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Azinas Verbleib II

hier gehts zum ersten Teil

Was geschah

Azina erwacht. Sie befindet sich in einer einfachen aber soliden Holzhütte. Alles deutet darauf hin, dass hier ein Anhänger Firuns wohnt: Sie ist karg und zweckmäßig eingerichtet. Verschiedene ausgestopfte Tierköpfe zieren die Wände. Direkt über ihrem Bett hängt der Kopf eines Braunbären. Seiner Grimasse zu urteilen gefällt es ihm nicht, dass sie unter seinem Fell liegt. Sie schaut an sich herab. Ihre Brust ist umwickelt mit einem starken Verband. Jede Bewegung ihres Torsos schmerzt. Ihre Arme ruhen schwach neben ihrem Körper.

Wo bin ich? Wie lange liege ich hier schon? Sollen das hier Firuns ewige Jagdgründe sein?

Sie schüttelt sachte den Kopf, um den Blick wieder für die Realität zu schärfen. Sie hat überlebt! Aber wie? Sie versucht sich ein wenig aufzusetzen und umzusehen. In der Hütte kann sie eine kleine Küche, eine Werkbank, einen Tisch mit zwei Stühlen, drei abgehende Türen und einen Kamin erkennen. In dem Kamin prasselt ein wärmendes Feuer. Davor liegt etwas Großes. Etwas sehr Großes. SchwarzWolf2es. Das atmet. Bei genauerer Betrachtung sieht sie, dass es sich dabei um einen gigantischen Wolf handelt. Dieser scheint ihren Blick zu spüren und hebt kurz den Kopf, um sie einen kurzen Augenblick zu betrachten. Doch schnell verlischt sein Interesse wieder und er bettet sein mächtiges Haupt auf seine Pranken.

Eine Tür öffnet sich und ein alter weißhaariger Mann tritt gemeinsam mit einem weiteren großen Wolf ein. Im Gegensatz zum Anderen, ist dieser hier schneeweiß.

Der blinde Mann, der sich selbst als Garnan und seine Wölfe als Ebenholz und Elfenbein vorstellt, Garnanerzählt ihr bei einer Tasse Traschbarttee, wie er sie vor <<<Zeit-Spoiler>>> mit Hilfe seiner Gefährten gerettet hat. Er gibt offen zu, zu wissen, wer sie ist und welche Rolle sie in dieser Zeit spielen soll. Azina hält sich mit den Fragen, die ihr auf der Zunge liegen zurück. Nur die Frage ihres Herzens spricht sie laut aus: Sie fragt nach dem Wohl von Bakkus. Doch Bakkus ist tot. Er liegt im Schuppen bis Azina bereit ist, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Ihr vergeblicher Versuch, sich aufzurichten, zeigt ihr deutlich, dass sie dafür noch nicht bereit ist. Erschöpft lässt sie sich zurück auf das weiche Kissen sinken und lauscht den weiteren Ausführungen Garnans. Elfenbein schaut sie die ganze Zeit neugierig an, während Ebenholz sie keines Blickes würdigt. Gegen Abend versucht sie sich ihm anzunähern, während Garnan mit Elfenbein auf der Jagd ist. Doch sie kann ihm kaum eine Regung entlocken. So setzt sie sich einfach neben ihn vor den Kamin und starrt in das Feuer. Bald kehrt Garnan mit seinem Bogen und zwei erlegten Kaninchen zurück. Gekonnt weidet er sie an der Werkbank aus und kocht eine kräftigende Suppe. Azina schaut ihm interessiert zu und ahnt bereits, dass dieser alte Mann mehr sieht, als seine pupillenlosen Augen tatsächlich zu sehen vermögen.

„Wie seid ihr als Erwählte Firuns in eine solche Situation geraten?“ fragt Garnan unvermittelt während des Essens. „Weil ich noch am Anfang meiner Reise stehe.“ beichtet Azina ohne zu zögern ihre Schwäche. „Firun hätte euch sterben lassen. Dankt seiner Tochter Ifirn, dass sie es von Zeit zu Zeit vermag ihm ein wenig Milde abzutrotzen.“ Als er dies sagt, schaut er zu Elfenbein hinüber, der ihnen beim Essen zuschaut. „Bekommen sie nichts zu essen?“ fragt sie. Er lächelt: „Sie bekommen später etwas.“

Er berichtet ihr anschließend auf Ihre Frage von seiner eigenen Geschichte:

Der Geschichte eines Nivesen, der in der Armee von Darpatien zum Krüppel wurde. Er wandte sich einst von Rondra ab und Firun zu, der ihn auf eine harte Probe stellte. Er solle einen unmöglichen Kunstschuss vollbringen: Einen Pfeil, sollte er unter heftigen Böen in ein 200 Schritt entferntes Ziel schießen. Lange habe er geübt. Er wurde ein nahezu perfekter Bogenschütze. Und doch vermochte er diese unmögliche Aufgabe nicht zu erfüllen. Erzürnt über diese Unfähigkeit nahm Firun ihm sein Augenlicht, um ihn von der Last des Sehens zu befreien. Es ermöglichte ihm, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, auf das, was er fühlt, wenn er eins mit der Natur wurde.

Garnan führt sie zu der Klippe des windumspielten Felsplateaus, auf der sein bescheidenes Heim stand und schoss einen, von Azina markierten Pfeil, zwischen die entfernten die Bäume. Sie liefen anschließend durch den Schnee nach unten, um den Pfeil zu holen. Und tatsächlich! Er steckte in der Mitte einer Zielscheibe. Ehrfürchtig zieht Azina ihn heraus und dreht sich zu ihm um.

