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11. Friskenmond – Avahütt

Erneut saß Magister Grønte am Mittelfeuer des kleinen Weilers. Auf seinen überschlagenen Beinen ruhte sein Diarium. Hastig kritzelte der Griffel, geführt von zittrigen Händen, über die Seiten. So schnell er konnte, schrieb er alles auf, woran er sich erinnerte. Noch nie zuvor hatte er in die Gedanken eines Orks geblickt und die Bilder und Gedanken, die er gesehen hatte, versetzten ihm einen Schrecken. Es war kaum überraschend, dass der Großteil der Bilder verstörend war, dennoch erschütterte ihn die rohe Gewalt, die Blutrünstigkeit und der Hass, der ihnen innewohnte. Es entsprach nunmal nicht Jaspers Natur und er musste gelegentlich aufkeimende Übelkeit mit einem Schluck Meskinnes herunterspülen. Er hatte extra einen Kessel Grüntee aufgesetzt, zu seiner Beruhigung und der der anderen. Doch der heimische Schnaps half ihm gerade mehr dabei die Fassung zu wahren, als sein geliebter grüner Tee.

Der Griffel kam adhoc zur Ruhe. Er hatte gerade das letzte Bild und die damit verbundenen Eindrücke aufgeschrieben. Er atmete erleichtert aus. Es hatte das Gefühl, sich selbst von etwas frei zu machen. Solange die Bilder in seinen eigenen Gedanken rumgeisterten kamen sie ihm vor, als wären sie seine eigenen. Ihren Inhalt aufzuschreiben befreite Jasper von ihnen. Die Last fiel von ihm ab und nun konnte er sich ihnen mit der nötigen Professionalität und Abstand widmen. Das geschrieben Wort war geduldig, es konnte ihm nichts anhaben und zur Not konnte er sein Diarium einfach zuklappen.

Magister Grönte blickte in das prasselnde Feuer, während er über den Sinn seiner Aufzeichnungen sinnierte. Der inzwischen tote Schamane Bykarak war nur ein Leutnant, der einen kleinen Spähtrupp anführte. Tukraz hieß die wahre Bedrohung. Ein Orkschamane, der die Festung Felsteyn im Jarltum Höjre Bodrdal erobern möchte. Diese Information musste auf schnellsten Wege zur Hetfrau. Auch wenn die absurde Anzahl an Orks in der Bilderflut, die er dem Schwarzpelz entnahm, wohl übertrieben war, so würde ein fähiger und mächtiger Schamane durchaus in der Lage sein, mehrere Orkstämme unter sich zu vereinen, um die Festung einnehmen zu können.

Jasper wusste, sie mussten so schnell wie möglich weiter nach Bodon. Dort würden sie dann auf die Hetfrau treffen, um ihr von dieser Information zu berichten. Doch bis nach Bodon waren es noch vier bis sechs Tagesreisen querfeldein durch die gefährliche Wildnis und er hatte heute einen Großteil seiner magischen Kraft verbraucht. Der Angriff auf den Orkschamanen lief nicht gut. Peraine und Hesinde zum Dank war niemand schwer verletzt worden, aber die Gruppe, mit der er reiste, machte ihm nicht den Eindruck, dass sie fähig genug war, einen weiteren geordneten Angriff oder gar eine Verteidigung zu koordinieren. Jasper spürte, dass Spannung in der Luft hing – vor allem zwischen Alrik und Swafleif. Es würde wohl noch eine Aussprache nötig sein, bevor sie weiterreisen. Der junge Hakon hatte gerade schwer mit sich selbst zu kämpfen. Der Weißmagier sah, dass es ihn beschäftigte, das erste Mal ein Leben genommen zu haben. Das Gemüt des jungen Geweihten war zart, womöglich sogar zu zart für diese Aufgabe. Jasper musste an sich selbst denken, noch nie war er gezwungen worden jemanden oder etwas zu töten. Dank seiner Magie war es ihm bisher erspart geblieben – und das trotz der mehreren Kriege und Gefechte, in denen er schon war. Er musste daran denken, wie er wohl reagieren würde, wenn er das erste Mal jemanden würde töten müssen. Kalt und pragmatisch? Oder eher mitfühlend und schuldig? Er hoffte, dass er sich diese Frage nie würde stellen müssen.

