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Von Ashlakand nach Khunchom

Als Delia an diesem Morgen erwachte war ihr als würde sie träumen. Sie lag in einem geräumigen Zelt, die kalte, klare, morgendliche Wüstenluft strich um ihre Nase, während ihr zarter Körper in warme Decken gehüllt war. Doch nicht nur das schützte sie vor den kalten Nächten in der Wüste. Der angenehm herb-männliche Duft von Kalkarib und seine Körperwärme hüllten sie ein, als sie in seinem Zelt erwachte. Die der erste Schimmer des Morgens verdrängte das Sternenzelt und schon bald würde sich die Sonne über den Rand der Welt erheben. Draußen schnaubte der edele Shadif und kündigte damit an, dass es zeit war ihn zu füttern. Kalkarib würde gleich das Zelt verlassen, zur Waschung und zum Morgengebet. Delia setzte sich auf und die Decken glitten herunter, um ihren von Satuaria gesegneten Körper zu enthüllen. Sie lächelte und warf ihrem Novadi einen glühenden Blick zu, welcher noch Stunden der sinnlichen Freuden verhieß. Doch der Wüstensohn atmete nur scharf ein und lies sich ansonsten nichts anmerken. „Bekleide Dich und versorge zuerst den Shadif bevor Du mir das Frühstück bereitest.“ sagte er rau und verschränkte dabei seine Arme, was seine harten Muskeln unter der makellos gebräunten Haut hervortreten lies. Dann wendete er sich ab und schritt hinaus. Delia war es noch nicht gestattet ihn, bei was auch immer er morgens tat, zu beobachten.

Also wusch sie sich im Zelt und zog sich an, besonders darauf bedacht, dass der Schleier gut saß. Sie lies die Zeltplane bei Seite gleiten und trat hinaus. Ihr Augen suchten Kalkarib, fanden ihn jedoch nicht. So beschloss sie zu dem edlen Roß zu gehen und dieses zu versorgen. Im Anschluss streichelte sie den Shadif und lies sich in seine Gedanken gleiten. Wie erwartet fühlte sich das Tier wohl. Kalkarib war zwar fordernd aber im Gegenzug konnte er auch viel geben, wenn er denn wollte

Seufzend, vor Erleichterung tätschelte sie das Pferd und mit leichten Schritten wandte sie sich zum Zelt. Sie sang, leise und lächelnd ein Lied als sie das Feuer schürte, um das Frühstück für ihren Mann zu zubereiten, so wie er es mochte und wie er es verlangte. Jedoch bereitete sie das Mahl nicht zu weil er es „befahl“ sondern weil sie ihm eine Freude machen wollte. Endlich war sie wieder bei ihm.

In die Berge

Nach dem die Gruppe den Ungado überquerte und dem Fluss in die Wälder folgten, schritt Delia am Ufer entlang. Sie genoss sichtlich das Gefühl frische Waldesluft zu atmen. Ihre Gedanken kreisten um die letzten Stunden.
Die Gruppe war schon wirklich herzlich. Was auf jeden Fall in Zukunft zu vermeiden sei ist das Sieghelm langweilig wird. Große Mutter war dieser Kerl unausstehlich wenn er nichts zu tun hatte. Er hielt die ganze Taverne auf Trab nur weil er sich nicht setzen und speisen konnte. Sogar der arme Goswin wurde als Mundschenk hin und her gejagt. Der Arme war sowohl verletzt als auch geistig etwas irritiert. Delia nahm sich vor nicht mehr so stark mit ihren Reizen ihn umgarnen. Anscheinend vertrug er das nicht. Tja und Jane und Sulibeth sind das was von ihren Freunden noch blieb. Wann wacht Nehazet wohl auf? Wie geht es Rowin und Demeya? Hat Azina ihre Aufgabe erfüllt? Was ist mit ihrem geliebten Kalkarib?
Hätte Kalkarib gesehen wie sie sich im Ungado erfrischt hatte, dann wäre sicherlich sein Temperament mit ihm durchgegangen. In seiner Nähe dürfte sie sich nicht so freizügig verhalten und den anderen Männern die Köpfe verdrehen. Sie vermisste ihn, seine Art, seine Nähe und sein feuriges Wesen. Sie würde beinahe alles tun, um ihn wieder zu sehen. Hatte er den Brief erhalten und folgte er ihr? So wie sie es erhoffte? Ihr Herz zog sich zusammen und Kälte breitete sich in ihr aus, bei dem Gedanken er könnte ihr nicht gefolgt sein. Kein Interesse mehr an ihr haben. Mit entschlossener Mine setzte sie ihren Weg fort.