„Wie habt ihr das geschafft?“ Garnan lächelt wissend. „Ich kann dich lehren, wenn du es möchtest. Unter drei Bedingungen: Du musst eine Prüfung bestehen. Sie wird dich auf deine Tauglichkeit testen. Und du bleibst so lange bei mir, wie ich es für nötig erachte. UND du nennst mich ab sofort ‚Meister‘ … Bist du bereit?“

„Ja … Meister.“

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Azinas Gedanken

Azinas Verbleib I

gleicher Zeitpunkt, wie im Artikel: Verwehrt und verweht

Kampf im Schnee

Der Wind pfeift um die angespannten Körper der beiden so unterschiedlichen Menschen. Eiseskälte fährt in ihre Glieder. Ihr warmer Atem wird von den schneidenden Winden fortgetragen. Die Maske des Zorns des Shakriins spricht Bände. Drohend hält er die Hand zur Faust geballt erhoben. Schwarze Energie sammelt sich darum.

Nein, Shakriin Boran tu es nicht. Wir sind keine Feinde, du täuschst dich. Es tut mir Leid, um deine Freunde. Ich tue dir nichts. Schau!

Um ihre friedlichen Absichten zu untermauern, die sich aufgrund der Sprachbarriere nicht auszusprechen lohnen, streckt sie beide Arme zu einer offenen Geste weit von sich. Doch der Schamane, blind vor rasender Wut, schleudert seinen Energieblitz auf sie. Sie kann ihm im hohen Schnee nicht mehr ausweichen und stöhnt schmerzverzerrt auf, als er sie in die Seite trifft. Noch während sie sich ihre Taille hält, kommt der Trollzacker mit schwingender schädelbesetzter Keule auf sie zu gestapft. Seine Absicht ist offensichtlich. Doch so leicht lässt sich die Botin Firuns nicht überwältigen – auch wenn sie nach dem langen Marsch und dem Zaubertreffer am Ende ihrer Kräfte ist – und so reckt sie dem Angreifer ihren Speer entgegen. Es entbrennt ein harter Kampf im verschneiten Tal der Sieben Winde.

Bakkus hat sich von seinem Lockzauber erholt und eilt herbei, um seiner Herrin beizustehen, als diese wankt. Die Wucht der Knochenkeule und ein darauf folgender erneuter Energieblitz schleudern den schwarzen nivesischen Steppenhund einige Schritt in den tiefen Schnee hinaus, wo er reglos liegen bleibt.

BAKKUS NEIN!!

Tränen der Wut sammeln sich in ihren Augen.

Neue Kraft erfüllt die junge Jägerin. Sie ist entschlossen ihren Gegner zu überwinden. In schneller Folge stößt sie ihren Speer in den Leib des Schamanen, der unterdessen eine weitere Energiekugel formt. Doch ihre Angriffe scheinen nicht die übliche Wirkung zu haben. Sie werden irgendwie gedämpft. Dennoch schwankt der große Mann ein wenig, um dann umso entschlossener anzugreifen. Gesprochen aus nächster Nähe ist es ihr unmöglich seinem Zauber zu entrinnen. Dumpfer Schmerz breitet sich in ihrer Brust aus. Sie taumelt. Ein wuchtiger Schlag von unten wirft sie in den weichen Schnee. Der Runenspeer Firuns entgleitet ihren Händen.

Über sich sieht sie die Eiszapfen an einem Felsvorsprung hängen, als sich plötzlich  zwei von ihnen lösen und sie direkt in die Brust treffen! Sie kann einen Schmerzensschrei nicht unterdrücken, der jedoch rasch vom eisigen Wind fortgetragen wird. Die Eiszapfen ragen nun gefährlich aus ihrer Brust heraus. Jeglicher Versuch sich zu bewegen ist vergebens. Kraftlos spürt sie, wie ihre kostbare Lebensenergie, einem Malstrom gleich, aus ihrem Körper fließt. Ihr wird kalt. Sehr kalt.

Mit einer Mischung aus Schmerz, Trauer, Genugtun und Entschlossenheit im Gesicht, schiebt sich Boran in ihr Blickfeld. Er sagt noch etwas in seiner Sprache, als auch ihn unvermittelt ein Eiszapfen trifft und sich tief in seine Schulter gräbt!

Azinas Blick schweift unterdessen nach links, wo sie einen riesigen weißen Wolf langsam auf sie zu tapsen sieht.Wolf

Der Trollzacker hat den Wolf noch nicht bemerkt, den Einschlag jedoch überwunden und formt einen weiteren Energieblitz, um ihr endgültig den Rest zu geben. Verzweifelt versucht sie sich von den Eiszapfen zu befreien, die sie am Boden festnageln. Doch es gelingt ihr nicht. Ihre Hände sind taub und fallen kraftlos zu Boden. Ihr letzter Blick gilt dem mystischen weißen Wolf.

Ist dies dein Plan, oh Weißer Jäger?

Dunkelheit umfängt sie.

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Azinas Gedanken

Kampfgeschick und Heldenmut – Die Schlacht unter dem Berg

— als Grombasch —

„HARHAR, eine Schlacht! Ich werde euch zeigen, was es heißt, die Heimat der Zwerge zu beschmutzen! Und nach euch, knöpfe ich mir den Feuerdämon höchstpersönlich vor! Büßen soll er!! FÜR ANGROSCH UND SEINE SÖHNE!!!!!“

Eben noch betrunken, befeuert der Schnaps jetzt seine innere Esse lediglich noch mehr an. Glühend und brüllend bahnt er sich einen Weg zur Frontlinie.

