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Erlebnisse in Ferdok

Soviel ist in dieser Stadt schon vorgefallen, darunter einige interesannte arkane Phänomene. Doch der Grund Unserer Reise hierher wurde noch nicht genüge getan, die gesuchten Akademien haben Wir noch nicht gefunden, wohl aber weitere Hinweise, welche zumindest eine Existenz in der Vergangenheit erwähnen. Doch Unsere Erlebnisse waren auch ansonsten sehr turbulent, oder Tsa gefällig. Ich konnte einige arkane Visitationen vornehmen, unter anderem beobachtete ich einen Cantus der Wasser in die Zwischenebene, den Nichtraum früher auch als Astralebene bezeichnet, den Limbus verschwinden ließ. Die Urheberin war eine junge Schelmin, etwas unreif, aber das mag an vielen Faktoren liegen, vornehmlich der Erziehung und Unterweisung durch die Kobolde. Aus rein wissenschaftlichen Gründen, versteht sich, habe Ich mich mit Ihr beschäftigt. Wir kammen über Ihren Astralcorpus in ein Gespräch, nach Ihrer Aussage, währe der Astralcorpus Ihrer Eltern noch chaotischer, bis dato traf Ich noch nicht auf einen Kobold den ich untersuchen konnte. Um zu sehen wie Sie sich auf einem gesellschaftlichen Ereignis verhalten würde, lud ich Sie zum Ball von Nahema ai Tamerlain ein. Meine Beobachtungen waren nicht sehr zufriedenstellend, musste ich mich doch so sehr auf meine Koordination konzentrieren, dass ich keine genauen Ergebnisse sammeln konnte. Beim nächsten Mal sollte Ich einen meiner Begleiter fragen ob dieser nicht interesse hätte mit Ihr auf einen entsprechenden gesellschaftlichen Anlass zu gehen? Die Schelmin machte Mich noch mit einen Geist bekannt, höchst fasznierend ein Schelmen Geist und auch noch Mein erster Geist in vito. Dazu kammen noch diverse Ereignisse auf jenen besagtem Ball von Nahema ai Tamerlain, zwei Tote ein paar Verletzte und mindestens ein entwendeter Gegenstand. Der eine Tote starb offensichtlich eines natürlichen Todes, seltsam war nur das das beiliegende Thaumatursom den Tod eigentlich verhindern sollte, wenn ich es einer genaueren Visitation unterziehen würde, müsste es mir theoretisch gelängen ein genaueres Bild des aktuellen Zustandes des Thaumatursomes zu erhalten, ob wohl Buch darüber geführt wurde wann wieviele Canti ausgelöst und wann diese aufgeladen wurden? Weiterhin schied der Gestaltwandler aus seinem oder ihrem Leben, dieser hatte ein einfaches Silentium Thaumatursom in seinem Besitz, dazu noch einige Gegenstände die einer genaueren Visitation bedürfen. Darunter war ein Bildnis, welches von Spichbrechers nächtliche Auseinandersetzung mit seinem Meuchler zeigte, Azina deutete an das das Bildnis an die Werke eines Vampires erinnere, welchen Sie in den Schwarzen Landen ausgeschaltet habe. Von Spichbrecher ergriff das Bildnis, daraufhin versuchte Ich wenigstens den Schwarzen Zettel vor weiteren Zugriffen noch zu schützen indem Ich bei nachfrage ob Ich noch etwas gefunden hätte ein leeres Pergament aus meiner Tasche zog und es überreichte, wenn Ich meine Visitation beendet habe werde Ich Ihnen die Erkenntnisse mitteilen, denke Ich. Zur weiteren Visitation habe ich ebenfalls die Überreste, oder zumindest einige, des Gestaltwandlers eingepackt. Leider konnten Wir die Entwendung eines Ringes nicht verhindern, im nachhinein stellte sich heraus, das es sich wahrscheinlich um einen Ring der Hesinde handelte, und natürlich um das “Artefakt” für denjenigen mit dem Hesindeamulett. Der Dieb hinterließ zumindest eine Feder, bei nächster Gelegenheit werde Ich diese sicherstellen und versuchen die Spur des dreisten Diebes aufzunehmen, ein Convokativer Cantus sollte ausreichen. Aber das wohl erstaunlichste war das was mit einem meiner Flim Flam Canti passierte, er explodierte förmlich und erreichte bei diesem Lichtblitz eine noch nie dagewesene Intensivität, Ich kann mir das nur so erklären, dass durch die umgebenden Verschiebungen im Astralfeld und den Restresonanzen der vorherigen Flim Flam Canti fremden Ursprunges meine Matrix gewisse Imperfektionen aufwies und dem Druck der Umgebung nicht standhielt und sich somit die Energie der Matrix den kürzesten Weg suchte. Bei nächster Gelegenheit werde ich den Versuch starten den Effekt gezielt hervorzurufen. Ansonsten gab es keine allzu erstaunlichen Ergebnisse, von Spichbrecher schien etwas, ich denke verwirrt, als Ich erklärte ich wolle die Vitrine, aus welcher der Ring entwendet wurde, befragen. Weiterhin ergaben sich noch Beobachtungen einiger Randphänomene, unter anderen sah ich einige Ikaryan Schmetterlinge und hörte das Rascheln einer gewissen Gras Sorte, welche Ich bis dahin nur aus Erzählungen kannte, obwohl es sich um eine Pflanze aus der Heimat meiner Familie handelte, ein Zeichen das mir vor Augen führen sollte wie wenig ich über meine Heimat und meine Familie weiß? Zumindest gab es einige an arkanen Sachverhalten interessierte Individuen, denen Ich etwas von meinem Wissen vermitteln konnte und mittels demonstratio einer simplen Phantasmagorie und eines modifizierten Clarobservantia Cantus deren interesse stärkte.

