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Wärme in der Kälte

26.Tsa 1026

Wir haben ein kleines Lager errichtet in der Nähe der stelle die der Jäger markiert hat und vermutlich haben Azina und Dehlia die Höhle schon gefunden wir werden es am nächsten Morgen Überprüfen. Ansonsten verlief die Reise Recht ereignislos. Kalt aber angenehm. Die Weibelin Brauer hat offensichtlich ein Massives Kriegstrauma und ich konnte es nicht lassen es wenigstens zu versuchen ihr zu helfen. Ich bin guter dinge für den morgigen Tag.

28.Tsa 1026 Morgen

Der gestrige Tag wird mir noch lange in Erinnerung Bleiben. Ich fang am besten von vorne an. Wir haben mühselig die Hölle freigelegt, weit genug das man sie Betreten kann. Dabei hab ich ab und zu Schutt von einem Gebäude gefunden es kann also sein das sie mit Absicht verschüttet hatte. Dort drinnen fanden wir eine zugewachsene Mauer sowie insgesamt 3 Skelette und die Kleidung einer vierten Person, alle um die 100 Jahre alt dementsprechend Schlecht erhalten. Während ich zusammen mit Azina die Skelette untersuchte legte Sieghelm die Wand frei. Ich hab ihm nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt und wieder einmal ist jemand dadurch zu schaden gekommen. Warum hab ich nichts gesagt? Warum Hab ich gezögert ich bin so unkonzentriert in letzter zeit. Er berührte das Wappen, das in der Mitte des Textes war und verschwand. Mit einem Lauten kann und einer wuchtigen Luftexplosion die uns Alle zu Boden schleuderte . Warum er das unbedingt anfassen musste wissen die Göttern. Muss man alles wie ein Kleinkind angrapschen? Hatte ich ihn nicht gewarnt gehabt das dies eine magische Wand ist und möglicherweise eine Falle? Er ließ genau wie sein Vorgänger seine Klamotten da. Da aber weder Asche noch Harre, noch sonst irgendwas das ein normaler Körper beim tot zurücklässt vorhanden war und an der Wand von 9 tagen intensiver Qual geredet wurde bevor er sterben soll, gehen wir davon aus das er noch lebt. Um das ganze noch tragischer zu machen verschwand kurz darauf Kalkarib. Ich kann den Kerl nicht leiden aber ein verschwinden Mitten in der Eiswüste mit nur eine fünfzig Zentimeter großen Loch als Spur? Nein das geht ganz und gar nicht. Dehlia wirkt nach außen hin ruhig aber ich wette sie Brodelt vor Wut und Zorn, sowie Trauer und verzweiflung. Doch die Schicksals Schläge waren noch nicht vorüber.

Wir machten uns auf den Rückweg in der Hoffnung in Hochstieg einen Hinweis auf den verbleib der Erben desjenigen zu finden der diese Falle ausgelegt hat, sowie auch vielleicht von der Meisterin der Esse etwas darüber zu erfahren was diese Merkwürdigen, Menschen aufsaugenden, Löscher verursacht. Als wir uns zur Mittagsruhe danieder ließen wurden wir plötzlich von 10 Trollzackern angegriffen. Den Göttern sei dank hatte Bakus und somit auch Azina die sich annähende Truppe Bemerkt hatten. Trotzdem vermissten wir Sighelm schmerzhaft. Die Trollzacker stürmten an ohne das unsere kläglichen versuche der Verständigung etwas brachten. Sie zahlten dafür mit ihrem Leben, auch dank des Eingreifens von Jost der zusammen mit zwei Rekruten vorsichtig den Trollzackern gefolgt war. Ich selbst hatte das Missliche vergnügen gleich zwei von ihnen abzubekommen einer wie ich später zusammenreimen Konnte war der Anführer … doch ich will mich nicht zusehe damit beschäftigen wie dicht ich davor war in Hesindes Hallen einzukehren. Doch die Götter waren noch nicht fertig mit uns. Den als wir uns angeschlagen weiterbewegten kam es zu einem Schneesturm. Es war nicht der Schlimmste den ich je gesehen hab aber dieses Mal waren wir nicht geschützt durch Magie und sehr gute Ausrüstung, sondern angeschlagen und müde vom Kampf. Mühselig erreichten wir ein kleine Hölle wobei Traviahold unterwegs zusammenbrach und wir ihm auf der Bastmatte von Dehlia transportieren mussten. Den Göttern sei dank das sie immer noch klar denken kann.

