich gänzlich verweht hatte. Auch Abd ibn Abu, welcher sich um die Verwaltung dieses Anwesens für mich kümmerte, gesellte sich kurz zu uns, musste sich aber alsbald anderen Angelegenheiten zu wenden. Darunter wohl auch, wer, welches Zimmer zugewiesen bekommen sollte, und was sonst auch immer Verwalter zu tun pflegen, hmm ob es sich lohnen würde ein Werk über diese Aspekte der Verwaltung zu lesen?
Während Sieghelm und Bothor in einer Auseinandersetzung vertieft waren, begab ich mich mit Azina schon auf den Weg in die Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis.
Dazu begaben wir uns also durch das Tor nach Punin und auf direktem Wege wandelten wir in das Theaterviertel. Über den Theaterplatz führte uns unser Weg an der Yaquirbühne entlang in Richtung des Pentagrammatons, vorbei an verschiedenen Gebäuden aus der Zeit Bosparans.
Schließlich erreichten wir die berühmteste Magierakademie Aventuriens, welche zurecht als das Herz und Hirn der Gildenmagie bezeichnet wurde.
Wir mussten auch nicht lange warten, bis wir mit Magister Magnus Sirdon Kosmaar einen geeigneten Ansprechpartner hatten, ich erklärte ihm kurz unser Anliegen und natürlich sprach nichts gegen dasselbige, so das sich auch alsbald die im Khoramgebirge zurückgelassenen Reisegefährten in Punin oder in Shirdar wieder finden sollten, was sinnvolle Vorbereitungen auf die nahenden Probleme betraf, so wird sich das zeigen lassen, aber ein paar Ideen dahingehend hätte ich schon.
Gegen die arkane Visitation Azinas und Elfenbeins, an der einige Kollegen interesse geäußert haben, sollte nichts sprechen, zumal eine schriftliche Versicherung der Puniner arkanen Analytiker durchaus vorteilhaft sein könnte, ähnliches sollte wohl auch für das Fräulein Ingrasdotter gehen, da Sie als minderbegabte arkan Wirkerin doch ansonsten bei Problemfällen, gerade in diesen Landen, schnell als Sündenbock dienen könnte. Zumal eine genaue Untersuchung natürlich auch den Vorteil hätte einzugrenzen, wozu Sie genau in der Lage wäre.

Später erreichte uns noch eine Einladung in den Haupttempel der Tsakirche, wohl primär weil sich diese etwas außen vor gelassen gefühlt hatten, da die anderen sich bislang nur mit dem gebrochenen Rad gegenüber dem Tempel der Tsa auseinandergesetzt hatten. Selbstverständlich begaben wir uns in den Tempel, auch wenn ich mir sinnvolleres mit meiner Zeit vorstellen könnte, und es vermutlich vorteilhaft gewesen wäre, mit den Kindern den Tempel aufzusuchen, vielleicht ein anderes Mal, aber eine Einladung auszuschlagen, wäre unschicklich gewesen. Der Aufenthalt in dem Tempel war, wahrlich der Göttin entsprechend, positiv, wie zu erwarten war, war die Erkenntnis von Ingradotters bezaubernden Gesangs, eine Ausprägung ihrer arkanen Begabung. Was mich schließlich auch etwas zu der Beschäftigung mit meiner Kabasflöte führte.
Zuhause widmete ich mich dem verfassen erster Depeschen an die verschiedenen Freunde und Bekannte, welche mir als sinnig erschien über die letzten Ereignisse und Erlebnisse zu informieren. Primär handelte es sich dabei um Kollegen der arkanen Zunft, aber natürlich auch Tulachim sollte informiert werden, sowie Assaf, Zahra und Jane.

