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Eine kleine Jagd

Ein hübsches Dörfchen dieses Mathab. Vor allem die Häuser um die Bäume sehen interessant aus. Ob hier Elfen wohnen oder die Häuse von Elfischer Bauweise inspiriert wurden? Zumindest liegt das Dorf mitten im Wald. Das gefällt mir gut. Hier lässt es sich bestimmt wunderbar leben. Ich sehe schon, die anderen gehen ins Gasthaus; da werden sie in Sicherheit sein. Nun kann ich mich in Ruhe hier umsehen. Noch etwa drei Stunden bis es dunkel wird, also ausreichend Zeit, um eine kleine Pirsch zu wagen.

Azina pfeift einmal kräftig und signalisiert Adaque und Bakkus den Beginn der Jagd. Vorsichtig schleicht die junge Jägerin durch den Wald zu dessen Randgebiet und hält Ausschau nach kleiner Beute. Nachdem sie sich orientiert und mit der Umgebung vertraut gemacht hat, findet sie mit Leichtigkeit die hiesigen Wildwechsel und folgt ihnen zu einem Kaninchenbau. Sie schaut sich sorgfältig um und wirft Adaque kräftig in die Luft. Er kreist ein paar Mal lautlos über der offenen Feldfläche und stößt mit einem schrillen Schrei steil nach unten. Seine scharfen Krallen bohren sich in das ahnungslose Kaninchen und halten es fest. Aufgefordert von seiner Herrin rennt Bakkus zu der überwältigten Beute. Die Aranierin schaut dem kleinen Showkampf zwischen dem Blaufalken und dem schwarzen Nivesischen Steppenhund einen Augenblick zu. Ein verstohlenes Lächeln umspielt dabei ihre Lippen. Ein weiterer Pfiff ertönt und Adaque erhebt sich anmutig in die Luft. Sanft lässt er sich auf den ausgestreckten Arm der Tierbändigerin nieder und empfängt seine Belohnung, während Bakkus das Kaninchen zu ihr trägt. Stumm vollzieht sie den Jagdritus, Ehrt die Beute und dankt für das Opfer.

Vielen Dank, kleines Wesen. Möge deine Seele in Firuns Jagdgründe eingehen und dort Vollkommenheit vorfinden.

„Kommt meine Freunde, gehen wir zurück. Ein Festmahl erwartet uns.“

Vor dem kleinen knisternden Feuer am Rande des Dorfes hängt das Kaninchen an einem Stock. Sorgfältig wendet sie es bis Bakkus dem wunderbaren Duft kaum noch widerstehen kann. Das grob abgezogene Fell liegt unverarbeitet daneben auf dem Boden. Kritisch mustert Azina den Pelz.

Welch Schande es verkommen zu lassen. Das kann man doch bestimmt besser abziehen und nutzen. „Hier Kleiner, nimm die Vorderläufe.“ *ratsch* Delia hat vorhin etwas von einer Jägerin namens Fiona gesagt. *kau* Ich werde sie morgen in aller Früh aufsuchen und um Rat fragen. „Hier Adaque, du hast es dir verdient!“ Vielleicht zeigt sie mir ein paar Dinge in Sachen Beutenverarbeitung. Eine Einnahmequelle ist wichtig, um unser Überleben zu sichern.

Nun sollten wir versuchen ein wenig zu schlafen. Wer weiß, was morgen alles passiert. Welche Überraschung Delia und Isaria für uns bereithalten. „Komm her Bakkus, die Nächte sind kühl.“

Im Licht der Sterne sieht Azina, noch bevor ihr die Augen zufallen, wie die inzwischen allzu bekannte gestreifte Katze durch das ruhige Dorf zum Gasthaus schleicht und in einer Nische hineinschlüpft.

