Wieder eine Nacht in der Delia nicht schlafen kann. Sie setzt sich ans Fenster und beobachtet von dort aus den Mond und hängt ihren Gedanken nach.
*Auch nach Wochen in diesem merkwürdigem Land kann ich mich immer noch nicht ganz an die Männer hier gewöhnen. Einerseits sind sie unhöflich, abweisend und verfügen über wenig benehmen. Andererseits strahlen sie eine gewisse Faszination aus. Erst wollen sie Dich als Sklavin verkaufen, sagen Du seist ein „ungläubiges Weib“ und dann kommen sie auf edlen Pferden und retten Dein Leben. hm…. Sie verachten und begehren Dich gleichermaßen. Gerade ich mit meinen roten Haaren und der weißen Haut bin wohl „viele Kamele“ wert. Verstehe einer diese Leute…
Erst kürlzlich musste ich Azina helfen eine Leiche zu entsorgen. Die Leiche eines Mannes der einen „Ehrenduell“ oder soetwas machen wollte. Ich glaube es hat immer noch mit Rowin zu tun. Er hat damals ja dieses Missgeschick auf sich gezogen und wurde des Öfteren von solchen Kerlen bedrängt, die ein Duell auf Leben und Tod wollten. Ich weiß nicht ob das jemals wieder aufhört.
Wiederum traf ich zwei interessante Herren, der eine ritt auf einem schwarzen Shadiff an mir vorbei und wurde offenkundig verfolgt und der Andere ist wohl der Sohn des Karawansereibesitzers hier in El Trutz. Beide weisen Ähnlichkeiten auf mit dem Mann der uns damals das Leben rettete. Aufgrund der Art und Weise wie die Herren mit uns Frauen umgehen ist es leider schwer direkt mit ihnen in Kontakt zu treten. Sie dürfen wohl nicht mit uns sprechen… oder wollen es nicht. Vielleicht schreibe ich dem Sohn mal einen Brief*
Sie erhebt sich vorsichtig von ihrem Lager und achtet darauf Jane und Azina nicht zu wecken. Sie stielt sich aus dem Zimmer. Auf einem Stück Papier schreibt sie in geschwungener Schrift
„Grüße Euch mein Herr,
ich kam nicht umhin Euch zu bemerken und zu bemerken, dass Ihr mich beobachtet habt. Ich vermute, dass Ihr nicht mit Damen sprechen dürft oder es stets vermeidet, daher hier ein paar Zeilen von mir. Geschriebenes Wort ist nicht gesprochenes Wort. Vielleicht ist es Euch erlaubt auf diesem Wege mit mir zu kommunizieren.
Ich würde gern den Grund erfahren, warum Ihr so interessiert an mir seit. Ich erkenne in Euch Ähnlichkeit mit dem edlen Herren der mich und meine Mitstreiter in einer Nacht vor kurzem vor El Trutz beschützte und uns allen das Leben rettete. Falls dem so sei, sei Euch mein Dank gewiss.
Sollte ich Euch mit diesem Brief beleidigt haben so verzeiht mir als Unwissende bitte.
Ruhige Träume
Delia“
Delia erinnert sich aus welcher Tür der junge Mann geeilt kam, als sie uns Azina vor wenigen Stunden hier blutverschmiert saßen. Unter dieser Tür schiebt sie den Brief hindruch.
So leise sie kam geht sie auch wieder. Noch lange wird sie in dieser Nacht wach liegen.

ooc: Vielleicht wäre es sinnvoll, die geschriebenen Zeilen Delias auch ins Scriptorium zu verlagern?