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Fehlgeleitet

— als Grombasch —

Wahrhaftig, eine alte vergessene Zwergenstadt. Hier im Trollzacken. Hätte ich das gewusst, wäre ich schon eher hier gewesen. Ich hätte diese Mauern neu beleben können!

Sorgfältig betrachtet er die alte Baukunst seiner Ahnen. Im Vorbeigehen huldigt er den ehrwürdigen Sarkophagen.

Ich weiß so wenig über mein Volk. Aber ich bin noch jung, ich kann noch viel lernen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja später eine Gelegenheit. So ein Dienst hält ja nicht ewig. Im Gegensatz zu diesen Waschbecken! Es funktioniert tatsächlich noch nach über 3000 Zyklen! Aber warum bei Angrosch beteten sie einen Götzen an, den die Menschen Hesinde nennen? Ich  meine, sollen die Menschen ‚sie‘ doch anbeten. Das ist mir gleich. Aber warum tut ein guter Angroschim so etwas? Meine Brüder wird das interessieren.

Sie gelangen in einem Raum mit einer vier Schritt großen Zwergengelehrtenstatue, die ein Buch in der Hand trägt. Im Sockel steht auf Angram, der alten Priestersprache vor dem Rogolan, dass derjenige das Heiligtum der … (Name des Reiches) betrachten könne, der fünf Fragen richtig beantwortet. Die Helden bitten Grombasch seine Hand auf eine Markierung im Sockel der Statue zu legen, um den Mechanismus zu starten.

WAS? Ich soll das Heiligtum meiner Vorfahren den Menschen ausliefern? Niemals! Das können sie nicht von mir verlangen. Ich werde kein Verräter meiner Brüder! … nein!

Was faseln sie da von diesem Götzen? Die Dame hat doch vorgelesen, dass es ein Heiligtum der Zwerge ist! Nur der König und die Hohepriester sind berechtigt, es zu betreten. Und was soll uns ein Schatz gegen das Dämonengezücht nutzen? Wir sollten die restliche Anlage untersuchen, anstatt die wohl behüteten Schätze zu rauben.

Der Bruder kommt mir mit Ungeheuerlichkeiten! Er sagt, ich hätte irgendwas geschworen. Habe ich nie! Nicht irgendeinem Götzen. Es gibt nur Angrosch! Und ich erkenne seinen Willen nicht, diese Menschen hinein zu lassen. Und Thornia? Sie kommt mir mit Befehlen. Gar nichts hat sie mir zu befehlen. Nicht hier. Hier geht es um mehr als einen Dienst. Es geht um mein Volk!

Obwohl … sie sagen, dass jeder, der die Fragen beantwortet, es betrachten, aber nicht betreten darf. Und warum überhaupt meine Hand? Wenn sie denn behaupten, ein Recht zu haben, das Heiligtum zu betreten, sollen sie doch die eigene Hand rauf legen. Das hieße dann, dass sie einen Blick riskieren dürften … nein. Nein. NEIN! DAS DÜRFEN SIE NICHT!!! SOLLEN SIE FROH SEIN, DASS ICH SIE NICHT ALLE ERSCHLAGE FÜR DIE FRECHHEITEN!!!! MEIN BLUT KOCHT SO HEIß!! ICH … ich muss hier raus, sonst passiert noch ein Unglück. *Grml*

Er macht auf den Absatz kehrt und läuft strammen Schrittes auf den Eingang zu. Delia setzt zu einem letzten Versuch, ihn zu überreden an und appelliert dabei an seine Neugier, das Heiligtum doch einmal selbst betrachten zu wollen. Dabei wirkt sie den Zauber „Große Gier“ auf ihn. Wie ein Schleier verdeckt sein neues Ziel seine Sicht. Seine Schritte werden langsamer ehe er inne hält und sich langsam umdreht.

Andererseits … was soll ich meinen Brüdern sagen, wenn ihn ihnen hiervon erzähle. Ich muss ihnen doch berichten, was hier ist, damit sie die richtigen Leute schicken. Dafür muss ich einen Blick riskieren. Aber ich gehe allein!

„Na schön. Aber ich gehe allein! Weg von der Statue! WEG DA!“

Gut, sie sind alle weg. Dann wollen wir mal.