Sehnsucht

Die Gruppe war bereits auf dem Weg nach Ashlakand als Delia immer noch mit dem Boringeweihten bei dem Grabmal stand. Während sich der alte Mann in die Gebete mit seinem Gott vertiefte, vertiefte sich Delia in ihre Gedanken.

Mit was für komischen Leuten reiste sie da? Dieser Goswin scheint wirklich Schmerzen zu lieben. Erst die Spinne und nun diese Falle. Delia konnte nicht anders. Sie musste sich vor Sieghelm offenbaren und mittels Besen zu Goswin fliegen und ihn einigermaßen stabilisieren. Als er aus der Falle befreit wurde vereinten sich Delias und Janes Kräfte und Goswin wurde von der Schwelle zurück gerissen. Nun war er auf dem Weg zu Zafia. Delia hoffte, dass sie und Jane ihn wiederherstellen konnten.

Delias Gedanken schweiften in der Ruhe der Wüste zu Kalkarib. Wo steckte er bloß? Vielleicht war der Brief und ihr plötzlicher Aufbruch zuviel für den stolzen Novadi gewesen? Sie würgte jeden weiteren Gedankengang in diese Richtung ab. Es würde sie zerreißen wenn er sie nicht mehr als seine Shanja ansah und sie einfach ziehen lies. Der Gedanke, dass ihm in diesem gefährlichen Land was passieren könnte war für Delia absurd. Nichts konnte ihrem starken Krieger gefährlich werden. Außer sein eigener Stolz. Sie hoffte bald wieder in seine Arme laufen zu können oder sollte er zu wütend sein würde sie sich auch damit begnügen auf Kissen neben ihm sitzen zu dürfen, bis er sich beruhigte. Ja dieser stolze Sohn der Wüste hatte Levthans Feuer bereits so sehr in Delia geschührt, dass sie so gar ein Platz zu seinen Füßen akzeptieren würde. Nur kurz und nur wenn die Kissen bequem waren, doch für ihn würde sie das tun. Bei dem Gedanken daran breitete sich die Hitze der Wollust in ihr aus. Lange würde sie nicht mehr warten … können… bis er sie endlich in Besitz nehmen musste.

Als der alte Geweihte endete. Schritten er und die Hexe zurück nach Ashlakand.

Träume

In jener Nacht als die Gefährten zum zweiten Mal aus der Höhle stiegen schlief Delia sehr unruhig. Träume suchten sie Heim. Der Erste Traum entstammte wohl ihrer eigenen Sehnsucht zu Kalkarib.

Delia saß mit angewinkelten Beinen auf einer Decke aus feinem Stoff. Ihr Blick schweifte über die wunderschöne Szenerie einer Wüste bei aufgehender Sonne. Die Kühle der Nacht wich nach und nach der Wärme des Tages. Die Sterne wichen einem bezaubernden Farbenspiel, welches sich an den Himmel malte. Der angehme Wind streichelte ihren makellosen Körper und spielte mit dem seidig, leichten Stoff ihrer Kleidung. Ein Falke flog über die Dünen und kurz erfasste Delia ein Anflug von Trauer. Der Falke erinnerte sie an Adaque und Azina… Wie es ihnen wohl ergeht? Wie lange wird es dauern sie wieder zu sehen?
Dann wurden die Gedanken der Hexe wieder in die Gegenwart gelenkt, als das Zelt hinter ihr sich raschelnd öffnete. Bevor sie ihn sah oder spürte trug der Wind seinen Duft zu ihr. Sie schloss die Augen, um ihn tief atmend in sich auf zu nehmen. Der Novadi schien sein Morgengebet wohl beendet zu haben. Still ließ der Krieger sich neben Delia nieder. Seine geschmeidigen Bewegungen liesen den Boden dabei kaum erzittern. Instinktiv lehnte sie sich gegen seinen athletischen Körper und genoss seinen beschützenden Arm auf ihrer Schulter. Sie wusste, dass dieser Moment nur sehr kurz anhalten würde. … und schon war er vorbei, als sich Kalkarib erhob und auf sie hinab blickte. „Wir werden bald aufbrechen. Ich habe Anweisungen gegeben das Zelt abzubrechen und die Pferde bereit machen zu lassen. Es wird Zeit Shanja, den Segen Deines Vaters einzuholen“
Delia erhob sich und faltete die Decke zusammen. Wie würde ihr Geliebter reagieren, wenn sie in Aranien eintreffen würden? Wenn sich dort Menschen vor ihr verneigten? Sich herausstellte, dass sie nie einen Vater gehabt hatte? Sie 55 Jahre alt war? Eine Hexe war? Isaria, ihre Mutter, mehrere hundert Jahre alt war und sie in einem Ei empfing?
Sie wusste es nicht… sie hoffte er könne sie dann immer noch lieben und akzeptieren…

