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Alles nur in meinem Kopf

*Da gehen sie hin. Es freut mich zu sehen, dass ich meinen Freunden so viel wert bin. Passt gut auf Euch auf. Ich werde versuchen durchzuhalten und Euch zu unterstüzten. Sofern ich es kann* Dachte Delia als sie neben ihrem Körper stand. Erst als Ihre Freunde durch das Tor gingen, tauchte der Geist der Hexe unsichtbar neben ihrem Körper auf. Sie sah sich selbst unter sich liegen, auf ihrem Bauch die Katze liegend. Neben ihr war ihr stolzer Wüstensohn. Wie gerne hätte sie ihn nun berührt. Wie gern hätte sie sich in seine Arme begeben. Doch in dieser Gestallt, vertrieben aus ihrem Körper, war dies nicht möglich. Dennoch legte sie Kalkarib die Hand auf die Schulter und drang versehentlich ein kleines Stück ein, zog die Hand jedoch schnell wieder auf die richtige Höhe zurück. *Kalkarib! Mein Geliebter… bitte grame Dich nicht. Du wirst noch mehr dazu beitragen meine Ehre wieder her zu stellen. Danke, dass Du bei mir bist und mich hier hälst. Ach Dir, meine Seelengefährtin, danke ich, dass Du in der Stunde der Not zu mir kamst. Wir können nur hoffen, dass meine Freunde sich der Prüfungen als würdig erweisen.*
Delia sackte in die Knie. Ihr viel es immer schwerer sich in dieser Welt zu halten. In der Nähe ihres Mannes wurde es jedoch leichter. Ohne ihn oder jemanden der sie hier fest hält, hätte sie keine Chance und würde von dem Dämon ins unendliche Nichts vertrieben werden. Beinahe konnte sie seine Wärme spüren. Sie blickte ihn an und war erfreut über seinen Mut und das er überhaupt bei ihr war. Die Katze schien das einzige Wesen zu sein, welches Delias Geist bemerkte und blickte zu ihr auf.

Zumindest ein Teil von Ihr war als geisterhafte Form in dem Arbeitszimmer ihrer Mutter und saß neben Kalkarib. Ein anderer Teil stand dem Dämon gegenüber. Dieses Wesen setzte zu einem Angriff an, doch Delia parierte diesen mit ihrem Stab und schleuderte einen Zauber gegen dies abscheuliche Wesen. „Ich bin die Herrin meiner Gedanken! Du bist hier in meiner Welt Kreatur! Und ich werde mich Dir verweigen solange auch nur noch ein Teil meinser Selbst in mir ist. Solange meine Freunde an mich glauben und für mich einstehen“ Mit einem geistigen Abbild des Waqqif von Kalkarib schlug sie einen Tentakel des Wesens von sich.
In einem spiegelnden Schleier, der in der Luft schwebte, sah Delia wie ihre Freunde gegen die Orks kämpften und zu unterliegen drohten. Mit ihren Gedanken griff sie nach dem Abbild der Höhlenwand und zwang es sich für die Helden als durchlässig zu erweisen. Die Hexe war abgelenkt und das nutzte der Dämon, um ihr eine Wunde zu schlagen. Alles hat seinen Preis…

Auf dem Boden von Isarias Arbeitszimmer zuckte Delias Leib, als habe eine Waffe sie getroffen und erschlaffte sogleich wieder. Blut oder Wunden waren jedoch nicht zu sehen. Delias Geist hielt sich weiterhin an Kalkaribs Stärke und Liebe fest. Während die Katze ihr Möglichstes tat, um die Seele zu halten.

Wieder daheim

Endlich war sie wieder zu Hause. Die Hexe Delia blickte auf das kleine Dorf hinab, als sie an dem Fenster ihres Ziummers im Gasthaus stand.