Jasper musste erneut an den Häuptlingsschamanen Tukraz denken. Er musste sich in den nächsten Tagen etwas einfallen lassen, wie er die Hetfrau davon überzeugen konnte, ihn nicht zu töten sondern gefangen zu nehmen. Er musste ehrliche, aber nicht zu offensichtliche Argumente finden. Sein Eid als Magier der Gilde des weißen Pentagramms und der Codex Alberycus verpflichteten ihn dazu.

10. Friskenmond – Avahütt

Es ist der Abend des 10. Friskenmonds 2655 nach Jurgas Landung. Magister Grönte sitzt am Mittelfeuer des Grasodenhauses des kleines Weilers. Selbst jetzt, eine Stunde nachdem sein Mündel begonnen hatte eine Orklende anbraten zu wollen, liegt der unangenehm beißende Geruch noch immer in der Luft. Jasper riecht kurz – ohne das es die anderen mitbekommen – an seinem weißen Reisegwand. Wie soll ich diesen Geruch nur wieder raus bekommen? Womöglich muss ich mich da wirklich des Sapefacta-Cantus behelfen – denkt er sich und verzieht für einen Moment angewidert das Gesicht. Nur ungerne würde er für einen so banalen Fall zu einem Zauber greifen wollen.

Behände greift der Magister in seine lederne Tragetasche und holt ein grün eingebundenes Diarium und einen kleinen Griffel heraus, den er in einer kleinen Birkenholzschachtel aufbewahrt hatte. Vorsichtig klappt er das inzwischen in die Jahre gekommene Diarium auf, schlägt die Beine übereinander, um das Buch darauf sorgsam ablegen zu können, und beginnt darin zu blättern. Ein schmales Lächeln macht sich unter seinem dichten braunen Bart breit, als Jasper seine alten Diariumseinträge überfliegt. Die Einnerung an die Zeit, als er zusammen mit Hetmann Tronde auf der Otta Isnendevind nach Albernia aufgebrochen war, versetzt den schmalen Magier in eine wohlige Woge der angenehmen Erinnerungen. Ihm entfährt sogar ein kurzer Ton des angenehmen Glücksgefühls, den zu seinem Glück niemand mitbekommen hat, da alle um ihn herum zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt waren.

Jasper schlägt eine leere Seite auf, lässt den Griffel zwischen seinen Fingern rotieren und schaut hinüber zu Hakon und Swafleif. Der junge Ifirndiener lauscht dem Barden gerade bei einer Anekdote über eine Heldengruppe im vierten Orkensturm. Neben Hakon sitzen da noch zwei der jugendlichen Sprösslinge des Dorfes die ebenfalls an Swafleifs Lippen hängen. Eigentlich wollte Jasper gerade anfangen seinen Tagebucheintrag zu verfassen, doch er gibt sich dem Drang hin, dem Mann mit der Harfe zu beobachten – nicht aus irgendeinem romantischen Interesse heraus – sondern eher aus einem forschenden Drang heraus. Ein interessantes Exemplar der thorwalschen Bardenkunst – dachte er sich. Es entzieht sich meiner Vorstellungskraft, weshalb jemand wie er mit jemanden wie Alrik gemeinsam reist und sie miteinander umgehen, als wären sie Freunde. Die zwei sind ein ungleiches Paar, Swafleif ist Redegewand – gut, typisch für einen Thorwaler auch überaus prahlerisch – aber er ist rhetorisch versiert, was ihm seine Kunst auch nahelegt. Die Lyrik und der Gesang machen ihn wohl zu einem Schöngeist, der im Körper eines grobschlächtigen ‚Seeräubers‘ gefangen ist. Immerhin achtet er deutlich stärker als andere Exemplare seiner Art auf sein Erscheinungsbild. Er geziemt sich zu waschen, seinen Bart zu pflegen und auf die Sauberkeit seiner Kleidung zu achten. Jasper musste daran denken, als er Swafleif dabei beobachtet hatte, wie er akribisch kleinere Flecken in seinen Kleidern versuchte zu entfernen. Der Magier lächelte kurz. Als Magier hatte auch er ein gewisses Maß an Eitelkeit, doch bei einem Thorwaler hatte er diesen Charakterzug noch nie beobachten können. Er wäre eine hervorragende Charakterstudie, wenn ich mehr Zeit dafür hätte  – überlegt sich Jasper und lässt seinen Blick weiter schweifen.

