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Ankunft in Ashlakand

Ankunft in Ashlakand

Charackter: Goswin Torwin aka Malzan Daske

Bei Phex, war das eine lange Überfahrt. Und ständig blubberte dieser Tamir mich mit irgendwelchen Sachen voll. Nun gut. Er hat es mir vergolten. Wie immer unfreiwillig.

Ein wenig trostlos die Gegend hier. Nichts als Lehmhütten und die Karawanserei. Das einzige Gebäude mit ein wenig Stand. Mein üblicher Rundgang ergab nichts Interessantes. Einzig die zwei gut aussehenden Frauen, die bei einer Partie rote und weiße Kamele vor sich hin schwatzen sehen … lohnenswert aus. Ich werde sie ein wenig observieren. Mein Schaden ist es nicht, sie bezahlen ja bereits … ah ja …

Huch, was ist denn nun passiert? Ein ritterlich anmutender Mittelländer erscheint plötzlich in der Karawanserei und fuchtelt mit einem Schwert herum. Junker Sieghelm, nennt er sich. Die Frau in Weiß – Jane – gesellt sich auch sogleich zu ihm und hilft ihm aus seiner Orientierungslosigkeit. Wie es sich herausstellt haben die beiden einen gemeinsamen kranken Magierfreund. Das klingt interessant. Ich hefte mich an ihre Fersen, vielleicht ergibt sich ja mal was.

Ach Mist, jetzt hat er mich gesehen. Nun muss ich gegen dieses Untier von Spinne kämpfen. Nimm dies und das und … oh oh … aua!! … OK, es ist Zeit zum … hm, DA und DA … äh ———-

Nanu? Wo bin ich? Auf einem Zimmer? In der Karawanserei? Ach ja, die Spinne. Nun, ich schätze ich bin jemanden zu Dank verpflichtet. Ich will mich erkenntlich zeigen.

So schnell kann es gehen. Jetzt bin ich der Mundschenk des von Dettenhofen und muss eine Reise organisieren. Es gibt schlimmeres. Nur der Wirt ist ein ganz abgezockter und beraubt mich und des Junkers fast aller Mittel, obwohl wir sein Dorf retten wollen. Es wird wohl Zeit für einen Auftritt im Dienste Phex, damit ich des Wirtes Phexdienste bedienen kann. In gewisser Weise ist auch er ein Dieb.

Auf geht’s, der Trupp setzt sich in Bewegung. Die Freiwilligen sehen irgendwie sehr unfreiwillig aus. Keiner von ihnen möchte in die Ruine, dabei gibt es bestimmt einige Schätze zu holen. Ah, wie es vermutete. Die Spitze der Pyramide scheint aus Gold zu sein. Jane warnte jedoch vor einem Zauber. Vermutlich werden sich die Statuen hier in Bewegung setzen, wenn ich die Spitze nehme. Gut, ich komme später wieder. Vielleicht lässt es sich mit einem Seil arbeiten, auf dass sie stoplern mögen. Ich könnte sie auch im Vorfeld zusammenbinden. Ich werde mir etwas einfallen lassen, wie ich an das Gold komme.

Igitt, diese Krabbelviecher sind ja echt gefährlich. Ihr Gift scheint eine lähmende Wirkung zu haben. Gut, dass der Junker das ganze Grab auszuräuchern beginnt, bevor wir weitergehen und uns dem Problem der tiefen Decke widmen.

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Malzans Gedanken

Der Wilde aus dem Wald

Charackter: Yako-Ha (Stammeskrieger der Waldmenschen)

– als Gastspieler in der Gruppe Andergast

Im Schutze der Nacht macht sich der Waldmensch auf, um den Ritter ohne Rüstung von den Fesseln zu befreien. Die Rotpelze scheinen irgendwie aufgeregt und abgelenkt zu sein. Yako wittert die Chance und schleicht sich, dich am Boden haltend, zum Boronsgläubigen. Mit seinem Dolch schneidet er rasch die Fesseln durch und bietet ihm jene Waffe als Schutz an und empfiehlt ihm in den Wald zu verschwinden. Er nennt ihm auch die Wachposten, die er auf seinem Weg treffen wird. Sollte er dem nicht folge Leisten, wird er sich vom ihm entfernen, da er seiner Einschätzung nach sie beide enttarnen wird.