„Spart euch eure Abschiedsworte Weibelin. Wenn dies hier vorbei ist, heben wir zusammen einen!!“

Mit diesen Worten, dreht der Angroschim noch einmal den Königshammer in den Händen. Bereit ihn der nächstbesten Ratte in die Fratze zu dreschen. In ihm schwillt eine unbändige Kampfeslust. Für all das Leid, dass seinem Volk und den hiesigen Menschen widerfahren ist, steht er hier – endlich – in Reih und Glied mit den letzten Verteidigern dieser Bastion, um dem Feind zu trotzen. Heerführerin Jane Pedderson hält eine bewegende Ansprache, die Mut und Zuversicht in die eigenen Reihen pumpt und sie anspornt standzuhalten.

Wie eine Urgewalt bricht die Welle der Dämonenratten über das zusammengewürfelte Heer herein. Grombasch nimmt kaum mehr wahr, als die zwei Ratten vor ihm, die sich seine Schläge teilen dürfen. Kraftvoll teilt er nach vorne aus. Unseeliges schleimiges Blut spritzt in alle Richtungen, als er mit jedem Treffer Gliedmaßen aufs Groteske zerschmettert. Doch mehr und mehr Ratten stürmen heran und füllen die Lücken der gefallenen Angreifer rasch auf. Bolzen fliegen in beide Richtungen und richten verheerenden Schaden an.

Die Linie der Verteidiger gleicht nach kurzer Zeit eher einer s-förmigen Welle. Tapfer hält der Sohn des Dramosch seine Position an vorderster Front. Nur am Rande bemerkt er, wie sich – zu weit entfernt von ihm – die Thorwaler und der Schattenkrieger Janes an dem ersten Golem zu schaffen machen. Eine der Ratten gelingt es indessen gackernd, ihr Messer in seine Schulter zwischen die Teile seiner Kettenrüstung zu schieben. Schmerz betäubt für einen Augenblick seine Sinne, als die Ratte vor ihm auch schon von einem Schwert zu seiner Linken von ihm runtergeschlagen wird. Reflexartig pariert er den heransausenden Hieb der zweiten Ratte mit dem Hammer so kräftig, dass es ihr den Waffenarm bricht. In dieser kurzen Atempause, zieht er sich das Messer aus der hässlichen Wunde und packt anschließend die halb ohnmächtige Ratte am Halsfell, um sie sich vor sich als Bolzenschutz zu halten.

Unvermittelt steht plötzlich aufstampfend das stählerne Bein eines Golems da, wo eben noch eine herangehuschte Ratte Geifer spuckte. Geistesgegenwärtig und weil es schon einmal funktioniert hat, spurtet der Zwerg zwischen die Beine des Kolosses hindurch, um auf dessen Rückseite zu gelangen. Ein einfacher Hieb im Vorbeigehen mit dem Angroschgeweihten Königshammer in die riesige Kniekehle richtet mehr Schaden an, als der Angroschim es für möglich gehalten hätte: Metallplätzchen splittern funkensprühend in alle Richtungen. Zu gern, hätte er seine gesamte Aufmerksamkeit auf den ebenbürtigen Gegner gerichtet, doch das unzählige Rattengezücht vor ihm greift ihn unvermittelt an. Ohne seine Rüstung wäre er inzwischen komplett zerfetzt worden. Mühsam erwehrt er sich der Schläge als eine riesige Faust an ihm vorbeidonnert und ihn gegen das stählerne Bein presst. Zum Glück lassen die Ratten von ihm ab und bringen sich selbst in Sicherheit. Ein weiterer Hieb, diesmal von der anderen Seite, verfehlt ihn jedoch glücklich. Eine einzelne Ratte bezahlt daraufhin den Versuch ihn anzugreifen, mit ihrem unheiligen Leben. Doch die Ablenkung reicht dem Golem aus, um sich hinter seinen kleinen Widersacher in Position zu bringen. Mit zusammengefalteten Fäusten donnert der Teufelseisenkoloss einen mächtigen Hammerschlag auf den erschrockenen Angroschim nieder. Er kann den Schlag gerade eben noch sehen, jedoch nicht mehr ausweichen. In einer heroischen Verzweiflungstat führt er einen wuchtigen Schlag nach oben gegen die Doppelfaust. Es kracht gewaltig als uralter geweihter Zwergenstahl auf unheiliges Teufelseisen mit der Wucht zweier Dampframmen trifft. Teile der Fäuste splittern in alle Richtungen. Der Königshammer wird nach unten geschlagen und die Reste der Armstümpfe rammen den Zwerg ungespritzt in den Boden. Benommen und taumelnd drückt Grombasch einer herannahenden Ratte ihren erschlagenen Kameraden ins Gesicht und schlägt ihr noch die Beine weg, ehe er wieder unter dem Golem wegtaucht, der erneut zum Schlag ausholt.

Inzwischen hat der derzeitige Hochwürden Traviaholt von Spichbrecher aus den Resten einer Suppe einen Schutzsegen in Form einer Linie gezogen, an der die Ratten nicht vorbeikommen. Quietschend und schreiend versuchen sie der nach hinten gerückten Armee nachzusetzen. Die schwer angeschlagenen Verteidiger schöpfen daraus neuen Mut und neue Kraft. Triumphierend schlagen sie nach den Gliedmaßen der Rattendämonoiden, die verzweifelt gegen die Barriere anrennen.

Über allem, an der Decke des Tunnels, fließt ein erstarkender Strom flüssigen Feuers,welches sengende Hitze ausstrahlt.

