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Gewonnen

Firun sei Gedankt! Ich habe gesiegt.

Und ich meine nicht den Sieg in diesem Turnier. Dieser kam für mich völlig überraschend. Ich hoffte lediglich, mich bestmöglich zu schlagen. Doch entweder waren die Gegner in dieser Zweikampfsituation weniger gut, als echte Kämpfer, die um ihr Leben streiten. Oder wir sind inzwischen sehr bewandert. Lang ist es her – so scheint mir – dass ich vor 4 Götterläufen von Aranien aufbrach. Viel ist seither geschehen. Sehr viel.

Einer meiner entscheidenden Vorteile war die Länge meiner Waffe. Damit konnte ich mir jeden meiner Gegner auf Abstand halten, sodass ich kaum Gefahr lief getroffen zu werden. So sehr sich meine Gegner auch bemühten. Diese Technik habe ich lange geübt. Doch sie hilft mir wenig, wenn es gegen eine gleichlange Waffe geht. Jane hatte als Gegner eine Ritterin mit einem Anderthalbhänder. Dieser Kampf wäre gegen mich ebenso interessant geworden, wie für Jane. Letztlich ging sie siegreich daraus hervor.

Nein. Wirklich erleichtert, bin ich über den Sieg gegen Jane. Ich musste einfach gewinnen. Es durfte nicht sein, dass eine Gelehrte mich im Kampf mit meiner bevorzugten Waffe schlägt. Glück und Pech hin oder her.

Ja, Jane beherrscht ihre Waffe meisterlich. Sie ist nicht umsonst in das Finale eingezogen. Doch ihr fehlt die Kampferfahrung. Ihre Beinarbeit ist noch zu verbessern. Aber muss sie überhaupt perfekt kämpfen können? Janes überragende Fähigkeiten zeigen sich auf einem ganz anderen sehr weiten Feld. Ich verstehe, dass sie in der Lage sein möchte sich zu verteidigen, wenn es darauf ankommt. Aber mich ehrlich im Kampf schlagen? Nein. Das durfte nicht sein. Ich hätte mein Gesicht verloren. Ich hätte meine Mitstreiter verlassen und ich hätte anderswo noch härter trainieren müssen, um ihrer würdig zu sein.

Ich bin glücklich, dass es nicht dazu gekommen ist. Ich hoffe, Jane nimmt es mir nicht übel, dass ich so erleichtert bin. Rasch kann Freude mit Schadensfreude verwechselt werden. Doch mit ihr über meine Gefühle sprechen, kommt nicht infrage.

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Azinas Gedanken

WOW

Wir begegneten einem Göttlichen Wesen. Der Herold, ein Waldmensch aus dem Süden, erzählte eine Geschichte über einen Greif, der die Menschen auf Sumus Leib begleitete, aber noch nicht zurückkehren durfte, da seine Buße noch nicht vollendet war. Nehazet bat mich, wohl einer Eingebung folgend, einen zweiten Blick auf ihn zu werfen. Und wahrhaftig! Vor den versammelten Augen der Turneiteilnehmer wandelt ein göttlich strahlendes Wesen und erzählt uns eine Geschichte. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um seine eigene Geschichte.

Die Menschen hängen andächtig an seinen Lippen und lauschen seinen Worten. Während mein Blick allein auf seiner weiß schimmernden Aura liegt. Mir kommen fast die Tränen, so schön und so rein ist sie. Dergleichen habe ich in dieser Menge noch nie zuvor gesehen. Unsere Amulette und Gegenstände leuchten, ja. Und geweihte Tempel schimmern ebenfalls weiß. Aber das hier? Das ist hier, ist wahrhaftig der göttliche Geist.

…..

Kam schon der Sieg Sieghelms über den Schwarzen Ritter in der Tjoste und somit der Sieg in dieser Disziplin überraschend, verblüffte mich Jane vollends. Offenbar hat sie im vergangenen Jahr unheimlich viel trainiert. Mit Leichtigkeit besiegte sie ihren verdutzten Gegner. Ja, deklassierte ihn geradezu. Ich bin beeindruckt!