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Azinas Gedanken

Die Geburt eines Namens

Spichbrecher-Wappen-WeißSieghelm ritt zusammen mit den anderen in Richtung Firun, mit jedem Schritt den sie taten, wurde die Luft reiner und wohlriechender, denn der Weg führte in das Kaiserreich – bald würde er dieses für ihn leidlich gewordene Land verlassen. Sieghelm war froh, denn bald würde er wieder darpatische Wiesen unter seinen Füßen spüren können. Die Heimat war nicht mehr weit. Doch vorher galt es einen Abstecher zu Delias Heimat zu machen. ‚Nur einen Tag Umweg‘ hieß es. ‚Was sollte schon groß passieren?‘ dachte sich der Krieger. Mit vor Stolz angeschwollener Brust und Rondras ehrbarem Schwert mit dem bosparanischen Namen ‚Custos tonitrus honoris‘ auf dem Rücken, würde sich nichts und niemand mehr freiwillig in Sieghelms Weg stellen.

Die letzten Tage waren denkwürdige Tage – Sieghelm war nicht nur Sieger der Turnei, sondern auch noch Empfänger des prächtigen Anderthalbhänders, welches von der Donnernden selbst nach Dere gesandt wurde um nun endlich in den Händen des tapferen Streiters gehalten zu werden. Auch wenn er den finalen Kampf gegen den Rondrageweihten verloren hatte, so war es dennoch ein guter und ehrvoller Zweikampf zu Ehren der streitenden Göttin. Sieghelm hatte ihr seinen Mut, seine Stärke und seinen schier unerschöpflichen Willen nach einem ehrvollem Kampf unter Beweis gestellt. Sein Geist war rein, er war bereit ihr Schwert und Schild auf Dere zu werden und so lange zu Kämpfen bis das der letzte Tropfen Blut in ihren Namen vergossen wurde. Junker Sieghelm Gilborn von Spichbrecher war bereit – neuer Mut floss durch seine kampfgestählten Muskeln – bereit sich jedem Gegner entgegenzustellen den die Diener des Bösen ihm wagten entgegen zu stellen. Mit dem Anderthalbhänder in der Hand und dem Mut von hundert Kriegern in den Adern würde er stets vorrangehen, Sieghelms Rolle in dieser Welt war gezeichnet, sein Schicksal geschrieben. Nun war es an der Zeit diesen Weg zu beschreiten und dabei Ruhm und Ehre zu mehren, doch nicht im Namen des Hauses Spichbrecher – sondern im Namen Rondras!

„Ich brauche einen neuen Namen … „ flüsterte Sieghelm seinem Dackel Pagol zu als die Reisegruppe Unterwegs eine Rast machte. Die Heimat von Delia sollte nur noch wenige Stunden entfernt sein. Sieghelm saß auf einem Stein und strich mit der Hand andächtig über die Klinge des Schwerts. Die anderen waren gerade zu sehr mit sich selbst beschäftigt um den Monolog des Kriegers mitzubekommen. Selbst Rondrian, der neue Waffenknecht des Herrn war gerade etwas Abseits mit der Waffenpflege beschäftig. Pagol schnüffelte an der Klinge. „Nein, nicht für das Schwert … Pagol.“ raunte er leise. „Für mich!“ Pagol sah etwas verwirrt zu seinem Herrchen auf und legte den Kopf schief. „Mit dem ‚Donnernden Wächter der Ehre‘ in meinen Händen, werde ich nicht mir oder meiner Familie, sondern der Leuin Ehre bringen, und das kann ich nur wenn ich einen Kampfnamen habe und den Namen Spichbrecher ablege …“ Sieghelm strich wieder über die Klinge und schloss die Augen. Seine Hände umschlossen dabei die Schneide, er erspürte seine innewohnende Kraft, sein loderndes Feuer und seine donnernde, bebende Stärke. Mit diesem Schwert würde er über all jene die es Wert waren wachsam sein, bis die Leuin beschloss ihn zu sich zu holen. Ein Geistesblitz durchzuckte ihn – das war es! Sein neuer Name, er würde ihn fortan tragen. Mit ihm würde er der Herrin Ruhm und Ehre bringen: Heute war er geboren, hier auf diesem kalten Stein irgendwo im Nirgendwo zwischen dem Beyrounat Baburin und dem Königreich Perricum. Sieghelm stand auf und ging zu seinem Pferd, es war noch früh den Namen seinen Gefährten mitzuteilen, denn er würde ihn nur im Gefecht annehmen – doch dafür war es noch nicht an der Zeit. „Wir gehen weiter.“ rief er seinen Gefährten zu, die sich sofort aufmachten ihr Gepäck zusammenzutragen. Was zurück blieb war ein in den Sand gekritzelter Name: DONNERWACHT

