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Der Wilde aus dem Wald

Charackter: Yako-Ha (Stammeskrieger der Waldmenschen)

– als Gastspieler in der Gruppe Andergast

Im Schutze der Nacht macht sich der Waldmensch auf, um den Ritter ohne Rüstung von den Fesseln zu befreien. Die Rotpelze scheinen irgendwie aufgeregt und abgelenkt zu sein. Yako wittert die Chance und schleicht sich, dich am Boden haltend, zum Boronsgläubigen. Mit seinem Dolch schneidet er rasch die Fesseln durch und bietet ihm jene Waffe als Schutz an und empfiehlt ihm in den Wald zu verschwinden. Er nennt ihm auch die Wachposten, die er auf seinem Weg treffen wird. Sollte er dem nicht folge Leisten, wird er sich vom ihm entfernen, da er seiner Einschätzung nach sie beide enttarnen wird.

Weitere Handlungsmöglichkeiten im Spielverlauf:

1. Wenn die Gelegenheit sich bietet wird er tiefer in das Lager vordringen und die anderen befreien versuchen. Er wird vor zivilen Goblinopfern nicht zurückschrecken. Ggf. betäubt er sie mit Blasrohr und Gift, aber nur aus nächster Nähe, da sein Wert nicht allzu hoch ist. Er wird die Gefallenen, so gut es geht, verbergen.

2. Wenn das Lager zu voll ist wird er geordneten Rückzug antreten und das Lager umkreisen, auf der Suche nach einer Gelegenheit. Auch hier ist er mit Opfern nicht zimperlich.

Falls er entdeckt wird:

1. bei einer überschaubaren Anzahl 2-3(je nach Situation) wird er kämpfen und sie niederstrecken

2. bei einer Überzahl wird er laufen, was die Beine hergeben bei GS 9 sollte das kein Problem sein. Notfalls werden die anderen zurück gelassen. Sein eigenes Leben ist ihm wichtiger.

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Abschiedsszene am Ende von Harikas Rettung:

Yako-Ha überreicht der bunten Truppe die gefundene Karte des Avesgeweihten. „Hier nehmt Karte. Sichere Reise. Ihr gute Weiße. Und du jung Jägermann. Guter Jäger greift nicht an, was bewegt. Guter Jäger greift an nach guter Auswahl.“

„Lebet wohl“ und macht auf dem Absatz kehrt.

Kurz bevor er sich in die Büsche schlägt, dreht er sich noch einmal um und sagt: „Achtet auf die Schatten in der Nacht, sie verbergen, was nicht gesehen werden will.“ Rasch verschwindet er im Dickicht des Waldes.

„Auf dem Weg zurück in die Einsamkeit spricht er zu seinem Tapa auf mohisch. Anpa-Ha, was für merkwürdige Leute. Stapfen hier durch den Wald, zerstören Grenzpfosten und dringen in Feindesgebiet ein. Mutig waren sie ja, ohne Zweifel.“

„Nein, ich werde sie nicht begleiten. Sie werden schon zurechtkommen. Außerdem ist es viel zu gefährlich. Häuser zu gefährlich. Weiße hassen mich. Greifen mich an. Hast du das schon vergessen? Nein, der Wald ist meine Heimat, wenngleich nicht dieser Wald. Nun gut, ich habe Hunger, die Weißen haben mich von der Jagt abgehalten. Ja eine gute Jagt ist es, was ich brauche.“

„Still, wir sind auf Beutezug.“

Gruppe Andergast

Den Zwölfen zum Gruße!

Ich habe den sowohl den Zeitspiegel als auch die Karte aktualisiert, wie ihr vielleicht merken werdet, fehlt jedoch der letzte Spieleabend im Zeitspiegel. Da ich mir selbst keine Aufzeichnungen mache, würde ich es begrüßen wenn jemand von euch die fehlenden Datensätze ergänzt. Die neuen Charaktere haben nun auch neue zugewiesene Charakterfarben.