Sein forschender Blick bleibt auf der schlanken, in enger Lederkleidung gehüllten Halbelfin hängen. Sie selbst nennt sich Katrina – Jasper vermutete – dass es nicht ihr richtiger Name ist. Gestalten wie sie pflegen selten ihren wahren Namen, geschweige denn überhaupt je die Wahrheit, zu sagen. Ihr elfisches Erbe vermachte ihr Fähigkeiten, mit denen sie nicht geizt. Sie ist flink, drahtig und behände im Umgang mit kurzen Klingen. Ob sie wohl auch magische Fähigkeiten besitzt? Vielleicht sogar welche, von denen sie noch keine Kenntnis hat? – Jaspers buschige Brauen senkten sich ein wenig. Erneut fingert er in seiner lederne Tragetasche hinein und holt einen kleinen Flachmann hervor. Kurz gönnt sich Magister Grönte eine Nase des köstlichen Meskinnes, bevor er sich einen kräftigen Schluck davon zu Gemüte führt. Der Geschmack der Heimat. Wohlige Erinnerungsfragmente an die kühlen Tage in Norburg durchschießen seine Gedanken. Er denkt an die Schwestern des Hexenzirkels mit denen er gelegentlich abends beisammen saß und bei einer Kräuterpfeife über die Götter und die Welt philosophierte. Manchmal gesellte sich zu der Runde ein Elf – auch wenn er stets die Pfeife ablehnte – so war er ein interessanter und gutaussehender Charakter. Jasper verlor sich damals manchmal in seinen großen Augen und stellte sich vor, mit ihm gemeinsam durch die Wälder zu pirschen. Noch ein Schluck Meskinnes rinnt Jaspers Kehle hinab. Ach hätte ich mich damals doch nur getraut – durchschoss ihn der Gedanke in Bezug auf den Elfen, den er mit dem kühlen Schnaps versuchte auszulöschen. Jasper erinnert sich an die Worte des Elfen, dass ihr Blut stets magisch ist und es dies selbst in unreinen Nachkommen bleibt. Nun – dachte der Weißmagier weiter – ich werde es wohl noch herausfinden.

 

Eine Nacht voller Geheimnisse

18. Efferd 1022 n.BF

Auszug aus dem Diarium

Nur mit Mühe gelingt es mir den ledernen Einband der Dich zusammenhält in meinen müden Händen zu halten, verehrtes Diarium.

Es ist morgens und meine großgewachsenen Commilitones, mit Ausnahme von Herrn Arvesson, haben sich in ihren Zelten zur Ruhe begeben. Wir befinden und im Wald nördlich von Daspota abseits des Weges in Richtung Olport. Wir wurden in der verregneten Nacht von einem Rudel Wölfe überrascht und waren dadurch gezwungen einen mehr oder minder geordneten receptus zu einer nahegelegenen Höhle anzutreten. Welche ein weiterer archetypischer Vertreter der Thorwaler Kultur, den wir in Despota kennengelernt hatten, uns nahegelegt hatte. Sein Name ist Halvar Surasson – ob er wohl mit dem schlichten Aki Surasson verwandt ist, der mich in der Höhle des Eisdrachen gerettet hatte und eine mir schleierhafte Affiniät für sein Equus (Parenthetisch: Pferd) besaß?