Dort angekommen machten wir uns gleich dran ein Feuer zu entfachen mit den Kohlen die ich immer noch bei mir hatte. Wir bauten einen Kleinen Schutzwall aus Schnee, Durchgefrorenen wie wir waren, und liesen den Wind den Rest des Eingangs zuwehen bis auf ein Loch zu atmen und eins für den Rauch zum abziehen. Später Gingen Azina und Tornja nach draußen um Holz zu schlagen den die von mir mitgebrachte Kohle reichte leider nur einen Tag. Warum hab ich nicht auf mehr bestanden? Ich bin so nachlässig in letzter Zeit. Azina kam relativ unbeschadet zurück aber die weibelin war durchgefroren ich konnte nicht anders und haben sie von hinten umarmt und gewärmt. Hesinde Vergib mir trotz meiner schmerzenden Seite und trotz der bedrohlichen Situation war ich glücklich in diesen Moment zufrieden das wir noch leben. Zufrieden das ich jemanden interessantes in meinem arm halten kann die einfach nur meine Wärme und nähe spühren will zufrieden das ich es darf. Ich weis das die Weibelin vermutlich nicht, auf die selbe Art an mir interessiert ist und aller Wahrscheinlichkeit nie mehr als eine Freundin sein wird doch im Moment interessiert mich nur die Nähe und Geborgenheit die wir uns gegenseitig Geben.

Ich bin eingeschlafen eng umschlugen mit ihr ein nicht das ich eine große wahl hatte da sie sich im schlaff an mich geklammert hatte. Dehlia hatte uns mit den Schlafsack zugedeckt. Doch leider waren das Schicksal noch nicht fertig mit uns, den mitten in der Nacht verschwand Azina zusammen mit Bakus. Ich kann mir kein anderes Szenario vorstellen als das sie freiwillig gegangen ist ansonsten hätten sie und oder Bakus Alarm gegeben. Warum aber hat sie niemanden Bescheid gesagt? Warum ist sie ohne ein Wort und Spur verschwunden? Wenigstens eine Nachricht hätte sie hinterlassen können. Noch dazu war eins der Pferde war über Nacht gestorben. Wieder war ich zu abgelenkt gewesen um an das wichtige zu denken wir hätte vielleicht einen unterstand bauen können eine Möglichkeit die Höhle Nach außen zu erweitern so das die beiden Tiere überleben konnten. Rahja möge mir vergeben doch das einzige was ich mit dem Toten Tier tun kann ist es zu schlachten so das wir gutes Kräftiges Fleisch bekommen. vielleicht können wir das andere noch retten doch sehe ich wenig Hoffnung dafür.

Eine Höhle aus Eis

*Was war nur in sie gefahren? Warum war Azina einfach so aus der Höhle verschwunden ohne Bescheid zu sagen. Es wäre Selbstmord hinaus in den eisigen Schneesturm zu gehen und sie zu suchen. Azina kann so einen Sturm überleben. Sie ist die einzige der ich das zutraue. Sie ist die Botin Firuns. Oder soll das ganze gar ein Test für uns sein? Für unsere Gemeinschaft? Was ist wenn der Sturm kein Sturm ist… wenn es nur eine Illusion der Götter ist, um uns zu testen. Sollte es ein Test sein, so müssen wir hinausgehen, so müssen wir zu Azina… Doch was stimmt? Herrin Rahja ich brauche einen Rat von Dir…*

Denkt Delia, eingeschneit in der kalten Höhle. Sie schaut sich um und sieht in die Gesichter ihrer Gefährten. In alle bis auf das Gesicht von Azina. Jeder von ihnen wurde aus einem bestimmten Grund ausgewählt. Von jenem der Zwölfgötter die seinem Wesen entspricht oder wo der Gott der Meinung ist, dass dem so sei. Delias Aspekt soll Rahja sein. Die Göttin des Rausches, der Feste, der Freude und… und der Pferde. „DIE PFERDE!“ rief Delia in die Stille der Höhle und kroch zu dem sterbenden Tier hinüber. Wenn nichts geschehen würde, dann würde auch dieses Tier der Göttin sterben. Sie konnte zwar nicht viel tun. Sie konnte das Leben des Tiers verlängern. Vielleicht flaute der Sturm in der Zeit ja ab, oder sie verließen die Höhle, um sich dem Test der Götter zu stellen. Ein Pferd war schon gestorben… für sie, um sie zu ernähren. Das andere Tier musste am Leben bleiben. So untersuchte sie mit gekonnten Griffen das Tier. Ja… es würde sterben. Rahja zu Ehren und um die Natur ihrer Magie ein wenig zu tarnen sprach sie das Folgende, als sie den Zauber zur Heilung des Tiers wirkte.