„Heimat… endlich bin ich wieder zu Hause. Ich hoffe meine Freunde fühlen sich hier wohl. Bei Luna, Azina und Jane hege ich da keine Bedenken, nur Sieghelm macht mir etwas Sorgen. Seine Vorurteile könnten ihm im Wege stehen, wenn er in Kontakt mit den anderen Geschwistern tritt. Mit der Dorfbevölkerung wird er sicherlich keine Probleme haben. Vorallem nicht mit Leomar und Espe. Die beiden sind ähnlich rondragefällig wie der Hauptmann. Ach die kleine Espe, schön und groß ist sie gewordern. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich sie als Neugeborenes in den Armen halten durfte. Damals als ihre Mutter mich fragte, ob ich nicht ihre Patin werden könne. Schön zu sehen, dass sich Leomar gut um sie kümmert. Ich denke sie wird in dem Jahr in dem ich auf Reisen war sich ganz ihrer Kriegerausbildung hingegeben haben. Vielleicht kann ich morgen mit ihr einmal sprechen.“

Delia trat von dem Fenster zurück und setzte sich auf das Bett, in den Händen hielt sie Kalkaribs Waqqif. Ihre Gedanken weilten bei ihrem Wüstensohn. Seufzend legte sie den Dolch neben ihr Kopfkissen. Kalkaribs „kleine Scharte“ zog ihre Bettdecke ein wenig enger um sich und glitt in einen ruhigen Schlaf.

Sieg für Sieghelm

Unglaublich dieser Mann! Mit dem Mut eines Löwen und dem Geschick eines Tänzers besiegte er alle Gegner, die es wagten sich ihm in den Weg zu stellen. Ich gebe zu, am Anfang habe ich an der Möglichkeit gezeifelt, dass er gewinnt. Doch nach dem ersten Kampf war mir klar, er wird siegen. Auch wenn die Göttin ihm im Tempel wohl etwas mehr Schmerz dafür forderte und das mehr als einmal. Wie dem auch sei er hat gewonnen! Ich freue mich für ihn, ehrlich. Er war sogar gar nicht so von sich eingenommen wie sonst. Er dankte uns allen für die Unterstützung und bat mich eine Feier auszurichten. Die soll er haben.

Was mich nur stuzig macht ist die Bitte der Meisterin der Senne. Wir sollen sie am 20. Firun im Tempel aufsuchen. Wir alle, nicht nur Sieghelm… Egal wie der, noch der Ehre wegen zu führende, Kampf gegen den Champion verläuft. Ich bin gespannt.

Nun ja nun hetzten Jane und ich über die Märkte und kaufen allerlei ein für Sieghelms Feier. Ich habe per Zufall auch Melekhelm auf dem Markt getroffen. Er sagte mir er sei auf den Weg zu den Länderein von Azinas Familie, um dort die Wache für mich zu übernehmen. Da er ein sehr guter Gaukler ist, bot er sich selbstlos… und für ein paar Münzen… an am Abend für uns zu spielen und uns zu unterhalten. Das Mahl von Jane wird ohne Zweifel großartig, für Musik ist gesorgt, Dekoration auch. Perfekt! Zum Abschluss werde ich Sieghelm anbieten ihn mit dem besonderen Öl zu massieren. Das sollte den Abend dann zu einem sehr guten Ende bringen.

Nun gut… es gibt noch viel zu tun. Auf gehts!

——–

Delias Gedanken.

Isarias Vision – Es beginnt

Mitten in der dunklen Nacht der Wintersonnenwende, der Nacht zwischen dem 01. und 02. Firun, betrat Isaria ihr Arbeitszimmer. Ihre Schritte leiteten sie wie von selbst hierhin. Zuvor traf sie sich mit ihren Brüdern und Schwester des Zirkels, um wenigstens im Kleinen das Ritual der Wintersonnenwende zu feiern, die Flugsalbe zu mischen und zu verteilen. Das eigentliche Ritual zu dem großen Fest der Sonnenwendfeier wird erst dann stattfinden wenn ihre Tochter Delia wieder zurück ist. Der Zirkel hatte sich einheitlich dafür ausgesprochen das große Hexenfest erst dann zu feiern wenn Delia anwesend ist.