Wir wurden jedenfalls in einen Höhleneigang gedrängt, der kurzerhand über uns zusammenbrach und mich unter einem Gemisch aus Lehm und Schotter begrub, Hesinde sei Dank blieb ich dabei unverletzt. meine Commilitones konnten mich jedoch befreien und wir drangen dann gezwungenermaßen in die interna der Höhle ein. Wie sich herausstellte, waren wir in eine Krypta der Angroschim gestolpert, wir durchforsteten die Gänge, wobei einige der Überreste der Zwerge begannen uns anzugreifen. Herrn Arvesson gelang es jedoch in Zusammenarbeit mit Herrn Eiriksson dem Bogenschützen selbige wieder zu Boden zu schicken. Da es unsere primäre Aufgabe war einen Ausgang aus diesem Labyrinth zu finden, verzichtete ich zugunsten unseren Überlebens auf eine arkane Untersuchung des locus delicti.

Nach eingehender Durchsuchung der Gewölbe gelang es uns dann eine Art Wohnstätte ausfindig zu machen, eine Art Tagebuch – in der mir nicht mächtigen Sprache und Schrift der alten Angroschim geschrieben – konnte geborgen werden, welches mir nach einer Transkription mittels eines secundären Referenzbuches Aufschluss darüber gab, weshalb hier niemand mehr anzutreffen war und was der Grund für die gehackten Nebengänge war die in die Ruhestätten der Zwerge Hineingehauen wurden. Es gelang uns den vor 42 Götterläufen hier verstobenen Zwerg aus einem Erdrutsch zu bergen und ihn anschließend, gemäß seines letzten in Schriftform formulierten Wunsches, auf dem schlichten Altar des Herrn der Esse beizusetzen. Seine Gnaden Værgersson gelang es seine Vorbehalte bezüglich des Herrn des Feuers beiseite zu schieben und wir wohnten einer von ihm improvisierten Messe bei, bei der die letzten Überreste des Zwergs mit dem klangvollen Namen Runosch, Sohn des Rogok, dem Herrn über Wind und Wogen übergeben wurden. Woraufhin uns allen der Ruhelose Geist des Zwerges erschien, sich verneigte und uns die Geheimtür nach draußen zeigte. Mein Versuch mit dem Geist zu interagieren blieb fruchtlos. Die vier Bücher, darunter zwei über Geologie und Bergbau, übereignete ich meinen Besitz, da sein Vorbesitzer daran wohl keine weitere Verwendung haben wird.

Es stellte sich heraus, dass sich der Geheimgang unter der Schlafstatt des gierigen Zwergs befand, der – wie wir seinem Tagebuch entnehmen konnten – übrigens nur hier war, weil er einer alten Legende bezüglich dieser Zwergensippe hinterherjagte. Laut seinen Aufzeichnungen sollte diese inzwischen ausgestobene Sippe ihre ehrvollen Toten in den „Goldenen Hallen“ beisetzen, was wohl nur metaphorisch zu verstehen war. Was der Zwerg wohl nicht verstand und ganz nach archetypisch weiter suchte – was ihm zum Verhängnis wurde. Es gelang uns noch zwei alte Truhen zu öffnen – dessen Hab und Gut wir uns ebenfalls aneigneten, darunter ein beachtliches Vermögen von 45 Dukaten, einer goldenen Brosche, zwei Silberringen und einem legendären Drachenzahn – der geschmiedeten Typus, versteht sich.

„Der alles haben will, soll nichts haben.“ – Magister Okil Porgajeff

Durch einen engen schmutzigen Gang gelang uns dann nach einer Kletterpartie den Weg in die Freiheit zu finden, leider zog ich mir dabei eine schwere Verletzung zu. Klettern war noch nie meine Stärke! Nandus sei Dank, konnte ich vorher jedoch noch den Gefährten von Wind und Wogen mittels eines Ängste-Lindern-Cantus von seiner Raumangst befreien. Als wir final die Grasnarbe passierten, war es schon Tags – die Praiosscheibe ging gerade auf, wir hatten die ganze Nacht in der Krypta verbracht. Wir kehren dann zurück zu unserem Lager, in der Hoffnung das Rudel Wölfe sei inzwischen verschwunden. Was für eine Nacht … über die weiteren Auswirkungen und Vorgehensweisen werde ich mich mit meinem Commilitones nach einem erholsamen kleinen Schlaf Gedanken machen.