Als Grombasch hinter dem Golem wieder auftaucht, sieht er sich drei Reihen von Ratten gegenüber, die vergeblich versuchen der Verteidiger hinter einer unsichtbaren Linie habhaft zu werden. Über ihm strömt noch immer die Lava mit der Intensität der Praoisscheibe an der Höhlendecke entlang, während hinter ihm der Golem weit ausholt. Kurzzeitig wankt der Zwerg, schwer angeschlagen, allein inmitten der Feinde. Doch er gibt sich einen Ruck, packt den treuen Hammer noch einmal fester und stürmt voran, den Verteidigern entgegen. Seine Rüstung schützt ihn erneut vor den vielen schnellen Einstichen der Angreifer. Mit einem Sprung rettet er sich hinter die freundliche Linie und plumpst dort ermattet zu Boden.

Traviaholt reicht ihm eine Einbeere, die ihm kurzzeitig neue Kraft verleiht. Schon will er sich wieder in die Schlacht stürzen, als der stetige Feuerstrom nach einem kurzen Intensitätsschub nun doch versiegt. Ein Rumpeln geht durch den gesamten Berg. Die Ratten beginnen sich quietschend aufzulösen. Sämtliches unheiliges Leben weicht aus den nunmehr starren Golemkonstrukten.

Es dauert eine kurze Zeit, ehe der Jubel sich unter den Menschen Bahn bricht und letztlich unendlicher Freude weicht. Sieg. … SIIIEG!

Erschöpft lässt sich der Sohn des Dramosch von zwei Mitstreitern zum Lazarett geleiten.

„Das war ein Fest. HAHAHA. Die nächste Runde geht auf mich! Ich habe da noch was ganz Feines!“

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Grombaschs Erinnerungen

So kurz davor

– als Grombasch –

Warum folgen die dummen Menschen stets dem größten Narren? Die „Heerführerin“ spuckt große Töne und verunglimpft die Weibelin als unfähig. Und damit auch mich. Offensichtlich war sie noch nie an einem echten Gefecht beteiligt und hat ihr Wissen nur aus Büchern! Aus Büchern!! Sonst würde sie nicht von Vermeidung von Bauernopfern sprechen. Es geht nicht anders! Es wird Tote geben. Es wird immer Tote geben. Aber solange Angrosch mit uns ist, ist uns ein Platz in seinen ehrwürdigen Hallen sicher. Was ist schon der Tod im Vergleich zur Sklaverei mit der Aussicht auf Seelenschändung? EINE EHRE!!

Wenn wir jetzt gehen und später wieder kommen, ist entweder der gesamte Berg voller Ratten und Barrikaden oder viel schlimmer: gar NIEMAND MEHR!! Die Dämonen sind jetzt verwundbar! JETZT! Sonst hätten sie keinen Handel vorgeschlagen! Wir haben sie! Eine solche Chance bekommen wir nie – NIE – wieder!!

Ja, wir müssen Opfer bringen. Und bei Angrosch, wir werden Opfer bringen! So oder so. Und spätestens, wenn die „Heerführerin“ während ihrer Nachtruhe von dem Vieh eingesaugt wurde, wird sie sich denken: „Scheiße, hätten wir bloß angegriffen!“

Aber auf mich hört ja keiner. Verdammich noch mal!!!! AARRGHHH!!!!!!! ICH RASTE AUS!! ICH KANN DAS NICHT MEHR MIT ANSEHEN!!!!!

Wütend schmettert er den Königshammer gegen den nächstbesten Felsen, der daraufhin in tausend Einzelteile zerspringt. Die fragenden Gesichter der Umstehenden ignoriert er. Er atmet schwer, um seinen angestauten Frust irgendwie in den Griff zu bekommen.

*GRML* *seufsz* Ich hoffe nur, dass sie noch mehr Macht irgendwo in der Hinterhand haben, sonst sind diese armen Seelen tatsächlich verloren! Beten wir zu Angrosch, dass er den Narren verzeihen möge und sie sich ihres Fehlers bewusst werden! Aber bestimmt haben die Narren mal wieder Glück. Wie immer.

Gedanklich setzt der Sohn des Dramosch einen weiteren Namen auf seine noch-zu-ohrfeigen-Liste.

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Grombaschs Gedanken

Größenwahn

— als Grombasch —

Die Pläne sind geschmiedet. Die Helden warten auf ihren Einsatz. Vor allem wartet der Zwergensöldner Grombasch darauf endlich loslegen zu dürfen. Er hat sich entgegen seiner Bedenken, nun doch den geweihten Hammer des alten Zwergenkönigs geborgt, auf dass er ruhmreich, an seine alten Tage erinnernd, sein Reich verteidigen möge.

*grml* Wann geht es denn endlich los? Nur deswegen bin ich hier! Und nun können sie sich nicht einmal untereinander verständigen. Hach, es ist zum Verrücktwerden! Wozu haben sie die Magie? Ich weiß schon genau wie ich das machen möchte.

Der sachte einsetzende Regen macht den Ratten sichtlich schwer zu schaffen. Sie winden sich unter dem tropfenden Nass. Auf das Zeichen Thornias prescht er los, das Horn an den Lippen, lässt er einen schaurigen Ton erklingen, der die gesamte Halle förmlich vibrieren lässt.

„AUF IHR MENSCHEN, ZU DEN WAFFEN!! ICH BIN GROMBASCH SOHN DES DRAMOSCH, KÖNIG UNTER DEM BERG!!!! EURE RETTUNG IST NAH!!! ZU DEN WAFFEN!!!“

Erneut setzt er das Horn an die Lippen und bläst zum Angriff. In die Massen unten kommt Bewegung. Die Sklaven beginnen, sich gegen ihre Peiniger aufzulehnen.