Er drückt seine Hand auf die Markierung im Sockel der Statue. Es klickt und seine Hand wird von steinernen Klammern gefesselt, ehe die Statue zu reden beginnt. Sie berichtet auf Rogolan noch einmal von dem Heiligtum und stellt die Fragen, die Jane, von Grombasch unbemerkt, aus der Ferne richtig beantwortet. Schließlich baut sich eine steinerne Brücke über dem Abgrund auf. Grombasch zögert keinen Moment und betritt das Heiligtum bis er vor einer vergoldeten, mit Diamanten besetzten Türe steht. Die anderen sind ihm unbemerkt gefolgt.

Herrlich diese Pracht. Hier ist ein Schlüsselloch. Wo mag wohl der Schlüssel sein?

Delia gibt Jane den Hinweis, dass ihr Amulett der Schlüssel sein könnte. Vorsichtig versucht sich die Gelehrte sich an Grombasch vorbei zu schieben.

„WAS BEI ANGROSCHS HEIßER ESSE MACHT IHR HIER? ICH HABE GESAGT, ICH GEHE ALLEINE!! HINAUS!!!“

Traviaholt: „Aber wolltest du das Heiligtum nicht sehen? Jane hat den Schlüssel.“

„WAS? Ähm, ja. Nun dann, mach auf! Los!“

Sie steckt das Amulett in den Schlitz. Jedoch tut sich nichts. Plötzlich bemerken die Helden einen uralten Zwerg, der am unteren Ende der Treppe steht und sich als der letzte Hochpriester zu erkennen gibt. Er hält Jane einen alten Schlüssel hin. Grombasch versucht ihn zu nehmen.

Ah, der Schlüssel. Aber. Ich. Ich kann ihn nicht nehmen. Kann mich nicht bewegen. Ich muss doch da rein! Ich muss! Aber wieso? Hey, bleibt hier, nicht da rein!!! Nein, das gehört euch nicht. HEY!! NEIN!

Um ihn herum brennen die Kohlenpfannen. Das Feuer zuckt und scheint ihn zu verhöhnen. Denn gefangen zwischen den Bannen ist er unfähig sich zu bewegen. Seine Hände zucken nach dem Schlüssel ausgestreckt im Rhythmus des Feuers. Seine eigene Esse glüht scharlachrot auf. Die Gefühle in seinem Inneren kämpfen gegen einander. Seine Gier und sein Zwergenstolz kämpfen mit dem unerklärlichen Wunsch es geschehen zu lassen. Der innere Konflikt lässt ihn auf den Stufen zum Heiligtum erstarren. Nur eines ist gewiss. Er ist wütend. Sehr wütend!

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Grombaschs Gedanken

 

Unglaublich

— als Grombasch —

Als Delia abgehoben ist, lässt sich Grombasch zu Boden plumpsen. Er holt sein Bierfass hervor und prüft dessen Inhalt. Enttäuscht zieht er eine Grimasse.

Verwirrend, diese Ereignisse. Da kommt man ja kaum hinterher! *grml*

Nach dem Gebet des Bruders lacht plötzlich ein Kind und der Tunnel ist wieder frei. Dann haut man einem Rattenvieh mit voller Wucht einen Hammer in den Nacken und es dreht sich um und sticht mit einem Messerchen zu!? Die Suppe! Die SUPPE! auf die ich so lange warten musste, konnte ich nicht Essen, weil sie vergiftet wurde! Dazu haust hier unten ein arroganter Magier, der von den Elementen selbst bewacht wird.? Und schlussendlich fliegt eine UNSICHTBARE Frau auf einer zusammengerollten, mit BLUTIGEM VERBANDSMATERIAL umwickelten, BASTMATTE über eine TEUFELSERZMINE, wo zahlreiche Sklaven von RATTEN AUSGEPEITSCHT werden. *kopfschüttel* Und ich dachte, ich hätte schon viel gesehen. Aber SO etwas in der tat noch nicht. Man! Ich bin ja selbst schuld, ich wollte ja unbedingt mit … Andererseits hätte ich das im Leben nicht verpassen wollen!!