– Adeptus Minor Jasper J. Ouvensen

Das Land der Bauernschlauen

13. Efferd 1022 n.BF

Auszug aus dem Diarium

Ich befinde mich in einem – die Alveriane mögen mir diese Bezeichnung verzeihen – Namenlosem Gasthaus in einem Namenlosen Gehöft nördlich von Thorwal. Mittels eines simplen Bannbaladin-Cantus ist es mir gelungen eine eigene Stube zu organisieren, und zwar die der Besitzer dieser beschaulichen Wirtschaft. Wahrlich, die Gastlichkeit des Bornlandes scheint mir bisher die wohl beste des ganzes Kontinents zu sein, denn nirgendwo bin ich bisher so ruppig behandelt worden, und alldies nur wegen meines Standes. Dabei sollte man doch eigentlich meinen, dass ein Magus der Weißen Gilde, noch dazu an ausgebildeter Wundarzt und treuer Gefolgsmann der Herrin Hesinde überall dort wo sich die einheimichen als „Zivlisiert“ bezeichnen ein gern gesehener und willkommenen Gast ist – beim heiligen Herdfeuer! Doch wie mich doicht, lag ich bisher mit dieser wohl allzu naiven Annahme falsch. Ein jedes mal, wenn diesen der comtemplation nicht gerade allzu mächtigen riesenhaften Wesen offenbar wird, dass ich ein Magus bin, werde ich mich bäuerlicher Skepsis beäugt und falschen Anschuldigungen belegt. Wie mir scheint, haben die Collega aus der Halle des Windes in Olport bisher nicht gerade dazu beigetragen den Ruf der Magier in den letzten 500 Götterläufen nachhaltig zu verbessern – denn schon so lange sind die Magierkriege nun schon her. Mir drängt sich daher die These auf, dass sich wohl auch die Kultur dieses Landes in den letzten 500 Götterläufen nicht weiter entwickelt hat. Zur Verteidigung der hiesigen Hühnen, muss jedoch meiner sicherlich etwas lapidar formulierten These hinzugefügt werden, dass sie dafür wiederrum wahrliche Meister der Handwerkskunst sind! Liebes Tagebuch: Noch nie habe ich eine derart beeindruckende Zimmermanns- und Schnitzarbeit gesehen, wie sie mir im Tempel der Herrn der Gezeiten in Thorwal gewahr wurde! Ein flüchtiger Observant würde mit Sicherheit die Theorie formulieren, dass derart große und grobschlächtig anmutende Menschen maximal dazu befähigt werden ein Wagenrad Rund zu schleifen – doch niemals würde er zu dem Schluss kommen dass sie über fast schon zwergische Kunstfertigkeiten verfügen!

Ich verfange mich jedoch wieder in meinen eigenen Ausführungen, was ich dir eigentlich mitteilen wollte, geschätztes Diarium, ist die Tatsache, dass die Gesetze dieses Landes mit dem Codex Albyricus zu kollidieren scheinen. Gefährte von Wind und Wogen Værgersson erzählte mir zusammen mit dem mir erst kürzlich bekannten Herrn Swafnan Eiriksson davon, dass das Erwähnen von Verbannten Personen in dieser Gegend dazu führt, dass man irgnoriert und vielleicht sogar gehängt werden kann – eine Zitat der Paragraphen aus den achtbarem Codex ließ sie jedoch unbeeindruckt – darüber hinaus auch eine Ausführung darüber das Magier – wie ich es einer zu Sein pflege – nicht von der weltlichen Gesetzgebung zu richten sind, natürlich insofern es sich dabei um arkane Vergehen handelt. Was mich wieder zu meine These führt, dass die Große Graue Gilde des Geistes nur sehr lapidar mit dem Codex umgeht – allen vorran die Halle des Windes.