Darüber hinaus möchte ich mir nochmal bei Christian für das Gastspiel bedanken und würde mich freuen ihn bei unserem nächsten Kurztermin wieder bei uns begrüßen zu können um einen schönen Abschluss für den Charakter zu haben, ansonsten werd ich es mir als Meister herausnehmen ihn als NSC logisch weiter zu spielen.

Als letztes möchte ich euch auffordern, dass die vollständigen Namen der neuen Charaktere auf dieser Andergast-Übersichtsseite unten unter der Kategorie „Aktive Spieler“ ergänzt werden.

Möge Nandus mit euch sein!

Euer Schicksal

Aufbruch

21. Travia 1029 B.F., Hafen von Al’Anfa

 

Es war ein früher Traviamorgen in der Stadt. Die Praiosscheibe würde erst in einer Stunde hinter dem Horizont hervorkommen und das Schwarz der Nacht wich langsam einem Saphirblau. Der Nebel, der sich von den Ausläufern des Flusses Hanfla her über die Stadt wälzte, erweckte den Eindruck eines riesigen, geisthaften Wesens, das die Stadt zu umarmen versuchte.
Obwohl der Dschungel vom Hafen aus noch Meilen entfert war, vernahm man hier erst ein Quäken eines Vogels, dann setzte ein weiterer ein, dann noch einer, bis es nach und nach wie eine Aufführung eines Orchesters anmutete, das durch den Nebel gedämpft bis an die Ohren der wenigen Händler stieß, die langsam begannen, ihre Stände aufzubauen. Die Stadtgarde räumte schon einige über Nacht flüchtig aus ein paar Brettern errichtete Behausungen unter Gepolter, um für den Markt Platz zu schaffen; deren Bewohner hörte man aus der Ferne protestieren, doch nach ein paar dumpfen Schlägen räumten sie wortlos das Feld.
In einer Gasse näherte sich ein Reiter den Hafenanlagen, den der Nebel nur widerwillig freizugeben schien. Das Klickern der Pferdehufe und das leise Schaben von Kettenrüstung auf Stahlplatten, nur leicht gedämpft durch den darüber liegenden, vom Nebel klammen Mantel, mischte sich mit den restlichen Stimmen des Orchesters.
Der Reiter bemerkte die Szenerie am Marktplatz und wenn er darüber nachdachte, dass es ihm und seiner Familie früher ähnlich erging, machte sich in Vard’Han eine Mischung aus Zufriedenheit, Erleichterung und Trauer breit. Zufriedenheit darüber, es in wenigen Götterläufen von einem Straßenjungen aus der niedersten Bevölkerungsschicht zu einem angesehenen Mitglied der Rabengarde und damit der Stadt Al’Anfa geschafft zu haben; Erleichterung, diesem elendigen Dasein endlich entflohen zu sein; und Mitleid mit all den Freunden, die er zurücklassen musste.
Sein Blick schweifte noch ein wenig über die nebelverhüllten Behausungen, die aus der Ferne wie von einem Weißen Seidentuch bedeckte Kisten anmuteten, atmete noch einmal tief durch, sich bewusst, dass er die Stadt, die er so lange seine Heimat nannte, nun für eine lange Zeit nicht wiedersehen würde.
Als der Reiter sich weiter dem großen dunklen Objekt näherte, zeichneten sich immer mehr die Umrisse ab und gleich einem großen Seeungeheuer, das auf ahnungslose Landbewohner wartete, schälte sich eine schwarze Triere der Golgariklasse aus dem Nebel. Ihr großes schwarzes Segel überragte die Hafengebäude knapp und die vielen Ruder, die aus ihrem Rumpf ragten, verliehen ihrdas Aussehen eines Hundertfüßers in Übergröße.