Dann umfing sie Schwärze…

Als sie wieder zu sich kam fand sie sich in einem anderen Traum wieder. Einem realeren Traum… einen fremd gesteuerten Traum. Soviel wusste sie als Hexe. Jemand oder etwas sendete ihr im Traum eine Nachricht. Es war Nehazet! Der Magus bat sie direkt um Hilfe. Sein Körper ruhe aber sein Geist sei aktiv und rufe nach ihr. Ihre Schwester Zafia braucht ihre Hilfe um Nehazet zu erwecken. Sie hat einen Weg gefunden!

Schweiß gebadet erwacht Delia. Sowohl die letzten Worte Nehazets hallen noch in ihrem Geiste nach, als auch die Erinnerung an Kalkaribs Berührung. Leise erhebt sie sich, um sich am Fenster nieder zu lassen und den Sonnenaufgang zu beobachten. Wo war ihr stolzer Novadi nur? Würde es ihr gelingen Nehazet zu helfen? Dieser Tag wird Antworten bringen. Soviel war gewiss!

„Sünden der Jugend“ – Trailer

So meine Lieben,

wie versprochen habe ich einen Trailer für das Abenteuer erstellt. Nach „nur“ einigen Tagen und über 15 Stunden Arbeit ist er fertig. Besonderes Augenmerk möchte ich auf die Spielszenen aus Skyrim lenken, welche ich mühsam im Spiel erstellte und aufnahm.

Der Trailer besteht aus zwei Teilen.
1. Intro (bis zum Sonnenuntergang) Soll einfach nur ein DSA-Intro sein.
2. Trailer (ab Sonnenuntergang bis Ende) ist das Appetithäppchen für das Abenteuer „Sünden der Jugend“

Des Weiteren finden sich zwei Storyebenen in dem Trailer. Zum Einen die Bilder / Videos in Kombination mit den geschriebenen Texten und zum Anderen die Bilder / Videos im Bezug auf den Text des Liedes. Es lohnt sich also den Trailer mehrmals zu gucken um Hinweise auf die neue Story zu bekommen. Sehr zu empfehlen im Vollbild-Modus des Players. Sollte das Video aus irgendwelchen Gründen bei Euch nicht oder nur sehr schlecht laufen, dann ladet es einfach aus der Mediathek runter, sind nur knapp 100 MB.

Ich hoffe es gefällt Euch.

Hier nun der Trailer:

WICHTIG! Der Player startet irgendwie nur wenn ihr den Artikel direkt aufruft. Sprich, klickt einfach auf die Überschrift.

Neues Abenteuer

Aloha,

ich weiß es ist noch etwas früh… ABER ich würde mich gerne als nächster Spielleiter der Teehausgruppe anbieten. Ich habe eine sehr nette Idee für ein Abenteuer der Teehausgruppe in Aranien. Ich werde selbst noch ein Trailervideo erstellen. Die Story wird sich um ein „kleines“ Problem in Aranien drehen und auch Delias Hexenzirkel wird einen Gastauftritt haben. 😉 Hier die Titelmeldodie dazu.

Schon wieder so ein Kerl.

Vor der Reise nach Ashakant hat Delia noch einen Brief an Kalkarib auf gesetzt. –> Abschiedsbrief von Delia an Kalkarib

In der zweiten Nacht, als Jane in ihr Tagebuch, sitzt Delia wieder am Fenster und schaut hinaus in die Nacht.

*Wie aufregend doch diese Reisen sind. Riesige Spinnen, uralte unterirdische Katakomben, Schwestern die hier offen leben und arbeiten… ach ist das schön… nun ja alles… bis auf dieses Junker Sieghelmlangsam glaube ich, dass ich solche Männer anziehe. Gut es ist nicht schwer, das ganze Land ist voll von ihnen. Doch nun kommt auch noch einer aus dem Mittelreich her, der genau so furchtbares Benehmen hat. Wäre er nicht so menschenverachtend könnte er ganz nett sein. Seine Ansichten indes widerstreben mir. Vielleicht irre ich mich aber auch. Die Art wie er mit seinem unglaublich süßen Dackel Pagol umgeht und wie er ihn ansieht, lässt darauf deuten, dass sein oberflächliches Verhalten nur Fassade ist. Wir werden sehen. Bisher sinkt er noch in meiner Gunst und ich bin gespannt was er auf dieser Reise so tut. Vielleicht fällt ja seine Maske und offenbart einen zwar etwas beschränkten aber angenehmeren Herren als diese Junker-Maske die er trägt.*

Delias Blick wandert hinauf zum Mond und dann in die Weiten der Steppe. Dort irgendwo ist Kalkarib… wie sehr sehnt sie sich doch nach ihm, gerade jetzt wo die Nächte etwas kälter werden.