Bisher ließ sich das ganze ja recht gut aushalten. War ja genug Bier da. Aber nun ist mein Fass gleich leer. Das heißt von jetzt an wird‘s ungemütlich. Dieses ganze Gequatsche ging mir schon die ganze Zeit auf die Nerven. Bei Angroschs Bart, da beißen einem die Läuse! Bei diesen speziellen menschlichen Exemplaren scheint das wohl völlig normal zu sein. Reden bis einem die Haare ausfallen. Dabei liegt auch hier wieder die Lösung klar auf der Hand! Wir gehen über die Brücke, kloppen die Viecher da runter, befreien die Sklaven aus ihren Unterkünften, formieren uns und gehen geordnet gegen das Gezücht vor! Aber naaaain, wir quasseln mal wieder wirres Zeug.

Er macht mit den Händen eine Geste der Beruhigung. Was mit dem Fass in der Hand so aussieht, als würde er das Bier schütteln wollen.

Gut, Recht haben sie, wenn wir zunächst einen Kundschafter losschicken, um die gegenüberliegende Seite zu erkunden. Wir wollen ja nicht blind dem Dämon in die Arme laufen. Warten wir also ab. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit und ich muss den Lockvogel spielen oder ein Ablenkungsmanöver starten. Jaaaa, das gibt ein Fest! Auf dich Väterchen!

Damit stürzt sich Grombasch den letzten Rest seines Bieres in den Rachen und wischt sich mit vor Vorfreude funkelnden Augen den Mund mit den Handrücken ab. Danach lehnt er sich zurück gegen die Felswand und legt die Füße auf das Fass, während er den Höhlengang ins Auge fasst.

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Grombaschs Gedanken

Die Schlacht an der Trollpforte – Ein dunkler Schatten auf der Vergangenheit

— Grombasch —

Als er so in der Mitte einer Höhle im Roten Riesen steht, seine Arme kampfbereit erhoben, bereit jedwede Bedrohung zu zerschmettern – während die Dunkelheit immer stärkere Kreise um ihn zieht, sich verdichtet und nichts als schwarze Leere zurücklässt, die selbst er mit seinen Augen nicht durchdringen kann – schweifen seine Gedanken zurück an jenem schicksalshaften Tag vor nunmehr fünf Götterläufen im Jahre 1021 n. BF.

Das schwarze Blut tropft von seinem angroschgeweihten Hammer. Eine schöne Waffe, wie er immer wieder feststellen muss. Sie funkelt in der Sonne, selbst wenn das schwarze Öl daran herunterrinnt, unfähig an dem Glanz zu haften. Echte Zwergenarbeit aus alter Zeit, handgeschmiedet in den geheimen Hochöfen des Amboss – seiner Heimat. Weit scheint sie entfernt und doch verteidigt er sie. Hier auf den verheerten Feldern eines gebeutelten Darpatiens. Seine Einheit rückt den Horden aus den schwarzen Landen an seiner Südflanke nahe der Trollpforte zu Leibe, wo sich einzelne Verbände der widerwärtigsten Kreaturen aus dem Marsch lösen, um die umliegenden Gehöfte zu plündern. Wieder und wieder fährt der Hammer seines Heerführers auf die Kreaturen nieder. Zersplitterte Schädel, zerrissene Rüstungen, nichts kann seiner unendlichen Wut wiederstehen.

Gerade eben noch nahm er den kostbaren Hammer aus den erschlafften Händen seines Anführers. Jener reichte ihn, am Boden liegend und mit glasigen Augen, an den nächstbesten Angroschim weiter, ehe sein Lebenslicht erlischt, in der Hoffnung, dass dieser sein Werk fortführen möge. Grombasch war der erste. Grombasch war zur Stelle als er fiel. – Väterchen möge ihn in seinen hohen Hallen willkommen heißen. Er starb für sein Werk. So wie es sein soll. – Der Sohn Dramoschs erhob sich grimmig. Den Hammer hoch erhoben schrie er seine Wut in die flache Ebene hinaus, ehe er mit brutaler Gewalt inmitten der feindlichen Horde wie von Sinnen um sich schlug.

