Seid gegrüßt edler Leser,
Ihr haltet nun die Geschichte über die Reise des fahrenden Kunibaldt in den Händen. Was Ihr davon zu erwarten habt, kann ich Euch an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht sagen, denn nur die Götter mögen wissen, was meinem Gefährten, einen edlen Ritter aus altehrwürdiger Familie geschehen mag.
Am 15. Praios 1029 n.BF. kehrte eben dieser Ritter, nur zwanzig Sommer alt und gerade selbst erst zum Ritter geschlagen, nach seiner Knappenschaft zurück in das Haus seines Vaters in Teshkal. Stellt Euch vor, kaum angekommen wird ihm auch schon mitgeteilt, er müsse sich, wie es sich für einen Ritter ziehme, alsbald wider auf den Weg machen. Denn sein Vater und sein Onkel hatten ausgemacht, dass er seine Base bekommen solle, als Knappin. Alle Einwände eines waschechten Andergasters, dass eine Frau nicht geeignet sei als Knappin, seine Base weder die sieben Zyklen Pagendienst getan hätte, sie schon zu alt sei um noch geformt und gelehrt zu werden und derer mehr wehrte sein Vater mit den Worten aus den Briefen seines Onkels ab.
Seine Base sei mit den höfischen Sitten, gutem Benehmen und nötiger Gelehrsamkeit, welche im Pagendienst erworben werden sollen durchaus gerüstet. Vielleicht sogar mehr als einem Lehrer lieb sein kann. Und im „Gleichberechtigten“ Mittelreich zählen mit dem Geschlecht begründete Aussagen nicht mehr als einen feuchten Kehricht. Außerdem waren die beiden alten Herren wohl zu dem Schluss gekommen, es wäre für seine Base das Beste, hinauszuziehen und das Ritterhandwerk zu erlernen, anstatt nichts zu tun. Wobei nichts hier nicht zutreffend erscheint. Sie tat vieles, aber nichts was vor den beiden Alten als nützliche Beschäftigung geltend hätte gemacht werden können. Von ihrem Vater wurde sie liebevoll als Träumerin betitelt.
Sein Vater, den es selbst auch schmerzte seinen Zweitgeborenen nur einen Tag wieder sehen zu können sagte beendend, ihm zuzwinkernd, dass er, mein Herr Ritter, sich doch immer eine große Aufgabe gewünscht habe und ihm eine Frau an seiner Seite bestimmt auch ganz gut täte. Und einen Knappen braucht jeder anständige Ritter. Also blieb ihm nichts anderes, als am nächsten Morgen die einmondige Reise nach Greifenfurt anzutreten. Schon eine Ewigkeit hatte er seine Base nicht mehr gesehen. Früher einmal waren sie bei einem Besuch umhergetollt und hatten rumgealbert. Das war vor 14 Wintern. Was sich ihr Wesen wohl entwickelt hat und wie sie heute aussehen mag?