Ein neues Ordensmitglied

An den hochachtbaren Kyrios Bothor dylli Memnos, Protospartharios katacheo

Rethis, 3.Phex 2519 Horas

 

Möge Unsere Mutter Rondra und Ihr schweigsamer Bruder mit Euch sein Mein Freund,

Eure Worte bewegten Mich sehr. Nie, so fürchte Ich, werde Ich wieder einen solch treuen Gefährten an Meiner Seite wissen, wie Ich es mit Euch tat. Ich erinnere Mich noch gut an den Moment, als Ich Euch den Säbel überreichte, selten fiel Mir eine Meiner majestätischen Aufgaben so schwer. Doch diese Zeilen an Euch zu schreiben, dies fällt Mir leicht. Da Ich bei Praios weiß, in Euch allzeit einen Freund zu haben, so entbinde Ich euch hiermit von allen geleisteten und geschworenen Eiden. Ich werde mit diesem Brief nach Vinsalt aufbrechen, um eine Audienz bei Ihrer horaskaiserlichen Hoheit wahrzunehmen und mit Ihr Eure Warnung zu besprechen.

Mögen die Götter mit einem Auge über Euch wachen, Hochwürden.

In Ewigkeit

Seekönig Palamydas

Traviaholds Antwort-Brief

Mein lieber Sieghelm,

Ich erfreue Mich daran schon so recht kurz nach Deiner Abreise von Dir hören zu dürfen. Ich musste Deinen Brief doch des Öfteren lesen um zu erfassen was Du Mir alles mitzuteilen gedachtest. Ich werde versuchen mit geordneten Gedanken Dir zu antworten. Wenn Ihr schon aus El~Trutz abgereist seid so nehme Ich an, Delia hat die nunja „schwierige“ Geburt gut überstanden? Ich hoffe Du versteht Meine Andeutung welche Ich nicht vertiefen will; Ich bin mir nicht sicher welche unerwünschten Leser es da geben könnte. Ich fürchte das Kind ~Welchen Namen trägt es denn?~ hat keinerlei Segen der Herrin Mutter oder von Mir aus der Herrin Tsa oder irgendeinen zwölfgöttlichen Segen erhalten? Ich hoffe inständig Du hast Dich anständig verhalten und Ihr auch in Meinem Namen gratuliert. Mit Versenden diesen Schreibens breche Ich nach Rommilys auf, um dem Hohen Ehepaar von Euren Befürchtungen zu berichten. Sollte die Warunkei erneut entfesselt werden und Rhazzazor gar selbst auftreten, so muss unser geliebtes Darpathien gewappnet sein, bis das restliche träge Reich Uns zur Hilfe kommt. Es war eine gute Entscheidung, die Reichsregentin zu informieren, auch wenn Ich nicht glaube, dass Sie die Turney deswegen absagen wird. Du hast den Ritterschlag Dir redlich verdient und Ich kann garnicht ausdrücken, wie stolz Ich darüber bin. Die Offenbarung eines neuen Auserwählten ist zweifelsohne sehr erfreulich, auch wenn Ich meine, dass es schon einen Auserwählten des Herrn Boron gegeben haben sollte. Wenn dieser gefallen ist, sollten Wir dringend Nachforschungen dazu anstellen. Wenn Seine Exzellenz Ihn anerkennt könnte Er auch den Orden anerkennen, das wäre ein enormer Gewinn. Da können Wir von Glück reden dass Er Horasier ist und damit dem Al~Anfaner Ritus wahrscheinlich nicht minder abgeneigt ist, als Wir Mittelreicher. Ich würde Dir anraten auf Nehazet und Jane zu hören und zu versuchen Ihn über freundschaftliche Bande an den Orden heranzuführen. Wenn er ein Krieger ist, wird er ein ebensolcher Sturkopf sein wie Du. Ich vermute stark dass Er nicht nur Bothor heißt sondern einen längeren Namen besitzt. Würdest Du die Güte besitzen, diesen Uns noch zukommen zu lassen? Ob Er dem Orden nun beitritt oder nicht; Wir sollten alle relevanten Informationen über Ihn sammeln; ähnlich wie Wir es mit Maednir tun. Zu guter Letzt freue Ich mir sehr darüber, dass der Rote Pilger so mundet. Vielen Dank auch für Deine Glückwünsche. Ich bin selber noch sehr stolz, allerdings habe Ich das Gefühl Darpatia wird noch launischer als Sie es eh ist.

Bitte grüße alle recht freundlich von Mir.

