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Reise nach Rommilys – Teil I „Der Abschied“

Traviahold seufzte, als er sich von seinem Schreibtisch erhob. Das Kloster war inzwischen zwar schon geweiht worden, doch außer dem Haupttempel, der Brauerei und einem Teil der Umfassungsmauer gab es noch keine Gebäude, nur Baracken. Und so verbrachte Traviahold noch sehr viel Zeit in Hochstieg, auch um in der Nähe von Darpatia zu sein. Seiner schwangeren launenhaften Frau, der er gleich erklären müsste, dass er dringend nach Rommilys reisen muss. Er überlegte kurz, ob er einfach heimlich versuchen sollte davonzureiten, doch der Blick voraus, auf das dann stattfindende Wiedersehen ließ ihn verängstigen. Er packte eilig seine Tasche mit dem nötigsten und vergewisserte sich mehrmals, dass er sowohl den Brief von Sieghelm, als auch das Buchmanuskript dabei hatte. Dann ging er auf den Übungsplatz der Burg, wo er Darpatia antraf, wie sie die übenden Soldaten anschrie. Es hat mehrere Tage der Diskussion und des Schlafens in getrennten Betten benötigt, bis sie sich davon überzeugen ließ, dass sie selber nicht mehr an den Ertüchtigungen teilnimmt. Traviahold räusperte sich vernehmlich hinter ihr. „Was ist?“, schrie Darpatia unwirsch , während sie sich umdrehte. Als sie ihren Ehemann erblickte änderte sich ihr Tonfall schlagartig und sie sprach liebevoll weiter: „Oh, Liebling, ich habe dich nicht erwartet.“ Als sie die Tasche sah runzelte sie die Stirn. „Willst du schon wieder zum Kloster? Du bist erst gestern zurück gekommen!“ Unsicher, wie ein junger Bengel, der von seinen Eltern bei Unfug erwischt wurde, antwortete Traviahold, während er ihre Hand ergriff: „Ich reite nicht zum Kloster. Ich muss in einer dringenden Angelegenheit des Ordens nach Rommilys.“ Darpatia wollte sich schon zu ihren Soldaten umdrehen, als er hinzufügte: „Und ich benötige keine Eskorte, meine Liebste. Mit jedem Bandit, der kleiner ist, als der Dämon auf dem Berg, werde ich schon fertig.“ Und um zu verhindern, dass sie ihm – berechtigt – widersprechen konnte, gab er ihr einen liebevollen Kuss. Er wusste, dass sie es namenlos hasste, wenn er dies vor ihren Soldaten tat, doch das war seine einzige Chance, diese Diskussion schnell zu beenden. Und es schien zu funktionieren, denn Darpatia seufzte: „Nun gut, wie du es willst Herr Ordensprätor“, es folgte ein flüchtiger Kuss von ihr, „aber beeile dich bitte schnell wieder bei mir zu sein. Und jetzt verschwinde, sonst denken die Soldaten noch, ich hätte Gefühle.“ Lächelnd drehte sie sich um und wurde rot im Gesicht, als sie eben jene Soldaten anschrie: „Wer hat gesagt ihr sollt eine Pause machen? Wer nicht sofort weitermacht darf heute noch dreimal die Treppen des Roten Riesen hochrennen! In Plattenrüstung! Mit Gepäck!“ Kichernd entfernte sich Traviahold, ging zum Stall, nahm sich sein Pferd und ritt durch das Tor, durch die Stadt, die er wenige Momente später verließ und im Galopp davonpreschte.

So viel zu tun

Mit eiligen Schritten eilte Jane den markt entgegen. So viel zu tun in so kurzer Zeit. Beim besten Schneider der zu finden war kehrte sie ein. „Hesinde zum gruße guter man ich habe leider einen eiligen Auftrag. Ich benötige zwei tuniken angemessen für die Therme gehalten in den Farben dieses Wappenrocks bis in zwei stunden. Eine für mich selbst und eine weiter für eine Begleiterin von mir deren maße ich hier niedergeschrieben habe.  Oh … und auch noch drei männliche entsprechende .. bekleidungstücke .. die Maße der drei Herren stehen hier ebenfalls drauf. Diese sind aber nur geschätzt last sie also ruhig etwas weiter ausfallen mit einem sanften Stoffgürtel wird das schon passen.“ Ein kleiner recht schwerer Beutel landete auf dem Tisch  “ Das hier sollte ausreichen für die Mühen … schickt es bitte zu dem Zelt des Ordensgroßmeisters vom Orden zum Schutze der Schöpfung auf dem Turnierplatz so schnell ihr könnt. Des weiteren benötige ich ein Kleid für den Ball, hmm meine Begleitern vermutlich auch aber ich werde das noch persöhnlich mit ihr abklähren. Das Kleid muss aber erst zum Ball fertig sein halt also etwas Zeit“

Während der verdutze schneider sich anschickte die Maße zu nehmen dachte Jane über die nächsten schritte nach. „Ich muss heute abend noch den wagen überprüfen.  … Azina finden und erfragen ob sie morgen intresse hat Teil zu nehmen ich hätte sie schon längst fragen müssen aber soviel ablenkungen. … hmm vielleicht sollte ich auch eine Tunika für Thornia anfertigten .. ich wette sie sieht umwerfend darin aus. Ob sie wohl eifersüchtige auf Sieghelm wird wenn sie erfährt wie entblöst er mich gesehen hat?“ Ein leichtes schmunzeln lief über ihre lippen. „Die Pferde sind schon besorgt ich sollte sie trotzdem noch durschcheken ob sie krank sind.“ … sie Blinzelte und lauschte nocheinmal auf die Frage von dem Schneider . „Ja ich denke das dunkle grün würde passend sein für das Kleid aber das Ordenswappen muss mit eingearbeitet sein, vielleicht auf dem Oberarm?“ „Welches Kleid sollte ich wohl morgen tragen … Ich muss unbedingt noch einen Brief an Thornia schreiben. …  Ob sie mich vermist?“ ….