Weitere Handlungsmöglichkeiten im Spielverlauf:

1. Wenn die Gelegenheit sich bietet wird er tiefer in das Lager vordringen und die anderen befreien versuchen. Er wird vor zivilen Goblinopfern nicht zurückschrecken. Ggf. betäubt er sie mit Blasrohr und Gift, aber nur aus nächster Nähe, da sein Wert nicht allzu hoch ist. Er wird die Gefallenen, so gut es geht, verbergen.

2. Wenn das Lager zu voll ist wird er geordneten Rückzug antreten und das Lager umkreisen, auf der Suche nach einer Gelegenheit. Auch hier ist er mit Opfern nicht zimperlich.

Falls er entdeckt wird:

1. bei einer überschaubaren Anzahl 2-3(je nach Situation) wird er kämpfen und sie niederstrecken

2. bei einer Überzahl wird er laufen, was die Beine hergeben bei GS 9 sollte das kein Problem sein. Notfalls werden die anderen zurück gelassen. Sein eigenes Leben ist ihm wichtiger.

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Abschiedsszene am Ende von Harikas Rettung:

Yako-Ha überreicht der bunten Truppe die gefundene Karte des Avesgeweihten. „Hier nehmt Karte. Sichere Reise. Ihr gute Weiße. Und du jung Jägermann. Guter Jäger greift nicht an, was bewegt. Guter Jäger greift an nach guter Auswahl.“

„Lebet wohl“ und macht auf dem Absatz kehrt.

Kurz bevor er sich in die Büsche schlägt, dreht er sich noch einmal um und sagt: „Achtet auf die Schatten in der Nacht, sie verbergen, was nicht gesehen werden will.“ Rasch verschwindet er im Dickicht des Waldes.

„Auf dem Weg zurück in die Einsamkeit spricht er zu seinem Tapa auf mohisch. Anpa-Ha, was für merkwürdige Leute. Stapfen hier durch den Wald, zerstören Grenzpfosten und dringen in Feindesgebiet ein. Mutig waren sie ja, ohne Zweifel.“

„Nein, ich werde sie nicht begleiten. Sie werden schon zurechtkommen. Außerdem ist es viel zu gefährlich. Häuser zu gefährlich. Weiße hassen mich. Greifen mich an. Hast du das schon vergessen? Nein, der Wald ist meine Heimat, wenngleich nicht dieser Wald. Nun gut, ich habe Hunger, die Weißen haben mich von der Jagt abgehalten. Ja eine gute Jagt ist es, was ich brauche.“

„Still, wir sind auf Beutezug.“

Abschied naht

Herzhaft gähnt Azina in ihren linken Handrücken. Erschöpfung beginnt sich in ihren Gliedern breit zu machen. Dennoch bleibt sie standhaft auf ihrer Position.

Ach, ich bin es überdrüssig, noch länger hier zu verweilen. Das Fest war zwar ganz amüsant – vor allem die sichtliche Überforderung von Nehazets, der sich vor „Angeboten“ kaum retten kann – aber dennoch ist es an der Zeit diesen Gestaden den Rücken zu kehren.

Zu lang lastet diese Bürde … diese Schuld … diese Schande !! … bereits auf mir. Es wird Zeit sich dem zu stellen, wovor es mir seit zwei Götterläufen graut. Dem Heimweg und der Begegnung mit all dem Spott und all der Häme, welche mir noch bevorstehen. Das Treffen mit Sefira ist zuweilen offen. Ihre Reaktion auf ihre Schmach und ihre Demütigung steht noch aus sowie die Einhaltung des Versprechens, das sie mir über den Dächern von Fasar im Angesicht des Todes gab. Wird sie sich daran halten?