Dein Dich liebender Traviahold

Geschwind mit dem Wind nach Punin

22. Tsa 1027 Shirdar-Khattaqh

Nachdem Besuch des S.I.K. waren alsbald auch alle Vorbereitungen für den Aufbruch gen Punin getroffen. Die für diese Reise entstandene Gruppe sollte, theoretisch, ausreichend sein um über die Karawanenroute ihr Ziel zu erreichen.

So waren in dieser kleiner Karawane, neben Sieghelm von Spichbrecher und seiner Leibeswacht, noch der Zyklopäier Bothor dylli Memnos, begleitet wurden Sie von Nehazet ibn Tulachim, den beiden Traviageweihten Abu ibn Zulhamid und Thordis Torskedottir, dem Mawdli Sanshied ben Said, dem Karawanenführer Mhanach ben Melekh, dem Akoluthen der Travia Yussufried ibn Shabobert ay Elburum und dem tulamdischen Krieger Al’Rik ibn Ismeth al’Kira.

Leichtbepackt machte sich die Karawane auf den Weg und erreichte später am Tag auch das kleine Dorf Khattaqh.

Der restliche Tag wurde hier verbracht und Nehazet musste das ein oder andere Mal vermitteln zwischen den Dienern Travias und den Novadis um den Mawdli.

23. Tsa 1027 Khattaqh-Buqtah

Heute überquerten wir den Erkin um von Khattaqh nach Buqtah zu gelangen, einem kleinen tulamidischen Städtchen. Die philosophischen Dispute gingen über den Tag weiter, wobei es interessant war, die verschiedenen Positionen zu beobachten, da war einerseits die praktische Perspektive des alten Dieners der Travia Abu ibn Zulhamid, dem gegenüber die nachdem Sinnstrebende Auslegung der Gesetze durch den Mawdli Sanshied ben Said und dem gegenüber die mystisch verklärte Sicht von der Traviadienerin Thordis Torskedottirs. Jede Perspektive hatte seine Vorzüge, aber eine Brücke zu errichten, zwischen diesen würde sich noch als schwerer erweisen, zumal hierbei wohl kein Djinn helfn würde…

24. Tsa 1027 Buqtah-Hainesh

Heute führte uns unsere Reise nach Hainesh, dementsprechend näher kammen wir dem Khoramgebirge. Azina würde die Schroffheit der Natur hier und später noch im Gebirge wohl sehr gefallen, vermute ich.

25. Tsa Hainesh-Mirina

Nachdem wir die letzten Tage schon den Mhanadi folgten, führte uns unser Weg, heute nun näher zu der Quelle dieses doch sehr bedeuten Flusses, am Khoramgebirge entlang in Richtung des Raschtulsturmes erreichten wir schließlich Mirina. Ich muss mir eingestehen, wenig zu meiner Verwunderung, das ich andere Arten des Reisens, der aktuellen vorziehe, aber es hat seinen ganz eigenen Charme der Gemeinschaft zu lauschen.

26. Tsa-28. Tsa Mrina-Im Khoramgebirge

Erneut wuchs unsere Gemeinschaft an, eine der Azinas und einer ihrer Elfenbeine, sowie Gro’Jesh und eine andere Reisende namens Isna-Init Ingrasdotter begegneten uns auf dem Wege. Zwei Sachverhalte sind daran bemerkenswert, erstens gelang es ihnen, oder zumindest Azina, Elfenbein und Gro’Jesh, wie sich später herausstellte stießen diese gerade dazu als Ingrasdotter gerade von Ferkinaas überfallen wurde, uns zu überholen und zweitens, wer hätte gedacht das wir hier auf eine Thorwalern, wenn auch eine mohische Thorwalerin, treffen würden, wie gut das Torskedottir uns begleitet, etwas Heimatgefühl, kann nach so einem Erlebnis bestimmt nicht schaden.

Am 28. Tsa erfuhr ich morgens, erneut von dylli Memnos das er einen prophetischen Traum gehabt hätte, diesesmal wahrscheinlich eine Vision der Zukunft, oder einer möglichen Zukunft? Hmm, eventuell sind dylli Memnos Träume gut geeignet um Daten bezüglich der Unschärfethesis von Niobara von Anchopal zu sammeln.