 

Teil I – Ankunft

Sein strenger Blick ging über die gedrungenen Zinnen der Niederrungenfestung. Seine braunen Augen suchten die Ferne ab, so als würden sie ihm zu einer Erkenntnis verhelfen. Am Firmament hingen breite Wolkenfetzen, die im Licht der untergehenden Praiosscheibe selbiges in ein beeindruckes Farbenspektakel aus Orange- und Rottönen tauchten. Der lange Weg hinauf zur Festung war gewunden und zog sich durch eine flache Rodung, auf der nur kleine Hecken wuchsen. Er hatte vor drei Monden veranlasst, dass der Baumbestand rund um die Festung auszudünnen war, damit man einen weiteren Blick ins Land hatte und potenzielle Angreifer schneller auszumachen waren. Dieser Rodung war es nun auch zu verdanken, dass seine Augen einen Reiter erblickten, der sich der Festung näherte. Er brauchte nichts zu tun, die Wachen waren inzwischen ausgebildet genug, um zu wissen, wie man reagierte. Der gestandene Krieger legte nur seine Hände ruhig auf die kalten Zinnen. Es ist kein Bote, dafür ist das Pferd zu stark und der Reiter zu gerüstet. –  schloss er gedanklich aus seiner Beobachtung. Vielleicht ist es ein Soldat aus der Stadt – überlegte er weiter. Doch schon lange war keiner mehr von dort hier hoch geritten. Der Krieger ließ seinen Blick wieder durch die Ferne streifen. Er kniff die Augen etwas zusammen, um zumindest das Gefühl zu haben, besser gucken zu können. Doch das, wonach er Ausschau hielt, konnte er nicht erblicken. Keine Rauchsäulen, keine Banner, keine Lager. Alles ist ruhig. – konstatierte er gedanklich. Vom höchsten Turm der Festung aus konnte man die ganze Baronie überblicken – weit hinunter bis zur Tarnele, nach Hammerschlag und sogar darüber hinaus bis zum Gestüt derer von Rahjaweiden. Alles war ruhig.

„Ein Reiter nähert sich!“ rief die Torwache und der Krieger konnte beobachten, wie im Burghof Bewegung aufkam. Der Ruf der Wache drang nur schwach bis zu seinem Turm hinauf. Die Hunde des Zwingers bellten auf und zwei Schützer des Ordens bemannte das offene Tor. Das schwarze Banner des Schutzordens der Schöpfung direkt unter ihm knatterte laut im Wind, als eine Böe aufkam.

Die hölzerne Luke hinter ihm öffnete sich scheppernd. Ein junger schmaler Mann in einer langen und dunkelgrauen Robe stieg empor. Unter seinem Arm hielt er ein dickes Buch fest umklammert und auch einige hastig zusammengesuchte Schriftrollen klemmten zwischen seinem dünnen Oberarm und seiner flachen Brust.

„Ser! Ich habe es gefunden!“ – intonierte der junge Mann außer Atem, offenbar war er den ganzen Weg von der Bibliothek bis hier hoch gerannt. „Tritt näher Halrik“, antworte der Krieger knapp ohne den Blick von dem sich nähernden Reiter zu lassen.

„Ich habe die Abschriften der Bücher aus der alten Senne durchgesehen …“ begann er zu erklären, trat näher an den Rand der Zinnen und prustete noch immer nach Luft. Seine schmalen Schultern bebten und seine Brust flatterte hastig auf und ab. Dem Krieger flog ein kurzes lächeln über die Lippen. Er mochte den jungen Studiosus, wenn man ihn mit einer Aufgabe betraute, konnte man sicher sein, dass er sich voller Inbrunst hineinstürzen würde, bis er zu seiner angemessen Lösung kam. Und wenn er noch kein Ergebnis hatte, dann versicherte er, dass er weiter suchen würde bis er eines haben würde. „ … und sie mit den geborgenen Aufzeichnungen der Kultisten verglichen. Es sieht so aus, als würden die Symbole die wir … oh ein Reiter!“ Der Krieger schnaufte. Was er an dem jungen nicht mochte: Er war sehr leicht abzulenken. „Ser Gneisor, sollten wir nicht der Wache Bescheid geben?“ frug er im Tonfall eines Kindes, dass sich bei seinem Vater erkundigte, ob es nicht besser wäre der Forderung der Wegelagere ‚alles Gold her oder Leben!‘ nachzukommen. Und was der Krieger noch nicht mochte: Dass er sich ständig in Dinge einmischte, von denen er nicht die geringste Ahnung hatte. „Die Symbole Halrik“, erinnerte ihn der Ordensmarschall der Festung Friedstein im väterlich geduldigen Ton. „Achja, ja – die Symbole.“ bei der Suche nach der richtigen Schriftrolle, plumpsten ihm zwei herunter. Eines rollte er dann hastig auf und zeigte er dem Ordensmarschall. „Wie ihr hier sehen könnt, Ser – stimmen diese Symbole hier überein. Bisher konnten wir noch nicht bestimmen welche Bedeutung sie haben, doch nun wissen wir es!“ Ser Gneisor blickte nur kurz auf die ihm vorgehaltene Schriftrolle, welche ein Wirrwarr aus Kritzeleien, zwiebelförmigen Kreisen, bauchigen Dreiecken und anderen Symbolen enthielt, wie sie jeden Tag in Tsaschulen entstanden. Sein Fokus lag auf dem Reiter der sich näherte – als er kurz vor der Mauer war – erkannte Ser Gneisor, dass es sich nicht um einen Mann, sondern um eine Frau handelte.  „Und dank eurer guten und teuren Ausbildung, für die der Orden jeden Mond aufkommt, seid ihr zu welchem Ergebnis gekommen, Studiosus?“ Ser Gneisor blickte nun in die freudigen Augen des Jungen aus dem Hause Tarnel, die so funkelten, als hätten sie gerade Omas geheime und letzte Keksdose oben auf dem Schrank gefunden. „Das Ergebnis, Ser ist …“ der freudige Blick wich adhoc aus dem zarten Gesicht, denn er wusste, dass die nächsten Worte seinen Herrn nicht erfreuen würden. „Sie haben Sara’kiin herbeigerufen, die Limbusverzehrerin. Das heißt, sie ist hier, Sie ist auf unserer Sphäre.“