An der Landungsbrücke vernahm Vard’Han zwei Gestalten, die ihm offenbar entgegenschauten. Er steuerte sein Pferd in Ihre Richtung, bis er in ihre nur allzu vertrauten Gesichter blickte. Es waren ein Mann und eine Halbelfin; der erste von beiden in eine schlichte schwarze Kutte gehüllt. Vard’Han sagte nichts, lächelte jedoch beiden kurz zu und nickte Ihnen entgegen, mit dem Mann einen längeren wissenden Blick tauschend.
„Boron mit euch, junger Vard’Han,“ sprach eine weibliche Stimme, die sich als die der Halbelfin Amira Honak, der Kommandantin der Rabengarde entpuppte. „Ich hoffe, ihr seid euch der Wichtigkeit eures Auftrags bewusst. Die … Agenten haben euch sicher schon instruiert. Es ist bereits alles erledigt; die Reisekosten legt euch das Haus Honak aus. Nichtsdestotrotz solltet Ihr euch darauf vorbereiten, die angefallenen Kosten zurückzuerstatten. In anbetracht des Ruhmes, den Ihr vor allem auch in den Augen des Götterfürsten erlangen könnt, ein vergleichbar geringer Aufwand. Eure Kontaktpersonen werden einen dunklen Kragen tragen, auf dem ein mit seidenem Faden ein Stern aufgestickt ist und sich mit der Losung ‚Der Rabe fliegt auch Nachts noch gut‘ zu erkennen geben. Am zielort sucht Ihr die Taverne ‚Zum fetten Schinken‘ auf. Bis ihr dort seid, ist Zurückhaltung das oberste Gebot.“ Sie reichte ihm ein kleines Buch. „Hier habt Ihr eine kleine Lektüre für die Reise, sofern Ihr dazu kommt. Sie wird euch helfen, euch am Zielort zurechtzufinden. Alles gute für euch und möge der Schweigsame eure Schritte lenken und, wenn nötig, verhüllen.“
Er nahm das Buch an sich, nickte nur kurz lächelnd den beiden zu und lenkte die Schritte seines Pferdes auf das Schiff, das auch nur wenige Augenblicke später die Perle des Südens hinter sich ließ. In der Bucht von Al’Anfa vereinte es sich mit einer Flotte von etwa einem Dutzend Schiffen und brach in Richtung Port Corrad auf. Vard’Han ging in Gedanken noch einmal seinen Reiseweg durch, als sich der Himmel von Osten her in ein von Rottönen geprägtes Gemälde verwandelte.
Er würde mit der Triere bis Port Corrad fahren, vorher einen kleinen Zwischenhalt in Port Zornbrecht machen, und die Seidenkaravane ein Stück des Weges nach Mengbilla begleiten. Das wäre der einfachste Teil des Weges, da er sich erstens noch auf dem Gebiet des Rabenpaktes befindet und außerdem die Seidenkaravane die am stärksten Am westlichen Rande Loch Harodrôls entlang würde er über Drôl, Neetha und Methumis auf dem Landweg weiter nach Grangor reisen und dort sollte eine Handelsbarkte ihn mit nach Havena nehmen, von wo aus er über Honingen und Winhall nach Andergast reisen wird. Dort kann besagter Informant namens Travian ihm hoffentlich genauere Hinweise geben.
Dann fiel ihm das Buch wieder ein, das Amira ihm gab und er holte es aus einer Seitentasche seines treuen Pferdes, dem das leichte Schaukeln der Triere nichts auszumachen schien. Das Buch war in mit Wachs getränktes Leinentuch geschlagen. Als er es auspackte, las er den Titel. „Andehrgast fyr den noigirigen Raisenden“ von Traviano di Fellonis. Da er wohl den nächsten Tag auf dem Schiff verbringen würde und nichts zu tun hatte, er kannte sich mit Schiffsverkehr nicht aus, öffnete er den dünnen Einband und begann zu lesen.

