— als Grombasch —
„HARHAR, eine Schlacht! Ich werde euch zeigen, was es heißt, die Heimat der Zwerge zu beschmutzen! Und nach euch, knöpfe ich mir den Feuerdämon höchstpersönlich vor! Büßen soll er!! FÜR ANGROSCH UND SEINE SÖHNE!!!!!“
Eben noch betrunken, befeuert der Schnaps jetzt seine innere Esse lediglich noch mehr an. Glühend und brüllend bahnt er sich einen Weg zur Frontlinie.
„Spart euch eure Abschiedsworte Weibelin. Wenn dies hier vorbei ist, heben wir zusammen einen!!“
Mit diesen Worten, dreht der Angroschim noch einmal den Königshammer in den Händen. Bereit ihn der nächstbesten Ratte in die Fratze zu dreschen. In ihm schwillt eine unbändige Kampfeslust. Für all das Leid, dass seinem Volk und den hiesigen Menschen widerfahren ist, steht er hier – endlich – in Reih und Glied mit den letzten Verteidigern dieser Bastion, um dem Feind zu trotzen. Heerführerin Jane Pedderson hält eine bewegende Ansprache, die Mut und Zuversicht in die eigenen Reihen pumpt und sie anspornt standzuhalten.
Wie eine Urgewalt bricht die Welle der Dämonenratten über das zusammengewürfelte Heer herein. Grombasch nimmt kaum mehr wahr, als die zwei Ratten vor ihm, die sich seine Schläge teilen dürfen. Kraftvoll teilt er nach vorne aus. Unseeliges schleimiges Blut spritzt in alle Richtungen, als er mit jedem Treffer Gliedmaßen aufs Groteske zerschmettert. Doch mehr und mehr Ratten stürmen heran und füllen die Lücken der gefallenen Angreifer rasch auf. Bolzen fliegen in beide Richtungen und richten verheerenden Schaden an.
Die Linie der Verteidiger gleicht nach kurzer Zeit eher einer s-förmigen Welle. Tapfer hält der Sohn des Dramosch seine Position an vorderster Front. Nur am Rande bemerkt er, wie sich – zu weit entfernt von ihm – die Thorwaler und der Schattenkrieger Janes an dem ersten Golem zu schaffen machen. Eine der Ratten gelingt es indessen gackernd, ihr Messer in seine Schulter zwischen die Teile seiner Kettenrüstung zu schieben. Schmerz betäubt für einen Augenblick seine Sinne, als die Ratte vor ihm auch schon von einem Schwert zu seiner Linken von ihm runtergeschlagen wird. Reflexartig pariert er den heransausenden Hieb der zweiten Ratte mit dem Hammer so kräftig, dass es ihr den Waffenarm bricht. In dieser kurzen Atempause, zieht er sich das Messer aus der hässlichen Wunde und packt anschließend die halb ohnmächtige Ratte am Halsfell, um sie sich vor sich als Bolzenschutz zu halten.