Grombasch stürmt über die Brücke. Noch ehe die vier Ratten realisieren können, was hier vor sich geht, hat er bereits einer von ihnen den Königshammer mit voller Wucht in den Magen gedroschen. Sämtliche Luft weicht aus dem widernatürlichen Körper, als dieser sich schmerzverzerrt nach vorne krümmt. Er hält sich nicht lange auf, dreht sich einmal um die eigene Achse und drischt den Hammer dem nächsten Biest in die Seite. Grimmig richtet sich sein Blick auf die beiden Armbrustschützen. Zischend fliegen die Bolzen heran. Mit einem *pling* prallen sie an seiner muskelbepackten Brust ab. Lachend stürzt er auf sie zu. Panisch versuchen sie noch ihre Messer zu ziehen. Doch der König kennt kein Erbarmen und zerschmettert auch diese beiden Viecher mit je einem Schlag.

Grombasch richtet sich auf und blickt in die Runde. Die Ratten stürmen zur Brücke herauf, während die Sklaven sich am Ausgang sammeln, ehrfürchtig zu ihm hoch schauen und sich zu formieren beginnen. Als eine vereinte Front marschieren sie nun auf den Aufgang zur Brücke zu, um den Feind in die Zange zu nehmen.

Freudig erwartet der Zwerg das unheilige Gezücht und kommt ihnen sogar entgegen! Wild und kraftvoll um sich schlagend prügelt er sich den Pfad herunter, dass die Ratten nur so auseinander stoben und im freien Fall quietschend ihr endgültiges Ende finden.

Der unkoordinierte Haufen Nagetiere wird zwischen den zwei Armeen zermalmt.

—–

„Grombasch?“ Mit einem Blick, deutet Thornia ihn, zu beginnen.

Gerade als er sich aufraffen möchte, ruft sie: „AAAAAANGRIIIIIIIFF!!“ und stürmt mit ihrer Eisenwalder voran. Gehetzt rennt er an ihr vorbei, um zur Frontlinie zu gelangen. Noch kurz kann er einmal ins Horn Blasen, als er auch schon den Schild zum Schutz erheben muss. Mit Glück wehrt er die ersten zwei Bolzen ab. Kurz bevor er bei der ersten Ratte ankommt, um ihr im vollen Lauf den Hammer zu verabreichen, wirft er den Schild weg. Wuchtig führt er den Hieb, doch das Mistvieh, springt ihm einfach aus dem Weg. Unbeirrt, den ersten Schlag für die Moral setzen zu müssen, rennt er weiter und rammt den Hammer dem ersten Armbrustschützen so kraftvoll vor die Brust, dass er zu Boden geschmettert wird. Der Passierschlag des zweiten Säbelschwingers prallt an seiner Rüstung ab. Grombasch ist in seinem Element. Fast hat er den verpatzten glorreichen Auftritt vergessen. Fast vergisst er auch die Tatsache, dass Jane nun an seiner statt versucht die Truppen zu mobilisieren, als er inmitten einer eleganten Drehung dem herbeispringenden Rattenwesen, nicht nur das Gesicht zerschmettert und das Genick bricht, sondern es noch gleich von der Brücke nach unten in den Tumult stößt.

Thornia hat unterdessen den anderen Säbelkämpfer, der ihm erbittert Widerstand geleistet hat, mit einem schlafgiftgetränkten Bolzen ruhig gestellt. Grombasch sieht ihn vor sich nur noch zu Boden gleiten. Herausfordernd wendet er sich dem verbliebenden Schützen zu, als ihn ein Bolzen ins Bein trifft. Noch ehe er zum Schlag ausholen kann, sackt auch diese Ratte getroffen zu Boden.

Die kurze Kampfpause, nutzt Grombasch, um gewahr zu werden, dass er entgegen seiner Annahme, doch hier und da etwas abbekommen hat. Innerlich fluchend wendet er sich Fräulein Pedderson zu:

„Verzeihung, Madam, haben sie nicht doch noch so ein Tränklein für mich übrig?“

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Grombaschs Gedanken

 

Ignoranz

— als Grombasch —

Das ist doch reine Schikane! Natürlich ist es kein Problem diese Ratten zu töten, aber das hätte die Gute entweder selbst erledigen können oder es anders sagen können. Ich glaube, sie vergisst, wo sie sich befindet. Wir sind hier nicht auf Hochstieg. Ihre Autorität ist längst untergraben. Und nun versucht sie diese mit allen Druckmitteln an mir zurückzuholen. *grml*

Überhaupt ist dieser undisziplinierte Haufen eine völlige Katastrophe. Sie gehen total unorganisiert vor. Ein ordentlicher Zwergenverband gleicher Stärke hätte diese Sache hier längst geregelt. Nun ja, beim magischen Anteil bin ich mir da nicht so sicher. Aber auch unsere Geoden haben vielfältige Möglichkeiten!

Aber wir dümpeln hier rum und halten uns mit allerlei Nichtigkeiten auf. Aber auf mich hört ja keiner. Die richtige Reihenfolge wäre jene gewesen:

–          Sämtliche Gänge erkunden, nur einen groben Blick auf sämtliche Inhalte werfen

–          Zusammentragen der Informationen

–          Einen Plan aushecken

–          Prüfen, ob Plan umsetzbar ist – also die Anlagen auf Funktion kontrollieren

–          Plan korrigieren

–          Plan umsetzen

So. Das war es. Wir hingegen halten uns ewig an irgendwelchen Sachen auf und tun alles zwergenmögliche, um mir die Nachtruhe zu versauen. Sie klauen Edelsteine, betatschen den Zeremonienhammer des Zwergenkönigs und bringen die Abfolge völlig durcheinander. Da ist mir das Gezücht, das auf den Thron uriniert hat, direkt noch lieber. Das darf ich nämlich meinen Hammer spüren lassen!!! *argh*

Bei dem Gedanken an den Königshammer wird ihm ganz anders.