Der Wind ließ das Banner der Ordens wieder erneut knattern. Ein langer Moment verging. Ser Gneisor wusste, dass er diese Kunde an die Auserwählten schicken musste. Die Eiselementaristin Saria Fuxfell, die ehemalige Trägerin des Amuletts der Hesinde, war gefallen und nicht gestorben. „Bist du dir wirklich sicher?“ Ser Gneisor musste einfach nochmal nachfragen, obwohl er wusste, dass, wenn Halrik etwas postulierte, es so sicher war wie das Schweigen im Borontempel. „Ja, Ser.“ Antwortete er leise. „Soll ich eine Nachricht an Herrn Nehazet schicken?“ „Nein, ich werde die Nachricht selbst aufsetzen.“ Was Ser Gneisor nicht sehen konnte war, dass Halrik nur bestätigend nickte und dann seinerseits ebenfalls einen Blick über die Zinnen riskierte. Die Reiterin war inzwischen im Burghof angekommen und blickte geraden den Turm empor. Die Blicke des Ordensmarschalls und der neuen Schutzritterin und Heermeisterin der Ordensfestung trafen sich aus der Ferne. Unten im Hof übergab die greifenfurter Ritterin die Zügel ihres Pferdes an den Stallknecht. An einen Schützer gewandt befahl sie dann: „Geht zum Ordensmarschall und berichtet ihm, dass Brangane von Dunkelfang-Krötenbrunn, Ritterin aus Greifenfurt hier ist, um ihren Dienst als Heermeisterin der Komturei anzutreten.“

Schwarz wie die Nacht

Auf dem Tunierplatz konnte er noch die Fassung wahren, doch je weiter er sich von ihm entfernte, desto erschrockener wichen die Leute ihm aus. Sein grimmiger, wutgefüllter Blick vermied es, das sich jemand gemüßigt fühlte ihn anzusprechen. Als er in seinem Zelt ankam, warf Bothor wütend sein Pailos fort und legte fluchend seine Rüstung ab. Wie konnte es sein, dass ihn seine Mutter Rondra so sehr im Stich ließ? Seit 27 Götterläufen dient er ihr nun schon und das war ihr Dank dafür!? Ihn zu blamieren!? Dies war kein ehrenhafter Zweikampf, den er gegen ihren Auserwählten verloren hat – Bothor war schon vor dem Kampf klar gewesen, dass es schwer werden würde gegen Sieghelm. Er ist ein würdiger Auserwählter der Leuin und ein sehr guter Kämpfer. Aber die Hauptfrau der Nordmärker Garde? Der Marschall Garethiens? Der Graf zu Yaquirtal? Die Königin des vermaledaiten Mittelreiches! Sie alle waren schlussendlich chancenlos gegen ihn gewesen. Aber gegen Sieghelm? Er fühlte sich schlechter, als nach seinem ersten Amphorenkampf während der Ausbildung, als er nach dem ersten Treffer das Gleichgewicht verlor und sich nicht länger auf den Amphoren halten konnte. In den 20 Jahren danach ist ihm nie wieder so etwas peinliches widerfahren – bis heute.

Inzwischen hat sich Bothor seiner Rüstung entledigt und kleidet sich in den wenigen schwarzen Stoff, den er besitzt, inklusive dem Wappenrock des Ordens. Die Kapuze tief in das Gesicht gezogen verlässt er Zelt und die alte Residenz. Als nächtlicher Schatten am Tage läuft er durch die Straßen Gareths, bis er den Tempel der Herrin Rondra erreicht. Regungslos steht er in der Pforte. Er möchte laut in den Tempel brüllen, doch nur in seinem Kopf klagt er sie an. Wenn du nicht mehr meine Herrin Mutter sein möchtest, bin ich nicht mehr dein Sohn! Er reißt sich eine Kette vom Hals, lässt sie aus der Hand gleiten und wendet sich vom Tempel ab. Wie von selbst führen ihn seine Schritte durch die Stadt, seine Gedanken sind dunkel und leer wie die Schwärze der Nacht. Als er das nächste Mal wieder klar seine Umgebung wahrnimmt steht er vor dem Altar des Tempels des Schwarzen Lichts. „Ihr da!“, blafft er etwas zu laut einen der Geweihten an. „Schickt den Hüter des Raben zu mir!“, befiehlt er deutlich flüsternder aber immernoch bestimmt. Dann wendet er sich dem Altar zu und spricht still zu ihm. Boron, Herr des Todes, Wächter über den Schlaf. Lass mich dein Diener sein, für den du mich erwählt hast, führe mich durch die Dunkelheit der Ewigkeit meines Seins, erweitere meinen Geist durch die Weisheit deiner Rabenschwingen. Ich, Bothor, bin dein Auserwählter, bis in deine Hallen!

