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Männer die Zweite

In der Nacht, als die Karawane vor Quadanagar streift Delia wiedermal umher. Allerhand Begebenheiten gehen ihr durch den Kopf. Es fällt der jungen Hexe sehr schwer die letzten Augenblicke mit Kalkalip, dem Sohn des Karawansereibesitzers aus El´Trutz aus ihren Gedanken zu verbannen. Immer wieder schleichen sich Bilder, Gefühle und Gerüche in ihren Geist. Sie wandert um die Karawane, so ziellos als wolle sie die Gedanken abhängen.

Sie schafft es schließlich ihre Gedanken wieder auf das Ritual des Schamanen zu richten und ihre Verhandlung mit ihm. Sie ist sehr froh, dass die Ferkinas an der bevorstehenden Schlacht teilnehmen. Delia ist sich noch etwas unsicher über den Ausgang der Schlacht am Staudamm, doch ihr Blut brennt schon darauf es diesem hinterhältigem Kameltreiber heim zu zahlen und dem Land den Frieden zu bringen. Diese Sache muss enden. Sie hatte sie zwar nicht begonnen, doch sie würde dazu beitragen sie zu beenden.

Die Hexe streift eine weitere Runde um die Karawane, immer noch in Gedanken um die Schlacht. Als auf einmal der Wind von Osten auf sie zurauscht, sie umspielt und ihre wiedergewonenen Haare um ihren Leib weht. Sie hält einen Moment inne und genießt dieses Naturschauspiel. Mit sanften Druck weht der warme Wind um sie und Delia schließt die Augen, für einen Moment fühlt sie sich frei… wie im Flug auf ihrem Besen. Lächelnd … verliert sie die Kontrolle über ihre Gedanken. Die Schlacht schwindet, als aus Ihren Haaren der Duft des athletischen Novadis in ihre Nase strömt. Nun ist sie nicht mehr im Kampf auf den Feldern vor dem Staudamm sondern in der kleinen Kammer allein mit Kalkalip, welcher sie fordernd und besitzergreifend küsst. Der Wind verebbt und ihre Haare kommen zur Ruhe. Ein letztes Säuseln des Windes klingt in ihren Ohren wie „Ihr wisst nicht was Ihr damit anrichtet“…

Sie gibt es diese Nacht auf die Gedanken abschütteln zu wollen… *Was ist nur Besonderes an diesem Novadi? Zugegeben er sieht gut aus, ist kultiviert, reinlich und sicherlich gebildet, da er die Karawanserei übernehmen wird als ältester Sohn. Doch er ist und bleibt ein Novadi, ein frauenverachtender und frauenhassender Wilder an dem jede ordentliche Kultur vorbei geht! Er ist nicht einmal ansatzweise mein Fall!*  denkt sich die junge Hexe. Ihre weiteren Gedanken strafen die vorherigen Lügen. „Mädchen Du hast auch immer ein Händchen für Männer“ hört sie ihre Mutter Isaria in ihren Gedanken. Dann schläft sie ein mit dem warmen Gefühl in starken, sonnenbegräunten Armen gehalten zu werden. Ihr letzter Gedanke ist *Ach… was solls, es sind nur Träume…*

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