Ich könnte König unter dem Berg sein! Ich, Grombasch Sohn des Dramosch, König unter dem Berg … nein, das kann ich nicht. Ich würde meine Leute ins Verderben führen. Ich bin nicht würdig diese Bürde zu tragen. Wenn der Hammer bis jetzt verborgen blieb, wird er es auch weiterhin sein. Ich werde diese Hallen nicht mehr verlassen und ihn bewachen bis meine Leute eintreffen.

Scheiß auf den Dienst auf Hochstieg. Damit bin ich fertig! Wenn das hier vorbei ist, werde ich den Dienst quittieren! Sollen sie die Drecksarbeit doch selbst erledigen!

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Grombaschs Gedanken

Fehlgeleitet

— als Grombasch —

Wahrhaftig, eine alte vergessene Zwergenstadt. Hier im Trollzacken. Hätte ich das gewusst, wäre ich schon eher hier gewesen. Ich hätte diese Mauern neu beleben können!

Sorgfältig betrachtet er die alte Baukunst seiner Ahnen. Im Vorbeigehen huldigt er den ehrwürdigen Sarkophagen.

Ich weiß so wenig über mein Volk. Aber ich bin noch jung, ich kann noch viel lernen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja später eine Gelegenheit. So ein Dienst hält ja nicht ewig. Im Gegensatz zu diesen Waschbecken! Es funktioniert tatsächlich noch nach über 3000 Zyklen! Aber warum bei Angrosch beteten sie einen Götzen an, den die Menschen Hesinde nennen? Ich  meine, sollen die Menschen ‚sie‘ doch anbeten. Das ist mir gleich. Aber warum tut ein guter Angroschim so etwas? Meine Brüder wird das interessieren.

Sie gelangen in einem Raum mit einer vier Schritt großen Zwergengelehrtenstatue, die ein Buch in der Hand trägt. Im Sockel steht auf Angram, der alten Priestersprache vor dem Rogolan, dass derjenige das Heiligtum der … (Name des Reiches) betrachten könne, der fünf Fragen richtig beantwortet. Die Helden bitten Grombasch seine Hand auf eine Markierung im Sockel der Statue zu legen, um den Mechanismus zu starten.

WAS? Ich soll das Heiligtum meiner Vorfahren den Menschen ausliefern? Niemals! Das können sie nicht von mir verlangen. Ich werde kein Verräter meiner Brüder! … nein!

Was faseln sie da von diesem Götzen? Die Dame hat doch vorgelesen, dass es ein Heiligtum der Zwerge ist! Nur der König und die Hohepriester sind berechtigt, es zu betreten. Und was soll uns ein Schatz gegen das Dämonengezücht nutzen? Wir sollten die restliche Anlage untersuchen, anstatt die wohl behüteten Schätze zu rauben.

Der Bruder kommt mir mit Ungeheuerlichkeiten! Er sagt, ich hätte irgendwas geschworen. Habe ich nie! Nicht irgendeinem Götzen. Es gibt nur Angrosch! Und ich erkenne seinen Willen nicht, diese Menschen hinein zu lassen. Und Thornia? Sie kommt mir mit Befehlen. Gar nichts hat sie mir zu befehlen. Nicht hier. Hier geht es um mehr als einen Dienst. Es geht um mein Volk!

Obwohl … sie sagen, dass jeder, der die Fragen beantwortet, es betrachten, aber nicht betreten darf. Und warum überhaupt meine Hand? Wenn sie denn behaupten, ein Recht zu haben, das Heiligtum zu betreten, sollen sie doch die eigene Hand rauf legen. Das hieße dann, dass sie einen Blick riskieren dürften … nein. Nein. NEIN! DAS DÜRFEN SIE NICHT!!! SOLLEN SIE FROH SEIN, DASS ICH SIE NICHT ALLE ERSCHLAGE FÜR DIE FRECHHEITEN!!!! MEIN BLUT KOCHT SO HEIß!! ICH … ich muss hier raus, sonst passiert noch ein Unglück. *Grml*

Er macht auf den Absatz kehrt und läuft strammen Schrittes auf den Eingang zu. Delia setzt zu einem letzten Versuch, ihn zu überreden an und appelliert dabei an seine Neugier, das Heiligtum doch einmal selbst betrachten zu wollen. Dabei wirkt sie den Zauber „Große Gier“ auf ihn. Wie ein Schleier verdeckt sein neues Ziel seine Sicht. Seine Schritte werden langsamer ehe er inne hält und sich langsam umdreht.

Andererseits … was soll ich meinen Brüdern sagen, wenn ihn ihnen hiervon erzähle. Ich muss ihnen doch berichten, was hier ist, damit sie die richtigen Leute schicken. Dafür muss ich einen Blick riskieren. Aber ich gehe allein!

„Na schön. Aber ich gehe allein! Weg von der Statue! WEG DA!“

Gut, sie sind alle weg. Dann wollen wir mal.

Er drückt seine Hand auf die Markierung im Sockel der Statue. Es klickt und seine Hand wird von steinernen Klammern gefesselt, ehe die Statue zu reden beginnt. Sie berichtet auf Rogolan noch einmal von dem Heiligtum und stellt die Fragen, die Jane, von Grombasch unbemerkt, aus der Ferne richtig beantwortet. Schließlich baut sich eine steinerne Brücke über dem Abgrund auf. Grombasch zögert keinen Moment und betritt das Heiligtum bis er vor einer vergoldeten, mit Diamanten besetzten Türe steht. Die anderen sind ihm unbemerkt gefolgt.