Jetzt stellt sich die Frage eher, ob ich es mit ihr aufnehmen kann und nicht umgekehrt. Hoffentlich treffen wir erst im Finale aufeinander. Alles andere wäre doch schade.

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Azinas Gedanken

Schweigen

Mag dich einer verstehen Sieghelm.

Du richtest Tornado, der sich auf den Vortex einließ und als erster Anker fiel. Möglicherweise traft ihm nur wenig Schuld. Wir wissen es nicht. Es war dir egal. Du verwehrtest ihm ein Gericht. Weder weltlich noch göttlich. Er starb lediglich durch dein Wort und deine Hand.

Aber dem Schwarzen Ritter verzeihst du seine Vergehen? Hat auch er sich nicht mit finsteren Mächten eingelassen? Wie viele Menschen fielen ihm und seiner Schar zum Opfer? Wo bleibt da die Sühne?

Doch ich Schweige. Im Gegensatz zu den anderen, die die Reaktionen der Würdenträger ins Feld führen, wenn du dich mit dem Feind bandelst. Gehe deinen eigenen Weg, Sieghelm. Der Weg der Gnade ist schmaler aber doch größer als der des Todes. Ich weiß das.

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Azinas Gedanken

Es geht wieder los

Es geht wieder los. War ja zu erwarten, nach einem ganzen Götterlauf Ruhe. Doch dass sich die Ereignisse dann doch so rasch überschlagen würden, konnte niemand ahnen. Erst treffen wir auf den neuen erwählten Borons und dann treibt der gefallene Anker Borons sein Unwesen direkt vor unseren Augen und in der Stadt des Raben von Punin.

Doch so ganz verstehe ich das Treiben Matrals, oder wie er auch immer heißt, nicht. Gut, es ist von Gerüchten über seine Anwesenheit gesprochen worden, aber ich bin geneigt deren Wahrheitsgehalt zu glauben. Er war hier. Aber warum war er hier? Was hat er bezweckt?

Erst lässt er einige Al’anfaner immens verdichtete Vortexmagie in einen derischen Handschuh binden. Danach tötet er die Beschwörer mit sauberen Stichen und Schnitten. Dann flieht er unbemerkt und lässt den Handschuh zurück.  Als ich das erste Mal am Haus war, war es bereits leer. Ich vermute, dass der Lebensfunkte, den ich sah, von einem Sterbenden kam, wo der Stich doch nicht ganz so sauber war. Matral war also bereits weg.

Aber sollte es wirklich Matral gewesen sein? Welchen Grund hätte er, die so mühsam wie stümperhaft, wie Nehazet meint, herbeigerufene Vortexmagie einfach zurück zu lassen? Warum hat er seinen vermeintlichen Vortexgegenstand nicht mitgenommen? Beschlichen ihn Zweifel ob seines Tuns? War er ein Fehlschlag? Oder ist das eine Falle? Niemand sollte ihn anziehen! Auch nicht zur Untersuchung.

Mich beschleichen ein wenig Zweifel, ob Nehazet die Situation in der Akademie unter Kontrolle hat. Nicht, dass ich ihm zutraue, den Handschuh in seiner Wissbegier zu berühren  und sich somit dem Vortex auszuliefern. Aber, wenn er ihn tatsächlich mit den Magiern der Akademie gemeinsam untersuchen möchte, birgt das Gefahren unbekannten Ausmaßes. So groß sein Vertrauen in die vernunftbegabten Absolventen der Akademie auch ist, so ist allein der Zugang so solch schrecklicher Kraft gefährlich für den unbedarften Narr, der sich möglicherweise ihn ihrer Mitte befindet.

Gern hätte ich Nehazet begleitet und den Verbleib des Artefakts persönlich überwacht. Aber der Magus war ja so schnell weg, dass ich ihm meine Bedenken nicht mehr mitteilen konnte.

Am Ende, wenn alle wissenschaftlichen Untersuchungen und Versuche beendet sind, stelle ich mich höchst persönlich für einen letzten Test zur Verfügung. Mein Speer wird den Handschuh aufspießen wie den Leib einer Beute. Nur, dass die möglicherweise freigesetzte Energie Rückstöße geben könnte. Ich sollte mich wappnen.