Eine denkwürdige Begegnung

Der Bergkönig hatte gerade das Zelt verlassen und einen verstörten Gewinner des Turniers für Schwere Waffen zurückgelassen, als Schützer Rarik, der kauzige Krieger aus dem Hause Prutz, von seinem Posten vor dem Zelt hinein kam. Sieghelm hatte die Botschaft, dass das Bankett in die Thermen verlegt wurde, noch nicht ganz verdaut, da wurde er von seinem ergebenen Soldaten angesprochen: „Mein Herr, dort ist jemand vor dem Zelt, der euch sprechen möchte.“ Sieghelm stutzte und sah Rarik fragend an. „Hat er oder sie es nicht für nötig gehalten, sich vorzustellen?“ wollte er in einem fast schon belehrenden Tonfall wissen. „Nein mein Herr – er sagte nur, er möchte zu …“ Rarik unterbrach sich und schluckte, denn was er jetzt aussprechen musste, fiel ihm schwer über die Lippen zu bringen. „ … verzeiht mir Sir, aber dies sind nicht meine Worte, sondern die des Herrn draußen vor dem Zelt“, entschuldigte sich Rarik, der sichtlich beschämt war und herumdruckste es auszusprechen. Sieghelm senkte die Brauen, schüttelte die Verwirrung ab und streckte die Brust heraus. So hatte er seinen Schützer noch nie erlebt. „Sprich Rarik …“ sagte er dann im ruhigen aber befehlenden Tonfall. „Der Herr sagte …“ setzte der bärtige Schützer mit dünnerer Stimme erneut an, „ … er möchte zu Sieghelm Ochsenschwanz“. Sieghelm durchfuhr ein zuckender Schmerz im unteren Rücken. Ein Schmerz, den er schon lange nicht mehr gespürt und längst vergessen hatte. Unwillkürlich schob er beide Beine etwas breiter auseinander und verlagerte sein Gesicht gleichmäßig darauf. Sein Gesicht zeigte für einen kurzem Moment Entsetzen, gefolgt von einem noch kürzeren Moment der Freude, nur um dann in Ausdruck der freudigen Überraschung zu verharren. „Lass ihn ein, Rarik“, intonierte er. Rarik brauchte einen Moment um die Aussage seines Herrn zu verarbeiten. „Jawohl, Sir.“ Rarik deutete eine knappe Verneigung an und ging rückwärts aus dem Zelt heraus.

Nachdem der Schützer das Zelt verlassen hatte, blickte sich Sieghelm wie ein Kind, dass kurz bevor die Eltern ins Zimmer kamen noch zügig das letzte unaufgeräumte Spielzeug unter das Bett schieben musste, hektisch im eigenen Lagerzelt um. Er unterdrückte das Verlangen, den hastig hingeworfenen Wappenrock auf der Bank zusammenlegen zu wollen, und konzentrierte sich auf seine Haltung. Er war jetzt Ordensgroßmeister vom Orden zum Schutze der Schöpfung, es gab keinen Grund für ihn sich wie dereinst zu verhalten. Er musste sich wahrlich nicht verstecken. Er rief sich in Erinnerung, dass er gerade das Turnier der Schweren Waffen gewonnen hatte – nicht irgendein Turnier – sondern das alljährliche stattfindende Turnier in Gareth. Jeder, wirklich jeder Krieger, der was auf sich hält, träumte davon. Jeder Krieger war schon mindestens einmal dabei und hatte die ganzen Kämpfer bewundert, wie sie mit all den Waffen umgingen und sich gegenseitig im rondragefälligen Zweikampf miteinander duellierten. Und nicht nur das, Sieghelm hatte auch die Tjost, den Lanzenganz zu Pferd, gewonnen und er führte nun in der Gesamtwertung. Im Moment war er der größte und umjubelteste Krieger des ganzen Mittelreichs, zudem stand noch der Ritterschlag zum Reichsritter aus – eine der höchsten Ehren, die man als Absolvent einer mittelländischen Kriegerakademie bekommen konnte. Der Ritterschlag würde von der Regentin höchstpersönlich durchgeführt werden. Sieghelm hatte jeden Grund dazu stolz auf sich zu sein – und dann betrat ER das Zelt.

In das schwarze Zelt des Ordens kam ein gealterter, sehniger Krieger in einem schwarzroten Wappenrock. Ein grauer Haarkranz umspielte sein bares Haupt, welches von zahlreichen Narben übersäht war. Die ebenfalls grauen Brauen waren buschig und die Falten in seinem Gesicht waren in den letzten Götterläufen zu tiefen Furchen geworden. Auf seinem Wappenrock war die rotbrennende Lilie der Kriegerakademie der Feuerlilien zu Rommilys zu sehen. Ein Anderhalbhänder, dessen halbrunder Knauf und die schlichte Parierstange Sieghelm nur noch allzu schmerzlich in Erinnerung geblieben sind, hing fest auf seinem Rücken.