Aber nun auf zum Tempel des Praios, Ich muss mir unbedingt Gedanken zu einem Mittel gegen Kopfschmerzen machen, war doch der vorherige Besuch nicht sehr erfreulich. Wieso von Spichbrecher nur darauf bestand das jener Gott, dessen Tempel Kopfschmerzen hervorriefen, als Oberster der Götter zu gelten habe? Es gab diesbezüglich schließlich viele verschiedene Ansichten Angrosch war den Zwergen der Oberste Gott, den alten Tulamiden war Feqz als Oberster Gott geläufig und viele andere Wesen verehrten andere Götter an oberster Stelle. Das sinnvollste erscheint in diesem fall tatsächlich die Verursacher selbst zu fragen, bei diesem Gedanken schlich sich ein Grinsen auf Nehazets Lippen, was von Spichbrecher wohl denken würde, wenn ich ihm diese Idee mitteilen würde. Am Tempel angekommen sprach mich von Spichbrecher auf eines unserer vergangenen Gespräche an: “Gelehrter Herr -seht dieses Gebäude und lasst euch von seiner Gewaltigkeit und Kraft einfangen – und nun sagt erneut das ihr immer noch davon überzeugt seid, dass der Fuchsgott tatsächlich der wahre Götterfürst sei – denn im Gegensatz zu diesem Bauwerk, welches dem Herrn Praios geweiht ist, sind die Gebäude des Herrn Phex Kaschemmen und Spelunken.” Er wollte eine Antwort von mir und ich war bereit ihm eine zu geben: “Von Spichbrecher wart Ihr denn je in den Landen der Söhne Tulams, besuchtet Ihr je die niemals Schlafende oder die Altehrwürdige oder die erste der Städte? Ich nehme an Ihr vergleicht die Tempel Praios mit den hiesigen Tempeln des Feqz? Die Stellungen der Götter an Ihren Häusern abzulesen halte ich für sehr gewagt, zumal hier noch nicht einmal alle Götter vertreten sind. Jeder der Götter vertritt andere Aspekte und ich kann nachvollziehen, dass für die Aufgaben des Praios so ein Tempel sinnvoll erscheinen mag, aber ich rate euch, dass Ihr euch etwas mit der Geschichte des Feqz auseinandersetzt. Er prägte das Volk der Tulamiden wie kein anderer Gott, wollt Ihr meinem Volk deswegen vorwerfen, dass es Feqz als höchsten unter den Göttern ansieht? Letzendlich wissen Wir nicht wer die höchste Entität Alverans ist, dazu müssten Wir sie schon fragen, stimmt Ihr mir da nicht zu? Aber lasst uns nachdem Tempelbesuch weiter diskutieren, oh diese Kopfschmerzen.” Und so betraten Wir den Tempel.

Ein gar denkwürdiger Tag

Noch früh am Morgen, als die Praiosscheibe gerade begann sich über den Dächern der Häuser der Stadt Ferdok zu erheben,  stemmte sich Junker Sieghelm G. von Spichbrecher aus seinem Bett. Das Schlafgemach dass ihm die hochachtbare Dame ai Tamerlein zu Verfügung gestellt hatte war prunkvoll und stilvoll eingerichtet, ganz wie es Sieghelm aus frühenen Zeiten gewohnt war, auch wenn er inzwischen – spätestens zu seiner Zeit an der Kriegerakademie – einen kargeren Lebensstil gewohnt war.

Er beeilte sich mit der Morgentoilette und dem anschließenden Ankleiden um auf keinen Fall seinen großen Tag zu verpassen, dem Tag an dem er – Junker Sieghelm Gilborn von Spichbrecher zu Dettenhofen, Absolvent der Kriegerakademie der Feuerlilien zu Rommilys, ein bedeutendes Artefakt der Praioskirche an die Geweihtenschaft des Götterfürsten übergeben  würde. Ein letztes Mal prüfte er seine Kettenteile, seinen Wappenrock und seine Schwerter auf ihre akkurate Sauberkeit und verließ dann das Anwesen der Hochachtbaren Dame um seinen kleinen Gefährten Pagol, seinen Jagddackel, abzuholen.

Entgegen Sieghelm Erwartung waren die Straßen an diesem morgen bereits sehr belebt, geschäftiges Treiben  herrschte auf den gestampften Stadtpfaden. Romo und Gilbert, die zwei Mannen seiner Infanterieeinheit standen ebenfalls, wie bereits am Abend zuvor befohlen,  bereit.