Ein magischer Ort

Das Fest wogte lange und stürmisch hin und her, der Bruder Delias sorgte für Stimmung und Unterhaltung, so wie des Efferds Element den Durst aller Wesen zu stillen vermag, ausgelassen wurde getanzt, gesungen, gespeist und getrunken. Dabei wurde die Stimmungen zum schluss nach dem Verzehr einiger Gurkenstücke noch einmal angehoben. Viele Geschichten, welche die anderen erheiterten wurden ausgetauscht, auch wenn ich viel davon nicht verstand, aber die anderen waren glücklich. Ich rang mich zum schluss durch auch eines der Gurkenstücken zu probieren, mir fiel der strahlenden irisierende Glanz der Dinge auf, welcher mir vorher nicht bewusst war, es war wie der Blick aus einer anderen Perspektive. In den nächsten Tagen habe ich viel Zeit damit verbracht Schrift und Sprache der Tulamiden und die Zeichen Kusliks zu erlernen. Den Kampf gegen den Sieger der letzten Turnier hat Sieghelm trotz seiner vorherigen überragenden Leistungen, zumindest gehe ich davon aus das jene überagend war, nicht gewonnen, aber er war wohl in den Augen aller ein sehr ehrhafter Wettstreit zwischen zwei Dienern der Leuin. Aufgrund der schweren, wenn auch oberflächlichen, Verletzungen heilten sowohl Jane, Delia als auch ich ihn, wobei Delia und ich auf unsere Kräfte zurückgriffen, so wie auch schon bei Azina vor ein paar Tagen.

Am 20.Firun, waren wir wie verabredet im Rondratempel, ich wollte ja eigentlich nicht hinein in diese unwirtlichen feurigen Hallen, aber ich fasste meinen Mut zusammen, wenn gleich ich dies wohl ohne meine Freunde nicht getan hätte, und wagte mich in die Höhle der Löwin, selbige war erleuchtet von unzähligen Feuerbecken und die Schäge des Gongs tönten wie ein Donnerschlag in diesen Hallen, die Diener der Löwin die Anwesend waren schienen auf uns zu warten. Hm eigentlich seltsam, das einer Sturm und Regengottheit, auch Feuer zugeordnet wird, erscheint mir etwas kontraintuitiv. Die Atmosphäre im Tempel war wirklich bedrückend, so das ich mich an Jane wandte, nur meine Freunde, welche in meiner Nähe weilten, verhinderten das ich vor Schreck erstarrte oder aus Panik davon rannte, an Jane gekauert schritt ich hinter ihr her den anderen folgend weiter durch den Tempel. Bis Wir weit genug in dem Inneren des Tempels waren und die Meisterin der Senne Süd, sich an uns, nun mehr an meine Freunde, denn mich, aber das war in Ordnung, ich war ja nur wegen meinen Freunden hier, wandte und uns, also ihnen, eine Frage stellte. Jene wurde von ihr allerdings in kürzester Zeit selbst beantwortet und dabei zeigte sie Sieghelm eine ungewöhnlich gezackte Klinge, welche sie ihm darbot. Diese heilige Klinge der Löwin sollte für einen würdigen Diener der Leuin sein, und die Meisterin der Senne Süd meinte diesen in Sieghelm gefunden zu haben. Nachdem Sieghelm die Klinge in seine Hände nahm, wurde er von der Meisterin der Senne Süd angegriffen, aber mit dieser Waffe parierte er jeden einzelnen Angriff. Delia und ich wollten schon zu unseren Kräften greifen um unseren zur hilfe zu eilen aber, Jane deutete Delia, und damit mir da ich ja immer noch in ihrer Nähe stand, an das dies keine Weise wahl wäre, da es sich dabei wohl um einen Test handel würde. Dieser wurde dann auch von Sieghelm bestanden. Danach wurde noch eine Klinge für den neuen Waffenknecht von Sieghelm erworben.