Angst aus Nähe

Alles um dich herum ist schwarz. Du befindest dich in totaler Finsternis. Egal wie sehr deine Pupillen sich weiten, du kannst nicht den kleinsten Lichtstrahl erblicken. Wie bist du nur hier hergekommen in dieses praios-verlassene Nichts? Und wer oder was bist du überhaupt?

Ein gleißend helles, reines Licht trifft dein Auge und blendet dich. Es ist so weiß und intensiv, dass es körperlich schmerzt. Als du deine Augen von diesem Strahl abwendest, findest du dich von schwarzem Holz umgeben. Du versuchst dich zu bewegen, aber das Holz scheint wie flüssiges Metall um dich herum erstarrt zu sein und dich nun wie eine starre Rüstung einzuschließen.

Du kannst ein dumpfes pochen hören. Unregelmäßig und dumpf drückt es auf deine Ohren. Tock, tock, tock. Das Holz um dich herum beginnt auf deinen Körper zu drücken. Es zieht sich stellenweise zusammen, wie wenn eine eherne Rüstung sich unter der Wucht einer klinge eindellt. Es schmerzt. Du versuchst mit aller Kraft dem zu widerstehen. Dann hört es auf. Das pochen verschwindet.

Mischtechnik; Robert, Michael

Ein rauchiger Geruch steigt durch die kleine Öffnung zu dir heran und bald verschwindet der letzte Lichtstrahl teilweise hinter schwarzem Dunst. An deinen Füßen wird es warm. Zunächst angenehm, wird es brennend. Deine Füße brennen. Flammen scheinen deine Beine hinauf zu lecken. Du willst deinen Schmerz und deine Wut hinaus schreien und musst durch den dichten Qualm anfangen zu husten. Das Holz fließt die dabei in deinen Mund, wie dicker Honig und du kannst ihn nicht mehr schließen. Es rinnt dir in deinen Magen und deine Lunge. Du wirst ersticken. Und kannst dich nicht einmal dagegen aufbäumen. Schwarz ist dir schon vor Augen. Wie sollst du dein Ende also kommen sehen? Wird Golgari dich befreien?

Plötzlich wird es hell. Du kannst dich wieder bewegen. Fühlst dich groß und mächtig. Und wütend. Vor dir laufen kleine Gestalten herum. Mit Fackeln. Sie tragen grüne Roben. Du willst sie zertreten und mit deinen Wurzeln erwürgen. Deine Äste sollen sie erschlagen und durchbohren. Einen nach dem anderen wirst du sie holen. Einen nach dem anderen.

Als du all die kleinen Zauberer, die dich mit ihrem Feuer zu verbrennen und mit Äxten zu fällen suchten erschlagen hast, kannst du endlich wieder dein Tun fortsetzen. Ihr roter Saft sickert in die Erde und nährt dich. Aber etwas daran ist eigenartig. Etwas schmeckt dir merkwürdig vertraut. Und nun siehst du auch, dass es deine ehemaligen Gefährten und keine Magier waren.

Eine Horde giftgrüner, riesiger Spinnen krabbelt heran auf deine Gefährten zu. Du versucht dich ihnen in den Weg zu stellen und kämpfst, erschlägst eine nach der anderen, aber für jede erschlagene rücken drei neue Biester nach. Aus den Leibern der erschlagenen krabbeln kleinere Exemplare, die einfach unter dir durch zu huschen versuchen. Als du versuchst sie zu zutreten springen sie dich an und krabbeln unter deine Gewandung. Doch dafür ist keine Zeit. Sie haben deine Gefährten erreicht und versenken ihre Mandibeln ihn ihren bewusstlosen Körpern. Dranodan, Rowin und Dero beginnen zu zerfließen. Von ihnen bleiben nur drei Fützen. Du eilst zu Harika und willst ihr alle Spinnen aus dem Gesicht zu wüschen. Da bricht ihr Rücken auf und eine gigantische Spinne aus ihm hervor. Doch sie macht keine Anstalten dich anzugreifen. Sie schreit. Und weint?! Riesiege Tränen werden zu Bächen.