Er wütete noch als ihre Feinde bereits geschlagen waren. Seine Kameraden wichen vor ihm zurück. Kaum kam er ein wenig zur Ruhe, erblickten seine getrüben Augen in der Ferne eine weitere kleine Gruppe Gegner. Kurzerhand spurtete er los, um sie zu stellen. Die Rufe seiner Gefährten drangen nicht in sein Gehirn vor. Er merkte auch nicht, wie sie fluchend hinter ihm her spurteten. Er rasselte in die Gruppe feindlicher Söldner hinein und erschlug sie alle. Seine Mitstreiter jedoch wurden abgefangen und umzingelt. Sie konnten sich nur mühevoll gegen eine Übermacht verteidigen.

Als seine überraschten Feinde tot am Boden lagen und er sich schwer atmend umschaut, sieht er das Grauenhafte: Seine Brüder. Umzingelt vom Feind. Weit von ihrer Stellung entfernt. Seine Augen weiteten sich vor Angst. Seine Brüder. Er kannte jeden von ihnen. Hatte mit jeden einzelnen auf ihren gemeinsamen Vater gesoffen.

Hastig blickte er sich um. Weiter vorne entdeckte er eine Gruppe darpatischer Kämpfer. Er rannte auf sie zu und schrie sich die Seele aus dem Leib. Seinen Fingerzeig in Richtung seiner Gefährten folgend, setzte sich die Gruppe in Bewegung. Grombasch machte kehrt und stürmte brüllend auf das Gefecht zu. Mit der Urgewalt eines Schmiedehammers prallte der Ambosszwerg in die Reihen der Gegner. Noch nie hat er so heftig und verbissen gekämpft. Er machte sich nicht die Mühe seine Gegner endgültig zu erschlagen. Er wollte nur eine Breche reißen, um zu seinen Brüdern zu gelangen. Hinter ihm rückten die menschlichen Verbündeten heran. Gemeinsam schlugen sie die Front nieder.

Als der Staub sich legte fiel Grombasch auf alle viere. Der Hammer lag neben ihm im Dreck. „Es tut mir so leid.“ stammelte er. „So leid.“ Und zum ersten und vorerst letzten Mal gab er sich seinen Tränen hin, als ihm gewahr wurde, dass nicht jeder seiner Brüder überlebt hatte. Der Hammer wurde von einem kräftigen Arm aufgehoben. Eine Hand legte sich kurz auf seine Schulter. Als die Berührung endete, blickte er auf und sah, dass sein Trupp wieder an seiner ursprünglichen Position Stellung bezog. Grombasch blieb zurück und schaute seinen Leuten nach.

Die Kämpfe um sie herum waren zum Erliegen gekommen. Ein junger Knappe trat zu ihm heran. Er hatte die Situation sofort erfasst. Und als Grombasch sich erhob, jedoch keine Anstalten machte, seinen Kameraden zu folgen, schlug er ihm vor, er solle, wenn er es denn wünsche auf das Lehen seiner Familie kommen. Es gäbe dort einen Platz für ihn.

Als die Kämpfe endlich ein Ende fanden, wandte er sich gen Rahja. Auf Hochstieg bekam er eine einfache Anstellung beim Militär der Burg und fristete sein weiteres Dasein im Exil. Der Junker hatte unterdessen seine eigenen Sorgen und kümmerte sich wenig um den gefallenen Angroschim. Dennoch war er ihm dankbar, dass er half seine Brüder zu retten und ihm eine zweite Chance, ein zweites Leben gab. Und vielleicht, vielleicht heilt die Zeit tatsächlich alle Wunden und er wird eines Tages endlich wieder in den Amboss zurückkehren, vielleicht.

Der gequälte Fels

— als Grombasch —

Sachte legt er seine Hand auf das furchige Gestein. Es schweigt. Seine Qualen müssen es Verstummen lassen haben. Sie haben das rote Gestein scheinbar ‚abgesaugt‘.

Der arme Berg. Kein Stein sollte so leiden müssen. Bei Angroschs Werk, wir werden den Berg heilen!

Sorgenvoll dreht er sich zu seinen neuen Kameraden um. Seine Braunen bilden eine einzelne kupferrote Linie.

Ich habe ja schon die ganze Zeit gesehen, dass dies ein völlig unkoordinierter undisziplinierter Haufen ist. Wie konnte Thornia mich mit diesem Gesindel nur allein lassen? Sie weiß doch, dass ich das nicht kann. Sonst wär ich hier ja wohl der Weibel! Hat sie denn vergessen, was damals geschah?