Herrlich diese Pracht. Hier ist ein Schlüsselloch. Wo mag wohl der Schlüssel sein?

Delia gibt Jane den Hinweis, dass ihr Amulett der Schlüssel sein könnte. Vorsichtig versucht sich die Gelehrte sich an Grombasch vorbei zu schieben.

„WAS BEI ANGROSCHS HEIßER ESSE MACHT IHR HIER? ICH HABE GESAGT, ICH GEHE ALLEINE!! HINAUS!!!“

Traviaholt: „Aber wolltest du das Heiligtum nicht sehen? Jane hat den Schlüssel.“

„WAS? Ähm, ja. Nun dann, mach auf! Los!“

Sie steckt das Amulett in den Schlitz. Jedoch tut sich nichts. Plötzlich bemerken die Helden einen uralten Zwerg, der am unteren Ende der Treppe steht und sich als der letzte Hochpriester zu erkennen gibt. Er hält Jane einen alten Schlüssel hin. Grombasch versucht ihn zu nehmen.

Ah, der Schlüssel. Aber. Ich. Ich kann ihn nicht nehmen. Kann mich nicht bewegen. Ich muss doch da rein! Ich muss! Aber wieso? Hey, bleibt hier, nicht da rein!!! Nein, das gehört euch nicht. HEY!! NEIN!

Um ihn herum brennen die Kohlenpfannen. Das Feuer zuckt und scheint ihn zu verhöhnen. Denn gefangen zwischen den Bannen ist er unfähig sich zu bewegen. Seine Hände zucken nach dem Schlüssel ausgestreckt im Rhythmus des Feuers. Seine eigene Esse glüht scharlachrot auf. Die Gefühle in seinem Inneren kämpfen gegen einander. Seine Gier und sein Zwergenstolz kämpfen mit dem unerklärlichen Wunsch es geschehen zu lassen. Der innere Konflikt lässt ihn auf den Stufen zum Heiligtum erstarren. Nur eines ist gewiss. Er ist wütend. Sehr wütend!

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Grombaschs Gedanken

 

Unglaublich

— als Grombasch —

Als Delia abgehoben ist, lässt sich Grombasch zu Boden plumpsen. Er holt sein Bierfass hervor und prüft dessen Inhalt. Enttäuscht zieht er eine Grimasse.

Verwirrend, diese Ereignisse. Da kommt man ja kaum hinterher! *grml*

Nach dem Gebet des Bruders lacht plötzlich ein Kind und der Tunnel ist wieder frei. Dann haut man einem Rattenvieh mit voller Wucht einen Hammer in den Nacken und es dreht sich um und sticht mit einem Messerchen zu!? Die Suppe! Die SUPPE! auf die ich so lange warten musste, konnte ich nicht Essen, weil sie vergiftet wurde! Dazu haust hier unten ein arroganter Magier, der von den Elementen selbst bewacht wird.? Und schlussendlich fliegt eine UNSICHTBARE Frau auf einer zusammengerollten, mit BLUTIGEM VERBANDSMATERIAL umwickelten, BASTMATTE über eine TEUFELSERZMINE, wo zahlreiche Sklaven von RATTEN AUSGEPEITSCHT werden. *kopfschüttel* Und ich dachte, ich hätte schon viel gesehen. Aber SO etwas in der tat noch nicht. Man! Ich bin ja selbst schuld, ich wollte ja unbedingt mit … Andererseits hätte ich das im Leben nicht verpassen wollen!!

Bisher ließ sich das ganze ja recht gut aushalten. War ja genug Bier da. Aber nun ist mein Fass gleich leer. Das heißt von jetzt an wird‘s ungemütlich. Dieses ganze Gequatsche ging mir schon die ganze Zeit auf die Nerven. Bei Angroschs Bart, da beißen einem die Läuse! Bei diesen speziellen menschlichen Exemplaren scheint das wohl völlig normal zu sein. Reden bis einem die Haare ausfallen. Dabei liegt auch hier wieder die Lösung klar auf der Hand! Wir gehen über die Brücke, kloppen die Viecher da runter, befreien die Sklaven aus ihren Unterkünften, formieren uns und gehen geordnet gegen das Gezücht vor! Aber naaaain, wir quasseln mal wieder wirres Zeug.

Er macht mit den Händen eine Geste der Beruhigung. Was mit dem Fass in der Hand so aussieht, als würde er das Bier schütteln wollen.

Gut, Recht haben sie, wenn wir zunächst einen Kundschafter losschicken, um die gegenüberliegende Seite zu erkunden. Wir wollen ja nicht blind dem Dämon in die Arme laufen. Warten wir also ab. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit und ich muss den Lockvogel spielen oder ein Ablenkungsmanöver starten. Jaaaa, das gibt ein Fest! Auf dich Väterchen!

Damit stürzt sich Grombasch den letzten Rest seines Bieres in den Rachen und wischt sich mit vor Vorfreude funkelnden Augen den Mund mit den Handrücken ab. Danach lehnt er sich zurück gegen die Felswand und legt die Füße auf das Fass, während er den Höhlengang ins Auge fasst.

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Grombaschs Gedanken

Die Schlacht an der Trollpforte – Ein dunkler Schatten auf der Vergangenheit

— Grombasch —

Als er so in der Mitte einer Höhle im Roten Riesen steht, seine Arme kampfbereit erhoben, bereit jedwede Bedrohung zu zerschmettern – während die Dunkelheit immer stärkere Kreise um ihn zieht, sich verdichtet und nichts als schwarze Leere zurücklässt, die selbst er mit seinen Augen nicht durchdringen kann – schweifen seine Gedanken zurück an jenem schicksalshaften Tag vor nunmehr fünf Götterläufen im Jahre 1021 n. BF.