Am darauffolgenden Tag brachen wir auch in Richtung des Heimatdorfes von Delia auf. Wir reisten auf unsere Art, Sieghelm hoch zu Pferde, Jane, Azina, Delia und Rondrian laufend und ich laufend oder schwimmend, je nachdem was sich gerade anbot.

Nachdem wir die Grenzfestung Araniens hinter uns gelassen hatten wanderten wir durch einen Wald, bis wir an einen Ort kammen der gezeichnet war von zwei Birken die einen Eingang formten, wenn man davon wusste, an den Birken wuchsen Beeren und ein Stein mit dem Symbol der Phasen der Mada war ersichtlich. Die Tatsache das Delia meinte Ihr Dorf wäre direkt vor uns und das sie nach durchschreiiten des Eingang nicht mehr zu sehen war, war genug um mich zu veranlassen mir diesen Eingang genauer nach dem Odem des Arcanen anzusehen. Und tatsächlich entpuppte es sich das hier Magie herrschte, wahrscheinlich alte und mächtige, wenn gleich doch offensichtliche, Magie. Wir waren In Delias Dorf, ein kleinen Siedlung vornehmlich aus Fachwerkgebäuden und einzelnen Häusern mit Bäumen oder aus Bäumen, welche den Namen Mahtab trug, angekommen. Unser Weg führten uns zu einem Gasthaus, welches wohl keinen Namen trug, Azina entschied selbst für ihr Mahl zu Sorgen, als wir durch die Tür traten und eines Barden ansichtig wurden, welcher auf einem Instrument, das aussah wie als wäre es aus Eis, spielte, wurde uns gewahr das wir uns nicht mehr bewegen konnten, tatsächlich schien sich nichts mehr zu bewegen, auch die Sprache versagte uns den Dienst, ich beschaute mir die Situation an und suchte nachdem Odem des Arcanen und fand diesen auch, bei dem seltsam gewandten Barden mit den Hautbildern der auf diesem kühlen Instrument vor seinem Buch und Gefäß spielte. Kaum war seine Laute und seine Stimme verklungen, endete auch sein Bann auf uns und wir waren wieder im Besitz unserer Kräfte, aber von dem Barden war nichts mehr zu sehen. Der Wirt ein Tuluf ibn Ali bewirtete uns noch.

Die Zweite Reise

Wir sind aufgebrochen. Eine neue Reise beginnt. Zwei Götterläufe nach meinem ersten Aufbruch aus Baburin. Diesmal jedoch ist alles anders. Dieses Mal gehe ich gestärkt. Dieses Mal gehe ich mit dem Segen der Zurückgebliebenen. Sei es meine Familie, die gut versorgt ist oder sei es die Rondrakirche, die von unserem Auftrag weiß und Sieghelm endlich das Schwert der Queste in einer beeindruckenden Zeremonie überreichte. Ja, sogar Ferujas Segen erhielt ich, als ich versprach, ihren Sohn – meinen künftigen Ehemann – Muhalla zu suchen. Ein guter Rat – danke Onkel Omar. Gern hätte ich dir meine Freunde vorgestellt, aber du musstest leider geschäftlich fort.

Ich werde meiner Familie Ehre bereiten. Meine alte Schande ist getilgt. Die Nachricht wird auch Fasar erreichen. Tante Tulmirya wird stolz sein.

Mama, Papa. Grämt euch nicht. Ich weiß, ihr schafft es, unser Haus erneut zum Wohlstand zu führen. Die Vorarbeit ist getan, die Herde wächst. Mezzek wird euch helfen, auch Alhina und Rafid sind noch bei euch. Erzieht mir Arima zu einer starken selbstbewussten Frau. Der Hexenzirkel wird über euch wachen. Versorgt ihre Abgesandten gut und ihr seid vor politischen und geschäftlichen Machenschaften sicher geschützt. Und solltet ihr je meine Hilfe brauchen, wisst ihr, wie ihr mich benachrichtigen könnt. Es schmerzt mich, euch erneut zurück lassen zu müssen, aber euer Leben ist nicht das meinige. Werdet froh und glücklich.

