„Sollten wir nicht Herrn Nehazet hinzuziehen?“ In Perainius Stimme schwang mehr Kritik mit, als es ihm lieb war. Er verlagerte nervös sein Gewicht ständig von einem auf das andere Bein. Der Ordensgroßmeister belegte seinen Knappen nur mit einem Blick, der so viel sagte wie: ‚Ich kann das auch alleine machen‘. „Er wäre bestimmt daran interessiert, dass ihr …“ „Ruhe jetzt!“…
Weiterlesen
Reise nach Rommilys – Teil III „Roter Riese“
Am nächsten Morgen brach Traviahold sogleich nach der Morgenandacht auf. Einst hat es zwei mögliche Wege gegeben, um gen Hardfurten zu reisen, doch der Firunspass war nicht mehr bereisbar, da die alte Hängebrücke abgerissen wurde und die neue steinernde Rondriansbrücke sich noch lange in Bau befand. Und so blieb nur der Rote Pass, der jedoch in diesen Tagen gut gepflegt wurde.…
Weiterlesen
Teil VI – Blut und Tot (2)
Im Innern
Scheppernd schlug die Klinge des Anderthalbhänders auf die Panzerplatte der Abscheulichkeit ein. Ser Gneisor hatte eigentlich versucht den schon lädierten Schädel zu treffen, doch der Kreatur gelang es die Schulter rechtzeitig hoch zu ziehen und als Block zu benutzen. „Zurück!“, bellte Gneisor, der Ingmar davon abhalten wollte, den geplanten Zangenangriff auszuführen. Die beiden Streiter kämpften nun schon gewiss zehn Momente mit dem Vortexwesen, dabei hatte sie sich immer weiter vorwärts in Richtung Bibliothek bewegt – und jetzt waren sie nur noch zehn Schritt von der massiven Eichentür entfernt.…
Weiterlesen
Teil VI – Blut und Tot (1)
Auf den Wällen – Gustav
Gustav zog mit Wucht sein Schwert aus der Abscheulichkeit heraus. Es schabte dabei zwischen den chitinartigen Panzern entlang und machte ein Geräusch, als wenn man mit einem Wetzstein über die Klinge fahren würde. Von der Schwertspitze tropfte eine schwarze und zähe Flüssigkeit, während sich der ehemalige Heermeister nach dem nächsten Gegner umsah – denn davon gab es genug.…
Weiterlesen
Teil V – Sturm
Auf den Wällen
Der unsichtbare Wall hatte keine große Ausdehnung, man stieß schon nach etwa einhundert Schritten hinter den Außenmauern gegen sie. Überall dort, wo die Späher den Rand ausgemacht hatten, nahm das Unheil ihren Lauf. Die Besatzung der Festung Friedstein musste mitansehen, wie sich am Ereignishorizont der Kuppel schmale Risse in der Erde bildeten, die sich dann zu großen klaffenden Wunden vergrößerten, aus denen, wie aus den Niederhöllen stammenden, rotglühendes und unheiliges Licht begann zu pulsieren.…
Weiterlesen
11. Friskenmond – Avahütt
Erneut saß Magister Grønte am Mittelfeuer des kleinen Weilers. Auf seinen überschlagenen Beinen ruhte sein Diarium. Hastig kritzelte der Griffel, geführt von zittrigen Händen, über die Seiten. So schnell er konnte, schrieb er alles auf, woran er sich erinnerte. Noch nie zuvor hatte er in die Gedanken eines Orks geblickt und die Bilder und Gedanken, die er gesehen hatte, versetzten ihm einen Schrecken.…
Weiterlesen
Teil IV – Momentum
Die Praiosscheibe hing weit hinter den Wolkenfetzen und ließ diese so rot aufglühen, dass man den Eindruck bekam, dass der Himmel bluten würde. Überall auf den Zinnen der Festungsmauern hatten die Bogenschützen und frisch ausgebildeten Infanteristen ihren Platz gefunden. Gustav schritt die Reihen der jungen und alten Soldaten und Rekruten ab. Er spürte, dass viele von Ihnen Angst hatten – sie wussten zu wenig und gleichzeitig zu viel, um keine Angst zu haben.…
Weiterlesen
Brief nach Hause
Ahlan aram,
ich hoffe bei Travia, euch geht es gut. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht an euch denke. Meine Sehnsucht verzehrt mich zu jeder Stunde.
Ich schreibe euch diese Zeilen aus Gareth nach dem großen Turnier. Wir als Schutzorden der Schöpfung nahmen gemeinsam daran teil.
Es war außergewöhnlich! Ich gewann im Finale der leichten Waffen gegen Jane, die sich in den Vorrunden sehr gut geschlagen hatte.…
Weiterlesen
Blut und Tod
Die Ereignisse der letzten Tage hatten Alkrikmir sehr aufgewühlt. Er war so angespannt, seine Nerven waren wie zum zerreißen gespannte Seidenfäden. Er gab sich Mühe, einfach nur zu funktionieren und ein halbwegs normales Bild aufrecht zu erhalten. Er wühlte sich in seinem Strohbett hin und her, konnte nicht schlafen. Zu viel ging ihm in den Gedanken umher.…
Weiterlesen
Teil III – Keine Zeit
Burg Friedsteins Ratskammer war eine kleine Stube, die man auf Geheiß des Ritters zu diesem Zwecke umgebaut hatte. In dem breiten Landhauskamin knisterten Buchenscheite leise vor sich hin. Die kühlen Wände der umgebauten Stube wurden inzwischen von vier langen Bannern des Ordens verziert. Im Licht des Kamins schimmerten die silbrigen Halbmonde und Bluttropfen, so dass man den Eindruck bekam, dass sie aus eigener Kraft leuchten würden.…
Weiterlesen