„In Feuer geboren, eure Exzellenz.“ sprach der Mann in einem tiefen Tonfall, welcher über die Jahre noch tiefer geworden war. In seiner Stimme war keine Spur von Bitterkeit oder Missgunst zu hören, was er sagte, meinte er ernst.

„In Feuer gehärtet.“ antwortete Sieghelm mit so fester Stimme wie es ihm möglich war, denn diese Begrüßungsfloskel war ihm noch gut in Erinnerung geblieben. „Es ist mir eine Ehre, euch nach so langer Zeit wiederzusehen, Meister Perainor.“ Der alte Mann war kein geringerer als Sieghelms alter Schwertmeister Perainor G. von Bregelsaum, Ausbilder für den Waffengang mit dem Anderthalbhänder an der Feuerlilienakademie. Perainors Blick wanderte innerhalb einer Sekunde durch den gesamten Zeltinnenraum. Sieghelm fühlte sich in seine alte Stube an der Akademie zurückversetzt. Damals wie heute gehörte es zum Teil der Ausbildung, dass die Schwertmeister auch für den ritterlich-traviagefälligen Umgang mit der eigenen Stube und der eigener Ausrüstung der angehenden Krieger zuständig waren. Sieghelm schossen sofort mehrere Makel durch den Kopf: Der Wappenrock liegt nicht ordentlich zusammen, der unsortierte Waffenständer, die Beinschienen sind nicht poliert, auf den Stiefeln ist Schmutz, die Schwertscheide hängt nicht … „Ich bin hier, um euch zu eurem Sieg zu gratulieren.“ Sieghelms Gedankenstrang wurde jäh unterbrochen. Der Schwertmeister trat einen Schritt auf Sieghelm zu und reichte ihm die rechte Hand und dessen Unterarm zum Rittergruß. In den ganzen vier Götterläufen, die er an der Akademie war, hatte er niemals den Rittergruß vom Schwertmeister angeboten bekommen.  Er blickte auf die ledernen Handschuhe des grau gewordenen Schwertmeisters – es waren immer noch dieselben wie damals – fein gegerbtes und zweimal gehärtetes Ziegenbauchleder. Wenn man damit einen Schlag mit dem Handrücken bekam, hatte man noch Tage danach die Nähte und Nieten als Abdruck im Gesicht. Sieghelm musste seinem Arm befehlen nach dem Unterarm des Schwertmeisters zu greifen, irgendetwas in ihm widersetze sich. Die Pranken der beiden Krieger umschlossen sich und ein lauter Knall durchdrang das Zelt als gegerbtes Leder aufeinander prallte. „Ich …“ hörte sich Sieghelm sagen „ … danke euch, Meister.“ Berauscht von dem Moment, war Sieghelm nicht Herr seiner Gedanken. Vor ihm stand sein alter Schwertmeister, härtester Ausbilder und größter Feind.

„Spart euch das ‚Meister‘ – die Ausbildung ist seit fünf Götterläufen beendet. Ich habe eure Kämpfe beobachtet – ihr schlackert auf euren Beinen noch immer wie ein Ochsenschwanz umher. Ich habe in den vier Jahren die ihr Schüler an der Akademie wart, vergeblich versucht euch das auszutreiben.“ Ein kurzes und süffisantes Lächeln umspielt die Lippen des Schwertmeisters. Erneut korrigiert Sieghelm seine Beinhaltung und versucht damit vergeblich der  ‚Ochsenschwanzhaltung‘ entgegenzuwirken. „ … doch offensichtlich …“ Setzt Perainor fort „ … begründet ihr damit euren ganz eigenen und offensichtlich erfolgreichen Kampfstil.“

Draußen vor dem Zelt musste sich Schützer Prutz ein lautes Lachen verkneifen, als er das Gespräche im Inneren des Zeltes verfolgte. Unter keinen, absolut gar keinen Umständen dürfe jemals jemand davon erfahren. Niemand dürfe es jemals hören, denn dann würde Sieghelms Kampfstil als die „Ochsenschwanzhaltung“ in die Geschichte eingehen. Dann kam plötzlich Knappe Perainius von einem Botengang zurück. „Hey Perainius!“ rief Rarik im Flüsterton und grinste dabei verschwörerisch. „Hör mal, ich muss dir etwas erzählen.“

Die Gedanken treiben

Angelegentlich stochert Azina mit einem Stock im Lagerfeuer herum und starrt in die Flammen, als sähe sie ein Bildnis von großer Schönheit. Elfenbein sitzt hinter ihr und wärmt ihr den Rücken, während es sich ausnahmsweise mal Adaque auf ihrem Schoß gemütlich gemacht hat. Versonnen streichelt sie ihm über die Federn.

Schade. Nach den ganzen packenden Vorkämpfen habe ich im Finale der schweren Waffen einen spannenderen Kampf erwartet. Insgeheim habe ich natürlich auf Bothor gehofft. Hätte er gewonnen, hätte ich mit einem Sieg in dem Buhurt auf den Gesamtturniersieg hoffen können. Aber Rondra war dem guten Bothor wohl nicht hold. Oder sie war heute eher Sieghelm zugeneigt. Es hat ja auch mehr Symbolkraft, wenn natürlich der Ordensmeister der Leuin den Zweikampf gewinnt, statt der des Ewigen.