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Azinas Gedanken

Geschehnisse um Azina nach dem Abenteuer Schicksalspfade

Die Azinas trainierten wie sie es Garnan versprochen hatten. Auch dieser war überrascht, dass es plötzlich zwei von Ihnen gab und beschloss das Beste daraus zu machen. Er ließ sie gegeneinander trainieren. Und da keine von ihnen die Andere je überwinden wird, spornte es sie zu zusätzlichen Höchstleistungen an. Gro’jesh war ein hervorragendes Jagdwild. Wer ihn zuerst fing, durfte die Nacht mit ihm verbringen.

Doch schon bald fiel dem alten Mann auf, dass es um die Gesundheit seiner Schülerinnen nicht sonderlich gut bestellt ist. Er untersuchte sie fachkundig und stellte sehr zur Überraschung der Azinas fest, dass sie beide schwanger waren! Für einen Augenblick schauten sie sich verdutzt an und fielen sich dann in die Arme. Der Tod von Shakriin Boran berührte sie noch immer tief. Doch die Aussicht auf zwei neue Leben half ihnen den Schmerz zu überwinden anstatt ihn mit verbissenen Training auszublenden.

Obwohl sie bereits etwas kürzertraten, merkten sie bald, dass Überanstrengungen ihren Tribut forderten. Garnan zwang sie mit dem harten Training aufzuhören und sich stattdessen Gedanken, um die Zukunft zu machen. Wie wollen sie die Kinder großziehen? Wo sollen sie aufwachsen? Wie wird der Kampf gegen den Vortex weiterverlaufen?

Erdrückt von diesen gewichtigen Fragen, begannen die Abende der intensiven Gespräche und Gedanken. Schließlich besannen sie sich auf ihre Wurzeln, an die sie Shakriin Boran erinnerte und es entstand folgender Plan, den sie auch in die Tat umsetzten:

Zunächst gingen sie nach Aranien zurück zu ihrer Familie, um dort die Kinder zu gebären und ihre Mutter Belima um Rat in diesen Dingen zu fragen. Sie verabschiedeten sich von Garnan und versprachen wiederzukehren und zu berichten, was sich zugetragen hat.

In Aranien angekommen begannen sie, nach einigen intensiven Gesprächen, das Gut ihrer Eltern auf die Eingliederung in den Orden vorzubereiten. Denn bei allen Überlegungen über die drei Kapitel des Ordens blieb die Versorgung bisher außen vor und siedelt sich womöglich außerhalb jener an. Ein intensiver offizieller Briefkontakt regelte die Angelegenheiten ordnungsgemäß. Der Orden beteiligte sich an der Finanzierung des Kaufes weiterer Ländereien um Baburin, während die Erträge in Form von barer Münze oder Wagen voller Ernten der Ordenskasse zugeführt werden. Ein weiteres Mal ist Aranien nun aufgrund seines günstigen Klimas die Kornkammer eines Verbundes. Es gelingt Azina auch Rafid ibn Achmad und seine neue Frau Alhina saba Halima, ehemalige Rashulalehrerin von Delia davon zu überzeugen, seinen Hof ebenfalls dem Orden zu widmen und selbst offizielle Posten zu übernehmen. Durch Alhina und Rafid bestehen nun Verbindungen bis nach Khunchum. Unter anderem zu der Familie von Kalkaribs Onkel. Denn obwohl Alhinas Wahl, in Aranien bei ihrem Liebsten zu bleiben, nur widerwillig akzeptiert wurde, gelingt es ihr im Laufe der Zeit die Wogen zu glätten und den Weg frei zu machen für eine mögliche künftige Expansion des Ordens nach Khunchum. Delias gutes Betragen und die Schenkung eines Erben in El’Trutz trugen ihr Übriges dazu bei.

Auch die einflussreiche Familie Sarjabaran mit ihrem Oberhaupt Feruja konnte nach langen und harten Verhandlungen davon überzeugt werden, zumindest ein Bündnis mit dem Orden einzugehen. Auch hier halfen die Tatsachen, dass es nun zwei Azinas gab und die Senne Süd bereits ihre Unterstützung zugesagt hatte, den Ernst der Lage zu erkennen. Da ihr Sohn Muhalla noch immer „verschollen“ ist und die Azinas schwanger waren, gibt sie ihre Ansprüche gegenüber Azina auf. Verstohlen bittet Feruja sie Muhalla darüber zu unterrichten, damit er wieder nach Hause kommt. Die lange Zeit der Lossagung zerrte offenbar an ihren Nerven. Sie ist älter geworden. Azina versprach ihr Möglichstes.

