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Größenwahn

— als Grombasch —

Die Pläne sind geschmiedet. Die Helden warten auf ihren Einsatz. Vor allem wartet der Zwergensöldner Grombasch darauf endlich loslegen zu dürfen. Er hat sich entgegen seiner Bedenken, nun doch den geweihten Hammer des alten Zwergenkönigs geborgt, auf dass er ruhmreich, an seine alten Tage erinnernd, sein Reich verteidigen möge.

*grml* Wann geht es denn endlich los? Nur deswegen bin ich hier! Und nun können sie sich nicht einmal untereinander verständigen. Hach, es ist zum Verrücktwerden! Wozu haben sie die Magie? Ich weiß schon genau wie ich das machen möchte.

Der sachte einsetzende Regen macht den Ratten sichtlich schwer zu schaffen. Sie winden sich unter dem tropfenden Nass. Auf das Zeichen Thornias prescht er los, das Horn an den Lippen, lässt er einen schaurigen Ton erklingen, der die gesamte Halle förmlich vibrieren lässt.

„AUF IHR MENSCHEN, ZU DEN WAFFEN!! ICH BIN GROMBASCH SOHN DES DRAMOSCH, KÖNIG UNTER DEM BERG!!!! EURE RETTUNG IST NAH!!! ZU DEN WAFFEN!!!“

Erneut setzt er das Horn an die Lippen und bläst zum Angriff. In die Massen unten kommt Bewegung. Die Sklaven beginnen, sich gegen ihre Peiniger aufzulehnen.

Grombasch stürmt über die Brücke. Noch ehe die vier Ratten realisieren können, was hier vor sich geht, hat er bereits einer von ihnen den Königshammer mit voller Wucht in den Magen gedroschen. Sämtliche Luft weicht aus dem widernatürlichen Körper, als dieser sich schmerzverzerrt nach vorne krümmt. Er hält sich nicht lange auf, dreht sich einmal um die eigene Achse und drischt den Hammer dem nächsten Biest in die Seite. Grimmig richtet sich sein Blick auf die beiden Armbrustschützen. Zischend fliegen die Bolzen heran. Mit einem *pling* prallen sie an seiner muskelbepackten Brust ab. Lachend stürzt er auf sie zu. Panisch versuchen sie noch ihre Messer zu ziehen. Doch der König kennt kein Erbarmen und zerschmettert auch diese beiden Viecher mit je einem Schlag.

Grombasch richtet sich auf und blickt in die Runde. Die Ratten stürmen zur Brücke herauf, während die Sklaven sich am Ausgang sammeln, ehrfürchtig zu ihm hoch schauen und sich zu formieren beginnen. Als eine vereinte Front marschieren sie nun auf den Aufgang zur Brücke zu, um den Feind in die Zange zu nehmen.

Freudig erwartet der Zwerg das unheilige Gezücht und kommt ihnen sogar entgegen! Wild und kraftvoll um sich schlagend prügelt er sich den Pfad herunter, dass die Ratten nur so auseinander stoben und im freien Fall quietschend ihr endgültiges Ende finden.

Der unkoordinierte Haufen Nagetiere wird zwischen den zwei Armeen zermalmt.

—–

„Grombasch?“ Mit einem Blick, deutet Thornia ihn, zu beginnen.

Gerade als er sich aufraffen möchte, ruft sie: „AAAAAANGRIIIIIIIFF!!“ und stürmt mit ihrer Eisenwalder voran. Gehetzt rennt er an ihr vorbei, um zur Frontlinie zu gelangen. Noch kurz kann er einmal ins Horn Blasen, als er auch schon den Schild zum Schutz erheben muss. Mit Glück wehrt er die ersten zwei Bolzen ab. Kurz bevor er bei der ersten Ratte ankommt, um ihr im vollen Lauf den Hammer zu verabreichen, wirft er den Schild weg. Wuchtig führt er den Hieb, doch das Mistvieh, springt ihm einfach aus dem Weg. Unbeirrt, den ersten Schlag für die Moral setzen zu müssen, rennt er weiter und rammt den Hammer dem ersten Armbrustschützen so kraftvoll vor die Brust, dass er zu Boden geschmettert wird. Der Passierschlag des zweiten Säbelschwingers prallt an seiner Rüstung ab. Grombasch ist in seinem Element. Fast hat er den verpatzten glorreichen Auftritt vergessen. Fast vergisst er auch die Tatsache, dass Jane nun an seiner statt versucht die Truppen zu mobilisieren, als er inmitten einer eleganten Drehung dem herbeispringenden Rattenwesen, nicht nur das Gesicht zerschmettert und das Genick bricht, sondern es noch gleich von der Brücke nach unten in den Tumult stößt.

Thornia hat unterdessen den anderen Säbelkämpfer, der ihm erbittert Widerstand geleistet hat, mit einem schlafgiftgetränkten Bolzen ruhig gestellt. Grombasch sieht ihn vor sich nur noch zu Boden gleiten. Herausfordernd wendet er sich dem verbliebenden Schützen zu, als ihn ein Bolzen ins Bein trifft. Noch ehe er zum Schlag ausholen kann, sackt auch diese Ratte getroffen zu Boden.

Die kurze Kampfpause, nutzt Grombasch, um gewahr zu werden, dass er entgegen seiner Annahme, doch hier und da etwas abbekommen hat. Innerlich fluchend wendet er sich Fräulein Pedderson zu:

„Verzeihung, Madam, haben sie nicht doch noch so ein Tränklein für mich übrig?“

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Grombaschs Gedanken

 

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