Wer weiß, wann ich das nächste Mal nach Aranien kommen werde. Zunächst begleite ich Delia zu ihrer Mutter und anschließend Sieghelm in seine Heimat Darpatien. Danach versuche ich gen Firun in die Rote Sichel zu gelangen. Ich habe von Fahrenden Händlern Gerüchte gehört, dass dort Hippogriffe zu finden seien. Sollte es mir gelingen, eines der Eier zu finden, könnte ich es möglicherweise ausbrüten und aufziehen. Vielleicht gelingt es mir sogar zu fliegen. Die Feinde der Welt werden nirgends vor uns sicher sein! Wir werden sie bis ans Ende der Welt jagen und zur Strecke bringen!

Wie sagte die Meisterin der Senne? „Viel wird von uns verlangt.“ Setzen die Götter unser Leben ein, um Aventurien zu retten? Sind wir ein Spielball der Alveraner?

ICH BIN BEREIT!!

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Azinas Gedanken

Einer geht noch …

Spichbrecher-Wappen-WeißZusammen mit seinem treuem Gefährten Pagol marschierte Sieghelm – der Gewinner nach fünf Kämpfen der außerordentlichen Turnei der Donnersturm-Senne –  zurück zum Gehöft seiner Freundin Azina. „Ich habe gewonnen … „ hallt es leise und Gedankenversunken aus Sieghelms Mund. Er kann es selbst noch kaum Glauben, er wußte zwar dass er dank seiner guten Ausbildung und seiner Erfahrungen inzwischen ein standhafter Krieger geworden war, doch das er hier und heute als Sieger der Turnei ausgerufen wurde, konnte er sich nur schwer vorstellen. „Die Leuin hat mir wahrlich beigestanden, mein kleiner Freund.“ spricht Sieghelm nun etwas lauter in gewohnt präsenter Stimme. Pagol belohnt seinerseits sein Herrchen mit einem tapferem Bellen. „Der Kampf gegen diesen riesenhaften Nordmann, verlief sogar leichter als gedacht. Ja war ich denn der einzige der sich all seine Kämpfe zuvor angesehen hat um genau zu wissen wo seine Schwachpunkte waren? Hätte er mich mit seinem Schwert einmal getroffen … nun … dann hätte es anders ausgesehen, aber ich konnte seine grobschlächtigen Hiebe stets vorausahnen und so schlimmerem entgehen.“ Der Junker wurde ein wenig nachdenklich, er musste wieder an seine Zeit an der Akademie in Rommilys denken, und zwar im speziellen an Schwertmeister von Ochsenbrecht, er unterrichtete Taktik & Strategie. Schon damals hing der junge Kämpfer an den Lippen des alternden Schwertmeisters, während die anderen Schüler seine Lehren oft als albern und unsinnig abtaten, war Sieghelm einer seiner glühendsten Zuhörer – und wie sich am heutigen Tage herausgestellt hat, mit Erfolg!

„Kenne deinen Feind wie dich selbst und du wirst siegreich sein“Schwertmeister Wulfhelm von Ochsenbrecht

Das Ende des Turniers?

Nachdem Azina vor ein paar Tagen stark blutend zu ihrem Gehöft zurückkehrte sah es ganz so aus, als würde Sieghelm ihr in diesem Punkte folgen, wurde er doch schwer verletzt durch eine Kämpferin die wohl einen gewissen Kor anbetet, angeblich soll er irgendwie mit Rondra in Verbindung stehen, aber da ich noch in keinem der Tempel der Rondra war, habe ich dahingehend noch keinen Diener Rondras dazu befragt. Allerdings gelang ihm, im gegensatz zu Azina, dennoch den Sieg davon zu tragen, was lediglich bedeutet das er diesen Sturm an schneidenden Schmerzen weiter ertragen darf, ich verstehe ja nicht wirklich warum die sich unbedingt gegenseitig verwunden müssen, ich meine wenn sie sich austoben wollen dann könnten sie doch auch etwas Imman spielen, wobei ich auch da nie verstanden habe was daran so interessant sein soll, aber zumindest sah es nicht so verletzend aus.