„Herrin Rahja erhöre mein Flehen, lass durch meine Hände ein Wunder geschehen. Du sprachst dereinst:
Ein Wesen will ich gebären, das geeignet ist, meine Verehrer zu tragen.
Dieses Wesen soll geliebt sein von allen auf Dere. Es soll aber gefürchtet sein von allen, die meinen Geboten zuwiderhandeln.
Und so erschufst Du das Pferd und sprachst zu ihm:
Dich habe ich erschaffen ohnegleichen. Alle Schätze der Erde ruhen zwischen deinen Augen. 

Meine Feinde sollst du treten unter deine Hufe, meine Freunde aber sollst du tragen auf deinem Rücken, 
dieser soll zugleich Sitz sein, von dem Gebete zu mir aufsteigen. Auf der ganzen Erde sollst du glücklich sein und 
vorgezogen allen Geschöpfen dieser Erde, denn dir gehört meine Liebe.
DU SOLLST FLIEGEN OHNE FLÜGEL, DU SOLLST SIEGEN OHNE SCHWERT!“

Mit diesen Worten beendete Delia ihren Zauber und ließ auch den letzten Rest heilender Magie in das Wesen vor ihr fließen. Damit sollte es noch eine Zeit weiter leben können. Ihre Gefährten in der Höhle blickte sie an „Wir sollten Azina suchen gehen!“

Verwehrt und verweht

Die eisigen Winde ziehen noch immer über das gefangene Land. Schnee und Kälte sind seine grimmigen Begleiter.

Wer sich hier aufhält ist des Todes! Wer ist dieser unwirklichen Umgebung gewachsen? Hier, wo sich jede Spur verliert.

 

Wir streifen durch den Schnee, auf der Suche unserem Begehr´.

Ein jeder hat seinen eigenen Grund hier zu sein. Doch nicht jeder Grund ist es wert, sein Leben zu riskieren.

 

Viele Schlachten habe ich geschlagen. Allein heute habe ich drei Leben genommen. War es das wert? … Nein. …

Wir alle müssen büßen für unsere unendliche Narretei!

 

Doch welcher Weg ist der Richtige? Sag es mir!

Geschunden, entkräftet und erfroren. Was ist wichtig? Was zählt im Angesicht dessen was vor Einem scheint?

Ist dies dein Plan, oh Weißer Jäger?

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Azinas Gedanken

Was zum Namenlosen…

(Als TRAVIAHOLD)

 

Ein Blitz, ein Knall, Rauch und dann Nichts. Nichts an der Stelle, an der eben noch mein großer Bruder stand. Nur Rauch und die Reste seiner Kleidung. Schwärze macht sich vor den Augen breit, ein Tunnel durch den ich blicke ohne etwas zu sehen. Ich höre mich nicht schluchzen, ich spüre nicht, wie ich aus der Höhle gezerrt werde. Langsam fang ich wieder an meine Umgebung wahrzunehmen. Jemand redet auf mich ein. Ich höre Worte wie „Ist nicht tot“ oder die Frage nach Tee. Jeweils nicke ich und halte zügig einen Krug dampfenden Tee in der Hand. Er wirkt Wunder und ich erhole mich rasch vom Schock, auch weil ich nun zugänglich für Argumente bin. Sieghelm lebt noch, soviel steht fest. Die Höhle wird erforscht, Indizien gesammelt. Und im Handumdrehen folgt der nächste Schock. Ein paar Skelette im Boden. Übliche Vorbereitungen und dann in Anwesenheit des Fräuleins ein Grabsegen, wie so oft. Doch noch nie brannten die Federn, noch nie lief einer der Verstorbenen als Geist an mir vorbei. Was geht hier vor? An was für einen Ort sind wir gelangt? Eine rege Diskussion entbrennt, doch von Verschonung kann nicht die Rede sein. Kaum entschließen wir uns zum Aufbruch wird der Ungläubige vermisst. Spurlos verschwunden ist er stellt sich heraus. Seine…Frau…trauert ehrlich. Scheint wirklich Liebe zu sein. Aber wie kann jemand wenige Schritt einer nicht grad inkompetenten Gruppe verschwinden, ohne das etwas bemerkt wird? Drei Rätsel die den Verstand sprengen an einem Tag. Zu viel.