*letztlich muss man die Feste nicht exakt zu den Konstellationen feiern. Die Energien der Sterne ist nur für die Flugsalbe von Bedeutung, jedoch nicht für das Ritual. Wir sind ja keine Praioten, die sich sklavisch an ihre „heiligen Texte“ halten. Wandel… alles ist im Wandel… und sobald etwas niedergeschrieben ist… sobald etwas still steht… so stirbt es und verkehrt sich ins Negative.*

Nun wandelte sie gedankenverloren durch ihr Arbeitszimmer. Sie wusste nicht was sie hier genau suchte. Doch solche Situationen kannte sie bereits. Immer wenn das Schicksal ihr Visionen aus Satinavs Strömungen sendete führte sie es wie von selbst in ihr Arbeitszimmer. Auf solche Befindlichkeiten wie: Schlaf, Hunger, andere Aufgaben oder das es gerade mitten in der Nacht war… tja auf solche menschlichen Befindlichkeiten nahm das Schicksal nie Rücksicht. Daran hatte sich die alte Seherin bereits gewöhnt und beklagte sich darüber nicht.

Vor ihrem Kessel kam Isaria zu stehen. Ein kurzer Blick genügte ihr, um die Bewegungen des Wassers zu sehen. Im Wasser stieg silbriger Rauch auf und formte sich an der Oberfläche zu einem glatten Spiegel. Zuerst sah sie nur sich selbst. Ein Bild legte sich auf den Spiegel und Isaria sah Delia in der Runde ihrer Weggefährten sitzen. Alles schien in Ordnung zu sein. Doch dann verdunkelte sich die Szenerie, so dass nur noch Delia zu sehen war. Hinter Delia nahm eine dunkle Form Gestalt an. Sie drängte auf die junge Hexe ein und überwältigte sie. Bewusstlos und fast tot lag Delia und in dieser namenlosen Schwärze. Neben ihr kniete ihr geliebter Wüstensohn Kalkarib. Mit einem Wendemantel deckte er sie zu. Eine Seite schien wie Sonnenschein, die andere wie das Sternenzelt.

Weit im Hintergrund flammte ein faustgroßer Diamant auf. Ein Blitz zerriss die Szene und unter dem Edelstein erschienen Delias Weggefährten. Angeführt von Sieghelm, der sich schützend und die Waffe kampfbereit vor die Gruppe stellte. Jane las in einem großen Buch und blickte sich abschätzend um, während Nehazet komplizierte, magische Gesten formte. Azina stellte sich neben den Darparten und beide nickten sich zu. In dem Moment griffen schwarze, schattenähnliche Tentakel nach den Helden. Jeder bekämpfte sie auf seine Weise. Sieghelm mit dem Zorn der Leuin und dem Schwert, Jane wehrte die Angriffe elegant mit ihrem Griffel ab und nutze das Buch als Schild, Nehazet zerstob die Tentakel mit Worten der Macht, Bakkus und Adaque schützen Azina vor Angriffen aus dem Hinterhalt und mit den geschmeidigen Bewegungen einer Raubkatze erlegte Azina ihre Beute.

Dann erhob Azina ihren Speer und stieß aufwärts in die Schwärze, in Richtung des Diamanten. Die Amulette der Gefährten strahlten in den Farben ihrer Götter. Der Speer blitzte plötzlich eisblau auf und das Licht brach sich in den Facetten des Diamanten in allen Farben des Regenbogens, um sich über Delia und Kalkarib zu ergießen.

Das Wasser des Kessels… nahm wieder seine gewohnte Färbung an… Isaria blickte sich um, und straffte ihre Körperhaltung. Mit der ernsten Stimme einer Befehlshaberin sprach die Seherin:

„Es hat begonnen… meine Tochter!“

Goldrausch in Baburin

Alhina hat es geschafft. Sie hat Ihre Liebe gefunden und wiedergefunden. Rafid, so heißt der arme Kerl. Arm ist er jedoch nur, weil Sefiras Familie sich wieder einmal eingemischt hat. Diese dreißten Diebe! Erst wollen sie Azina und ihre Familie ruinieren und nun Alhina und ihren Geliebten. Machen diese Schurken denn vor gar niemanden halt? Nur gut, dass wir das Schriftstück wiedergefunden haben, hierbei gilt der größte Dank jedoch Luna. Sie hat den Grund des Barun-Uhla abgesucht und schließlich, mit der Hilfe eines Wasserelementars, die Schätze und das Schriftstück geborgen hatte. Die Anklage ist verfasst und eingereicht und die Unterstützung des Phextempels haben wir sicher. Nun heißt es warten. Ich hoffe, dass Sefira und ihre faule Familie endlich das Schicksal bekommen was sie verdienen.