Nachdem Sieghelm von jener Vision erfuhr, und eine Nachricht in seinen Besitz fand, welche ihm wohl vie Isaria zugestellt wurde, wie war es möglich das er diese nicht vorher bemerkt hatte? Und das ganze ausreichend dringlich erschien, das mag ein untoter Kaiserdrache und Splitterträger, durchaus rechtfertigen, ging es natürlich wieder darum möglichst schnell aufzubrechen.

Natürlich wäre die schnellste und bei weitem bequemste Art zu reisen, sich von dem Wind nach Punin tragen zu lassen, dies möglichst geschwind versteht sich.

Normalerweise lasse ich mir bei der Convokation Elementarer Kräfte mehr Zeit, auch wenn jene nicht so gefährlich sind, wie die in Form gezwungenen chaotischen Essenzen Heptasphärischen Ursprunges, welche bei der Invocation in diese Sphäre befohlen werden, so fordert diese Art der Magie doch einen entsprechenden Respekt, wie letztlich jede Art der Magie, mit Ausnahme der Magica Combattiva vielleicht, der einzige Respekt der dort von Nöten ist, ist die Weisheit festzustellen, wann der Einsatz angemessen ist.

Wobei die gehetzte Convocation in diesem fall sogar von Vorteil gewesen sein könnte, da es sich um einen Elementar der Luft hielt, welchen ich naheliegenderweise rief, rückblickend betrachtet hätte ich mir allerdings vielleicht doch die gewöhnte Zeit lassen sollen, da nun beim nächsten Mal bestimmt darauf gepocht wird, das es doch damals schneller ging. Ich würde ja sagen sollen sie doch selber zaubern, aber das dürfte bei den meisten keine Lösung sein…

Der gerufene Djinn trug uns schnell gen Punin, doch leider war er nicht in der Lage uns alle zu tragen, Azina, Elfenbein, dylli Memnos, Ingrasdotter, Sieghelm und sein Knappe, Thordis und mich selbst trug er.

Die anderen mussten ersteinmal im Gebirge verharren, sollten jedoch alsbald aus diesem geholt werden, entweder nach Punin oder zurück nach Shirdar.

Zu Besuch im Sphärologischen Institut Khorestans

22. Tsa 1027 Shirdar

Kurz wurde noch die Shirdarer Ordensniederlassung besucht, ein schlichtes Gebäude im Bezirk der Gelehrten der Shirdarer „Oberstadt“, unscheinbar stand es nicht allzu weit entfernt von der Schule die Jane und Nehazet gegründet hatten und wurde eher wenig beachtet. Waren die regelmäßigen Dispute der Mawdlis und der Geweihten doch interessanter, ähnliches galt dem lauschen der Geschichten längst vergangener Tage durch die Haimamudim. Und generell bestand natürlich ein gewisses Maß an Hektik durch die helfenden Hände der naheliegenden Heilstätte und der Laboratorien. Es schien gar, das der beste Schutz der Ordensniederlassung der war, das jene aus der Wahrnehmung zu fallen schien, nicht durch Zauberei sondern dadurch, das andere Stätten von größeren Interesse und Belang waren.

Sieghelms Einwurf das eine bessere Bewachung notwendig war, war aus einer gewissen Perspektive dementsprechend durchaus nachvollziehbar, wäre aber doch für diesen schlichtesten aller Zauber des Schutzes, mehr als ungünstig, denn eine größere Bewachung würde Aufmerksamkeit auf dies Gebäude ziehen. Zumal, waren mehr Wachen wirklich nötig, hatten die Söldner die Nehazet über Kontakte zu den Kirchen von Kor und Feqz in Fasar und Khunchom, sowie an anderen Orten, angestellt hatte, samt einiger anderer Kundiger im Waffenhandwerk, nicht ausreichend? Gut er musste sich eingestehen das er dies nicht wirklich einschätzen konnte, vielleicht würde weiteres Bücherstudium helfen sich eine fundiertere Meinung zu bilden.