Wir waren von vornherein verloren ohne Thornia. Nur die Aussicht auf ein paar zünftige Prügelleien, um endlich mal Dampf abzulassen, lies mich weiter machen. Und vielleicht erwischt es im Kampfgetümmel auch diese freche Zauberin. – Hey, ich habe sie gewarnt oder?

Warum wirkt die Dunkelheit in dieser Mine nur so bedrohlich? Seit wann habe ich denn Angst im Dunkeln? HarHar. Angrosch hat diese Welt aus Stein errichtet. Wir sind seine Söhne. Wir behüten sein Werk. Wir fürchten nichts! Ein Fels fürchtet nichts. Auch nicht diese verfluchte ~bedrohliche~ Dunkelheit. Hörst du? Verschwinde!

Die Haufen abgenagter menschlicher Knochen und des Thorwalers Paranoia – von den gestammelten Angstgeschwafel der Helden ganz zu schweigen – schockieren ihn nicht annähernd so sehr, wie das Verschwinden des einzigen Ausganges. Zunächst vorsichtig klopft er die Wand ab. Dann haut er mit seinem Hammer kräftig dagegen. Klonk. Eine Wand aus Stein. Sie saßen wie Ratten in der Falle. Und die Dunkelheit verdichtet sich Zusehens.

„INS GLIED, LOS ALLE MANN IN DIE MITTE. ANGRIFFSLINIE BILDEN!!!“

Fassungslos starrt er auf seine ‚Mitstreiter‘, die sich gegenseitig und seelenruhig ihre Zipperlein bemuttern und – ihn ignorierend – kreuz und quer durch die Höhle umherwuseln.

Wo bin ich denn hier nur reingeraten? Narren, alle samt! So! Ich stell mich jetzt hier hin! Sollen die Ratten doch kommen. Dunkelheit hin oder her. Ich warte. Kommt nur, kommt nur. Klick. Klick.

Der griesgrämige, sonst so unerschütterliche, Angroschim stellt sich breitbeinig mit erhobenem Rabenschnabel in der Rechten und der brennendenden Fackel in der Linken, in die Mitte der Höhle; bereit jederzeit zuzuschlagen oder loszulaufen und harrt ihres gemeinsamen Schicksals. Er hat jedoch mehr Angst, als er zuzugeben bereit ist. Angst,  um ihrer aller Leben.

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Grombaschs Gedanken

Schwere Kost

— als Grombasch —

Grombasch ist auf dem Weg zu den Gesindeschlafplätzen der Burg Hochstieg. Das viele gute Essen und das Bier liegen ihm besser im Magen als die Tischgespräche.

Nun ja, meine erste Vermutung hat sich bestätigt. Diese Menschen sind alle irgendwie gleich. Reden einem den Bart fusselig. Und was die alles reden, das glaubst du nicht Väterchen! Dabei ist die Sache doch klar: wir gehen unter den Berg und ziehen diesen Rattenwesen einen Hammer über den Schädel. Dann ist der Spuk hier zu Ende! Und was Sieghelm betrifft … ja, da müssen sie scheinbar irgendwelche Zutaten sammeln. Das sollen se mal ruhig machen, die Gelehrten.

Leider habe ich mich in Igan getäuscht. Er ist auch einer dieser affektierten Höflinge. So wandelbar, wie eine Ratte.*brummel* Ein guter Vergleich! Aber solange er nicht mir die Ohren vollsülzt, solls mir Recht sein. Sein Interesse scheint ja doch eher den Frauenzimmern zu gelten. Diese sind aber in Ordnung, ebenso wie ihre zwei schmächtigen männlichen Begleiter. Nur ein wenig naiv sind se alle. Plaudern fröhlich aus dem Siebenerrat, der die Beteiligten zur Verschwiegenheit verpflichtet hat, direkt vor dem Militär der hiesigen Burg. *Harhar* Die Trollzacker als vorgeschobener Grund für die Aushebung einer Landwehr? *Hm.*

Wenigstens dieser Árngrimr ist ein Mann, wie ich ihn mir vorstelle. Zwar immer noch ein Mensch, aber ein zugegeben stattliches und vernünftiges Exemplar.