Sehr verwundert war ich zudem über die ablehnende Haltung der oben genannten Herren bezüglich meiner Erlebnisse mit Hetfrau Jandra Sturmkind Havalasdottir (Der Verbannten) – meine Ausführungen zu dem Xenophoben Cantus der Chronomagica drängte die zwei, nur recht wenig mit Hesindes Gaben gesegneten Thorwaler, in ihren verstaubten und archaischen von Vorurteilen und Bauernschläue gelenkten Geist hinein. Selbst der Corpus Delicti – die Harfe des Skalden Tjure Guraldsson – welche mit zahlreichen Runenschnitzereien übersäht ist – ließ sie gänzlich kalt.

„Was der Bauer nicht kennt, das ißt er nicht“ – Volksmund im Bornland

Unsere Reise über den Avesweg führt uns in Gebirge, und womöglich sogar nach Aurilia – dem Dorf in dem Herr Garen Arvesson und ich in der Vergangenheit Zeugen einer Art Gerichtsverhandlung wurden, bei der Jandra Sturmkind von Rundolf Eiriksson wegen Mordes an dessen Vater angeklagt und anschließend verurteilt wurde. Vielleicht, bei Hesinde, ist es mir möglich dort mehr über die Vergangenen Ereignisse zu erfahren, ich muss mir bis dahin jedoch eine Möglichkeit überlegen mit der Bevölkerung über sie sprechen zu können, ohne dabei ihren Namen zu erwähnen und die potenziellen Informanten aufgrund absurder hiesiger Traditionen zu vergraueln.

– Adeptus Minor Jasper J. Ouvensen

Briefpate gesucht!

Hallo liebe Mitspieler!

Ich möchte unsere Seite um eine weitere Idee bereichen und bitte dabei um eure Mithilfe! Doch zuerst zu der Idee: Ich habe mir gedacht, dass einige unser Helden bestimmt in der Lage wären mit alten Bekannten, Freunden, Familienmitgliedern oder dergleichen eine Art Brieffreundschaft zu erhalten, vorallem die Wissenschaftlichen Charaktere sollten sich hierbei angesprochen fühlen.

Schritt 1: Da es langweilig ist mit sich selbst eine imaginäre Brieffreunschaft zur Belustigung anderer zu erhalten, habe ich mir Gedanken dazu gemacht wie man dieses Problem lösen könnte. Jeder Spieler der Interesse hat, denkt sich einen (oder auch mehrere) Brieffreunde (Also NSC’s) aus und erstellt dazu ein paar kleine Eckdaten. Daraus sollte hervorgehen woher sich die Charaktere kennen, was ihre Gemeinsamkeiten sind und wieso sie überhaupt einen Briefkontakt miteinander pflegen sollten. Vorzugsweise sollte der angeschriebene NSC irgenso stationär sein, damit es überhaupt zu einem Briefwechsel kommen kann. Der Spieler des Charakters der Interesse daran hat eine Brieffreundschaft aufzunehmen, erstellt daraufhin einen Initiationsbrief und stellt dieses unter SCRIPTORIUM -> BRIEFWECHEL -> … von (NAME DES CHARAKTERS) -> (NAME DES NSC’s) als Sichtbarkeit „Privat“ online. Ein Link auf die versteckte Seite, sollte dann auf „… von (NAME DES CHARAKTERS)“ vorhanden sein.

Ich habe hierfür mal ein Beispiel erstellt: Klick mich!

Schritt 2: Der nächste Schritt wäre es dann sich einen Briefpaten zu suchen, d.h. einen realen Spieler aus irgendeiner der hier agierenden Gruppen der Interesse daran diesen vom Spieler erstellten NSC’s mit Leben zu füllen und auf die Briefe des Charakters zu antworten. Hierbei sollte dem Briefpaten ausreichend Spielraum gegeben werden diesen Charakters Leben einzuhauchen und mit dem neuesten Kladj (bornländisch für Klatsch), den aktuellsten Erkenntnissen oder neuesten Entwicklungen zu informieren – immerhin soll dem Briefpaten diese Arbeit ebenfalls Spaß machen! Natürlich können sich der Spieler des Charakters und der Briefpate hier miteinander abstimmen. Sobald dies getan ist, steht der Brieffreundschaft eigentlich nichts mehr im Wege, außer …