Das Schicksal der Azinas selbst ist ihre schwerwiegendste Entscheidung. Hin und hergerissen zwischen ihren Verpflichtungen gegenüber den Göttern, dem Orden und ihren Kindern beschließen sie, sich aufzuteilen und so allen gleichzeitig zu dienen. Eine Azina bleibt mit den Kindern in Aranien, zieht diese auf und verwaltet und bewirtschaftet, unterstützt von ihren Gefolgsleuten, die Ländereien des Ordens. Die andere Azina schließt sich mit Gro’jesh dem Kapitel des Ordens an, der es ihr ermöglicht, durch Aventurien zu ziehen. Dabei werden sie Dämonen und Vortexwesen jagen und vernichten, andere Erwählte finden und ihnen helfen auf den rechten Pfad zu gelangen sowie weitere Heldentaten im Dienste der Götter verrichten. Sodass sie ihrem Titel Botin Firuns gerecht wird. Einigen bringt sie Tod und Läuterung, Anderen reicht sie eine helfende Hand. Allen gemeinsam hilft sie ihre Schicksale zu finden.

Über ihr eigenes Schicksal, welche von ihnen beiden wo und wie dienen sollte, entschied letztlich das Los.

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Geschehnisse zw. dem Abenteuer Schicksalspfade und dem ersten Teil vom Jahr des Feuers

Jo’lach tränkt die Erde

Als die Azinas von den Überfällen der Trollzacker auf den Traviaschrein und von den Wundern von Rondra und Travia erfahren. Weiß sie, dass Shakriin Boran tot ist. Er hätte das niemals zugelassen. Sie schwören blutige Rache.

Geradewegs marschieren sie in das Gebiet der Trollzacker um mit Waffengewalt Frieden zu schaffen. Anders kennen es die Trollzacker offenbar nicht. Gro’jesh lassen sie in der Hütte des Einsiedlers zurück.

Sie gelangen in das Dorf der Mach’natûl. Die Wachen lassen sie erschrocken passieren. Zu tief stecken die Schrecken der Niederlagen bei den Kämpfen am Schrein. Außerdem kennen und fürchten sie Azina. Dass es gleich zwei von ihr gibt überrumpelt sie vollends.

„Wo ist Shakriin Boran? Ich habe mit dem Stamm der Mach’natûl eine Vereinbarung über das Tal getroffen. Was wagt ihr, es anzugreifen?“ Brüllt sie mitten im Dorf stehend in die Runde.

„Boran ist tot.“ Bellt ein über zwei Schritt großer Trollzacker zu ihnen hinüber, während er sich einen Weg durch die Menge bahnt. „Er war ein Schwächling! Ich, Jo’lach, führe nun den stolzen Stamm der Mach’natûl. Ich führe ihn zu neuer Ehre und Stärke.“ Er wirft sich die Faust vor die Brust.

„Dann bist du es, der bluten wird, um den Frieden wiederherzustellen. Das Land wird dein Schama trinken und die Mach’natûl halten sich auf ewig an die Vereinbarung!“

„Angriff stolze Krieger! Tötet sie!“ befiehlt Jo’lach seinen Männern. Doch niemand reagiert. Sie eingeschüchtert. Gute Krieger sind jüngst gestorben. Normalerweise ist ein Tot im Kampf ehrenvoll. Aber die Moral ist gebrochen. Die sinnlosen Angriffe haben ihre Reihen empfindlich dezimiert. Weitere Verluste gegen zwei tödliche Geister bedroht ihre Existenz. Wer soll Jagen und das Dorf beschützen, wenn alle Krieger tot sind?

Jo’lach knurrt nur verdrossen und greift an. Eine Azina zieht sich zurück während die andere gegen ihn kämpft. Es ist ein ungleicher Kampf. Die Botinnen Firuns haben gut trainiert und sind voller Wut über den Verlust des Mannes ihrer Wahl. Rasch hat sie den riesigen Krieger überwunden und das Land mit seinem Blut getränkt.