Morgen geht es endlich los. Wenn ich nicht bald ein paar Ratten zerquetschen kann, sauf ich hier den Keller leer!

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Grombaschs Gedanken

Bei Angroschs Bart!

— als Grombasch —

Was bei Angroschs Bart ist denn hier nur los? Erst verlieren sich reihenweise Menschlein in den Wäldern, dann tauchen überall Trollzacker auf und nun hat sich auch noch der Junker in eine Wand saugen lassen! Dabei hätte ich dem guten Siggi ein wenig mehr zugetraut!

Mich wundert nur, dass die Übrigen die Wand nicht einfach eingerissen haben. Obwohl … wenn ich so an die schmuddeligen kümmerlichen Gestalten im Thronsaal denke, wundert’s mich doch nicht. Weichlinge allesamt! Ein bisschen Schnee und se fallen alle um, wie Orken unter meinem Hammer!

Der Siebenerrat wird nun entscheiden was zu tun ist. Wenn er klug ist, schickt er mich mit ein paar Männern unter den Roten Riesen, um diesen Hort des Bösen zu zerschlagen. Der Thorwaler und der Mittelländer sollen ruhig mitkommen. Sie kennen den Weg und sehen überdies ganz brauchbar aus. Im Gegensatz zu diesen merkwürdigen Südländern.

Wenn ich so an die dritte Dämonenschlacht an der Trollpforte zurückdenke … das war noch was! … Da wurde richtig gekämpft! … Und seitdem stehe ich mir hier als Wache die Beine in den Bauch! Grml! Ich hoffe, es passiert bald mal was, ich werd schon ganz hibbelig.

„Ey Burschn, rolls mir mal n Fass rüber!“

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Grombaschs Gedanken

Verwehrt und verweht

Die eisigen Winde ziehen noch immer über das gefangene Land. Schnee und Kälte sind seine grimmigen Begleiter.

Wer sich hier aufhält ist des Todes! Wer ist dieser unwirklichen Umgebung gewachsen? Hier, wo sich jede Spur verliert.

 

Wir streifen durch den Schnee, auf der Suche unserem Begehr´.

Ein jeder hat seinen eigenen Grund hier zu sein. Doch nicht jeder Grund ist es wert, sein Leben zu riskieren.

 

Viele Schlachten habe ich geschlagen. Allein heute habe ich drei Leben genommen. War es das wert? … Nein. …

Wir alle müssen büßen für unsere unendliche Narretei!

 

Doch welcher Weg ist der Richtige? Sag es mir!

Geschunden, entkräftet und erfroren. Was ist wichtig? Was zählt im Angesicht dessen was vor Einem scheint?

Ist dies dein Plan, oh Weißer Jäger?

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Azinas Gedanken

Tag des Schicksals

Die Geschehnisse häufen sich. Das kann doch alles nicht wahr sein! Was geht hier nur vor?

Benommen steht Azina vor dem Erdloch. Lediglich sein Betteppich kündet von Kalkaribs vergangener Anwesenheit. Sie sieht wie ihre Freundin Delia in die Knie geht und fassungslos auf den leeren Fleck starrt. Ohnmächtig und unfähig etwas zu unternehmen, steht die Tierbändigerin einfach nur da. Die Ereignisse beginnen ihren Tribut zu fordern. Ihre Fassade bröckelt. Der Verlust so vieler Gefährten und anderer Menschen lässt niemanden kalt. Nicht einmal sie …

Sie legt die Hand auf Delias Schulter. Sie ist froh, dass sie ihr Gesicht nicht sehen kann während sie folgende Worte – sanft aber bestimmt – an sie richtet:

„Wir werden ihn zurückholen. Genauso wie Sieghelm. Wir werden das Rätsel lösen und die Geschehnisse aufklären und wenn es das Letzte ist, was wir tun!! Ich schöre dir Delia – bei Firuns eisigem Atem – ich werde nicht eher ruhen bis wir die Verantwortlichen zur Strecke gebracht haben!“

Sie merkt nicht, wie sich ihre Hand kräftig in Delias Schulter krallt, was ihr ein wenig schmerzen wird, sie jedoch nicht kümmert, da sich ein viel stärkerer Schmerz in ihrem Herzen ausbreitet.