Und um Symbolkraft im Dienste der Sache des Ordens geht es uns ja bei diesem Turnier. Sieghelm und Nehazet sind auch eifrig dabei, Kämpfer und Ländereien zu gewinnen. Da gilt es unsere persönlichen Gefühle hinten an zu stellen. Dennoch werde ich versuchen den Buhurt zu gewinnen. Und wenn ich am Ende Sieghelm selbst überwinden muss. Hm. Ich glaube, wir haben noch nie miteinander gefochten. Nicht einmal im Training. Zumindest ist dies wenn dann einige Götterläufe her.

Aber. Bisher ging alles viel zu glatt. Die einzelnen Turnierkämpfe werden abgehalten. Sieger werden gekürt. Auffällig ist, dass der Orden sehr gut abschneidet. Was ja gut für uns ist. Aber es wirft für mich die Frage auf: Geht es mit rechten Dingen zu? Ist das nicht alles zu leicht? Oder sind wir einfach nur gut. Wobei natürlich auffällt, dass hier fast ausschließlich Adelige antreten, `die neben dem Kämpfen noch andere Aufgaben haben.´

Auf jeden Fall funktioniert die Organisation des Turniers zu gut. Es gibt keine Störungen, keine Auffälligkeiten. Ich suche schon die ganze Zeit nach pervertiertem Einfluss. Aber Nehazet hat wohl den einzigen Dämon vor Ort gebannt. Von den winzigen fliegenden Spionen mal abgesehen. Sonst nichts! Wo sich angeblich hinter den Kulissen weittragende Dinge abspielen und wir armseligen einfachen Menschen nichts davon wissen dürfen.

Nun ja, ich vermute, unsere Rolle werden wir wohl noch spielen. Wenn dieses Turnier vorbei ist, werden wir versuchen weitere Unterstützer zu finden und uns auf den Weg gen Rahja machen, um die schwarze Gefahr aufzuhalten und vor allem Hochstieg zu schützen. Wenn nicht wieder etwas dazwischenkommt.

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Azinas Gedanken

Was wohl die Eltern davon halten

Auszug aus dem Tagebuch.

Was für ein Tag. Eigentlich wollte ich nur ein zwei Runden durchhalten. Präsenz zeigen und ein bisschen das Training zur Geltung bringen. Stattdessen stand ich plötzlich im Finale. Zusammen mit azina. Azina hat natürlich gewonnen. Sie ist so schnell und durchtrainiert und weis es sehr gut ihren Speer zu nutzen. Ich hätte vermutlich zu unrondianichen Mitteln greifen müssen wäre mir der sieg das wichtigste gewesen.

Auf jeden Fall bin ich gespannt wie sich Azina noch entwickeln wird. Sie ist so erwachen für ihr alter aber ich frage mich ob da nicht noch große Zweifel lauern.

Auf jeden Fall sollte ich meinen Eltern mitteilen das ich erfolgreich an der turnai teilnehmen … was sie Wohl davon halten werden ….

Gewonnen

Firun sei Gedankt! Ich habe gesiegt.

Und ich meine nicht den Sieg in diesem Turnier. Dieser kam für mich völlig überraschend. Ich hoffte lediglich, mich bestmöglich zu schlagen. Doch entweder waren die Gegner in dieser Zweikampfsituation weniger gut, als echte Kämpfer, die um ihr Leben streiten. Oder wir sind inzwischen sehr bewandert. Lang ist es her – so scheint mir – dass ich vor 4 Götterläufen von Aranien aufbrach. Viel ist seither geschehen. Sehr viel.

Einer meiner entscheidenden Vorteile war die Länge meiner Waffe. Damit konnte ich mir jeden meiner Gegner auf Abstand halten, sodass ich kaum Gefahr lief getroffen zu werden. So sehr sich meine Gegner auch bemühten. Diese Technik habe ich lange geübt. Doch sie hilft mir wenig, wenn es gegen eine gleichlange Waffe geht. Jane hatte als Gegner eine Ritterin mit einem Anderthalbhänder. Dieser Kampf wäre gegen mich ebenso interessant geworden, wie für Jane. Letztlich ging sie siegreich daraus hervor.

Nein. Wirklich erleichtert, bin ich über den Sieg gegen Jane. Ich musste einfach gewinnen. Es durfte nicht sein, dass eine Gelehrte mich im Kampf mit meiner bevorzugten Waffe schlägt. Glück und Pech hin oder her.

Ja, Jane beherrscht ihre Waffe meisterlich. Sie ist nicht umsonst in das Finale eingezogen. Doch ihr fehlt die Kampferfahrung. Ihre Beinarbeit ist noch zu verbessern. Aber muss sie überhaupt perfekt kämpfen können? Janes überragende Fähigkeiten zeigen sich auf einem ganz anderen sehr weiten Feld. Ich verstehe, dass sie in der Lage sein möchte sich zu verteidigen, wenn es darauf ankommt. Aber mich ehrlich im Kampf schlagen? Nein. Das durfte nicht sein. Ich hätte mein Gesicht verloren. Ich hätte meine Mitstreiter verlassen und ich hätte anderswo noch härter trainieren müssen, um ihrer würdig zu sein.

Ich bin glücklich, dass es nicht dazu gekommen ist. Ich hoffe, Jane nimmt es mir nicht übel, dass ich so erleichtert bin. Rasch kann Freude mit Schadensfreude verwechselt werden. Doch mit ihr über meine Gefühle sprechen, kommt nicht infrage.