Verluste

26.Tsa 1026 n.B.F., in der Wildnis, genannt das Raulsche Reich

Interessant, wovon einige Leute so träumen, wobei zur Verteidigung Delias, wohl gesagt werden müsste, das es sich dabei, streng genommen nicht, ganz, um ihren Traum handelte, sie stellte mehr das Medium und den Empfänger für den selbigen dar, der Sender war wohl etwas anderes, das es überhaupt funktioniert hat, in ihren Traum einzudringen, oder wessen auch immer, war eigentlich schon faszinierend genug. Es war ja das erste mal, und wenn ich dann noch bedenke, das ich mir den Cantus praktisch selbst erarbeitete hatte, durch meine Erlebnisse in ihren Bewusstsein, als es um ihr Problem mit Liv ging, ganz zufrieden kann ich aber noch nicht sein, es gibt noch einiges an Wissen das über die Traumsender, aus dem selbigen gewonnen werden kann, weitere Forschung erscheint angemessen.

27.Tsa

Wir brachen heute zu der Höhle, mit dem vermeintlichen Schatz auf, vorgefunden wurden ein paar Überreste von einigen Söldnern, und, das dürfte wohl das einzige wirklich interessante gewesen sein, ein, wie ich finde, doch recht übertiebenes Thaumatursom, die rohe Astralkraft, gespeichert in diesem, löste bei Betrachtung mittels Odem Arcanum Cantus einen sogenannten Teclador Effekt aus, benannt nach einem Zwischenfall 1009 Bf, wie diese Art Effekt wohl früher genannt wurde, sollte mal in der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis nachforschungen anstellen, jedenfalls war derjenige der es angefertigt, obwohl zweifelsohne versiert in seinem Fach, doch wohl auch ein rechter Angeber, die Präsentation des ganzen, führte zu einer unnötigen Permanenten Impensation von arkaner Kraft, die Canti Effectioni beherbergen ein wahres Sammelsurium der unterschiedlichsten Spielarten der Magie, was sich nicht nur auf die Konstruktiion eines solchen Thaumatursoms, sowohl im Material, als auch in der Gestaltung auswirkt, nein auch die Arbeit die in die notwendige Abstimmung der einzelenen Bausteine gesteckt werden muss, ist als sehr hoch anzusehen, dann noch die Integration von Koshbasalt in das Thaumatursom, wobei es einige leichtere Wege gegeben hätte das Problem zu lösen.
Zu allem überfluss hatte von Spichbrecher auch nichts besseres vor, als besagtes Thaumatursom auszulösen, ich kann mir gar nicht vorstellen wie er auf so eine Idee kommen konnte, manchmal ist er echt wie ein kleines Kind, wobei das nur auf andere kleine Kinder aus meiner Erinnerung zutrifft, selbstverständlich nicht auf mich, dachte er etwa, ich stelle mich zum Spaß auf mine Kiste, weil ich die Aussicht so schön finden würde, als Resultat verschwand er, ohne seine Ausrüstung, später verschwand dann noch Kalkarib, zumindest sinkt die Anzahl der Personen die mich bei meinen Forschungen stören rapide, das ist auch mal eine gute Nachricht, nur, ich sehe es schon kommen, werden wir die anderen wohl wieder zurück holen, und wahrscheinlich dabei auch noch Erfolg haben, und dann werde ich wieder in meinen Forschungen gestört. Ich meine, beispielsweise Kalkarib, da hilft man seiner Geliebten, und er hat immer noch keinen Respekt für einen übrig, gut er selbst ist relativ unwichtig, aber was hat man schon ihne Respekt? Von Spichbrecher fange ich besser gar nicht an, würde mich ja nicht wundern, wenn sie mir später die Schuld, irgendwie daran geben.
Delia versuchte noch von Spichbrecher durch das von mir geschaffene Thaumatursom aufzuspüren, was, wie zu erwarten nicht funktionierte, ehrlich, wenn ich so ein umständliches und albernes Thaumatursom, wie das, welches wohl Xindan in Auftrag gegeben hat, konstruiert hätte, dann hätte ich dafür gesorgt, das ein aufspüren über elementare und dämonische Entitäten, komplizierter ist, hmm ein Elementar des Erzes, könnte einen Umriss, des Koshbasaltgesteines anfertigen, eventuell könnte mit zusätzlichen Informationen über die Arten der Gesteine, eine art Lageplan erstellt werden, wenn dann noch die Teleportreichweite aus dem Thaumatursom ausgelesen werden kann, oder zumindest aus dem gewirkten Cantus, gut dafür müsste dieser wohl erneut ausgelöst werden, wir könnten bestimmt Pagol dazu bringen, ja das könnte den Ort eingrenzen an dem von Spichbrecher landete.