Azina hat ihren letzten Kampf leider verloren. So wie sie aussah hätte sie das auch fast mit dem Leben bezahlt. Nur gut das Sieghelm für einen Heiler sorgte. Sie habe aber trotz der schweren Verwundungen noch Aufrecht gestanden und die Arena verlassen. Das sollte Ihr viel Ansehen gebracht haben. So schnell wird sich niemand mit ihr anlegen. Und Sieghelm? er ist erst in ein paar Tagen dran und hat sich sehr gut von seinen Verletzungen erholt. Meiner Meinung nach ist es unverantwortlich, dass sich Azina und er solchen Gefahren aussetzten und Verletzungen in Kauf nehmen. Nur für die Ehre und nur für den Kampf… Sowas werde ich nie verstehen. Können die beiden Zeiten des scheinbaren Friedens nicht einfach mal genießen?Also ich bin schon froh, dass Sieghelm mittlerweile etwas sanfter im Umgang geworden ist. Aber… ach was mache ich mir um diese beiden Krieger nur solche Sorgen. Sie wissen schon was sie tun. So hoffe ich… Nun ja bald ist die Turney ja vorbei. Jetzt wo Azina ausgeschieden ist gilt es nur noch Sieghelm anzufeuern und lebend durch die letzten Kämpfe zu bringen.

Die Turney

Am Abend des 02. Firun auf dem Hof von Azinas Familie vertrat sich die Hexe Delia ihre Beine. Erstaunlicherweise ohne ihren Stab. Ihr treuer „Besen“ liegt seit dem 01. Firun unbeachtet in ihrem Zimmer und Delia schreitet seither ohne ihn durch die Welt. Sie lässt Ihren Gedanken freien Lauf als sie über die Länderein schreitet.

„Die Tage vergingen wie im Fluge, so scheint mir. Flug… ja das ist wohl das Zauberwort. Ich kann seit dem gestrigen Tage nicht mehr fliegen. Meine Flugsalbe hat mit der Wintersonnenwende ihre Wirkung verloren. Erst wenn ich wieder an einer Hexennacht teilnehmen bzw. zu meiner Frau Mutter komme wird sich dieses Problem lösen. Mutter sagte mir, dass ich erst mit meinen Freunden zu ihr kommen soll. Zum einen als eine Lektion in Demut… noch eine… und zum anderen bin ich als Wache für Azinas Familie abgestellt. Mutter entsprach meiner Bitte über Azinas Hof, Heim und Familie zu wachen. Da sich aber alle anderen Schwestern und Brüder auf die Wintersonnenwende vorbereiteten war es an mir zu wachen. Mit meiner Abreise wird ein anders Mitglied des Zirkels meine Aufgabe übernehmen. Somit sollte dieser Hof und Azinas Familie in Sicherheit sein. Komme was da mag. Die Nähe zu dem Heim meiner Mutter und des Zirkels ist ein Garant für schnelles Eingreifen. Außerdem hat sich Azina durch aus als würdig erwiesen, als sie das Biest erschlug. Hm… und Mutter erwähnte noch etwas schon „schutzwürdig wegen der göttlichen Queste“.
Ich hoffe nur das die Familie deiser wiederlichen Sefira sich nicht mehr einmischt und alles auf sich bewenden lässt. Azina und ihre Familie hat eine Zeit des Friedens verdient.“

Delia kniet sich nieder und nimmt etwas von der fruchtbaren Erde auf. Liebevoll verreibt sie etwas davon zwischen ihren Fingern.