Schritt 3: Da ein Brief oft lange braucht um quer über den Kontonent verschickt zu werden, sollten wir versuchen hier realistisch zu bleiben. Auf meinem Beispiel des Briefes von Jasper an Baron Travigor werdet ihr unten eine kurze Zusammenfassung der Informationen über den Brief finden. Denn nicht nur das benätigte Geld, sondern auch die Entfernung, die geschätzte Reisedauer und der geschätzte Ankunftstag sind hierbei von entscheidender Bedeutung. Erst wenn der Charakter des Spielers IN-GAME das Datum erreicht hat an dem der Brief geschätzterweise angekommen ist, PLUS die Zeit die ein möglicher Antwortbrierf zurück benötigt (Wobei der Ankunftsort des Antwortbriefes nicht mit dem Absendeort des ersten Briefes übereinstimmen muss), kann es zu einem Antwortschreiben kommen. Dem Briefpaten ist es natürlich freigestellt sein Antwortschreiben bereits vorher zu verfassen und online zu stellen, immerhin kann jeder von und IN-GAME- und OUT-GAME-Wissen trennen, nicht wahr?

Für die Berechnung der Entfernung, der Kosten und und der kalkulierung der Ankunftszeit des Briefes fragt euren aktuellen Spielleiter.

Wenn alle drei Schritte getan wurden, sollte einer Brieffreundschaft nichts im Wege stehen! Ich hoffe euch gefällt meine Idee … ich bin bereits gespannt auf eure Antworten!

NACHTRAG: Das SCRIPTORIUM wurde von mir Überarbeitet. einige die Unterkathegorien sind nun vollständig und es sind ein paar neue Seiten hinzugekommen.

MfG,

Der Jörn

Temporale Anomalien … oder der debile Humor der Götter

 11. Efferd 1022 n.BF

Auszug aus dem Diarium

Nur zu gerne würde ich einmal einen Disput mit dem Herrn über die Zeit haben, obwohl mir seine Töchter – Ymra oder Fatas – schon genügen würden. Erneut war ich ein Victim einer temporalen Anomalie, was mich nur noch mehr in meinem Bestreben unterstützt, meine Studien in die Chrononautik vorran zu bringen. Es drängt sich mir jedoch die Frage auf, wo – die Zwölfe mögen es mir verzeihen – beim Namenlosen es  dafür die notwendigen Pergamente oder Dokumente gibt, die mir bei meinen Forschungen weiterhelfen könnten. Vielleicht sollte ich einmal eine Reise nach Thalusien in Angriff nehmen, ich hörte mal von einem dort lokalisierten Tempel der Satinav gewidmet sein soll. Vielleicht vermag mir die dortige Geweihtenschaft einige meiner Fragen zu diesem Thema zu beantworten – oder meinen Geist dazu zumindest anderweitig zu erhellen.

Doch eines nach dem anderen, nach den Strapazen in Albenhus hab ich einen Brief zur Halle des Lebens in Norburg geschrieben, um zu berichten was nach mit mir, dem werten Edelmann Streitward von Menzheim und dem Rest der Reisegruppe seit unserem Aufbruch im Praios des Jahres 1021 in Nordburg geschehen war. Am 02. Rondra 1022 erhielt ich Antwort von meinem alten Freund und Weggefährten Magister Puschinske, der – wie er mir ebenfalls berichtete – sich gerade aufmachen würde um nach Olport zu Reisen um dort zur Halle des Windes zu gehen um mehr über die Runenmagie dieser Nordmänner zu erfahren und um diese eingehender zu studieren zu können. Aus dem Brief ließ sich außerdem concludieren, dass man an der Halle des Lebens erstaunt darüber war von mir zu lesen, da man inzwischen davon ausging dass ich zu Boron gegangen sei – was realiatisch betrachtet auch beinahe der Realität entspräche. Ich verfasste erneut einen Brief zu meiner Akademie um mitzuteilen, dass ich mich ebenfalls nach Olport begeben würde um dort Magister Puschinske zu treffen – denn auch für mich erschien es interessant mehr über die legendären Logogramme der Thorwaler ihrer Zauberzeichen in Erfahrung zu bringen. Ich beendete meinen Dienst bei den Anconitern in Albenhus, denn es waren nur noch wenige Patienten – welche vom Ausbruch der Zorganpocken betroffen waren – in Behandlung und brach dann gen Firun auf – eine weitere Reise stand mir bevor.