Das schwarze Blut tropft von seinem angroschgeweihten Hammer. Eine schöne Waffe, wie er immer wieder feststellen muss. Sie funkelt in der Sonne, selbst wenn das schwarze Öl daran herunterrinnt, unfähig an dem Glanz zu haften. Echte Zwergenarbeit aus alter Zeit, handgeschmiedet in den geheimen Hochöfen des Amboss – seiner Heimat. Weit scheint sie entfernt und doch verteidigt er sie. Hier auf den verheerten Feldern eines gebeutelten Darpatiens. Seine Einheit rückt den Horden aus den schwarzen Landen an seiner Südflanke nahe der Trollpforte zu Leibe, wo sich einzelne Verbände der widerwärtigsten Kreaturen aus dem Marsch lösen, um die umliegenden Gehöfte zu plündern. Wieder und wieder fährt der Hammer seines Heerführers auf die Kreaturen nieder. Zersplitterte Schädel, zerrissene Rüstungen, nichts kann seiner unendlichen Wut wiederstehen.

Gerade eben noch nahm er den kostbaren Hammer aus den erschlafften Händen seines Anführers. Jener reichte ihn, am Boden liegend und mit glasigen Augen, an den nächstbesten Angroschim weiter, ehe sein Lebenslicht erlischt, in der Hoffnung, dass dieser sein Werk fortführen möge. Grombasch war der erste. Grombasch war zur Stelle als er fiel. – Väterchen möge ihn in seinen hohen Hallen willkommen heißen. Er starb für sein Werk. So wie es sein soll. – Der Sohn Dramoschs erhob sich grimmig. Den Hammer hoch erhoben schrie er seine Wut in die flache Ebene hinaus, ehe er mit brutaler Gewalt inmitten der feindlichen Horde wie von Sinnen um sich schlug.

Er wütete noch als ihre Feinde bereits geschlagen waren. Seine Kameraden wichen vor ihm zurück. Kaum kam er ein wenig zur Ruhe, erblickten seine getrüben Augen in der Ferne eine weitere kleine Gruppe Gegner. Kurzerhand spurtete er los, um sie zu stellen. Die Rufe seiner Gefährten drangen nicht in sein Gehirn vor. Er merkte auch nicht, wie sie fluchend hinter ihm her spurteten. Er rasselte in die Gruppe feindlicher Söldner hinein und erschlug sie alle. Seine Mitstreiter jedoch wurden abgefangen und umzingelt. Sie konnten sich nur mühevoll gegen eine Übermacht verteidigen.

Als seine überraschten Feinde tot am Boden lagen und er sich schwer atmend umschaut, sieht er das Grauenhafte: Seine Brüder. Umzingelt vom Feind. Weit von ihrer Stellung entfernt. Seine Augen weiteten sich vor Angst. Seine Brüder. Er kannte jeden von ihnen. Hatte mit jeden einzelnen auf ihren gemeinsamen Vater gesoffen.

Hastig blickte er sich um. Weiter vorne entdeckte er eine Gruppe darpatischer Kämpfer. Er rannte auf sie zu und schrie sich die Seele aus dem Leib. Seinen Fingerzeig in Richtung seiner Gefährten folgend, setzte sich die Gruppe in Bewegung. Grombasch machte kehrt und stürmte brüllend auf das Gefecht zu. Mit der Urgewalt eines Schmiedehammers prallte der Ambosszwerg in die Reihen der Gegner. Noch nie hat er so heftig und verbissen gekämpft. Er machte sich nicht die Mühe seine Gegner endgültig zu erschlagen. Er wollte nur eine Breche reißen, um zu seinen Brüdern zu gelangen. Hinter ihm rückten die menschlichen Verbündeten heran. Gemeinsam schlugen sie die Front nieder.

Als der Staub sich legte fiel Grombasch auf alle viere. Der Hammer lag neben ihm im Dreck. „Es tut mir so leid.“ stammelte er. „So leid.“ Und zum ersten und vorerst letzten Mal gab er sich seinen Tränen hin, als ihm gewahr wurde, dass nicht jeder seiner Brüder überlebt hatte. Der Hammer wurde von einem kräftigen Arm aufgehoben. Eine Hand legte sich kurz auf seine Schulter. Als die Berührung endete, blickte er auf und sah, dass sein Trupp wieder an seiner ursprünglichen Position Stellung bezog. Grombasch blieb zurück und schaute seinen Leuten nach.

Die Kämpfe um sie herum waren zum Erliegen gekommen. Ein junger Knappe trat zu ihm heran. Er hatte die Situation sofort erfasst. Und als Grombasch sich erhob, jedoch keine Anstalten machte, seinen Kameraden zu folgen, schlug er ihm vor, er solle, wenn er es denn wünsche auf das Lehen seiner Familie kommen. Es gäbe dort einen Platz für ihn.

Als die Kämpfe endlich ein Ende fanden, wandte er sich gen Rahja. Auf Hochstieg bekam er eine einfache Anstellung beim Militär der Burg und fristete sein weiteres Dasein im Exil. Der Junker hatte unterdessen seine eigenen Sorgen und kümmerte sich wenig um den gefallenen Angroschim. Dennoch war er ihm dankbar, dass er half seine Brüder zu retten und ihm eine zweite Chance, ein zweites Leben gab. Und vielleicht, vielleicht heilt die Zeit tatsächlich alle Wunden und er wird eines Tages endlich wieder in den Amboss zurückkehren, vielleicht.