Eine andere Geschichte – Teil III

weie-und-feuer-winter-18449223Es war bereits spät am Abend, die Praiosscheibe hatte sich bereits hinter den Bergen zur Ruhe begeben und war nur noch ein schwaches Glimmen am Horizont. In einer tief verschneiten Talsohle, zwischen zahlreichen mit Firuns Atem bedeckten Fichten und Tannen, stapften zwei in dicke Felle gehüllte Männer durch das Eis. Immer wieder fegte eine schneidender Wind durch ihre Gewänder, doch nur einer der beiden war dies gewohnter als der andere und ließ sich daher sein Unbehagen nicht anmerken. „Was meint wie lange wir noch brauchen?“ rief der hintere dem vorderen zu. Begleitet vom knirschen des Schnees, der der durch jeden Schritt den die zwei taten verursacht wurde, antwortete der andere: „Nöch vörm Friskenmond.“. Es war Árngrimr Brydason, der Huscarl Mӕdnirs, und hinter ihm lief ein drahtiger Mann der auf den Namen Igan Bodiak hörte. Die beiden Männer hatten inzwischen zwei Wochen zusammen verbracht und waren die letzten Tage in den Bergen nahe des Roten Riesen gewesen. „Was habt ihr vor …. wenn wir wieder in der Stadt sind … meint ihr wirklich …  der Vogt … wird sich eures Problems annehmen?“ Igan viel es schwer seinen Satz flüssig auszusprechen, er war mit seinen Kräften schon fast am Ende und bei jedem Schritt den er tat spürte er ein unerträgliches ziehen in seinen Gliedern. Die anhaltende Kälte forderte allmählich ihren Tribut von ihm. „Er wörd uns Gehör schänken.“ antwortete der Thorwaler mit sicherer Stimme. „Wiä häb’n etwäs das säne Aufmerksämkeet sichärn würd.“ Der Huscarl klopfte dabei auf seine Umhängetasche mit der starken Ausbeulung.

Gemeinsam gingen die zwei Männer weiter. Während Igan mit Mühe versuchte in die Fußstapfen des Nordmanns zu gehen, ließ sich Árngimr von der widrigen Umständen der Witterung nicht beirren. Stetig voran, ohne auch nur einen Gedanken an eine Rast zu verschwenden lief er unermüdlich weiter und weiter. Es war der Mittelländer der ihm stets dazu aufforderte doch eine kurze Rast einzulegen. Und kaum hatten sich die beiden Männer eine Stelle gesucht an der sie kurz halt machen konnten, war der Blick des Nordmanns schon wieder in die Richtung gewandt in die es weiter ging. Während Igan sich mühte einen Tropfen Wasser aus einem Wasserschlauch zu entlocken, kaute der treue Huscarl nur auf einem Stück Trockenfleisch.

„Meint ihr nicht … es wäre an der Zeit … eine Lagerstatt zu errichten.“ Igan klang dabei fast schon klagend. Árngrimr knurrte leise. Er wusste inzwischen um die verminderte Widerstandskraft seines Begleiters und war nicht sehr begeistert darüber wie oft er ihn aufhielt. Igan war, das musste man hier mal kurz anmerken, keineswegs von schlechter Konstitution oder Stärke, doch im Vergleich zu einem gut ausgebildeten und erfahrenen Huscarl der es gewohnt war durch Eis und Schnee zu stiefeln war der mittelländische Schwertgeselle wie ein Fisch auf dem trockenen – schlichtweg nicht von langer Lebensdauer. Árngrimr musste immer wieder daran denken, dass er ohne seinen Begleiter wohl schneller vorrankommen wäre. Doch dieser seltsame Mittelländer war ihm hier – weit weg von seiner Heimat – so etwas ähnliches wie ein Verbündeter geworden. Und da sich der Huscarl gewiss war das er keine Zeit, und ganz sicher auch keine Lust sich einen anderen zu suchen, nahm er geduldig Rücksicht auf seinen Begleiter. Árngrims blieb stehen und sah sich einen kurzen Moment um. „Dort hinten.“ rief er gelassen, jedoch leicht murrend und deutete auf eine kleine Felsformation die aus dem Schnee herausragte. Sie sollte den beiden Männern und ihrem Zelt für diese Nacht genügend Schutz vor Wind und Wetter bieten.