“Praios zum Gruße die Herren.” grüßte Sieghelm die beiden Männer die in die teils blauen Wappenröcke der Stadt Hammerschlag gehüllt waren. Rumo fuhr herum und entgegnete den Gruß des Junkers. Sieghelm baute sich währendessen auf, atmete tief ein und setzte zu einer wohl überlegten und pathetischen rede an: “Ihr dürft stolz sein an diesem Tage jenem ehrwürdigen Moment beiwohnen zu dürfen, welcher euch heute zuteilwerden wird. Ihr werdet noch euren Enkelkindern von jenem Tag erzählen an dem ihr dabei gewesen wart, als der damalige Junker Sieghelm Gilborn von Spichbrecher zu Dettenhofen, den erhabenen Praiosschild – ein Artefakt des Ersten Alverans  – aus den Händen des bösen entrissen hat um es wieder in den rechtmäßigen Besitz der Kirche zurückzuführen.” “Ohja, ich kann es kaum erwarten.” sprach Rumo und unterdrückte dabei ein Gähnen, Gilbert hingegen schien etwas begeisterter und hing an Sieghelms Lippen. “Ganz bestimmt, Herr – dürfen wir der Feierlichkeit beiwohnen?” Sieghelm setzte ein Lächeln auf und schaute verwegen an seinen beiden Mannen vorbei  – als der Junker noch mehreren Sekunden nicht auf die Frage von Gilbert reagierte setzte er nach: “Herr Junker? Verzeihung?” “Was? Achso, ja – natürlich.” Sieghelm wurde aus seiner sichtlichen Gedankenverlorenheit herausgerissen – denn in seinem Tagtraum war er bereits bei seinem Ritterschlag Zuhause in Rommilys. “Lasst und gehen, dort hinten stehen die Wachen der Hochachtbaren Dame bereits auf uns – zusammen mit der Truhe mit dem Artefakt.” Sieghelm ging mit seinen Mannen zusammen zu der Eskorte von Nahema ai Tamerlein, die sie ihm freundlicherweise für die Begleitung zum Tempel zur Verfügung gestellt hatte. Zusammen mit den Wachen der Dame, seinen beiden Leuten aus der Infanterie, als auch dem Gelehrter Herrn Nehazet und der werten Azina ging es dann auf zum Praiostempel – natürlich war Pagol auch dabei.

Während des kleinen Marschs, ließ Sieghelm die Ereignisse des vergangenen Tages noch einmal vor seinen geistigen Auge Revue passieren: Leider konnte der Ring der Hesinde nicht gerettet werden, dieser vermaledeite Papagei hatte es doch tatsächlich geschafft den Ring zu bekommen und mit ihm davon zu fliegen, doch aus irgendeinen Grund schien die Hochachtbare Dame davon nicht allzu entrückt, ja schon fast Leidenschaftslos – und überhaupt schien sie irgendwie alles nicht wirklich zu tangieren. Sieghelm wurde aus der Frau nicht schlau, und dieser mystische Schleie der sie umgab, wurde nur noch mehr durch die Tatsache geschürt, dass sie Praiosartefakt einfach so wieder her gab. In der Reliquienkammer des Frau hingen und standen einige Kostbarkeiten, zudem stellte sie der Gesellschaft das Schild als “Aus der Khôm-Wüste geborgen” vor – was es wohl damit auf sich hatte? Sieghelm würde mehr darüber in Erfahrung bringen müssen wenn das Schild irgendwann offiziell präsentiert wurde und man ihn erneut zu einer Rede anhielt.

Neben dem Krieger hüpfte Pagol, der treue Dackel, an den Beiden seines Herrchens neugierig empor. “Was hast du denn, Pagol?” fragte Sieghelm und blieb für einen Moment stehen – wodurch der gesamte Trott, bestehend aus mehreren Wachen ebenfalls zum erliegen kam. Pagol bellte kurz auf und sah bittend zu seinem Herrchen auf. Sieghelm schaute sich um und entdeckte einen Marktstand der abgehangene Würste verkaufte. “Achso – ich verstehe.” sagte er, und dann zu der Eskorte: “Einen Moment, es kann gleich weiter gehen.” Sieghelm ging zu dem Stand und erwarb zwei der leckersten und besten Würste die der Stand zu bieten hatte – eine für sich, und eine für Pagol. Danach ging er weiter.

‘Wie in Praios Namen konnte der Gestaltwandler es nur schaffen Wein zu trinken ohne sich zu verflüssigen? Wir hatten doch die Information von dem Geweihtes des Praios, dass Alkohol ihn in seine natürliche Form verwandeln würde?’ – dachte der Baronssohn und drehte dabei nachdenklich die Wurst zwischen den Fingern hin- und her. ‘Irgendwo in der Stadt muss außerdem noch ein toter Roban Grüntal liegen, da der Gestaltwandler ja seine Form angenommen hat – ich muss der Stadtgarde noch Bescheid geben. Ob Ulwine Neisbeck, die Händlerin, wohl mit zu diesem Komplott gehört? Immerhin haben wir aus ihrem Kontor das Schild entwendet, wusste sie etwa davon? Aber wenn ja, wieso hatte der Gestaltwandler dann nicht versucht das Schild selbst zu bergen? Nein Nein, Frau Neisbeck wird davon nichts gewusst haben, außerdem würden sich die Bannstrahler wohl bald ihrer annehmen da sie immerhin das Schild heimlich transportierte.’

Diese, und noch viele weitere Gedanken gingen dem Junker durch den Kopf, auf dem Traviaplatz, welcher vor dem Praiostempel ist, machte die Eskorte dann für einen Moment halt, Sieghelm war nämlich wieder stehen geblieben und blickte zu der erhabenen, prächtigen und großen Kirche des Götterfürsten empor. Es war ein Bauwerk von wahrer Anmut und Größe, die Fenster waren hochgezogen und mit Bleiverglasungen versehen, die Mauern dick und kräftig, und auf der Spitze prunkte das güldere Symbol Praios, das immer wachende Auge, schon als Kind war Sieghelm fasziniert von der Bauweise der Praioskirchen, denn auch in Rommilys gab es ein sehr prächtiges Bauwerk. Da fiel Sieghelm erneut das Gespräch mit dem Gelehrten Herrn Nehazet ein, der doch tatsächlich Phex an Praios Stelle setzen wollte, an die Stelle des Götterfürsten – welch ein Frevel!