Sie lässt die Hexe los und zieht ihre Keyfira hervor, um erneut ein wenig Erde einzusammeln. Sie legt ihre ganze Überzeugungskraft in ihre Stimme als sie mit entschlossener Miene zu Delia aufschaut.

„Wir schaffen das! Zunächst sollten wir versuchen mit den Trollzackern zu sprechen. Sie wissen mit Sicherheit genaueres über die hiesigen Vorfälle. Bestimmt werden auch einige ihrer eigenen Leute vermisst. Jane wird das Buch studieren bis ihr ein Schlangenschwanz wächst! Nehazet wird derweil das Rätsel studieren, die Bibliothek durchforsten und diese Erde untersuchen … Komm! Wir gehen zu den anderen zurück und berichten, was geschehen ist.“

Sie streckt ihr die Hand entgegen. Eine Antwort auf diese Geste ist zweideutig zu verstehen. Zum einen das schlichte Aufhelfen aus einer kauernden Situation und zum anderen das ergreifen der hilfreichen Hand in Zeiten der Not in der Gewissheit, dass man nicht allein ist.

Wir schaffen das Delia, sei gewiss! Sagt sie in Gedanken zu sich selbst.

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Azinas Gedanken

Barbarisch

In ihrem Zelt liegt sie noch einige Minuten Wach und überdenkt die Geschehnisse der vorherigen Tage. Neben ihr schläft Jane Pedderson.

Jane … schon wieder bist du mir zuvor gekommen. Überall mischst du dich ein. Alles weißt du besser.

Sie presst die Lippen unwirsch ein wenig zusammen.

Die Lehrerin steckt noch tief in ihr. Das geht mir noch immer auf die Nerven, obgleich ich mir vorgenommen habe drüber zustehen. Aber kaum hat man mal eine mysteriöse Begegnung im Schnee mit einem mächtigen Barbarenzauberer und möchte sich – hesindegefällig – ein wenig mit seiner (Sprach-)Kultur auseinandersetzen, da hat sie schon das weit und breit einzige Buch zu dem Thema in ihrer Gewalt. Und dann prahlt sie auch noch mit dem Wissen, welches ich ihr aus erster Hand verschafft habe.

Sie seufzt und dreht sich auf die andere Seite.

Gut, soll sie mal machen. Ist mir gleich. Ich werde sie ohnehin begleiten müssen, sollte Sieghelm sie auf diplomatische Mission schicken. Allein wäre sie verloren. Ich denke nicht, dass die Barbaren ihr viel Respekt entgegen bringen werden. Sprache hin oder her. Zwar sieht sie in ihrer Lederrüstung wenigstens nicht mehr aus wie eine Gelehrte. Aber noch ist sie zu neu und ungenutzt, das wird den Trollzackern auffallen. Eine Schmuckrüstung wird sie nicht beeindrucken … nur Taten.

Bisher sind wir auf dem Weg zu Sieghelms Schatz noch keinen Spuren der Trollzacker begegnet. – Schade eigentlich – Sie waren also jüngst noch nicht in diesem Teil der Berge. Alles ist seit langem unberührt. Ich verstehe seine Eile nicht. Zumal interessant sein wird, was Delia heute Nacht träumt. So nah an der Quelle. Sie erzählte ja, dass die Gestalten in ihrem Traum ihr sagten, dass sie näher kommt. Es scheint also einen Zusammenhang zwischen dem Gold und ihren Träumen zu geben. Nur, wo ist die Verbindung zwischen dem Gold und den Malen auf Delias und nun auch noch Nehazets Schulter – was ich im Übrigen erst gestern Abend so nebenbei erfahren habe – Und was hat der Zuspruch zu den Göttern damit zu tun?

… Ach was solls. Die anderen werden es schon herausfinden. Sie sprechen ja nicht mit mir nicht über so etwas. Scheinbar sehen sie in mir nur den tumben Waldläufer. Dazu noch jung und unerfahren. HA! Sie wissen nicht um meine geistigen Fähigkeiten. Woher auch? Und dabei kann es ruhig bleiben.

Immerhin sind wir endlich mal draußen in der Wildnis. Herrlich.

Erneut dreht sie sich auf die andere Seite und schläft lächelnd ein.

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Azinas Gedanken