Unvermittelt steht plötzlich aufstampfend das stählerne Bein eines Golems da, wo eben noch eine herangehuschte Ratte Geifer spuckte. Geistesgegenwärtig und weil es schon einmal funktioniert hat, spurtet der Zwerg zwischen die Beine des Kolosses hindurch, um auf dessen Rückseite zu gelangen. Ein einfacher Hieb im Vorbeigehen mit dem Angroschgeweihten Königshammer in die riesige Kniekehle richtet mehr Schaden an, als der Angroschim es für möglich gehalten hätte: Metallplätzchen splittern funkensprühend in alle Richtungen. Zu gern, hätte er seine gesamte Aufmerksamkeit auf den ebenbürtigen Gegner gerichtet, doch das unzählige Rattengezücht vor ihm greift ihn unvermittelt an. Ohne seine Rüstung wäre er inzwischen komplett zerfetzt worden. Mühsam erwehrt er sich der Schläge als eine riesige Faust an ihm vorbeidonnert und ihn gegen das stählerne Bein presst. Zum Glück lassen die Ratten von ihm ab und bringen sich selbst in Sicherheit. Ein weiterer Hieb, diesmal von der anderen Seite, verfehlt ihn jedoch glücklich. Eine einzelne Ratte bezahlt daraufhin den Versuch ihn anzugreifen, mit ihrem unheiligen Leben. Doch die Ablenkung reicht dem Golem aus, um sich hinter seinen kleinen Widersacher in Position zu bringen. Mit zusammengefalteten Fäusten donnert der Teufelseisenkoloss einen mächtigen Hammerschlag auf den erschrockenen Angroschim nieder. Er kann den Schlag gerade eben noch sehen, jedoch nicht mehr ausweichen. In einer heroischen Verzweiflungstat führt er einen wuchtigen Schlag nach oben gegen die Doppelfaust. Es kracht gewaltig als uralter geweihter Zwergenstahl auf unheiliges Teufelseisen mit der Wucht zweier Dampframmen trifft. Teile der Fäuste splittern in alle Richtungen. Der Königshammer wird nach unten geschlagen und die Reste der Armstümpfe rammen den Zwerg ungespritzt in den Boden. Benommen und taumelnd drückt Grombasch einer herannahenden Ratte ihren erschlagenen Kameraden ins Gesicht und schlägt ihr noch die Beine weg, ehe er wieder unter dem Golem wegtaucht, der erneut zum Schlag ausholt.
Inzwischen hat der derzeitige Hochwürden Traviaholt von Spichbrecher aus den Resten einer Suppe einen Schutzsegen in Form einer Linie gezogen, an der die Ratten nicht vorbeikommen. Quietschend und schreiend versuchen sie der nach hinten gerückten Armee nachzusetzen. Die schwer angeschlagenen Verteidiger schöpfen daraus neuen Mut und neue Kraft. Triumphierend schlagen sie nach den Gliedmaßen der Rattendämonoiden, die verzweifelt gegen die Barriere anrennen.
Über allem, an der Decke des Tunnels, fließt ein erstarkender Strom flüssigen Feuers,welches sengende Hitze ausstrahlt.
Als Grombasch hinter dem Golem wieder auftaucht, sieht er sich drei Reihen von Ratten gegenüber, die vergeblich versuchen der Verteidiger hinter einer unsichtbaren Linie habhaft zu werden. Über ihm strömt noch immer die Lava mit der Intensität der Praoisscheibe an der Höhlendecke entlang, während hinter ihm der Golem weit ausholt. Kurzzeitig wankt der Zwerg, schwer angeschlagen, allein inmitten der Feinde. Doch er gibt sich einen Ruck, packt den treuen Hammer noch einmal fester und stürmt voran, den Verteidigern entgegen. Seine Rüstung schützt ihn erneut vor den vielen schnellen Einstichen der Angreifer. Mit einem Sprung rettet er sich hinter die freundliche Linie und plumpst dort ermattet zu Boden.
Traviaholt reicht ihm eine Einbeere, die ihm kurzzeitig neue Kraft verleiht. Schon will er sich wieder in die Schlacht stürzen, als der stetige Feuerstrom nach einem kurzen Intensitätsschub nun doch versiegt. Ein Rumpeln geht durch den gesamten Berg. Die Ratten beginnen sich quietschend aufzulösen. Sämtliches unheiliges Leben weicht aus den nunmehr starren Golemkonstrukten.
Es dauert eine kurze Zeit, ehe der Jubel sich unter den Menschen Bahn bricht und letztlich unendlicher Freude weicht. Sieg. … SIIIEG!
Erschöpft lässt sich der Sohn des Dramosch von zwei Mitstreitern zum Lazarett geleiten.
„Das war ein Fest. HAHAHA. Die nächste Runde geht auf mich! Ich habe da noch was ganz Feines!“
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Grombaschs Erinnerungen