“Gelehrter Herr – seht dieses Gebäude und lasst euch von seiner Gewaltigkeit und Kraft einfangen – und nun sagt erneut das ihr immer noch davon überzeugt seid, dass der Fuchsgott tatsächlich der wahre Götterfürst sei – denn im Gegensatz zu diesem Bauwerk, welches dem Herrn Praios geweiht ist, sind die Gebäude des Herrn Phex Kaschemmen und Spelunken.”

Ein Ball mit Komplikationen

Erschöpft ließ sich Azina auf ihr weiches Bett fallen. Viel ist an diesem Tag passiert. Langsam beginnt sie, die Eindrücke zu verarbeiten:

Bei Firun, was für ein Tag. Er übertrifft sogar noch den gestrigen. Erst erhalte ich von Sieghelm eine überraschende Einladung auf den Ball und dann, als wenn das nicht schon seltsam genug wäre, erhalte ich von der Nehema al Tamerlein ein verzaubertes Armband. Es besitzt in der Tat erstaunliche Kräfte. Zum einen werden meine körperlichen Fähigkeiten drastisch erhöht, sodass ich schneller laufen, zuschlagen, ausweichen und parieren kann. Aber sie warnte mich, es allzu lang zu benutzen, da es mich völlig erschöpfen könnte. Ich werde es bei Gelegenheit testen.

Die andere Fähigkeit stärkt alle meine Sinne, sodass ich besser hören, sehen, tasten und riechen kann. Diese Fähigkeit sollte ich künftig ebenfalls mit Bedacht einsetzen. Als ich sie vorhin beim Einkaufen das erste Mal auf dem Ferdoker Marktplatz einsetzte, überwältigten mich die Eindrücke derart, dass ich nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht. Ich hätte nie gedacht, dass Fisch so dermaßen stinken kann oder dass ein Praioti von einer blendendhellen Aura umgeben ist. Das wirft ein ganz neues Licht auf die Gottesdiener. *lach

Am Abend auf den Ball hatte ich direkt Spaß daran die Leute mit Wein abzufüllen. Nur so konnten wir den Gestaltwandler entdecken, dachten wir. Es war an sich ein schöner Ball. Die Speisen waren vorzüglich, der Wein köstlich und die Dekoration prachtvoll, die Teilnehmer zwar etwas spießig, aber das ist ja so üblich auf solchen Veranstaltungen. Wenn nur nicht diese Zwischenfälle gewesen wären. Erst wurde ein Kaufmann in hoher Position vergiftet, dann verursacht die Schelmin einen Aufruhr im Tanzsaal und anschließend stielt der Gestaltwandler den Hesinde-Ring mit Hilfe des Papageis. Der Kampf war eh unfair. Ich hatte ein Kleid statt meiner Lederrüstung an und nur meine Linkhand statt meinem Khunchomer zur Verfügung. Außerdem war der Gestaltwandler größer als ich und dann war ja noch der zaubernde Papagei. Also umgerechnet 0,5 gegen 3. Da hatte ich keine Chance.

Aus irgendeinem Grund lief der Gestaltwandler nicht weg, so konnte ich ihn, als ich aufwachte, festnehmen lassen. Am nächsten Morgen bekämpften wir ihn in Sieghelms altem Zimmer, nachdem Hr. Spichbrecher aufs Geratewohl die Möbel zertrümmerte. Erst verwandelte er sich in einen Stuhl, dann in ein Schwein und dann sogar in Sieghelm. Ein Schelm, der Ähnlichkeiten zwischen den letzten beiden Gestalten sieht. Obwohl… der Hr. Spichbrecher hat sich heute als außerordentlich fähig erwiesen. Auch seine Art scheint bei den hohen Herrschaften gut anzukommen. Das Einzige, was man ihm heute anlasten kann, ist, das er nicht ein einziges Mal mit mir getanzt hat! Und dabei waren wir zusammen auf dem Ball! Ich habe mir extra ein schönes Kleid gekauft, aber der rondranische Rohling hat es und mich nicht beachtet. Pfff.

Aber was bei den Zwölfen ist mit Nicolo los? Erst meidet er uns und dann erhält er von dem Gestaltwandler in Person des Hrn. Grüntal eine Schriftrolle. Hm, da der Herr Grüntal die Begleitung der Frau Neisbeck war, könnte es sich um etwas Geschäftliches handelt haben. Als wir jedoch in den merkwürdigen klumpigen Überresten des Gestaltwandlers ebenfalls solch eine Schriftrolle entdecken, welche das Duell Sieghelms gegen den willenlosen Obdachlosen malerisch darstellt, überkam mich eine schreckliche Ahnung. Der Stil und die Unterschrift erinnern mich an die verbrannten Bilder aus den schwarzen Landen. Diese Bilder wurden von einem Vampir mit dem Blut seiner Opfer gemalt. Könnte dieser Vampir noch am Leben sein? Beobachtet er uns? Welche Verbindung besteht zu Nicolo? Und stehen beide mit dem Papagei in Verbindung? Müssen wir uns gleich gegen zwei Zauberwesen der Lüfte behaupten?