„Wenn jemals wieder ein Angriff auf das Tal erfolgt, kommen wir wieder und opfern erneut dem Land!“ Damit wenden sie sich um und gehen gemessenen Schrittes aus dem Dorf.

Auf bald Mach’natûl. Da habt ihr ihn, euren Geist.

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Azinas Gedanken

Sinnliche Nächte

Von Nebel umwabert steigt seine große Gestalt dem Hügel empor. Sein Kopfschmuck zeichnet sich deutlich von seinem Körper ab. Denn im fahlen Licht des Mondes glänzt die hölzerne Maske silbern, während der Rest das Licht zu verschlingen scheint und ihn matt grau färbt. Ein grauer Schatten festen Schrittes auf dem Weg zu seinem Ziel.

Oben auf dem Hügel wartet sie. Nur in einige Wolfsfelle gehüllt, die ihre Nackheit nur wenig verbergen und mehr Zierrat als nützlich sind. Sie steht da und wartet auf ihn. Ein kühler Wind spielt mit den grauen Wolfshaaren und lässt ihr eigenes langes schwarz-weißes Haar sanft wellen. Sie neigt leicht den Kopf, als sie ihn erblickt.

Endlich bist du da.

Sie wartet auf ihn. Schon seit einigen Tagen. Voller Begehren und voller mühsam unterdrückter Vorfreude blickt sie zu ihm hinab.

Als er zu ihr aufschaut, breitet sie die Arme aus und heißt ihn willkommen. Dabei geben die Wolfsfelle auch nun das letzte Geheimnis preis. Er starrt sie an und verharrt einen Augenblick. Sein Mund stößt stockend kleine Dampfwolken aus.

So schön und so kalt.

Die letzten Schritte rennt er hinauf und zieht sie in eine innige Umarmung. Sofort drückt er sie auf ihre Felle zu Boden und beginnt ihren Körper mit seinen groben Händen zu erkunden.

Sie streckt die Arme nach oben aus, legt den Kopf in den Nacken und wölbt ihm ihren Körper entgegen. Sie genießt das intensive Gefühl, das er auf ihrer Haut hinterlässt und schließt leise stöhnend die Augen. Plötzlich spürt sie seine Hände und seinen Mund nicht mehr. Als sie überrascht aufblickt, sieht sie, wie er an seiner Hose nestelt. Lächelnd empfängt sie ihn, als er sich endlich wieder zu ihr hinunterbeugt. Ihre Beine umklammern fest seine Hüften und ihre Arme fahren unter seinen Überwurf und krallen sich in seinen nackten Rücken als er ruckartig in sie eindringt. Ein Schauer fährt ihr Rückgrat nach oben und setzt in ihrem Kopf etwas in Gang das an Intensität zunimmt, als er sich zu bewegen beginnt. Es steigert sich ins Unermessliche bis Ihr Kopf schließlich explodiert. Sie schreit ihre Lust in die Berge, wo sie schwach wiederhallen. Als auch er kurz danach aufstöhnt und auf ihr zusammensackt, streichelt sie ihm zufrieden über den Kopf.

Er grunzt und macht sich rüde von ihr los. Als er aufsteht, zieht er sich bereits seine Hose zurecht.

„Du wirst wiederkommen.“ sagt sie mit einer Gewissheit, die keinen Widerspruch duldet.

Er nickt nur, ehe er sich umdreht und den Hügel hinabsteigt.

Sie lächelt ihm hinterher.

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Azinas Gedanken

Die Keule der Seelen

Einst zog es von Lieskas Visionen begleitet, eine Kaskju namens Kelva von den Kisa-Nivayak nach Süden. Weit in den Süden in heiße Gefilde, wo die Jänak durch die Kasknuk der Zeit angeführt werden.

Doch diese dunkelhäutigen Kasknuk des Südens frevelten den Manikku. Denn wenn sie starben, ließen sie einen Teil ihrer Seele in der Tuundarar zurück und banden sie an eine verzierte Keule aus Erz. Jeder dieser Kasknuk ließ einen Teil seiner Seele zurück. So geschah es, dass viele verschiedene Seelenteile in einer einzigen Keule festsaßen. Diese Keule hatte sogar einen eigenen Willen und griff wahllos Menschen an. Ja, die Kasknuk des Südens wirkten ihre Magie mit Hilfe der toten Ahnen!