Nach einer knappen halben Stunde war das einfache Zelt, welches Árngrimr auf seinem Rücken im Gepäck bei sich trug, aufgebaut. Igan hatte derweil etwas Holz herangeschafft, Schnee beiseite geschippt und dafür gesorgt das ein kleines Lagerfeuer entfacht wurde. Derweil hatte die Dunkelheit am Fuße des Roten Riesen, dem größten Massiv des Junkernguts, Einzug gehalten. Während die beiden Männer die wohltuende Wärme des Lagerfeuers förmlich einsogen, kramte der Nordmann in seiner Umhängetasche und holte ein Feldsteingroßes, pelziges Etwas hervor. Igan blickte für einen kurzen Moment angewidert hin und sofort blieb ihm ein Stück Käse im Halse stecken. Árngrimr wog den „Corpus delicti“ in seiner Hand umher. „Lebendig war es schon erschreckend genug, doch auch tot finde ich es noch immer mehr als … gruselig.“ hustete Igan und würgte dabei das Stück Käse hervor. Ihm schüttelte der Anblick, doch dem Huscarl schien es nichts auszumachen. Er starrte es an als würde darin das Geheimnis für das Verschwinden seines Thanen liegen. „Siä wän zu schwäch – män Thane hätte sie ohnä Problömä ä’schlagän.“ Igan blinzelte, manchmal hatte er Mühe die Worte seines Begleiters zu verstehen. „Euer Thane hat den Roten Pass genommen, so viel wissen wir … und wir wissen auch, dass … „ und Igan deutete dabei auf das pelzige etwas in Árngrimrs Händen. “ … diese Dinger dort hausen. In Hochstieg werden wir Verstärkung besorgen … und dann hierher zurückkehren. Nur wir wissen wo es reingeht, auch wir hatten es nur mit Glück gefunden.“

Schutzlos…

Fassungslos starrte Delia auf den Gebetsteppich ihres Mannes und den Fleck aufgewühlter Erde. Wie konnte das nur geschehen sein und warum traf es Kalkarib? Sie hoffte inständig, dass er noch am Leben war. Die Götter trieben ein merkwürdiges Spiel mit ihr und ihren Freunden. Zuerst verschwand Sieghelm und nun auch noch Kalkarib. Beides Männer von denen sie sich stets beschützt gefühlt hatte. Für Delia war es eine unumstößliche Tatsache, dass ihr Mann und ihr guter Freund, der Wüstensohn und der Krieger immer für sie da sein würden, um sie zu beschützten. Selbst wenn die ganze Welt blutend darnieder lag würden ihre beiden tapferen Männer noch stehen und bis zum letzten Atemzug kämpfen. Doch nun wurden ihre beide binnen kurzen Augenblicken genommen.

Tief atmete Delia ein und aus. Sie fühlte sich so schutzlos… und allein… Doch dann durchbrach etwas ihre Trauer und Einsamkeit. Die warme Berührung ihrer guten Freundin. Azina war bei ihr. Die Worte der Jägerin drangen nur dumpf zu Delia durch, doch gaben sie ihr neuen Mut. Sie war nicht allein! Azina, Bakkus, Adaque, Jane, Nehazet, Nasir, Hilal ibn Kalkarib ihr ungeborener Sohn und die Gefolgschaft Sieghelms waren bei ihr. Warm spürte sie das Amulett der Rahja um ihren Hals und schwer das der Rondra in ihrer Tasche. Die Zwöfe… sie waren auch da und mit ihnen alle anderen Götter.