Firun gib mir Kraft diese dunklen Zeiten zu überstehen. Wenn doch nur Falkie hier gewesen wäre…

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Gedanken der Azina

Eine lange Nacht in Ferdok

Der gestrige Abend und die darauffolgende Nacht waren recht ungewöhnlich, milde ausgedrückt. Zuerst beschlossen meine Gefährten sich Zutritt zu einem gewissen Lagerhaus zu verschaffen, ich hielt mich großzügig zurück (dankenswerter weise half mir dieses mal die Tatsache der „Erwählung“ durch Travia, ganz davon abgesehen das ich meine akademische Karriere nicht durch so eine profane Tat verhindern wollte). Ich war in Gedanken eher damit beschäftigt einige der letzten Erlebnisse in meinem Geiste zu sortieren um sie bald niederzulegen (wenn ich nur dazu kommen würde, die meisten Arbeiten sind noch nicht einmal ansatzweise fertig, ich werde von Spichbrecher bei nächster Gelegenheit darauf ansprechen, er möge mir doch zu Zwecken der Sicherheit der Baronie jene Person überstellen die schon in den Ruinen der Akademie, halbwegs, brauchbare Übersetzungen anfertigte Pedro Lausbau oder so ähnlich hieß er, denke ich).

Nun wo war ich, ach ja in der Nacht machten wir uns, gut beleuchtet, ich in meiner Reiserobe mit Überwurf, von Spichbrecher in seinem Wappenrock und mit Kettengeflecht behütet sowie saba Belima und di Castellani beide in dunkle Tücher gehüllt, auf den Weg. Von Spichbrecher und ich warteten vor einem Lagerhaus und unterhielten uns etwas, dabei fragte er mich doch tatsächlich ob ich nicht etwas praktisches Verzaubern könnte, das fehlt ihm jetzt erst ein, wäre ich früher darauf angesprochen wurden, so hätte ich entsprechende Ideen und Thaumatursome vorbereiten können. So blieb mir nur die Zeit für einen Applicatus welchen ich an einem hölzernen Stab, mit geringem Durchmesser, band und an diesen flocht ich einen Silentium Cantus. Irgendwann verschwand von Spichbrecher in der Dunkelheit und ließ mich alleine vor dem Lagerhaus zurück, gut zwei Wachleute standen noch vor dem Lager. Ich begab mich also zu diesen und begann ein ausführliches und tiefschürfendes Gespräch mit Ihnen, zumindest wollte ich das gerade als eine der Wachen schreiend das weite suchte (diese barbarischen Sitten werde ich nie verstehen), die zweite Wache war danach durchgehend stumm (ob ich was falsches gesagt habe) und das bei einem so brisanten Thema wie dem Auschluss der Olporter Akademie aus der Großen Grauen Gilde des Geistes (und das nur weil sie ihre Ergebnisse nicht teilen wollten und sich dem Codex Albyricus verwehrten). Rückblickend betrachtet war es ein ziemlich angeregter Monolog (als ich ging fielen der Wache gerade die Augen zu, unerhört bei so einem Thema einzuschlafen). Was meine Gefährten in der Zeit erlebt haben, neugierig wäre ich schon es zu erfahren aber wahrscheinlich nicht allzu glücklich.

Glaubensprüfung

Schwere Schritte waren aus Sieghelms Zimmer zu vernehmen, immer wieder marschierte er auf und ab, die Hände zu Fäusten geballt und streng hinter seinem Rücken verschränkt, darüber grübelnd wie man weiter vorgehen sollte – die Praiosscheibe war schon seit vielen Stunden unter gegangen und Boron hatte Ferdok in seinem festen Griff.

“Bei Famerlor, wieso hab ich mich nur dazu überreden lassen das Schild hierher zu bringen … “ schnaufte Sieghelm und starrte dabei auf die Dielen des fensterlosen Zimmers. “… Hätte ich doch nur darauf bestanden es in den Praiostempel bringen zu lassen, wie soll ich gegenüber dem Praiosdiener nur Begründen das ich es zu dieser Dame gebracht habe wenn ich doch in Göttlicher Mission gehandelt habe – das widerspricht sich doch!” wütend stampfte Sieghelm auf, irgendwie war er Sauer, jedoch auf sich selbst, denn er schuldete der jungen Adeligen aus dem Land der Ersten Sonne etwas, immerhin hatte sie ihm erst vor kurzem das Leben gerettet und wie konnte er ihr da die Bitte abschlagen das Schild zuerst hierher zu bringen. “Die Tempel des Götterfürsten sind des Nachts verschlossen, also konnte ich das Praiosschild gar nicht dorthin bringen – ja – das klingt plausibel.” Sieghelm redete mit sich selbst, doch seine Begründung wirkte noch nichtmal für ihn selbst allzu Überzeugend als er die Worte aussprach. “Ach hol mich doch der Söldner der Niederhöllen.” fluchte er und ließ sich auf der Kante des Bettes nieder das man extra für ihn in das Zimmer bringen ließ, er fingerte nach seinem eisernen Rondraamulett und umschloss es mit seiner kräftigen Hand. “Sturmherrin, steh mir bei in dieser schweren Zeit – lass mich nicht verzagen und gib mir Kraft dies zu überstehen – ich erbitte deine Hilfe, gib mir die nötige Ausdauer Standhaft zu bleiben und den Glauben richtig gehandelt zu haben.” Seine Hand umschloß das Amulett ganz fest, so als könnte er die Kraft die er benötogte aus dem Amulett heraus pressen um die er bei seinem Stoßgebet seine Göttin bat. Anschließend schnaufte der Junker wieder missmutig, am liebsten hätte er sein Schwert gezogen und etwas damit entzwei geschlagen, doch seine Disziplin und der feste Glaube daran das der Verlust der Selbstkontrolle der erste Schritt in die Niederhöllen war, verhinderten dies. Also tat er was er immer tat wenn sich der Frust in ihm angestaut hatte, er kramte sein Waffenpflegeset hervor und säuberte und Schliff, seine in letzterzeit zu oft unbenutzten Schwerter, dies würde ihn beruhigen – hoffte er.