Gemeinsam mit ihren Gefährten Legendensänger Imion Sturmweber und Surtha von den Optio verhinderte Kelva, dass die Keule ein weiteres Mal weitergegeben wurde. Nun ist sie auf ewig verdammt und ist unter dem Sand vergraben, auf das sie niemals wieder jemand berührt. Und wenn doch, rührt er damit die Toten und ist dem Untergang geweiht.

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Kelvas Legenden

Das Ende der Keule der Seelen

— als Kelva von den Kisa-Nivayak —

Oh Lieska, wir haben es geschafft. Die widernatürliche Knochenkeule kann nicht weiterbenutzt werden. Zuerst haben wir versucht Nebahat zu helfen, seine Lathjutok zurückzugewinnen. War er doch unter der Erde eingesperrt und durfte das Erbe seiner Ahnen nicht antreten. Wir haben ihn befreit und ich habe ihn davon überzeugen können sich seinem Lathi zu stellen und sein Erbe zu fordern. Das hat er auch gemacht und geschafft! Ich konnte versteckt unter dem Schleier der Schlichtheit am Ritualplatz sehen, wie die Übertragung begann. Doch du Lieska sorgtest dafür, dass die Keule der Südländer ihr wahres Gesicht zeigt! Wie Hamil hinterher erzählte, befinden sich in der Keule Teile der Seelen der ihrer Ahnen. Kann man sich das vorstellen? Sie leiten nicht ihre ganze Seele ins Kekkasavu! Eine gar grausige Vorstellung etwas auf dieser Welt zurückzulassen! Durch die vielen Teile der Seelen hat die Keule einen eigenen Willen! Auferstandene Tote! Sie arbeiten mit auferstandenen Toten!! Jedenfalls konnte sie mich während des Rituals sehen und griff mich an. Dadurch wurde das Ritual unterbrochen und Aslaban starb, ohne die Keule seinem Sohn übertragen zu haben.

Recht so! Man darf keinen Teil von sich in der Tuundarar zurücklassen. Alles muss in die Nivaleiken, ins Kekkasavu! Anfangs dachte ich, unsere Keulenmagie wäre einander ähnlich. Doch das ist sie nicht! Wenn wir Nivauesä eine Keule übernehmen, entlassen wir den Teil der Seele unserer Ahnen aus der Keule und fügen erst danach unsere Eigene hinzu. Eine abscheuliche Magie wenden die Jänak des Südens hier an. Erst das mit der Zeitveränderung und nun auch noch mit gefangenen Seelen.

Wäre das hier meine Heimat, würde ich die Geister und Seelen aus der Keule befreien und dahin schicken, wo sie hingehören! Aber ich fürchte, dass das die Jänak hier nicht wollen. Auch Hamil nicht. Er sah zornig aus. Besser ist es wohl, von hier zu verschwinden und weiter zu ziehen.

Die Sanduhr in meinen Träumen symbolisierte wohl die Zeit. Die Manikku haben mich hierhergeführt, auf dass ich dem Treiben dieser Zeitkasknuk und ihrer Keule ein Ende bereite. Das habe ich getan. Auch wenn es mir nicht bewusst war. Aber das macht nichts. Wir haben dennoch großes für die Manikku geleistet. Und das in nur zwei Tagen.

Hm. Wohin soll ich mich nun wenden? Ich werde Lieskas Rat ersuchen oder einfach Sutha folgen. Sie erlebt sehr aufregende Abenteuer.