Den Schmerz welchen Azinas kräftige Berührung auslöste ertrug Delia ohne sich etwas anmerken zu lassen. Ruhig rollte sie den Gebetsteppich ihres Mannes ein. Dann blickte Delia zu ihrer guten Freundin auf. Fest ergriff sie ihre Hand und ließ sich aufhelfen. Mit festem Blick und klarer Stimme sprach sie, als sie ihren Stab auf den gefrorenen Boden stieß. „Ja Azina! Gehen wir! Wir werden diejenigen finden welche uns unsere Freunde nahmen und sollten wir dafür die Tore der Spähren einreißen und uns mit allen Dämonen der Niederhölle schlagen müssen. So sollen die Götter meine Zeugen sein, diejenigen die das getan haben… sie werden dafür bezahlen!“ Kalte Wut und grimmige Entschlossenheit blitzte in den Augen der Hexe auf. Nun hatte die andere Seite es eindeutig zu weit getrieben.

Tag des Schicksals

Die Geschehnisse häufen sich. Das kann doch alles nicht wahr sein! Was geht hier nur vor?

Benommen steht Azina vor dem Erdloch. Lediglich sein Betteppich kündet von Kalkaribs vergangener Anwesenheit. Sie sieht wie ihre Freundin Delia in die Knie geht und fassungslos auf den leeren Fleck starrt. Ohnmächtig und unfähig etwas zu unternehmen, steht die Tierbändigerin einfach nur da. Die Ereignisse beginnen ihren Tribut zu fordern. Ihre Fassade bröckelt. Der Verlust so vieler Gefährten und anderer Menschen lässt niemanden kalt. Nicht einmal sie …

Sie legt die Hand auf Delias Schulter. Sie ist froh, dass sie ihr Gesicht nicht sehen kann während sie folgende Worte – sanft aber bestimmt – an sie richtet:

„Wir werden ihn zurückholen. Genauso wie Sieghelm. Wir werden das Rätsel lösen und die Geschehnisse aufklären und wenn es das Letzte ist, was wir tun!! Ich schöre dir Delia – bei Firuns eisigem Atem – ich werde nicht eher ruhen bis wir die Verantwortlichen zur Strecke gebracht haben!“

Sie merkt nicht, wie sich ihre Hand kräftig in Delias Schulter krallt, was ihr ein wenig schmerzen wird, sie jedoch nicht kümmert, da sich ein viel stärkerer Schmerz in ihrem Herzen ausbreitet.

Sie lässt die Hexe los und zieht ihre Keyfira hervor, um erneut ein wenig Erde einzusammeln. Sie legt ihre ganze Überzeugungskraft in ihre Stimme als sie mit entschlossener Miene zu Delia aufschaut.

„Wir schaffen das! Zunächst sollten wir versuchen mit den Trollzackern zu sprechen. Sie wissen mit Sicherheit genaueres über die hiesigen Vorfälle. Bestimmt werden auch einige ihrer eigenen Leute vermisst. Jane wird das Buch studieren bis ihr ein Schlangenschwanz wächst! Nehazet wird derweil das Rätsel studieren, die Bibliothek durchforsten und diese Erde untersuchen … Komm! Wir gehen zu den anderen zurück und berichten, was geschehen ist.“

Sie streckt ihr die Hand entgegen. Eine Antwort auf diese Geste ist zweideutig zu verstehen. Zum einen das schlichte Aufhelfen aus einer kauernden Situation und zum anderen das ergreifen der hilfreichen Hand in Zeiten der Not in der Gewissheit, dass man nicht allein ist.

Wir schaffen das Delia, sei gewiss! Sagt sie in Gedanken zu sich selbst.

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Azinas Gedanken

Der Schatz in greifbarer Nähe

Delia konnte den wilden Löwen in dieser Nacht nicht bändigen. Natürlich hatte sie das auch nicht vor. Besänftigen ja aber bändigen nein. Sie mochte ihren Kalkarib so voller Feuer und Leidenschaft. Darauf achtend in dieser Nacht etwas ruhiger und somit rücksichtsvoller den anderen Gruppenmitgliedern zu sein, gaben sie sich ihrem Liebesspiel hin.