Enttarnt

Verdammter Mist! Wie konnte das nur passieren? Jetzt liege ich hier in einer Kammer im Anwesen der Frau Tamerlein und harre der Dinge. Es hätte so glatt gehen können. Sieghelm ist einfach nicht geschaffen für so etwas. So langsam fangen die Rondragefälligen an, mir auf die Nerven zu gehen. Immer nur deren Ehre, Ehre, Ehre. Und das teils zu sehr ungünstigen Zeitpunkten. Bei denen setzt scheinbar in bestimmten Situationen der gesunde Menschenverstand komplett aus.

Vorhin wieder: als wir in das Lagerhaus einbrachen, hatten wir uns gut vorbereitet, keiner sollte uns erkennen. Wir waren vermummt und unerkennbar. Und was macht Sieghelm? Er marschiert seelenruhig auf die Arbeiter zu, stellt sich erstmal vor und verlangt Ergebung. Zugegeben, ich hätte nicht gedacht, dass sich diese Jungs so schnell ergeben, immerhin waren sie zu viert und er allein. Hm, mag wohl an meinem beeindruckenden Auftritt liegen, als ich den einen Flüchtigen mit zwei Streichen zu Boden schickte. Ja, so muss es sein. Hoffe er übersteht das, es tut mir leid. Aber ich hatte ihn gewarnt weiterzulaufen.

Jedenfalls haben wir das Schild. Erst wollte Sieghelm es zum Praiostempel bringen. Glücklicher weise konnte ich ihn davon überzeugen, es stattdessen der Frau Tamerlein zu übergeben. Eine Vorahnung, über Ihren möglichen Vergeltungschlag lässt mich erschauern. Damit ist unser Auftrag erfüllt und ich hoffe, dass die Hohe Dame für unseren Schutz sorgen kann.

Ich werde mit Nicolo und Nehazet besprechen, dass wir Sieghelm endlich in seine Schranken weisen, das geht so nicht weiter. Ansonsten sehe keinen Grund, weiter mit ihm zu arbeiten. Zu Kreuze soll er kriechen für diese Aktion.

Und ab sofort werde ich solche geheimen Sachen selbst in die Hand nehmen. Aber schaffe ich das? Bei aller Stärke Firuns bin ich doch gering im Angesicht der starken kräftigen Männer. Ich muss noch viel stärker und schneller werden.

Hach, ich muss mich ablenken. Wo sind die Übungstexte von Nehazet? Ah da.

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Gedanken der Azina

Gassi in Ferdok

“Wieso schauen die alle nur so komisch, beim heiligen St. Leomar” flüsterte Sieghelm, während Pagol der stolze Dackel, gemächlich neben seinem Herrchen daher stolzierte. “Ich verstehe es auch nicht, Pagol – eigentlich hätte dieser unter diesem Zauber stehende Meuchler mich doch angreifen müssen? Und jetzt bin ich das Gespött der Stadt, der Junker aus Hammerschlag der einen Mann der sich nicht wehrte umgeschlagen hat um seine Ehre wiederzugewinnen.” Pagol sah nur ausdruckslos zu seinem Herrchen auf und schnupperte danach am Wagenrad eines Karrens, Sieghelm blieb wartend stehen. “Dieser ganze Zauberkram ist mir zuwider, wie soll denn da in Rondras Namen seine Ehre Verteidigen? Kannst du mir das mal sagen?” Der Dackel hob eines seiner kleinen Stummelbeinchen und sah dann erlösend in der Gegend umher, während der Besitzer des Karrens die Schandtat entdeckte und gerade zum losbrüllen ansetzte als sich Sieghelm zu dem Mann umdrehte. “Gibt es ein Problem, Fuhrmann?!” brachte Siegheln zwischen den Zähnen hervor und sah den rundlichen Mann scharf an, dieser schüttelte nur ängstlich den Kopf und verdrückte sind prompt, Pagol und Herrchen flanierten weiter: “Und dann noch diese Phexgesindel – einen ehrenwerten Händler der Güter verkauft kann ich ja verstehen – aber die Wahrheit zu verschweigen obwohl man sie kennt, wenn es um die Aufklärung eines Mordfalles geht – das kann und werde ich nicht dulden können – schon schlimm genug das ich als angehender Ritter und demütiger Diener der Herrin Rondra zu soetwas zurückgreifen musswo die Guten Sitten aufhören, müssen die Gesetzte anfangen – in Praios Namen man sollte diesem Gesindel per Gesetz dazu verpflichten ihre Informationen Preis zu geben.”