Die Reise verlief ungewöhnlich ruhig, bis an jenen Tag als ich in Kendrar, einer thorwalschen Siedlung am Meer, am 10. Efferd 1022 eintraf. Im hiesigen Gasthaus „Zum fliegenden Schiff“, lernte ich einen angenehm ruhigen, regional einheimischen Mann kennen – er stellte sich mir als Garen vor. Wie der listige es will, lernte ich nicht nur im selben Gasthaus und am selben Tag, nein auch am selben Tisch eine weitere Person kennen die mich für einige Zeit begleiten würde: Einen jungen, maximal pigmentierten Wilden aus dem tiefen Süden. Der – wie sich später herausstellte – gar nicht „Moha“ hieß, obwohl er sich so vorstellte. Noch am selben Abend wurden wir von einem Nordlandjungen namens Bjeri Toresson angeheuert um ihm als Reisegesellschaft und – gar Korgefällig – als bezahlte Eskorte bis nach Thorwal zu diesen, was ich nur aus dem einen Grund annahm, da ich eh in die Richtung wollte. Bei der Schlange, ich hätte nie gedacht dereinst mit einer Gruppe Thorwaler durch das Land zu ziehen und mich für die Reise auch noch bezahlen zu lassen!

„Viribus unitis!“ – Magistra Jylani von Norburg

In Lervik, einem kleinen Ort am Golf von Prem und noch am selben Abend lernten wir dann einen Skalden mit dem Namen Ture Guraldsson kennen, der uns corum publico ein Musikstück auf seiner Harfe vorspielte, welches von der Hetfrau Jandra Havalasdottir handelte. An dieser Stelle – geschätztes Diarium – setzte dann der mir xenophobe Cantus der Magica Chrononautis ein, der uns für den Zeitraum von fast einer Woche durch eine confecte Hermetik der Magica phantasmogarica suggerierte , die in der temporis praeteritum stattgefunden Ereignisse und Abenteuer der soeben genannten Frau samt ihrer Ottajasko mitzuerleben. Seltsamerweise verblieben, nachdem die Wirkungsdurata des Cantus finit wurde, alle während dieser Zeit gemachten Diariumeinträge erhalten, die während dieser Zeit von mir mittels der spagyrik hermetisierten Heylwasser waren jedoch verschwunden! Die Wege des Herrn Satinav sind wahrlich unergründlich … es lässt sich daraus concludieren, dass die Magica Chrononautis wohl ein schwer zu kontrollierender Ritus sein wird.

Eine weitere Theorie, welche ich jedoch derzeit nicht in der Lage weder zu dementieren noch zu mentieren, ist die Möglichkeit, dass es sich hierbei um ein göttliches Wirken handelt – was sich durch den Faktum unterstützen lässt, dass die Laute des Skalden – nachdem wir wieder in Lervig rematerialisierten und Ture vo meinen Augen dematerialisierte – ich mittels des Odem Cantus weder arkane Strukturen erkannte die selbiges Artefakt perfluktuierten, noch irgendeine mir bekannte Matrix die sich in meiner unmittelbaren Umgebung befand.

Resultatum: Noch mehr Fragen, und keine Antworten!

Vielleicht ergibt sich auf der Reise nach Thorwal eine Möglichkeit die verbannte Hetfrau Jandra Havalasdottir zu finden, denn durch sie wäre es bestimmt möglich den Skalden ausfindig zu machen, wer mir als Zentrum dieses ganzen Wirkens als am wahrscheinlichten erscheint meine Fragen beantworten zu können. Nur zu gerne würde ich erst Mal einer der Rätsel detectieren, bevor ich dazu komme noch weitere aufzuwerfen. Den Corpus delicti – die Harfe des Skalden – habe ich vorsichtshalber eingepackt.

– Adeptus Minor Jasper J. Ouvensen