Delia konnte den wilden Löwen in dieser Nacht nicht bändigen. Natürlich hatte sie das auch nicht vor. Besänftigen ja aber bändigen nein. Sie mochte ihren Kalkarib so voller Feuer und Leidenschaft. Darauf achtend in dieser Nacht etwas ruhiger und somit rücksichtsvoller den anderen Gruppenmitgliedern zu sein, gaben sie sich ihrem Liebesspiel hin.
Später in der Nacht lag die Hexe in den Armen ihres Wüstensohnes, welcher soeben glücklich und zufrieden eingeschlafen war. Nun war nichts mehr da, was ihre Gedanken ablenkte und so war Delia gezwungen an die Träume zu denken. In den letzten Nächten kamen stets die Träume zu ihr. So befürchtete sie, dass es auch in dieser Nacht wieder geschehen mag. So sehr Kalkarib sie auch beschützen wollte, dagegen konnte er nichts tun. Dies war ihre Aufgabe, ihr Schicksal dem sie sich stellen musste. So sprach sie in Gedanken ein Stoßgebet zur schönen Göttin und dankte ihr für ihre Zeichen und Beistand. In der Hoffnung mit dem Glauben und nicht nur dem Glauben an die Zwölfe die Träume besser bestreiten zu können. Je näher sie dem Ziel kamen, desto eindringlicher wurden die Träume. Würden sie enden sobald sie am Ziel waren? Sobald der Fluch des Schatzes aufgehoben wurde? Was war mit Nehazet? Er spielte eine zentrale Rolle in ihrem letzten Traum. Hoffentlich wurden diese Bilder nicht in die Wahrheit des derischen Lebens getragen. Doch etwas Lebensfreude lag auch in diesem Fluch. Sieghelm war so aufgeregt und neugierig wie ein kleines Kind. Delia war sehr erfreut ihren guten Freund auch auf diese Art und Weise erleben zu können und nicht immer nur als disziplinierten Hauptmann.
Neben ihr drückte sich Kalkarib etwas enger an Delia und raunte etwas in ihr Ohr, das sie nicht verstand. Sie wollte schon nachfragen, doch dann viel ihr ein, dass er bereits schlief. Sie war jede Nacht in seinen Träumen, sagte er zu ihr und „In meinem Traum bist Du eine anständige Frau.“ Bei diesem Gedanken musste sie lächeln. Sie wusste genau, dass er sie allzu anständig auch nicht wollte. Sie streichelte über seinen Arm und schlief ein.