Wenig später bog Sieghelm zusammen mit Pagol um eine Ecke und erreichte somit das Hafengelände. Ein Hafenarbeiter der eine schwere Kiste trug wäre fast über den Dackel gestolpert und beschwerte sich lautstark mit unflätigen Worten über den Vierbeiner. “Achte auf deine Worte, Gesindel! Du hast es hier mit dem Jagdhund des ehrenwerten Junkers Sieghelm Gilborn von Spichbrecher zu Dettenhofen zutun, und nun scher dich weg bevor ich dir Beine mache!” Mit den lauten Worten und der Hand am Heft des Schwertes funkelte Sieghelm den Hafenarbeiter hinterher, der sich daraufhin ganz schnell verdrückte ehe er in Schwierigkeiten gerät. “Schau dir an wie weit es gekommen ist, Pagol – der Zerfall der guten alten Garethischen Sitten, und das hier im Mittelreich. Wo kommen wir denn hin wenn das Gesindel noch nicht einmal mehr auf den persönlichen Jagdhund eines Edlen achtet und Respekt zeigt?” Pagol erschnüffelte frischen Fisch der an einem Stand in der Nähe angeboten wurde und tapste so schnell ihn seine Beine trugen dorthin. Sieghelm, nun etwas beeilt, ging hinterher. Der Dackel hüpfte bei dem Fischstand kurz in die Höhe, jedoch aufgrund seiner angeborenen Größe nicht allzu hoch und sah dann bettelt zu seinem Herrchen. “Willst du einen Fisch? Sollst du bekommen … eine Salzarele für meinen Hund, bitte.” Die Verkäuferin drehte sich um und holte einen sichtlich schon ein wenig älteren und nicht mehr ganz frischen Fisch hervor und packte ihn auf ein Stück alten Aventurischen Boten “Eine Salzarele für ihren Hund, 2 Kreuzer, der Herr.” sagte die Frau und tat damit einen großen Fehler, denn sie hatte mitgedacht. Sie dachte sie würde dem Herrn einen gefallen tun wenn sie einen älteren und damit günstigeren Fisch verkaufte, da er ja nur für einen Hund sei. Sieghelm, der den für ihn offensichtlichen Betrugsversuch entdeckte wurde daraufhin ungehalten: “Wollen Sie Pagol vergiften? Ich bat Sie um eine Salzarele und Sie fischen diesen alten Fisch aus ihrem vergleichweise frischem Angebot? Wo ist Ihr Sinn für die guten Sitten geblieben? Komm Pagol, wir kaufen hier nichts …” Pagol, der sich soben noch die Zähne beleckte in Erwartung des leckeren Fischs, schaute nun verdattert zwischen seinem davonstampfenen Herrchen und dem Fisch hin und her, den die noch viel mehr konstanierte Verkäuferin nun zurücklegte. Letztendlich entschied sich der Hund dann doch seinem Herrchen nach zu laufen, da dieser Erfahrungsgemäß nach einem solchen Aktion etwas viel größeres und viel leckeres für ihn kaufte.

“Tut mir leid mein kleiner, aber dein Herrchen ist zur Zeit etwas angespannt und erregt, die Umstände sind schwierig und ärgerlich – die letzten beiden Kämpfe die ich Austrug waren alles andere als zu meiner Zufriedenheit, ein rondrianischen Gefecht stellte sich als Lachnummer heraus, als ob ich ein Gaukler wäre! Und der davor war ein feiger Mordanschlag auf mich mitten in der Nacht, in Phexens Nacht! Ich sehne mich nach einem echten Kampf, von Angesicht zu Angesicht … wo man seinen Gegner klar erkannt und ihn mittels Strategie und Kraft besiegen kann – aber in einem Land wie diesem wo nur Lug und Trug Herrschen, werde ich das wohl vergeblich suchen.” Sieghelm sah hinaus zum Hafenbecken wo noch immer der Strudel den Schiffen den Weg blockierte, während Pagol in der ferne einen rot-violetten Paradiesvogel auf einem Häuserdach entdeckte und wieder Hunger bekam.

Zwangspause

HA, das ist DIE Idee!

Da Nicolo und Sieghelm lieber inoffizielle offizielle Wege gehen möchten, um in Besitz des Schildes zu kommen, werde ich auf eigene Faust versuchen in das Lagerhaus am Hafen zu gelangen.

Mal, überlegen, was benötige ich dazu?

Zuerst einmal ein passendes Outfit. Ich denke ein Schwarzes Kopftuch und ein schwarzes Gewand sollte hilfreich sein. Wichtig, dass das Gesicht verhüllt ist, da eine Aranierin hier doch etwas auffällt. Dazu gehört, dass ich meinen schönen Khumschomer im Hotel lassen muss. Sein prächtiges Antlitz vermag mich mit Leichtigkeit zu verraten. Dieses Mal, muss mein borongeweihter Säbel genügen. Auch wenn dies eher eine Angelegenheit des Phex ist.

Aber wie soll ich bloß hineinkommen? Vor dem Haupttor stehen zwei Wachen. Ein Hintertürchen wird sicherlich auch bewacht. Evtl. sollte ich Nehazet einweihen.

Huch? Was tut dieser vermaledeite Vogel hier? Ein Papagei hier mitten in Ferdok. Das kann nur der von dem Attentäter sein. Schnell hinterher in Richtung Stadtmitte.

Da ist er. Er scheint einen neuen Auftraggeber zu haben. Er sagt etwas zu dem Typ. Jetzt fliegt er weg. Nanu? Wo ist der Mann hin? Ich sollte hier besser verschwind… AH… AUA… AUUUAAAAA

ooc: Azina wurde mit einem Dolch angegriffen und stürzte die Treppe hinunter mitten in einen Markstand und verletzte sich dabei das Bein. Der Medikus verordnete ihr strenge Bettruhe. Später zurück im Hotelzimmer…

Ich könnte mich ohrfeigen. Wie konnte ich nur so dumm sein. Lasse mich einfach entdecken und abstechen. Nun muss ich meinen Plan mit dem Lagerhauseinbruch verwerfen oder im besten Fall auf die nächsten Tage verschieben.

Na ja, nun kann ich mich wenigstens in Ruhe diesen Schriftstücken widmen, die mir Nehazet freundlicherweise zum Üben angefertigt hat. Ich bin dem Guten zu Dank verpflichtet.