In einem Fluss treibst du auf dem Wasser, klammerst dich an einen Baumstamm. Um dich herum abgestorbenes Holz. Im Wasser ist dein Spiegelbild verzerrt. Plötzlich färbt sich das Wasser rot. Du suchst nach der Quelle, dieser Farbe. An dir vorüber  treiben die Leichname von Menschen und Tieren. Du hörst ein Rauschen und Tosen, wie von fallendem Wasser. Durch den Lärm dringt ein Schrei an dein Ohr. Ein Seil treibt an die vorbei. Dir kommt in den Sinn, dass du Harika schon einmal hast in einen Fluss steigen lassen.

Du willst nach dem Seil greifen, doch als du es zu fassen bekommst wird es zu einer Schlange, die sich um deinen Arm windet und dich aus den Fluten zieht. Du kannst sehen, dass der rechte Arm dieser kleinen Hexe, die auf dem Einhorn durch die Luft zu reiten scheint, der Ursprung der Schlange ist. Mit ihrer Linken reißt sie dem Einhorn eben dieses ab und das Fell des Tieres wird schwarz. Aus den Hufen und Augen schlagen Flammen. Als es irre wiehert kannst du Reißzähne entdecken. Die Hexe zeigt auf den Fluss unter dir, wo sich die Wassermassen nun in einen bodenlosen Abgrund ergießen. Dort fällt auch Harika grade ihrem Ende entgegen. Doch auf einmal schießt das Biest los und macht Anstalten sie noch vor dem Aufschlag zu zerfleischen. Du wirst durch die Schlange hinterher gezogen. Hinab in die Tiefe. Doch  ein Aufschlag bleibt aus.

In der Schwärze über dir flammt flackernder Feuerschien auf. Du siehst wie die Leute aus dem verdammten Dorf wie Riesen groß um dich herum stehen. Andere tragen Holz herbei und schichten es auf. Du rufst ihnen zu, dass sie damit aufhören sollen. Doch die Thorwalerin übertönt all deine Versuche mit ihren Befehlen und dem Knall ihrer Peitsche mit dem sie deine Kameraden vorantreibt. Immer näher auf den Scheiterhaufen zu. Du versuchst sie mit deinem Schwert aufzuhalten, doch reichst ihr grade einmal bis zum Knöchel. Als sie die erste Fackel auf den Haufen werfen, breitet sich das Feuer schlagartig aus und das Holz brennt wie Reisig. Und deine Kameraden verbrennen nicht, sondern lachen schrill. Die Dorfbewohner verwandeln sich in Orks und beginnen lachend das Feuer zu tanzen.

Du führst einen schweren Kavalleriestoß gegen diese Meute durch. Ihr reitet auf diese Schwarzpelze zu, die um ein Opferfeuer tanzen. Sie werden wie immer nicht Stand halten können und unter der Wucht des Aufpralls des gepanzerten Angriffs fliehen. Doch plötzlich steigen aus dem Feuer gestalten, die Feuerbälle auf die Orks schießen. Doch anstatt zu vergehen verwandeln sich diese in Trolle die wild auf die Reiter zuhalten und einen nach dem anderen vom Pferd schlagen, oder dieses hoch und entzwei reißen. Du bist der letzte Überlebende, der unter der Praiosscheibe in den Kampf zieht. Vor dir öffnet sich eine Gasse und du kannst die brennende Frau sehen. Doch kurz bevor du sie erreichst um sie mit deiner Lanze zu durchbohren, steigt sie empor und wird größer. Immer weiter wächst sie bis sie den Himmel verdeckt. Dann pustet sie den Himmelkörper aus und verwandelt sich in einen Blutmond.