Hinzu kommt, dass Tante Tulmirya mir mitteilte, dass meine Mutter Belima erkrankt ist. Vielleicht sollte ich Jane bitten mich zu begleiten, eventuell weiß sie einen Rat.

Stumm schüttelt Azina über sich selbst verärgert den Kopf.

Nein, das geht nicht. Ich muss diesen Gang allein antreten. Mich selbst meiner Schuld stellen. Außerdem werden ja wohl fähige Heiler vor Ort sein, um das Nötige zu veranlassen. Und falls nicht, werde ich jemanden beauftragen, der es tut!

Des Weiteren habe ich eine offizielle Aufgabe des hiesigen Beys zu erledigen: Ich muss Omar al’Alam einen wichtigen Brief überbringen.

Kalkarib hinter sich her führend, schlendert Delia urplötzlich in das Sichtfeld der jungen Aranierin. Verträumt blickend zeigt die Hexe dem Karawansereissohn die Schönheit des Steppendorfes im späten Sonnenuntergang. Jane ist wieder einmal in eine konstruktive Debatte mit Bey Nehazet verstrickt. Beide ringen verbal wuchtig um den besseren Ansatz, während die Dorfbewohner den 1. Nehazet ausgelassen mit Tanz und Gesang feiern und betrinken. Nur drei Lichter fallen dem aufmerksamen Betrachter auf: Das Eine ist das flammende Ende eines Magierstabes, der wild den Gesten seines Trägers folgt. Die anderen beiden sind unscheinbar wie auffällig, da sie schwächer erstrahlen undeine andere Färbung aufweisen. Das kalte eisblau des einen der Zwölfen entströmt von Azina, die reglos hinter dem neuen Potentaten steht und ihren erhabenen Blick nun wehmütig in die Ferne gen Rahja schweifen lässt…

Es schmerzt mich … doch …, sie verlassen zu müssen. Wie sie leben und sich freuen. Die Lebensfreude dieser Menschen ist unglaublich. Wir werden uns wieder sehen, meine Freunde, da bin ich sicher.

Mutter!

Halte durch, ich komme heim.

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Gedanken der Azina

Idee neuer Reiter

Ich würde das hier gern reinstellen, das könnte man mit allen Artefakten/Waffen so machen. Und zwar einen Neuen Reiter, ähnlich dem Scriptum.

Quelle: das Schicksal

Endlich

Endlich ist er mein! Ich fühle seine Kraft. ‚Sein’ eisiger Hauch durchströmt meinen Körper. Ich fühle, wie ‚er’ mich stärkt. Ich fühle ‚seine’ Präsenz. Kristallklar erstreckt sich vor mir mein Weg … ’sein‘ Weg. Ja Firun, ich folge dir! Von nun an, werde ich offen tragen, wozu ich auserwählt bin. Ich bin bereit!

Ein harter Kampf war das dort oben auf dem Staudamm. Mit ein wenig Pech, wären wir alle verloren gewesen. Danke für den göttlichen Beistand, der meine Waffenarme zum Sieg führte.

Stumm, kniet sich Azina – den Speer in aufrechter Position – nieder und murmelt ein stummes Gebet in Richtung seiner Herrlichkeit.

Ich muss noch viel stärker werden! So ein lächerlicher Hieb über die Brust, darf mich nicht derartig schwächen! Muss noch viel stärker werden! Wie sonst soll ich meine geliebten Kameraden beschützen? Ich darf nicht zulassen, dass sie sich einer solchen Gefahr aussetzen. Ohne ihre Hilfe, wäre ich gegen die Soldaten gefallen. Das darf mir nicht noch einmal passieren. Die beiden Frauen dürfen und sollen ihr Augenmerk auf ihr eigentliches Handwerk richten und nicht mir im Kampf beistehen müssen. Eine Schmach. Dennoch bin ich dankbar, dass sie es taten und mir so das Leben retteten, so wie ich bereit bin mein eigenes für sie zu riskieren.