Ob es meinen Gefährten aufgefallen ist, dass ich den Besen nicht mehr ständig bei mir führe? Nun ja wenn nicht ist es nicht schlimm. Momentan ist soviel zu tun, dass ich es niemanden krumm nehme solche, für andere, unwichtigte Details nicht zu bemerken. Die Turney verläuft sowohl für Sieghelm als auch für Azina erstaunlich gut. Also bei Sieghelm bin ich davon ausgegangen, dass er jeden vom Platz prügelt. Doch Azina… meinen kleine Azina… sie hat sich wirklich gemacht. Ich würde beiden den Sieg gönnen, ob mit göttlicher Quest oder ohne als Gewinn. Jedoch würde es Sieghelms Seele besser tun zu gewinnen. Er braucht soetwas mal. hmm… obwohl er dann wohl vor Stolz unausstehlich sein wird… Dennoch würde ich mich für ihn freuen. Azina braucht nicht zu gewinnen. Ihr Ruf und Ansehen ist allein durch die, bisher sehr erfolgreiche Teilnahme am Turnier sehr gestiegen und das ist das was sie will.“

Die Hexe erhebt sich und blickt Richtung des kleinen Gehöfts. Gemessenen Schrittes kehrt sich zurück. Bald müsste es Abendessen geben.

„Sieghelm wurde heute sogar verletzt und das nicht leicht. Dieser Dummkopf, hätte er den Schlag nicht kommen sehen können?! Na wenn es ein echter Kampf gewesen wäre, dann hätte ich mir diesen … diesen… Gegner aber vorgenommen, dafür, dass er Sieghelm so verletzte. Erstaunlich ist Sieghelms Beherrschung. Er schien so erfüllt von seine Göttin, dass er wie unverletzt siegreich und stolz vom Platz schritt. Zum Glück musste ich nicht mit Magie heilen, da Janes Künste ausreichten, sogar für diese schwere Wunde.
Egal ob er gewinnt oder nicht. Ich glaube ich werde ihm etwas Gutes tun wenn er ausscheidet. Egal ob als 1. oder als was auch immer. Er hat es sich verdient.“

Bei den Gedanken an Sieghelm und die Turney schwenken Delias Gedanken kurz in die Ferne… zu Kalkarib.

„Ob er wohl die Reiterkämpfe für sich entscheiden konnte? Bald werde ich ihn wiedersehen. Dann wird sich auch unser Schicksal entscheiden. Gemeinsam oder allein. Wir werden es sehen.

Tja und was ist mit Sahiba Alhina? Hat sie ihre Liebe gefunden?“

Liebe und Leid

Es ist so schön Azina endlich wieder zu sehen. Ich habe sie so sehr vermisst. Doch leider ergeht es ihr und ihrer Familie nicht so gut wie es sollte. Sie leben nahe der Armut, dafür sind sie aber frei. Frei auf ihrem eigenen Hof, ihrem eigenen Land. So wie ich Azina und ihre Familie kenne werden sie ihren Weg schon machen. Auch wenn dieser mühsam ist. Ich hoffe das beste für sie. Zur Not wohnt meine Mutter ja recht nahe und könnte ihnen vielleicht helfen. Was wohl passieren wird wenn die Familie des Muhalla auftaucht, um zu erfahren, dass die angedachte Hochzeit nie stattfinden wird.

Für Sieghelm scheint es auch alles zum Besten zu stehen. Er darf sogar an dem Turnier zu Rondras Ehren teilnehmen. Ich wünsche ihm, dass er das Turnier gewinnt. Er ist ein ehrlicher und gütiger Streiter und hätte so einen Sieg verdient. Ich hoffe nur diese Tempeldirne wird nicht anwesend sein, um ihn anzufeuern. Da hat er sich doch tatsächlich von ihr umgarnen lassen. Warum sollte er sich denn von so einer das „Schwert pflegen lassen“ wo er doch mich haben könnte? Mich die Auserwählte der Göttin! Habe ich ihn nicht massiert, war ich nicht als Schwanenhütertin für ihn da und auch als treue Freundin und wenn er mich sonst brauchte? Und doch werde ich nur als … was auch immer… betrachtet und nicht als Frau. Kaum kommt… so eine daher… und…

Alhina. Ach nehme treue Lehrerin. Dein Herz wiegt so schwer. Lass mich Dir doch bitte helfen auf der Suche nach der Liebe Deines Lebens. Mögen die Götter sie auf ihren Weg leiten und dafür sorgen, sich alles für sie zum Besten wenden.