Am Tag danach holten Jane und ich dann endlich die in auftrag gegebenen Lederwaren ab, ihre Rüstung und meine Handschuhe, nun ich kann nichts zu der Rüstung sagen, aber es wird wohl eine weile dauern bis ich mich an die Handschuhe gewöhnt habe.  Über das verwendete Leder bin ich mir nicht ganz sicher, aber es scheint sich um eine solide Verarbeitung zu handeln, die Handschuhe sitzen auch bequem, meine Schwimmhäute kneifen nicht und auch die Hautschleier sind bedacht. Ich werde mal sehen ob entsprechende Lederwaren reproduzieren kann, in angemessener Zeit versteht sich, da der Vorteil solcher Bekleidung offensichtlich ist. Ganz davon abgesehen kann ich mich nun auch dieser Gegenstände widmen, die von den anderen Buch genannt werden. Meine Freund besuchten wieder den Rondratempel, ich blieb mit Azina draußen, was sehr nett von ihr war.

Schlußendlich gewann Sieghelm auch noch den letzten Kampf des Turnieres, es sei denn der Kampf gegen den letzten Gewinner wird noch gezählt, dann war das wohl nur der vorletzte Kampf. Dabei fiel auf das dieser Kampf für Sieghelm augenscheinlich weniger schwer, oder zumindest weitaus weniger gefährlich war, wurde er doch im vergleich zum vorherigen Kampf praktisch nicht verletzt. Für heute wollte er eine Feier ausrichten lassen, was auch dazu führte das ich mich erneut in die Fluten des Barun-Ulah begab um zu fischen.

Sieg für Sieghelm

Unglaublich dieser Mann! Mit dem Mut eines Löwen und dem Geschick eines Tänzers besiegte er alle Gegner, die es wagten sich ihm in den Weg zu stellen. Ich gebe zu, am Anfang habe ich an der Möglichkeit gezeifelt, dass er gewinnt. Doch nach dem ersten Kampf war mir klar, er wird siegen. Auch wenn die Göttin ihm im Tempel wohl etwas mehr Schmerz dafür forderte und das mehr als einmal. Wie dem auch sei er hat gewonnen! Ich freue mich für ihn, ehrlich. Er war sogar gar nicht so von sich eingenommen wie sonst. Er dankte uns allen für die Unterstützung und bat mich eine Feier auszurichten. Die soll er haben.

Was mich nur stuzig macht ist die Bitte der Meisterin der Senne. Wir sollen sie am 20. Firun im Tempel aufsuchen. Wir alle, nicht nur Sieghelm… Egal wie der, noch der Ehre wegen zu führende, Kampf gegen den Champion verläuft. Ich bin gespannt.

Nun ja nun hetzten Jane und ich über die Märkte und kaufen allerlei ein für Sieghelms Feier. Ich habe per Zufall auch Melekhelm auf dem Markt getroffen. Er sagte mir er sei auf den Weg zu den Länderein von Azinas Familie, um dort die Wache für mich zu übernehmen. Da er ein sehr guter Gaukler ist, bot er sich selbstlos… und für ein paar Münzen… an am Abend für uns zu spielen und uns zu unterhalten. Das Mahl von Jane wird ohne Zweifel großartig, für Musik ist gesorgt, Dekoration auch. Perfekt! Zum Abschluss werde ich Sieghelm anbieten ihn mit dem besonderen Öl zu massieren. Das sollte den Abend dann zu einem sehr guten Ende bringen.

Nun gut… es gibt noch viel zu tun. Auf gehts!

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Delias Gedanken.

