18. Efferd 1022 n.BF
Auszug aus dem Diarium
Nur mit Mühe gelingt es mir den ledernen Einband der Dich zusammenhält in meinen müden Händen zu halten, verehrtes Diarium.
Es ist morgens und meine großgewachsenen Commilitones, mit Ausnahme von Herrn Arvesson, haben sich in ihren Zelten zur Ruhe begeben. Wir befinden und im Wald nördlich von Daspota abseits des Weges in Richtung Olport. Wir wurden in der verregneten Nacht von einem Rudel Wölfe überrascht und waren dadurch gezwungen einen mehr oder minder geordneten receptus zu einer nahegelegenen Höhle anzutreten. Welche ein weiterer archetypischer Vertreter der Thorwaler Kultur, den wir in Despota kennengelernt hatten, uns nahegelegt hatte. Sein Name ist Halvar Surasson – ob er wohl mit dem schlichten Aki Surasson verwandt ist, der mich in der Höhle des Eisdrachen gerettet hatte und eine mir schleierhafte Affiniät für sein Equus (Parenthetisch: Pferd) besaß?
Wir wurden jedenfalls in einen Höhleneigang gedrängt, der kurzerhand über uns zusammenbrach und mich unter einem Gemisch aus Lehm und Schotter begrub, Hesinde sei Dank blieb ich dabei unverletzt. meine Commilitones konnten mich jedoch befreien und wir drangen dann gezwungenermaßen in die interna der Höhle ein. Wie sich herausstellte, waren wir in eine Krypta der Angroschim gestolpert, wir durchforsteten die Gänge, wobei einige der Überreste der Zwerge begannen uns anzugreifen. Herrn Arvesson gelang es jedoch in Zusammenarbeit mit Herrn Eiriksson dem Bogenschützen selbige wieder zu Boden zu schicken. Da es unsere primäre Aufgabe war einen Ausgang aus diesem Labyrinth zu finden, verzichtete ich zugunsten unseren Überlebens auf eine arkane Untersuchung des locus delicti.
Nach eingehender Durchsuchung der Gewölbe gelang es uns dann eine Art Wohnstätte ausfindig zu machen, eine Art Tagebuch – in der mir nicht mächtigen Sprache und Schrift der alten Angroschim geschrieben – konnte geborgen werden, welches mir nach einer Transkription mittels eines secundären Referenzbuches Aufschluss darüber gab, weshalb hier niemand mehr anzutreffen war und was der Grund für die gehackten Nebengänge war die in die Ruhestätten der Zwerge Hineingehauen wurden. Es gelang uns den vor 42 Götterläufen hier verstobenen Zwerg aus einem Erdrutsch zu bergen und ihn anschließend, gemäß seines letzten in Schriftform formulierten Wunsches, auf dem schlichten Altar des Herrn der Esse beizusetzen. Seine Gnaden Værgersson gelang es seine Vorbehalte bezüglich des Herrn des Feuers beiseite zu schieben und wir wohnten einer von ihm improvisierten Messe bei, bei der die letzten Überreste des Zwergs mit dem klangvollen Namen Runosch, Sohn des Rogok, dem Herrn über Wind und Wogen übergeben wurden. Woraufhin uns allen der Ruhelose Geist des Zwerges erschien, sich verneigte und uns die Geheimtür nach draußen zeigte. Mein Versuch mit dem Geist zu interagieren blieb fruchtlos. Die vier Bücher, darunter zwei über Geologie und Bergbau, übereignete ich meinen Besitz, da sein Vorbesitzer daran wohl keine weitere Verwendung haben wird.
Es stellte sich heraus, dass sich der Geheimgang unter der Schlafstatt des gierigen Zwergs befand, der – wie wir seinem Tagebuch entnehmen konnten – übrigens nur hier war, weil er einer alten Legende bezüglich dieser Zwergensippe hinterherjagte. Laut seinen Aufzeichnungen sollte diese inzwischen ausgestobene Sippe ihre ehrvollen Toten in den „Goldenen Hallen“ beisetzen, was wohl nur metaphorisch zu verstehen war. Was der Zwerg wohl nicht verstand und ganz nach archetypisch weiter suchte – was ihm zum Verhängnis wurde. Es gelang uns noch zwei alte Truhen zu öffnen – dessen Hab und Gut wir uns ebenfalls aneigneten, darunter ein beachtliches Vermögen von 45 Dukaten, einer goldenen Brosche, zwei Silberringen und einem legendären Drachenzahn – der geschmiedeten Typus, versteht sich.
„Der alles haben will, soll nichts haben.“ – Magister Okil Porgajeff
Durch einen engen schmutzigen Gang gelang uns dann nach einer Kletterpartie den Weg in die Freiheit zu finden, leider zog ich mir dabei eine schwere Verletzung zu. Klettern war noch nie meine Stärke! Nandus sei Dank, konnte ich vorher jedoch noch den Gefährten von Wind und Wogen mittels eines Ängste-Lindern-Cantus von seiner Raumangst befreien. Als wir final die Grasnarbe passierten, war es schon Tags – die Praiosscheibe ging gerade auf, wir hatten die ganze Nacht in der Krypta verbracht. Wir kehren dann zurück zu unserem Lager, in der Hoffnung das Rudel Wölfe sei inzwischen verschwunden. Was für eine Nacht … über die weiteren Auswirkungen und Vorgehensweisen werde ich mich mit meinem Commilitones nach einem erholsamen kleinen Schlaf Gedanken machen.
– Adeptus Minor Jasper J. Ouvensen