Als Jane ihren Tagebucheintrag beendet und sich auf Sulibeth bettfertig gemacht hat, legt sich Delia auch zur Ruhe und hofft im Schlafe in die Arme ihres Geliebten zu gleiten.

Die Hexe und der Novadi

*Auf dem Weg von den Feierlichkeiten zur Feste*

Dieser Mann ist wirklich unglaublich! Wie mitten aus dem Nichts erschien er und mischte sich in meinen Kampf ein. Ich hätte diesen widerlichen Fettwanzt auch ohne seine Hilfe niederringen können. Dann besaß er noch die Frechheit auf meinen Stab zu treten und jenen mir zu entwenden. Gut er gab ihn mir zurück… ABER!
Doch dann wollte er mich noch vor aller Augen bloßstellen. Das kam aber anders als er dachte. Schließlich war es der große Krieger der kleinlaut um eine eher private Unterhaltung bat. Oh war mir das eine Freude.

Meine Gedanken sind uneins… einerseits ist seine ganze Lebensart, Weltanschauung … einfach alles… so gegen meine eigene… doch andererseits faziniert mich jede Geste und jeder Satz… Noch nie war ein Mann so dreist und noch nie so undurchschaubar für mich. Natürlich könnte ich mit einem Zauber seine Gefühle erspüren, doch das wäre langweilig… Reizvoll aber langweilig.
Er scheint sich stark zu mir hingezogen zu fühlen, verbrigt diese Gefühle doch sehr gut hinter einer eisernen Mine und verwirrenden Ausreden.

Ich mache mir auch Sorgen um ihn. Was ist mit seiner Familie… wie fast sie das alles auf. Er der älteste Sohn und eine Ungläubige. … Oh man… was passiert nur mit mir?…. und was passiert wenn er erfährt wer, was und wie alt ich bin…

— Delias Gedanken —

 

Männer die Zweite

In der Nacht, als die Karawane vor Quadanagar streift Delia wiedermal umher. Allerhand Begebenheiten gehen ihr durch den Kopf. Es fällt der jungen Hexe sehr schwer die letzten Augenblicke mit Kalkalip, dem Sohn des Karawansereibesitzers aus El´Trutz aus ihren Gedanken zu verbannen. Immer wieder schleichen sich Bilder, Gefühle und Gerüche in ihren Geist. Sie wandert um die Karawane, so ziellos als wolle sie die Gedanken abhängen.

Sie schafft es schließlich ihre Gedanken wieder auf das Ritual des Schamanen zu richten und ihre Verhandlung mit ihm. Sie ist sehr froh, dass die Ferkinas an der bevorstehenden Schlacht teilnehmen. Delia ist sich noch etwas unsicher über den Ausgang der Schlacht am Staudamm, doch ihr Blut brennt schon darauf es diesem hinterhältigem Kameltreiber heim zu zahlen und dem Land den Frieden zu bringen. Diese Sache muss enden. Sie hatte sie zwar nicht begonnen, doch sie würde dazu beitragen sie zu beenden.

Die Hexe streift eine weitere Runde um die Karawane, immer noch in Gedanken um die Schlacht. Als auf einmal der Wind von Osten auf sie zurauscht, sie umspielt und ihre wiedergewonenen Haare um ihren Leib weht. Sie hält einen Moment inne und genießt dieses Naturschauspiel. Mit sanften Druck weht der warme Wind um sie und Delia schließt die Augen, für einen Moment fühlt sie sich frei… wie im Flug auf ihrem Besen. Lächelnd … verliert sie die Kontrolle über ihre Gedanken. Die Schlacht schwindet, als aus Ihren Haaren der Duft des athletischen Novadis in ihre Nase strömt. Nun ist sie nicht mehr im Kampf auf den Feldern vor dem Staudamm sondern in der kleinen Kammer allein mit Kalkalip, welcher sie fordernd und besitzergreifend küsst. Der Wind verebbt und ihre Haare kommen zur Ruhe. Ein letztes Säuseln des Windes klingt in ihren Ohren wie „Ihr wisst nicht was Ihr damit anrichtet“…