Nehazet hat es geschafft! Er hat Shirdar befreit und ihm Ferkina und einen Dämonologen gebracht … hm … nun ja, es war dennoch ein Gewinn, auch wenn ich nicht gut heißen kann, was die groben Kerle mit den Frauen taten. Doch was sollte ich tun? Unfähig irgendetwas auszurichten, konnte ich nur stumm zusehen, wie sie verschleppt wurden. Barbarisch. Sollen sie das jäh noch einmal mit mir versuchen werden sie sehen, wozu eine Frau im Stande ist.

Wütend ballt Azina die Fäuste. Um daraufhin vor Schmerz zusammen zu zucken. Mit der flachen Hand drückt die das eisblaue Amulett auf ihre Brust und atmet ein einige Male schwer ein und aus.

Grrrrmmmm, ich sollte mich ein wenig ausruhen. Vielleicht wohne ich Janes und Delias Auswahl der Frauen für Nehazet bei. Das könnte interessant werden. Und ein wenig Zerstreuung wird mir gut tun.

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Gedanken der Azina

Mantra

Ähnlich einem Mantra wiederholt Azina ihre eigenen Antriebe. Sei stark, Hab Geduld, bleib Standhaft.

Sei stark Azina, du schaffst es. Lass die Leute gaffen. Was kümmern sie dich? Hab Geduld. Deine Stunde wird kommen.

Der Tag neigt sich dem Ende zu. Erstaunlich, wie viel er von seinem Tant verkauft hat. Jetzt, wo ich Gelegenheit hatte ihn zu beobachten, ist in dem Chaos auf seinem Stand durchaus eine Ordnung zu erkennen. Faszinierend … hm, er scheint ein wenig nervös aufgrund meiner Anwesenheit zu sein. Gut so. Habe Furcht und vor Allem: habe Respekt.

Nun packt er seine Sachen und geht zum Gasthaus. Ein wenig Schlaf wird meine Sinne erfrischen, auf dass ich die nächsten Tage überstehe. Ah, habe ich einen Durst. Sei stark Azina.

Mit der Wache drohte er mir, HA. Angst Wicht? Nun, sollte er es wagen Hand an mich zu legen … seinen Lebtag bereuen würde er es! Ja bereuen. Bleib standhaft Botin Firuns.

Ich gab ihm mein Wort. Keine finsteren Machenschaften werde ich erwägen. Sei stark.

Ah, er reist in Richtung Shirdar. Das trifft sich gut. Vielleicht zeugt nicht nur der Name von einer Verbindung zum Emir. Zum Glück sind Bakkus und Adaque bei mir. Sei Stark Azina.

Endlich. Shirdar. Lange hast du auf mich warten müssen. Nun wollen wir beenden, was wir anfingen. Hab Geduld.

Oh, er geht hoch zum Palast. Das könnte interessant werden. Ich werde mich am besten zum Karren begeben und den Speer bewachen.

Ich bin Jane und Delia zu Dank verpflichtet, sie ließen mich in ihrem Zimmer schlafen. Obwohl ich gern auf dem Hof Wache gehalten hätte. Nur ließe das die Karawansereiwache nicht zu, dass ich mich des Nachts dort aufhalte. Sei stark. Du schaffst es!

Erschöpft schließt Azina die Augen in dem Wissen, dass sie am nächsten Morgen die Jagt unermüdlich fortsetzen wird.

Geduld ist eine Tugend

Weh dir Unglücklicher. Ich werde nicht eher von deiner Seite weichen, bis sich in meinem Besitz befindet, was für mich vorgesehen ist. Jane hat es gar passend als Jagt bezeichnet. Eine alte Hexe gab mir den Rat, erneut auf die Geduld der Jugend zu setzen und den richtigen Zeitpunkt abzuwarten … Standhaft zu bleiben, bis ich würdig bin, das Geschenk zu empfangen.

Es scheint eine weitere Prüfung auf dem Weg zur Reife zu sein, die Firun mir da in Form eines goldgierigen, schmierigen, alten, kleinen, novadischen Eselskrämers auferlegt hat. Der kleine Giftzwerg, weigerte sich, meine gesamte Barschaft anzunehmen. Sogar einen meiner – rar gesäten – Gefallen schlug er achtlos in den Wind. Und selbst die Drohung mit Ächtung durch die eisige Kirche, konnte ihn nicht dazu bewegen, das Prachtstück preiszugeben.