Isarias Vision – Es beginnt

Mitten in der dunklen Nacht der Wintersonnenwende, der Nacht zwischen dem 01. und 02. Firun, betrat Isaria ihr Arbeitszimmer. Ihre Schritte leiteten sie wie von selbst hierhin. Zuvor traf sie sich mit ihren Brüdern und Schwester des Zirkels, um wenigstens im Kleinen das Ritual der Wintersonnenwende zu feiern, die Flugsalbe zu mischen und zu verteilen. Das eigentliche Ritual zu dem großen Fest der Sonnenwendfeier wird erst dann stattfinden wenn ihre Tochter Delia wieder zurück ist. Der Zirkel hatte sich einheitlich dafür ausgesprochen das große Hexenfest erst dann zu feiern wenn Delia anwesend ist.

*letztlich muss man die Feste nicht exakt zu den Konstellationen feiern. Die Energien der Sterne ist nur für die Flugsalbe von Bedeutung, jedoch nicht für das Ritual. Wir sind ja keine Praioten, die sich sklavisch an ihre „heiligen Texte“ halten. Wandel… alles ist im Wandel… und sobald etwas niedergeschrieben ist… sobald etwas still steht… so stirbt es und verkehrt sich ins Negative.*

Nun wandelte sie gedankenverloren durch ihr Arbeitszimmer. Sie wusste nicht was sie hier genau suchte. Doch solche Situationen kannte sie bereits. Immer wenn das Schicksal ihr Visionen aus Satinavs Strömungen sendete führte sie es wie von selbst in ihr Arbeitszimmer. Auf solche Befindlichkeiten wie: Schlaf, Hunger, andere Aufgaben oder das es gerade mitten in der Nacht war… tja auf solche menschlichen Befindlichkeiten nahm das Schicksal nie Rücksicht. Daran hatte sich die alte Seherin bereits gewöhnt und beklagte sich darüber nicht.

Vor ihrem Kessel kam Isaria zu stehen. Ein kurzer Blick genügte ihr, um die Bewegungen des Wassers zu sehen. Im Wasser stieg silbriger Rauch auf und formte sich an der Oberfläche zu einem glatten Spiegel. Zuerst sah sie nur sich selbst. Ein Bild legte sich auf den Spiegel und Isaria sah Delia in der Runde ihrer Weggefährten sitzen. Alles schien in Ordnung zu sein. Doch dann verdunkelte sich die Szenerie, so dass nur noch Delia zu sehen war. Hinter Delia nahm eine dunkle Form Gestalt an. Sie drängte auf die junge Hexe ein und überwältigte sie. Bewusstlos und fast tot lag Delia und in dieser namenlosen Schwärze. Neben ihr kniete ihr geliebter Wüstensohn Kalkarib. Mit einem Wendemantel deckte er sie zu. Eine Seite schien wie Sonnenschein, die andere wie das Sternenzelt.

Weit im Hintergrund flammte ein faustgroßer Diamant auf. Ein Blitz zerriss die Szene und unter dem Edelstein erschienen Delias Weggefährten. Angeführt von Sieghelm, der sich schützend und die Waffe kampfbereit vor die Gruppe stellte. Jane las in einem großen Buch und blickte sich abschätzend um, während Nehazet komplizierte, magische Gesten formte. Azina stellte sich neben den Darparten und beide nickten sich zu. In dem Moment griffen schwarze, schattenähnliche Tentakel nach den Helden. Jeder bekämpfte sie auf seine Weise. Sieghelm mit dem Zorn der Leuin und dem Schwert, Jane wehrte die Angriffe elegant mit ihrem Griffel ab und nutze das Buch als Schild, Nehazet zerstob die Tentakel mit Worten der Macht, Bakkus und Adaque schützen Azina vor Angriffen aus dem Hinterhalt und mit den geschmeidigen Bewegungen einer Raubkatze erlegte Azina ihre Beute.

Dann erhob Azina ihren Speer und stieß aufwärts in die Schwärze, in Richtung des Diamanten. Die Amulette der Gefährten strahlten in den Farben ihrer Götter. Der Speer blitzte plötzlich eisblau auf und das Licht brach sich in den Facetten des Diamanten in allen Farben des Regenbogens, um sich über Delia und Kalkarib zu ergießen.