Was Kalkarib wohl gerade macht? Warum kann er nun nicht bei mir sein?

Delias Gedanken.

Flucht und Demut

Was nicht alles so passieren kann. Muhalla hat sich nun entschieden reiß aus zu nehmen unter dem Vorwand seiner eigenen Entführung. Somit wird weder er noch Azina beleidigt. Sieghelm, nahm dafür die ganze Bürde der Schande auf sich. Gegen seine Prinzipien! Doch so ist es besser für alle. Ich wünsche Muhalla und Radajana alles erdenklich Gute und den Segen der Götter. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder.

Für mich, nach dem ich Sieghelm nun drei Tage diente, und wir unseren Streit belegten, ist nun die Welt auch wieder gerecht. Wenn jemand wie Sieghelm schon gegen seine Prinzipien handeln kann und sich so aufopert, dann kann ich auch mein Gemüt zügeln und nicht immer den Streit mit ihm suchen.
Ach… Sieghelm… Du tust mir leid. Ich finde schon was, mit dem ich Dich aufheitern kann. Vielleicht eine Massage mit dem Öl aus dem Rahjatempel? Wer weiß? Das wird ihm auf jeden Fall gut tun … und vielleicht auch etwas lockerer machen. Ich mag es nicht wenn der stolze Krieger so niedergeschlagen ist, dass steht ihm gar nicht. Er war die letzten Tage schon fröhlicher und beliebte sogar zu scherzen. Ja doch ich denke, dass die gemeinsamen Reisen langsam Früchte tragen und die „ewige Hauptmann“ auch ab und an mal nicht „im Dienst“ ist. Doch zur Zeit gleicht er einem getretenen Hund und das gilt es zu ändern.

Ich kann ja nicht zu lassen, dass er so Azina unter die Augen tritt. Bald… Azina… Bald sehen wir uns wieder.

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Delias Gedanken

Die Gedanken des Herrn Leutnants

Delia saß am frühen Abend des 06. Hesinde 1026BF, nach getanem Tagewerk, auf der Bank außerhalb des Bauernhauses. Pagol war bei ihr während Sahiba Alhina sich wusch. Pagol sprang auf ihren Schoß und machte es sich dort bequem. Aus großen, braunen Augen guckte er sie traurig an. Sie streichelte ihn als sie sprach „Ja Pagol Deinem Hauptmann geht es gut. Er ist nur mit dem Pferd auf dem Rückweg und wird morgen wohl hier sein. Du musst nicht mehr lange auf ihn warten.“ als würde er sie verstehen kläffte er freudig. Die Hexe spürte, dass der Leutnant seinen Hauptmann vermisste. Um ihn zu beruhigen kraulte sie ihm hinter dem Ohr. Was wohl in dem Kopf des Dackels vorsichtig ging? Hm… Da kam Delia ein Gedanke, sie konnte doch die Gedanken von Tieren lesen! Liebevoll streichelte sie ihm den Kopf und die Flanke als sie ihre Sinne ausstreckte und den Zauber wob. Nach und nach stiegen die Bilder seines Geistes zu ihr auf. Er dachte an die Wurst die Delia für ihn in der Tasche trug, an Sieghelm und an seinen Sieg über eine aranische Katze. Delia lächelte zufrieden und gab ihm etwas von der Wurst. Dabei zeigte ihr Pagol, dass er daran dachte ihr über das Gesicht zu schlecken, vor Dankbarkeit.

