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An einem Abend in Andrafall

Es war schon spät in der Nacht, die Reisegruppe, mit der Dranodan unterwegs war, hatte Andrafall erst lange nach Sonnenuntergang erreicht. Es war ein anstrengender und langer Tag gewesen und Dranodan war unendlich müde, aber trotzdem lag er in seinem Bett im Wirtshaus und konnte nicht schlafen.

Es schien an dem Kampf zu liegen, den er im Laufe des Tages zusammen mit seinem Reisegefährten Rowin Nadoschkin ausfechten musste, einem bornländischen Wundarzt, den er in der kurzen Zeit, die sich erst kannten, schon sehr schätzen gelernt hatte. Dranodan hat – als Jäger höchst verständlich – schon vielen Lebewesen den Tod gebracht, doch heute starb der erste Mensch durch einen seiner Pfeile. Ein Umstand, der ihm sehr zu schaffen machte, auch wenn er im Recht gewesen war, trachteten die Räuber doch nach seinem Leben und dem Rowins.

Während er sich in seinem Bett hin und her wälzte kam er zu dem Entschluss den Versuch zu schlafen aufzugeben und noch einmal in die Schänke hinabzugehen um mit einem oder zwei Bieren oder Schnäpsen seine Nerven zu beruhigen. Den Beschluss einmal gefasst setzte er sich in seinem Bett auf und griff nach seinen Sachen. Dabei bemerkte er, dass nicht nur sein treuer Hund Firwulf wach war, sondern auch Rodwin, mit dem er sich ein Zimmer teilte.

„Na Rodwin, könnt ihr auch nicht schlafen? Was hälst du von einem weiteren Bier oder Schnaps unten in der Schänke?“, sprach Dranodan und stand dabei auf um sich anzuziehen.

 

3 Responses to An einem Abend in Andrafall

  • Im Licht des Madamals, das durch das kleine Zimmerfenster im Gasthaus „Zum Wanderer“ schien, sah Dranodan sich einen großen Haufen aus Felldecken raschelnd bewegen; fast, als läge dort nicht sein neu gewonnener Gefährte, sondern ein großer Braunbär, der sich in seinem Winterschlaf nur von einer auf die andere Seite wälzte. Anstatt eines Bärenmauls sah er jedoch das lächelnde Gesicht Rowins, das sich mit funkelnden, müden Augen ihm zuwand.

    „Hatte ich dir nicht schon längst das Du angeboten, Jäger? Oder kannst du dich einfach nicht entscheiden?“ brummte Rowin lächelnd. „Aber einen guten Gutenachtschnaps kann man wohl kaum ausschlagen; vor allem, da wir die Gelegenheit gleich nutzen könnten, uns noch ein paar Geschichten zu erzählen; trotz eures jugendlichen Auftretens wisst ihr doch sicher einiges aus eurem Leben zu berichten, oder täusche ich mich? Lasst mich nur eben etwas Vernünftiges anziehen“, meinte Rowin und erhob sich langsam; und trotz der Versuche, seine Schmerzen, die vom letzten Kampf herrührten, zu verbergen, huschte doch kurz und für Dranodans aufmerksames Auge sichtbar, ein Schatten des Schmerzes über Rowins Gesicht.

  • (GEPOSTET VON DRANODAN)

    „Ist bei dir alles in Ordnung? Oder hast du noch Schmerzen? Sag mir bitte, dass dem nicht so ist, ich möchte nicht noch einmal in das…nunja Haus der Tsageweihten müssen. Ich glaube ein Schnaps wird zur Heilung reichen“, erwiederte Dranodan lachend.
    Sie zogen sich beide an und begaben sich gemütlichen Schrittes nach unten in die Schenke, währenddessen Firwulf faul unter dem Bett liegen blieb.

    “He da, da können wohl welche nicht schlafen – noch einen Met vielleicht?” erkundigt sich der Wirt, der gerade dabei war die Tische abzuräumen. Er stopft sich den Feudel behände in seinen alten Gürtel und macht ein paar lange Schritte zu den Fässern.

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  • Rowin verzog das Gesicht. „Met? Nein danke, dieses widerliche Gebräu ist ja wohl eine Zumutung. Meiner Meinung nach wurde es direkt in den Niederhöllen erfunden.“
    Zu Dranodan flüsternd ergänzte er: „Das ist das einzige, das ich bisher nie vertragen hab. Bleibt nicht lang drin, wenn du verstehst“
    „Gebt mir lieber etwas vernünftiges, ich würd grad für den Anfang sogar nur Bier trinken. Ein kleiner Schlummertrunk gewissermaßen.“

    Er fasste Dranodan an der Schulter und geleitete ihn lächelnd zu einem etwas in der Ecke gelegenen schweren eichernen Tisch mit vier Stühlen, der nur schummrig von einer flackernden Kerze erhellt wurde.

    Als sie sich setzten, mummelte sich Rowin genüsslich noch einmal in seine dicke Fellkleidung und fügte hinzu:
    „Und was die Schmerzen angeht: Die kann ich wohl ertragen; da muss schon mehr kommen, dass es einen Bornländer aus den Angeln hebt. Nach den Zwergen sind wohl wir diejenigen, die am meisten aushalten. Wer den Winter im Bornland übersteht, der lässt sich von so ein paar Fleischwunden nicht entmutigen.“ Als er den letzten Satz sprach, huschte kurz ein Schatten über sein Gesicht, so als erinnerte er sich an ein düsteres Ereignis, das fern in der Vergangenheit lag; doch als der Wirt ein Bier brachte, lachte er herzhaft auf.

    „Aber was treibt euch eigentlich hierher?“

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