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Barbarisch

In ihrem Zelt liegt sie noch einige Minuten Wach und überdenkt die Geschehnisse der vorherigen Tage. Neben ihr schläft Jane Pedderson.

Jane … schon wieder bist du mir zuvor gekommen. Überall mischst du dich ein. Alles weißt du besser.

Sie presst die Lippen unwirsch ein wenig zusammen.

Die Lehrerin steckt noch tief in ihr. Das geht mir noch immer auf die Nerven, obgleich ich mir vorgenommen habe drüber zustehen. Aber kaum hat man mal eine mysteriöse Begegnung im Schnee mit einem mächtigen Barbarenzauberer und möchte sich – hesindegefällig – ein wenig mit seiner (Sprach-)Kultur auseinandersetzen, da hat sie schon das weit und breit einzige Buch zu dem Thema in ihrer Gewalt. Und dann prahlt sie auch noch mit dem Wissen, welches ich ihr aus erster Hand verschafft habe.

Sie seufzt und dreht sich auf die andere Seite.

Gut, soll sie mal machen. Ist mir gleich. Ich werde sie ohnehin begleiten müssen, sollte Sieghelm sie auf diplomatische Mission schicken. Allein wäre sie verloren. Ich denke nicht, dass die Barbaren ihr viel Respekt entgegen bringen werden. Sprache hin oder her. Zwar sieht sie in ihrer Lederrüstung wenigstens nicht mehr aus wie eine Gelehrte. Aber noch ist sie zu neu und ungenutzt, das wird den Trollzackern auffallen. Eine Schmuckrüstung wird sie nicht beeindrucken … nur Taten.

Bisher sind wir auf dem Weg zu Sieghelms Schatz noch keinen Spuren der Trollzacker begegnet. – Schade eigentlich – Sie waren also jüngst noch nicht in diesem Teil der Berge. Alles ist seit langem unberührt. Ich verstehe seine Eile nicht. Zumal interessant sein wird, was Delia heute Nacht träumt. So nah an der Quelle. Sie erzählte ja, dass die Gestalten in ihrem Traum ihr sagten, dass sie näher kommt. Es scheint also einen Zusammenhang zwischen dem Gold und ihren Träumen zu geben. Nur, wo ist die Verbindung zwischen dem Gold und den Malen auf Delias und nun auch noch Nehazets Schulter – was ich im Übrigen erst gestern Abend so nebenbei erfahren habe – Und was hat der Zuspruch zu den Göttern damit zu tun?

… Ach was solls. Die anderen werden es schon herausfinden. Sie sprechen ja nicht mit mir nicht über so etwas. Scheinbar sehen sie in mir nur den tumben Waldläufer. Dazu noch jung und unerfahren. HA! Sie wissen nicht um meine geistigen Fähigkeiten. Woher auch? Und dabei kann es ruhig bleiben.

Immerhin sind wir endlich mal draußen in der Wildnis. Herrlich.

Erneut dreht sie sich auf die andere Seite und schläft lächelnd ein.

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Azinas Gedanken

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