Nachdem der treue Hund Ihr kurz über das Gesicht leckte und dann noch etwas Wurst kaute streichelte Delia ihn weiter. „Ach Pagol, was soll ich nur mit Deinem Herrchen machen?“ Pagol dachte an den Tanz den Delia vor ein paar Tagen für Sieghelm aufführte und kurz darauf an sein letztes Stelldichein mit einer Dackeldame in Hammerschlag. „Pagol! Du altes Ferkel! Auch wenn das eine gute Idee ist, doch so einfach ist das leider nicht. Obwohl… Hm… Dein Herrchen könnte sicherlich mal eine Nacht in Leidenschaft gebrauchen. Vielleicht wäre er dann lockerer.“ Delia lachte. Schuldbewusst schien der Dackel die Hexe anzugucken. Obwohl er den Vorschlag sicherlich ernst meinte. „Weist Du Pagol, Sieghelm und ich haben uns wieder gestritten… Er wollte mir noch nicht einmal zuhören und ließ keines meiner Argumente gelten.“ schweigend nahm Delia die neuen Bilder aus Pagols Geiste auf. Er zeigte ihr wie sich Siehhelm mit einem Untergebenen stritt, sowie mit Delia. Eben war es ein sonniger Tag und sogleich wechselte die Szenerie auf die Nacht. Der Untergebene betrat die Wachstube des Hauptmanns und bat anscheinend um ein Gespräch und sie unterhielten sich. Delia brauchte einen Moment um zu verstehen. „Ach ich soll Zeit vergehen lassen? Bevor ich ihn versuche von meinem Standpunkt zu überzeugen? Damit er mir zuhört?“ der Leutnant bellte. Anscheinend zustimmend. So saßen Pagol und Delia noch eine Weile da und genossen die stille Zweisamkeit. Als letzte Bilder zeigte Pagol ihr noch, wie sehr er Sieghelm vermisste. Dann verblasste der Zauber.

Pagol sprang von ihrem Schoß und drehte noch eine Runde bevor er ins Haus zurück ging. Delia holte den Brief heraus den sie im Laufe des Tages erhielt. Er war von Kalkarib. Der Brief war für Delia wie ein warmer Sonnenstrahl. Ihm ging es gut und seine Pilgerreise war erfolgreich. Ihr Geliebter durfte seine Familie sogar bei den Reiterkämpfen vertreten. Sie freute sich sehr für ihn und war sehr stolz. Sein Vater konnte sich anscheinend noch an Delia erinnern und lud sie zu seiner Familie und natürlich auch zu Kalkarib nach El’Trutz ein. Sie hoffte bald bei ihm sein zu können. Schon über einem Monat war es her, seit sie sich sahen und sie vermisste ihren starken Löwen. Gedankenverloren strich sie über den Waqqif. Jenen Dolch denn er zu seiner Ernennung in den Kreis der Männer bekam. Nie lies sie die Waffe aus den Augen und freute sich auf den Tag an dem sie ihm den Dolch zurückgeben durfte. Sie laß den Brief erneut. Wohl zum fünften Male bevor sie ihn an ihre Lippen drückte und wieder einsteckte. Delia wünschte sich zu jenen Tagen zurück als Kalkarib und sie gemeinsam auf seinem Pferd ritten. Er führte und sie schmiegte sich eng an ihn. Zu den Nächten in denen sie, leider sittsam, aber gemeinsam in dem Zelt schliefen. Wie sehr wünschte sie, dass er nun bei ihr sein könnte. Stattdessen saß sie allein in der kühlen Dämmerung. Sie fühlte sich so allein wie seit langem nicht mehr. Fröstelnd zog sie den Umhang enger.

Später am Abend wusch sie Pagols Wappenrock und ihr Kleid. Im Anschluss dann Pagol und sich selbst. Während das Gehöft zur Ruhe kam redete sie noch mit Sahiba Alhina über Kalkrib und den Brief. Und auch über die Art der Zustellung mittels NLP (Nehazets Luftpost). Delia musste über diesen kauzigen Magier und seine wunderbare Idee lachen. Nur er konnte auf so eine Idee kommen. Die Theorie über das Vitalfeld würde gedruckt, dass freute sie für ihren guten Freund. Jane und die anderen mussten davon erfahren.