So unscheinbar es von außen war, ähnlich war es im inneren, der Empfangssalon war schlicht gehalten, bis auf die Sigillen und Zeichen, welche sich um und in diversen geometrischen Figuren an den Wänden herum windeten, für den Kundigen sah es aus als hätte jemand einen Arkanoglyphen Zeichner mit der Dekoration der Wände beauftragt. Über dem Empfangssalon war die kleine Bibliothek und Studierstube der Institutes, in der verschiedene Gelehrte gerade angeregt und lautstark am disputieren waren, in Ur-Tulamidya.

Es ging wohl um eine Karte von Aventurien, verschiedene Kalender und die Sterne, zumindest waren dies die naheliegenden Quellen, da die Gelehrten immer mal wieder auf die besagte Karte wiesen und Informationen auf dieser einzeichneten und sich diverse Texte zeigten oder zitierten, vermutlich um irgendetwas zu belegen.

Bald darauf erfolgte der Aufbruch gen Khattaqh.

 

Es geht wieder los

Es geht wieder los. War ja zu erwarten, nach einem ganzen Götterlauf Ruhe. Doch dass sich die Ereignisse dann doch so rasch überschlagen würden, konnte niemand ahnen. Erst treffen wir auf den neuen erwählten Borons und dann treibt der gefallene Anker Borons sein Unwesen direkt vor unseren Augen und in der Stadt des Raben von Punin.

Doch so ganz verstehe ich das Treiben Matrals, oder wie er auch immer heißt, nicht. Gut, es ist von Gerüchten über seine Anwesenheit gesprochen worden, aber ich bin geneigt deren Wahrheitsgehalt zu glauben. Er war hier. Aber warum war er hier? Was hat er bezweckt?

Erst lässt er einige Al’anfaner immens verdichtete Vortexmagie in einen derischen Handschuh binden. Danach tötet er die Beschwörer mit sauberen Stichen und Schnitten. Dann flieht er unbemerkt und lässt den Handschuh zurück.  Als ich das erste Mal am Haus war, war es bereits leer. Ich vermute, dass der Lebensfunkte, den ich sah, von einem Sterbenden kam, wo der Stich doch nicht ganz so sauber war. Matral war also bereits weg.

Aber sollte es wirklich Matral gewesen sein? Welchen Grund hätte er, die so mühsam wie stümperhaft, wie Nehazet meint, herbeigerufene Vortexmagie einfach zurück zu lassen? Warum hat er seinen vermeintlichen Vortexgegenstand nicht mitgenommen? Beschlichen ihn Zweifel ob seines Tuns? War er ein Fehlschlag? Oder ist das eine Falle? Niemand sollte ihn anziehen! Auch nicht zur Untersuchung.

Mich beschleichen ein wenig Zweifel, ob Nehazet die Situation in der Akademie unter Kontrolle hat. Nicht, dass ich ihm zutraue, den Handschuh in seiner Wissbegier zu berühren  und sich somit dem Vortex auszuliefern. Aber, wenn er ihn tatsächlich mit den Magiern der Akademie gemeinsam untersuchen möchte, birgt das Gefahren unbekannten Ausmaßes. So groß sein Vertrauen in die vernunftbegabten Absolventen der Akademie auch ist, so ist allein der Zugang so solch schrecklicher Kraft gefährlich für den unbedarften Narr, der sich möglicherweise ihn ihrer Mitte befindet.

Gern hätte ich Nehazet begleitet und den Verbleib des Artefakts persönlich überwacht. Aber der Magus war ja so schnell weg, dass ich ihm meine Bedenken nicht mehr mitteilen konnte.

Am Ende, wenn alle wissenschaftlichen Untersuchungen und Versuche beendet sind, stelle ich mich höchst persönlich für einen letzten Test zur Verfügung. Mein Speer wird den Handschuh aufspießen wie den Leib einer Beute. Nur, dass die möglicherweise freigesetzte Energie Rückstöße geben könnte. Ich sollte mich wappnen.

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Azinas Gedanken