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Azinas Gedanken

WOW

Wir begegneten einem Göttlichen Wesen. Der Herold, ein Waldmensch aus dem Süden, erzählte eine Geschichte über einen Greif, der die Menschen auf Sumus Leib begleitete, aber noch nicht zurückkehren durfte, da seine Buße noch nicht vollendet war. Nehazet bat mich, wohl einer Eingebung folgend, einen zweiten Blick auf ihn zu werfen. Und wahrhaftig! Vor den versammelten Augen der Turneiteilnehmer wandelt ein göttlich strahlendes Wesen und erzählt uns eine Geschichte. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um seine eigene Geschichte.

Die Menschen hängen andächtig an seinen Lippen und lauschen seinen Worten. Während mein Blick allein auf seiner weiß schimmernden Aura liegt. Mir kommen fast die Tränen, so schön und so rein ist sie. Dergleichen habe ich in dieser Menge noch nie zuvor gesehen. Unsere Amulette und Gegenstände leuchten, ja. Und geweihte Tempel schimmern ebenfalls weiß. Aber das hier? Das ist hier, ist wahrhaftig der göttliche Geist.

…..

Kam schon der Sieg Sieghelms über den Schwarzen Ritter in der Tjoste und somit der Sieg in dieser Disziplin überraschend, verblüffte mich Jane vollends. Offenbar hat sie im vergangenen Jahr unheimlich viel trainiert. Mit Leichtigkeit besiegte sie ihren verdutzten Gegner. Ja, deklassierte ihn geradezu. Ich bin beeindruckt!

Jetzt stellt sich die Frage eher, ob ich es mit ihr aufnehmen kann und nicht umgekehrt. Hoffentlich treffen wir erst im Finale aufeinander. Alles andere wäre doch schade.

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Azinas Gedanken

In Punin – AASAP Arbeit am arkanen

30. Tsa

Nachdem die Djinne gerufen waren und sich der Erledigung ihrer Aufträge zu wanden, konnte ich mich wieder wichtigerem widmen.

Zuerst war ein kleines Mahl, bei dem ich nebenbei mit einer Collega aus Rashdul über Ifritiim der Domänen Widharcals, Tyakramans und Tijakools reden konnte, die werte Maga konnte interessante Einblicke liefern, welchen ich mich leider nicht mit vollständig angepasstem Umfang widmen konnte, nebenbei ergab sich noch ein Gespräch über unsere Familien, aber das ist an dieser Stelle nicht wichtig.

Nach dieser erfreulichen Ablenkung, widmete ich mich weiter der arkanen Analyse des Vortexhandschuhes, da wir nun endlich das akademie eigene weiße Auge nutzen konnten, stand nun die Einspeisung, der relevanten Erkenntnisse um den Vortexhandschuh, angefangen mit den erkennbaren arkanen Strukturen, welche es weniger kundigen erlauben sollte sich auf die schnelle einen Einblick über diese Strukturen zu machen.

Weitere Stunden später, ging es mit der Sicherung des Vortexhandschuhes weiter, zwar war die Verzauberung eines Thaumatursomes der Contraria, welche Canti und Effekte der Limbologica, bis auf Betrachtungen von der dritten physischen Ebene & Sphäre, umzu verhindern das Analysen der Besucher des Konventes diese Schutzmaßnahme auslösen, und dennoch einen Schutz vor, beispielsweise heptasphärischen Wesenheiten, welche sich in der Astralebene aufhalten und von dort aus auf die physische Seite Einblick nehmen um das Thaumatursom zu lokalisieren und zu entwenden, nicht meine Aufgabe. Ich sollte die Thesis zur späteren Einsicht organisieren, ein Cantus, welcher in der Lage ist die Sphärenwände zu stabilisieren, stellt, naheliegenderweise, eine gute Ausgangsbasis für Forschungen zu einem Schutz gegen Eindringlinge vom Vortex dar.

Der Wachtrunk wirkte wie erwartet, sogar besser, würde ich sagen, mein Geist raste vor Ideen einzig mein Körper wollte nicht immer mithalten und natürlich musste ich anderweitig Pausen einlegen, die meisten Speisen konnte ich wenigstens durch eine Yagannuss kompensieren, auch wenn ich eigentlich vor hatte ersteinmal in nächster Zeit auf den Konsum dieser Nüsse zu verzichten um der besonderen Relevanz der Traviagefälligen Gemeinsamen Mahle Rechnung zu tragen, aber dies wäre hier nur hinderlich, vor allem unter dem Gesichtspunkt das ich wohl früher aufbrechen müsste als mir lieb wäre, typisch da gibt es eine Möglichkeit an dem überliegenden Problem wirklich zu arbeiten und ich habe nicht die notwendige Zeit dafür.

Aber ich schweife ab, während einer der Pausen zwischen den verschiedenen Arbeitsgruppen, ergab sich die Gelegenheit in dem Refektorium mir mit anderen anwesenden Kollegen ein paar Gedanken über Drachen zu machen, das vorgehen scheint simpel genug, Einschränkung arkaner Fähigkeiten, was übrig bleibt ist ein physisches Monstrum um dessen restliche Bewältigung sich andere einfach kümmern könnten, sollte dies ausbleiben gäbe es dafür natürlich auch noch Möglichkeiten. Ein Problem, aber vielleicht auch ein Vorteil, ganz von Fall zu Fall abhängig, dürfte bei Rhazzazor noch das Untote Element sein, die mit sich ziehenden Vorteile und Limitierungen dürften äußerst interessant sein, aufgrund der mangelnden Datenlage, gab es keinen Konsensus, wie sich die Überschneidung der Fähigkeiten eines Untoten mit den Fähigkeiten eines Pascha genau vertragen würden, bis auf die Wichtigkeit der Magie, als zentrales Element Rhazzazors, was dementsprechend auch der Punkt war auf dem wir uns konzentrierten.