Dein Pferd scheut und wirft dich ab. Vom Madamal fallen rote Funken, die auf der Erde zu blutigen Wölfen werden. Sie setzen deinem Pferd nach und bringen es zu Fall. Du kannst nicht weiter sehen was geschieht, da du von dem Rachen eins pechschwarzen Wolfes verschwindest.

Andraquell! Wie … beschaulich

*Auszug aus Deros Tagebuch*

Nach mehreren Tagen sind wir mehr oder minder sicher in Andraquell angekommen. Der hohe Herr vermutet hier ja die Wurzel des Übels, den Magier mit dem grünen Umhang. Jenen haben wir bisher nicht gefunden.

Das Dorf Andraquell ist sehr … beschaulich und wirkt wie aus einer meiner kitschigsten Geschichten entsprungen. Holzfeller und einfache Leute wohnen hier. Zu meiner Überraschung gab es auch eine Thorwaler Familie. Der Herr wirkte sehr angenehm und gefiel mir sehr. Leider ist hinter ihm seine Hetfrau. Eine Furie direkt aus den Niederhöllen ensprungen. Sobald sie in der Nähe ist wird er zu einem kleinen Jungen, welcher alle Befehler dieser Frau befolgt. Auch der Aberglaube hat hier mehr einzug gehalten als in jeder anderen mir bekannten Gegend. Ja selbst schlimmer als bei uns in Andergast. Jedoch kann man sich hieran gewöhnen.
Besonders ist die Gemühtlichkeit der Schänke anzumerken. Iregendwie gefällt es mir hier. Wenn mir nicht ab und an nach einem größerem Publikum der Sinn stehen würde, dann könnte ich darüber nachdenken mich hier nieder zu lassen. Vielleicht wenn ich älter bin und der Thorwaler seine Furie losgeworden ist.

Nun werde ich erst einmal den Abend genießen. Etwas gutes essen und trinken und am Abend die netten Dorfbewohner mit meiner Stimme verzaubern.

Dero Fassbender

Das Lied des Waldes

*Eintrag in Deros Tagebuch*

So sitzte ich hier in Mitten des stillen, nächtlichen Waldes und halte die Nachtwache. Ich habe keine Ahnung was dabei von mir erwartet wird, doch ich gebe stehts mein Bestes.

Gestern bin ich von Andergast aufgebrochen, als ich bemerkte, dass der hohe Herr bereits abgereist war. Die Kutsche war schnell organisiert und die Kosten dafür ließen sich spielend mit den Einnahmen meines Eintritts gut decken. Am späten Abend kam ich an und nahm mit ein Zimmer in Andrafall.

Prompt am nächsten Tage fand ich meine zukünftige Geldquelle und auch Rowin und Dranodan. Was für ein Zufall! Mit dem Herren erkundete ich das Dorf. Die Bewohner hielten mich, wie fast überall für einen echten Elfen und Zauberer. Komisch wurde mir zu Mute, als ich feststellen musste, dass ich in Umhang und Augenfarbe wohl dem fiesen Magier glich, welcher hier sein Unwesen treibt.
Im Dorf musste ich sowohl die Tsa-Geweihte, als auch den armen Holzfäller überzeugen zu heilen und geheilt zu werden. Ein Leichtes! Überredungskunst ist das Meine.

Weiterhin schrieb ich noch ein Lied, welches die Heldentaten des Ritters sehr beschönigten, Geld sah ich nur vom Publikum, jedoch nicht vom Ritter.

Nach der erfolglosen Trolljagt befanden wir uns in einem Kampf gegen ein Wolfsrudel, welches Firnwulf, Dranodans Hund, angriffen. Wir streckten sie nieder und zumindest ich blieb unverletzt. Dranodan dachte sein Hund sei tot. Ich beachtete den Jäger nicht weiter und versorgte notdürftig das arme Tier. Dranodan bedankte sich sehr herzlich bei mir. Rowin kümmerte sich im Anschluss um die weitere und professionellere Versorgung. Auch um Dranodan, der sich den linken kleinen Finger abschnitt.