Das Wasser des Kessels… nahm wieder seine gewohnte Färbung an… Isaria blickte sich um, und straffte ihre Körperhaltung. Mit der ernsten Stimme einer Befehlshaberin sprach die Seherin:

„Es hat begonnen… meine Tochter!“

Wache für eine Freundin

Spichbrecher-Wappen-Weiß„Es gibt die Zeit des Kämpfens, und es gibt die Zeit des Rast – letztere ist nun für Euch gekommen, Azina.“ Sieghelms Worte dulden keinen Einspruch, während er seine schwer blutende Freundin in seinen starken Armen hält und vorsichtig auf die Holzbank gleiten lässt. Azina schließt die Augen, ihr Kampf ist vorbei, der Junker wird über sie wachen. Sieghelm presst seine großen Hände auf die kleine Schulter seiner eisigen Weggefährtin. Ihr warmes Blut dringt dabei zwischen seinen Fingern hervor und tränkt seine Hände in Rondrarot.

Rondrian, der fleißige Waffenknecht des Streiters war bereits auf dem Weg zum Wundarzt. Sieghelm und Azina würden so einen kurzen intimen Moment miteinander haben – einen Moment an den sich Azina nicht erinnert wird, denn sie hatte sich schon längst gestattet in den sicheren Armen ihres Freundes ihr Bewusstsein zu verlieren. Sieghelms Blick fiel auf die ergrauten, leicht bläulich schimmernden Strähnen in ihrem Haar, während ihr Kopf auf seinem Oberschenkel ruhte. Den Runenspeer fest umklammert, blieb sie selbst im Angesicht des Todes standhaft – sie würde den gar beeindruckenden Speer nicht noch einmal verlieren.

„Bleib Standhaft, meine kleine tapfere Botin Firuns … “ hauchte Sieghelm, der dieser Titel soeben in den Sinn gekommen war. Andächtig legte der Darpate sein Kinn auf die Brust, schloss die Augen und konzentrierte sich auf das warme sprudelnde Blut zwischen seinen Händen. Der Körper der jungen Aranierin war inzwischen stark ausgekühlt – was kein gutes Zeichen war, auch nicht für eine Dienerin Firuns. „Weißer Jäger, Herr des Winters und grimmiger Prüfer – sieh herab auf deine Dienerin. Als Botin deiner Lehre hat sie sich gegen einen übermächtigen Gegner gestellt, und sich dabei selbst überwunden. Denn selbst im Angesicht des Todes hat sie sich nicht gestattet zu wanken, denn allein Dein ist ihr Wille. Du bist ihre unerschöpfliche Kraft, dir allein gebührt die Ehre ihres Sieges über sich selbst. Gestatte deiner Botin nun zu rasten – dein Werk ist vollbracht.“

Gefolgt von einem kühlen Windhauch, der selbst Sieghelm für einen kurzen Moment frösteln ließ, sah er wieder auf, zwischen den Zelten näherte sich mit schnellen Schritten der Wundarzt. Der Hauptmann schnaufte mit einer Mischung aus Erleichterung und Traurigkeit, gleich würde seine Wacht vorbei sein und der schlanke Heiler würde die junge Botin Firuns übernehmen. Nie hatte der Junker jene Nacht in Ferdok vergessen, in der er beinahe ums Leben gekommen war, nur dank des beherzten Eingreifens der jungen Tulamidin war er noch am Leben. Sieghelm schuldete ihr sein Leben, und niemals zuvor fühlte er sich einer anderen Person so sehr verpflichtet wie in diesem Moment. Auch wenn Azina und Sieghelm auf den ersten Blick nur wenig Gemeinsamkeiten hatten, so verband sie im inneren mehr als nur die gemeinsame Karmalqueste. Beide waren sie Streiter vom ganzen Herzen, doch während die eine ihren Kampf gegen sich selbst zu schlagen hatte, stritt der andere gegen die Gefahren von außen. Das Leben ist für beide ein ewiger Kampf – und für beide gab es nichts ehrvolleres als in einem solchem Kampf sein Leben zu lassen. Doch heute, sollte dieser Tag nicht gekommen sein.