Sie gibt es diese Nacht auf die Gedanken abschütteln zu wollen… *Was ist nur Besonderes an diesem Novadi? Zugegeben er sieht gut aus, ist kultiviert, reinlich und sicherlich gebildet, da er die Karawanserei übernehmen wird als ältester Sohn. Doch er ist und bleibt ein Novadi, ein frauenverachtender und frauenhassender Wilder an dem jede ordentliche Kultur vorbei geht! Er ist nicht einmal ansatzweise mein Fall!*  denkt sich die junge Hexe. Ihre weiteren Gedanken strafen die vorherigen Lügen. „Mädchen Du hast auch immer ein Händchen für Männer“ hört sie ihre Mutter Isaria in ihren Gedanken. Dann schläft sie ein mit dem warmen Gefühl in starken, sonnenbegräunten Armen gehalten zu werden. Ihr letzter Gedanke ist *Ach… was solls, es sind nur Träume…*

Es begab sich…

Wieder eine Nacht in der Delia nicht schlafen kann. Sie setzt sich ans Fenster und beobachtet von dort aus den Mond und hängt ihren Gedanken nach.

*Auch nach Wochen in diesem merkwürdigem Land kann ich mich immer noch nicht ganz an die Männer hier gewöhnen. Einerseits sind sie unhöflich, abweisend und verfügen über wenig benehmen. Andererseits strahlen sie eine gewisse Faszination aus. Erst wollen sie Dich als Sklavin verkaufen, sagen Du seist ein „ungläubiges Weib“ und dann kommen sie auf edlen Pferden und retten Dein Leben. hm…. Sie verachten und begehren Dich gleichermaßen. Gerade ich mit meinen roten Haaren und der weißen Haut bin wohl „viele Kamele“ wert. Verstehe einer diese Leute…

Erst kürlzlich musste ich Azina helfen eine Leiche zu entsorgen. Die Leiche eines Mannes der einen „Ehrenduell“ oder soetwas machen wollte. Ich glaube es hat immer noch mit Rowin zu tun. Er hat damals ja dieses Missgeschick auf sich gezogen und wurde des Öfteren von solchen Kerlen bedrängt, die ein Duell auf Leben und Tod wollten. Ich weiß nicht ob das jemals wieder aufhört.

Wiederum traf ich zwei interessante Herren, der eine ritt auf einem schwarzen Shadiff an mir vorbei und wurde offenkundig verfolgt und der Andere ist wohl der Sohn des Karawansereibesitzers hier in El Trutz. Beide weisen Ähnlichkeiten auf mit dem Mann der uns damals das Leben rettete.  Aufgrund der Art und Weise wie die Herren mit uns Frauen umgehen ist es leider schwer direkt mit ihnen in Kontakt zu treten. Sie dürfen wohl nicht mit uns sprechen… oder wollen es nicht. Vielleicht schreibe ich dem Sohn mal einen Brief*

Sie erhebt sich vorsichtig von ihrem Lager und achtet darauf Jane und Azina nicht zu wecken. Sie stielt sich aus dem Zimmer. Auf einem Stück Papier schreibt sie in geschwungener Schrift

„Grüße Euch mein Herr,

ich kam nicht umhin Euch zu bemerken und zu bemerken, dass Ihr mich beobachtet habt. Ich vermute, dass Ihr nicht mit Damen sprechen dürft oder es stets vermeidet, daher hier ein paar Zeilen von mir. Geschriebenes Wort ist nicht gesprochenes Wort. Vielleicht ist es Euch erlaubt auf diesem Wege mit mir zu kommunizieren.
Ich würde gern den Grund erfahren, warum Ihr so interessiert an mir seit. Ich erkenne in Euch Ähnlichkeit mit dem edlen Herren der mich und meine Mitstreiter in einer Nacht vor kurzem vor El Trutz beschützte und uns allen das Leben rettete. Falls dem so sei, sei Euch mein Dank gewiss.

Sollte ich Euch mit diesem Brief beleidigt haben so verzeiht mir als Unwissende bitte.

Ruhige Träume

Delia“

Delia erinnert sich aus welcher Tür der junge Mann geeilt kam, als sie uns Azina vor wenigen Stunden hier blutverschmiert saßen. Unter dieser Tür schiebt sie den Brief hindruch.

So leise sie kam geht sie auch wieder. Noch lange wird sie in dieser Nacht wach liegen.