Später in der Nacht lag die Hexe in den Armen ihres Wüstensohnes, welcher soeben glücklich und zufrieden eingeschlafen war. Nun war nichts mehr da, was ihre Gedanken ablenkte und so war Delia gezwungen an die Träume zu denken. In den letzten Nächten kamen stets die Träume zu ihr. So befürchtete sie, dass es auch in dieser Nacht wieder geschehen mag. So sehr Kalkarib sie auch beschützen wollte, dagegen konnte er nichts tun. Dies war ihre Aufgabe, ihr Schicksal dem sie sich stellen musste. So sprach sie in Gedanken ein Stoßgebet zur schönen Göttin und dankte ihr für ihre Zeichen und Beistand. In der Hoffnung mit dem Glauben und nicht nur dem Glauben an die Zwölfe die Träume besser bestreiten zu können. Je näher sie dem Ziel kamen, desto eindringlicher wurden die Träume. Würden sie enden sobald sie am Ziel waren? Sobald der Fluch des Schatzes aufgehoben wurde? Was war mit Nehazet? Er spielte eine zentrale Rolle in ihrem letzten Traum. Hoffentlich wurden diese Bilder nicht in die Wahrheit des derischen Lebens getragen. Doch etwas Lebensfreude lag auch in diesem Fluch. Sieghelm war so aufgeregt und neugierig wie ein kleines Kind. Delia war sehr erfreut ihren guten Freund auch auf diese Art und Weise erleben zu können und nicht immer nur als disziplinierten Hauptmann.

Neben ihr drückte sich Kalkarib etwas enger an Delia und raunte etwas in ihr Ohr, das sie nicht verstand. Sie wollte schon nachfragen, doch dann viel ihr ein, dass er bereits schlief. Sie war jede Nacht in seinen Träumen, sagte er zu ihr und „In meinem Traum bist Du eine anständige Frau.“ Bei diesem Gedanken musste sie lächeln. Sie wusste genau, dass er sie allzu anständig auch nicht wollte. Sie streichelte über seinen Arm und schlief ein.

Barbarisch

In ihrem Zelt liegt sie noch einige Minuten Wach und überdenkt die Geschehnisse der vorherigen Tage. Neben ihr schläft Jane Pedderson.

Jane … schon wieder bist du mir zuvor gekommen. Überall mischst du dich ein. Alles weißt du besser.

Sie presst die Lippen unwirsch ein wenig zusammen.

Die Lehrerin steckt noch tief in ihr. Das geht mir noch immer auf die Nerven, obgleich ich mir vorgenommen habe drüber zustehen. Aber kaum hat man mal eine mysteriöse Begegnung im Schnee mit einem mächtigen Barbarenzauberer und möchte sich – hesindegefällig – ein wenig mit seiner (Sprach-)Kultur auseinandersetzen, da hat sie schon das weit und breit einzige Buch zu dem Thema in ihrer Gewalt. Und dann prahlt sie auch noch mit dem Wissen, welches ich ihr aus erster Hand verschafft habe.

Sie seufzt und dreht sich auf die andere Seite.

Gut, soll sie mal machen. Ist mir gleich. Ich werde sie ohnehin begleiten müssen, sollte Sieghelm sie auf diplomatische Mission schicken. Allein wäre sie verloren. Ich denke nicht, dass die Barbaren ihr viel Respekt entgegen bringen werden. Sprache hin oder her. Zwar sieht sie in ihrer Lederrüstung wenigstens nicht mehr aus wie eine Gelehrte. Aber noch ist sie zu neu und ungenutzt, das wird den Trollzackern auffallen. Eine Schmuckrüstung wird sie nicht beeindrucken … nur Taten.

Bisher sind wir auf dem Weg zu Sieghelms Schatz noch keinen Spuren der Trollzacker begegnet. – Schade eigentlich – Sie waren also jüngst noch nicht in diesem Teil der Berge. Alles ist seit langem unberührt. Ich verstehe seine Eile nicht. Zumal interessant sein wird, was Delia heute Nacht träumt. So nah an der Quelle. Sie erzählte ja, dass die Gestalten in ihrem Traum ihr sagten, dass sie näher kommt. Es scheint also einen Zusammenhang zwischen dem Gold und ihren Träumen zu geben. Nur, wo ist die Verbindung zwischen dem Gold und den Malen auf Delias und nun auch noch Nehazets Schulter – was ich im Übrigen erst gestern Abend so nebenbei erfahren habe – Und was hat der Zuspruch zu den Göttern damit zu tun?

… Ach was solls. Die anderen werden es schon herausfinden. Sie sprechen ja nicht mit mir nicht über so etwas. Scheinbar sehen sie in mir nur den tumben Waldläufer. Dazu noch jung und unerfahren. HA! Sie wissen nicht um meine geistigen Fähigkeiten. Woher auch? Und dabei kann es ruhig bleiben.

Immerhin sind wir endlich mal draußen in der Wildnis. Herrlich.

Erneut dreht sie sich auf die andere Seite und schläft lächelnd ein.

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Azinas Gedanken