Erschöpft errichteten wir unser Lager. Oh war das abenteuerlich! Allein im Wald bei einem Lagerfeuer! Fast wie echte Helden!
Zu unserem Schrecken besuchte uns ein Troll, welcher zum Glück nur an Rowin roch und sodann verschwand. Wir wurden verschont, dieses Mal.

Nicht verschont wurde ich von einem Kanten Brot. Der „Hohe Herr“ bewarf mich damit, weil ich es wagte am Lagerfeuer zu musizieren. Frechheit! Niemals wurde ich so gedemühtigt und rüde unterbrochen. Na warte, dafür wird mir schon noch etwas Einfallen. Wie war das Lied doch gleich:

„Der Himmel so rot wie geronnenes Blut
Nun Feuersänger sing ihm den Tod

Auf die Burg fiel flämmender Regen hinab
Bereitet dem Grafen ein feuriges Grab
Panik brach aus, alles lief hin und her
Am Morgen gab es den Grafen und die Burg nicht mehr

Der Himmel so rot wie geronnenes Blut
nun Feuersänger sing ihm den Tod.“

Sehr schönes Lied. Doch muss es ja nicht körperlich sein. Ein sozialer Tod kann viel härter sein. Mir fällt da schon was ein…

Über Dranodan und Firnwulf kann ich nichts schlechtes berichten. Sie sind liebe Wesen mit dem Herz an rechter Stelle. Vielleicht eine Grundlage für eine Freundschaft. Daher schrieb ich auch ein Lied über sie und Firnwulfs Rettung.

Rowin scheint auch in Ordnung zu sein, ist für mich aber schwer zu durchschauen.

Nun genieße ich erst einmal den Sonnenaufgang.

An einem Abend in Andrafall

Es war schon spät in der Nacht, die Reisegruppe, mit der Dranodan unterwegs war, hatte Andrafall erst lange nach Sonnenuntergang erreicht. Es war ein anstrengender und langer Tag gewesen und Dranodan war unendlich müde, aber trotzdem lag er in seinem Bett im Wirtshaus und konnte nicht schlafen.

Es schien an dem Kampf zu liegen, den er im Laufe des Tages zusammen mit seinem Reisegefährten Rowin Nadoschkin ausfechten musste, einem bornländischen Wundarzt, den er in der kurzen Zeit, die sich erst kannten, schon sehr schätzen gelernt hatte. Dranodan hat – als Jäger höchst verständlich – schon vielen Lebewesen den Tod gebracht, doch heute starb der erste Mensch durch einen seiner Pfeile. Ein Umstand, der ihm sehr zu schaffen machte, auch wenn er im Recht gewesen war, trachteten die Räuber doch nach seinem Leben und dem Rowins.

Während er sich in seinem Bett hin und her wälzte kam er zu dem Entschluss den Versuch zu schlafen aufzugeben und noch einmal in die Schänke hinabzugehen um mit einem oder zwei Bieren oder Schnäpsen seine Nerven zu beruhigen. Den Beschluss einmal gefasst setzte er sich in seinem Bett auf und griff nach seinen Sachen. Dabei bemerkte er, dass nicht nur sein treuer Hund Firwulf wach war, sondern auch Rodwin, mit dem er sich ein Zimmer teilte.

„Na Rodwin, könnt ihr auch nicht schlafen? Was hälst du von einem weiteren Bier oder Schnaps unten in der Schänke?“, sprach Dranodan und stand dabei auf um sich anzuziehen.