Ungemach soll er dir bringen bis du ihn mir aus freien Stücken überlässt. Bis dieser Tag schließlich kommt werde ich an deiner Seite ausharren und dich mit meiner allgegenwärtigen Präsenz schier erdrücken. Dich mit meinen strengen Blicken niederstarren und deine Selbstzweifel nähren. Ausdauernd werde ich dir folgen. Keinen einzigen Augenblick werde ich dich aus den Augen lassen. Du wirst der braunen Jägerin auf den weißen Pfaden nicht endkommen!

Er gilt nicht dir, oh du arme Seele! Der Runenspeer Firuns wählt seinen eigenen Weg! Du bist der Überbringer, so wie ich der Bote sein werde. Kenne deine Rolle, Wicht.

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Gedanken der Azina

Mein ist die Rache

Azina liegt auf ihrem provisorischen Lager im Zimmer des Sahib Selem auf einem bunt zusammen gewürfelten Kissenarrangement und lässt ihre Gedanken an den letzten Tag Revue passieren.

Es amüsiert mich schon ein wenig, dass Jane mit der Karawanenführung Schwierigkeiten hat. Sie kennt den Weg nicht. Weiß nicht um die Gefahren. Und traut sich nicht einmal mit einer Bande gerüsteter Strolche zu sprechen. Nein da schickt sie den überforderten Handlanger ins Feld, der ebenso wenig von Diplomatie versteht, wie ein Eisgolem. Nun zugegeben, ich bin mir nicht sicher, ob ich selbst das alles gewusst und gekonnt hätte. Für Jane spricht auf jeden Fall, dass sie selbstlos ihr eigenes Pferd zur Verfügung stellte, als das des Töpfers zusammenbrach. Und zumindest das Aushandeln der Preise kann sie eindeutig besser als ich.

Sanft übermannt der Schlaf die junge Falknerin. Als sie jäh durch Bakkus’ Gebell aufschreckt. Rasch springt auf und greift nach ihrem Speer. Sie lauscht in die Nacht, bereit den zu erstechen, der sie alle bedroht.

Nichts geschieht, kein Laut drang an ihre Ohren.

Die anderen Frauen entdecken ein Seil vor dem Fenster und schauten wagemutig hinab und hinauf. Delia meint, dass dort jemand weggelaufen sei. Sie fliegt auf ihrem Stab einige Kreise über der dunklen Karawanserei, kehrt jedoch ergebnislos zurück.

Nun gut, dann werde ich mal die Torwache alarmieren, damit sie die Wachen verstärkt. Und die Seile entfernt. „Wartet hier, ich gehe die Wache alarmieren.“

Gesagt, getan. Sie rüstet sich rasch aus und schleicht durch die menschenleeren Flure.

„Ruhig Bakkus, wir wollen doch niemanden aufwecken.“ Den Stress möchte ich uns ersparen. Habe keine Lust endlose Diskussionen zu führen. Die Wache soll hier mal diskret aufräumen.

Schnurstracks geht Azina auf das Tor zu. Plötzlich erhebt ich sich zwischen den Kisten der Karawanenwagen eine Gestalt und schlendert auf sie zu.

„Hey da! Was wollt ihr zu nächtlicher Stunde hier draußen?“

Wüst beschimpft der Fremde die Aranierin. Einen Feigling nennt er sie. Und fordert sie zum Kampf um die Ehre für seinen ermordeten Bruder.

Oh man, nicht schon wieder einer aus dieser Familie. So langsam sollten sie es leid sein ihre Söhne zu opfern. Selbst wenn sie uns eines Tages erwischen, sind ihre Opfer doch in der Mehrzahl.