Die Wichtigsten Punkte, unserer Meinung nach waren, Einschränkung von Rhazzazors Beweglichkeit, am vielversprechendsten dürften Möglichkeiten der Contraria Moventia sein, eventuell um das Problem der Distanz zu überbrücken(, wer will schon neben einem Untoten Kaiserdrachen stehen, wenn dessen Beweglichkeit limitiert wird?) erscheint eine Einbindung in entsprechende zur Distanzüberbrückende Elemente sinnvoll, ein Ballistabolzen beispielsweise, weiterhin eine Einschränkung der Wahrnehmung, dafür bietet sich Contraria Clarobservantia an, ob direkt oder in einer Zone, oder vielleicht über den Umweg der Verhehlung der eigenen Aura mittels Auarcania Deleatur, darüber herrschte keine Einigkeit.

Das es Vorteilhaft sei die Beweglichkeit und Wahrnehmung einzuschränken wurde aber von keinem der anwesenden Kollegen bestritten, eventuell bedacht werden sollten noch inhibierende Maßnahmen für die Bereiche der Controllaria und Heptasphärischer Magie, auch eine Schutzmaßnahme gegen Feuer scheint naheliegend, aufgrund der Untotenelemente kann wohl nicht unbedingt davon ausgegangen werden, das alte drachische Anfälligkeiten noch weiter bestehen würden.

Letztendlich wäre zur endgültigen Abklärung, welche Maßnahmen darüber hinaus sinnvoll wären, weiteres Studium im Felde notwendig, was wohl mir zufallen würde, wenn es doch nur Collega vom Bund des weißen Pentagrammes gäbe, welche zuverlässige arkane Beobachtungen über/in ihrer Umwelt anstellen könnten, doch leider ist kein Institut vorhanden, das solcherlei Individuen ausbildet. Womit mir wiedermal die Feldarbeit zufällt, am liebsten würde ich es meinen geschätzten Kollegen aus Punin gleichtun und es bei dem theoretischen belassen, aber lassen wir dies mal.

Die Herausarbeitung der Invocativen Matrix zur verifizierten Etablierung der Vis Vortex, verlief leider noch nicht so erfolgreich wie mir lieb gewesen wäre, aber in anbetracht der Probleme zu erwartenden Probleme in diesem Fall, welche schon bei der notwendigen Zusammenarbeit von Invocatoren und Observatoren begann, da doch die einen schlecht ohne die anderen an diesem Problem arbeiten konnten, fehlte den Invocatoren doch das Wissen der Observatoren zur, nunja Observation und den Observatoren fehlte das tiefgründigere Wissen um die Invocativen Matrizen zur besseren Verständlichkeit der Herausarbeitung der Lokalisationskomponente.

Weiterhin wäre die Arbeit am Ort der Invocation, hilfreicher gewesen, aber dahingehend gab es andere Probleme, auf die ich hier nicht eingehen will.

Einig waren wir uns alle, das die tatsächlich geleistete Arbeit in der Invocation und Bindung der Vortexessenz, höchst schlampig war.

Danach half ich einem der Collega, welcher seine Zeit und Expertise mir Zur Verfügung gestellt hatte, mit meinem Wissen über die unterschiedlichen Strukturen der Magie, gewirkt von nicht Gildenmagischenzauberwirkern, die geleistete Arbeit war, selbstverständlich, höchst interessant, es wurde der Versuch übernommen einen neuen Stammbaum der Verwandtschaft der verschiedenen arkanen Traditionen & Repräsentationen zu entwickeln, nachdem ich kurz half in der Identifizierung und Verifizierung verschiedener arkaner Strukturen, versprach ich ihm noch einige meiner Werke zu diesem Thema zukommen zulassen, da ich doch im Laufe meiner Reisen eine Vielzahl unterschiedlicher Nichtgildenmagischer Zauberwirkungen untersuchen konnte, faszinierend war die Reaktion auf die Erwähnung des von mir beobachteten schelmischen Auge des Limbus.

Und dann war da natürlich noch die Gruppe, um die Untersuchung des Cantus Catalytis zur Bindung des Vortex an den derischen Gegenstand, natürlich konnten wir auch hier nur grundlegende arbeiten verrichten, dauert die entsprechende Auswertung und das entwickeln gezielt auf die vortexfibrillen zugreifender Canti doch seiner Zeit.

Neben den Gesprächen rund um die diversen Tassen Tee, gab es natürlich auch noch das ein oder andere Gespräch mit Spectabila und Convocata Prima Garlischgrötz, sowie einigen Mitgliedern des Mephalsrates. Zur Vorbereitung des Vortrages um den Vortex, blieb leider nicht allzu Zeit, aber dem könnte ich mich vermutlich auf der Reise nach Gareth widmen.

Nach einigen Tagen verlor der Wachtrunk, leider, seine Wirkung und ich fühlte wie die Erschöpfung eines langen Tages (bzw. mehrerer dieser) mich einholten, was mich schließlich dazu zwang meine arbeit am arkanen vorerst enden zu lassen.