 

Die Geschichten des reisenden Kunibaldt – Buch I – Kapitel II

Wir schreiben den 10. Efferd 1029. Bereits 3 Wochen sind verstrichen seit dem uns die Base meines Herren von Greifenfurt aus auf unseren Wegen begleitet. Noch zwei Tagesritte trennen uns von der Hauptstadt Andergasts, welche den selbigen, wohlklingenden Namen wie unser wundervolles Reich trägt. Wir waren gestern, als die Praiosscheibe im Thuran-See, auf dem einst die berühmte Seeschlacht zwischen uns und den Nostrianern gefochten wurde, zu versinken schien, wie die brennenden Schiffe unserer ungeliebten Nachbarn, in Egelingsfenn angekommen und hatten im Gasthaus „Zum Dreimaster“ Quartier bezogen. Am nächsten Morgen, die Vöglein zwitscherten und Praios erste Strahlen erreichten unser Fenster, erblickte mein Herr, als er sich mit seiner Knappin zu den morgentlichen Übungen auszog erblickte er auf dem Marktplatz im folgenden skizzierten Aushang:

FF…

Die Geschichten des reisenden Kunibaldt – Buch I – Prolog

Seid gegrüßt edler Leser,

Ihr haltet nun die  Geschichte über die Reise des fahrenden Kunibaldt in den Händen.  Was Ihr davon zu erwarten habt, kann ich Euch an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht sagen, denn nur die Götter mögen wissen, was meinem Gefährten, einen edlen Ritter aus altehrwürdiger Familie geschehen mag.

Am 15. Praios 1029 n.BF. kehrte eben dieser Ritter, nur zwanzig Sommer alt und gerade selbst erst zum Ritter geschlagen, nach seiner Knappenschaft zurück in das Haus seines Vaters in Teshkal. Stellt Euch vor, kaum angekommen wird ihm auch schon mitgeteilt, er müsse sich, wie es sich für einen Ritter ziehme, alsbald wider auf den Weg machen. Denn sein Vater und sein Onkel hatten ausgemacht, dass er seine Base bekommen solle, als Knappin. Alle Einwände eines waschechten Andergasters, dass eine Frau nicht geeignet sei als Knappin, seine Base weder die sieben Zyklen Pagendienst getan hätte, sie schon zu alt sei um noch geformt und gelehrt zu werden und derer mehr wehrte sein Vater mit den Worten aus den Briefen seines Onkels ab.

Seine Base sei mit den höfischen Sitten, gutem Benehmen und nötiger Gelehrsamkeit, welche im Pagendienst erworben werden sollen durchaus gerüstet. Vielleicht sogar mehr als einem Lehrer lieb sein kann. Und im „Gleichberechtigten“ Mittelreich zählen mit dem Geschlecht begründete Aussagen nicht mehr als einen feuchten Kehricht. Außerdem waren die beiden alten Herren wohl zu dem Schluss gekommen, es wäre für seine Base das Beste, hinauszuziehen und das Ritterhandwerk zu erlernen, anstatt nichts zu tun. Wobei nichts hier nicht zutreffend erscheint. Sie tat vieles, aber nichts was vor den beiden Alten als nützliche Beschäftigung geltend hätte gemacht werden können. Von ihrem Vater wurde sie liebevoll als Träumerin betitelt.

Sein Vater, den es selbst auch schmerzte seinen Zweitgeborenen nur einen Tag wieder sehen zu können sagte beendend, ihm zuzwinkernd, dass er, mein Herr Ritter, sich doch immer eine große Aufgabe gewünscht habe und ihm eine Frau an seiner Seite bestimmt auch ganz gut täte. Und einen Knappen braucht jeder anständige Ritter. Also blieb ihm nichts anderes, als am nächsten Morgen die einmondige Reise nach Greifenfurt anzutreten. Schon eine Ewigkeit hatte er seine Base nicht mehr gesehen. Früher einmal waren sie bei einem Besuch umhergetollt und hatten rumgealbert. Das war vor 14 Wintern. Was sich ihr Wesen wohl entwickelt hat und wie sie heute aussehen mag?