Hoffentlich können die Anderen mit den Informationen etwas anfangen, die ich unter Einsatz meines Lebens beschafft habe. Dieser Vogel ist kein gewöhnlicher Papagei. Normale Papageien sprechen nach was man ihm sagt, aber dieser scheint Anweisungen zu geben und sogar zu denken. So hat er, als er mich in der Menge gesehen und ERKANNT! hat, vor Schreck gezuckt. Da muss Magie im Spiel sein, gleich wenn ich mir nicht vorstellen kann, welche. Aber Nehazet wird das schon ergründen. Er kennt sich ja mit Analysezaubern aus. *lacht

So was steht hier nun?

Hiermit … sollt … ihr … lernen … kusliker … Zeichen … zu … lesen …

Ach nee

*lacht

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Gedanken der Azina

Gedanken Nehazets

Ein Gedanke erfüllt mich seit einiger Zeit mit Unbehagen, es ist zwar relativ unwahrscheinlich, aber ich denke das einige Ereignisse der jüngeren Vergangenheit näher verknüpft sein mögen als ich zuerst dachte. Seit dem ich die Aufzeichnungen aus der Chronik der verlassenen Akademie gelesen habe, befürchte ich das eine Verbindung zwischen der Akademie und dem Zwischenfall bei den Senfes geben könnte. Doch bevor ich andere in meine Überlegungen einweihe, muss ich noch einige Sachen überprüfen. Dazu gehören unter anderem, das sammeln von Informationen über einen gewissen (Erzmagnus) Pesmerga Malum, vermutlich in den Archiven Ferdoks. Das Studium des Stammbaumes der Senfes, des weiteren könnte es sinnvoll sein nach verbliebenen der Akademie aus Hammerschlag zu suchen, vielleicht finden sich entsprechende Verwandte noch nach all diesen Götterläufen. Weiterhin die Bestätigung (oder, was ich für wahrscheinlicher halte, der Widerruf) des Aufenthaltes von (Erzmagnus) Pesmerga Malum auf dem Akademie Gelände. Vielleicht findet sich ein Bildnis von Pesmerga Malum, unter Umständen könnte die Praios Kirche sich auch als hilfreich erweisen. Sollte es sich bei besagtem Magus tatsächlich um Pesmerga Malum handeln, so könnte er durch die Tätigkeiten von Melchert Isef freigekommen sein, das ist bislang allerdings nur eine Vermutung. Ich denke einen teil meines Gedankenganges werde ich Vogt Niccolo de Castellani in kürze unterbreiten.

Auserwählte der Götter

Zweifelsfrei sind die Wege der Götter stets unergründlich. So Sieghelm hat das treffend ausgedrückt. Das war kurz nach dem Kampf mit den Orks in den Wäldern rum um Burg Siegstein, wo Walter Schmied schwer verwundet wurde und wir nur dank der göttlichen Vision von Nehazet und Sieghelm siegreich aus der Schlacht gingen. Sie verlieh ihnen neben den mystischen Amuletten, Kraft und Genesung.

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem mich die meinige Vision traf. Der einzige Unterschied war, dass wir damals an einem anderen Ort in der realen Welt wieder erschienen, während Sieghelm und Nehazet – den Göttern sei dank! – an gleicher Stelle zurückkehrten.

Wie schon gesagt, die Wege der Götter sind unergründlich.

Was vermag das alles zu bedeuten? Was haben die Götter mit uns Sterblichen vor? Welcher Sache sollen wir dienen? Ich weiß es nicht. Firun, bitte gebt mir einen Hinweis.

Seit ich dein Bergkristall-Amulett um meinen Hals trage, sind mir schon einige auserwählte Menschen begegnet. Das Rondraamulett sah ich inzwischen sogar bei drei verschiedenen Personen. Woran mag es liegen? Sind die Lehren Rondras so schwer zu befolgen? Auch Sieghelm ist auf dem besten Weg das Amulett zu verlieren. Kämpferehre gut und schön. Aber gehört nicht Respekt vor Gegnern UND Kameraden dazu? Achte dein Gegenüber und er wird dich achten.

Warum Nehazet ausgerechnet das Amulett der Travia trägt ist mir ein Rätsel. Aber vielleicht erhielt auch er aus aufgrund einer Vorhersehung. In seinem Herzen ist dieser Magier ein Familienmensch. … äh ja. Bitte verzeiht meine dummen Zweifel.

Nicolo hingegen versucht seiner runenbeschriebenen Kerze die Geheimnisse zu entlocken. Er ist der einzige der ein göttliches Artefakt sein eigen nennt. Wer weiß, wozu es noch gut sein wird? Aber ich bin sicher, zu gegebener Zeit wird Tsa es ihm offenbaren.

Hach, hätte ich in den Höhen des Rashtulswalls doch nicht den heiligen Speer verloren. Eine unsägliche Harpyie krallte sich am Rande des Abgrunds in meine Schultern, sodass keine Macht der Welt verhindern konnte, dass der weiße Speer in den Tiefen verschwand. Es tut mir so unendlich leid!

Aber ich fühle, ja ich fühle in meinem Inneren, dass er den Weg zu mir zurück finden wird. Auf Burg Siegstein erhielt ich ihn einst. Und hier her wird er zurückkehren! Ich werde warten.

Ich schwöre Firun, das ich mich als würdig erweisen werde und diesen Speer wie einen dritten Arm, einen Arm der Götter, führen werde.

Kälte und Tod all deinen Feinden.

Standhaftigkeit und Stärke all deinen Verehrern.

Ja, das schwöre ich!

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Gedanken der Azina