Ungestüm greift der Säbelträger trotz vorgestrecktem Speer an. Gekonnt hielt Azina Ihre längere Waffe dagegen und lässt ihn voll in den Speer rennen. Ihr Stoß war so heftig, dass er sich Flüche speiend seine üble Wunde hält. Völlig außer sich vor Zorn und Schmerz hebt er erneut den Säbel und versucht Azina direkt zu attackieren. Im Blutrausch gefangen, war es ihm nicht möglich den zweiten mächtigen Stoß abzuwehren. Seine eigene Wucht treibt den Speer tief in seinen Bauch. Blut spritzt aus der klaffenden Wunde. Stöhnend und fluchend geben die Knie des Mannes nach und lassen seinen Torso nach hinten kippen. Behände tänzelt Azina herum, um nicht mitgezogen zu werden. Der Speer steckt tief in seiner Brust. Mit einem Ruck befreit die Siegerin ihre besudelte Waffe und beginnt den Toten mit flinken Fingern zu durchsuchen.

Der auftauchende Wachposten der Karawanserei zieht sich aus Angst vor Familienrache in seinen Turm zurück. Mit vereinten Kräften hieven Delia und Azina die Leiche über die Außenmauer. Anschließend lassen sie sich von einem Jungen, der bei ihrem blutverschmierten Antlitz fast in Ohnmacht gefallen wäre, Wasser und Tücher bringen, um sich das Blut von Körper und Kleidung zu waschen. Anschließend zogen sie sich auf ihr Zimmer zurück, nachdem sie dem Hausherren Bericht über den Tumult erstatteten.

Hört das denn niemals auf? Wie viele Menschen müssen noch wegen dieser Narretei sterben? Es ist doch sinnlos. Sie können uns nicht überwinden!!!

Zufrieden gleitet Azina in einen erholsamen Schlaf über.

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Gedanken der Azina

Alles auf Anfang

Azina seufzte schwer als Jane mit strenger Selbstachtung sprach: „Tja, wer wollte wohl sonst die Führung übernehmen?“ Die junge Falknerin zieht sich zurück und beobachtet das geschäftige Treiben der Menschen auf dem Platz der, in ein mildes Licht gehauchten Karawanserei. Vor allem die verschleierte Söldnerin hat es ihr angetan. Sie folgt ihren eleganten Bewegungen während sie über ihre eigene Situation nachdenkt.

Wieder einer mehr, der meint mich herumkommandieren zu können. Dabei rühmt sie damit, die Menschen richtig einzuschätzen. Sie widerspricht Frauen verachtenden Novadis nicht – hat ja eh keinen Sinn -, bandelt mit waffenstarrenden Söldnern an und verhandelt die Preise mit Karawansereibesitzern aus – Kunststück, aus dem Buch ablesen kann ich auch – . Nur mich scheint sie nicht als das wahrzunehmen was ich bin.

Azina seufzte erneut.

Nun gut. Wie alle anderen zuvor, wird auch sie lernen, wie die Dinge laufen. Ich habe Zeit.

Immerhin war sie erfolgreich bei der Suche nach Begleitschutz, während ich mir ne ordentliche Portion Zittabar zu Gemüte zog. Daher können wir am morgigen Tag weiterziehen. Ich denke, ich werde mal versuchen Adaque frei fliegen zu lassen. Wenn ich das richtig beurteile, wird er mir folgen oder mir, auf meiner Schulter sitzend, Gesellschaft leisten. Oder beides abwechselnd.

Ich schätze heute passiert nicht mehr viel. Da kann ich ja ein paar Waffenübungen durchführen. Hauptsache es schaut elegant aus, damit ich mich nicht blamiere, wenn ich den Speer so und so schwinge.

Vermeintlich elegant schwingt Azina ihren bänderbehafteten Speer durch die Lüfte und vollzieht dabei ein paar mehr oder weniger gezielte Stiche auf eine bestimmte Stelle. Dabei achtet sie darauf, dass sich die Bänder nicht verheddern.