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Kelvas Abenteuer

sinnfrei

Was ist jetzt noch zu tun? Der Gruhl ist erlöst. Die Beisetzung wird sicherlich im kleinen Kreis stattfinden. Ich weiß noch nicht, wie ich Boriane befreien kann. Die Vettel Kohlhütten scheint mir nicht böse zu sein. Immerhin hat sie uns mehrfach geholfen. Nun ist es nur so, dass sie ihren Körper im Kampf gegen Turnaak’riin eingebüßt hat, um uns zu retten. Daher muss sie sich Boriane borgen, um zu existieren. Ich habe erwogen, den Geist der Hexe in mich aufzunehmen und so Boriane zu erlösen. Aber dann hat sie mir erzählt, wo sich der Geist von Boriane befindet: Sie ist offenbar in einem Gefäß, anstatt sich mit der Vettel einen Körper zu teilen, wie ich eigentlich dachte. Das macht die Entscheidung schwerer. Einerseits möchte ich ihr natürlich helfen. Sie hat dieses Schicksal nicht verdient. Andererseits möchte ich natürlich meinen Körper nicht hergeben. Hinzukommt, dass ich nicht frei über mich verfügen kann. Es ist nicht mehr mein Leben. Ich muss mich dem Vortex stellen. Und das kann ich nicht, wenn ich in einer Flasche stecke. Das heißt leider, dass ich nichts für Boriane und Vitus, den ich sehr schätze, tun kann.

Sie ballt wütend die Fäuste ob der Hilflosigkeit.

Und dann warten wir noch auf einen Abgesandten der Zwerge und auf die Reaktion von Sieghelms Vater. Das ist keine Kleinigkeit. Es geht um das Schicksal dieses Landstriches. Und mit ihm, dass seiner Bewohner. Umso schwerer wiegt der Verrat des Vogtes. Selbst, wenn er seine Aussage, „es geschehe alles zum Wohle des Landes“, selbst glaubt, unterliegt er einem großen Irrtum: Und zwar verkennt er die Gesinnung Sieghelms. Natürlich geht es auch ihm um das Wohl des Landes. Es ist gefährlich, wenn Entscheider gleicher Gesinnung etwas voreinander verbergen. Er hat das Land einer Gefahr ausgesetzt, indem er ein doppeltes Spiel spielte. Das war ein Fehler.

Unabhängig davon bezweifle ich, dass das Wohl des Landes auch das umschließt, was ich und Firun unter dem Wohl des Landes verstehen. Muschelbart hat es indirekt gesagt: Der Fluss ist wichtig. Ja und auch alles andere um uns herum ist wichtig. Die Berge, der Wald, die anderen Bewohner, die nicht von und mit Hochstieg leben. Daran denkt der Vogt mit Sicherheit nicht. Das ist sein zweiter Irrtum.

Warum Sieghelm nun ausgerechnet mich bat, mit dem Vogt über sein Vergehen zu sprechen, ist mir ein Rätsel. Aber vielleicht sieht er etwas, was ich nicht sehe. Wir werden sehen, wohin das führt. Das Ganze birgt natürlich eine gewisse Ironie. Hat der Vogt nicht erst mit Hilfe von Nehazets magischen Fähigkeiten meine Gesinnung geprüft? Würde Delia das Verhör führen, kann ich mir vorstellen, auf was für Ideen sie kommen könnte. Vielleicht hat Sieghelm genau eben das nicht im Sinne. Selbst Traviahold und Jane sollten sich dem Vogt gegenüber zu emotional verhalten. Na ja, wie gesagt: wir werden sehen.

Ich hoffe nur, dass dieses ganze unsägliche Geplänkel, wem nun was gehört, bald ein Ende findet. Wir haben Wichtigeres zu tun. Wenn Hochstieg erst als Ordensburg gilt und der Orden gegründet ist, müssen wir alles daran setzen die übrigen fünf Erwählten zu finden. Zumindest haben wir bereits zwei Namen: Handelssohn Nicolo de Castellani, Erwählter der Tsa und Matral, Auftragsmörder im Dienste Borons. Es fehlen also Phex, Praios, Ingerimm und Peraine, von denen wir überhaupt nichts wissen. Es wird Zeit das zu ändern und ihnen zu helfen am Glauben festzuhalten. Andernfalls wissen wir, was dann passieren wird. Wenn sie fallen, haben wir wieder einen schrecklichen Gegner mehr, der offenbar nur vom aktuellen Erwählten besiegt werden kann. Die Zeit arbeitet gegen uns. Wir drohen in Unterzahl zu kommen.

Wir müssen rasch handeln.

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Azinas Gedanken