Ich bemerkte neulich, dass sich meine ursprüngliche Strategie nicht auszahlen wird. Man kann mit dem Speer nicht wirklich parieren. Es ist mehr ein zurückweichen, denn gegenhalten. Das verkompliziert die Sache ein wenig. So kann ich einen Gegner nicht wirklich bekämpfen. Zurückweichen und Waffen abfangen kann ich recht gut, aber sonst? Ich treffe einfach nicht gut genug. DA!!!

Schnell sticht Azina zu … und verfehlt ihr anvisiertes Ziel

Mist!

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Gedanken der Azina

Der Weg zurück

„Folgt mir!“

Mit einer Fackel in der einen und die Zügel von Janes Pferd in der anderen Hand reitet Azina gen Naggilah. Der Tross der Karavane des verletzten Sahib Selim folgt ihr dicht auf den Fersen. Angestrengt späht sie in die Dunkelheit und versucht Weg, Ziel und Gefahr gleichermaßen im Blick zu behalten. Die Silhouetten der verräterischen Söldner verblassen bereits am Horizont.

Ich habe ja erwartet, dass die Rückreise nach Shirdar kein Vergnügen wird, nun wo Delia vorauseilte, Rowin seiner Liebe andernorts frönt und dieses Fräulein Peddersen mit uns reist. Für Nehazet scheint es ja eine willkommene Abwechslung zu sein. Nun hat er endlich einen Gesprächspartner. Und ich muss ja nicht ständig bei den Beiden verweilen. Da kommen mir die Pflichten eines Söldners sehr gelegen, um nicht den Verstand zu verlieren.

Was sich jedoch die Söldner von Sahib Selim erlaubten, widerspricht ganz klar dem Kodex. Verrat ist unverzeihlich. Und Mord vergeltungswürdig. Ich bin sicher Salem hat irgendwo einen Sohn der Blutrache nehmen wird. Das kennen wir ja schon. Hoffentlich lernt er – sollte er überleben – was durchaus wahrscheinlich ist, da sogar Nehazet seine heilenden Hände im Spiel hatte – dass er seine Männer besser bezahlen muss. Nur zufriedene Männer sind gute Männer. Und Frauen!

Naggilah … nur ungern möchte ich dorthin zurück. Ich sehe ein, dass Salem ein ordentliches Lager benötigt. Auch sehe ich ein, dass die gefangenen Verräter überführt gehören. Aber ich sehe nicht ein, warum wir dafür Bey Raffim persönlich belästigen müssen. Leider besteht Nehazet darauf. Ist es doch – wie er sagt – eine gelungene Wiedergutmachung des Schadens, wenn wir ihm zwei neue … Arbeiter … bringen. Sollen sie meinetwegen machen was sie wollen, ich bleibe in der Karawanserei und werde mich ein wenig erholen. Zwar konnte ich keinen Stoß mit dem Speer landen, aber ich wurde auch nicht verletzt. Ich sollte ein wenig trainieren. Aber nicht mehr heute.

Ich kann die Sterne sehen. Welch trügerische Ruhe.

Azina schaut auf den Tross hinter ihr. Die Händler sehen besorgt, aber auch wütend aus. Einige wuseln herum und lassen die notdürftig umgepackten Waren neu organisieren. Andere sitzen gedankenverloren und zusammengesunken auf ihrem Kutschbock. Als Azina sich wieder umdreht schwirren die Worte ihrer Tante erneut ihn ihrem Kopf herum.

Sie hat nicht viel gesagt. Aber sie hat Recht! Ich muss mich meinen Pflichten stellen, ganz gleich was geschieht. Das duldet keinen Aufschub mehr. Ich muss zurück nach Aranien! Jedoch besagt die Ehre, dass ich diesen Auftrag zunächst beende und Nehazet sicher zum Emir bringe. Im Anschluss werde ich mir Arbeit in einer Karawane nach Barburin suchen und die Zedernstraße ein weiteres Mal bestreiten. Vielleicht kann Sahib Selim ein gutes Wort für mich einlegen, um mir einen besseren Stand zu verschaffen.

Haltet aus. Ich werde kommen. Versprochen.
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Gedanken der Azina